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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Kohle zum Schmieden?



Bene686
24.04.03, 11:50
[HankEr: abgespalten von Frage wegen dem Falten (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&postid=104834)]

mann könnte ja dem guten mann eine esse
mit azetylen sauerstoff bauen:teuflisch
dann wirds aber heiß jenug :glgl:

wieso sollte mann keine gute kohle mehr bekommen ??
ich hab nur gemerkt das die recht teuer is .
in meiner firma liegt noch ca 1,5m³ rum die wired nich mher gebraucht.

wo bekommst du denn die kohle her markus ? was nimmst du koks kohle oder fettkohle ??

Schmiede Markus Balbach
24.04.03, 12:01
Ich benutze Fettnuss-Kohle von der früheren Zeche Blumental im Ruhrgebiet.
So 10 Tonnen im Jahr verbrauche ich davon.
Diese gute Kohle ist noch bei einigen Händlern zu bekommen.
Koks verwenden wir ebenfalls, aber nicht so viel. Koks bekommen wir von den Leuten hier im Ort, die noch Restbestände für ihre frühreren Koksheizung haben.
Gasöfen 2 Stück haben wir zudem auch noch. Damit aber wird kein Damast hergestellt, da diese Öfen zu groß sind. Wäre für uns teurer als mit Kohle zu arbeiten.
Gruß Markus

Max
24.04.03, 12:38
falls jemand Kohle sucht und in der Nähe von Uelzen wohnt:

Firma Georg Röpe.

Die haben eine gute Fettnuß!

Viele Grüße,
Mathias

Leonardo75
24.04.03, 19:04
Fettnuss kaufe ich bisher bei den Raiffeisenmärkten. Halt nach Fettnuss oder Schmiedekohle an der Kasse fragen und man bekommt einen 50kg Sack für ca. 15 Euro.

Gruß Leo.

Silence
24.04.03, 21:33
Habe heute in meiner Esse mein erstes Stück Eisen flachgeklopft, jetzt konnte ich ja mit einem Regler die Sauerstoffzufur erhöhen, nur wenn ich das nur ein wenig gemacht habe gab es einen riesen Funkenregen. Ist das normal??
Ich habe Grillkohle verwewendet.
Ist das der Fehler? oder muss ich mehr Kohle draufmachen?
Da ich erst am Abend angefangen habe konnte ich nicht lange versuchen, ausserdem habe ich meine Hämmer noch nicht zurückbekommen (neue Stiele) und der 300g Hammer hatte nicht wirklich die Wirkung ;-)

Piston
24.04.03, 22:43
Grillkohle produziert mehr Aschen- und Funkenflug als richtige Schmiedekohlen, das ist schon wahr. Ich benutze beides, mit Holzkohle ist der heiße Bereich (zumindest in meiner Feldschmiede) größer, das Arbeiten mit Schmiedekohlen ist angenehmer. Da fällt einem nicht so viel heißer Kram in den Nacken. Die Kohle die ich beim Landesproduktehändler im Nachbardorf hole kostet ca 16 Eu´s pro Zentner. Die Dinger heißen "Fettnuss IV" (zumindest laut handgeschriebenen Lieferschein).

Bene686
25.04.03, 11:27
@silence

sei vorsichtig mit der luftzufuhr , wenn du eisen im feuer hast , wirds schnell zu heis , und wenns direckt im gebläse wind liegt nimmt es sauerstoff auf , und das erniedrigt die flam temp. und kann dir den stahl ruhinieren.wenn du fettnuss nimmst hast du die hitze konzentrierter, und das feuer wird nicht so groß .
du kannst mit einem bausch wasser den rand abtropfen , dann backt die kohle zusammen und du hast ein geschlossenes feuer.bei holzkohle geht das nich , dafür ist die sauberer(schwefel)

Silence
03.05.03, 17:26
Danke für die Antworten, bei mir geht das nicht so schnell da ich es zuerst ausprobier bevor ich Antworte.
Ich war bei einem Schmied in unserer gegend der hat mir Steinkohle verkauft, zwar etwas teurer als das in Deutschland der Fall ist aber das geht jetzt damit.

Danke euch
Gruss Silence

Mittelalterschmied
10.09.03, 21:45
Bei Holzkohle solltest du die Luft von der Seite zuführen ,bei einer richtigen Esse natürlich schwierig.Hab sowas mal bei einer Mittelalterschmiede gesehen.Also doch lieber Schmiedekohle nehmen.

Gruß
der schmied

Mittelalterschmied
10.09.03, 21:52
siehe auch :http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=13378

Goderich
06.10.09, 14:45
Hallo Leute!


Ich habe gerade mit den ersten Schmiedeversuchen in einer selbstgebauten Feldesse (Bremstrommelmodell) begonnen. Die erste Zange ist zwar etwas krumm geworden, greift aber.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Ich habe bisher mit Holzkohle gearbeitet da sie leicht zu bekommen und zu verarbeiten ist. Wegen des Funkenfluges und des hohen Verbrauchs will ich aber davon weg.

Fettnuss-Schmiedekohle scheint ja der Standard zu sein von daher werde ich mich demnächst dahingehend mal umsehen.
Mich interessieren allerdings noch die Alternativen und die Eigenschaften der einzelnen Kohlesorten.
Die Fettnuss muss nach dem, was ich gelesen habe, erstmal ausgasen um den Schwefelgehalt herbzusetzen.
Wo liegt der Unterschied zu Schmiedekoks?


Mir ist noch eine sehr preisgünstige evetuelle Alternative aufgefallen:

Jetzt, da es in Richtung Winter geht hat wieder mal jeder Supermarkt Braunkohlebriketts im Angebot. Wenn man diese entsprechend zerkleinern würde, könnte man damit auch schmieden? Hat vielleicht jemand Ahnung welche Brenneigenschaften Braunkohle hat? Ich habe bisher keinerlei Hinweise darauf finden können...


Sorry wenn ich hier ein Uhraltthema ausgrabe, aber ich wollte nicht gleich ein neues eröffnen :rolleyes:

sanjuro
06.10.09, 16:05
....wenn ich hier ein "Uhraltthema" ausgrabe, aber ich wollte nicht gleich ein neues eröffnen.....
Wir haben das im Forum schon so oft besprochen, dass es eines neuen Threads wirklich nicht bedarf. Einfach mal etwas stöbern und lesen!

Gruß

sanjuro


Merke: "uhralt" währt am längsten!

Goderich
10.10.09, 04:43
So... Jetzt hab ich mich mal durchgearbeitet und mir einiges über Kohlesorten und deren Eigenschaften angelesen. Lediglich die Frage nach der Braunkohle ist dabei unbeantwortet geblieben:

Aus Wikipedia habe ich die Info, dass diese Kohlenart einen geringeren Kohlenstoffanteil und Heizwert hat als Steinkohle, was sie wohl logischerweise weniger geeignet machen würde. Wird denn bei der Schmiedekohlenherstellung ausschließlich mit Steinkohle gearbeitet? Zumal der Bergbau auf dem Sektor in Deutschland immer weiter zurückgefahren wird...

Kingloui
10.10.09, 10:17
also Fettnusskohle auch als Schmiedekohle bekannnt wir zum Beispiel gar nicht mehr in Deutschland abgebaut, ist wohl zu teuer oder lohnt sich nicht mehr. Fettnusskohle wir aber noch in Polen und in Tschechien abgebaut und von dort noch Deutschland exportiert.
Die Fa. RHEINBRAUN (www.rheinbraun-brennstoff.de) exportiert zum Beispiel Fettnusskohle aus diesen Ländern zu uns nach Deutschland und verkauft sie dann hier auch!
mfg Kingloui
P.S. : ich arbeite fast nur noch mit schmiedekoks, denn koks brennt heißer und raucht nicht oder besser garnicht. :steirer:

Meisenmann
10.10.09, 12:21
Ich hatte immer gedacht, wenn Leute von Schmiedekoks reden, meinten sie eigentlich Schmiedekohle (Fettnuss 4), die dann auch die entsprechende Rauchentwicklung hat...

Kann ich dann, wenn ich irgendwo etwas als "Schmiedekoks" bezeichnet sehe, es beruhigt kaufen und mich über fehlende Rauchentwicklung freuen?

Goderich
10.10.09, 16:21
Das kommt wohl auf die Eigenschaften an, die Du im Feuer haben willst. Mit Fettnuss kannst Du eine Gluthöhle erzeugen, da die äußeren Bereiche zu einer Art Panzer zusammenbacken. Das geht bei Koks nicht.
Der ist dafür reiner als Kohle, da er im verkokungsprozess von den meisten Zusatzstoffen wie Schwefel befreit wurde. Auf der Seite eines Solinger Kohlenhändlers steht, dass Schmiedekoks wegen der enthaltenen Feuchtigkeit beim verbrennen "spritzen" kann. Daher sollte man wohl bei der Benutzung vorsichtig sein und Schutzkleidung tragen. Ich bin allerdings der Meinung, dass diese Maßnahmen ohnehin beim Schmieden Pflicht sind!

Die Wahl des Brennstoffes ist nach dem, was ich in diesem Forum gefunden habe, wohl eher eine Frage von Know-How und Vorlieben des Schmiedes.
Ich habe mit Holzkohle meine ersten Gehversuche gemacht, das war Kinderleicht. Demnächst werde ich mal versuchen mit Fettnuss zu arbeiten. Ich vermute es wird nicht ganz so einfach, aber wo wäre dann der Reiz?

knivesmith
10.10.09, 17:41
Hallo Schmiedekolegen ,ich benutze Kohle ,Koks und auch noch Gas .Man muss eben probieren womit man zurechtkommt .Schmiedekohle ist normale Fettnusskohle eben nur in der feineren Sorte Nr 4 .Genauso bei Koks der ist auch nur feiner .Koks ist Kohle die von ihren flüchtigen Stoffen befreit wurde .Ich feuere mit Kohle an und gebe wenns richtig brennt Koks dazu ,Koks giebt mehr hitze ,man muss aber aufpassen das das Feuer ohne Zuluft schnell ausgeht .Mein Gasfeuer benutze ich für meine Damast Versuche und zum härten .Aber wie schon gesagt der Eine Schwöhrt auf dies und der Andere auf das ,und Koks spritzt nicht ,aber Holzkohle . Gruss Rolf

Sprengmeister
17.10.09, 19:13
Hi alle miteinander
Ich habe heute zum ersten mal mit fettnuss experimentiert
war alles super nur das starten war bei mir umständlich
ich hab erst mit Holzkohle angefangen und später die Fettnuss aufgelegt da ich die allein noch nicht zum glühen gebracht habe

Meine Frage an euch: Wie macht ihr das ?
ich hab im Forum gesucht aber nirgends gefunden wie jemand beschreibt wie er optimal seine Esse anzündet, es hat bei mir ja auch funktioniert, aber vielleicht gibt es noch irgendwelche Tips und Kniffe

MfG René

gast
17.10.09, 20:00
Man nehme ein stück Zip :cool: uncool ich weiss,dann gebe man einige kleingehackte Hölzchen auf, wenn die sicher Brennen, lege man die Kohle auf, und gebe etwas Luft zu.
Dann qualmt es etwas mit der Fettnuss, besser man gibt etwas Fettnuss vom vorigen Schmieden bei, die ist entgast und qualmt fast nicht.
Dann, wenn sich eine ordendliche Glut etabliert hat, das Werkstück ins Feuer legen. Immer darauf achten, genügend Fettnuss an die Ränder des Feuers beischaufeln, damit jederzeit entgaste Kohle zur verfügung steht.
Kock, verhält sich wie beschrieben, und es ist etwas Schwieriger die ans brennen zu bekommen wegen der fehlenden flüchtigen Stoffen.

Es gibt sicherlich viele andere Möglichkeiten, aber diese hat vor 2 Std. bei mir noch geklappt.

Gruss unsel:)

askari01
17.10.09, 22:35
Zum Zünden der Kohle nimmt man am besten eine alte Zeitung und wickelt diese locker zum Knäul (Faust groß). Nach dem anzünden mit gebrauchter Kohle bedecken und den Luftstrom nicht zu stark dosieren, so sollte es keine Probleme mit dem entfachen des Schmiedefeuers geben. Am besten eine ordentliche Flamme stehen lassen damit die Rauchgase abgefackelt werden. Der Nachtbar wirds Euch danken.

Gruß Askari

sanjuro
18.10.09, 11:29
....Der Nachtbar wirds Euch danken.....
DIE Nachtbar!

Ich schmiede auch manchmal nachts!

Gruß

sanjuro

askari01
18.10.09, 14:23
DIE Nachtbar!

Ich schmiede auch manchmal nachts!

Gruß

sanjuro

Gut aufgepasst, draußen war es auch schon dunkel.

Gruß Askari

Goderich
23.10.09, 23:35
Feuerführung...


Ich habe mich jetzt mal an Fettnuss 4 versucht. Hitzemäßig kein Problem. Ich habe es ohne
Probleme geschafft das fertige Oberteil meiner Zange zu verbrennen :mad:

Meine Hauptprobleme bestanden darin, dass der Backkohlenpanzer beim einstecken des Werkstückes gerne etwas eingebrochen ist und ich deshalb die Glut des Eisens nicht beobachten konnte. Anfangs hat er super gehalten und später wurde er extrem brüchig. Verwendet habe ich die Kohle von Rheinbraun. Die ist hier recht leicht erhältlich und preislich liegt sie ganz gut. Ich habe zwar keinen Verlgeich, aber mein Eindruch war, dass nicht sehr viel Schrott im Sack war, dafür aber viel Schwefel in der Kohle. Ärger mit Schlacke hatte ich keinen, wobei meine noch untrainierten Arme die Sache auch nicht sehr auf die Probe gestellt haben.

Ich habe den Verdacht, dass mein Vorwerk Kobold zu viel Leistung bringt und deshalb die oberen Kohlen zu schnell anbrennen. Ich habe zwar einen Schieber eingebaut, der die Zuluft reguliert, der ist dem kleinen grünen Maschinchen aber vollkommen Wurst.
Wenn er gelaufen ist schlugen irgendwann die Flammen extrem durch die obere Kohlenschicht und diese fing an zu glühen.
Liegt es wirklich nur an der Luft? Mein Esseisen ist eine alte Bremstrommen. Ist die vielleicht zu niedrig (ca. 6cm)?

Oder liegt eurer Meinung nach menschliches Versagen vor? Das wäre toll, weils am billigsten auszubessern ist:cool:

Eine Frage hab ich zum Abschluss noch: Was macht ihr mit dem Feuer, wenn ihr das Schmieden beendet? Löscht ihr oder lasst ihr ausbrennen? Habe bisher nie gelesen, dass sich jemand mit der Außerbetriebnahme einer Esse beschäftigt hätte.
Ist Steinkohle eigentlich Umweltschädlich? Wie entsorgt ihr die Reste und die Schlacke?

gast
24.10.09, 10:29
Hallo,

Zu dem Thema Esseisen, gibts hier ja reichlich zu lesen, zu der Frage des Schlackenentsorgung kann ich nur sagen dass die Gleisbetten der Eisenbahnen, bis heute noch nie in die Schlagzeilen geraten sind :cool: ,schmeiss sie also entweder in den Müll oder in den Garten.
Der entweichende Schwefelhaltige Qualm, hält sich in Grenzen wenn man die neue Kohle, nicht auf die bereits benutzte brennende Kohle aufgibt, sondern kontinuierlich an die Seiten des Feuers beigibt.
Abgesehen davon, wird dich niemand wegen Umweltverschmutzung anzeigen, wohl eher wegen Nachbarbelästigung wenn du s übertreibst:)

Dass der Muffel dir zusammengebrochen ist, liegt evtl.daran dass du ihn nicht angefeuchtet hast, oder ihn nicht vorsichtig von vorne mit einem dünnen Rundeisen oä. angestochen/aufgestochert hast?
Wenn du fertig bist mit schmieden ,breite die Kohle einfach aus, damit sie schnell abkühlen kann , Fertig.

Zu deinem Staubsauger.....tja ,wenn du keine ordendliche Drossel hast,Kugelventil oä. schneide das Rohr enweder bis zur hälfte quer ein,und passe ein rechteckiges Stück Blech ,mit an einer Seite einem halbkreis, passend zum Rohr welches du rein oder rausschiebst zur Luftregulierung.
Noch besser finde ich ,überhaupt keine Drossel,sondern, das Staubsauberrohr in einem gewissen Abstand, zu dem Eintrittsrohr Esse.
Die Luftregulierung geschieht einfach indem man das Gebläserohr entweder direkt auf das Esserohr richtet(max.Luftzufuhr), oder 90° weggdreht(min.Luftzufuhr).
Dafür brauchst du eigendlich nur eine Schelle,fürs Gebläserohr zu machen, und es drehbar vors Esserohr zu schrauben.

Nurmal um eine möglichst einfache und billige Variante zu Erwähnen.

unsel

sanjuro
24.10.09, 11:09
....Ich habe mich jetzt mal an Fettnuss 4 versucht. Hitzemäßig kein Problem. Ich habe es ohne Probleme geschafft, das fertige Oberteil meiner Zange zu verbrennen....Ich habe den Verdacht, dass mein Vorwerk Kobold zu viel Leistung bringt und deshalb die oberen Kohlen zu schnell anbrennen. Ich habe zwar einen Schieber eingebaut, der die Zuluft reguliert, der ist dem kleinen grünen Maschinchen aber vollkommen Wurst.
Wenn er gelaufen ist, schlugen irgendwann die Flammen extrem durch die obere Kohlenschicht und diese fing an zu glühen. Liegt es wirklich nur an der Luft? Mein Esseisen ist eine alte Bremstrommen. Ist die vielleicht zu niedrig (ca. 6cm)?
.....Was macht ihr mit dem Feuer, wenn ihr das Schmieden beendet? Löscht ihr oder lasst ihr ausbrennen? Habe bisher nie gelesen, dass sich jemand mit der Außerbetriebnahme einer Esse beschäftigt hätte.....
Ich fange mal hinten an: was ist Schlacke? Das sind zusammengesinterte mineralische Rückstände aus der Kohle, also im Wesentlichen Gesteinsreste (wenn das noch im Bergwerk vorliegt, heißt es "taubes Gestein") und evtl. kleine Mengen unverbrannter Kohle. Das ist ökologisch unbedenklich und könnte ebenso eingesetzt werden wie Lava, die man ja für gärtnerische Zwecke kauft. Also untergraben oder als Wegbelag verwenden.

Wenn Du Deine Zange verbrennst, liegt das nur z.T. am Feuer. Das hat vor allem etwas mit der Aufmerksamkeit (und sicher auch etwas mit Erfahrung) zu tun. Aber wenn Dein KOBOLD zu stark bläst, dann empfehle ich Dir, auf der Druckseite der Luft (nicht auf der Ansaugseite!) eine ausblasende Klappe einzubauen - das ist nicht so schwer. So vermeidest Du, dass die Kühlung des Motors eingeschränkt wird. Eleganter noch ist eine elektronische Regelung durch einen "Leistungsregler für induktive Lasten", ein handelsüblicher Dimmer klappt meist nicht.

Nach dem Schmieden ziehe ich bei meiner Standard-Esse das Feuer heraus (auf ein VA-Blech) und lösche es ab. Die Esse läuft mit wenig Luft weiter, der Schlackedorn (den Du wohl nicht hast) wird etwas aufgemacht, damit er abkühlen kann. Lässt man die Glut in der Schüssel und stellt gleichzeitig die Luft ab, dann gibt es einen Wärmestau am Schlackedorn, der seine Lebensdauer vermindert, habe ich mal gelernt.

Allgemeine Anmerkung: der gelbe Qualm aus der frischen Schmiedekohle zeigt natürlich NICHT den Schwefelgehalt an! Das ist ausgetriebener Teer, der gasförmig entweicht. Schwefel ist ein Element, das sehr leicht Verbindungen eingeht (gehört zu den Chalkogenen, den Erzbildnern), daher gibt es ihn nicht ungebunden in der Natur. Die geringen Schwefelmengen in der Kohle liegen also auch gebunden vor und rauchen nicht elementar ab.

Gruß

sanjuro

Goderich
24.10.09, 13:57
Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Als Drossel habe ich ein Blech möglichst bündig an die Lufteintrittsstelle im Schlackekasten angebracht. Es ist durch schieben regulierbar, offenbar aber nicht dicht genug. Ich denke ich werde mir einen Leistungsregulierer zulegen und als Übergangslösung die Winkelvariante von Unsel versuchen.

Kuchen anstechen klingt sehr gut. Gelöscht habe ich zwar, aber ich war vermutlich nicht vorsichtig genug beim einlegen des Werkstücks.

Der Zangenbrand lag mit sicherheit in erster Linie an mangelnder Erfahrung und den damit verbundenen Fehlern. Bergland schreibt so schön über das Beobachten des Stahls und die Anzeichen für die richtige Temperatur. Wenn man aber nichts sehen kann, weil man vorher schon den Muffel zerstört hat...

Bleibt nur eins: Weiterüben!!!:super: