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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schmiedehammer



motte
16.06.05, 08:33
Hallo Leute

bin seit einiger Zeit mit dem Messerbastelvirus befallen und
habe bisher ein paar Klingen aus Flachmaterial geschliffen.

Seit Kurzem steht nun eine Kohle-Feldesse in meinem Garten,
eine Gasesse ist in Arbeit da mich das Schmieden ganz besonders reizt..

Meine ersten Schmiedeversuche habe ich nun mit Schlosserhämmern
(1000 + 1500 gramm) hinter mich gebracht, aber die Teile sind doch
nicht ideal.

Jetzt möchte ich mir als Geburtstagsgeschenk einen ordentlichen
Schmiedehammer leisten. (oder 2 verschiedene wenn es das Budget denn hergäbe)

Bei Dick gibt´s japanische Schmiedehämmer (750 od. 1350 gramm)
so um die 90 Euro. Hat jemand Erfahrungen damit, bzw
sind die für unsere Zwecke geeignet? (runde Schlagfläche, keine Finne?)
Ist der hohe Preis gerechtfertigt?

Oder sollte ich lieber auf Standardhämmer (Picard) zurückgreifen
bzw. hab ich schon mal hier gelesen, daß M. Balbach auch Hämmer
fertigt- ist sicher auch interessant..

Welches Gewicht würdet Ihr empfehlen? Ich denke am
besten wäre so um die 1000 gr für die Meisten Arbeiten
für das gröbere hätte ich immer noch den 1500 gr. Schlosserhammer.

Würde mich freuen, wenn mir die erfahrenen Schmiede etwas
bei der ENtscheidungsfindung helfen könnten..

Gruß

Andy Haas
16.06.05, 08:48
Wenn ich Dir was empfehlen darf, dann den Balbach-Hammer. Den gibts in 3 Gewichten, ist handgemacht und ist ein einfach supergutes Werkzeug! Ich hab den mit 1,5 kg.

Mitsutada
16.06.05, 10:54
Hallo Motte,

ich arbeite nun schon einige Zeit mit dem jap. Schmiedehammer von Dick und ich muss sagen, dass es für mich nichts Besseres gibt! Meiner wiegt 1350 Gramm und ist ideal geeignet um die Form der Klinge und die Schneide auszuformen. Ausserdem erfahre ich mit dem Hammer immer wieder viel Aufmerksamkeit und interessierte Blicke :D :super: Fürs Feuerschweissen und Strecken von grösseren Werkstucken benutze ich dann meinen 2kg Balbach- Hammer. Eignet sich ideal für die gröberen Arbeiten mit viel Wummms :hehe:
Ich bin mit beiden Hammern sehr zufrieden und auch die hohen Preise sind mehr als gerrechtfertigt. Würde ich jederzeit wieder kaufen und auf jeden Fall empfehlen :super:

Gruß

Mirco

mic
16.06.05, 11:32
Hallo Leute

bin seit einiger Zeit mit dem Messerbastelvirus befallen und
habe bisher ein paar Klingen aus Flachmaterial geschliffen.

Seit Kurzem steht nun eine Kohle-Feldesse in meinem Garten,
eine Gasesse ist in Arbeit da mich das Schmieden ganz besonders reizt..

Meine ersten Schmiedeversuche habe ich nun mit Schlosserhämmern
(1000 + 1500 gramm) hinter mich gebracht, aber die Teile sind doch
nicht ideal.

Jetzt möchte ich mir als Geburtstagsgeschenk einen ordentlichen
Schmiedehammer leisten. (oder 2 verschiedene wenn es das Budget denn hergäbe)

Bei Dick gibt´s japanische Schmiedehämmer (750 od. 1350 gramm)
so um die 90 Euro. Hat jemand Erfahrungen damit, bzw
sind die für unsere Zwecke geeignet? (runde Schlagfläche, keine Finne?)
Ist der hohe Preis gerechtfertigt?

Oder sollte ich lieber auf Standardhämmer (Picard) zurückgreifen
bzw. hab ich schon mal hier gelesen, daß M. Balbach auch Hämmer
fertigt- ist sicher auch interessant..

Welches Gewicht würdet Ihr empfehlen? Ich denke am
besten wäre so um die 1000 gr für die Meisten Arbeiten
für das gröbere hätte ich immer noch den 1500 gr. Schlosserhammer.

Würde mich freuen, wenn mir die erfahrenen Schmiede etwas
bei der ENtscheidungsfindung helfen könnten..

Gruß

Hallo Motte,

ich kann Dir den Balbach-Hammer nur wärmstens an`s Herz legen - Markus macht erstklassige Schmiedehämmer !

Gruß

Michael

hpf
17.06.05, 11:03
Hallo,

ich habe einen 1,2 Kg Balbach-Hammer und bin damit sehr zufrieden :)

Besorge Dir aber noch einen 3-5Kg Hammer fuer die "groben" Sachen (recken und grosse Teile umformen). Man merkt damit zwar schnell, wie wenig Ausdauer man hat, aber dafuer passiert auch was. Man kann sich ja immer wieder erholen, waehrend das Werkstueck im Feuer liegt ;)

Was mir persoenlich bei den japanischen Haemmer fehlen wuerde ist die Finne. Habe aber noch nie mit so einem Hammer gearbeitet.

Gruss
Harald

Schmiede Markus Balbach
17.06.05, 11:40
Wir stellen auch jap. Hämmer her!
Mit diesen Hämmern schmiede ich selber jap. Klingenformen aus.
Das funktioniert ganz gut!

Die Hammergröße, bzw. das Gewicht wird bei Bestellungen benötigt.
Bei diesen jap. Hämmern wird der Hammerkörper aus Eisen geschmiedet und die Hammerbahn dann mit mind. C60-Stahl im Feuer verstählt, danach gehärtet und entsprechend 2x angelassen.

Gruß Markus

hpf
17.06.05, 13:38
Hallo,

ist zwar etwas offtopic, denke aber es passt auch zu diesem Thread.

Welche Unterschiede gibt es in der Handhabung bei den japanischen und europaeischen Haemmer?

Gruss
Harald

newtoolsmith
17.06.05, 16:48
Das frage ich mich auch, nein, frage ich doch lieber die Experten. :p

MfG
newtoolsmith

Christopher
17.06.05, 20:12
ich kenne die balbach hämmer nicht, aber ich habe mir jetzt einen 1.5 kg Schweden-Hammer bei www.angele.de gekööft... die haben auch einige hämmer in verschiedenen größen und formen da... (falls du noch nie auf der seite warst kann ich dir einen besuch nur wärmstens ans herz legen...)

bin trotzdem davon überzeugt, dass markus balbach bestimmt gute hämmer macht und werde ihn auch in die engere auswahl für den nächsten hammer nehmen :D

schönegrüßeundtschüss

christopher

scarpej
18.06.05, 00:47
ist da wirklich so ein unterschied bei den hämmern?

ich persönlich verwende einen 7kg hammer zum recken, einen 5 kg wenns nicht so hart ist, einen 2 kg zum normalen schmieden, und einen 500gr zum feinschmieden...

sind alles werkzeuge ausm baumarkt....

was mich dabei interessiert:
ist das wieder mal ne geschmacksfrage mit was man arbeitet, oder gibt es da wirklich kleinen aber feinen unterschied...?

Andy Haas
18.06.05, 08:06
Zum Unterschied zwischen japanischen und unseren Hämmern kann ich nur das sagen, was mir Markus dazu gesagt hat. Er meinte, daß dadurch daß die Hammerbahn sehr weit vom Stiel weg ist, der Hammer in ungeübter Hand dazu neigt, seitlich beim Aufschlag wegzukippen. Und wenn er das sagt glaub ich das auch. Üben macht den Meister!

Schmiede Markus Balbach
18.06.05, 14:10
ich kenne die balbach hämmer nicht, aber ich habe mir jetzt einen 1.5 kg Schweden-Hammer bei www.angele.de gekööft... die haben auch einige hämmer in verschiedenen größen und formen da... (falls du noch nie auf der seite warst kann ich dir einen besuch nur wärmstens ans herz legen...)christopher

Firma Angele vertreibt von uns auch Damastahl und den Balbachhammer als "Exklusivhammer".
Dieser Exklusivhammer ist auf jährlich 200 Stück für Firma Angele limitiert.
Wegen der geringeren Höhe des Hammerkopfes, neigt beim Schmieden/Auftreffen der Hammer weniger zum Kippeln, man muss ihn also längst nicht ganz so fest halten beim Auftreffen und kann somit etwas Energie einsparen und die Schläge kommen genauer. Wenn man tagtäglich 8 Stunden schmiedet, ist das schon eine wichtige Sache.
Die Finne ist um einiges breiter und balliger und die Bahn auch balliger als bei einem Schlosserhammer, die ideale Form für die meisten Schmiedearbeiten.
Zudem ist der Hammer selektiv an Finne und Bahn gehärtet und 2x angelassen.
Das Hammerhaus bleibt somit weich und die auftretenden Kräfte übertragen sich weniger über den Stiel auf die Handgelenke.
Der Stiel wird aus selbst gefällter, schnell gewachsener Esche Stück für Stück geraspelt, eingestielt und mit einem geschmiedeten Eisenkeil verkeilt. Jeder Hammer ist ein Unikat, da von Hand geschmiedet.
Eben ein Qualitätsprodukt aus der Schmiedewerkstätte M.Balbach :super: !
Steht wohl eigentlich auch alles auf der oben genannten Webseite von Firma Angele!
Andere Schmiedewerkzeuge, Zangen, Ambosseinsteckwerkzeuge und Profi- Schmiede-Ess-Eisen stellen wir ebenfalls noch her.

Gruß Markus

motte
18.06.05, 18:22
also erstmal vielen Dank für eure Hilfe.

Nach reiflicher Überlegung gönne ich mir jetzt den
kleinen Hammer von Markus Balbach, da ich denke,
die europäische Hammerform ist wohl vielseitiger.

Ob sich der Hammer wirklich auf die Ergebnisse meiner Schmiedeversuche auswirkt bleibt abzuwarten, wahrscheinlich liegts doch in erster Linie an der Übung.....

Aber vernünftiges Werkzeug lohnt sich denke ich immer, und die
Arbeit mit einem handgeschmiedeten Unikat macht sicher mehr
Vergnügen als mit einem billigen Baumarkt- Schlosserhammer.

Gruß

motte

Streitburger
20.06.05, 21:55
Ich hab den 3-pfünder von Markus Balbach; das ist glaub ich eine ganz gute Gewichtsklasse zum Messerschmieden. :super:

Durch den im Vergleich zum Schlosserhammer großen Radius der Finne funktioniert auch das Recken des Materials recht gut.

Gruß Wolfgang

hobby
21.06.05, 10:38
...Durch den im Vergleich zum Schlosserhammer großen Radius der Finne...

<KLUGSCHEISSER>
Du meinst wohl kleinen Radius (= grosse Krümmung) ;)
Und ist Finne nicht die andere, "scharfe" Seite des Hammers, während das, was Du meinst, Bahn heisst?
</KLUGSCHEISSER>

Hans

Andy Haas
21.06.05, 10:48
Nee nee hobby! Das paßt schon so wie es Streitburger geschrieben hat. Die Finne beim Balbach-Hammer hat nen viel größeren Radius als der eines Schlosserhammers.

hobby
21.06.05, 11:00
Nee nee hobby! Das paßt schon so wie es Streitburger geschrieben hat. Die Finne beim Balbach-Hammer hat nen viel größeren Radius als der eines Schlosserhammers.

Ok, ich akzeptiere, dass es Finne heisst und nicht Bahn.
Aber ich dachte, der Balbach-Hammer zeichne sich dadurch aus, dass seine Finne runder sei als die ziemlich ebene Fläche des Schmiedehammers.
Und falls das doch so sein sollte, ist dessen Radius nun mal kleiner und nicht grösser als beim shclosserhammer: Je kleiner, desto spitz, je grösser, desto plan. Ok?

luftauge
21.06.05, 11:24
Aber ich dachte, der Balbach-Hammer zeichne sich dadurch aus, dass seine Finne runder sei als die ziemlich ebene Fläche des Schmiedehammers.

:D
Der Irrtum kommt wohl von der Verwechslung Finne mit Bahn



Und falls das doch so sein sollte, ist dessen Radius nun mal kleiner und nicht grösser als beim shclosserhammer: Je kleiner, desto spitz, je grösser, desto plan. Ok?

So gesehen ja, aber Markus schrieb ja, dass seine Finne(n) runder (stumpfer) sind, als die spitzeren Finne(n) der Schlosserhämmer, also ein größerer Radius, er hat Schmiedehammer-Finnen mit Schlosserhammer-Finnen verglichen, und nicht mit Bahnen ;)

Gruß Andreas

Andy Haas
21.06.05, 12:37
Leute! Wenn die Finne stumpfer ist als beim Schlosserhammer, hat sie auch nen größeren Radius! Ist das so schwer?

hobby
21.06.05, 16:43
Anscheinend habe da etwas verwechselt und versuche nun eine Richtigstellung (ich nehme als Beispiel bewusst Schreiner stadt Schmied, um nicht wieder in Probleme zu geraten):

1. Bahn ist das breite flache Ende des Hammers (mit dem der Schreiner einen Nagel einschlägt)
2. Finne ist das andere, schmale Ende (mit dem der Schreiner einen kurzen Nagel, den er zwischen zwei Fingern hält, ansetzt)
3. Der Balbach-Hammer unterscheidet sich von einem Schlosserhammer u. a. dadurch, dass seine Finne runder ist, also einen grösseren Radius hat
4. Zum Recken nimmt man die Finne des Schmiedehammers

Wenn das nun auch wieder nicht richtig ist, mache ich Feierabend und werde (heute) keinen Post mehr schreiben!
Sonst drängen sich zwei Fragen auf:
5. Wozu nimmt man die Bahn (für alles ausser dem Recken?)
6. Inwiefern unterscheidet sich die Bahn des Balbach-Hammers von einem Schlosserhammer?

Hans

Andy Haas
21.06.05, 17:43
Es hat klick gemacht Super! Ist nicht böse gemeint!
Die Bahn ist auch etwas großflächiger und ebenfalls balliger als beim Schlosserhammer. Und damit schmiedet man eben alles, was man nicht mit der Finne machen kann.

link
22.06.05, 21:39
Hallo,
jetzt muss ich mal eine dumme Frage loswerden.
Weshalb ist die Finne an einem Schmiede oder Schlosserhammer
quer angebracht und nicht längs wie an einem Beil.
Ich habe mal mit so einem Hammer geschmiedet, das ging überraschend gut
besonders die Werkstückführung beim Recken war optimal.
Seitdem geht mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf,
aber für ein eigenes Thema erschien es mir zu unwichtig.

Viele Grüße Link

Schmiede Markus Balbach
23.06.05, 07:45
Hallo,
jetzt muss ich mal eine dumme Frage loswerden.
Weshalb ist die Finne an einem Schmiede oder Schlosserhammer
quer angebracht und nicht längs wie an einem Beil.
Viele Grüße Link

Hallo,

es gibt die Hämmer auch mit einer Kreuzfinne.

Wenn wir mit Zuschlägern Stahl breit schmieden müssen, finden diese Vorschlaghämmer mit Kreuzfinne Verwendung.

Einige kleinere Handhämmer mit dieser Finne haben wir auch im Gebrauch, wobei sie seltener benötigt werden.

Markus

schlosswalker
05.07.06, 00:43
Hallo

Bei der suche nach einem guten hammer bin ich auf den Balbachhammer gestoßen und habe dann auch mal hier in dem thema gestöbert.
Ich habe einen alten englischen schmiedehammer der eine kurze, stumpfe kreuzfinne hat. Die bahn ist weit ausladend und ballig. Trotz das der hammer nur ein nenngewicht von 1350gramm hat, zieht er beim schmieden mehr als ein 1.5kilo fäustling. Ich vermute, das die unsymetrische gewichtsverteilung(mehr gewicht zur hammerbahn hin) für die mehrarbeitsleistung (beim arbeiten mit der Bahn) verantwortlich ist. So verhält es sich warscheinlich auch mit den japanischen hämmern die ja im prinzip gar keine finne haben. also max unsymetrisch sind aber dabei recht leicht!?
Bei meinem engländer tritt aber eben der effect auf, wie ihn marcus ballbach beschrieben hat, das man beim schmieden fester halten muß um sauber zu schlagen(nicht zu verkanten-hammerführung). Ich habe mal beim schmieden unliebsame bekanntschafft mit der finne gemacht als beim strecken eines dünnen querschnittes mit der bahn der hammer prellte und mir eine beule verpasste. Das hat man davon wenn man versucht zu viel gewicht mit dem oberköper in den schlag zu legen. man kommt dem raum über dem amboss gefährlich nah. :irre:
Mit der finne von hand zu strecken ist bei dem hammer nicht wirklich möglich. Beim schlagen verhält sich der hammer extrem instabiel. Eigentlich kann man mit der kurzen aber breiten finne vom Engländer nur mit zuschläger arbeiten. Wenn man das sowieso eh nur so gemacht hat??
Soweit mal meine erfahrung mit unterschiedlicher hammergeometrie.
Ich habe mir einen Balbachhammer bestellt und bin mal gespannt wie der funzt.

Kann jemand was zu der vermutung der anderen kraftverteilung beim schmieden aufgrund der anderen kopfform sagen/bestätigen?? Ist von mir nur eine vermutung aber ich denke das könnte der grund für leichtere japanhämmer sein die aber trotzdem gute arbeit leisten??

Grüße
Thomas*dermal wieder eine schlaflose nacht hat und dachte er textet mal wieder rum :D *

schlosswalker
19.07.06, 00:58
Hallo

Hat den keiner zu dem oben beschriebenen ähnlich erfahrungen oder feststellungen gemacht??? Oder frage ich da nach zu viel Wissen?? Oder liege ich völlig falsch???
Oder wird nur fleisig drauf los gekloppt??(nicht böse gemeint)

Grüße
Thomas

Arno Eckhardt
19.07.06, 08:58
Hallo Thomas

Also, ich habe schon so ziemlich alle Hammerformen mal ausprobiert. Unter dem Strich ist übrig geblieben, dass man mit allen schmieden kann...
Die Vor- und Nachteile verschiedener Hämmer werden meiner Meinung nach oft überbewertet. Letztlich ist es das Können des Schmiedes, welches über die Qualität der Arbeit entscheidet. Gerade Anfänger neigen z.B. dazu, wie es hier ja auch schon beschrieben wurde, sehr "kurze" Hammerköpfe zu mögen, weil sie eben weniger Kippeln. ich persönlich finde die Lästig, weil man da gerade bei feinen Werkstücken wie eben Messerklingen mit den Fingern ziemlich nah am Amboß ist. Und längere Formen "matschen" tatsächlich besser, leisten also mehr, sind aber schlechter zu kontrollieren. Aber: Wenn man den Dreh ganz allgemein durch viel Übung mal raus hat, isses ziemlich wurscht, wie der Hammer aussieht. Man muß sich kurz dran gewöhnen und fertig. Da hat jeder seine ganz persönlichen Vorlieben.

Ob Ihr `s glaubt oder nicht: Mein Schmiedehammer (normaler 1,5 Kg Schlosserhammer, natürlich als erstes neu geschäftet) hat im Schnäppchenmarkt vor Jahren mal 3 DM gekostet und tut bei mir bis heute seinen Dienst als mein liebster Hammer. Irgendwann werde ich mir mal selber einen machen, aber eigentlich ist das dann nur für den Sex, weil ich eben auch auf schönes Werkzeug stehe. Aber schmieden kann man mit so ziemlich allem.

Ach ja: Ich fand die schwedische Form ziemlich gut. Und die kurzen wie etwa von Markus Balbach oder Habermann sind toll für Kunstschmiedearbeiten. Man könnte die Wissenschaft jetzt genauso weit treiben, wie bei der Messeroptimierung, würde dann aber nur dabei landen, dass man für jeden Vorgang einen eigenen Hammer bräuchte...

Björn
05.05.08, 17:59
Hallo,
gestern habe ich nun endlich Amboss und Feldschmiede bekommen, nun stellt sich mir die Frage des Schmiedehammers.
Ich habe hier im Forum leider nichts über den Habermannhammer von Angele gefunden. Gibt es Erfahrungen oder Ratschläge bezüglich dieses Hammers?
Wenn der Balbach-Hammer viel besser sein sollte investiere ich halt noch 40€ mehr.
Gruß,
Björn

gast
05.05.08, 20:23
Hi,

Ohne hier zu einem unheilvollen Durcheinander beitragen zu wollen, möchte ich noch einmal zu den ...Radien der Finne...zurückkommen.

Ist es Möglich dass Ihr etwas aneinander vorbeigeredet habt?

Ich stelle mir meinen Schmiedehammer gerade vor, er hat eine Finne mit engem Radius.....längs zum Stiel, und einen grossen Radius Quer zum Stiel. :argw: alles Klar?
Er ist übrigens einfach umgeschliffen, nach meinem Geschmack.

unsel

Carsten
06.05.08, 15:03
mmh....viele Hämmer wurden vorgeschlagen und alle haben ihre Vor- und Nachteile, meiner Meinung ist allerdings ein anderer Aspekt etwas außer acht gelassen worden (wenn ich es überlesen hab, vergesst diesen Beitrag ;) )

Die Wahl des Gewichts hängt für mich unter anderem maßgeblich von der Kraft und Ausdauer des Schmiedes ab. Ich veranstalte immer mal wieder kleine Schauveranstaltungen für Schüler bzw für Bekannte die das man sehen wollen und viele hätten nichts davon wenn ich ihnen einen 2kg Hammer in die Hand gebe sie den aber nicht richtig führen können weil ihnen die Kraft fehlt oder sie nach 15 Schlägen nach einer Bandage schreien :hehe:

Ich denke Hammer Aufbau ist ja eine Frage der Technik und die sollte (so vermute ich zumindest) für grundlegende Aktionen ja immer sehr ähnlich sein, aber wie schwer der Hammer ist entscheidet meiner Meinung nach die Kraft und Ausdauer des Schmiedes :cool:

mfg Carsten

Bernhard1984
06.05.08, 16:08
Also ich schmiede erst seit einem halben Jahr.

Angefangen habe ich mit einem 1,25kg Fäustel (Rechteckig von der Seite; zwei Quadratische Hammerflächen), das ich meinen Vorstellungen entsprechend umgeschliffen habe. - Alle scharfen Kanten mussten weichen und eine Seite wurde ballig geschliffen.

Das Ausrecken größerer Damastpackete dauerte damit leider sehr lange, warauf ich mir anschließend ein 2kg Fäustel für 9€ leistete, das ich ebenfalls auf diese Weise umschliff.

Mein Unterarm war noch nie sonderlich unterentwickelt aber am Anfang brachten mich die 2kg ganz schön an meine Grenzen. Jetzt klappt es schon sehr gut und mein Arm hat sich entsprechend entwickelt. Derzeit bin ich sogar auf der Suche nach einem noch größeren Hammer.

Der Schlosser
06.05.08, 19:57
Also, ich komme mit einem "normalen" deutschen Schmiedehammer 1,5 kg ganz gut klar. Z.B. der hier: http://www.angele-shop.com/catalog/product_info.php?pName=schmiedehammer-15-kg&cName=haemmer-schmiedehaemmer
Der war für mich nicht teuer (habe ihn allerdings woanders gekauft), und für den gelegentlichen Gebrauch finde ich ihn vollkommen ausreichend. Es muß ja nicht immer ein Daimler sein....manchmal reicht auch ein Volkswagen, um von A nach B zu kommen!
Für die ganz dicken Sachen habe ich noch einen 2kg Schlosserhammer.


Gruß,

Der Schlosser

gast131009
06.05.08, 20:17
Und er nimmt allen Ernstes 40 € dafür :irre:
Arno hat schon richtig geschrieben: Alles geht. Alles kann.

Ansonsten gleich mal Hämmer schmieden :super: