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Thema: Verschiedenes zum Wetzstahl... (Fabrikate, Typen, Funktion, Handhabung)

  1. #1
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    Verschiedenes zum Wetzstahl... (Fabrikate, Typen, Funktion, Handhabung)

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    Hallo zusammen,

    für meine Solinger Messer (Zwilling 4 Sterne, Güde, etc...) suche ich einen neuen Wetzstahl. Allesamt also Messer aus rostfreiem "Standardstahl"...
    Ich habe mich entschieden, mir keinen Schleifstein oder ähnliches zuzulegen, da ich bis jetzt die Schärfe meiner Messer einwandfrei halten konnte (ein DIN A4 Blatt kann leicht "gespalten" werden). Nur ist mir mein jetziger Stahl - ein billiger - zu kurz, denke er hat 18cm.

    Habt ihr einen Tip, was ich mir zulegen sollte? Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle, bin Student...


    Danke!!!

    Beste Grüße,

    Jules

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  3. #2
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    dickoron, safirabzug, oval, roter griff, das original, jetzt kannst du googeln

  4. #3
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    Zitat Zitat von Jules
    Hallo zusammen,

    für meine Solinger Messer (Zwilling 4 Sterne, Güde, etc...) suche ich einen neuen Wetzstahl. Allesamt also Messer aus rostfreiem "Standardstahl"...
    Ich habe mich entschieden, mir keinen Schleifstein oder ähnliches zuzulegen, da ich bis jetzt die Schärfe meiner Messer einwandfrei halten konnte (ein DIN A4 Blatt kann leicht "gespalten" werden). Nur ist mir mein jetziger Stahl - ein billiger - zu kurz, denke er hat 18cm.

    Habt ihr einen Tip, was ich mir zulegen sollte? Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle, bin Student...


    Danke!!!

    Beste Grüße,

    Jules
    Hallo Jules,

    ich benutze einen "Isler Supercut" seit Jahren, funktioniert top.
    Auch leicht stumpfe Messer werden wieder sehr scharf.
    Den Stahl gibt es bei Messer Roedter.

  5. #4
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    Zitat Zitat von albino
    dickoron, safirabzug, oval, roter griff, das original, jetzt kannst du googeln
    z.b. hier:
    http://www.dick-messer.de/index.php?...a1&cp_tpl=main

  6. #5
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    Ich benutze auch einen ovalen Wetzstahl mit Kunststoffgriff von Dick.
    Inzwischen habe ich auch noch einen Keramikwetzstahl von Ikea.
    Für 9 Euro sehr empfehlenswert!!!

    alex

  7. #6
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    Schonmal vielen Dank!

    Mehr als 50 Euro für einen Stahl auszugeben find ich schon recht happig...
    Gibt es denn wirklich qualitative Unterschiede, die sich dann auf die Schärfe meiner Messer auswirkt? Hinter der Frage steht die Überlegung, ob nicht ein NoName Stahl in gleicher ovaler Form und gleicher Länge den selben Effekt auf meine Messer hat...

    @Alex: Danke für den preiswerten Tip, ich such aber was magnetisches, muss an meiner schicken Magnetleiste kleben können :-)

  8. #7
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    ich ahtte nicht gerade gute erfahrungen mit den keramik-stäben. (ich hatte 2 im gebrauch.

    einer ist im abfall

    einen hat ein freund, (seine messer sind stupf )

  9. #8
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    Zitat Zitat von Jules
    Schonmal vielen Dank!

    Mehr als 50 Euro für einen Stahl auszugeben find ich schon recht happig...
    der dickoron hällt in meinem (von beruf koch) gebrauch schon seit 8 - 10 jahren.

    vorher hatte ich günstigere, dh. in den jahren von 1982 - 1995 (13 jahre) mindestens 8 - 10 stähle.

    sogesehen ist er der günstigste den ich jeh hatte.


    Gibt es denn wirklich qualitative Unterschiede, die sich dann auf die Schärfe meiner Messer auswirkt?
    ja.


    Hinter der Frage steht die Überlegung, ob nicht ein NoName Stahl in gleicher ovaler Form und gleicher Länge den selben Effekt auf meine Messer hat...
    würde ich mir auch wünschen.

    würde, könnte, hätte


    von isler den wernerk schreibt habe ich auch gutes gehört.
    und in der hand hatte ich ihn auch schon (IGEO)
    da mein dickoron noch nicht seinen "geist" aufgegeben hat wird ein test dessen noch warten müssen.

  10. #9
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    Was ist denn von Stählen zu halten, die mit Industriediamanten beschichtet sind?

  11. #10
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    sind ok,

    wenn die diamanten weg sind, brauch man ein neues.


    wie schon gesagt,

    dickoron saphir oder isler supercut

    beide sind fein aber nicht zu fein.

    ich würde oval nehmen.

    der rest ist technik

  12. #11
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    da ich bis jetzt die Schärfe meiner Messer einwandfrei halten konnte (ein DIN A4 Blatt kann leicht "gespalten" werden).

    meinst du wie hier? , nicht auf zug sondern druck

    hier zeige ich den dickoron, musst dich halt durch die fotos klichen (einfach aufs foto klicken und es geht zum nächsten).

  13. #12
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    Hallo Jules,

    ich habe den hier seit Jahren im Einsatz:
    http://www.manufactum.de/track_flash...Pr.5112.0.html

    Der muss für alle meine Messer herhalten, um den Grat aufzurichten, denn das ist die Aufgabe eines Wetzstahles.

    Keramik- und diamantbeschichtete Wetzstäbe haben eher eine abrasive Wirkung.
    Wenn ich die brauche, dann kann ich meiner Meinung nach gleich zu ordenlichen Schleifsteinen greifen.

    Meine Erfahrung ist die:
    Wenn Du Deine Messer regelmässig mit einem Stahl pflegst, brauchst Du sie lange nicht nachschleifen. Nach der Arbeit am Stahl ggf. auf einem Lederriemen abziehen und die Klinge sollte wieder rasierscharf sein.

    Gruss

    12knife

  14. #13
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    @albino

    Mit "Papiertest" meinte ich, ein DIN A4 Blatt senkrecht in der einen Hand zu halten und in der anderen das Messer. Nun das Blatt beginnend mit dem Ende des Messers bis zur Spitze hin in einem Zug zu spalten.
    Hatte ich irgendwo (hier?!) mal gelesen...
    Wenn das nach mehrmaligem Benutzen des Messers nicht mehr klappt, ziehe ich es ab (wahrscheinlich mit zuviel Druck ) und es funktioniert wieder...

  15. #14
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    [QUOTE=JulesMit "Papiertest" meinte ich, ein DIN A4 Blatt senkrecht in der einen Hand zu halten und in der anderen das Messer. Nun das Blatt beginnend mit dem Ende des Messers bis zur Spitze hin in einem Zug zu spalten. [/QUOTE]


    da fängt schärfe für mich erst an probier doch mal den test aus den von mir gegebenen link.

    und, gehts?

    danach blatt nicht auf zug sondern druck, ohne geschwindikeit, eifach das blatt links halten und reschts in das blatt ein- drücken/fahren.

    dies sollte mehrmals funktionieren. (auf zug, gehts dann sauber ohne franzen, wie wenn es luft wäre)

    unterarm rasieren,

    hier fängt der spass an (und die benutzbarkeit in der küche höhrt hir auf)

    ein haar einen zentimeter auf die scheide legen und ziehen (es springt ab)

    ein langes frauen haar nur durch eigengewicht auf die scheide legen und auf einer seite ziehen, es hängt ein und lässt sich der länge nach spaten (ein paar milimeter weit) ohne abzuspringen.
    dies ist dann romansche schärfe 1.0

  16. #15
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    @Alex: Danke für den preiswerten Tip, ich such aber was magnetisches, muss an meiner schicken Magnetleiste kleben können :-)
    Die meisten Stähle haben, zum Aufhängen einen Ring am Griff, da sie für eine Magnetleiste viel zu schwer sind.
    Meiner hängt immer Griffbereit an einem Haken.
    Die Messer liegen in einer Schublade, Magnetleisten sind mir zu unfallträchtig, aber das ist wieder ein anderes Thema.

    Alex

  17. #16
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    Hmmm, zugegeben, deinen Papiertest bestehen die Messer mehr schlecht als recht, beim Rasieren des Unterarms hört´s dann ganz auf...

    Vielleicht sollte ich die Anschaffung eines Wetzstahls doch noch mal überlegen und lieber in ein Schleifsystem (Lanksey, Tri-Angel Sharpmaker) investieren

    Schleifsteine sind mir zu kompliziert, auch wenn es sicher kein Hexenwerk ist (habe hier schon einges darüber gelesen), die Zeit mich damit ausführlich zu beschäftigen hab ich nit. Ich möcht halt eine möglichst faule einfache Lösung

    Krieg ich denn mit den erwähnten Schleifsystemen aus meinen "normalen" solinger Messern wirklich mehr Schärfe raus, also sind die überhaupt im Stande irgendwann mal zu rasieren?
    Ich bin ja schon immer sehr angetan von der out of box Schärfe, aber mehr ist natürlich immer gut!!

  18. #17
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    Vielleicht sollte ich die Anschaffung eines Wetzstahls doch noch mal überlegen und lieber in ein Schleifsystem (Lanksey, Tri-Angel Sharpmaker) investieren
    Hallo Jules,

    keine gute Idee, denn die Messer werden ja i.d.R. vor jeder Verwendung abgezogen. Das stelle ich mir mit einem Schärfsystem ziemlich umständlich vor. Meine neuen Messer wurden ohne Abziehen schnell unscharf.

    Verwende auch den "berühmten" Dickoron mit Saphirzug - der leistet gute Dienste. Seit kurzem schärfe ich auch einigermaßen erfolgreich selbst, mit scharfen Messern macht es natürlich mehr Spass. Vorher waren die Messer allerdings auch 2-3 Jahre ohne jedes Schärfen in Verwendung.

    Gruß,
    0815schneider

  19. #18
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    @0815 Schneider: Ich habe ja einen Wetzstahl, halt so ein einfaches Standardteil, nur 20cm lang und überlege mir einen neuen besseren "richtigen" anzuschaffen...
    Aber mittlerweile überlege ich, ob es nicht sinnvoller ist, ein Schleifsystem wie die genannten zu kaufen...

  20. #19
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    Gratentstehung durch Abziehstahl

    Hallo,

    habe über die letzten Wochen beobachtet, daß bei meinen Küchenmessern mit Solinger Klingen bei der Benutzung (sehr wenig Druck) von Abziehstählen ein winziger Grad auf der Schneide entsteht.

    Dieser winzige Grat entseht sowohl bei der Verwendung eines herkömmlichen Zwilling-Küchenabziehstahles (rund/Normalzug), als auch bei der Verwendung eines Isler TopCut (oval/Superfeinzug, fast wie poliert). Bei dem TopCut ist es natürlich weniger ausgeprägt und es dauert länger,bis man den Grad überhaupt sehen kann.
    Ob dies beidem Dick "Titan" auch der Fall ist kann ich nicht beurteilen, weil das Ding viel zu abrasiv ist für meine Küchenmesser (den nehme ich nur fürs Grobe).

    Ist dieser Grad entstanden wird die Klinge empfindlich und die Schärfe lässt nach.
    Durch das vorsichtige Abziehen mit einem herkömmlichen Küchen-Keramikabziehstab lässt sich so ein Grad wieder entfernen wobei die Schneide davon merklich profitiert.

    Es ist mir bisher nie gelungen solch einen feinsten Grad mit einem Abziehstahl zu entfernen. Im Gegenteil, man macht es eher noch schlimmer...
    Seit dieser Beobachtung verwende ich den bisher als relativ unnütz erachteten Keramikstab regelmäßig.

    Haben diese Gradbildung durch Abziehstähle auch andere beobachtet?

    Gruß,
    Dirk

  21. #20
    peterk

    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Hallo Dirk,

    mir geht es genauso. Das war mit ein Grund, weshalb ich inzwischen fast ausschließlich Küchenmesser aus anderen Stählen, bevorzugt Karbonstahl, habe. Mein Wetzstahl ist außerdem auch sehr fein. Was Du mit dem Keramikstab machst, ist ja nichts anderes als das Entfernen des Grats auf einem groben Schleifstein.

    Gruß Peter
    Geändert von peterk (08.04.07 um 12:07 Uhr)

  22. #21
    Ehrenmitglied MF-Mitglied Avatar von herbert
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Ja, ich habe das auch bemerkt und den Wetzstahl durch einen "Keramikwetzstahl" ersetzt. Mit dem Wetzstahl bricht man den Grat ab, oder richtet ihn auf, mit dem Keramikstab schärft man auch noch richtig. Seitdem sind alle meine Küchenmesser (insbesondere die C-Stahl-Messer) sa...scharf. Ich habe einen solchen Stab bei IKEA gekauft, aber mit SiC-Schleifpapier geglättet und einige Unvollkommenheiten beseitigt.
    Ich habe auch noch ein etwa 10 cm langes Bruchstück von einem Keramikstab von etwa 9 mm Durchmesser, das Teil geht jetzt immer mit auf Reisen für unterwegs.
    herbert
    -----------------------------------
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    Copper for the craftsman cunning in his trade.
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    But iron - cold iron is master of them all.
    Rudyard Kipling (1865 - 1936)

  23. #22
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Hallo,

    freut mich, daß diese Beobachtung auch "Erfahrenere" gemacht haben.
    Habe schon daran gedacht zwangsläufig etwas falsch zu machen mit dem Stahl.

    @ Peter,
    Das war mit ein Grund, weshalb ich inzwischen fast ausschließlich Küchenmesser aus anderen Stählen, bevorzugt Karbonstahl, habe.
    Soll das heißen, daß am Abziehstahl bei un-/niedriglegierten Stählen kein Grad entsteht?
    Ich kann das leider nicht selbst nachvollziehen, da meine zum Hersteller geschickten 1922-Carbonstahlmesser nun nach 5 Wochen immer noch nicht den Weg zu mir zurück gefunden haben...

    Gruß,
    Dirk

  24. #23
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Zitat Zitat von hdo Beitrag anzeigen
    Soll das heißen, daß am Abziehstahl bei un-/niedriglegierten Stählen kein Grad entsteht?
    Ich kann das leider nicht selbst nachvollziehen, da meine zum Hersteller geschickten 1922-Carbonstahlmesser nun nach 5 Wochen immer noch nicht den Weg zu mir zurück gefunden haben...
    Auch wenn ich mit Kuechenmessern zuwenig Erfahrungen habe, scheint es mir generell so zu sein, als haette die Entstehung von Graten in erster Linie etwas mit der Haerte der Staehle zu tun. Jedenfalls gilt das fuer meine Folder. Je haerter der Stahl, desto weniger Grate.

    Hermann

  25. #24
    peterk

    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Hallo Dirk,

    etwas Grat entsteht imho immer. Aber während beim "normalen Solinger Stahl" ein Grat wie eine Gummilippe entsteht, ist das bei härteren rostfreien Stählen und insbesondere bei hartem Karbonstahl kaum der Fall und man wird ihn auch beim Karbonstahl sehr leicht wieder los.

    Da kommst Du an den Punkt, dass Du irgendwann bei feinen Schleifsteinen landest und nur noch ab und zu mit dem Stahl drüberstreicheln musst, damit das Messer wieder scharf ist.

    Gruß Peter

    p.s., Hermann, imho ist es nicht die Härte allein
    Geändert von peterk (08.04.07 um 12:49 Uhr)

  26. #25
    Registrierter Teilnehmer Avatar von briesenreiter
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Zitat Zitat von hdo Beitrag anzeigen
    ...bei der Benutzung (sehr wenig Druck) von Abziehstählen ein winziger Grad auf der Schneide entsteht.
    Das ist ja auch richtig so.

    Zitat Zitat von hdo Beitrag anzeigen
    Ist dieser Grad entstanden wird die Klinge empfindlich und die Schärfe lässt nach.
    Weil du den Grat nicht entfernt hast und dieser sich bei der Benutzung
    "um" die Schneide legt.

    Zitat Zitat von hdo,358417
    Durch das vorsichtige Abziehen mit einem herkömmlichen Küchen-Keramikabziehstab lässt sich so ein Grad wieder entfernen ...
    Erst jetzt solltest du die Messer gebrauchen, denn erst jetzt ist der
    Schärfvorgang beendet.

    Zitat Zitat von hdo Beitrag anzeigen
    Es ist mir bisher nie gelungen solch einen feinsten Grad mit einem Abziehstahl zu entfernen. Im Gegenteil, man macht es eher noch schlimmer...
    Du darfst um den Grat zu brechen überhaupt keinen Druck mehr ausüben. Das Eigengewicht der Klinge reicht.
    Wieviel Druck ausgeübt wird, ist für den Schärf- und Abzievorgang
    von grosser Bedeutung. Je doller desto abrasiver.

    Du kannst ja auch mit dem Stahl vorarbeiten, mit dem Keramikstein den "Endabzug" machen.
    Das gibt auch eine feinere Schneide.

    Zitat Zitat von Non Sequitur Beitrag anzeigen
    Je haerter der Stahl, desto weniger Grate.
    Das stimmt so nicht.
    Grob gesagt : Wie leicht ein Grat zu entfernen ist, hängt von der Härte
    und dem Material ab.
    Geändert von briesenreiter (08.04.07 um 13:00 Uhr)

  27. #26
    peterk

    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Hallo Sascha,

    ich sehe gerade, dass Du Schneidwerkzeug... (blödes Wort) bist. Kannst Du etwas dazu sagen, wovon genau die Gratbildung abhängt?

    Gruß Peter

  28. #27
    Registrierter Teilnehmer Avatar von briesenreiter
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Das Entstehen des Grates beim Messerschleifen (und auch bei allen
    anderen Schleifarbeiten) ist darauf zurückzuführen, dass die Schneidkante
    nicht genug Widerstand gegenüber plastischer Verformung infolge der auftretenden Kräfte besitzt.
    Deshalb wird das verbleibende Material verformt und "über die Kante" gebogen.
    Da die Winkel bei Messern, insbesondere Küchenmessern, wirklich
    extrem sind (im Vergleich mit anderen Schneidwerkzeugen),
    ist ein minimaler Kraftaufwand ausreichend, um plastisch zu verformen.

    Soviel zum Grat generell.

    Über den Unterschied zwischen C, Niedrig- und Hochlegierten Stählen
    glaube ich zu wissen, das die Karbidgrösse bzw die Beschaffenheit
    des Stahlgefüges in Bezug auf den Grat von grosser Wichtigkeit ist.

    C - Stähle sind fein vom Gefüge. Der Grat bricht schnell ab,
    weil die Teilchen im Stahl sich nicht so sehr "festhalten" und eben
    "klein" sind.

    Niedrig- und Hochlegierte Stähle sind je nach Legierungsbestandteilen
    vom Gefüge ein bisschen gröber bis sehr grob. Da spielen dann
    Karbidbildner wie Chrom und Vanadium eine Rolle.
    Karbide sind machmal sehr gross. Und sie sind hart.
    Bei einem feinen Gefüge bricht der Grat schneller als in einem groben
    mit "Monsterkarbiden". Man muss dan im Prinzip das Karbid erst spitz
    "formen" um dann den Grat, entstanden durch plastische Verformung,
    dieses harten zähen Körnchens "abzustreicheln".

    Ich hoffe meine Ausführung ist verständlich und richtig .




    Ach ja, bei Werkzeugschneiden (z.B. Holzfräsern) minimiert man die
    Gratbildung durch Verringerung der Zustellung gegen Ende des
    Schleifprozesses. Also man "schlichtet".
    Hierbei fällt der Grat zu grossen Teilen von alleine ab oder ist leichter zu
    entfernen.
    Geändert von briesenreiter (08.04.07 um 19:03 Uhr)

  29. #28
    peterk

    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Hallo Sascha,

    danke

    Gruß Peter

  30. #29
    Ehrenmitglied MF-Mitglied
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    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

    Die Gratbildung beim Schärfen ist sicher ein recht komplizierter Vorgang und man wird verschiedene Faktoren berücksichtigen müssen. Für mich stellt sich die Sache so dar:
    Ein Grat im eigentlichen Sinn ist ein dünnes Stück der Schneidenspitze, das noch Verbindung zur Schneide, aber keinen richtigen Halt mehr hat und hin und her wabbelt. Ein solches Ding hat an einer Schneide nichts verloren. Die alten Handwerker haben einen solchen Grat durch kräftiges Aufdrücken und Abziehen auf einem Stück Holz abgestreift.
    Ein Grat dieser Art entsteht bevorzugt, wenn man von der Schneide wegschleift, also z.B. mit einem rotierenden stein schleift, der von einem wegläuft. Ich schleife meist mit einem Schleifstein aus einer Zimmererwerkstatt vor, der mit ca. 60 Umdrehungen in der Minute in Wasser läuft. Dabei bildet sich bei längerem Schleifen und kräftiger Materialabnahme eine bis 2 mm lange Fahne vor der Schneide. Diese Fahne oder dieser übertriebene Grat verschwindet, sobald man mit einem Bankstein verfeinert und mit der Schneide voraus schärft. Ein gewisser, jetzt aber kaum sichtbarer Grat bildet sich auch dabei und zwar, wie richtig bemerkt worden ist, durch das plastische Verbiegen der Schneidenspitze. Geht man mit wenig Druck über einen feinen Stein, wird dieser Grat verschwinden.
    Dabei verhalten sich unterschiedliche Schleifmittel aber unterschiedlich. Weich gebundene Steine werden selbst von der Schneide etwas angeschnitten und biegen dadurch die Schneidenspitze nach oben, mit der Folge, daß doch wieder ein gewisser Grat entsteht. Die sehr hart gebundenen Steine zeigen diese Erscheinung nicht.
    Meine persönliche Erfahrung ist, daß ein feinstes Abziehen auf einem schwarzen Rasiermesserstein eine bissigere Schärfe als das Abziehen auf dem Lederriemen ergibt. Gerade der Lederriemen ist ja weich und führt zu einer Verrundung der Schneide im my-Bereich.
    Wenn man den Wetzstahl richtig einsetzt, also die Klinge im spitzen Winkel von der Spitze des Stahls Richtung Griff führt und nur leicht andrückt, wird ein vorher entstandener grober Grat beseitigt und ein neuer kann eigentlich nicht entstehen. Anders sieht es aus, wenn man die Klinge mit dem Rücken nach vorn über den Stahl zieht und kräftig aufdrückt.
    Grundsätzlich gilt: Je feiner das Schleifmittel und je leichter der Druck umso weniger Grat.
    Die Härte hat mit der Gratbildung nur mittelbar zu tun. Bei sehr feinem Gefüge von Matrix und- falls vorhanden- Karbidkorn ist die Zähigkeit des Gefüges groß auch wenn der Stahl sehr hart ist. Als Beispiel will ich hier nur die induktiv gehärteten Zahnspitzen hochwertiger Sägen nennen, die bei ca 70 HRC die hohe spezifische Beanspruchung ertragen. Der durch das Schleifen erzeugte Grat wird also auch bei hoher Härte nicht so schnell von der Schneidenspitze wegbrechen. Wenn ich beim Schärfen mit dem rotierenden Schleifstein bemerke, daß sich ein deutlicher langer und langanhaftender Grat bildet, freue ich mich, weil das für mich ein Zeichen eines feinen Gefüges ist. Ich rede hier wohlgemerkt von Härten von 64 HRC und darüber.
    Ein durch falsche thermomechanische Behandlung grobkörnig gewordenes Gefüge ist dagegen per se spröde und verträgt auch und gerade im Bereich feinster Schneiden keine plastische Verformung. Der entstehende Grat wird also schnell wegbrechen. Ähnlich verhält es sich mit Ledeburitstählen mit extrem hohem Anteil an Karbiden. Große Karbide finden in der Matrix keine ausreichende Stütze und brechen weg. Hat der Stahl nach dem Härten noch mehr als 30 % Karbidanteil, ist es klar, daß diese Karbide, selbst wenn sie selbst relativ fein sind, wenig Stütze haben und leicht herausbrechen. Auch hier wird also nur ein kurzer, schartiger Grat entstehen.
    Daß beim Schärfen zunächst ein Grat entsteht, ist also kein schlechtes Zeichen, man muß nur wissen, wie man ihn wegkriegt.
    MfG U. Gerfin

  31. #30
    peterk

    AW: Gradentstehung durch Abziehstahl

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    Ein durch falsche thermomechanische Behandlung grobkörnig gewordenes Gefüge ist dagegen per se spröde und verträgt auch und gerade im Bereich feinster Schneiden keine plastische Verformung. Der entstehende Grat wird also schnell wegbrechen
    Hallo U.Gerfin,

    ich bin ja bekanntlich kein Stahlspezialist, aber das erklärt, warum der gleiche Stahl bei (Küchen)messern unterschiedlicher Hersteller bei gleicher Härte gleich hart wirkt und dennoch die Schneiden sehr unterschiedlich. Ist ja eigentlich logisch. Deshalb sind mir auch manche Messer symphatischer als andere, obwohl ich es bislang nicht richtig erklären konnte. Es geht also bei all den handgeschmiedeten Messern darum, möglichst hohe Zähigkeit speziell bei sehr harten Klingen zu erreichen.

    Gruß Peter

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    Letzter Beitrag: 22.04.03, 12:53

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