PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fotodokumentation HL Damast (Paketaufbau)



Claymore
23.09.06, 20:26
Hier kommt nun die Dokumentation zum entstehen der Damastpakets, was ich im Thread 'Damastschmieden in der Sonne' mit einem gewissen Spaßfaktor gezeigt habe.


Diesmal aber ernsthaft, wobei ich hoffe das das Interesse an dem Beitrag genausogroß ist.
Da es etliche Bilder sind werde ich den Beitrag in Etappen erstellen müssen.


Auf Bild 1 ist das fertig zusammengestellte Paket zu erkennen
Die Maße sind ca. 150mm lang x 75mm hoch x 30 mm breit.
Alles in allem ein eher kleines Paket ( ca. 2,6 kg), daß es aber in sich hat.


Bild 2 zeigt die einzelnen Lagen des Damastpaketes.
Es besteht aus je
6 Lagen manganhaltigem Werkzeugstahl 1.2842
6 Lagen Wolframlegiertem Werkzeugstahl 1.2519
und
5 Lagen Nickelhaltigem Stahl.

Auf Bild 3 Kann man die abwechselnde Zusammenstellung der einzelnen Lagen erkennen.


Warum ich grade die Kombination 6/6/5 genommen habe ?

Nun Die Bleche aus 1.2842 und 1.2519 ( aus der Sammelbestellung Werkzeugstahl)
haben grade Abschnitte für je 6 Stück ergeben ohne das es zu Abfall kommt.

Beim Nickelhaltigen Stahl habe ich auf Materialrecycling gesetzt und wie in Bild 4, 5 und 6 zu erkennen ist einen Geschützrohrabschnitt verarbeitet, den ich in der Mitte geteilt habe
und wie auf Bild 7 zu sehen flachgeschmiedet habe.

Das ausgeschmiedete Rohrstück, ergab 5 passende Lagen für das Damastpaket.

Das ganze im Paket zusammengebaut und ab in den Ofen.


Demnächst gibt es dann mehr.



gruß

Peter

AchimW
23.09.06, 21:28
Hey Peter, bin mal gespannt, was Du daraus für ein Muster zauberst und wie das dann am Ende aussieht.

Das ist ja bis auf den Nickelstahl die gleiche Zusammensetzung wie bei unserem 2-Tonnen-Batzen. Da haben wir anstelle des Geschützrohres allerdings 75Ni8 verwendet. Das macht schmiedetechnisch aber wohl nicht den Unterschied aus. Gut rothart wird das Paket ja eher durch den Wolframstahl. Da kenne ich mehr als einen, die solche Materialien meiden, weil sie schmerzende Arme davon bekommen. :D

Jedenfalls gibt das technisch und optisch (wegen der 3 "Farben") einen tollen Damast.

Achim

Vampyr
24.09.06, 01:56
Mich würde ja mal brennend interessieren, wo ihr immer diesen Kanonenrohrstahl für euren Damast hernehmt. Die Reportagen über Markus Balbach habe ich ja schon gesehen. Da wurde gesagt, dass das ein streng geheimer Stahl sei.
Wie kommt ma also an so ein Zeug?

Auf das Ergebnis bin ich ziemlich gespannt. Hast du dir schon überlegt, was du daraus machen willst? Nur ein "normales" Messer oder was besonderes?

Feile
24.09.06, 21:06
Diesmal aber ernsthaft, wobei ich hoffe das das Interesse an dem Beitrag genausogroß ist.

Mit Sicherheit :super: :super:
MfG Klaus

Wrangler
25.09.06, 13:10
Tja Peter,

dann erspar´ Dir mal die Muckibude und hau ordentlich dauf! :D :super:

Geonohl
25.09.06, 19:00
Da hätte ich mal ne Frage: Der glühende Stahl des Geschützrohres sieht so aus, als gäb`s keinen Zunder darauf (da sind an der Seite noch die Riefen vom Trenschleifer zu erkennen?!). Wie wird das erwährmt oder liegt das an dem Material selbst?

Claymore
26.09.06, 11:36
Hey Peter, bin mal gespannt, was Du daraus für ein Muster zauberst und wie das dann am Ende aussieht.

Das ist ja bis auf den Nickelstahl die gleiche Zusammensetzung wie bei unserem 2-Tonnen-Batzen. Da haben wir anstelle des Geschützrohres allerdings 75Ni8 verwendet. Das macht schmiedetechnisch aber wohl nicht den Unterschied aus. Gut rothart wird das Paket ja eher durch den Wolframstahl. Da kenne ich mehr als einen, die solche Materialien meiden, weil sie schmerzende Arme davon bekommen.

Jedenfalls gibt das technisch und optisch (wegen der 3 "Farben") einen tollen Damast.

Achim

Hi Achim,
an ein bestimmtes Muster habe ich bislang nicht gedacht.
Ich werde das Paket auf ca. 400 Lagen bringen und dann eine Probeklinge ausschmieden aus wildem Damast oder mit eingeprägten 'Wellen'.

Der Nickelstahl macht beim Verarbeiten keine Probleme. Das Runterschmieden des Rohrtückes hat gezeigt,das er in Hinsicht auf Rothärte auch nicht ganz ohne ist.
Aber die 'Mimose' in dem Trio ist der 1.2519.
In Sachen Rothärte und Zähigkeit beim Runterschmieden ergänzen sich der Wolframstahl und der Geschützrohrstahl ganz gut.
Was der eine nicht hat, das hat der andere.
Der 1.2842 ist da ein ganz harmloser Geselle der den anderen dann vielleicht zuflüstert: Wehrt euch nicht, hat doch 'eh' keinen Zweck.
Platt gemacht werden wir sowieso :D



@Vamphyr
das mit dem Streng 'geheim' ist so ne Sache.
Ich bekomme den Stahl über einen Bekannten, der sich ein gewisses Kontingent zugelegt hat.
Alles ganz legal, er hat vorher sogar eine'amtliche' anfrage diesbezüglich gemacht.
Seine Quelle kenne ich auch nicht.


@Wrangler
die 'Muckis' brauch ich eh bloß zum Posen auf Austellungen :D
In der Werkstatt macht das mein Lufthammer :D



Da hätte ich mal ne Frage: Der glühende Stahl des Geschützrohres sieht so aus, als gäb`s keinen Zunder darauf (da sind an der Seite noch die Riefen vom Trenschleifer zu erkennen?!). Wie wird das erwährmt oder liegt das an dem Material selbst?


Ich schmiede und damasziere in selbstgebauten Gasessen.
Da ist die Verzunderung sehr gering.
Zum Teil liegt es auch am Material selbst, das schon eine gewissw Korrosionsbeständigkeit hat.
Aber auch ein einfacher C-Stahl sähe nach dem Erwärmen in etwa so aus.



gruß
Peter

Schmiede Markus Balbach
26.09.06, 12:00
[QUOTE=Claymore;306710]
@Vamphyr
das mit dem Streng 'geheim' ist so ne Sache.
Ich bekomme den Stahl über einen Bekannten, der sich ein gewisses Kontingent zugelegt hat.
Alles ganz legal, er hat vorher sogar eine'amtliche' anfrage diesbezüglich gemacht.
Seine Quelle kenne ich auch nicht.



....so verkauft z.B. Horst Heinle legal Kanonenrohrstahl.
Nur ist es eben nicht der vom Leo-I Panzer, sondern von anderen Panzern. Und diese anderen Stähle(Kanonenrohre) sind legal zu beziehen.
Wer dennoch eine Lücke findet und an den Leo-I Stahl kommt, der hat halt Glück!

Von welchem Panzerrohr Peter hier das Stück zeigt, weiß ich nicht!
Peter???

Ansonsten sind diese Stähle mit Werkzeugstahl und wolframlegierten Werkzeugstählen im Verbund doch für Lufthämmer kein Problem, eher ein Problem für die Arme, finde ich!

Dann lassen wir uns mal überraschen, was Peter daraus schönes macht!

Gruß
Markus Balbach
www.schmiedebalbach.com

luftauge
26.09.06, 12:00
1. Was ist es denn eigentlich :confused:
Anhand des Bildes mit dem Fäustel habe ich schon versucht das Kaliber abzuschätzen, aber für MK 40 ist es eindeutig zu groß. Irgendwas um die 70/80mm könnte es sein.
2. Wofür steht "HL" ?

edit:
Markus war schneller

Gruß Andreas

Claymore
26.09.06, 12:12
Hier folgen nun weitere Bilder vom Feuerschweißen und Falten des HL Damastes.
Nun geht's an eingemachte könnte man sagen.

Das Verschweißen an sich stellt (im Gasfeuer ohnehin nicht) kein Problem dar.
Alle drei Kandidaten schweißen problemlos und lassen sich gut ausrecken.
Man kann bedingt durch den 1.2519 eine deutliche Rothärte feststellen, die durch eine hohe Zähigkeit des nickelhaltigen Geschützrohrstahls unterstützt wird.
Der Lufthammer hat gemessen ander Größe des Paketes ordentlich zu tun.


Beim Schmieden auf die hohe Kante um das Paket in der Breite zu reduzieren ist äußerste Vorsicht geboten.
Das Paket verträgt nahezu keine Verformung über die hohe Kannte nach der ersten Schweißung.
Hier ist große Vorsicht geboten.
Interessanterweise lassen sich aufgehende Lagen, wenn der Schlag des Lufthammers mal unglücklich auftraf wieder ohne Schwierigkeiten schweißen.

Auf den Bildern zeigt sich der Ablauf recht gut.

Bild 008:
Das Paket im Ofen beim Aufheizen.

Bild 009:
Das erste mal unter dem Lufthammer.
Die Schweißbarkeit ist sehr gut.


Bild 011:
hier das Paket nach der ersten Schweißung, schon deutlich dünner.
Alles hat gut geschweißt, keine offenen Lagen wie recht gut zu sehen ist.

Bild 010:
Nun wird es schon deutlich flacher.
Das ist die 2.Hitze in der das Paket schon sehr flach ist.


Bild 012:
das zum Ersten mal gefaltete Paket.
(vom Falten habe ich keine Bilder, da alle verfügbaren Hände zu tun hatten und sich keine Hand für die Kamera mehr fand.)
Die aufeinander liegenden Hälften sind am Ansatz ( wo das Paket am Stil festgeschweißt wurde zu erkennen)
Es ist noch recht breit, da eine Verformung auf die hohe Kante in diesem frühen Stadium gefährlich war.


Bild 013:
Nach den ersten Faltungen wurde die Verschweißung dann inniger und der Zusammenhalt so gut, das das Schmieden auf die hohe Kante gut möglich wurde.

Der momentane Stand:
das Paket hat ca.200 Lagen einmal wird es noch gefaltet, dann ist's gut.
Bilder davon demnächst.


gruß

Peter

Claymore
26.09.06, 21:11
....so verkauft z.B. Horst Heinle legal Kanonenrohrstahl.
Nur ist es eben nicht der vom Leo-I Panzer, sondern von anderen Panzern. Und diese anderen Stähle(Kanonenrohre) sind legal zu beziehen.
Wer dennoch eine Lücke findet und an den Leo-I Stahl kommt, der hat halt Glück!
..... es lebe hoch die Lücke ! :cool:



Ansonsten sind diese Stähle mit Werkzeugstahl und wolframlegierten Werkzeugstählen im Verbund doch für Lufthämmer kein Problem, eher ein Problem für die Arme, finde ich!

mit einem vernünftigen Lufthammer ist so eine Stahlkombination gut zu bewältigen.
Das Problem das auftauchen kann, ist das mit mangelnder Erfahrung eine anspruchsvollere Kombination auch mal in die Tonne getreten wird.



Dann lassen wir uns mal überraschen, was Peter daraus schönes macht!

Erst wollte ich ja nur den Damastaufbau dokumentieren, aber inzwischen habe ich mir überlegt den Enstehungsprozess bis zur fertigen Klinge und/oder dem fertigen Messer zu dokumentieren.
Die Doku wird dann auch als bleibende Geschichte auf meiner Kursseite www.Schmiedekurse.de zusammengefasst und ausführlich beschrieben.
Hier wird es eine geraffte Dokumentation geben.



1. Was ist es denn eigentlich
Anhand des Bildes mit dem Fäustel habe ich schon versucht das Kaliber abzuschätzen, aber für MK 40 ist es eindeutig zu groß. Irgendwas um die 70/80mm könnte es sein.

Das Fäustel ist ein zum Handhammer umgearbeiteter (Stil abgesägt und angepasst) 4 Kg Vorschlaghammer.
Der Durchmesser betrug bei diesem Stück 150mm.
Die Länge des Stückes auf dem Amboss lag bei ca. 23 cm.


HL Damast steht für Hochleistungs-Damast



gruß Peter

Sven
27.09.06, 08:40
Das Fäustel ist ein zum Handhammer umgearbeiteter (Stil abgesägt und angepasst) 4 Kg Vorschlaghammer.


Jetzt musste ich doch trocken Schlucken :eek:
Ist das normal? Mir wird mein 2kg Hammer am Ende des Tages schon zu schwer.

Ciao Sven

Wrangler
27.09.06, 10:36
Jetzt musste ich doch trocken Schlucken :eek:
Ist das normal? Mir wird mein 2kg Hammer am Ende des Tages schon zu schwer.

Ciao Sven


Nee, normal is des net, des is Peter! :D

PS Wenn Du ein Oberärmchen hast, das ein Oberschenkel werden sollte und die entsprechende Schmiedeerfahrung mitbringst, kannst Du auch locker so ein Hämmerchen malträtieren! :steirer:

Claymore
27.09.06, 11:50
Das ist mein Angeberhammer.

Es sieht immer recht wuchtig aus, wenn der auf dem Amboss liegt :D

Damit schmieden hat mich noch niemand gesehen.
Da lass ich mich immer doublen. :D




gruß


Peter

Takata
27.09.06, 21:43
" Damit schmieden hat mich noch niemand gesehen.
Da lass ich mich immer doublen. "


So isser unser Peter , bescheiden wie immer :p , doch wer Ihn kennt, weiß, dass sein Lieblingshammer eine weitere Spezialanfertigung von Marcus Balbach ist: der Balbach-Hammer in 3 KG, weil 2 Kg ist für Peter nur was zum "warmmachen" gell?:)

Wer aber mal gesehen hat, wie Blattgold per Hand geschlagen wird, wundert sich über gar nichts mehr, da kommen teilweise 12 (!) Kilo- Hammer zum Einsatz. Das nur am Rande, wollte nicht abschweifen.

Also, Peter , weiterhin gutes Gelingen bei dem Projekt. Ist schön zu sehen, dass Du aktiv bist und nicht den ganzen Tag im Büro verbringen musst. :mad:

Wie ist das eigentlich, ist das Paket schon komplett verplant? oder teilweise käuflich zu erwerben?

Gruß
Jörg

Claymore
28.09.06, 23:21
Na 3 oder 4 Kg als Handhammer ist jetzt nicht wenig, aber auch nicht so viel. Da gibt es noch deutlich größere.


Verplant ist das Paket nur zum Teil. ( ca. die Hälfte schätze ich )
die andere Hälfte ist noch frei und zu erwerben.



gruß

Peter