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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste Impresssionen Spyderco Para Military



TheLem
15.06.04, 10:04
Hallo!

Ich habe seit gestern mein Para Millie und möchte euch mal ein paar kurze erste Eindrücke mitteilen! ( Danke an Thomas Wahl!)
Zunächst möchte ich voranstellen, dass es zum einen mein erstes Spydie ist und zum anderen mein erster Folder in dieser Preisklasse.
Folglich fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten.

Nun zum Messer:
http://www.spyderco.com/assets/product_images/medium/C81_L-2.jpg

Positiv:

-Klinge steht spielfrei in alle Richtungen.
-Klinge befindet sich bei geschlossenem Zustand in der Mitte
-Klinge war rasierscharf geschliffen
-durchgehender Flachschliff/ gute Schneideigenschaften
-Spydie - Hole
-Der Liner steht im ersten Drittel / Grenze zweites Drittel
-Die Handlage ist bei mir sehr gut, Handschuhgrösse 8,5 / sichere Handlage
-Sicherer Lock (Compression Lock)
-Stahl S-30V
-Gewicht: 106 Gramm

Negativ/ bzw. unschön:

-Der Klingengang ist zwar butterweich, man vernimmt jedoch ein leicht kratziges Öffnungsgeräusch gegen Ende hin
-Kein Drahtclip
-Clip sitzt relativ tief, d.h. das Messer schaut recht weit aus der Tasche
-G- 10 ist sehr rau, d.h. Stoff der Hose leidet
-Compression Lock erfordert etwas Übung/ anfangs ein wenig schwergängig
-Klinge ist im Spydi –Hole ein wenig verfärbt, anscheinend nicht ausreichend nachpoliert
-zum Nachstellen sind spezielle Schlüssel erforderlich (Torx, bzw. irgend eine amerikan. Zwischengröße)
-keine Schleifkerbe


Grundsätzliche Bemerkungen:

Da ich das Messer erst seit gestern habe, kann ich noch nicht allzu viel dazu sagen.
Die oben vorangestellten Bemerkungen sind meine ersten Eindrücke.
Alle diese Eindrücke sind rein subjektiv und müssen natürlich nicht von jedem so empfunden werden.
Ich wollte nun mal alles darlegen, damit jeder für sich entscheiden kann, was ihn stören würde; wenn es euch hilft, würde es mich freuen!
Nur zur Verdeutlichung:
Die anfängliche Schwergängigkeit des Locks und der geräuschvolle Klingengang haben sich zum Beispiel von gestern auf heute schon merklich gebessert. Der Folder braucht nun mal ein wenig Benutzung, damit sich alles einspielt. Also alles ganz normal
Mit ein wenig Übung klappt auch das einhändige Öffnen und Schließen schon ganz gut!
Auch stören mich die Verfärbungen an der Klinge nicht. Sie sind leicht Kupferfarben und um ehrlich zu sein ich finde sie sehen sogar echt gut aus!
Da ich mir aber vorstellen kann, dass sie den ein oder anderen stören habe ich sie unter den negativen Aspekten gewertet.
Ebenso wird sich die Problematik der Nachstellbarkeit für viele hier im Forum nicht stellen, da sie eben die entsprechenden Schlüssel haben!
Außerdem ist es Ungeübten wie mir nicht möglich, die Grundeinstellung zu verpfuschen :)!

Zur Benutzung kam ich noch nicht großartig.
Ich habe das Messer bisher nur in der Küche verwendet und ich muss sagen, die Schneideigenschaften sind wirklich hervorragend!
Dies liegt zum einen an der ernormen Schärfe der Klinge und zum anderen an dem Flachschliff der Klinge.
Die Spitze der Klinge ist sehr dünn ausgeschliffen, was dafür sorgt, dass man nur so durch die Zwiebeln durchflutscht.
Positiv zu erwähnen ist auch, dass man aufgrund der Möglichkeit das Messer sehr weit vorne zu greifen ein ungemein direktes Schneidgefühl hat.
Feine Schneidarbeiten sind also sehr gut zu bewerkstelligen

Ich wollte ein neues leichtes EDC, mit hochwertigen Materialien und herausragenden Schneideigenschaften.
Ich denke mit meinem ersten Spyderco, dem Para Military, einen guten Griff getan zu haben!
Welcome to Spyder World!

Noch Fragen?! Schießt los!


Gruß The Lem

crashlander
21.06.04, 17:16
Ich habe jetzt auch endlich mein Para in Händen und will kurz was dazu schreiben. Auf das Paramilitary habe ich schon lange gewartet, das Military war mir immer etwas zu groß, zudem habe ich bereits das Starmate, welches ja vom Aufbau und den Materialien recht ähnlich ist. Gerade als EDC trage ich in letzter Zeit meist kleinere Messer (wenn man Klingenlängen bis 8cm als klein ansieht), da mich größere Klopper ala MT Amphibian oder Endura mangels Nutzzweck der größeren Klinge eher behindern. Das Para mit seiner IMHO heavy-duty-Ausführung (laut Sal Glesser hats die MBC-Belastungstest fast bestanden, obwohl es dafür nicht konzipiert ist) und der stabilen Klinge stellt ein großes Messer im kleinen Format dar. Mit nicht durchgehenden Linern oder so habe ich keine Probleme, weder Starmate oder FRN-Endura ließen jemals an Stabilität zu wünschen übrig.
Nun zum Messer:
Insgesamt wirkt wie bereits öfters erwähnt die Klinge im Verhältnis zum Griff recht klein, was jedoch am wulstig ausgeführten Griffende liegt, der für eine bessere Handlage sorgt. Insgesamt liegt der Griff nämlich super in der Hand, die ergonomische Form und das griffige G10 tun ihr Werk. Der Zeigefinger liegt in einer Fingermulde im Ricasso, wie auch vom Native her bekannt. Die Riffelung der Daumenrampe ist raffinert ausgeführt, wer da den Grip verliert hatte vermutlich keinen Daumen ;)
Die Klinge ist mit ihrem durchgehenden Flachschliff und einer Dicke von 4mm recht stabil, auch die Spitze sieht nicht fragil aus.
Das Daumenloch mit 14mm Durchmesser sollte auch mit Handschuhen zu öffnen sein.
Auch ein gewichtiger Grund zum Kauf des PM war der Compression-Lock, der mir in meiner Anhäufung/Sammlung noch gefehlt hat. Mich überzeugt sein Konzept, er verriegelt bombenfest und ist problemlos mit einer Hand zu schließen, sogar per Schleuderbewegung ähnlich wie beim Axis-Lock (siehe Bild). Zudem stört kein Liner-Lock mehr unten am Griff, white-knuckle und spine-whack stellen auch kein Problem mehr dar. Der Compression-Lock ist wirklich ein Liner-Lock 2.0, auch wenn er wegen konstruktionsbedingten Designeinschränkungen sicher nicht für jede Messerform geeignet ist.

Das Messer ist sehr gut verarbeitet, bereits besprochene Hitzeverfärbungen der Klinge habe ich an der Auflage des Locks und im Öffnungsloch, beidesmale von einem gleichmäßigen Bronzeton, somit optisch nicht störend. Klingengang ist weich, das Messer läßt sich aufschnicken. Ganz leichtes Klingenspiel (habe aber noch nicht an der Klingenachse rumgespielt, obs weggeht, weil es mich nicht stört). Fabrikschärfe war super (Druckschnitt in Fingerkuppen geht super, hab ich gleich bei diversen Auf- und Zuschnippversuchen festgestellt :irre: )
Schön auch, daß nicht der fette Schriftzug des Prototypen drauf ist, sondern die Spinne auf der einen und Sals Logo (findet Ihr auch, daß das S etwas arg zackig aussieht?) auf der anderen.

Was mir nicht gefällt: Der Drahtclip wäre viel schöner gewesen, außerdem hätte mir tip-up oder auch eine Wahlmöglichkeit besser gefallen, gerade weil die Klingenwurzel etwas kantig heraussteht, was ein bißchen unangenehm ist, wenn man die Hand in die Tasche steckt. aber nur bei Jeans und in der vorderen rechten Tasche.

Insgesamt: ein super Messer zum Superpreis (bei TW), es ist schon ne Weile her daß ich ein Spyderco gekauft habe, umso schöner wenns so ein tolles Teil ist!

http://www.crashlander.de/Bilder/Spyderco_Paramilitary/SpydercoParaM_back.JPG http://www.crashlander.de/Bilder/Spyderco_Paramilitary/SpydercoParaM_Daumenrampe.JPG http://www.crashlander.de/Bilder/Spyderco_Paramilitary/SpydercoParaM_schliessen.JPG

coolcat
21.06.04, 22:41
Im Großen und Ganzen kann ich mich Dir nur anschliessen.

Was mir sofort sehr aufgefallen ist, daß das Syperhole riesig ist. Normalerweise ist es 11 bis 12 mm groß - das hier mit 14mm ist wahrlich ein Loch.

http://s-knoepfel.de/mf/pm1.jpg
oben: "klassisches" Loch; unten: Paramilitary

Obwohl mir das Messer sehr gefällt, gibt es doch diese kleinen (Sypderco-typischen) Verarbeitungsmängel zu kritisieren. So sind der Clip und die G10 Griffe recht scharfkantig - zumindest bei meinem Exemplar. Auch ist es wieder so ein schwarz lackierter Clip, der schon nach drei Tagen anfängt die Farbe zu verlieren.
Ebenfalls hätte der Liner doch etwas stärker als die gebotenen 1,5 mm ausfallen können. Gut, beim Compression-Lock spielt die Stärke nicht ganz so eine Rolle wie beim klassischen Liner-Lock, aber etwas mehr hätte den stabilen Gesamteindruck des Messers noch verstärkt.
Die nicht versenkten Achs-Schrauben sind alles andere als schön; die im geschlossenen Zustand weit herausschauende Klingenwurzel ist ein klarer Designfehler.

http://s-knoepfel.de/mf/pm2.jpg

Trotz dieser (kleinen) Mängel gefällt mir das Messer. Der Griff ist super ergonomisch, die Größe entspricht genau meinem Geschmack. Was der "Wunderstahl" S30V kann, wird sich zeigen. Es ist mein erster User mit diesem Stahl.

exilant
21.06.04, 23:49
Das sind schöne Bilder. Kann noch jemand erklären oder zeigen, wie der Liner befestigt ist?

Schade, dass der Clip nicht umsetzbar ist.

Das mit dem "Designfehler" (überstehende Klingenwurzel) ist wohl grad wieder Mode?!

coolcat
22.06.04, 00:24
Die Liner (es sind beidseitig Stahlplatinen vorhanden) sind in das G10 eingelegt und werden jeweils von allen drei "Befestigungspunkten" (zwei Schrauben + Klingenachse) gehalten.

Klingenspiel
22.06.04, 00:47
Die "herausschauende Klingenwurzel" verändert mein Bild vom diesem Messer imens. Die Chance an Gürtel/Kleidung hängen zu bleiben
wird deutlich erhöht. :argw:
Dieses Detail blieb mir bis Dato verborgen und ich bin froh, daß ich mich für das Chinook2 entschied, welches nicht von meiner Seite weicht. :cool:
Im wahrsten Sinne des Wortes steht jetzt fest, daß ich nicht das PM als zweites EDC verwende sondern ein Fixed.

Danke für die Impressionen.

TheLem
22.06.04, 13:37
Ja, das mit der überstehenden Klingenwurzel im geschlossenen Zustand, hatte ich noch vergessen zu erwähnen.Sorry!
Diese ist wirklich recht scharfkantig; wenn man das Messer in die vordere rechte Hosentasche clipt, kann man sich tatsächlich beim in die Tasche greifen die Hand verschrammen!
Da ich jedoch häufig Hosen mit Beintaschen trage, ist mir das Problem nicht sofort aufgefallen!


Gruß The Lem

porcupine
24.06.04, 22:04
Danke für die Reviews, Leute,
ich konnte das Messer heute bei meinem Laden (wagner-messer.de) auch befummeln und werde mir seit langem vielleicht mal wieder ein Spyderco zulegen, nämlich eben dieses. Zumal es eine niedrige Seriennummer trägt, die normalerweise dem Spyderco Sammelclub vorbehalten ist. Das freut das Jägerherz :hehe: (Andererseits spare ich ja immer noch auf einen Folder von Kevin ... das würde mich wieder etwas zurückwerfen :( )
Der Griff ist wirklich einer der besten, die ich kenne. Übrigens die etwas rauen Kanten kann man mit einer Feile glätten, hab ich schon bei anderen G-10 Griffen gemacht, dann werden sie handfreundlicher, ohne wesentlich an Griffigkeit einzubüßen. An die überstehende Klingenwurzel bin ich schon von Klötzli-Foldern gewöhnt, sollte kein Problem sein.
arno

Tungsten
29.06.04, 14:28
Meins kam heute auch an, und ich muß sagen, ich bin begeistert. Keinerlei Klingenspiel (meine größte Sorge), schneidet wie der Teufel, der Griff liegt super in der Hand, dank Daumenauflage und Parierelement auch in der voderen Griffposition.

Negativ aufgefallen sind mir allerdings die rostroten Verfärbungen an den bekannten Stellen und ein etwas grobes Klingenfinish, in Form von Bearbeitungsspuren an den weniger sichtbaren Bereichen der Klinge. Das stört mich persönlich aber überhaupt nicht. Insgesamt bekommt man schon eine Menge für sein Geld.

Eine Sache in Bezug auf den Compression Lock, die mich interessieren würde: Dieser arbeitet ja auch mit einer Rampe auf der Klingenwurzel wie ein Liner Lock. Zwar würde die Arretierung nicht versagen, wenn der Liner durch Verschleiß die Rampe vollständig hinaufgewandert ist, jedoch würde dann logischerweise Klingenspiel auftreten. Wie ist die Möglichkeit eines Verschleißens im Vergleich zu einem herkömmlichen Liner/Frame Lock einzuschätzen? Gibt es schon Erfahrungen diesbezüglich mit den älteren Modellen, die den Compression Lock verwenden?

MfG
Thorsten

TheLem
17.08.04, 17:45
Hallo!

Ich habe gerade auf bladeforums.com gesehen, dass es bei dem Messerchen ein paar Modifikationen zu geben scheint.

Hier der Link zum Beitrag:

http://www.bladeforums.com/forums/showthread.php?t=310327

Mich würde interessieren, ob es mit der bisherigen Version Probs gegeben hat?

Bei meinem Modell ist alles O.K.!

Gruß The Lem