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Thema: Ballig schleifen

  1. #1
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    Ballig schleifen

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    Vorgeschichte:
    Das Messer hab ich schon seit Langem.
    Stahl- P12M3K5Ф2-МП ist eine PM-Stahl Sorte mit sehr viel Wolfram aus Russland.
    Die Klinge ritzt Glas, ist am Heft 3,5 mm dick und die war primär nicht dünn ausgeschliffen, von Hand geschärft, Schneidwinkel lag über 42°.
    Zuerst hab ich Schneidwinkel um 36° gemacht.
    Wie man auf dem Bild sieht, ist das Messer mit einem ordentlichen Flachschliff angekommen.



    Nur zeigte sich Mammutknochen etwas "lebendiger" als mirs lieb wäre, reagierte viel auf Flüssigkeiten, z.B. Wasser und... Deshalb hab ich mirs gedacht, so eine robuste Klinge (für d. Wald) brauche ich nicht (da sonst das Heft kaputt geht), ich mach aus dem Messer was zum "Spaßschneiden".

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  3. #2
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    AW: Ballig schleifen

    Vorbereitung zum Balligschleifen.

    Ich habe keine Bandschleifer und mach das in Handarbeit.
    1) Schleifmedien: um die Klinge überhaupt umschleifen zu können nehme ich Naniwa pro 400. Dazu kommt ein Spiegel und Si-Karbid um Stein immer plan halten zu können. Eigentlich ist in meinem Fall eine Formgebung von der Stahlsorte (Umschleifen) nur mit Naniwa pro 400 möglich. Nimmt man zu früh Naniwa pro 1000, dann kann man ewig schleifen und dabei kaum Veränderungen sehen.
    Also weiter kommen Naniwas 1000, 2000, 3000 und dann ein Naturstein (Suita aus Japan). So ein Stein macht die Schneide etwas „rau“- das Masser schneidet dann aggressiv.
    2) Dazu kommt ein Schleifgerät (das Gerät besprechen wir hier nicht). Angestellt werden zum Balligschleifen 2 Winkel: 18°- daraus wird ein Schneidwinkel um 36° und noch ein Winkel um 7° um die obere Grenze des Umschleifens zu begrenzen. Dabei liegt Schleifstein flach, die Klinge wird mit dem Maximalwinkel um 18° und dem Minimalwinkel um 7° zur Steinoberfläche geführt. Die Schleifbewegung zwischen 7 und 18° wird freihändig gemacht, wobei Winkel um 18° kann man nicht übersteigen. Und unter 7° kann man nicht gehen.

  4. #3
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    AW: Ballig schleifen

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  5. #4
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    AW: Ballig schleifen

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    Wenn man die obere Grenze des Schliffes sieht, dann sieht man, dass die schon gut begrenzt und ziemlich wellig ist. Das ist dadurch bedient, dass Planschliff in der Wirklichkeit nicht plan ist.
    Und Oberflächenbearbeitung ist überall gleich. Nur sieht man je nach Licht optische Täuschungen. Das gerade Teil der Schneide- da laufen Schleifspuren in eine Richtung, daher sieht d. Schliff so gleichmäßig aus. In der Näher von Klingenspitze laufen Schleifspuren in unterschiedliche Richtungen, deshalb sieht der Schliff dort ungleichmäßig. Eigentlich ist die Oberflächenqualität überall gleich, die Klinge spaltet Haare gut nach dem 3000- Stein.

  6. #5
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    AW: Ballig schleifen

    Die andere Seite der Klinge.
    Weil Flachschliff nicht wirklich flach ist siehts so aus:


  7. #6
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    AW: Ballig schleifen

    wunderbar... gefällt mir sehr gut. ganz ähnlich schleife ich alle meine gebrauchsmesser! also auch die, mit denen ich in den wald gehe
    allerdings begrenze ich nicht bei 7° sondern gehe bis zum aufliegen der klinge. und je nach dem, wie dünn ich die balligkeit ausschleife, gehe ich manchmal auf mehr als 36° schneidenwinkel... teilweise gehe ich bis 44, je nach verwendung des messers.
    weil die klingenflanken bei fast allen messern relativ uneben sind, sieht man die nichtbegrenzung (7°) natürlich am ungleichmäßigen schliff oder politur an den flanken...
    bei deiner begrenzung mit 7° scheint mir das aber auch nicht viel besser auszusehen
    lg rh

  8. #7
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    AW: Ballig schleifen

    So sieht Flachschliff, wenn man etwas genauer hinschaut



    Das erklärt, warum mal da mal dort beim Übergang von einem Schliff zu Anderem z.B. eine wellige Grenze entsteht:

  9. #8
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    AW: Ballig schleifen

    Hi,
    um Aussehen geht's hier natürlich nicht.
    Zum gut Aussehen reicht z.B. Sandpapier und Strich in eine Richtung, nur Qualität der Arbeit (trotz Gutaussehen) bleibt nicht gut.

    Ich zeige hier nur einige Schritte, später kann man b.B. höher schleifen.

  10. #9
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    AW: Ballig schleifen



    Und so lasse ich das.


    Natürlich kann man die Begrenzung um 7° beseitigen und die Klinge gleichmäßig schleifen.

    Nur wenn man eine krümme Sache dann noch freihändig umschleift, dann wird's krümm bleiben.
    Daher benutzte ich die Begrenzungen, nächstes mal kann man z.B. 6° nehmen.

    Praktische Bedeutung: wenn man z.B. eine 1.3505 Klinge freihändig schärft, dann reichts mit irgendwas 1 mal je Seite Schneidenspitze gut treffen und schon schneidet die Klinge Haare.

    In dem Fall muss man dafür schon 2 mal je Seite treffen (ich schreibe mal so grob). Deshalb werden solche PM-Klingen mal hin und wieder mit unterschiedlichen Schleifsystemen geschärft, wobei bei "krümmen" bzw. asymmetrischen Klingen mehr Probleme entstehen können.

  11. #10
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    AW: Ballig schleifen

    Da Schneidfähigkeit nicht wie gewünscht sich gebessert hat, hab ich mich entschieden weiter ballig umzuschleifen.
    Schon aktuell ist die Klinge kontrolliert auf 0 ausgeschliffen, die Schneidfase ist d. Rest von vorherigem Schliff.

    Zuerst wenn Oberschicht (man sagt auch Defektschicht) nach dem Bandschleifer weggeschliffen wird, geht das einfach.
    Tiefer (wenn ca. 0.3-0.4 mm weggeschliffen wird) wächst Wiederstand enorm.

    Das Heft war vorher professionell mit Epoxidharz verschlissen, was jedoch kaum was bringt. Aus Neugier versuche ich selbständig Riss zukleben, danach geht mit Schleifen weiter.
    Ich möchte Riss so zukleben, dass da alles durchsichtig bleibt, aber richtig dicht (mit solchen Reparaturen habe ich bis jetzt keine Erfahrungen). Danach geht's mit dem Schleifen weiter...






  12. #11
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    AW: Ballig schleifen

    oh, den riss hatte ich vorher gar nicht so registriert... dachte das sei ne maserung
    der sieht echt nicht gut aus. ich denke das beste ist wirklich mit epoxidharz füllen und dann beischleifen...
    ich hab gerade auch mal den stahl gegooglet... wowh... der hat ja mal schlappe 22% W-Mo-V-Co... also ich weiß nicht wie der gehärtet ist... aber wenn er nur 58 hrc haben sollte ist das beischleifen der flanken, so per hand ja schon ne echte fleißarbeit...
    mein kompliment!!! wie lange hast du denn bis jetzt gebraucht? und ist das jetzt plan? oder hast du mit papier nachgeholfen?
    lg rh

  13. #12
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    AW: Ballig schleifen

    Hi,
    was d. Griff angeht- bei solchen Angelegenheiten wie hier hab ich mit Epoxidharz nur schlechte Erfahrungen.


    Ich selbst habe keine Ahnung wie man mit Epoxidharz arbeitet, die Arbeit haben für mich Profi-Messermacher gemacht.

    Die haben Harz mit Knochenpulver zusammengemischt und Risse zugemacht. Weiter gings etwa glei wie in dem Fall.
    Das Problem lag daran, dass Epoxidharz kaum in die Tiefe gegangen ist, nichts dicht gemacht hat und bei Benutzung einfach rausgefallen.


    Hier hab ich mehrere Knochenreste (dünne Knochenschichten) rausgeholt, danach Riss entfettet.

    Das habe ich benutzt, weil das Zeug sehr dünnflüssig ist und in die dünnsten Spalten reinläuft.
    https://www.amazon.de/gp/product/B07...?ie=UTF8&psc=1

    Bis morgen früh muss das Messer ruhig liegen bleiben, danach kann man das Heft weiter bearbeiten und dann weiter schleifen.
    Ob das Heft stabil bleibt- keine Ahnung. Wenn nicht, dann kommt Holz statt Mammut...
    Das Heft sieht jetzt so aus:

  14. #13
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    AW: Ballig schleifen

    Der Stahl: C 1,15, Mn 0,5, Cr 3,8-4,3, V-1,8-2,3, Mo-2,5-3, W-11,5-12,5, Co-5-5,5.
    Die Härte liegt wohl über 63, am ehestens zwischen 63-65???
    Das Schleifen hat schon viele Stunden gedauert...

  15. #14
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    AW: Ballig schleifen

    hallo dimm,
    epoxidkleber gibt es in vielen verschiedenen ausführungen... darunter auch dünn- oder dickflüssiges... verschiedene aushärtezeiten usw.
    wenn bei deinem profi die verklebung nicht tief genug ging, hat er zu dickflüssiges epoxi genommen!!! oder es zu dick gemacht durch füllstoffe, z.b. das knochenmehl zum färben.
    der vorteil von epoxi ist unter anderem die hohe festigkeit und durch die aushärtung durch 2 komponenten ist epoxi immer auch spaltfüllend. man kann also auch unebenheiten gut ausgleichen. oder auch cm dicke spalten füllen!
    der kleber von deinem link ist sekundenkleber. etwas völlig anderes. sekundenkleber nehme ich höchstens wenn ganz feine risse (max. 0,1 - 0,2 mm) geklebt werden müssen. sekundenkleber härtet soweit ich weiß aus, indem es das wasser aus der luft oder dem zu klebenden stoff entzieht. dies hat aber zur folge, dass die aushärtung nur in dünnen flächen gut funktioniert und nicht in die tiefe funktioniert.
    der einzige vorteil bei sekundenkleber ist, dass er durch die kapillarwirkung in die allerfeinsten spalte zieht.
    dünnes epoxi kriecht aber auch locker in spalten von 0.1 mm. ich nehme dazu meist billiges epoxi aus dem karosserie- oder bootsbau. das hält wenn es fest ist super. das korrekte mischungsverhältniss findet man bei kleinmengen am bestenn über eine briefwaage.

  16. #15
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    AW: Ballig schleifen

    Ah so, ich hab noch nicht geschrieben, wie ich geklebt habe.

    „der einzige vorteil bei sekundenkleber ist, dass er durch die kapillarwirkung in die allerfeinsten spalte zieht“

    Gerade das ists, was mich interessiert. Der Knochen in dem Bereich, wo Riss entstanden ist, besteht aus dünnen Plätchen, dazwischen entstehen neue Risse (zuerst mikroskopisch klein, danach…). Und die Zwischenräume (Risse) müssen stabilisiert werden.
    D. große Riss geht durch. Also von einer Seite Isolierband angebracht so dass der Kleber nicht raus läuft. Danach den Kleber reingegossen (zuerst schichtweise) so dass nach 4-5 mal der Spalt vollständig ausgefüllt wurde. Dann lag das Messer ruhig ca. 8 Stunden. Was passierte danach? Der Spalt ist leer geworden, der Kleber ist in den Knochen gegangen. Der Spalt wurde noch mehrmalig ausgefüllt, die Geschichte wiederholte sich. Mit dem Kleber habe ich noch einige Haarisse übergegossen, der Kleber ging gut rein in die Gewebe. Für deine Vorstellung: um Spalt vollständig auszufüllen brauche ich 8 Tropfen, das Heft hat aber schon etwa 6g Kleber in sich. Auch oberflächlich trocknet der Kleber sehr langsam, bleibt lange flüssig, geht in die kleinsten Spalten rein.
    Ich hoffe, dass der Klebstoff austrocknet (auch innen), sonst hab ich dann Pech…
    Geändert von Dimm (27.02.19 um 11:39 Uhr)

  17. #16
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    AW: Ballig schleifen

    Try combining the liquid superglue with a bit of baking powder (Arm & Hammer brand is what i use)
    First apply a few drops of the glue then sprinkle it with some powder.
    The powder works as an accelerator and makes the superglue dry & harden almost instantly.
    If need be you can add layers to fill the crack and then sand to shape.

  18. #17
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    AW: Ballig schleifen

    kwakster

    Ich danke Dir.


    Wenn man lange Schleift, hat dementsprechend das Heft die lange Zeit Kontakt mit Feuchtigkeit. Daraus resultiert sich, dass so ein Mammutbeinheft kaputt geht.

    Nun kann man das so machen, dass solche großen Risse schnell zugeklebt werden. Das Gleiche Stoff mit Granulat:
    https://www.amazon.de/Schweißnaht-Fl...yanacyl+kleber
    Hat das Sinn? Ich denke das klappt so nicht. Zuerst wird alles gut und toll, aber später werden nicht zugeklebte Risse Wasser und… in sich ziehen und es platzt irgendwo wieder.
    In meinem Fall zieht das Heft auf einer Stelle weiterhin Kleber rein, es kommen hin und wieder aus der Tiefe Lüftblasen, also Schleifen kann ich noch nicht. Auf einer Stelle wird d. Kleber weiter angetragen… obs dann in der Tiefe hart wird, obs funktioniert…

  19. #18
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    AW: Ballig schleifen

    The product on Amazon seems to be a commercial version of my superglue & baking powder suggestion, only much more expensive.
    But i'm quite sure that it would work well for your application.

    PS: the baking powder (or granulate in the commercial variant) will definitely cure & harden (polymerize) all the superglue that you put earlier in the handle, and which currently might still be liquid.
    Best to use eye protection and/or work outside, as the combination cyanoacrylate & baking powder will produce small amounts of invisible fumes which can potentially damage your eyes.
    Geändert von kwakster (28.02.19 um 10:35 Uhr)

  20. #19
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    AW: Ballig schleifen

    Ja, sowas verkaufen viele russische Lebensmittelgeschäfte, kostet unter 1 Euro, bringt die besprochen Klebestoffe sofort zum Aushärten.
    https://www.google.de/search?q=%D1%8...QgOpLwgfJQiGM:

    Sogar Wasser mit pH über 7 (das ist meistens so in D) wirkt ähnlich. Beim Schleifen können einige Steine sogar Klingen ätzen, das passt für das Heft in dem Fall nicht.

    Auf jeden Fall kann man dann das Heft mit Wasser mit сода (benutzt man auch als Backpulver und ein Mittel gegen Sodbrennen) spülen.

  21. #20
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    AW: Ballig schleifen

    Zur vollständigen Füllung des Risses wäre es sinnvoll, das Füllmaterial( ich würde auch Epoxy nehmen) mit Vakuum in den Riss zu ziehen. Dies, und ein entspechend dünnflüssiges Harz sorgen dafür, das auch der letzte Spalt gefüllt werden.
    Je höher das Vakuum, desto besser, aber jedes bisschen hilft. Einfache Vakuumpumpen kann man oft improvisieren, z.B. aus Aquariumpumpen. Für so ein kleines Teil brauchts ja keine wahnsinns Förderleistung. Dann noch Folie, Dichtband, ein bisschen Schlauch und evtl. einen Anschluß. Das kostet nicht die Welt.

    Cheers

    ARJohannes

  22. #21
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    AW: Ballig schleifen

    Also Mammut wird weiter stabilisiert.
    Mammutknochen wird in dem Bereich, wo Kleber eingenommen wird, dunkler.
    Oben ist d. Knochen sehr dicht, da kommt nichts (kein Kleber) rein. Man sieht, wie weit um den Riss der Mammutknochen undicht ist, auch wenn man unter Mikroskop keine Risse sieht.
    Zum Durchdringen braucht der Kleber mehrere Tage.
    Später wird das Heft noch "schön gemacht".

    Was die Klinge angeht, eine Seite ist praktisch in Form gebracht, die Andere- da gibt’s noch wohl einige Stunden Arbeit.
    Schon jetzt schneidet die Klingen angenehm harte Äpfel.








  23. #22
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    AW: Ballig schleifen

    Die Klinge ist grob in Form gebracht. Danach wird noch an Symmetrie ein bisschen gearbeitet.









  24. #23
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    AW: Ballig schleifen

    Die Klinge ist ausgeschliffen, die weitere Bearbeitung folgt.
    Die Schneide wird ganz einfach extrem giftig, aggressiv (Schneidwinkel um 32°, noch grob bearbeitet mit 1000K Naniwa pro.

    Ich mache eine V-Schneide um die Schärfe auf maximum zu bringen.






  25. #24
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    AW: Ballig schleifen

    Jetzt ist die Klinge in dem Zustand womit man was anfangen kann: Oberfläche feiner schleifen und sogar irgendwann finishen wenn mans will.

    Ein Teil der Oberfläche lasse ich so dass man sehen kann, wie die primär war- s. das Bild oben- die geäzte Klinge.
    Das Heft hat mehrere Stunden in der Feuchtigkeit (beim Schleifen) gut überstanden.





    Geändert von Dimm (05.03.19 um 18:57 Uhr)

  26. #25
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    AW: Ballig schleifen

    So, das Messer ist fertig.

    Umschleifen war zuerst sehr leicht, nachdem der Oberschicht abgetragen wurde- kompliziert und aufwändig.
    Realistisch gesehen muss man das Umschleifen mit einem Bandschleifer machen, was auch noch mit Verstand gemacht werden muss. Mit dem Stahl weiß ichs nicht genau, ev. nach dem Bandschleifer ist dann weitere WB (Anlassen) notwendig.

    Nach dem Umschleifen per Hand gibt es keine mechanischen und temperaturbedingte Schaden.

    Das ist jetzt ein superleicht schärfbares Messer. 3 Bewegungen pro Klingenseite mit Naniwa pro 2K und das Messer beginnt extrem giftig und angenehm zu Schneiden.
    Danach Übergang auf einen Naturstein und in 3-5 Min. spaltet die Klinge Haare sehr gut.

    Wenn die Klinge vorher korrekt bearbeitet ist, ist dann die Schärfbarkeit supereinfach.





    Geändert von Dimm (06.03.19 um 08:55 Uhr)

  27. #26
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    AW: Ballig schleifen

    Ein Paar Ratschläge mache ich hier, was Schärfen angeht.

    Standzeit 1)ballig auf 0 gegen 2) ballig- dann V-Schneide.
    V-Schneide ist in dem Sinne besser- also bessere Standzeit.

    Oberflächenbearbeitung von HSS-Stahl.
    Häufig wird’s geklagt, dass die Oberfläche fiele punktartige Roststellen hat.
    Ursache seitens des Schleifers- unsaubere, unordentliche Arbeit.
    Gegenmittel: keine Grobkorn von vorherigen (gröberen) Steinen/Platten dürfen auf Vorfinish/Finishsteine treffen.
    Und! Die Karbide von HSS-Stahl können Klingenoberfläche schaden- daher nicht zu viel drücken, Schlamm ständig entfernen, nur mit wenig Schlamm arbeiten.

    Schärfe.
    Jap. Natursteine bilden viel Schlamm und machen die Schneide rau- die Schneidet sehr angenehm.

    Die höchstpolierte Schneide schneidet am besten, aber dafür sind solche Steine wie harten Arkansas- Sorten und Jaspis notwendig (in meinem Fall).
    Meine Arkansas-Steine zeigen immer minimal Ungleichmäßigkeiten in deren „Gefüge“. Z.B. kleine weisen Flecken in Arkansas trans. Man sagt, dass diese Stellen keine negative Bedeutung haben ggf. etwas weicher sind. Da ich absolut perfekten Jaspis-Steine habe, bevorzuge ich die. Die Steinoberfläche hab ich mehrere Stunden poliert, dafür kann man die Steine unendlich lange benutzen ohne die erneut zu richten und nachpolieren.
    Besonderheit: die Steinoberfläche muss absolut sauber sein. Ein bisschen (mit Öl) die Schneide poliert- Stein und Klinge sauber machen- so ca. 3 mal. Beim Schärfen muss man kaum bis gar kein Knistern hören. Zum Schluss kann man die Schneide mit Papiertuch kaum abwischen- die schneidet rein. Wenn Stein nicht gereinigt wird, finde ich dann die Schneide weniger scharf, bzw. die gleitet etwas bzw. viel mehr beim Fleisch und Sehnen schneiden.

  28. #27
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    AW: Ballig schleifen

    Also,
    was Mamutknochenstabilisierung angeht funktioniert "meine" Methode bestens: mehrere Stunden Arbeit, Feuchtigkeit haben keine negativen Folgen bewirkt.
    Dass die Klinge an Schärfe nichts bis kaum verlören hat ist doch klar

    Und jetzt hab ich mich daran erinnert, dass bei mir ein Jagdmesser aus Rex121 liegt: das Messer hat schlecht geschnitten, zeigte mehrere Mikroausbrüche und Rostflecken.
    Da das Messer von einem Messermacher kann, der schon Ahnung von WB hat und Handfinish der Klinge ablehnte ist die Zeit gekommen die Situation zu klären.

  29. #28
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    AW: Ballig schleifen

    Rex 121:
    https://www.crucible.com/eselector/p...ed/cpm121.html

    In meinem Fall 67 HRc.
    Legierung- höher geht nicht wenns um Stahl geht.

    Praktische Erfahrungen- Küchentests- Profi-Küche (Fleisch- und kleine Geflügelknochen schneiden).
    Was Schneidhaltigkeit angeht- alle erste Plätze hat diese Stahlsorte bekommen:

    https://forum.guns.ru/forummessage/5/1158589-0.html
    https://i3.guns.ru/forums/icons/foru...1/16601512.jpg

    Tabelle- 2 Spalte Arbeitsstunden die die Messer ohne Nachschärfen ausgehaltet haben.

    Pavol Šandor
    Hier 1500 Schnitte (6 mal mehr als eine gute Elmax-Klinge)
    Wichtig finde ich hier 2 Momente:
    Pavol sagt, die Schneide war zuerst spröde, danach erreichte er "gesunde Gewebe" und es gab dann keine Sprödigkeit mehr. "Gesunde Gewebe" erreichte er nach dem "Vielschärfen".
    Die Schneidhaltigkeit ist bei 36°-Schneidwinkel schlechter gewesen, bei 30°- besser. Zuerst testete er bei 36°- ob er da "gesunde Gewebe" erreichte bleibt unklar.

    Es gibt amerikanische Testergebnisse, die die beste Schneidhaltigkeit bei einem Schneidwinkel um 20° zeigten (für RWL34):
    https://knifesteelnerds.com/2018/06/...dge-retention/
    Eigentlich macht so kleine Winkel niemand mehr (mir bekannte Testergebnisse), da Schneidenversagen in dem Fall erheblich steigt (ich meine nur die Tests, wo Schneidwinkel gemessen wurden und mit Schleifsystem geschärft wurde).

    Mein Messer kommt von gleichem Messermacher, von dem Pavol die REX121-Klinge getestet hat.

  30. #29
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    AW: Ballig schleifen

    Also es gibt 3 Probleme:
    1)Die Klinge Schneidet schlecht,
    2)zeigt Mikroausbrüche.
    3)Die Klinge rostet unangenehm, tief punktartig.

    Der Messermacher ist ein Profi, also WB kann er schon.
    Zu klären ist, wie weit die Probleme Stahl- bzw. schleiftechnisch bedingt sind. Wie oben schon erwähnt wurde, wollte der Messermacher keine feine Bearbeitung der Klinge machen, die Klinge wurde nur per Bandschleifer bearbeitet, nicht geschärft.

    Methode.
    Mit einem Schleifgerät wird die Klinge ballig umgeschliffen. Die Methode ist die Aufwändigste. Man kann nicht schummeln, das Schleifgerät „hält die vorgegebene Form fest“. Also man kann nicht mal da mal da nachschleifen, bestimmte Stellen verstecken- es bleibt nichts mehr üblich als die ganze Klinge entsprechend der vorgegebenen Form komplett umzuschleifen. Zum Schluss kommt eine V-Schneide. Bei dieser Methode, wenn irgendwo besonders tiefe Stellen gibt’s, dann bleiben die weiterhin bestehen- also bestimmte optische Nachteile, die dann maskieren kann (mit Sandpapier und…), oder man kann die so belassen wie die sind.
    Geändert von Dimm (18.03.19 um 07:43 Uhr)

  31. #30
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    AW: Ballig schleifen

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    Anfang mit Naniwa pro 400.
    Zuerst mit der Schneide den Stein „geschnitten“- die Schneide leicht abgetragen.
    Danach gings los mit dem Umschleifen. Der Stein wurde zwischendurch mehrmalig gerichtet.
    Zuerst ist Abtrag relativ einfach, da es eigentlich um kein REX121 geht sondern um „Defektschicht nach dem Bandschleifer“. Je tiefer desto schwieriger wird der Stahl abgetragen, die Schleifspuren nach dem Bandschleifer sind unerwartet sehr tief. Wenn die meistens Schleifspuren weg sind, noch etwas tiefer beginnt die „gesunde Gewebe“. Die erkennt man dadurch, dass Abtrag praktisch aufhört, ohne viel Druck gleitet die Klinge über Steinoberfläche und poliert die (ja ja die Klinge poliert Stein). Die Klingenoberfläche beginnt aber zu spiegeln.
    Danach kommt Naniwa pro 1000. Es gibt nur wenig Abtrag, Klinge spiegelt immer besser und irgendwann hört Abtrag auf.
    Nebeneffekt: die noch nicht geschärfte Schneide wird gefährlich, die schneidet Fleisch und Papier schon in dem Zustand sehr gut.

    Danach kommen jap. Poliersteine (Fingerstone) dazu- da, wo der Stahl poliert ist zeigen die kaum Abtrag, die Stellen, die von Schleifsteinen vorher nicht ausreichend bearbeitet wurden, werden dabei sauberer und die Rostanfälligkeit verringert sich (für wie lange- die Frage bleibt noch offen…).

    Schärfen:
    Beginn mit Naniwa pro 400, Schleifwinkel 18°. Zuerst wird der Stahl relativ gut abgetragen, danach kaum. Man sieht eine Kleine Stelle, die ausgebrochen ist- die Schneide ist wieder entfernt, geschliffen und so noch ein Mal. Zum Schluss keine Ausbruche, die Schneide beginnt über dem Schleifstein ohne Abtrag gleiten—Übergang auf Naniwa 1000, danach 3000.
    Zum Schluss Leder mit Diamantenpaste.

    Ergebnis:
    Leichtes Hacken auf Bambusbrett- keine Ausbrüche.
    Schneiden. Die Klinge mag Fleisch- geht durch ohne Druck.
    Die schneidet irgendwie erstaunlich leich Papier- z.B. Papiertuchrolle merkt die Klinge kaum.
    Wie das Messer sich weiter zeigt- keine Ahnung…





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