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Thema: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

  1. #1
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    Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

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    Hallo!

    ich habe vor etwa 5 Jahren einen ersten Versuch mit Damast schmieden gestartet. In einer selbst gebauten Gasesse auf einem Stück Eisenbahnschiene mit einem 1kg Baumarkthammer.
    Nachdem es nicht besonders gut geklappt hat, war erst mal die Motivation weg. Inzwischen habe ich mit einem Freund zusammen einen Amboss gekauft. Vor ein paar Wochen kam daher der erste Versuch auf dem Amboss.
    Hergenommen hab ich ein Paket aus 1.2842 (3 oder 4mm) und 75Ni8 (1-2mm), ich glaube es waren 7 oder 9 Lagen und es war ca 4-5cm lang und 3cm breit. So ganz grob. Ungefähr.
    Hab das Paket damals vor 4 Jahren vorbereitet und seither nicht verwendet. Naja.
    Hab es dann ins Feuer und so Pi mal Auge versucht eine hellgelbe Farbe zu erkennen, Borax drauf und mal drauf los gehämmert. Nicht zu fest, überlappend, gleichmäßig, beide Seiten, schnell, nicht zu lange, bei orange ins Feuer, die Theorie hab ich mir ein paar mal durchgelesen, im Eifer des Gefechts hab ich ganz sicher das meiste davon vergessen und meine erbärmlichen Hammerkünste sorgten für den Rest.
    Naja. In gefühlt 20-30 Hitzen hab ich es dann verschweißt, gereckt und sogar versucht sowas ähnliches wie einen Erl auszuschmieden.
    Dann hab ichs nach der tollen Anleitung hier im Forum in einem Härteofen erst 4 mal normalisiert (erhitzt bis nicht mehr magnetisch, abgekühlt an der Luft bis im Dunkeln kein Glühen sichtbar war und zur Sicherheit nochmal ne Minute länger gewartet). 2x scharf normalisiert in 60°C warmen Öl und dann gehärtet und 2x 45min bei 130° angelassen.
    Dann hab ich meinen selbst gebauten Bandschleifer ausgepackt und mich ans Schleifen gemacht. Ja, ich hab den Rohling direkt nach dem Schmieden gehärtet und dann aus dem vollen (harten) Rohling versucht, ein kleines Schälmesser zu schleifen.
    Geschliffen hab ich freihand, bei gefühlten 60°C Klingentemperatur im kalten Wasser gekühlt und wieder weiter geschliffen. Die Finger hab ich so nah wie möglich an der zukünftigen Schneidkante gehalten, damit ich die Temperatur möglichst schnell spüre. Während der ganzen Zeit hab ich nie eine gelbe oder gar blaue Stelle gesehen.

    Doch nun zum Interessanten Teil. Natürlich hab ich massenhaft Schweißfehler gemacht:


    Wegwerfen wollte ich das Messer trotzdem nicht und so hab ich dann versucht, mich am Bandschleifer durchzumogeln. Die Klinge ist jetzt recht asymetrisch (die Schneide nicht in der Mitte) aber das musste sein, um an den Schweißfehlern vorbei zu kommen. Bis auf eine Stelle sind sie auch nur als Linien sichtbar, wie ihr oben seht.
    An einer Stelle, hab ich dann aber beim Ausdünnen und feinschleifen auf dem Schleifstein (hab ca 0.5mm Stärke an der Schneidkante übrig gelassen) bemerkt, dass ein größeres Stück überhaupt nicht verschweißt ist. Hab es dann mit einem Skalpell angehoben und konnte es abbrechen. Verbogen hat es sich kaum/gar nicht, daher denke ich schon mal, dass das Härten nicht komplett daneben ging.
    So sieht die Seite aus:



    Da ich jetzt so ein Stück rausgebrochen habe, wollte ich mir die Bruchkante mal genauer anschauen, um vielleicht was über das Gefüge rauszufinden und dadurch vielleicht ein paar Verbesserungen umsetzen zu können.
    Das Stück, das ich untersucht habe, liegt oben auf dem Messer. Und ich hab es auch hinten Aufgestellt mit einem Kugelschreiber zum Größenvergleich. Und das unscharfe Ding mit den Linien ist ein Lineal mit 1mm Teilung.
    Also als erstes mal mit der Kamera und Macro Linse ran.






    Recht viel erkennt man ja nicht.
    Das Auflichtmikroskop mit 40x Vergrößerung hilft auch nicht viel.



    Naja, dann muss man eben zum Elektronenmikroskop ausweichen!








    Nun würde mich natürlich die Meinung der Metallurgie-Experten hier interessieren!
    Was kann man erkennen?

    EDIT: Leider klappt das mit den Bildern von google drive nicht so wirklich.. ich versuche sie noch im Text unterzubringen, bis dahin hier ein Link zu allen an einem Ort:
    https://drive.google.com/open?id=1Sk...g99N_BdjxJaj1g

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  3. #2
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    Hallo, also die Bilder sagen mir leider nicht viel, nen kleinen Tip hätte ich allerdings trotzdem, und der wäre mit dem Schmieden am richtigen Ende anzufangen? Mit einfachen Sachen also und wenn man ein wenig Gefühl für das Handwerk entwickelt hat kann man ja immer noch versuchen Damaststahl zu machen. Ist jedenfalls meine Meinung, Viel Spass weiterhin

  4. #3
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    um es einfach zu sagen...DU WARST ZU KALT....
    beim Feuerschweißen braucht es etwas mehr , hell Geld bis Weiß sollte es schon sein, das Borax muss wie Wasser fließen such nach Videos auf der Tube und schau dir so viele wie möglich an.
    Jeder hat andere Tricks, aber man kann sich von jedem etwas abschauen!!!
    Üb viel, bringt viel! Aber lass dich nicht von Misserfolgen, von deinem Tun abhalten. Ich weiß nicht wieviel ich vermasselt habe bis es richtig geklappt hat. Wenn du das Geld hast (viel üben kostet ja letztendlich auch Geld) dann würde sich auch ein Kurs lohnen.

  5. #4
    Ehrenmitglied MF-Mitglied Avatar von herbert
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    Ich denke, Hamurra-e hat Recht.
    Dennoch vielen Dank für die interessanten Bilder, gut dass Du Zugang zu ElMikroskopie hast. Wahrscheinlich wirst Du jetzt mit Anfragen überhäuft...
    Danke nochmal.
    herbert
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  6. #5
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    @Herbert: Kannst Du vielleicht etwas zu den unterschiedlichen Strukturen der einzelnen Schichten sagen? Hab vor kurzem REM Aufnahmen von AISI 316L gesehen, die sehen der unteren Schicht ähnlich.
    Vielen Dank
    Christoph

  7. #6
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    Hier kann man sehr gut die Schweißtemperatur sehen und dass man nicht unbedingt Flux braucht zum Feuerschweißen
    https://www.youtube.com/watch?v=LGZoBJxXghQ

  8. #7
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    danke schon mal für die Antworten!

    ich hab inzwischen ein zweites Paket in Arbeit, da hab ich ein besseres Gefühl. Ich hab das Borax zumindest ziemlich flüssig in Erinnerung, wenn auch nicht ganz wie wasser. Ich hab das Paket in der Gasesse in der Luft gehalten und rumgedreht in der Hoffnung, dass das flüssige Borax in alle Ritzen und Spalten kommt und dort dann Oxide rauswäscht. Wenn ich das Paket nicht kontinuierlich gedreht habe, hat es sofort zu tropfen angefangen.
    Das Paket muss aber noch ausgeschmieded und in was Messerähnliches verwandelt werden. Vielleicht versuche ich aber auch Torsionsdamast und schaue, ob die Lagen dabei aufbrechen.
    Natürlich hat auch Wolfgang recht, dass mehr Übung an Nicht-Damast hilfreich wäre! Allerdings ist es grade das Damaskus schmieden, das mich fasziniert und darum werde ich erst mal dabei bleiben.

    Ich kann euch mit Ergebnissen auf dem Laufenden halten - übernächstes Wochenende ist es wohl wieder soweit, dass ich schmieden kann!

    Super interessant fände ich es jetzt aber, wenn noch wer versuchen könnte, was an den Bildern zu erkennen.

  9. #8
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

    Zitat Zitat von Hamurra-e Beitrag anzeigen
    Hier kann man sehr gut die Schweißtemperatur sehen und dass man nicht unbedingt Flux braucht zum Feuerschweißen
    https://www.youtube.com/watch?v=LGZoBJxXghQ
    Temperatur ist schon extrem hoch. Teilweise funkensprühend. Kurz vor dem verbrennen.

  10. #9
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    AW: Damast misslungen - Fotos und Elektronenmikroskopaufnahmen des Gefüges

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    Stimmt schon Armin, aber man kann ja sehen, dass es kein Werkzeugstahl ist und, dass es in diesem Fall nicht geschadet hat. Werkzeugstähle sind da schon schweißfreudiger, es sei den natürlich sie sind es nicht...
    Nun hat natürlich jeder eine andere Werkstatt und Werkzeuge, in meinem Fall hab ich z.B. anfangs mit Sand geschweißt und da hat es mit höheren Temperaturen besser geklappt. Allerdings hatte ich auch hauptsächlich mit Mystery Stahl gespielt und da ging schon einiges daneben bis ich den Bogen raus hatte.

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