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Thema: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

  1. #91

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

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    Die Klinge aus #85 mit einem Griff aus Messing, Leder, rotem Fiber und Rentierhorn versehen.

    Die Kombi habe ich mir echt leichter vorgestellt...noch dazu hat während des Klebens und Schichtens der Kleber abgebunden

    Die grobe Bearbeitung habe ich aber fertig, jetzt kommt dann noch Feinschliff und ich bilde mir - natürlich nach dem Verbau - noch ein kleines Filework im Messing ein
    Läuft bei mir und meiner Planung, die ich wirklich mal richtig angreifen sollte. Das endet immer in einer Art Kreativitätsanfall NACHDEM ich eigentlich schon alles verbaut habe. Oh mann.....

    Wie dem auch sei, hier die Bilder:

    Grober Schliff des Griffs:

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    Dann schon feiner:

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    Die ein oder andere Kontur werde ich noch anpassen und dann sollte es fertig sein.

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  3. #92
    Registrierter Teilnehmer Avatar von klingler
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Schaut jetzt schon super aus.

    Jetzt noch ein Filework ins Messing "zu schnitzen" finden ich schwierig. Ich hätte da Angst, dass ich ständig mit der Klinge kollidiere und Macken in die Politur rasple. Ja, kann man alles wieder richten, aber das dauert dann auch wieder.

  4. #93

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Besten Dank für das Lob

    Mir kommt nur das Messingstück etwas wuchtig vor, deswegen dachte ich eben an eine Art "visuelle" Entlastung durch Feilarbeit. Vielleicht fällt mir noch während des Schleifens noch etwas anders ein, aber so ganz stimmig ist das ganze noch nicht.

    Wie gesagt, das Messing kommt mir ziemlich "blockig" vor, die Klinge ist ja eher fein, von dem her muss ich noch mal grübeln.

  5. #94
    Registrierter Teilnehmer Avatar von klingler
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Mir kommen die Proportionen stimmig vor.

    Aber wenn was weg muss, dann geht das vielleicht mit einem Dremel...

  6. #95

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Gestern noch etwas geschliffen und geändert, jetzt passt es für mich. Der Messingbrocken ist jetzt nicht mehr ganz so wuchtig:

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    Dann, und das war wirklich pures Glück, habe ich bei einem Auktionshaus ein Härteprüfgerät ersteigert. Ich habe keine Ahnung wie und ob es richtig funktioniert, aber der Verkäufer wollte zu Beginn 900€ haben....pures Glück³ hat mir geholfen, es dann für genau 51,00€ zu erhalten. Nun kann ich - wenn ich das Gerät zum laufen kriege - jederzeit prüfen, ob Esse-Kohle-Öl-Kontaktanlassen die Härtewerte bringt, die ich möchte.

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    Wenn jemand diese Art des Geräts kennt und mir mit zwei, drei Sätzen hinsichtlich der Bedienung helfen kann: Ich wäre wirklich sehr dankbar.

  7. #96
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Hallo Alex,

    ich bin bekennender stiller Leser hier in deinem Thema ,aber sehr interessiert an deinen Fortschritten und der Entwicklung die du uns so schön aufzeigst.

    Sag mal noch ein Paar Worte zu deinem Prüfgerät,Marke usw.
    Sicher das du damit HRC prüfen kannst?

    Normalerweise kommt die Klinge zwischen Prüfspitze (Diamant bei HRC) und dem Auflagetisch.Der Wird gegen die Spitze zugestellt und die Messuhr genullt.Geht bei deinem sicher per Anzeige zu machen.
    Bei mir wird ein Hebel gezogen die Prüfspitze dringt ein bis die Messuhr stehen bleibt,danach wird der Hebel wieder in die Nullstellung (Gewicht entlastet) gestellt und die Messuhr zeigt die Differenz an,was dann den Wert darstellt.
    Ich hoffe das ist einigermassen Verständlich ?


    Gruß Carsten

  8. #97

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Das Prüfgerät habe ich gestern soweit mal ausprobiert, bin aber wegen der Ergebnisse noch etwas unsicher.

    Habe vier verschiedene Klingen getestet, die an der Schneide zwischen 58 und 62 HRC, am Rücken zwichen 42 und 46 HRC haben. Im Grunde ja genau das, was ich will, aber ich habe frecherweise einfach den Hersteller angeschrieben und schaue, was ich an Bedienungsanleitungen etc. bekomme. Sollten die Ergebnisse stimmen, dann wäre das mehr als erfreulich, aber ich glaube noch nicht dran.

    Zwar habe ich mit einer neuen Härteprüffeile von Dick gegengemessen - die Feile soll 65 HRC haben - und ich komme bei eben dieser Feile auf 64,5 HRC. Eigentlich alles gut, aber trotzdem möchte ich lieber nochmal alles verifizieren.

    Ergebniss des Schmiedetags:

    Nachdem ich mit den Parierelementen etwas im Zweifeln war - so meine ich, dass das Parierelement die optische Wertigkeit eines Messers stark senken oder heben kann - habe ich mich im Schmieden von Messing versucht.

    Versucht deswegen, weil es ein seltsames Material ist und ich etwas ratlos war. Butterweich, wenn warm, dann wieder hart, dann zerbröselt es.
    Auch weil ich den Dremel entdeckt habe, wollte ich also ran an ein gewagtes Parierelement. Allerdings ist die Ausführung noch suboptimal, ich habe es mir leichter vorgestellt. Mein Vorteil, entstanden aus einigen Jahren als Projektleiter, ist, dass ich mir ein Teil recht gut in 3D vorstellen kann. Praktisch sowas wie SolidWorks im Kopf.
    Genutzt hat es wenig, denn meine Hände haben etwas anderes gemacht, als mein Hirn wollte.

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    Es sind einige offensichtliche Designfehler zu erkennen, die ich beim nächsten mal beheben werde. So muss ich die "Krallen" weiter nach vorne biegen und den Fingerschutz mehr nach hinten. Dann sollte es besser passen.

    Allerdings freue ich mich auch, dass ich mir nun um solche Dinge Gedanken machen kann, wo ich doch erst vor einigen Monaten noch Probleme hatte, das Feuer in der Esse richtig zu führen.
    Geändert von Schäferschmied (21.04.16 um 08:37 Uhr)

  9. #98

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Nach dem Messer von Beitrag #96 war ich geistig doch etwas leer, um es so zu beschreiben.

    Ein "normales" Messer herzustellen ist - und ich denke, dass es die meisten wissen - doch einiges an feiner und noch feinerer Arbeit, die viel Konzentration verlangt, vor allem in den letzten Zügen, wo nichts mehr schief gehen soll.

    Deswegen kommt mir mein Interesse an etwas gröberen Outdoor-/ Hau- und ähnlichen Messern doch sehr recht, denn da kann ich die nächsten Tage die Kreativität etwas ruhen lassen.

    So hat mein Schmied aus seinem Sammelsurium an alten Werkzeugen eine Hippe rausgekramt und trotz aller Einfachheit hält dieses Ding nun gut 50 Jahre bei recht häufiger Benutzung. Sensenstein raus, kurz drüberziehen und weiter gehts - sollte es mal zu stumpf sein.

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    Das Schmieden an sich war jetzt nicht wirklich schwer und hat richtig Spass gemacht. Allerdings habe ich das Ausrichten der Schneide unterschätzt, das war nicht ganze ohne. Bei einem Messer mit ca. 20cm Gesamtlänge klopft man die Linie eindeutig leichter als bei dem Haumesser mit 45cm.

    Dicke des Materials ist 5mm und deswegen habe ich die Schneide recht gut ausgeklopft, damit das Schleifen später etwas leichter geht. Allerdings war dann auch die erste Schwierigkeit da: Die Krümmung am Bandschleifer zu schleifen...nun ja, das war schon sehr knifflig. Deswegen habe ich die Schneide mit der Feile konturiert, das ging dann schon sehr viel besser und genauer.

    Interessant war auch das Normalisieren nach dem Schmieden: Das Öl habe ich nicht erwärmt, sondern das glühende Metall einfach rein in den Ölbehälter.
    Nach etwa fünf Sekunden wieder raus und das Öl hat sich sofort wieder entzündet. Das ist mir bei einem "normal" dicken Messer noch nie so schnell passiert. Die Härtung wird somit interessant, vor allem, weil ich mit Lehmmantel experimentieren will. Auch wenn einige jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Ein oder zwei der groben Klingen härte ich mal mit Lehmmantel + warmes Wasser. Mal sehen, was passiert.

    In Summe soll es ein recht einfaches, dennoch nicht schlampig gearbeitetes Haumesser werden, dass ich bei dem ein oder anderen Campingausflug mit Lagerfeuer und co. mitnehmen kann.

    Wie dem auch sei: Mir kommt das ganze Thema "Haumesser" sehr gelegen, denn so kann ich verschiedene Stähle mit verschiedenen Wärmebehandlungen ausprobieren und testen ohne zuviel Arbeit in jede Klinge reinzustecken.
    Geändert von Schäferschmied (27.04.16 um 11:00 Uhr)

  10. #99

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Gestern war es dann soweit und ich habe das CK60-Kukri gehärtet.

    Allerdings war mein Plan "Abschrecken in Wasser" ganz schnell vorbei, den mein Seniorschmied hatte wohl nen (zu) ruhigen Tag und hat somit den ganzen Abend mit in der Schmiede verbracht....wohl nur, um mir genau in dem Moment auf die Finger zu schauen, als ich die Klinge glühend Richtung Wasser bewegt habe.
    Von der gewohnten Eloquenz "Ned ins Wasser nei, tus ja ins Öl!" eingeschüchtert, habe ich mich auch brav daran gehalten und im kalten (Ich Revoluzzer) Öl abgeschreckt. Haltezeit: Recht lange, min. eine Minute.

    Die Klinge war nach dem Abschrecken immer noch zu heiss, um mit blossen Händen gehalten zu werden. Allerdings - und das war interessant - habe ich sofort nach dem Ölbad gefeilt und versucht mit die Feilhärte zu merken. Den gleichen Test habe ich etwa 10 Minuten später nochmal durchgeführt und siehe da: Es war sehr viel schwerer zu Feilen....also gar nicht mehr, die Feile rutschte über die Schneide ohne jeden Angriffspunkt.

    Angelassen über Kontakt...dieses Mal aber ziemlich lange und das ganze zwei Mal:
    Lange heisst bestimmt 30 Minuten beim ersten Mal und um die 10 Minuten beim zweiten Mal. Das heisst wiederrum, dass ich fast ne dreiviertel Stunde lang die Klinge über das glühende Metallstück gezogen habe, die Farben immer im Auge. Der Verlauf ging von sehr dunklem Braun, fast Richtung blau auf der Oberkante zu strohgelb in der Schneide.

    Was mich sehr freut: Zur Prüfung recht wild auf ein Metallstück eingehackt, sogar einige Späne sind geflogen. Es war zwar "nur" Buttereisen, aber die Schneide hat dannach keinerlei fühlbare Scharte gehabt...zumindest blieb der Fingernagel nicht hängen. Für ein Haumesser/ schneidendes Werkzeug sollte dies ausreichend sein.

    Mein freudiges Grinsen nach dem Test wurde mit einem gebrummelten, aber von einem Nicken begleiteten "Passt scho" quittiert, was wiederrum das höchste auszusprechende Lob ist, was ich erwarten kann.

    Da das Härten recht gut und zackig von der Hand ging, habe ich gleich einen zweiten Rohling in Angriff genommen, dieses Mal aus 1.2235. Das Rohmaterial war 6,5mm stark und lässt sich wirklich zur Verformung bitten

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    Teststück

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    Gehärtete Klinge

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    Resultate des Abends


    Kleine Nebengeschichte zum Schmied und mir: Ich habe mir recht günstig einen 100*100mm Stiftamboss ersteigert. Hintergrund ist, dass der Schmiedeamboss recht hohl geschlagen ist und ich hier auch eine Fehlermöglichkeit beim Feuerverschweissen sehe.
    Wie dem auch sei, den Stiftamboss in die Schmiede gezerrt. Nach einem "Was wuist na mit dem Ding" habe ich meinen Plan erläutert, aber keine grosse Reaktion erhalten.

    Die Reaktion kam aber einige Tage später: Er, der Schmied, ist im Dorf rumgelaufen, um einen für meine Körpergrösse passenden Baumabschnitt zu besorgen, um dann den Stiftamboss einzusetzen. Ich habe mich wirklich gefreut, vor allem auch wegen "Dann zeig i dir glei amoi des mit die Eisenring."
    Übersetzung: Wir werden den Baumstamm mit Eisenbändern einfassen, auf Mass, und durch die Schwindung Spannung erzeugen. Anschliessend die Nägel machen und dann damit alles fixieren.

  11. #100

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Das Kukri und das Messer aus Damast mit Rentierhorn soweit bearbeitet, dass ich es benutzen könnte....wenn ich mich an meine geliebte "Passt scho so, wird tun was es soll" - Regel halte.

    Da ich mir aber ja die Aufgabe "Mach mal in schön" auferlegt habe, ist das jetzige Ergebnisse noch ein Zwischenschritt, aber man erkennt, was es dann werden soll:

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    Problematiken:

    Kukri: Hier habe ich ein Metallsstück, das doch relativ dick ist, als Endstück vernietet. Allerdings habe ich das Holz etwas krumm abgeschnitten, sodass die Platte etwas krumm liegt. Klassik pur: "Passt scho so....". Diese Einstellung muss ich ändern...auch wenn ich es mir nun zum 100ten Mal vornehme.

    Messerchen:
    Die Griffschalen haben so gepasst, dass ich es auch ohne Verkleben hätte verschrauben können. Also mal kein schnell-schnell, Pfusch-Pfusch, passt schon so.
    Damit aber kein Wasser zwischen die Griffschalen wandern kann, habe ich doch lieber eine dünne Schicht Kleber verwendet.
    Natürlich drückt es den Kleber heraus und ich war nicht schnell genug, es sauber weg zu machen. Deswegen muss ich jetzt nochmal mit Aceton und Holz ran, um es sauber zu machen.

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    Weiter war es - jetzt im Nachhinein - falsch, keine Zwischenlage einzuziehen. Hätte besser, vor allem eleganter ausgesehen. Wie dem auch sei, jetzt ist es so.

    Damit die ganze Geschichte rund wird, habe ich für mich beschlossen, zumindest mal mit der Lederbearbeitung anzufangen. Die Erstausstattung kam an und ich legt los. Allerdings ist die Geschichte sehr viel schwerer als gedacht. Meinen höchsten Respekt an alle, die hier gut aussehende Ergebnisse vorweisen können.
    Wie dem auch sei: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

  12. #101

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    100 Tage war und bin ich jetzt in der Schmiede. Praktisch zur Feier des Tages habe ich mich in einem Federdamast versucht. Ich schreibe dies deswegen, da es logischerweise kein Federdamast wurde und es sonst niemand erkennen würde.

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    1. Lagendamast aus 75NI8, 1.2510 und einer Lage 1.2842 mittendrin. 80 +/- paar Lagen.

    2. Das klappte soweit gut. Dann in den Schraubstock eingespannt und mit einem stumpfen Meisel gespalten.

    3. Anschliessend versucht, wieder zu verschweissen. Vorne klappte es gut, in der Mitte war ich weniger erfolgreich. Da muss ich nochmal ran. Aber: Ich meine zu wissen, woher es kommt: Die ersten Zentimeter habe ich von oben gespalten. Aufgrund des doch hohen Lärmpegels dachte ich mir: "Schlag doch von der Seite her vor und dann gehts von oben leichter."

    Das war aber wohl ein Fehler.
    Weiter habe ich den Fehler gemacht, dass ich zwei, drei Schläge hochkant, dann zwei, drei Schläge flachkant ausgeführt habe. Fühlte sich gut an, war aber wohl ein schlechter Einfall. Die Schweissnaht ging immer wieder auf. Erst nachdem ich mit mässiger Kraft nur hochkant geschlagen habe, hat die Naht gut gehalten.

    Ich freue mich trotz des Schweissfehlers in der Mitte, dass es doch ganz gut geklappt hat. Somit kann ich mich bald mal ein sowas wie eine wurmbunte Klinge wagen. Das brennt mir schon einige Zeit auf den Nägeln.

    Heute Abend versuche ich die Lücke in der Mitte zu schliessen.
    Sollte es klappen: Gut.
    Sollte es nicht klappen, schmiede ich eine Schneide ein und mach eine dreilagige Klinge draus.
    Geändert von Schäferschmied (03.05.16 um 08:16 Uhr)

  13. #102

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    1. Ein Küchenmesser für mich in den Grundzügen fertiggestellt. Die ein oder andere Feinheit muss noch gemacht werden, vor allem am Griff, aber die Grundform steht.

    Material Klinge: 1.2519
    Griff: Ebenholz
    Metalleinlage: 1.2842
    Klinge: Flachschliff, Rücken brünniert
    Härtung: Esse, Öl, Kontaktanlassen. Die Schneide ist küppelhart, der Rücken etwas feilbar.

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    Das war die zweite Klinge, die ich in der Form geschmiedet habe, denn beim ersten Werkstück war ich etwas faul und habe das Öl beim Normalisieren nicht erwärmt. Und später sah ich dann vier wenig schöne Risse in der Schneide zum Rücken hin, teilweise einen guten Zentimeter lang.

    Wie dem auch sei: Somit noch eine Klinge gemacht, diesmal brav an das "SOLL" gehalten und schon klappte es.

    2. Der Amboss in der Schmiede ist von 1890 und dementsprechend schon etwas oder etwas stärker ausgeschlagen. Deswegen einen Dengelstock/ Stiftamboss gekauft, meinem Schmied das Vorhaben geschildert, keinen Anschiss und ein Brummeln "Wos woist damit?" bekommen (Übersetzung: Die Erlaubnis für die Idee erhalten) und da stand ich nun ohne grossen Plan. Baumstock, Umreifung, das alles war mir schon klar, aber - hat ja noch Zeit, ist ja alles keine Eile.

    Einige Tage später hat der Schmied wortlos (= grosse grosse Ehre!) einen ziemlich grossen, fast 200kg schweren Baumstamm organisiert und umreift. Das Umreifen habe ich fast (!) verpasst, denn er hat einfach angefangen, aber recht zeitig freundlich erwähnt:"Her zu mir, wennst was lerna woist". In dem Fall lass ich alles, inklusive glühendes Metall fallen und ziehe meine Sprinterschuhe an.

    Somit dann das Umreifen gelernt, was wieder mal mehr als erstaunlich war:
    Mit ner Schnur die Länge gemessen, Überstand für die Nieten 50mm, gebohrt, vernietet, kurz geprüft, zweite Niete, an bestimmten Stellen gedengelt und gestreckt, am Baumstamm geprüft, klopf klopf klopf, fertig
    Dazu muss man sagen, dass der Querschnitt des Ambossstocks eher birnenförmig ist, also in keinster Weise rund.
    Das Stockloch mit dem Stemmeisen ausgestochen und schon wars fast ne Passung.

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    Und: Das kleine Ding geht wie die Hölle. Wirklich sehr geil zum arbeiten, etwas ungewohnt, aber sehr sehr geil. Habe mich auch mit deutlichen Worten bei ihm bedankt und da war es auf einmal zu sehen: Ein kleines Lächeln...
    Geändert von Schäferschmied (11.05.16 um 08:31 Uhr)

  14. #103
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Sieht echt super aus, Welche Maße hat denn der Steckamboss?
    Grüße Kai

  15. #104

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Sieht echt super aus, Welche Maße hat denn der Steckamboss?
    Danke! Der Steckamboss hat um die 8kg und 100x100mm Kantenlänge.

    ... lesen, auch mit deinem grummeligen "Almöli"-Schmied! Gäbe sicher ne schöne Videoreportage ab
    Es gibt ein Video vom Aufbrennen des Rings auf den Kukri-Griff...er kommt genau in dem Moment in die Schmiede, als der Griff in Flammen auf ging. Muss mal schauen, wo ich das hab.
    Ich übertreibe hier auch nicht, er ist wirklich so. Natürlich sind das immer nur kleine Anekdoten, er scheisst mich nicht jeden Tag zusammen.
    Er ist kein Grantler oder ähnliches, aber eben kein Freund der grossen Worte. Da ich eben mache, was er sagt, wenn er es sagt, komme ich sehr gut mit ihm aus und krieg im Gegenzug auch alles gezeigt, was ich wissen will.

  16. #105

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Ein recht produktives - oder besser lehrreiches - Wochenende liegt hinter mir:

    1. Ein bzw. zwei Kiridashi geschmiedet:

    Das erste mit einem Damstaufbau + Schneidlage: Den Damast aus diversen Resten, die so rumlagen, geschmiedet, gefaltet....etc. Waren einige Faltungen, daher weiss ich auch nicht mehr die Lagenanzahl. Ist aber auch egal, da ich meine, dass das Paket zu oft erhitzt wurde und es deswegen nur noch für Dekor zu verwenden ist/ war.

    Schneidlage: Ein Stück einer Dick-Feile.

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    2. Das zweite Kiridasi aus einem dreilagigen Stahl hergestellt, Schneidlage ebenfalls ein Stück Feile.

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    Allerdings wollte ich helle Aussenlagen und eine dunkle Schneide. Da ich aber etwas Chaos in meinem Stahlvorrat habe, habe ich ein Stück 1.2842 erwischt und somit wurde die Klinge gesamt recht dunkel.

    Wie dem auch sei: Scharf ist beides, schneiden tatsächlich wie Rasiermesser.

    Allerdings wäre es besser gewesen, die Spitzen nicht zu runden, sondern flach zu lassen.

    3. Dann dem zweiten, kleineren Kiridashi eine Lederscheide gebastelt. Sattlerei ist wahrlich nicht ohne, da haben die Finger gut zu tun gehabt.
    Für den ersten Versuch einer Lederscheide wurde es nicht schlecht, wobei hier ganz klar noch einie Menge an Übung vor mir liegt. Aber eben genau für die Sattlerei habe ich mir die zwei Ledermesser gebastelt.

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    Der Einstieg in die Sattlerei hat sehr viel Spass gemacht, sodass ich jetzt auch an Tagen, an denen ich nicht in der Schmiede bin, am eigentlichen Thema "Messermachen et al" weiter arbeiten kann.
    Meine Freundin ist wegen des ganzen Themas natürlich suboptimal gelaunt, was ich verstehen kann
    An Schmiedetagen stink ich nach Rauch und Kohle, an Nicht-Schmiedetagen riecht die Wohnung jetzt nach Leder und Farbe

    4. Dann das Küchenmesser aus Eintrag #103 komplett fertig gemacht, geschärft und auch bereits zum Einsatz gebracht.

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    In Summe ein produktives, sehr lehrreiches Wochenende.

  17. #106

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Die Heppe soweit fertig gemacht, dass sie bereit für den Einsatz ist.
    Ich hatte sie auch schon im Wald dabei und 15 Ster Tanne entastet. Alles wunderbar, nichts gerissen, gebrochen, o.ä. Kurz über den Wetzstein gezogen und schon war Papier schneiden kein Problem mehr...ob das sinnig ist, lassen wir mal dahin gestellt, aber die Heppe tut genau das, was sie soll und das mit Bravour.
    Ich bin wirklich stolz auf das Teil.

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    Vergleich mit Muster aus den 50er Jahren, das schon sehr verbraucht ist.


    Und dann, DAS Ereignis der letzten Wochen....ich habe praktisch meine Art "Walz" begonnen und bin zu Tobias Haselmayr nach Ruhmannsfelden in Niederbayern gereist. Ist von mir etwa 2,5h entfernt, also gut zu fahren.
    Ich kam über die DMG auf ihn, vor allem die Reproduktionen der Degen, Gladii und Schwerter haben mich sehr beeindruckt.

    Mein Senior-Schmied hat wirklich die alten Tricks drauf und ich fühlte mich gut vorbreitet, aber eben Klingen an sich sind Dinge, die er so nicht gemacht hat, deswegen auf nach Ruhmannsfelden: Angerufen, Termin vorgeschlagen, hingefahren.

    Ich hatte einiges an speziellen Fragen bzgl. Feuerverschweissen, Wärmebehandlung im Feuer, Anlassen im Feuer, etc., also alles so, wie ich es eben gern mache und auch gern mal richtig beherrschen möchte.

    Vom Eingangsgespräch über den praktischen Teil bis zur kleinsten Detailfrage wurde alles von ihm persönlich geleitet, vorgeschmiedet, angeleitet, verbessert, beantwortet, Tipps, Tricks, alles aus erster Hand.
    Bin ja jetzt nicht ganz "nackt" angekommen, aber das vermittelte Wissen war schon wirklich beeindruckend. Jede Frage wurde bis in die Tiefe beantwortet bzw. live vorgeführt bzw. beim Selbstschmieden entsprechend vermittelt.
    Mein Ziel war nicht das Fertigstellen einer Klinge o.ä., sondern eben echtes Arbeiten an meinen (!!!) Fragen...und das hat er wirklich gut gemacht.

    So haben wir ein dreilagiges Sax in Rohform geschmiedet, die grösste dreilagige Klinge, die ich persönlich je gemacht habe. An eben diesem Sax konnte ich tatsächlich alle und mehr Fragen klären/ erklären lassen, die ich so hatte. Mir sind wahrlich einige Lichter aufgegangen, eher ganze Lampenschirme, ganze Schuppenpakete sind mir von den Augen gefallen. Jetzt - im Nachhinein - ist vieles völlig logisch, aber man muss halt kompetent drauf gestossen werden.
    So sollte jetzt das Feuerverschweissen, die Wärmebehandlung und simple, aber hocheffektive Härtetests sehr viel besser klappen.

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    Bin sehr zufrieden mit dem Kurstag und werde dies alsbald wiederholen. Somit kann ich einen Besuch beim Herrn Haselmayr wirklich nur empfehlen. Wer hinfährt, der sollte wirklich genau hinhören, denn dadurch bekommt man noch soviele kleine Tipps und Wissen mit, die echt was wert sind.

  18. #107
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Hallo Schäferschmied,
    Vielen Dank für Deine Fortschrittsberichte!
    Eines weiss ich als Mitleser jetzt schon: Ich werde nicht nur Zeuge wie jemand Schmieden lernt, sondern auch wie Meister entstehen!

    Zitat Zitat von Schäferschmied Beitrag anzeigen
    So sollte jetzt das Feuerverschweissen, die Wärmebehandlung und simple, aber hocheffektive Härtetests sehr viel besser klappen.
    Würdest Du uns an diesem Aha-Erlebnis teilhaben lassen? Kannst Du den Unterschied bzw. Mehrwert zu Vorher vs Nacher beschreiben? Mich interessiert dabei neben Feuerschweissen und Wärmebehandlung, besonders "der simple, aber hocheffektive Härtetest!"

    Grüsse
    Felix

  19. #108

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Vielen Dank

    Das Feuerverschweissen hat logischerweise viel mit der Temperatur zu tun. Hier gab es bei mir dann immer Probleme in der Esse, ich war oftmals unter der Temperatur. Gestern die Kohle etwas anders geschichtet, mit der Luft gespielt und auf Anhieb eine super Verschweissung hinbekommen.

    Zur Wärmebehandlung kann ich so nichts greifbares Schreiben, denn ich habe keinen Härteofen und genau das war auch mein Anspruch an das Treffen mit Tobias: Feuer, Amboss, Hammer, Stahl....von Anfang bis Ende. Dementsprechend ging es hauptsächlich um Glühfarben und die daraus folgenden Handlungen.
    Ich hatte eben eine (Härte-) Glühfarbe, die ich sicher (er-) kenne und das wollte ich eben überprüfen lassen. Kann ja sein, dass ich auf dem völlig falschen Dampfer gewesen wäre. Passt aber soweit, paar Kleinigkeiten zur Haltezeit muss ich noch verbessern und dann kann ich hier weiter in die richtige Richtung experimentieren.

    Anlassen: Hier war mein Weg bisher Restwärme, dann lange Zeit Kontaktanlassen und die letzten Klingen, insbesondere Kukri und Heppe, habe ich im Feuer angelassen. Die Anlassfarben kenne ich mittlerweile recht gut und ich meine auch so langsam über die Farben bestimmte Eigenschaften einer Klinge/ Werkzeug aktiv beeinflussen zu können.

    Eben dieses "Meinen/ Glauben/ ich denke, dass...." kann oftmals falsch sein. War es aber nicht, der eingeschlagene Weg ist schon der richtige. Aber es ist immer gut, es vom Fachmann verifiziert zu bekommen.

    Härtetests und co: Ich habe zwar ein Prüfgerät, aber das ist mir aktuell alles zu technisch, zu komplex, zu verkünstelt und eine zu hohe Fixierung auf HRC-Werte.
    Deswegen auch mein Anspruch: Klinge/ Werkzeug muss dem Anspruch XYZ genügen...somit Schnittests an Stählen oder ein Rolltest über Messing. Genauer kann ich es nicht erklären, ich habe es noch nicht ausprobiert, deswegen müsste ich ohne eigenes Wissen was nachplappern und das mach ich nicht.

    Natürlich ist mir bewusst, dass meine gewählte Vorgehensweise vielleicht nicht die beste Methode ist, um die maximalen HRC-Werte aus den verschiedenen Stählen herauszukitzeln.
    Aber solange ich mir noch Gedanken um Feuerverschweissung und co mache, na....bis dahin sollte es mir egal sein, ob die Klinge nun 60, 62 oder gar 64 HRC hat. Ist ja dann völlig unwichtig, wenn der Erl bei Benutzung bricht oder die Verschweissung Lücken aufweisst.

    Wenn ich mal mit absoluter Sicherheit und Vertrauen in mein Schaffen die Fragen "Hält´s sicher?", "Würdest Du es verwenden und Dich drauf verlassen?" bejahen kann, dann konzentriere ich mich auf die Feinheiten mit 60HRC + x.

  20. #109

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Die Motivation aus Ruhmannsfelden treibt die Kreativität an.
    Eine dreilagige Klinge verschweißt, mit den Tipps und Tricks von Tobias. Ich sehe keinerlei Fehler, nicht mal im Erl, der manchmal doch bissl komisch aussieht.

    Vollen Mutes eine Schleifidee ausprobiert, die mir schon lange im Kopf rumschwebt und ich meine sie auch schon gesehen, weiss aber nicht mehr genau wo.

    Wie dem auch sei: Hohlschliff auf der Schneide und Flachschliff auf/ am Spitzenbereich.

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    Das Ergebnis ist natürlich noch sehr suboptimal, das Bedarf noch einiges, einiges an Übung. Der Hohlschliff ist wahrlich nicht ohne. Da muss ich noch dran tüfteln.

  21. #110

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Gestern nochmal eine dreilagig Klinge geschmiedet und den doppelten Schliff geübt...Jetzt hat es geklappt und ich meine zu wissen, wie es geht.

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    Ist recht symmetrisch geworden, das freut mich sehr. Seit ich wirklich nach jeder Schliffbewegung die Flucht der Klinge prüfe, ist das Schleifen sehr viel einfacher geworden.

    Parallel dazu noch eine Heppe ausgeklopft:

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    Die Form unterscheidet sich etwas von der ersten Heppe, da die Klinge leicht gebogen ist.

    Alles in allem ein guter und lehrreicher Tag in der Schmiede
    Geändert von Schäferschmied (30.05.16 um 10:02 Uhr)

  22. #111

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Ich meine, ich habe noch nie soviel geschmiedet wie in den letzten Tagen...bestimmt an die zehn Klingen. Der Schmiedeworkshop hat wirklich zur Motivation, Konzentration und Experimentierfreude beigetragen.

    So entstand gestern folgendes Versuchsobjekt:

    Plan: Stahlseil in sich verschweissen, Manganstahl hochkant aufschweissen, Stahlseil umlegen, aufschweissen, Manganstahl hochkant aufschweissen und dann das ganze hochkant, also dann flach ausschmieden und Klingenstahl einschweissen. Ziel war es praktisch, dass das Stahlseil von dünnen dunklen Linien getrennt ist....praktisch sowas wie wurmbunt im Anfängerstadium.

    Ist: Alles gut gelaufen, hochkantschmieden hat geklappt und dann hab ich es doch etwas Respekt gekriegt...es waren bis dato gute vier Stunden Arbeit und wenn dann was beim flach schmieden schief gegangen wäre, na, ich hätte echt geflucht. Deswegen eine runde Stange geschmiedet, tordiert, ausgeschmiedet, Klingenstahl 1.2519 laminiert und gut wars.

    Grob geschliffen, um das Muster zu kontrollieren und jetzt ärgere ich mich etwas, dass ich nicht die Eier hatte, meinen ursprünglichen Plan umzusetzen.
    Die Verschweissung scheint augenscheinlich sehr gut gelungen und das trotz des Stahlseils.

    Hier die Fotos der noch sehr groben Klinge:

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    Nahaufnahme Klinge, Stahlseil recht gut erkennbar

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    Was mich auch freut: Ich war wirklich aufgeregt, denn vor dem Schleifen hatte ich ein gutes Gefühl...Temperatur Esse passte, Glühfarbe immer da, Unterarm hat nicht aufgegeben, freut mich.
    Der Schliff von linker auf rechter Seite ist trotz bissl Hektik fast gleich. Vielleicht platzt hier der Knoten auch bald. Ist noch ne recht grosse Schwachstelle.

    Ich werde es die nächsten Tage nochmal aufheizen und den Erl ausschmieden, Wärmebehandlung machen, etc. Vielleicht entsteht doch ein schönes Messerchen.

  23. #112

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Stahlseildamast-Messerchen weitergearbeitet:

    Gestern:
    Erl ausgeschmiedet, Klinge gehärtet und zweimal angelassen. Dann geätzt und ich bin soweit zufrieden: Kein Fehler sichtbar.

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    Heute:

    1. Griff aus Ebenholz in grobe Kontur gebracht.

    2. Sprengring aus einen Stahlseil gemacht, komplett feuerverschweisst...Da bin ich sehr stolz drauf, muss ich ehrlich sagen.

    3. Endkappe zum Erlvernieten ebenfalls aus Stahlseildamast.

    In Summe wirds wohl ein stimmiges Messerchen.

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    Geändert von Schäferschmied (06.06.16 um 10:04 Uhr)

  24. #113

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Es raubt mir den letzten Nerv, dieses kleine Ding.

    1. Die Klinge aus #113/ 114 hat beim Amboss schlagen schon komisch gelungen, da dachte ich mir schon: Da passt was nicht. Also 3mm Eisendraht durchgeschlagen und siehe da: Butterweich, tiefste Dellen.

    Positiv: Mittlerweile erkenn ich Härte am Klang.

    Negativ: 10h Arbeit für die Katz.

    2. Eine neue dreilagige Klinge gemacht, da passt jetzt alles: Kappt Eisen wie ne Drahtschere, Verschweissung soweit auch gut.

    3. Beim Schleifen fängt sich die Klinge und der Erl bohrt sich nen Zentimeter in die Handfläche. Toll. Schau mir erstmal in Ruhe an, wie schön die Klinge steckt, bevor ich das Ding aus dem Fleisch ziehe.

    4. Zumindest die Griffmontage hat soweit gut geklappt. Die Feinarbeit wird aber noch derb, das seh ich jetzt schon.

    5. Eine neue Dick-Härteprüffeile mit etwa 64 HRC bekommt von der Schneide sehr wenig Material ab....ist eher recht oberflächlich und echt feilen kann ich nicht. Ggf. ist die Schneide nen Hauch zu hart, das ist meine Befürchtung.

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    Geändert von Schäferschmied (10.06.16 um 09:42 Uhr)

  25. #114
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Schönes Griff-Design. Die Gestaltung gefällt mir gut.

  26. #115

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Vielen Dank!

    Der Griff liegt erstaunlich gut in der Hand, ich bin selbst überrascht.

    Hier das fertige Ergebnis:

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    Den Erl hab ich kalt vernietet und das ging überaschenderweise recht einfach. Mini-Hammer und sehr schnelle Schläge und schon wars vernietet.

    Allerdings meine ich, dass eine Art Fischhaut im hinteren Teil des Griffs noch das "I"-Tüpfelchen wäre...
    Jetzt ziehe ich erstmal die Schärfe auf und dann sehe ich ja, ob ich noch was am Griff ändere.

  27. #116
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Hallo Schäferschmied,
    Tolles Ergebnis! Auf Bild 3 sieht man gut, woher das Wort "Handarbeit" kommt. klasse gemacht! Den Griff würde ich so lassen wie er ist.
    Gruss
    Felix

  28. #117
    Registrierter Teilnehmer MF-Mitglied Avatar von Jubei
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Hallo Alex, der Griff erinnert mich irgendwie etwas an Extrema Ratio; hat was. . Egal wie schick der Griff aber auch ist, bei so einer schönen Klinge ist das fast nebensächlich. Saubere Arbeit!
    Ich wollte noch mal wegen deinem "compound-americanized-tanto-grind" nachhaken. Hast du da noch ein paar Versuche in Arbeit und würdest uns vielleicht sogar an der Technik teilhaben lassen? By the way, ich hoffe deine "Erl-Verletzung" ist gut verheilt.
    "Gut Ding will Weile haben..."

  29. #118

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Guten Morgen,

    vielen Dank für die netten Beiträge, freut mich sehr

    @Jubei: Den "compound-americanized-tanto-grind" bezeichnet hier den unterschiedlichen Schliff innerhalb einer Klingenlänge? Da habe ich gestern eine Art Kurki begonnen, Hohlschliff für die ersten ~8cm und dann balliger Schliff für den Rest. Schaut bisher - trotz der Länge - recht vielversprechend aus. Ich kann da heute Abend mal ein Foto machen.

    Meinst Du eben diese Art von Anschliff?

  30. #119
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    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

    Hallo Alex,
    gemeint war der Messer-Anschliff aus Beitrag #112, ich schaue wohl zu viele englisch-sprachige Messervideos auf youtube. Der Übergang zwischen Flach- und Hohlschliff ist bei der Klinge ja noch nicht ganz perfekt aber da fehlt vermutlich nicht mehr viel. Deshalb interessiert mich sehr, wie du dabei vorgegangen bist und ob noch weitere ähnliche Klingen bei dir in Arbeit sind. Hast du erst den Flachschliff angebracht und dann den den Hohlschliff nachgezogen?
    Viele Grüße, Timo
    "Gut Ding will Weile haben..."

  31. #120

    AW: Ich lerne schmieden - Fotos der entstandenen Klingen

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    Da die Esse bzw. der Schornstein umgebaut wird, kann ich aktuell nicht schmieden. Das ist natürlich etwas frustrierend, da ich wieder zig Ideen -zumindest geistig - skizziert habe und ich hier immer sofort beginnen will.
    Hilft nix, muss ich eben mal warten.

    Es ist ja nicht so, als ob ich nichts anderes machen könnte....bspw. eine der zahlreich rumliegenden Klingen weiter zu bearbeiten. So habe ich vor einigen Tagen mit einer Variation eines Kukri - wenn man es noch so nennen kann - weitergemacht.

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Kukri_7.jpg 
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    Die Konturgebung ist nun nicht wirklich interessant, aber der unterschiedliche Anschliff ist es vielleicht. Der Grundgedanke ist und war, dass im Bereich ~8cm nach dem Griff feiner gearbeitet, geschnitten, geteilt, usw. wird, als im vorderen Bereich der Klinge. Deswegen habe ich hier einen Hohlschliff eingezogen. Der Rest der Klinge ist flach zu ballig geschliffen. Ich erhoffe mir hier ein zusätzliches Plus an Stabilität, vor allem im Spitzenbereich.

    Der Anschliff ist ganz gut gelungen, soweit keine grossen Hauer sichtbar. Natürlich ist schon noch der ein oder andere Milimeter zu optimieren, aber im Grunde bin ich zufrieden. Der ballige Anschliss muss nochmal gezogen werden, das ist eindeutig klar.

    Allerdings muss ich schon sagen: Hohlschliff aufziehen ist nicht leicht, das bedarf einiges an Übung.

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    Es wird hier wieder einen Sprengring geben, das ist schon mal sicher. Da die Klinge unter der Rubrik "Werkzeug" läuft, wird es einen recht einfachen Griff aus Esche geben.
    Geändert von Schäferschmied (16.06.16 um 09:27 Uhr)

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