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Thema: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

  1. #1
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    Avatar von porcupine
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    KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

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    Das KLAAS Hahnekopp-Messer
    Ich präzisiere mal: Solinger Klassik at it’s almost Best. Komme noch drauf zurück.

    Das Hahnekopp heißt so, weil das vordere Griffende entfernt an einen Hahnenkopf erinnert. Nun ja, es sieht einem Vogel ähnlich. Wenn sich solche Ausformung am Griffende befindet, spricht man ja auch gerne von Vogelkopfknauf. Einen Hahn hat man bei Fontenille Pataud – dem 5Coqs – schon besser hingekriegt. Aber sei‘s drum.

    Das Messerchen ist im Großen und Ganzen recht zierlich: 7,5 cm Klinge, 17 cm Gesamtlänge, 440C, Palisander, Messingplatinen/Neusilberbacken, 70 g.

    Die Verarbeitung ist wirklich sehr gut – hier hebt es sich wohltuend von manch anderen klassischen Solinger Taschenmesssern ab. Alles sauber ohne große Lücken angepasst, die Stifte im Griff gestaucht und ohne Pincracks. Der Achsstift ist in den Neusilberbacken nicht auszumachen.

    Mit der Daumenkuppe spürt man beim Drüberstreicheln nirgends raue Stellen. Verschlußstück und Platinen liegen offen wie geschlossen bündig.
    Der Klingenschliff ist ohne Versatz. Alles ist schön poliert – bei diesem Messer passt das, es wirkt einfach edel. Gentlemanlike, könnte man sagen, und in der Größe eigentlich sogar ganz Ladylike. Ich ertappe mich gelegentlich beim Gedanken „das ist doch eigentlich kein Männermesser“ und möchte mehr in der Hand haben.

    Die Klinge öffnet leicht und rastet mit einem sauberen Klack sicher ein. Geführt wird das Messer im Prinzip zwischen Daumen und Zeigefinger, den Rest des Griffs umfasst die Hand nur ganz locker.

    Ein paar kleine Eigenwilligkeiten, die ins Auge fallen: Der Entriegelungsbuckel hinten ist echt großzügig dimensioniert, er könnte auch zu einem deutlich stärkeren Folder passen. Und die schmale Klinge fällt mit 3 mm Stärke an der Basis verhältnismäßig dick aus.
    Ein paar Zierrillen in den Backen runden das Ganze ab und geben ihm den großväter(-mütter)lichen Touch. Ich bin ja alt genug, um sowas tragen zu dürfen.

    Die literarische Ausgestaltung der Klinge hält sich in Grenzen: Auf dem Klingenspiegel eingeschlagen rostfrei und das Kissing-Cranes-logo, auf der Klinge selbst relativ dünn gelasert handmade by KLAAS und 440C. Ich find’s recht unaufdringlich.

    Jetzt kommen wir zu den obengenannten „almost“: Irgendwas findet sich ja eigentlich immer, wenn man nur aufmerksam sucht. Hier musste man aber gar nicht suchen:
    Der Klingenanschliff gehört zum merkwürdigsten, was ich je out of the Box sah bzw. spürte: Zwar war die Schneide beiderseits schön gleichmäßig schmal angeschliffen und überpoliert, auf der Daumenkuppe fühlte sie sich sogar ein wenig scharf an. Wenn man aber die Schneide auf den Daumennagel legte und ankantete, musste man die Klinge bis fast in die 90°-Stellung anheben, ehe sie anbiss.
    Die Schneide war in einem derart großen Winkel geschliffen, dass sie maximal zum Butterstreichen geeignet war.

    Viele Käufer würden dann wohl vom Kauf zurücktreten. Da bei mir aber Messerschärfen zu den recht gerne ausgeübten meditativen Tätigkeiten gehört, habe ich das einfach mal so hingenommen und die Klinge nach meinen Wünschen hergerichtet. Es musste halt gleich zum Anfang ein wenig mehr Material runter.

    Trotz dieses kleinen Mankos in meinen Augen eins der hübschesten Solinger Messerchen, mit einem vernünftigen Stahl obendrein.
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    Geändert von porcupine (16.10.17 um 17:33 Uhr)
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  3. #2
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Moin,

    danke für das schöne Review eines wirklich schönen Messers. Gefällt mir. Einzige Frage: Sind die Bilder vor Deiner Schleifmeditation entstanden oder bilden sie schon Deinen Schliff ab?
    Beste Grüße,

    Armin

  4. #3
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Hallo Porcupine,
    Danke für deinen umfassenden Erfahrungsbericht zu einem in der Tat hübschen Klassiker. Man bekäme Lust darauf, aber dann wieder dieser eklatante Mangel beim Schliff Ich hätte deren Arbeit nicht übernommen.
    Aber wie soll der Hersteller davon erfahren? Mein Vorschlag: Schreib 'ne mail an Klaas mit Link zu deinem Bericht, so können die sich mit positiver und negativer Kritik auseinandersetzen.

    Gruß
    Abu

  5. #4
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Das Teil find ich wundervoll oldschool. aber imo durch den Mechanismus mit dem fetten, jedoch "historischen" Drücker besonders

  6. #5
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    Avatar von porcupine
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Zitat Zitat von Flügelfeder Beitrag anzeigen
    Sind die Bilder vor Deiner Schleifmeditation entstanden oder bilden sie schon Deinen Schliff ab?
    Danach. Das letzte Bild zeigt noch den Ansatz des Werksschliffs.
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  7. #6
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Danke für diese Neuvorstellung, Herr Kollege
    Das Messer macht - bis auf den erwähnten Werksschliff- einen sehr guten Eindruck.
    Was mich noch stört ist die "Fototapete" auf der einen Klingenseite.
    Ich stelle immerwieder fest, wie sehr mir dezente Hersteller-Logos liegen

    Viele Grüße
    Excalibur
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  8. #7
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Hier noch mal ein Vergleichsbild mit einem Böker Messer, dem CDC Utset, das in nur 100 Exemplaren gebaut wurde. Daran wird vielleicht deutlich, wieso mir das KLAAS gerne wie ein Damenmesser vorkommt, das Böker dagegen mehr als was für eine Männerhand.
    Und das Böker kommt wunderbarerweise ganz ohne die oft recht alberne Solinger Klingenprosa aus. Das Firmen-Logo in den Klingenspiegel geschlagen, und gut ist. Alles andere kann man auf nen Beipackzettel drucken.
    Dem Böker könnte ich übrigens das Gleiche attestieren wie dem Klaas, es ist äußerst sauber und präzise gemacht. Es hat zwar auch einen recht großen Schneidenwinkel und viel Fleisch hinter der Wate. Aber da es als Jagsmesser konzipiert ist, das vorrangig angepeilte Schnittgut - Wild - elastisch ist und auch noch Knochen enthält, macht das durchaus Sinn für eine gute Standzeit.
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  9. #8
    Registrierter Teilnehmer MF-Mitglied Avatar von [Nick]
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

    Moin Porcupine,

    danke für die Vorstellung dieses "neuen Klassikers".

    Diese Backenform spricht mich (mittlerweile) total an, formschön zum einen, aber auch sehr praktisch, da sie die Klingenwurzel geschlossen verdeckt und geöffnet einen kleinen, aber nicht störenden Handschutz bietet. Ich habe mich schon lange gefragt, warum diese Form von den Solinger Firmen kaum noch genutzt und angeboten wird.

    Das Messer würde somit auch voll in mein Beuteschema fallen, wenn nicht die bei der Größe für mich zu starke Klinge wäre. Den Bildern, die ich online gefunden habe, verjüngt sie sich auch nur sehr gering Richtung Spitze. Das ist mir für so ein feines Messer deutlich zu dick, wobei ich natürlich gestehen muss, durch die Herren Hauschild und Kovács nachhaltig und unwiderruflich versaut zu sein

    Über den Schliff hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Wobei ich doch nur mit dem Kopf schütteln kann, wie so etwas durch die "Qualitätskontrolle" geht... Schön, dass Du es sportlich sehen kannst.

    Viel Freude an dem schönen Messer!

    Gruß,

    Nick

  10. #9
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    AW: KLAAS Hahnekopp - Solinger Klassik at its Best

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    Zitat Zitat von [Nick] Beitrag anzeigen
    Das Messer würde somit auch voll in mein Beuteschema fallen, wenn nicht die bei der Größe für mich zu starke Klinge wäre. Den Bildern, die ich online gefunden habe, verjüngt sie sich auch nur sehr gering Richtung Spitze.
    In der Tat, man fragt sich, ob es nicht auch um 1,8 mm Stärke ausreichend gewesen wäre.
    Ich habe zum Glück auch Messer wie das Perceval L-08. Das ist out of the Box nagelgängig dünn geschliffen, und zwar auf dem Daumennagel, nicht auf einem Metallröhrchen.
    So hat man bei diesem Messer auch ein wenig Mißbrauchsreserve drin.
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