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Thema: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

  1. #1
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    Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

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    Dieses Messer ist von der Form eher ungewöhnlich für mich (Trompetengriff).

    Das Messer bietet aber eine Besonderheit, zu dessen Erklärung ich etwas weiter ausholen muss.

    - Wenn man einen "konventionellen" Schweißmusterstahl (ugs. Damaststahl) herstellt, nimmt man dazu in der Regel mind. zwei Stähle, die sich im Mangan- und Nickelgehalt unterscheiden. Manganhaltige Stähle werden von Säuren stärker angegriffen, nickelhaltige Stähle weniger stark. Dadurch ergibt sich nach dem Ätzen der hell-dunkel Kontrast. Allerdings sind die nickelhaltigen Stähle nicht korrosionsbeständig und bilden mit der Zeit ebenfalls eine Patina. Der "Damast" verfärbt sich also mit der Zeit und das kann (je nach Pflege und Nutzung) so weit gehen, dass sich die ganze Klinge nach einigen Monaten/Jahren grau gefärbt hat und der Kontrast zwischen den Lagen sehr gering ist. Als Anmerkung sei gesagt, dass es viele Leute gibt, die diese natürliche Patinabildung mögen und außerdem lässt sich der Kontrast einer solchen Klinge auch wieder auffrischen.

    - Möchte man einen farbbeständigeren "Damast" haben, so gäbe es die Möglichkeit, auf einen rostfreien Damast zurückzugreifen. Rostfreie "Damaststähle sind in der Fertigung in der Regel aufwändiger, weil beim Feuerschweißen kein Sauerstoff an die zu verschweißenden Flächen gelangen darf. Man hat nun die Wahl zwischen martensitischen (härtbaren) rostfreien "Damaststählen" und ferritischen oder austenitischen (nicht härtbaren) rostfreien "Damaststählen". Zwar werden auch hier die unterschiedlichen Stahlkomponenten unterschiedlich stark von Säuren angegriffen, allen diesen rostfreien "Damaststählen" ist aber gemein, dass alle Komponenten eine hohe Beständigkeit gegen Säuren aufweisen. Deshalb müssen solche rostfreien "Damaststähle" sehr lange in sehr aggressiven Säuren geätzt werden, um einen schönen Kontrast zu erzeugen.

    - Das ist der Grund, warum es äußerst ungünstig wäre, einen rostfreien "Damaststahl" für die Seitenlagen einer San-Mai Klinge zu verwenden, sofern man für die Schneide einen nicht rostfreien Stahl verwenden möchte. Bei den langen Ätzzeiten, die nötig sind, um einen schönen Kontrast zu erzeugen, würde die Schneide massiven Schaden nehmen.

    - Deshalb habe ich vor einer Weile angefangen "Zierdamaste" herzustellen, bei denen nur die hellen Lagen aus rostfreiem Stahl bestehen. Die dunkeln Lagen des Damaststahls sind aus konventionellen Bau- oder Werkzeugstählen. Das hat einerseits den Vorteil, dass die so hergestellten Klingen nur so lange geätzt werden müssen, wie konventioneller "Damaststahl", zum anderen werden die hellen Lagen auch bei jahrelangem Gebrauch keine Patina ansetzen. Selbstverständlich eigenet sich so ein "Zierdamast" nur für die Seitenlagen einer San-Mai Klinge und nicht als Schneidenstahl.

    Dieses ist das erste so von mir gefertigte Messer.

    Schneidenlänge: 238mm
    Max. Klingenhöhe: 56mm
    Gesamtlänge: 375mm
    Klingenstärke am Kehl: 3,0mm
    Klingenstärke in der Mitte: 2,3mm
    Klingenstärke 20mm vor der Spitze: 1,0mm
    Schneidenstahl: 1.2562
    Griffmaterial: Rot stabilisiertes Rüster (Ulme), Neusilber und schwarzes Fiber
    Schwerpunkt: Ca. 32mm vor der Abschlussscheibe
    Gewicht: 230g

    Die Klinge stellt für mein persönliches Empfinden den optimalen Kompromiss aus Gewicht und Schneidfreudigkeit dar. Ich mag es, wenn die Klinge etwas mehr Eigengewicht hat und den Schnitt etwas unterstützt. Gleichzeitig bin ich kein Freund von einer zu ausgeprägten Balligkeit im Bereich nahe der Wate. Dieses Messer ist auf den ersten 20-30mm ausgehend von der Wate fast flach geschliffen. Erst ab ca. der halben Klingenhöhe wird der Anschliff immer balliger. Die Schneidenlinie ist auf der ganzen Länge gebogen, allerdings ist die Krümmung auf den ersten ca. 110mm nur schwach ausgeprägt. Das Messer ist für alle Schnitttechniken geeignet. Die Angel ist mit der Abschlussscheibe verlötet. Die Schneide nagelt auf der ganzen Länge.




















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  3. #2
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Hi
    Das 5te Traummesser eines deutschen Spitzenmessermachers in 2 Tagen......
    und Keiner (außer güNef ) hat was dazu zu sagen.
    WAS IST DEN HIER LOS?
    Grüße, Bodo
    Geändert von Bodo (03.10.18 um 23:19 Uhr)

  4. #3
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Servus,

    Zitat Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
    Hi
    Das 5te Traummesser eines deutschen Spitzenmessermacher in 2 Tagen......
    und Keiner (außer Günef ) hat was dazu zu sagen.
    WAS IST DEN HIER LOS?
    Grüße, Bodo
    das ist einfach und schnell erklärt: Kein Interesse am Kochmesserthema. Das ist aus meiner Sicht sehr schade, weil die Kochmesserthematik in ihrem Umfang wirklich bereichsübergreifend messerbildend wirkt, aber so ist das hier jetzt eben.

    Gruß, güNef

  5. #4

    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Hallo,

    nachdem nun das erste sabbern aufgehört hat weil es einfach unglaulich schön aussieht, habe ich eine Verständnisfrage

    Zitat Zitat von Xerxes Beitrag anzeigen
    Dieses Messer ist auf den ersten 20-30mm ausgehend von der Wate fast flach geschliffen. Erst ab ca. der halben Klingenhöhe wird der Anschliff immer balliger.
    Wie meinst du das? ist das nicht eher konkav/hohl?

    Gruß

  6. #5
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Das wird er schon genau so gemeint haben. Hohlschliff ist was die Schneidfähigkeit angeht ..... wie sag ich's ohne beleidigend zu werden .... nicht so gut.

  7. #6
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Mir gefällt das Messer auch sehr gut, nur das mit dem "rostfreien Zierdamast" habe ich irgendwie nicht richtig verstanden.
    2 der 3 Komponenten sind nicht "rostfrei" und rosten somit ganz normal.
    Nur der "Edelstahl" bleibt dann schön glänzend oder wie?

  8. #7
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Hi Leute, freut mich, dass euch das Messer gefällt

    @ Fabsel: Es ist wie Achim sagt. Von der Wate ausgehend ist der Anschliff erst flach und wird dann immer balliger.

    @ uuups: Das könnte man so ausdrücken. Auch wenn die Bezeichnung (rostender Stahl) etwas anderes suggeriert, rosten solche Stähle bei "normaler" Nutzung und Pflege nicht. Bei Kontakt mit Säuren aus Lebensmitteln bilden sie lediglich eine blaugraue Patina. Bei diesem Messer geht es nicht darum, eine rostfreie Klinge zu erzeugen (das wäre ja keine Schwierigkeit), sondern die herausragenden Eigenschaften des nicht rostfreien 1.2562 mit einem Damast zu kombinieren, dessen Kontrast nicht durch eine sich bildende Patina gestört wird.

    Gruß Jannis

  9. #8

    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

    Entweder kam mein Anliegen nicht rüber oder ich versteh es einfach nicht so recht.

    Aber ich glaube, das frage ich mal in einem separaten Thread.

    Danke aber

    Gruß

  10. #9
    Registrierter Teilnehmer MF-Mitglied Avatar von Headshrinker
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    AW: Kochmesser mit "rostfreiem" Damast

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    Bei der Fülle an tollen Stücken, die du hier in kurzer Zeit gezeigt hast, weiß man ja gar nicht, was man kommentieren soll.
    Schaue die letzten Tage immer mal wieder rein und bin beeindruckt.

    Dieses Messer finde ich auf Grund des Klingenkonzepts am interessantesten. Danke für deine Erläuterungen!
    2562 in der Schneide ist natürlich allein schon klasse.

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