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Thema: Verschiedenes zum Wetzstahl... (Fabrikate, Typen, Funktion, Handhabung)

  1. #61
    peterk

    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

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    Mitglieder sehen hier keinen Banner
    Hallo Mannaman,

    Du hältst die Hand, als ob Du einem Pferd etwas geben möchtest (damit nichts passieren kann) und streichst das Messer flach über den Handballen.

    Gruß Peter

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  3. #62
    Ehrenmitglied MF-Mitglied Avatar von herbert
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    Die Sache mit dem Handballen geht so:
    man hat das Messer in der rechten Hand (Rechtshänder), und die linke Hand wird geöffnet gestreckt Handfläche oben gehalten. Dann zieht man die Klinge wie über einen Abziehriemen von den Fingern her über den Ballen des Daumen an der Innenseite. Ist wie ein Lederriemen, und man hat das Abziehgerät halt immer dabei. Funktioniert gut.
    herbert
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  4. #63
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    Zitat Zitat von herbert Beitrag anzeigen
    Die Sache mit dem Handballen geht so:
    .... Ist wie ein Lederriemen, und man hat das Abziehgerät halt immer dabei. Funktioniert gut.
    Ich habe das auch schon ausprobiert, das Abziehen auf dem Handballen funktioniert tatsächlich und bringt eine Erhöhung der Schärfe.

    Mir ist aber nicht klar warum. Was passiert denn da physikalisch?

  5. #64
    Registrierter Teilnehmer Avatar von briesenreiter
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    Du stellst einen "Micrograt" auf.

    Zitat Zitat von herbert Beitrag anzeigen
    ...dann zieht man die Klinge wie über einen Abziehriemen von den Fingern her über den Ballen des Daumen an der Innenseite.
    Aber immer mit dem Rücken voran...

  6. #65
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    Keramik und Diamant machen nicht scharf, sondern nur eine Säge.
    Ich kannte mal einen Messerhändler, der hat als "besonderen Service" die gekauften Messer noch kurz über den Diamantstahl gezogen, und die ganzen unbedarften Kunden waren hin und weg ob der Schärfe ihrer neuen Messer.

  7. #66
    Ehrenmitglied MF-Mitglied Avatar von herbert
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    @jardinier: Keineswegs, Keramik macht schon scharf, auf jeden Fall C-Stähle. Bei Karbidmonstern spielt sich halt das übliche ab.
    herbert
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  8. #67
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    AW: Wetzstahl - wie oft und warum?

    Zitat Zitat von jardinier Beitrag anzeigen
    Keramik und Diamant machen nicht scharf, sondern nur eine Säge.
    Ich kannte mal einen Messerhändler, der hat als "besonderen Service" die gekauften Messer noch kurz über den Diamantstahl gezogen, und die ganzen unbedarften Kunden waren hin und weg ob der Schärfe ihrer neuen Messer.
    Das stimmt fuer Keramik so nicht. Mit Keramiksteinen bekommt man bei entsprechenden Staehlen schon eine saubere, scharfe Schneide. Bei Diamantsteinen natuerlich nicht, da wird's tatsaechlich eine Saege.

    Wobei eine Saege auch bei feinkoernigen Staehlen durchaus ihren Sinn haben kann. Ich habe vor Jahren, als ich noch laengere Messer bevorzugte, bei meinem Fixed immer die letzten 3 cm oder so vor dem Griff nur mit einem groben Stein geschaerft. Vorne glatte, geschlossene Schneide, hinten eine aggressive Mikrosaege. Bei Kunstfasertampen z.B. hat das wirklich Vorteile.

    Hermann

  9. #68
    gast150908

    Wetzstahl - Bewegungen

    Ich hab da mal eine Frage:
    gemeinhin wird ja die Verwendung des Wetzstahls zum Aufrichten des Grats empfohlen.

    ich benutze auch einen solchen und schleife von oben nach unten, also setze die Klinge oben am Stab an und schiebe ihn nach unten, wobei ich das Messer von links nach rechts am Stab führe. Also im Grunde eine Schleifbewegung.

    Aber wenn der Grat in eine Richtung umgebogen ist, müsste ich ihn doch damit eher "an die Klinge anfalten" als ihn wieder aufzurichten. Dennoch ist das Messer hinterher wieder scharf und alles paletti. Oder mache ich einen simplen Denkfehler?

    Groetjes

  10. #69
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    AW: Wetzstahl - Bewegungen

    Bevor Du den Grat "anfaltest", brichst Du ihn ab. Da Du vermutlich einen rauheren Stahl verwendest, schleifst Du aber auch minimal, daher wird es kommen dass das Messer wieder scharf ist. Anders würde es wohl aussehen wenn Du einen extrem glatten Stahl nehmen würdest, dann würdest Du den Grat wohl nur brechen und eine scharfe Bruchkante erzeugen die sehr schnell stumpf wird.

    Zumindest ware das jetzt die einzige Erklärung die mir dazu einfällt. Mögen mich Leute mit mehr Wissen korrigieren wenn ich Mist schreibe.

  11. #70
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    43 welcher Wetzstahl???

    Hallo Leute,

    ich möchte mir für das gelegentliche Nachschärfen meiner (Klapp-)Messer einen Wetzstahl zulegen.

    Habe mir die Stähle von F.Dick, insbesondere den Dickeron in´s Auge gefasst.

    Soll ich so tun, oder lieber eine andere Marke?

    Gruß
    Helmut

  12. #71
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Hallo,

    ein Wetzstahl richtet lediglich eine vorhandene gute Schneide kurzfristig auf
    damit hast Du das Messer noch nicht wieder geschärft
    ich nehme an, das ist was Du tun möchtest, Deine Messer gelegentlich schärfen und somit pflegen
    kauf Dir lieber einen guten Schärfstein
    darüber gibt es gute Foren, schau auch mal da:
    http://www.messerforum.net/showthread.php?t=49224
    oder dort: http://www.messerforum.net/forumdisplay.php?f=57
    und übe Dich im Schärfen

    nix für ungut

    Jokke
    Geändert von JL-Jokke (13.12.07 um 16:50 Uhr) Grund: richtig schauen lohnt sich manchmal!

  13. #72
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Von Dick gibt es auch Wetzstähle mit Diamantenbesatz die machen ein wenig von beiden sind aber nicht zum reinen Nachschärfen geeignet werden bei uns von den Schlachtern während des Tages eingesetzt bis es zum nachschliff kommt zusätzlich zum Wetzstahl

    aber schau mal in der Suchfunktion hier gibt es reichlich Info zum Pflegen und Schärfen von Messern

    Cornelius

  14. #73
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Als fortgeschrittener Anfänger im Messerschärfen sage ich auch noch ein paar Takte dazu

    Laut meiner Erfahrungen kriegt man mit einem Stein wesentlich bessere Schneiden hin.

    Einen Wetzstahl benutze ich für meine billigen Küchenmesser.
    Ein Schärfstein ist da schon die gehobenere Variante.

    Wenn du nur gelegentlich mal die Schneide erneuern willst, dann empfehle ich dir einen Wetzstahl.

    Möchtest du jedoch eine ordentlich scharfe Schneide haben, dann guck dich nach einem Stein um.

    Dies ist allerdings ein weites Feld. Und ich habe nur eine Bruchteil von dem gesagt was die Suchfunktion dazu sagen kann.

  15. #74
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Wenn Du Schleifen musst, also wirklich etwas abtragen und das muss man schon zumindest beim ersten mal und auch sonst ab und zu, wenn der Wetzstahl nicht mehr hilft, wären Banksteine oder ein Schleifsystem sinnvoller als ein einzelner Wetzstahl.

    Viele Grüße,
    Leo.

  16. #75
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Wenn dann würd ich trotzdem beides kaufen. Und dann den Saphirzug oval von Dick. Klasse ding

  17. #76
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    AW: welcher Wetzstahl???

    Da meine Messer recht scharf sind, geht es tatsächlich nur um regelmäßiges Erhalten der Schärfe und dafür halt der Wetzstahl.

    Kann mir jemand von Euch sagen, ob der Dickoron Hygienic identisch mit dem Classic???

    In der "Bucht" ist der Hygienic nämlich 10 Euro günstiger als der Classic bei gleicher Größe und dann auch noch rostfrei...

  18. #77
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    Frage zum Grat und der Schneide

    Hallo Leute,
    habe eine Verständnisfrage:

    Beim Abziehen sagt man ja, dass der Rest des Grats entfernt wird.
    Also dank Poliermittel "abgeschmirgelt" wird, richtig?
    Oder kommt hinzu, dass durch das Abziehen der Grat teilweise abgeschmirgelt,
    teilweise aber auch aufgerichtet wird?

    Die Frage kam mir deshalb, weil man sehr häufig hört, dass Leute z.B. einen
    Wetzstahl benutzen, um den Grad wieder aufzurichten.
    Wenn ich aber davon ausgehe, dass das betreffende Messer korrekt geschärft und abgezogen wurde,
    sollte ja kein Grad mehr vorhanden sein.
    Entsteht dieser einfach durch die Benutzung wieder neu?
    Klappt quasi die Schneide nach gewisser Zeit um und wird dann zum Grat?
    Ist also ein Messer eigentlich nie "gratfrei"?
    Solange der Grat "steht" ist er die Schneide und wird erst zum Grat, wenn er sich biegt?

    Zum Schluss:
    Warum zieht man dann auf einem Wetzstahl nicht in gleicher Richtung wie auf einem Leder ab,
    wenn der Grad aufgerichtet werden soll?

    Danke schon mal!

    MfG, Felix

    PS Die Suchfunktion hat mich nicht weitergebracht,
    falls es aber schon Threads dazu geben sollte, bitte posten.

  19. #78
    Registrierter Teilnehmer Avatar von briesenreiter
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    Ich versuche es mal...

    Grundsätzlich finde ich den Begriff "Grat aufrichten" ein bisschen missverständlich,
    ich mag die Bezeichnung "Schneide aufrichten" lieber.
    Micro-grat wäre auch eindeutiger.

    Der grobe Grat, der nach dem schleifen auf Steinen oder wie auch immer entsteht
    wird durch immer feinere werdende Arbeitsgänge "gebrochen", fällt relativ leicht ab.

    Mit dem Leder oder dem Wetzstahl wird bei Bedarf die Schneide wieder
    aufgerichtet, denn durch die oft sehr dünn ausgeschliffenen Schneide
    bzw. kleinen Schneidenwinkel neigt die Schneide dazu, zur Seite bzw. nach hinten wegzuklappen.

    Die Umgeklappte Schneide ist auch ein Grat, wenngleich ein wesentlich feinerer
    und in sich stabilerer als der grobe Grat nach dem Schärfen.

    Der grobe Grat entsteht ab der Stelle, wo die Schneide scharf ist.
    Der feine Grat bzw. die umgeklappte Schneide klappt vor der scharfen Stelle um.
    Klingt komisch, ist aber so...
    Geändert von briesenreiter (29.01.08 um 19:23 Uhr)

  20. #79
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    Moin,

    "einen Wetzstahl benutzen um den Grad wieder aufzurichten" das habe ich hier im Forum schon öfter gelesen. Nach dem Schärfen sollte kein Grad mehr vorhanden sein, sonst hat man etwas falsch gemacht.

    Richtiger wäre "mit einem Wetzstahl die Schneide wieder aufrichten".

    Ich denke mal, Briesenreiter hat es schon gut erklärt.

    Gruß
    Olli

  21. #80
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    Hallo,

    ich verstehe es so (und konnte das auch z. Tl. unter dem Mikroskop bestätigen):

    Selbst nach dem Schleifen mit der feinsten Körnung (z. B. 6000er) hat die Wate (also die vordere, eigentliche Schneide) meist noch einen winzigen Grat, den man - ich jedenfalls - mit dem Finger oder dem 'unbewaffneten' Auge nicht mehr entdecken kann.
    Bei europäischen Kochmessern aus üblichen 1.4116-Stählen hält sich so ein superwinziger Grat übrigens häufiger fest, als an harten Karbonstahl-Messern europäischer und erst recht japanischer Provenienz.

    Diesen Mini-Grat bekomme ich sehr schön weg durch Abziehen mit einem Winkel leicht größer oder gleich dem Schleifwinkel auf einem mit Chromoxid-Farbe angestrichenen Leder.
    Da man darauf ja nur zieht, also von der Schneide weg, wird der Minirestgrat praktisch vollständig weg'poliert'.
    Wenn man das Abziehen nicht sparsam, sondern extensiv betreibt, handelt man sich das (kleine) Problem ein, die Schneide wieder ein wenig zu verrunden; man schenkt dann sogar wieder etwas Rasierschärfe her.
    Deshalb plädiere ich für sparsames Abziehen: 2 bis 3 mal auf jeder Seite des Messers reicht, und mit wenig Druck!

    Aber dann: wie briesenreiter richtig sagt, kommt der miese Grat beim Benutzen des Messers wieder ins Spiel. Sei es, dass der Stahl vielleicht für seine Eigenheiten zu schlank geschliffen ist, oder das Messer etwas härtere Aufgaben zu bewältigen hatte oder...
    Jedenfalls bildet sich an beanspruchten Stellen der feinen Schneide hie und da wieder ein Grat, der meist zu einer Seite hin weggedrückt erscheint (unterm Mikroskop, oder einer starken Lupe gut zu sehen).

    Dann gibt es m. E. zwei Möglichkeiten:
    - die Absolute: ich schleife wieder neu, zumindest mit 3000, plus Abziehleder; das reicht meist
    - die Pragmatische: ich nehme meinen F.Dick Micro Superfeinzug und wetze das Messer vor dem Gebrauch daran. Auch hier wieder: wenige Wetzbewegungen ( 2 bis 6 je nach Gratempfinden) je Seite, mit einem Winkel gleich oder ganz wenig größer dem Schleifwinkel, und mit ganz wenig bis gar keinem Druck.
    Aber: gegen die Schneide!
    Also genau entgegengesetzt der Abziehleder-Bewegung!

    Was passiert: der feine neugebildete Grat wird beim Wetzen nicht etwa aufgerichtet, sondern im wahrsten Sinne des Wortes umgelegt. Er wird fein säuberlich auf eine Seite der Wate angelegt und angeschmiegt, wo er keinen Ärger mehr beim Schneiden macht.

    Diese Art des Wetzens hält meine üblichen Kochmesser mindestens Faktor 3 länger im Gebrauch, bevor ich meine, jetzt müßte ich dann aber doch wieder mal schleifen.

    Ich habe auch (jetzt krieg ich von einigen Forumiten echt was ab) überhaupt keine Skrupel, meine prima japanischen Santokus und Pettys und so weiter genau so über den Wetzstahl wieder zwischen-zu-frischen. (schönes Wort!)
    Geschadet hat dies noch keinem meiner Messer, und da ich lieber (mit scharfen Messern) koche als schleife, ist dies für mich der pragmatischste Weg zum Glück.

    Jetzt bin ich auf die Diskussion gespannt,

    Norbert
    Geändert von h.g.trunnion (29.01.08 um 19:38 Uhr) Grund: Rechtschreibung korrigiert

  22. #81
    Ehrenmitglied MF-Mitglied
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    Wirklich zu diskutieren gibt es da wohl nichts mehr. Die Antworten, die auf die Eingangsfrage gegeben worden sind, sind weitestgehend richtig. Zur Vertiefung will ich noch ein paar Gedanken anschließen:
    Ich schleife mit einem relativ feinen Naturstein, der mit ca 60 Umdrehungen pro Minute mit Wasser läuft. Er kann in beide Richtungen laufen, also von dem Schleifer weg oder auf ihn zu. Schleift man nun so, daß der Stein auf die Schneide zu läuft, gibt es einen kurzen, nach oben weggedrückten Grat. Läßt man den Stein mit der Schneide laufen, wird der Grat länger und dünner. Die Ausbildung hängt auch vom Stahl ab, spröderes Material bildet einen kürzeren Grat, zäheres einen längeren.
    Dieser beim Schleifen entstehende Grat ist zum Schneiden unbrauchbar, da er an der Stelle der eigentlichen Schneide kaum noch Berührung mit der Klinge hat und hin und her wabbelt.
    Durch immer feiner werdenden Abzug wird auch der Grat immer feiner. Zieht man die Klinge von der Schneide weg über die Steine, wird immer ein, wenn auch minimaler, Grat bleiben.
    Auch wenn man die Klinge mit der Schneide gegen den Stein führt, und dies auf jeder Seite mehrfach macht, bevor man die Seite wechselt, wird ein Grätchen bleiben.
    Wenn man auf einem feinen Stein abwechselnd mit der Schneide voran abzieht und dabei den Winkel exakt einhält, bleibt zum Schluß kein Grat mehr übrig.
    Beim Schneiden kommt es in der Schneidenspitze zu verschiedenen Arten der Beschädigung, die sich überlagern und je nach Klingengeometrie und Härte mehr oder weniger wirken.
    1. Bei dünnen und relativ zähen Schneidenspitzen kommt es zum mehr oder weniger gleichmäßigen Abtrag durch den allgemeinen Verschleiß und -dominierend- zum Ausbiegen und teilweisen Umlegen der Schneidenspitze.
    2. Bei derberen Schneidenwinkeln und spröderem Material ist die allgemeine Abrasion der dominierende Faktor für das Stumpfwerden.
    3. Bei feinem Schneidwinkel und spröderem Material stehen Miniausbrüche im Vordergrund.
    Nach der Art des Schärfeverlusts richtet sich dann die Behandlung.
    Im Fall 1. helfen wenige Züge auf einem sehr feinen Stahl, die Schneide wieder aufzurichten und den Schneidenwinkel wieder herzustellen.
    Im Fall 2. und 3. ist Nachschleifen auf einem geeigneten Stein das erste Mittel der Wahl.
    Das Anwenden des "sehr feinen Stahls" ist- das muß ich hinzufügen- keine Empfehlung für den Ungeübten. Wenn man den richtigen Winkel nicht einhält, verdirbt man mehr, als man gut macht. Eine Hilfe zum Einhalten eines exakten Winkels ist da sehr nützlich.
    Ich verwende keinen Wetzstahl im eigentlichen Sinn, sondern den Schaft eines langen Schnellarbeitsstahlfräsers, den ich mit feinem Wasserschleifpapier in Längsrichtung leicht angerauht und mit Diamantpaste ganz leicht eingerieben habe (Statt der Diamantpaste wurde früher Strohasche oder Schachtelhalmasche mit ein bißchen Öl verwendet). Eine Kochmesserklinge so behandelt bleibt rasiermesserscharf und muß im Jahr vielleicht 1-2 mal mit einem Stein leicht nachgeschliffen werden.
    MfG U. Gerfin

  23. #82
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    U. Gerfin schrieb:
    Im Fall 1. helfen wenige Züge auf einem sehr feinen Stahl, die Schneide wieder aufzurichten und den Schneidenwinkel wieder herzustellen.
    Die 'wenigen Züge' decken sich voll mit meinen Erfahrungen; und dass der Stahl möglichst glatt sein sollte, kann ich auch bestätigen. Ich war nur noch nicht konsequent genug, mir den Dick Polierstahl anzuschaffen - habe ihn nur einmal probiert. Doch der Mikro Superfeinzug ist bereits wirklich unglaublich fein gerieft und hat daher kaum abrasive Wirkung.
    Aber manche von diesen sich bildenden Minigrätchen sind unterm Mikroskop wie Stahlflusen oder -härchen, die nur so gerade eben an der Schneide hängen, und ich bilde mir ein, dass ich einige von denen mit den Mikroriefen des Wetzstahls tatsächlich abschleife, während ich die gröberen Auslenkungen der Schneide eher sauber 'umlege' und anschmiege.

    Das Anwenden des "sehr feinen Stahls" ist- das muß ich hinzufügen- keine Empfehlung für den Ungeübten. Wenn man den richtigen Winkel nicht einhält, verdirbt man mehr, als man gut macht. Eine Hilfe zum Einhalten eines exakten Winkels ist da sehr nützlich.
    Ich verwende keinen Wetzstahl im eigentlichen Sinn, sondern den Schaft eines langen Schnellarbeitsstahlfräsers, den ich mit feinem Wasserschleifpapier in Längsrichtung leicht angerauht und mit Diamantpaste ganz leicht eingerieben habe (Statt der Diamantpaste wurde früher Strohasche oder Schachtelhalmasche mit ein bißchen Öl verwendet). Eine Kochmesserklinge so behandelt bleibt rasiermesserscharf und muß im Jahr vielleicht 1-2 mal mit einem Stein leicht nachgeschliffen werden.
    Diese schnellen Fechtbewegungen, die man beim Metzger sieht, sollte man in der Tat meiden! Sie machen nur unter diesen besonderen Produktionsbedingungen und mit den verwendeten Werkzeugen Sinn.

    Ich lege die Spitze des Wetzstahls auf der Küchenplatte auf und mache ruhige, bewußte Züge unter Einhaltung des Schleifwinkels jeweils vom Heft zur Spitze der Klinge. Bei einem 23cm Kochmesser reicht mir als 'Druck' das Gewicht des Messers, bei einem 9cm Officemesser kommt der Druck schon durch das bewußte Führen des Messers zustande. Mehr braucht es nicht.

    An U. Gerfin:
    se_neif hatte ja auch gefragt, ob man die Klinge am Wetzstahl mit oder gegen die Schneide führt.
    Ich mache es gegen die Schneide, wie oben erläutert.
    Aus Deiner Antwort wird nicht klar, wie Du es hältst? Aufrichten oder Umlegen?
    Laut Verhoeven (Experiments on Knife Sharpening) wird bei wenigen Zügen gegen die Schneide mit leichtem Druck der Grat umgelegt, mit dem Ergebnis einer recht geschlossenen, glatten Schneide. Bei vielen Wetzzügen hingegen kommt es zu Microausbrüchen an der Schneide und mithin zu einem schlechteren Ergebnis.

    Wie so oft gilt hier eben nicht 'viel hilft viel'.

    Liebe Grüße,

    Norbert

  24. #83
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    AW: Frage zum Grat und der Schneide

    metzger und schlachtbetriebe haben spezielle messerstähle (metzgerstahl) die die beim abziehen material von der klinge abtragen was ein normaler stahl nicht macht. zum abtragen bzw. "schleifen" ist ein porzellanstab von z.b chroma sehr gut geeignet.

  25. #84
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    Generelle Frage zur Wetzstahltechnik

    Ich selbst kenne seit Jahren die Anleitung wie man ein Messer mit einem Wetzstahl bearbeiten soll. Allerdings verstehe ich daran etwas nicht so ganz. Am einfachsten erkläre ich es glaube ich an der Anwendung wenn man den Wetzstahl auf den Tisch stellt und dann mit dem Messer daran entlang "schneidet" wie beim Sharpmaker.
    Wenn man das Messer also benutzt und der Grat sich umlegt. Dann legt er sich ja zu einer Seite um, also quasi ein auf dem Kopf stehendes U mit der Öffnung nach unten, das auf einer Seite auf der Klinge steht.

    Wenn ich jetzt jedoch mit dem Messer eine Schneidbewegung am Wetzstahl mache, dann kann ich den Grat doch gar nicht wieder aufrichten sondern Drücke ihn an der entsprechenden Seite an die Klinge.
    Meiner Meinung nach müsste man, wenn das Aufrichten wörtlich zu verstehen ist, die Bewegung doch genau anders herum machen, also in Richtung Klingenrücken streichen, damit man das "U" wieder zu einem "I" aufrichtet.

    Vielleicht mache ich ja auch nur einen Denkfehler, aber es wäre nett, wenn mir jemand das erklären könnte.

  26. #85
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    AW: Generelle Frage zur Wetzstahltechnik

    Darüber habe ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht. Aber ich denke, dass es den Grat ja nicht auf der gesamten Klingenlänge umlegt, sondern nur soweit, wie geschnitten wird. Daher gehe ich davon aus, dass man den Grat am hinteren Ende der Klinge (am Kropf) quasi einfängt und mit der Längsbewegung wieder aufrichtet.
    Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.

  27. #86
    Registrierter Teilnehmer Avatar von briesenreiter
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    AW: Generelle Frage zur Wetzstahltechnik

    Eigentlich eine gute Frage, finde ich.
    "Gut" im Bezug auf eine interessanet Frage...

    Ich stelle mir das so vor:
    Der kleine feine "Micrograt" der sich beim Arbeiten mit dem Messer umgelegt hat
    wird nicht einfach wieder aufgerichtet, sonder entfernt (abgezogen).
    Du machst quasi eine neue Schneide und trägst sehr sehr wenig Material ab.

    Wenn du den feinen Micrograt tatsächlich perfekt aufrichten/ bzw. hochstellen willst,
    mußt Du mit einem Leder arbeiten. So wie Rasiermesser
    abgezogen werden.

    Erst abziehen auf dem Stahl ("alles grobe entfernen"), dann aufs Leder.

    Vielleicht kannst du hier
    noch etwas für dich interessantes rauslesen...
    Geändert von briesenreiter (15.03.08 um 14:36 Uhr)

  28. #87
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    AW: Generelle Frage zur Wetzstahltechnik

    @iceman01:
    Wenn Du den Grat wieder zum 'I' aufrichtest, hast Du vielleicht bei den ersten 2 Tomatenschnitten etwas davon; dann legt er sich gleich wieder quer...
    Folge briesenreiters link, da haben wir das schon ausführlich diskutiert.

    Merke: Wetzstahl zum 'Umlegen', Cr2O3-Leder zum optimalen 'Abziehen'.

    Grüße,

    Norbert
    Geändert von h.g.trunnion (17.03.08 um 10:01 Uhr) Grund: ChromOxid korrigiert

  29. #88
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    31

    Ersatzmöglichkeiten für Wetzstahl

    Hallo!

    Des öfteren denke ich mir unterwegs "jetzt wäre Grat aufrichten mal wieder angebracht." Natürlich hat man dann wenn man ihn braucht keinen Wetzstahl bei der Hand.

    Jetzt stellt sich mir die Frage: Was eignet sich in solchen Fällen als Alternative? Kann ich dazu z.B. den Messerrücken eines anderen Messers benutzen? Wenn ja, wäre dass dann besser ein härteres oder weicheres? Kann ich dazu auch normale runde Steine aus einem Fluss, z.B. verwenden?

    Oder anders gefragt: was macht einen guten/brauchbaren (den Umständen entsprechend) Wetzstahl aus? MUSS er rund sein? Wie hart sollte er sein, sollte er glatt sein? etc...?

  30. #89
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    Ersatzmöglihckeiten für Wetzstahl

    Zitat Zitat von leobasil Beitrag anzeigen
    .....Des öfteren denke ich mir unterwegs "jetzt wäre Grat aufrichten mal wieder angebracht." Natürlich hat man dann, wenn man ihn braucht, keinen Wetzstahl bei der Hand.

    Jetzt stellt sich mir die Frage: Was eignet sich in solchen Fällen als Alternative? Kann ich dazu z.B. den Messerrücken eines anderen Messers benutzen? Wenn ja, wäre das(s) dann besser ein härteres oder weicheres? Kann ich dazu auch normale runde Steine aus einem Fluss....verwenden?.....
    Deinen Worten entnehme ich, dass Du eine Situation "unterwegs" meinst. Da hat man in aller Regel kein Messer mit hauchzarter Klinge dabei, z.B. ein Metzgermesser oder ein japanisches Küchenmesser, sondern eine eher derbe Klinge, wie man sie bei Outdoor-Messern findet. Solche Klingen (3 - 6 mm stark, Schliffwinkel 30° und mehr, balliger Schliff, möglicherweise sogar hoch legierter Stahl wie 440C oder D2) wirst Du in aller Regel mit einem Wetzstahl nicht nachschärfen können, und einen Grat zum Aufrichten gibt es da auch selten.

    Zum Schärfen kommt da nur ein passender Bankstein in Frage, der nicht einmal groß sein muss. Alternativen wären noch ein hochwertiger Keramikschärfstab oder ein feiner Diamantschärfer.

    Ein Klingenrücken eines anderen Messers ist nach meiner Erfahrung völlig ungeeignet, und ein "normaler" runder Stein aus dem Fluss (welche Steine in welchem Fluss sind "normal"?) müsste dann schon eine entsprechende Zusammensetzung und Struktur haben, um dafür zu taugen, z.B. wie ein feiner Sandstein.

    Über Wetzstähle wurde hier schon diskutiert. Sie sind in der Regel im Querschnitt rund, oval oder abgerundet viereckig und haben eine feine Längslineatur, von der die abrasive Wirkung ausgeht. Natürlich sind Wetzstähle in der Oberfäche sehr hart. Ulrich Gerfin hat sich hier aber auch schon über relativ glatte Wetzstähle lobend geäußert, meine ich mich zu erinnern.

    Es hängt halt immer vom Zusammenspiel der Parameter ab, ob ein System funktioniert: hier vom Stahl und seiner Wärmehandlung, von Klingengeometrie/Schliffwinkel und Fasenwinkel sowie von Körnung, Härte und Bindung des Schleifmittels usw.

    Ausprobieren ist wichtig!

    Gruß

    sanjuro

  31. #90
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    AW: Ersatzmöglihckeiten für Wetzstahl

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    Gibt es ziemlich viele.

    Die raue Kante von Glasschneidebrettern, die unglasierte Unterseite von Tassen, Untertassen, Tellern, etc.
    Steine sollte man an der flachsten Stelle gegeneinander reiben, bis man eine relativ plane Fläche hat, bevor man sie benutzt.
    Der ungewöhnlichste Kandidat kommt bei meinen Gartenmessern zum Einsatz: ein chinesisches SKS-Bajonett, welches durch die vorhandene Hartverchromung und das raue Finish ziemlich gut funktioniert.

    Andere Sachen gehen sicher auch, the sky's the limit.

    Ookami

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