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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bericht über ein Wurfmesser



Christopher
21.04.05, 20:01
Hallo zusammen...
es gibt ja kein Messerwerfunterforum, also poste ich das halt mal hier!
Ich hab grade gemerkt, dass über mein Wurfmesser hier noch nirgendwo etwas steht, also schreibe ich mal selber was:

Es handelt sich um das Modell Nr. 2 von der Firma Sunshine Knife Outlet.
Erst mal die Daten:

Bild: http://www.throwingknives.com/cat1.htm
(etwa Mitte der Seite)

Länge: 30,5cm
Länge Klinge: 19cm
demnach Länge Griff: 11,5cm
Breite Klinge: 3,7cm
Breite Griff: 2,7cm
Dicke (durchgehend): 6,5mm...glaube ich

Der Anschliff ist nur etwa 7mm hoch und flach
Das Messer ist nicht scharf (man könnte mit dem Winkel und der Dicke eh nicht schneiden :glgl: ), die Schneide ist über einen halben Milimeter dick.

Der Brocken wiegt gut ein halbes Kilo, das kommt mir allerdings gar nicht so schwer vor, wenn ich es in der Hand halte.
Der Schwerpunkt liegt von der Klingenspitze aus gemessen etwa bei 16 cm.

Der Griff besteht aus zwei dicken Leder Scheiben, die von drei 6mm Nieten befestigt sind.

Vorab eine kleine Info, ich benutze die Hammerwurf-Technik, die John Bailey in seinem Video vorstellt.

Das Messer scheint mir unkaputtbar zu sein, vorausgesetzt es kommt beim Werfen nur mit Holz in Berührung. Ich habe es noch nicht mit voller Wucht gegen eine Metallplatte oder Granit geworfen, kann mir aber durchaus vorstellen, das der Schaden geringer ausfallen würde als bei seinem Vorgänger, dem Night Dragon (ich glaub das is auch im Magnum Katalog).
Man kann also mit dem Teil so lange im Holz hebeln, falls die Klinge stecken bleibt, bis einem die Arme abfallen, aber die Spitze bricht nicht ab.
Da ich kein besonders guter Werfer bin kommt das Messer auch hin und wieder mit dem Griff zuerst im Ziel an...dabei verformt sich der Ledergriff minimal und man kann ihn immer wieder in seine Ausgangsposition zurück drücken.

Am Anfang ist es natürlich schon gewöhnungsbedürftig, mit so einem schweren Messer zu werfen. Ich denke man kann es mit dem Werfen eines Küchenbeils vergleichen,aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Ich bin ein 19 jähriger Schüler und kann etwa 1 Std. mit dem Messer werfen, bevor ich merke, dass der Arm schlaff wird (ich weiß, die Info hilft nicht sehr viel weiter...wollte nur sagen, das man durchaus auch für längere Zeit mit dem Messer werfen kann).
Mein bis jetzt einziger Kritikpunkt an dem Messer ist, dass die Nieten, etwas scharfkantig aus dem Griff herausragen, aber das hat sich beim Werfen fast nicht bemerkbar gemacht. Wenn doch, dann wäre es ein Kinderspiel, sie etwas abzufeilen.
Das Messer fliegt trotz der Größe und des Gewichts (oder vielleicht gerade deswegen...) sehr stabil und ruhig, also es flattert nicht und wird im Flug auch von starkem Wind nicht beeinflusst.
Dadurch, dass der griff oben sehr flach ist, kann man den Daumen gut auflegen und der große Griff bietet eine gute Kontrolle über das Messer.

Außerdem macht das Messer ein wunderschönes "Pfong!" (soll ein Geräusch darstellen...), wenn man trifft... :D

Zu dem Stahl kann ich nur sagen, dass er nicht rostet, auch nicht bei Null Pflege und Wasserkontakt.

Die Verarbeitung ist dürftig, da hierauf wohl auch kein Wert gelegt wurde.

Der Preis - was hab ich denn bezahlt :confused: ...ich glaub 50-60 Euro, bestellt aus Amerika - ist denke ich ein bisschen zu hoch, wenn man bedenkt, dass hier wirklich nur minimale Bearbeitung notwendig war.
Es ist sicherlich nicht schwer, sich ein solches Messer zu schmieden, oder im Keller zu basteln.


Insgesamt bin ich aber hochzufrieden damit und benutze es nun schon über ein Jahr.

Vielleicht müsste ich noch erwähnen, dass alle subjektiven Eindrücke aus dem vergleich zu den vorigen Wurfmessern entstanden:
einem Night Dragon vom Magnum Katalog (wo schnell die Griffwicklung und die Spitze ab war),
einem Herbertz Wurf Dolch (der noch schneller in der Mitte auseinanderbrach) und
einem alten neu geschliffenem Fleischermesser von meiner Oma :haemisch:

So viel von mir...
Wäre klasse, wenn jemand, der das Messer vielleicht auch hat, oder eins von der gleichen Firma mal was sagen könnte...es gibt ja bestimmt noch andere Eindrücke.

Schönen Abend noch


Christopher :D

Hasenfuss
22.04.05, 00:14
Hallo Christopher,

interessanter Bericht über ein interessantes Messer. :super:
Für meine bescheidenen Messerwurfübungen verwende ich einen uralten Linder-Bowie, bei dem sich nach einigen Jahren wüstem Gebrauch die Griffschalen und die Parierplatte (aus Silber!) verabschiedet haben.
Ich habe den Griff dann einfach mit Paracord umwickelt und der Schneide den Biß genommen. Ist jetzt ein unkaputtbares Wurfmesser mit einem tollem Schwerpunkt.

Hasenfuss