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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wieder ein Japaner



Torsten Pohl
11.09.10, 17:25
Den hab ich heut mal aus nem Stück C60 gemacht.
Alles per Hand incl. dem aufdornen des Hauses, eigentlich nur um die neuen Dorne zu testen die ich dafür gemacht habe.
Der Stiel passt offensichtlich perfekt, das scheint also zu klappen, auch der Winkel ist bewusst so gehalten und war leicht umzusetzen, ich bin soweit zufrieden.

Stiel ist Esche, und mit hilfe meiner Copiereinrichtung auf der Drechselbank, auf die typisch deutsche Schlosserhammerhaptik getrimmt.
Dabei stellte sich mir folgende Frage, da ich ja den Wuchs des Holzes berücksichtigen kann, wie sollte das tatsächlich einfließen.
Hm gute Frage oder, ich denke so ist das OK und das 1,5kg Kerlchen zieht wirklich gut und liegt gewohnt ruhig in der Hand.
Verkeilt ist er allerdings mangels Holzleim noch nicht.

Tschau Torsten

http://up.picr.de/5180167.jpg

http://s1.up.picr.de/5180169.jpg

http://s2.up.picr.de/5180172.jpg

peles
11.09.10, 17:54
Hallo Thorsten!
Tollen Hammer hast du da gemacht...
Ich nehm mir heraus deine Frage zum Holz zu beantworten...
wenn du die Wuchsrichtung des Holzes miteinbeziehen willst solltest du die Jahresringe vom Hirnholz aus gesehen stehend zur Schlagrichtung und nicht liegend wie jetzt(sieht man deutlich am letzten Bild) einsetzen da die Biegefestigkeit in diese Richtung höher ist... also quasi den Stiel um 90° um die Längsachse drehen...
lG.Jakob

Bernhard1984
11.09.10, 19:22
Hallo Torsten - der Hammer ist der Hammer!

Zum Stiel: Die Lagen stehen genau in der falschen Richtung, müsste 90° gedreht werden, sodass die Lagen hochkant und nicht quer stehen.

gmo
11.09.10, 19:32
Hallo Torsten,

ein Klasse-Werkzeug hast Du da wieder hergestellt. :super:

Gruß
Gerd

Geonohl
11.09.10, 21:13
Zum verkeilen ist Leim eigentlich nicht nötig.
Je nach Form des Auges nehme ich für Stiele 3 bis 5 Keile.
Einen Keil in der Längsrichtung und einen Quer dazu (das sind natürlich zwei einzelne deshalb 3). Bei den sehr "langen" Augen, von Äxten, auch 5 Keile. Für die Keile säge ich dünne Schlitze in den Stiel.

Torsten Pohl
12.09.10, 21:13
Nabend,

danke fürs Feedback und eure positiven Äußerungen dazu.

Also um 90grad drehen, das sollte kein Problem beimnächsten sein werds mir merken, danke!!!

Zu den Keilen da hast du schon recht ich nehmen da gerne selbstgeschnittene Hartholzkeile ich finde wenn man diese verleimt sitzen sie wesentlich besser, kann aber auch sein das es bisher einfach bei mir nur so am besten geklappt hat, und klar muß da noch ein Schlitz rein im Moment ist der nur soft reingeklopft.

Tschau Torsten

Torsten Pohl
13.09.10, 22:46
einfach ein schönes Bild oder??
Von links nach rechts...
Stück C60,
Dorne,
ein Stück frisch gedornt,
ganz rechts grob in Form gebracht, noch lange nicht fertig aber man sieht was es werden soll:D:D, erste anprobe halt....., das sah kurz vorher genauso aus.......

Tschau Torsten

http://up.picr.de/5203069.jpg

http://up.picr.de/5203094.jpg

gmo
14.09.10, 20:39
Hallo Torsten,

das ist ein schönes Stück Handwerkerarbeit. :super: Bin schon auf das Endergebnis gespannt.

Grüße
Gerd

Torsten Pohl
14.09.10, 22:41
Hy Gerd

bin gerade im Aufdornfieber das macht mal wieder richtig Spaß wenns läuft, was aus dem Klotz in der Mitte werden soll weiß ich noch nicht so genau, die Axt/Beil wird fürn Kumpel zum Blockhausbau, die muß ich noch ein wenig austreiben ist noch zu dick.

Tschau Torsten

Torsten Pohl
15.11.10, 17:24
So der ist heute endlich auf die Reise gegangen, und da der Empfänger hier mitliest, viel Spaß damit.

Tschau Torsten

http://up.picr.de/5650357.jpg

schlosswalker
16.11.10, 23:26
Hallo

Schöner Japse!!
Aber 1.8Kilo? Wow
Ich habe mir bei Marcus Balbach einen 2kilo Japaner machen lassen. Hab ich etwas bereut. Durch die Form zieht der dermaßen nach vorne das er für mich nicht so ohne weiteres händelbar war. Sauberes arbeiten und eben nicht verkannten ist schwer. Ob die 200gramm jetzt was ausmachen weis ich aber jetzt auch nicht.
Mich persönlich würde vom Empfänger interessieren wie er damit klar kommt.
Bei mir mag es vielleicht auch an der fehlenden Routine liegen das ich etwas Probleme haben.
Erfahrungsberichte fänd ich, was das Gewicht angeht, sehr interessant.

Grüße
Thomas

sanjuro
17.11.10, 16:44
.....Aber 1.8 Kilo?......Ich habe mir bei Marcus Balbach einen 2-Kilo-Japaner machen lassen. Hab ich etwas bereut. Durch die Form zieht der dermaßen nach vorne, dass er für mich nicht so ohne weiteres händelbar war. Sauberes Arbeiten und eben nicht verkanten ist schwer. Ob die 200 Gramm jetzt was ausmachen, weiß ich aber jetzt auch nicht....
Natürlich hängt die Beherrschung des Hammergewichts von der Körperkraft und der Übung ab. Aber Deine Erfahrung kann ich im Prinzip bestätigen:

meinen 2 kg-Japaner kann ich nur für grobe Arbeiten (und nicht lange) einsetzen, was nur z.T. mit dem etwas zu dünnen Stiel zu tun hat. Der Hammer ist einfach heftig, und die Wirkung (Druck pro Flächeneinheit) ist schon mit einem deutlich schwereren Hammer von hier üblicher Bauart vergleichbar.

Mein 1,6 kg-Japaner ist mit ein wenig Übung gut zu bewältigen, man darf aber während eines Schmiedetags weder in Kondition noch in der Konzentration nachlassen. Die Arbeitsleistung des Hammers ist nach meinem Gefühl in Relation zum moderaten Gewicht sehr gut.

Dann habe ich noch einen 0,8 kg-Japaner und der macht bei kleinen Schmiedewerkstücken richtig Spaß - der tanzt nur so!

Im Prinzip scheinen mir Hammergewichte von ca. 1.300 bis 1.600 g für diesen Hammertyp bei normalen Schmiedeaufgaben (z.B. Messerklingen) völlig ausreichend zu sein.

Gruß

sanjuro

Torsten Pohl
17.11.10, 19:58
Nabend
ich seh das ähnlich wurde halt so gewünscht. 1,8kg geht gerade noch so.
Ich würde die reine Umformleistung eines Japaner ohnehin deutlich höher einschätzen als eine andere bekannte Form, aber das ist nur mein Eindruck den ich natürlich nicht irgendwie belegen kann.
Ich selbst nutze da sozusagen ne kleine Auswahl, von 1kg bis 2kg und habe da nicht nur welche im gebrauch die ballig treiben denn da gibt es auch noch andere Varianten in Japan.
Seit ich dieses Thema für mich entdeckt habe will ich persönlich gar nichts anderes mehr haben, da ich mit dieser art Hämmer wesentlich besser zurecht komme.
Aber, und das muß man beachten wenn man sich darüber unterhällt, ich verwende diese Hämer ausschließlich für das Klingenschmieden und nicht fürs Kunstschmieden da ziehe ich andere vor, gerade weil sie so sind wie sie sind, ist ein verkanten (besonders ärgerlich bei geringen Querschschnitten oder nahe am Endmaß!) kaum möglich, die haptik selbst ist deutlich anders und bei mir haben sich die Schmerzen im Armgelenk bei normaler Schmiedezeit die ich so habe, deutlich gegen null verringert und treten nur noch auf wenn ich es mal wieder maßlos übertreibe.
Gerade zB. beim Feuerschweißen empfinde ich die ballige Treibweise des Standard Japaners als wesentlich sicherer bei überlappendem schmieden, gut möglich das dies aber nur bei mir so ist.

Generell ist es meiner Meinung nach auch so das man sich auf einen Japaner wirklich einlassen muß, entweder man mag ihn oder eben nicht.
Mir zB. war es ein grauss den japanischen original Stiel bzw. seine Form beizubehalten denn damit komme ich nicht zurecht, daher verwende ich ausschließlich Eschestiele kopiergedrechselt, Bauform identisch zum 1,2kg Schlosserhammer (aber halt eben kein Baumarktmüll!) und verbinde so gewohnte Haptik mit japanischer arbeitsweise.
Natürlich ein Spagat zwischen den Welten aber einer der zumindest für mich passt.

Tschua Torsten der seine Japaner wirklich liebt.

gnilreh
17.11.10, 21:05
Moin!

Ich oute mich mal als den "Auftraggeber"...
Ich habe bisher noch keine große Erfahrung im Schmieden, außer einem kurzen Plausch mit Freddie Badger letztes Frühjahr und einigen aus alten Feilen gehauenen Flacherlklingen (die ich in meinen Augen und für meinen Stand des Könnens als gelungen bezeichnen möchte)...

Ich bin aufgrund dieses Threads neugierig geworden und habe, da ich mit einem 2kg Schlosserhammer ganz gut klar komme, Torsten gebeten, mir einen in eben dieser Gewichtsklasse anzufertigen...

Wie ich damit zurechtkomme wird sich erweisen. Falls es Torsten recht ist, werde ich hier berichten...

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt!

Schöne Grüße,
Dom

Torsten Pohl
17.11.10, 21:55
Natürlich ist es mir recht wenn du drüber berichten wirst, egal ob und wie du zufrieden bist oder auch nicht!!!!!

Nichts ist wichtiger als vielfältige Erfahrungen aus denen wir alle lernen können.

Tschau Torsten

hellmut667
23.02.11, 17:35
Ich habe mal eine Frage zum Querschnitt der Japaner: hat die runde "Tönnchenform" eine technische Bedeutung, oder ist das einfach eine Tradition bzw. Schöheitskonvention?
Aus Japan kenne ich nur diese runde Form, aber in Europa gab es dieselbe ja auch mal in viereckig (vor so ca. 1000 Jahren, vgl. Mastermyr-Fund)

MFG
Helmut

ToniMang
23.02.11, 17:54
Super Teil!
:super:

Torsten Pohl
24.02.11, 22:09
Tja wirklich gute Frage die ich dir so genau mangels eigenem tieferem Wissen nicht beantworten kann.
Fakt ist das ist wohl die absolute Stadardform der Japaner und wird sehr oft eingesetzt wenn es darum geht das Material gleichmäßig in alle Richtungen zu treiben.
Durch die Form selbst lässt sich damit wesentlich entspannter vor allem Gelenkschonender arbeiten , ich zumindest habe seitdem ich diese Hämmer benutze keine probleme mehr mit den Gelenken.

Die Japaner kennen sehr wohl aber auch die Form wie sie von dir beschrieben wurde, diese verwenden sie nach wie vor zum Längs oder Quertreiben, schlichten, richten etc.. natürlich in Abhängigkeit zur Kopfform.
Bei den Tonnenartigen ist es relativ leicht möglich sehr dünn auszuschmieden, unkontrollierte Macken im Material oder gar punktuelle Durchschläge selbst bei gröbster Misshandlung des Werkstückes kaum möglich.

@Tonmang danke fürs Kompliment

Tschau Torsten

hellmut667
27.02.11, 15:16
Aha, na das wirft doch schon mal etwas Licht auf die Sache!

Nach einer etwas intensiveren Google-Befragung sind mir inzwischen auch tatsächlich eckige Japaner in klein und groß über den Weg gelaufen (wie sich das anhört:D)

Aber die Vorzüge der runden Form sind mir bis zu Thorstens Antwort noch nie klar geworden. Vielen Dank dafür!
Das werd ich mal bei Gelegenheit ausprobieren :teuflisch

Cheers
Helmut

Torsten Pohl
03.12.11, 21:56
Nein das mach ich nie wieder, war ne echte Quälerei den Ballbach Damast zu dornen.
Aber die Freundschaft zum Empfänger macht das mehr als wert.
Auch dies ist übrigends eine durchaus übliche Form.
Der eckige Korpus/Haus verjüngt sich leicht und wird zum runden balligen Kopf.

Da er morgen schon weg ist hab ich trotz äußerst bescheidener Lichtverhälltnisse versucht ein halbwegs erträgliches Bild hinzukriegen und Ihn wenigstens mal zu zeigen. Der war und ist zum arbeiten gedacht, nix für die Vitrine.
Gewicht so ungefähr 1,4kg, ich würde sagen einem 2kg Schmiedehammer an Zugkraft jederzeit überlegen.:D


Tschau Torsten

Ookami
04.12.11, 08:23
Sieht auf jeden Fall toll aus.

Wegen dem Aufdornen hättest doch du doch auch einen Eisenkörper mit aufgesohlter Damast-Bahn machen können. Ich finde das irgendwie schade, dass soviel guter Damaststahl eingesetzt wurde, wo er überhaupt keinen Mehrwert bringt. Ist natürlich nur IMO.


Ookami

Torsten Pohl
22.02.12, 15:47
und zwar zu einem hier im Forum sehr bekanntem Schmied (oute dich selbst wenn du willst:D),
dem ich vor gefühlt ewigen zeiten versprochen habe ja ich mach dir einen mit min. 1,5kg.
X-mal hab ich ihn vertröstet, ja das ist schei...!!!!
Ich könnte jetzt sagen viel zu viel zu tun, oder sonst was.
Aber das ist mein Problem wenn ich mir selbst zuviel auflaste!!!

Korekt ist ich hatte einige Bauchschmerzen mit dem Ding.
Meine bisherige Form lies das nicht zu ohne zu lang zu werden oder in einer Designtechnischen Katastrophe zu enden.
Zu lang bedeutet das die haptik sich ins negative verändert, die Ambosshöhe nicht mehr passt usw..
Zudem wollte ich es unbedingt schaffen die für geschmiedete Hämmer gültige DIN 1041 halbwegs einzuhalten, damit das Teil nicht für den Nutzer gefährlich wird.
Ganz war dies nicht möglich da sich die Härten der DIN und die arbeitsweise eines Japaners auf dem Amboss nicht zu 100% vereinbaren ließen.
Mit Prüffeilen bewaffnet hab ich also, alle in reichweite befindlichen Ambosse bzw. deren Bahn getestet und so ist der Kopf des Hammers gemittelt etwa 2hrc unter dem der Bahn gängiger Ambosshersteller.
Ein Chinesicher Gussamboss unterster Qualität lässt sich damit in Stücke schlagen ohne das der Hammerkopf kratzer hat::teuflisch:D

Tja das passte aber der Hammerkopf aus dem Wunschmaterial pilzte dennoch zu schnell auf das machen zwar alle echten Japaner irgendwann und müßen nachgeschliffen werden, aber so nicht, nicht mit mir, also auf zur Materialschau was gibts, was kommt in Frage und nein ich sags nicht was es ist, aber jetzt passt die Chose.
Und zwar nicht nur die Härte sondern auch die Zähigkeit.

Jetzt wollte ich natürlich nicht das der zukünftige Nutzer, Prüfkandidat spielt und habe den erst mal selbst ausgiebig getestet, ich muß sagen bin richtig Stolz drauf.

Aus diesem first run ist also noch einer zu haben, einer nämlich der hier gezeigte geht morgen in die Schweiz und einer bleibt bei mir.
Also wirklich sorry in die Schweiz, das dies solange gedauert hat, hoffe wir bleiben dennoch Freunde.

Tschau Torsten

Achja die in Bild 2 zu sehende Japanisch inspirierte Japdmesser, dient nur zum Größenvergleich. (gesamtlänge des Messers 46cm!), und wird wenn fertig gesondert vorgestellt.

SYD
22.02.12, 17:59
Gude Torsten,

sieht ja wieder mal nach einer erstklassischen Arbeit aus. Ich nehm den einen.

Gruß

Frank

dermike
25.09.18, 20:02
Ja, ich weiß, alt und vergessen.
Aber: was ist eigentlich der Vorteil dieser so einseitigen Hämmer ?
Die Japaner sind doch auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Der Schwerpunkt nahe der Mitte ist doch vorteilhafter, oder etwa doch nicht ?
Ich kann an dieser Struktur nichts vorteilhaftes erkennen.
Interessant trotzdem.

dermike