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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anwärmbrenner



Schwatvogel
15.04.09, 11:58
Morgen,
ich habe gerade nach einem Brenner das Internet abgesucht und keinen gefunden. Ich stelle jetzt hier die Frage, weil ich denke, dass hier am ehesten Leute vorhanden sind, die sich mit dem Funktionsprinzip von Gasbrennern auskennen. Allerdings geht es diesmal nicht um einen Venturi...

Das warum und weshalb mal außen vor gelassen möchte ich einen Brenner bauen, der ein Kupferrohr (15cm Durchmesser) so gleichmäßig wie möglich so heizt, dass drinnen ca. 200° herrschen.
Kontrolle mache ich via Termometer, Feinregulieren geht also einfach über einen Druckregler.
Ich dachte mir eine Konstruktion aus drei parallelen, einseitig verschlossenen Rohren, in die ich einfach alle paar Centimeter ein kleines Loch bohre. Gasflasche, Regler, Rohre, so einfach hatte ich mir das gedacht.
Würde das funktionieren?
Brauche ich für so geringe Leistungen eine interne Luftzufuhr im Brenner oder reicht der Sauerstoff der Umgebung aus?
Wie groß müsste ich die Löcher dimensionieren?

Ich bin wirklicher Neuling auf dem Gebiet, aber ich habe fast nichts im Netz gefunden. Alle Artikel beschäftigen sich mit Venturis, nicht mit kleinen Brennerchen.

Torsten Pohl
15.04.09, 15:53
Hy

was du bauen willst bzw planst ist ein atmosphärischer Brenner , das Prinzip solltst du mit etwas Suchen irgendwo im Netz finden.

Nur so als Warnung diese Brenner sind nicht so einfach aufgebaut wie sie aussehen,lauf en i.d.R mit 30-50mbar und müssen daruaf ziemlich genau abgestimmt werden damit sie die Flamme nicht in Rohr zurückbrennt und irgendwann in der Gasflasche ankommt!!!

Und dann mach dir klar das eine Gasflamme egal wie groß sie ist immer wesentlich heißer brennt als mit 200Grad, du mußt die entstehende Wärme also verteilen so das überall dein wunschwert ankommt was am leichtesten über zwischenspeichern in einem Überträgermedium passiert.
Dies kann zB. ein Schamottestein sein (Pizzaofenprinzip ).
Sag halt mal was du da bauen willst vielleicht kann ich dir konkreter helfen und wenns gar nicht Messerbezogen ist dann halt auf ner anderen Ebene!

Tschau Torsten

Schmiedeglut
15.04.09, 17:43
Ich tippe auf einen Härteofen der mit Gas betrieben werden soll ;)

Falls ich richtig liege, dann schau mal in der Suchfunktion mit meinem Namen und dem Suchwort "härteofen". Ich hatte schonmal einen Thema dazu gestartet wo einiges zusammengetragen wurde.

Herzliche Grüße aus Fulda

Nandger

Schwatvogel
15.04.09, 22:52
*hust* ...Sinn... *hust*

Es hat nichts mit Messern zu tun.
Ich schreibe wirklich nur in diesem Forum, weil hier die Handwerker sind, denen ich das Wissen zutraue.
Es geht darum, ein Kupferrohr, 10cm Durchmesser, 1mm Wandstärke, beidseits verschlossen, auf ~220° Innentemperatur zu bringen, indem ich einen Brenner darunter halte.

Das Ding mit der zurückschlagenden Flamme ist eigentlich meine Hauptangst. Regelbar muss ja gar nicht dringend sein. Man kann die Temperatur durch Höhen und Seitenverstellung einfach variieren. 50mbar Druckregler hab ich hier noch in Mengen rumfliegen.
Ich habe wirklich versucht, irgendwas bei Google zu finden, aber entweder ich habe über Nacht meinen Mojo verloren oder es gibt wirklich sehr wenig zu lesen.
Ich habe was von 0,5mm Löchern gelesen, sonst bin ich nach mehreren Stunden so klug wie vorher.

Ich frage mich, ob ich einfach ein paar alte Bunsenbrenner kaufen sollte, dann reduziert sich die Fragestellung darauf, wie ich die Hitzeverteilung homogenisiere und wie hoch der Druck ist, der aus den Laborhähnen kommt...

sanjuro
16.04.09, 01:43
.....Es geht darum, ein Kupferrohr, 10cm Durchmesser, 1mm Wandstärke, beidseits verschlossen, auf ~220° Innentemperatur zu bringen, indem ich einen Brenner darunter halte......
Ich hoffe, dass das Kupferrohr nicht hermetisch an beiden Seiten verschlossen sein soll....
Ansonsten sind die Empfehlungen doch konkret genug, dass Du abschätzen kannst, wie hoch der Aufwand wäre.

Für einen Kenner der Materie ist alles leicht! Aber Du hast ja nicht einmal die für den Brennerbau erforderlichen Düsen erwähnt, daher denke ich, es wäre Dir ganz leicht geholfen, wenn Du einen kompletten Dachdecker-Brenner aus dem Baumarkt nähmest. Er kostet nicht viel und lässt sich einigermaßen regeln - notfalls kann man ihn auch mit einer kleineren Düse ausstatten.

Kupfer ist ein ausgezeichneter Wärmeleiter; die 220°C sollten leicht erreichbar sein.

Gruß

sanjuro

Ole
16.04.09, 08:10
Wie immer lässt sich bei den Glasbläsern was über einen solchen Brenner finden.
Check das (http://www.joppaglass.com/burner/d_burners.html)mal

Ein passendes Mischrohr (Venturi) brauchst Du aber in jedem Fall für eine saubere Verbrennung.
Daß die Flamme in die Gasflasche zurückschlägt braucht man unter normalen Umständen nicht zu fürchten, da Propan ohne Sauerstoff nicht brennbar ist. Ein mulmiges Gefühl bleibt aber doch, bis der Brenner richtig läuft.
Gruß
Ole

Sven
16.04.09, 09:53
220°C ?
Warum tust du das Rohr nicht einfach in einen Backofen oder einen kleinen Hähnchenbräter?

Wie lang ist denn das Rohr?

Ciao Sven

Schwatvogel
16.04.09, 10:54
Danke für den Link, Ole.
Ich muss also doch durch ein Venturi-Rohr vorher Umgebungsluft ansaugen. Nach Kenntnisnahme diverser Konstruktionen sieht die Ausführung für mich nicht allzu schwierig aus.

Ein Sanitärkupferrohr ist die Ausgangsbasis, auf das ein Reduzierstück gelötet wird, das mit einer Kappe verschlossen wird. Ein kleines Loch (Durchmesser Y) in der Kappe fungiert als Düse. Ein weiteres Rohr von der ursprünglichen Dicke wird umlaufend mit großen Bohrungen (Durchmesser Z) versehen und an die Schulter des Reduzierstücks gelötet. Fertig ist der Venturi, Prinzip geklaut vom ollen Bunsen. Eine Überschubhülse reguliert den Luftstrom. Eine Lochscheibe verwirbelt = vermischt die Gase im Rohr.
Das weiterführende Rohr wird am Ende verschlossen und mit Löchern (Durchmesser X) versehen.

So weit richtig? Jetzt fehlen mir nur noch die Dimensionen für X, Y und Z.

P.S. Hartlöten versteht sich.

Ole
16.04.09, 19:46
Anfangen solltest Du mit der Düse.
Je nachdem wie lang Dein Brenner sein soll muß sie eine ausreichende Menge Gas durchlassen um bei der
Umgebungstemperatur t1 und einem Wirkungsgrad X das Volumen Z auf eine Temperatur von t2=200°C zu bringen.
Ein Thermodynamiker könnte das sogar ausrechnen. Ich würd schauen ob du nicht was Austauschbares
einbauen kannst (Kanülen oder Düsen von Hartlötbrennern)
Die Mischscheibe kannst Du Dir denke ich sparen.

Dann mit einer Geeigneten Anzahl Auslasslöcher anfangen und schauen wie das Ding läuft. Auch mit dem Abstand von
Düse zum Mischrohr experimentieren.
Wenn die Flammen hinten aus dem Mischrohr schlagen, dann eine kleinere Düse nehmen oder weniger Druck
oder mehr Löcher oder Durchmesser der Löcher vergrößern...

Sonst schau doch mal im Baumarkt oder Campingfachhandel nach einem 2-Flammigen Gaskocher.
Die sind genau so aufgebaut (nur die Luft ist nicht regelbar).
Die runde Flammplatte abflexen und Dein Kupferrohr auflöten (hart!), mit der Anzahl und dem
Durchmesser der Löcher experimentieren, fertig!

Das ganze ist natürlich keine Bauanleitung mit Garantie, wer das also nachbaut sollte wissen was Er da macht,
sich mit gas auskennen und sämtliche
Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Natürlich alles auf eigene Gefahr!

Viel Spaß
Ole

Feile
16.04.09, 21:02
Hallo Schwatvogel,

eine Schlauchbruchsicherung solltest Du mit einplanen.

MfG Feile

Schwatvogel
16.04.09, 22:31
Danke schonmal.
Ein feines Netz sollte das Zurückschlagen der Flamme verhindern, wenn ich mich richtig an den Chemieunterricht erinnere.
Wichtig ist die Information, die leicht in Gedankendrehern untergehen kann, dass eine zurückschlagende Flamme zu viel und nicht zu wenig Druck heißt.
Dann werde ich mal ausprobieren...

sanjuro
17.04.09, 00:54
....Ich muss also doch durch ein Venturi-Rohr vorher Umgebungsluft ansaugen. Nach Kenntnisnahme diverser Konstruktionen sieht die Ausführung für mich nicht allzu schwierig aus.

Ein Sanitärkupferrohr ist die Ausgangsbasis, auf das ein Reduzierstück gelötet wird, das mit einer Kappe verschlossen wird. Ein kleines Loch (Durchmesser Y) in der Kappe fungiert als Düse. Ein weiteres Rohr von der ursprünglichen Dicke wird umlaufend mit großen Bohrungen (Durchmesser Z) versehen und an die Schulter des Reduzierstücks gelötet. Fertig ist der Venturi, Prinzip geklaut vom ollen Bunsen.......
No, das Venturi-Prinzip ist etwas ganz anderes. Es geht dabei um eine Beschleunigung des Gasstroms, der zunächst eine Engstelle im Brennerrohr passiert. Danach weitet sich das Brennerrohr innen konisch auf, was zu einer Expansion der Gase und der erwähnten Beschleunigung führt. Venturi-Brenner sind die leistungsfähigsten atmosphärischen Brenner.

Was Bunsen dabei ausgenutzt hat, ist lediglich der im Brennerrohr durch das strömende Gas entstehende Unterdruck. Dieser saugt Luft durch eine in der Größe verstellbare Öffnung an und mischt sie mit dem Gas. Das Gerät wurde noch verbessert (TECLU-Brenner). Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch die Wasserstrahl-Vakuum-Pumpe.

Gruß

sanjuro

Ole
17.04.09, 07:19
Wenn wir es dann doch soo genau haben wollen, dann nennen wir es eben Injektorbrenner.
Das physikalische Prinzip dürfte das gleiche sein. Venturis haben eben nur eine Strömungstechnisch optimierte Geometrie.

Viel Spaß beim Kaffeerösten

Ole

Schwatvogel
17.04.09, 12:21
Tatsächlich, Venturi ist anders. Strahlpumpe ist wohl der Terminus Technicus.

@Ole: Verdammt, erwischt... :steirer: