Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : For crying out loud! (Polizei Aktion gegen Messer in England)
mactheknife
13.12.02, 09:31
Wer's nicht glaubt:
http://www.met.police.uk/campaigns/safer_st_2.htm
I'm sorry for the brits. Öffentliche Warnung, dass das Tragen von Messern bis zu 2 Jahren Haft bringen kann an Bushaltestellen und Fussgängerampeln!!!
Aber mal sehn, ob sich nicht auch hier zulande ein Verfechter für solche Massnahmen findet. :(
[HankEr: Link korrigiert + verschoben nach Politik & Recht]
Hab auch schon am link rumgedoktert.Danke Hanker.
Ein Blick in unsere eigene Zukunft?
England war auch mit der Videoüberwachung der Zeit vorraus große Teile des Ostens und Bayern sind hier schon auf der Spur ....
Ist das was neues oder unerwartetes?
Laut englischem Gesetz ist jedes Messer mit scharfer Klinge oder jedes Objetkt mit einer scharfen Spitze eine Offensiv-Waffe. Zitat: "...an offensive weapon is any bladed or sharply pointed instrument."
In Deutschland haben wir ja z.B. schon die Einschränkung, bei öffentlichen Veranstaltungen Messer bestimmter Art bzw. Konstruktion nicht mitführen zu dürfen. Und eine öffentliche Veranstaltung ist ja nicht bloss ein Volksfest oder ein Konzert.
Ich denke, es dauert auch in Deutschland nicht mehr lange, dann ist es grundsätzlich verboten, ein Messer zu tragen. Dann wird selbst mein geliebtes Victorinox Cybertool eine besonders gefährliche und damit verbotene Angriffswaffe. Denkt bloss an die reihenweise Stornierung der Waffenbörsen. Ich bin bestimmt kein Verfechter der amerikanischen Art (The right to bear arms), aber die Erklärung der Behörden, mit dem Verbot "unzuverlässigen Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Waffen zu erschweren", kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich nach wie vor über den Versandhandel, in Waffenläden oder im "Metallwarenhandel" Messer jeder Art kaufen kann, macht ja so ein Verbot zumindest in Hinsicht auf Messer keinen Sinn.
Warten wir´s ab.
Gruss
Andreas
Da ist die britische Polizei der Meinung, daß es eine 'Kultur des Messertragens' gibt - und entlarvt sich mit dieser Aktion als ein Haufen von Kulturbanausen :argw:
Was mich am meisten ärgert, ist daß aus dieser Politik der Gedanke spricht, daß jeder 'normale' Bürger ein potentieller Gewalttäter ist und ihm die potentiellen Tatmittel unter Androhung von Strafen vorenthalten werden müssen. Warum man diesem Bürger dann noch das Wahlrecht oder das Recht auf freie Meinungsäußerung zubilligt, ist mir nicht ganz klar - vielleicht aber nur noch eine Frage der Zeit :confused:
Auch wenn's schwerfällt:
Munter bleiben,
Tobse!
Stefan Schlaegel
13.12.02, 10:49
Wenn Dein Zitat stimmt, dann wären Bleiftifte, Kuli und Füller und sogar die beliebten Herren-Regenschirme (mit ihrer Metallspitze)offensive weapons; dass kann m.E. nicht gemeint sein und auch kein
SAK oder Tool. Sinnvoll wären Spring- oder Fallmesser oder feststehende mit Klingenlänge ab 7,5 cm (??)- damit hätte ich in London oder anderen Großstädten keine Probleme.
Tja, 2 Jahre in den Knast, nur weil jemand ein taschenmesser mit sich führte, ist schon hart!
Aber ich denke die englische Polizei wird schon ihre Gründe dafür haben, denn wahrscheinlich haben sie in letzter zeit ziemlich viele Meserstechereien (auch mit Jugendlichen) und zweitens sind die englischen Bobbis ja zumeist nicht bewaffnet.
Da ist das schon teilweise nachvollziehbar!
Übertreiben finde ich es aber trotzdem.
Und ich glaube nicht, daß es bei uns soweit kommen wird!
Gruß neo
@neo: Das Entziehen von "potentiellen Tatgegenständen" verhindert leider kein einziges Verbrechen.
Das britische Experiment des Faustfeuerwaffenverbots ist zB. drastisch gescheitert (wird aber dennoch am Kontinent von inkompetenten Politikern und Journalisten als Ideallösung verkauft!). Angesichts einer explodierenden Quote an Gewaltdelikten (+8%) und Raubüberfällen (+21%), bei denen immer häufiger Schusswaffen zum Einsatz kommen (+10% landesweit, +100%!! in London), müssten jedem vernünftigen Menschen Zweifel an der Effektivität von Waffenverboten kommen. Was die Rate an Gewaltverbrechen betrifft- britische Großstädte sind heute nur mehr hinter Moskau und Johannisburg, aber weit vor sämtlichen US Großstädten!! Die britischen Behörden schätzen auch, dass es heute um ein Drittel mehr illegale Waffen gibt als vor dem Verbot. Nur sehr naive Gemüter freuen sich darüber, dass nunmehr, nach dem Verbot, garantiert nichts mehr mit legalen Waffen passiert...
Großbritannien wird heute von einer derartigen Welle an Gewalt überflutet, dass man immer mehr "potentielle Tatgegenstände" zu verbieten sucht- größere Hunderassen, Messer und sogar Bierkrüge. Mittlerweile dehnt die Rechtssprechung den diffusen Begriff "offensive weapons" auch auf Spazierstöcke, schwere Schlüsselbünde und Taschenlampen aus. Gleichzeitig erhält die britische Exekutive immer größere Kompetenzen, die auf Kosten klassischer Bürgerrechte gehen. Mittlerweile dürfen Autos und Häuser auf den bloßen Verdacht des "offensive weapons" Besitzes hin durchsucht werden- für die Exekutive ist die Rechtfertigung dieser Handlungen kein Problem, ein Schlüsselbund oder ein Stanley Messer wird sich überall finden lassen....
Bei sachlicher Betrachtung darf der prohibitive Ansatz ohnehin als gründlich gescheitert angesehen werden, ähnlich wie in der Drogenfrage oder jener der Alkoholprohibition. Weshalb sollten "Waffen" (im weitesten Sinne) auch eine Ausnahme darstellen? Im Gegenteil, die Möglichkeit den Drogenkauf zu unterbinden werden von Experten ja weit besser eingeschätzt als die Chancen den illegalen Waffenhandel zu stoppen, denn der Drogenkonsument setzt sich bei jedem Kauf dem Risiko des Gefaßtwerdens aus.
MfG
Cato
Zum Selberschlaumachen bez. der brit. Situation:
“Home Office figures released on Tuesday showed that incidents of violent crime rose by 8% and robbery by 21% between October 1999 and September 2000.” Sharp rise in violent crime. In: BBC News, 16.1.2001. http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/1119896.stm
Doch eines ist wesentlich: nicht alle Verbrechen werden angezeigt! Opferhilfeorganisationen melden noch drastischere Anstiege- so etwa bei rassistischen Verbrechen Zuwächse um 100% (!!) und bei Gewaltverbrechen um 20%. The UK’s crime hotspots. In: BBC News, 16.1.2001 http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/1120016.stm
“Members of the Metropolitan Police's SO19 firearms unit say that at a meeting this week, officers reported there had been a 100% increase in firearms-related crime in the capital this year.“ Police fears over rising gun crime. In: BBC News, 3.8.2001 http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/1471716.stm
Alleine in Manchester sind heuer schon 5 Tote und 22 Verwundete in Bandenkriegen zu beklagen. Die Kosten der Gewalt belaufen sich auf 7 Mio. Pfund. Gun crime costs City. In: BBC News, 14.10.2002. Siehe auch: http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/1119896.stm sowie:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/uk/newsid_1440000/1440764.stm und
http://www.guardian.co.uk/gun/Story/0,2763,416575,00.html
Gun crime rockets to record high. Arms were used 15,000 times to commit offences this year alone, by Tony Thompson. In: The Observer, 31.12.2000 http://www.observer.co.uk/uk_news/story/0,6903,416546,00.html
Eine unabhängige Studie des Center for Defense Studies am King's College in London kam zu folgenden Schluß: Faustfeuerwaffendelikte stiegen in den zwei Jahren nach dem Faustfeuerwaffenverbot in Großbritannien von 2,648 (1997/98) auf 3,685 (1999/2000), also um 40%! Handgun crime up despite ban. In: BBC News, 16.7.2001 http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/1440764.stm
Definition laut “offensive Weapons Act 1996”: Offensive weapon "any article made or adapted for causing injury to the person; or intended by the person having it with him for such use by him". http://education.ntu.ac.uk/gmp/6_fact_sheets/09_offensive_weapons.html
Eine exzellente Arbeit zum Thema Grundrechtsabbau in Großbritannien und dessen Konnex zum Kampf gegen die „offensive weapons”/Schußwaffen ist: Joseph E. Olson, David B. Kopel, All the Way Down the Slippery Slope: Gun Prohibition in England and Some Lessons for Civil Liberties in America. In: 22 Hamline Law Rev. 399-465 (1999). http://www.guncite.com/journals/okslip.html Bitte speziell Kapitel IX lesen!
Ich bin kein Kenner der englischen Gesetze. Mein Zitat habe ich hier entnommen: A Streetwise Guide to Offensive Weapons (http://www.met.police.uk/youth/weapons.htm). (Man beachte die Darstellung des Teppichmessers !!!!) Dort findet man bestimmt nicht den exakten Gesetzestext, nur eine allgemeinverständliche Zusammenfassung bzw. Auslegung.
Und ist es nicht gerade die Auslegung, die es einem Polizeibeamten oder zum guten Schluss dem Richter ermöglicht, die Sache ganz anders zu sehen als man selbst? Da wird eben ein Springer grundsätzlich zur Angriffswaffe erklärt und durch den Polizisten zur "Gefahrenabwehr" konfisziert.
Es braucht ja nur einen medienträchtigen Vorfall, dann werden Gesetze im Handumdrehen geändert um die öffentliche Entrüstung zu befriedigen. Dahinter steht nur das selbstverständliche Bedürfnis nach Sicherheit in der Öffentlichkeit. Aber wie soll man friedliche Menschen von "unzuverlässigen Bevölkerungsgruppen" trennen? Das ist einfach nicht möglich!
Warum wurden Pumpguns geächtet? Der Auslöser war das Massaker von Erfurt. Versteht mich nicht falsch - das war eine entsetzliche Sache, aber warum glaubt man mit dem Verbot dieses Waffentyps sei es unmöglich, dass sich sowas wiederholt? Ja ja, diese bösen Pumpguns sind für den Tod von so vielen Menschen verantwortlich, diese fürchterlichen OTFs und Balisongs sind der Auslöser für Messerstechereien. Bullshit! Es ist IMMER der Mensch selbst und der benötigt in einer Kneipenschlägerei ja nur ein Stuhlbein oder eine Gabel vom Schnitzelteller um... den Rest könnt ihr euch selbst vorstellen.
Der Ring um Messer-Sammler und -Träger wird enger und enger!
Gruss
Andreas
Weia, ich habe mir gerade (über den Index) die Passage über "offensive weapons" durchgelesen - jetzt übertreiben sie's aber wirklich...
Wobei die situationsbedingte Einstufung von Gegenständen (oder Kampfsportlern) als Waffen, die automatisch aus einer Körperverletzung eine schwere Körperverletzung machen, wenn keine Notwehr nachweisbar ist, auch in der deutschen Rechtssprechung Verwendung findet (Kommentar zum Strafrecht, Details müsste ich nachschauen lassen).
Am besten gefällt mir ja das "one last word" aus Musashis Link: "Why not learn Self-Defense?" ! :irre:
Ich versteh' ja überhaupt nichts von all den ganzen Kampftechniken, interessiert mich auch nicht weiter. Ich kann mir aber lebhaft vorstellen, dass jemand, der dem Rat der Polizei gefolgt ist, mich KO geschlagen hat, bevor ich mein kleines, rotes, ach so gefährliches Victorinox überhaupt aus der Tasche gezogen, geschweige denn geöffnet habe.
Da werden die Engländer wohl künftig mit gezielten Handkantenschlägen ihre Äpfel zerteilen. :teuflisch
Am besten lässt sich in England eine Frau also ausrauben, zusammenschlagen und vergewaltigen, bevor sie mit irgendeinem Gegenstand (alles "offensive tools" !) Widerstand leistet. Die Briten sind ja noch dümmer als unsere Politiker und unser Bundesinnenministerium in Sachen Waffenrecht ! :mad:
Ich hab jetzt nicht alle Quellen durchgelesen, aber geht es hier ums 'bei-sich-haben' oder um das führen von Messern? Und ab wann gilt in England eine 'Waffe' als transportiert und wann als geführt?
:irre:
warum wundern sich die buben eigentlich über die steigende kriminalität?
bei der empfehlung, die die polizei da gibt, gibt es ja gar keinen lukrativeren und ungefährlicheren job mehr als strassenräuber zu werden! :teuflisch nur noch opfer, die widerstandslos ihre kohle rausrücken und sich vermöbeln lassen, wie herrlich! :rolleyes:
das ist ja schon fast beihilfe was die politikler da machen! :mad:
Und ab wann gilt in England eine 'Waffe' als transportiert und wann als geführt?
Da geht es doch sowieso nur um Willkür. Einen spitzen Gegenstand :eek: Wenn es ein paar Leuten nicht paßt, weil Du vielleicht ein wenig komisch aussiehts oder mit tief ins Gesicht gezogener Baseballmütze an den Überwachungskameras vorbeiläuft, dann fällt da auch der frisch gespitzte Holzbleistift im Rucksack darunter. Eine Verfassung die Dich davor schützen könnte gibt es auch nicht. Um dich wieder herauszuwinden mußt Du es wohl erst auf die Titelseite der Sun bringen.
Das klingt jetzt vielleicht alles etwas harsch, aber bei solchen Gesetzen und solchen Ratschlägen ...
Ist ja echt schon DOLL was die Briten unseren Politischen "Gutmenschen" da vormachen!
Aber mal im ernst, die Statistiken, das die Gewaltkriminalität in England seit dem Waffenverbot HOCH (!):staun: gegangen sind interessieren doch höchstens ein par eingeweihte.
Die Politiker wollen es nicht hören/wahrhaben, und RTL will nicht drüber berichten...
Ich bin ins Forum Waffenrecht eingetreten, ich hoffe so wenigstens etwas bewegen zu können.
Und die Zeiten, in denen man uns auch noch das kleinste Taschenmesser wegnimmt sind mit sicherheit nicht mehr so weit weg!
Also... Umdenken...!:haemisch: :haemisch:
Wenn ein solches Verbot kommt, bin ich der erste, der sich ein Türschloss einsetzen lässt, für das der Schlüssel 30cm lang, spitz, und mindestens 500gr schwer ist!
"...Officer, ich habe ihm nur mein Schlüsselbund an den Kopf geworfen...!":D :glgl: :haemisch:
Hoffen wir, das es einige Gesetzgeber gibt, die nicht nur BildZeitung lesen, oder Explosiv im TV schauen!
Crom sei mit uns!
Sigtrygg
Damit habt ihr mich endgültig überzeugt, daß England eine verbotene Insel ist. Solange diese Gesetze in Kraft sind und die Überwachungskameras nicht abgebaut, kann man von einem Besuch nur abraten,Würde mich interessieren , ob das Auswärtige Amt das schon erkannt hat, die geben doch Reisetipps.
Tatsache ist, daß Verbrecher vor Videokameras um einige Zehnerpotenzen weniger Respekt haben als vor wehrhaften Bürgern. Ich verstehe auch nicht , wie man glauben kann , daß nach Abschaffung des Notwehrrechts ( und der dadurch bedingten Verschlechterung der Generalprävention) eine unbewaffnete Polizeitruppe dem Verbrechen noch Einhalt gebieten kann. Solche Politik ist verantwortungslos.
Beim letzten spektakulären Fall von Kindesentführung wurde es offenbar- die Polizei präsentierte Bilder der Überwachungskamera , die im Zentrum einer beschaulichen Kleinstadt angebracht waren (bald wird jeder Bauernhof in den Highlands auch eine bekommen, fürchte ich)
Genützt hat es nichts.
Leider gibt es auch bei uns solche Tendenzen- z.B. ist der Düsseldorfer Hauptbahnhof mit Kameras so vollgestopft, daß man Tag und Nacht mindestens zwei Mann benötigt, um alle Monitore zu überwachen. Die Herrschaften sollte man IMO besser auf Streife schicken.
Was mich am meisten ärgert, ist die Lüge, man könne die Welt durch Verbote und Freiheitseinschränkungen beliebig sicher machen. Diese Lüge ist gefährlich ; sie stellt den absoluten Status der Grundrechte in Frage und untergräbt die Wachsamkeit des Einzelnen.
Wer frei leben will, braucht Sicherheit vor Kriminalitaet und Terrorismus. Diese Sorge bewegt die Menschen und nicht die angestaubte Theorie vom angeblich allmächtigen Ueberwachungsstaat.
-- Otto Schily
Thomas Spohr
14.12.02, 18:45
Wenn Überwachungskameras eine Rationalisierung der Polizeiarbeit bewirken, also durch Hilfsmittel die Erfüllung der Aufgabenstellung erleichtern, und somit entweder Kosten einsparen oder zusätzliche Kräfte für andere Aufgaben freisetzen, was ist daran falsch? Eine Überwachungskamera ist ein Hilfsmittel wie Auto, Telefon oder Computer.
Ich halte den Glauben für irrig dass Überwachungskameras im öffentlichen Raum irgendetwas zur Sicherheit beitragen.
Beispiel Frankfurt Konstablerwache - dort wurde vor gut 1 1/2 Jahren eine schicke Kamera auf einen Mast montiert - man wollte damit die Kriminalität auf dem Platz 'in den Griff kriegen' - Ergebnis: Die besoffenen Obdachlosen sitzen immer noch rum, saufen und ab und zu prügeln sie sich - denen sind Kameras und Polizei nämlich völlig schnuppe. Die Drogendealer sind in die umliegenden - deutlich schwerer zu überwachenden - Seitenstrassen ausgewichen und gehen da ohne grössere Behinderung durch die Staatsmacht ihren Geschäften nach - aber sicher: Die Konstablerwache ist sicherer geworden weil es ja keine Dealer mehr gibt.
Und aus meiner Tätigkeit in der IT eines grossen deutschen Bewachungsunternehmens habe ich ein paar nette Einblicke wie dort mit Überwachungskameras umgegangen wird - es ist allerdings nicht wirklich so dass das meinen äusserst geringen Glauben an die Wirksamkeit und ordnungsgemässe Nutzung derartiger Einrichtungen irgendwie verstärkt hätte.
Was Polizei und Computer angeht gibt DAS (http://www.heise.de/newsticker/data/hod-13.12.02-000/) einen netten Einblick wie es mit dem Datenschutz aussieht.
Gruss
Markus
Diese Sicherheit gibt es nicht. Der gesamte Überwachungskamera- und Sicherheitsgesetzeskomplex dient allein der Beruhigung schlichter und ängstlicher Gemüter; er befriedigt deren Bedürfnis nach Verdrängung der Existenz des allgemeinen Lebensrisikos und des Todes.
Wehe den Befürwortern dieser Politik, wenn tatsächlich geschieht, was sie zu verunmöglichen behaupten. Die trügerische Sicherheit wird erkauft mit Freiheitseinschränkung und dem Risiko umfassenden Vertrauensverlustes.
@Hayate: was soll ich noch sagen... :super:
@Cato: danke für das Zitat - ich fürchte Schily glaubt tatsächlich was er da sagt :( (Wobei ich an der Auffassung festhalte dass das unter anderen Regierungskonstellationen mindestens genau so schlimm aussehen würde ;) )
Mal meinen Senf dazu:
Es ist schon merkwürdig wie der menschliche Verstand arbeitet.
Er arbeitet immer noch wie vor tausenden von Jahren: Was uns Angst macht, uns bedroht wird negiert - verstoßen - verabscheut - ignoriert usw. Es scheint einer der wenigen (im Vergleich zu Tierwelt) "Reflexe" des Menschen zu sein. Die Frage ist ob dieser Reflex weiterhilft - vor allem wo wir und unsere Produkte immer globaler agieren können. Wahrscheinlich wäre ein "verarbeiten" der Ängste (z.B. Waffen, Verbrecher ..) sinnvoller.
Dies ist ein kollektives Problem, dem sich ganze Kulturkreise stellen müssen. Für eine Kultur mag es selbstverständlich sein Schusswaffen zu tragen (Amerikanische Kultur). Andere Kulturen sind dadurch schockiert (Europäische Kultur). Wenn ich hier von Kulturen spreche sind das keine festen Gebilde, sondern sind ständig im Wandel. In 500 Jahren kann es in Deuschland vollkommen normal sein Plasmawerfer mit sich zu führen - während es in den USA verboten sein könnte eine Feile in der Öffentlichkeit zu tragen.
Es stellt sich nur die Frage, wie verändern sich Kulturen ?
Und diese Frage ist nicht präzise zu beantworten, man hat eine gewisse Unschärferelation. Kultur ist Produkt und Motor menschlichen Zusammenlebens - sie existiert in der Vergangenheit und wird in diesem Moment neu erfunden. Diese beiden Variablen haben beide Einfluss auf die kommende "Kultur". [Vergangenheit+Gegenwart=Zukunft]
Dabei kann man aber nur versuchen die Vergangenheit einer Kultur und deren Veränderungen als Wegstrecke zu begreifen und versuchen daraus eine Prognose für die Zukunft dieses Weges zu treffen. Meistens entwickeln sich bestimmte Faktoren auf einen Höhepunkt zu - der dann als unhaltbarer Zustand gewertet wird und wieder abflacht.
Um deutlicher zu werden: Alles und jedes kann und wird die Zukunft ändern -> unsere Diskussion ebenso wie die Waffengesetze. Und starke Variablen (Waffengesetze) rufen häufig Gegenreaktionen (unsere Diskussion+unser Verhalten) hervor. Und vielleicht sollten wir aus diesem Grund froh sein wenn verschiedene Regierungen Waffengesetze noch schärfer machen. Weil irgendwann wacht selbst der "BILDungsloseste" aus seinem Denk-koma auf. Es muss ihm halt erst weh tun. Und dann wird alles "besser".
Musste mich mal geistig auskotzen ;) !
MfG Chris
Hallo,
das eigentliche Problem mit den Videokameras steht uns noch bevor: Irgendwann wird die Bilderkennungssoftware so weiterentwickelt sein, dass auch auf bewegten Videobildern Personen mittels biometrischer Merkmale (die entsprechenden Datenbestände werden gerade für die Reisepässe aufgebaut, schon bemerkt?) identifiziert und datenmäßig verarbeitet werden können. Dann braucht es nur noch der Zusammenführung der Kamerabilder/Personendaten in einer Hand - wer wann wo war, das ist dann kein Geheimnis mehr. Ich finde, man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um damit Probleme zu haben. Schöne neue Welt.
Viele Grüße,
tricompax
Lol der gute Herr Schily wäre in psychiatrischer Behandlung wegen akuter Paranoia wenn er eben nicht dummerweise Politiker wäre... nein also wirklich dieses Geschwätz von dem Mann ohne jede Sachkenntnis oder argumentatives Fundament ist echt hanebüchen...
http://www.stop1984.org
http://www.dergrossebruder.org
Aber b2t habe mal die in Post #1 genannte Page durchsucht und bin auf folgendes gestoßen:
http://www.met.police.uk/job/job965/live_files/2.htm
Fand ich auch ziemlich :glgl: Das liest sich als wäre es die größte Befriedigung Touristen die Messer abzunehmen, sogar wenn eine plausible Begründung für das Tragen vorhanden ist. Naja war eh schon in London, muss da nicht nochmal hin ^^
Die haben wahrscheinlich auch die Ähnlichkeit Tourist - Terrorist erkannt :ahaa:
Messerjocke2000
31.01.06, 07:13
Super! Da werden die legalen Messer gleich vernichtet.
In Deutschland habe ich ja dann immer noch die Möglichkeit, mein Messer wieder abzuholen (Hausrecht).
Armes England!
Die haben wahrscheinlich auch die Ähnlichkeit Tourist - Terrorist erkannt :ahaa:
Heisst das wir dürfen den Japanern auch die Kameras abnehmen?? :ahaa:
:D
... bitte mal ein wenig beim Thema bleiben!
[QUOTE=ge2r]Am besten gefällt mir ja das "one last word" aus Musashis Link: "Why not learn Self-Defense?" ! :irre:
Sorry, aber self-defense bedeutet Selbstverteidigung. Das ist hier nicht erwünscht. Lerne fiese Tricks wenn Du meinst aber bringe das bitte besser nicht ins Forum.
Safer Neighbourhoods (SN) team.
Ich hätte dafür einige andere Titulierungen. :teuflisch
Wie Shigga bereits sagte: ich war zum Glück früher schon in London. Obwohl ich die Bücherläden, Museen und vor allem Pubs vermisse ist England seit einigen Jahren Terra Non Grata für mich. Was hätten wir da noch: Dänemark, Norwegen, Schweiz, das glorreiche ach so gesicherte Vaterland..... Die Achse des Bösen quietscht immer mehr! :steirer:
Bis denne!
Frank
...seit einigen Jahren Terra Non Grata für mich. Was hätten wir da noch: Dänemark, Norwegen, Schweiz, das glorreiche ach so gesicherte Vaterland..... Die Achse des Bösen quietscht immer mehr!
Norwegen jetzt auch?!? Ich hab hier ein MM von September vor mir liegen und da steht was ganz anderes drin... :eek:
Veetec,
hier in diesem Theater...bzw. Unterforum. ;)
Bis denne!
Frank
Downrangemaster
04.02.06, 11:59
Obwohl ich die Bücherläden, Museen und vor allem Pubs vermisse ist England seit einigen Jahren Terra Non Grata für mich. Was hätten wir da noch: Dänemark, Norwegen, Schweiz... :
Bin ich froh, dass nicht nur ich so denke... Auch ich werde dort bestimmt nicht mehr hinfahren/fliegen... Schade eigentlich...
Aber du bist bei uns in Österreich jederzeit willkommen! :p
Downrangemaster,
ich komme bestimmt drauf zurück. :)
Bis denne!
Frank
anson argyris
07.02.06, 12:23
Ich hätte dafür einige andere Titulierungen. :teuflisch
Ganz früher hieß sowas bei uns 'Blockwart' ...
Bingo! :hehe:
Bis denne!
Frank
gast221108
12.02.06, 12:26
Hallo!
Das Entziehen von "potentiellen Tatgegenständen" verhindert leider kein einziges Verbrechen.
So ist es (leider), und vor allem ist ein "Entziehen" gar nicht realisierbar bzw. praktisch umsetzbar.
Das kann man u.a. sehr gut am Beispiel des feudalen Japan studieren, wo der einfache Mann alle möglichen Gegenstände des Alltags und der Landwirtschaft zu effizienten Waffen umfunktionierte, da ihm der Zugang zum Schwert verwehrt war.
Aber ich denke die englische Polizei wird schon ihre Gründe dafür haben...
Vielleicht ist der im u.g. Bericht erwähnte Vorfall ja der Grund für die neuen (hirnverbrannten) Versuche der Briten das Problem der Gewaltanwendung auf der Strasse zu lösen?!
Ich fand ihn im dem Newsletter des amerikanischen SV-Spezialisten Tim Larkin vom Januar 2006 :
"One of my Expatriate UK clients forwarded this story of a murder
that recently rocked both the residents and media of London.
What made this murder so shocking?
Just this: the victim did everything you all THINK you should do
in this type of situation.
WARNING: The article below will make you very uncomfortable if
you think your social skills will get you by in an asocial
violent event.
With that caveat, please read on:
HE GAVE MUGGERS ALL HIS POSSESSIONS BUT THEY WANTED MORE... HIS LIFE
By Jeff Edwards, Tom Parry And Robert Stansfield, Times-Mirror
Staff
A successful young lawyer was stabbed to death by muggers just
yards from his home despite handing over all his possessions.
Tom Rhys Pryce was heard pleading with the callous thieves, “What
more do you want from me? You've got everything of value.”
Seconds later the two men knifed him in the head, body and limbs
in a frenzied, ferocious and senseless attack before they fled.
The 31-year-old, who was due to marry fiancée Adele Eastman in
September, was stabbed at least a dozen times as he put up a
fierce fight for his life with his bare hands.
Investigation chief Detective Superintendent Julian Worker said:
"This is a shocking murder. It looks like a completely gratuitous
killing.
“It is clear it was a robbery. We know that he had already handed
over everything of value that was on him. We know he was telling
them he had nothing else of value. He was pleading with them and
they just produced knives and started stabbing him.
“Tom was killed just 50 yards from his front door. Adele, 31, was
in the house waiting for him to return from a work social event.
“She went outside after hearing the commotion just before
midnight on Thursday but did not see her dying fiancé who was
lying in a pool of blood.
The family was too upset to talk last night. A neighbor said:
“Tom and Adele were the picture of happiness.
“He had his whole life ahead of him but it has been so cruelly
taken from him. Everyone's devastated.”
Another, Gerry Dobson, 63, added: “It's such a bloody, crying
shame. We know from firsthand experience as parents the
dedication and support that has gone into getting that young man
where he got in his profession.
“To have some idiot take that away from you, not just you, but a
whole family, friends and community, well it's dreadful.
“He was someone who had put in all that effort when you have so
many bums who go around scratching a living and don't contribute
anything to society.”
Tom was attacked as he walked to his home at Bathurst Gardens in
Willesden, North West London, from nearby Kensal Green Tube
station.
He was smartly dressed in a blue shirt and tie, a grey suit and
black business shoes.
Det Supt Worker said: "This is a quiet, up and coming area of
London, and not the type of place where we would expect a murder
like this to happen." A neighbour of the couple added: "This is a
very normal and usually quiet residential street. It's
unbelievable someone should be killed in such a horrible way so
close to his home."
Police believe the murderers may have been lying in wait near
Kensal Green station looking for a victim to rob."
Zitatende
Man sieht, dass auch so gerne benutzte Ratschläge wie "man muss das soziale Umfeld wechseln" keine grundsätzliche Lösung darstellen.
Gruss
dino
Moin !
Also mich regt das ganze Thema langsam aber sicher auf. Ich finde es schlichtweg unerträglich wenn meine Nase in inzwischen in dem größten Teil der öffentlichen Verkehrsmittel gefilmt wird.
Ich schätze es gar nicht, das mir unterstellt wird, daß ich ein potentieller Attentäter bin weil ich im Auto eine leere Flasche, einen Lappen und einen Kanister Benzin habe. ( Was man daraus bauen kann, dürfte bekannt sein ).
Genausowenig finde ich es lustig wenn diese "Sicherheitshysterie" jetzt auch gegen blanke Klingen losschlägt. Ich lebe nun mal davon Schwerter zu restaurieren. Das die Klingen dabei scharf werden läßt sich leider nicht vermeiden.
Renne ich deswegen rum und fabriziere Mitmenschen-Häckerle ? Defacto nein.
Trotzdem kann ich bei dieser Entwicklung damit rechnen das ich irgendwann einen Waffenschein beantragen darf. Ist ja eigentlich auch logisch , jeder inteligente Mensch wird mit 600 jahre alten Schwertern die einen Kleinwagen wert sind auf andere Subjekte einprügeln......
Wenn ich mir diesen ganzen Kram ernsthaft ansehe beschleicht mich manchmal das Gefühl, daß es nicht darum geht den Bürger vor den radikalen Kräften egal welcher Seite zu schützen, sondern das fast schon inerte Politsystem vor dem Bürger.
Mal ein kleiner Alptraum : Wir haben die heutige Technolgie ( Genetischer Fingerabdruck, biometrische Merkmale im Ausweis, Videoüberwachung u.s.w. ) und so ein Typ wie Hitler käme wieder ......
Auweia, da graust es mir bei dem Gedanken. Adieu freie Meinung, freier Gedanke, freies Leben.
Wer die Freiheit möchte sollte halt nicht nach Sicherheit krähen.
Nachdenkliche Grüße
Stefan
Die Krux ist, egal wie sehr man versucht es so zu machen, es gibt keine Sicherheit im Leben. Weder für den Einzelnen noch für die Gesellschaft. Diese ganzen Auswüchse von Paranoia sind so lange nur ein mittelbares Problem, so lange eine Demokratie in ihren Grundrechten funktioniert. Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, setzt sich der Diktator oder Kaste in ein gemachtes Nest wie es perfekter nicht sein könnte.
Das Problem ist einfach, dass es sich eine Demokratie nicht leisten kann, den Kampf gegen Kriminalität aufzugeben, aber auf der anderen Seite den Kampf mit Waffen führt, die sich gegen sie selbst richten können.
Da kann man nur hoffen, dass die Netze und doppelten Boden weiter funktionieren und ansonsten aufmerksam bleiben, mitdenken und sich für den Schutz der Persönlichkeitsrechte einsetzen.
Also ich war auch 2 Wochen in England, und hatte ein messer dabei :haemisch: , keiner hats gemerkt :hehe: !
Da wird einem auchmal 50zig mal gesagt Messer illegal, sogar Scheren, und
Pefferspry sind illegal!
Ich finds sowas von blöd..... , na ja! :(
cheers
Servus!
Ich Boykottiere das alles in dem ich in solche Länder die solche irrsinnigen Gesetze haben einfach net hin fahre. An mir verdienen die keinen Pfennig. Ich hätte auch gerne mal ne Kreuzfahrt gemacht , aber nachdem ich gehört habe daß die einem da schon das kleinste Schweizer abnehmen hat sich das auch erledigt. Aus Prinzip!
Gruss Patrick
gast221108
20.02.06, 18:40
Hallo!
Ich boykottiere das alles....
Ich auch! Leider sind es zu wenige, als dass so ein konsequentes Verhalten eine Auswirkung haben könnte. Als die englische Shell AG die Bohrinsel Brand Spar in der Nordsee versenken wollte, dauerte es eine ganze Weile und brauchte einen erheblichen öffentlichen Druck bis Greenpeace soviele Leute mobil machen konnte, dass das Unternehmen schliesslich widerwillig aufgegeben wurde. Ein Paradebeispiel dafür, dass man bei den Briten nicht auf Einsichten hoffen kann. Aber in Nordirland mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten schiessen, das können sie, die britischen Ordnungskräfte....
Gruss
dino
Ok, jetzt hat hoffentlich jeder seinen Standpunkt hier am Biertisch klargemacht. Dann könne wir ja zur Abwechslung wieder etwas Niveau rein bringen. Danke.
Ja, ich finde die englische Gesetzgebung auch total daneben. Trotzdem fahre ich ca. einmal im Jahr nach England. Und nach Dänemark fahre ich nächstes Jahr auch.
Ich finde auch die norwegische Walfangpolitik total daneben und würde trotzdem jederzeit nach Norwegen fahren.
Ich finde auch die chinesische Staatszensur total daneben und würde trotzdem nach China fahren.
Ich finde auch die südtiroler Singvogelfänger total daneben und fahre trotzdem nach Südtirol.
Ich finde auch Stierkampf total daneben und fahre trotzdem nach Spanien.
Ich finde auch Zwangsprostitution total daneben und würde trotzdem nach Thailand fahren.
Jetzt wischt euch mal den Geifer aus dem Gesicht und seht alles etwas differenzierter.
So, das musste raus!
-Walter
Naja, wir steuern halt einfach auf dunkle Zeiten zu. Manche erkennen das, und versuchen das Ruder herumzureißen. Leider sind es viel zu wenige, um diese globale Entwicklung aufhalten zu können. Und diese Erkenntnis kann bisweilen ganz schön frusten.
Der weitaus größere Teil der Erdenbewohner ist vielleicht gar nicht so unglücklich, wenn ihnen Papa Staat das Denken abnimmt.
Hasenfuss
Der weitaus größere Teil der Erdenbewohner ist vielleicht gar nicht so unglücklich, wenn ihnen Papa Staat das Denken abnimmt.
Ach Quatsch!
Wir reden hier über ein Verbot von irgendwelchen Dingen!
Ich verstehe es, wenn jemand sagt, er boykottiert Frankreich wegen der Atombombentests in den 90ern - habe ich selbst 3 Jahre lang gemacht.
Ich verstehe es auch, wenn jemand nicht nach USA fliegen will, weil allein schon die Einreisebestimmungen alle Grundrechte mit Füssen treten.
Aber ein Land zu boykottieren, wegen eines Verbots von Dingen, die nichts mit Persönlichkeitsrechten etc etc zu tun haben? Leute, seht mal wieder ein bisschen die Verhältnismäßigkeiten!
Wenn ich meine, dass ich mich unbedingt verteidigen muss, nehme ich halt einen Schraubenzieher mit in die U-Bahn, so what?
-Walter
In der Tat hier get es in erster Linie um den Verbot von Dingen. Die Preisfrage wo hört das Persönlichkeitsrecht auf, wo fängt die reine Dinglichkeit an.
Ein Beispiel ( wenn auch ein nicht sehr gutes ) : Ich gehe in ein Geschäft : Vorne hängt ein großes Schild : "Bitte Rucksäcke und Taschen
bei der Kasse stehen lassen." Defacto sind diese Gegenstände im Laden unerwüscht. ( Das damit dem Ladendieben das Leben schwer gemacht werden soll weis ich auch ).
Gleichzeitig werde ich aber mit dieser Anordnung als potentieler Dieb gekennzeichnet. Jedes Geschäft beruht zumindest meiner Meinung nach auf Vertrauen. Wer mir nicht vertraut dem Vertrau ich auch nicht.
Und siehe da, wir sind ganz fix vom Dinghaften in´s Persönliche gelangt.
Man kann diese beiden Faktoren, so glaube ich, nicht ebendmal auseinander dividieren.
Worum es mir in meinem Post ging : Es kann nicht sein das der Staat die Rechte der Bürger unter dem Deckmäntelchen der Sicherheit immer weiter beschneidet.
Es ist schlichtweg nervtötend wenn man in seiner eigenen Geburtsstadt, sozusagen als Einheimischer nicht mehr ungehindert seines Weges ziehen kann, weil irgend ein Bonze ( Man verzeihe den Ausdruck, aber das Gemüt kocht ) mit seiner Eskorte die Straßen sperren läßt.
Ich dachte bisher immer wir leben in einer Demokratie wo der Bürger der Souverain ist. Pustekuchen, der Staatsdiener, der Knecht ist zum Herrn
geworden.
"Lustig" an der Sache ist noch eine andere Sache : Warum ist Versailes so riesig groß gebaut worden : Auf der einen Seite um den aufmüpfigen Adel zu ruinieren, das ist hier aber ohne Interesse. Auf der anderen Seite um den Bürgern des Landes zu ermöglichen jederzeit bei ihrem König vorzusprechen. Selbst der dümmste Bauer durfte frei zu Ludwig gehen. Immer vorausgesetzt er kam an den Vorläufern der hohen Beamten, den Hofschranzen vorbei ). So einen Blödsinn wie "Sperrzone" , Sicherheitsbereich" u.s.w. gab es nicht.
Jetzt machen wir einen kleinen Zeitsprung : Berlin heute : Wenn jemand irgendetwas gegen die Regierung im Rahmen seiner freien Rechte sagen möchte wird die Demo selbstverständlich an einen Ort verbannt wo die armen "Entscheidungsträger" nicht gestört werden. Ergebnis : Sie hocken in ihrem wahrhaftigen Efenbeinturm und denken sich stetig neuen Kram aus der an der Realität, wie sie der Bürger kennt, locker vorbeizieht.
Ich weis das war etwas ausschweifen, aber wie sagt Walter immer so schön : Das mußte raus !
Gruß
Stefan
Wir reden hier über ein Verbot von irgendwelchen Dingen! Ja. Aber gerade damit fängt es an. Zuerst werden die Messer verboten, dann die Schußwaffen, dann der schwere Schlüsselbund, dann die Selbstverteidigung an sich, die Überwachung wird immer umfassender... Und das alles zusammen nagt dann sehr wohl an den Persönlichkeitsrechten.
Das nennt sich dann "Salamitaktik". Scheibchen für Scheibchen werden unsere Rechte beschnitten. Ein kleines Scheibchen für sich betrachtet tut möglicherweise nicht weh, aber viele? Und kein europäischer Politiker würde jemals wieder eine Scheibe zurückgeben. Ein schleichender Prozeß, aber unwiederruflich.
Hasenfuss
Wie war das noch gleich? Wenn man einen Frosch in einen Topf setzt, und langsam die Wassertemperatur steigert, ist der Frosch bei 70° noch putzmunter. Ein weitere Frosch, würde man in jetzt dazusetzen, würde sofort sterben. Das Resultat ist jedoch bei beiden, dass man auf lange Sicht hin 2 tote Frösche im Topf hat. ;)
Ich vermeide es soweit irgend möglich, nach England zu fahren oder auch nur über England zu fahren. Ersteres, weil ich mit den Sicherheitspolitischen Maßnahmen nicht einverstanden bin, und zweitens weil selbst, wenn man nur in England zwischenlandet, man es riskiert, dass einem sein Eigentum nicht nur aus dem Gepäck gestohlen wird, sondern man auch noch dafür bestraft wird. Siehe Flughafenwechsel Heathrow - zwischendurch Gepäck gefilzt, und siehe da, es finden sich Messer, die zwar weder im Ziel- noch im Herkunftsland illegal sind, wohl aber in England. Das Risiko möchte *ich* einfach umgehen, sofern möglich.
Keno
Hier geht es um Dinge, wir sind schließlich ein Messerforum, aber in England sind diese Dinge ja nur ein Puzzlestein in einem viel größeren Schema, daß von Sperrzeiten für Minderjährige über ein faktisch nichtexistentes Notwehrrecht, Vorratsdatenspeicherung (und Auswertung wegen allem Möglichen), Citymaut und mancherorts flächendeckender Videoüberwachung geht. Von internationalen Vergehen der letzten Zeit mal ganz zu schweigen.
... aber wir sind ja wie gesagt ein Messerforum.
wir steuern halt einfach auf dunkle Zeiten zu
Das sind Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann.
Wie schlecht es uns allen geht und es wird noch viel schlimmer, endmündigt werden wir alle ...
(Das geht jetzt nicht speziell gegen dich Hasenfuß - solche Aussagen hört man ja mittlerweile alle 5 min)
Ich weiß nach wie vor nicht, in welchem Zeitalter es uns besser ging als momentan (da muß man nur mal 70 Jahre zurückschauen, vom Leben der Menschen in den Jahrhunderten davor ganz zu schweigen)
Sicher soll man nicht einfach alles mit sich machen lassen, aber hinter jeder Aktion sonstwas für Absichten zu sehen, finde ich ziemlich krank. Man könnte glauben, daß manche einfach etwas brauchen, über das sie sich beschweren können, sonst sind sie nicht glücklich.
Ich weis ja nicht wo du herkommst Hanker, aber in Berlin sind wir kurz vor dem allwissenden Auge. Egal Ob Bus oder Bahn : Big brother is wathing yea.
Vorsorge : Na klar : Vorbeugehaft : Sie könnten ja ein Terrorist sein......
Kurz : Ich für meinen Teil sehe da bald keinen gravierenden Unterschied mehr.
Gruß
Stefan ( Der Idiot der probiert mit einer Hand zu tippen weil er abgerutscht ist....... )
Wir steuern tatsächlich auf dunkle Zeiten zu. Auf der einen Seite brauchen wir Sicherheit, aber Big brother`s watching you geht zu weit. Zwar bin ich dafür bestimmte Orte (Banken, Bahnhöfe etc.) per Video zu überwachen, aber Messerverbote nein. Begründung: Ein Kugelschreiber oder Stricknadel können auch gefährlich sein und sind nicht verboten. Man muß es nicht übertreiben mit Gesetzen. Die Leute die es betrifft mit den Verboten werden immer Messer haben, so oder so.
Tja vielleicht seid ihr ja bald schon dran, wenn ihr über verbotene Waffen im Forum diskutiert: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22085/1.html
Ich werde mir heute als erstes gleich mal JAP Anon installieren.
Ich halte auch nichts von Schwarzmalerei, wohl aber von aufmerksam sein und was zu tun. Ich finde Leute, die alles Bagatellisieren genauso schlimm. Unsere Gesellschaft krankt doch daran dass wir alles hinnehmen und keiner was sagt oder tut. Es gibt genügend Organisationen die sich dem Schutz der Persönlichkeitsrechte verschrieben haben. Da kann man sich engagieren.
Moment!
Ich widerspreche der Aussage nicht, dass ein Messerverbot ein erster Schritt in Richtung Verletzung der Persönlichkeitsrechte ist. Klar ist es das. Ich rede nicht von Videoüberwachung und dem ganzen Themenbereich der inneren Sicherheit.
Wenn ihr meine Beiträge wirklich lest, steht da nur, dass es einfach in keinem Verhältnis steht, ein Land zu boykottieren, nur weil dort ein paar Sachen verboten sind, die man evl. gerne mitnehmen würde.
Wenn jemand sagt, ihm gefällt die Überwachung nicht, deshalb fährt er nicht nach England, ok. Das kann man einsehen, das ist wirklich ein Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Aber ich sag doch auch nicht, ich fahr nicht ins Land XY, weil da Eierbecher verboten sind.
Und einige in diesem Thread haben das sinngemäs so gesagt!
Mehr steht in keinem von meinen beiden Beiträgen. Lest sie euch nochmal durch, bevor ihr mich kritisiert.
-Walter
gast141009
21.02.06, 13:40
Wenn ich meine, dass ich mich unbedingt verteidigen muss, nehme ich halt einen Schraubenzieher mit in die U-Bahn, so what?
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind Schraubenzieher auch verboten! :(
Walter, niemand hat dich kritisiert. Du zB. würdest England nicht wegen einem Messerverbot boykottieren. Diese deine Einstellung ist zu repektieren. Anderen hingegen ist das aber Grund genug. Eine Frage der persönlichen Sichtweise eines jeden Einzelnen.
Mir zum Beispiel wird ganz anders, wenn ich an England oder Norwegen denke. Aber nicht wegen der momentanen Situation, sondern wegen der Zukünftigen. Wenn dieses Beispiel auch in Deutschland und Österreich Schule macht, dürfen wir in ein paar Jahren nichteinmal mehr "JAP Anon" auf unseren Rechnern laufen lassen.
Hasenfuss
Servus!
Ich wollt mit meiner Aussage nur sagen daß ich als Messerträger der immer ein Messer dabei hat es nicht einsehe nach England zu fahren und dort weil da Messer verboten sind eine Woche oder länger ohne Messer rum zu laufen. Mir ist es halt wichtig daß ich ein Messer tragen kann und da das in England nicht geht fahr ich eben nicht hin. Ganz einfach.
Gruss Patrick
Walter,
ich sehe irgendwie keine Niveauänderung zwischen dem Beitrag, aus dem dieses Zitat stammt und den anderen Kommentaren (unter anderem meinen). :D
Dann könne wir ja zur Abwechslung wieder etwas Niveau rein bringen. Danke.
Jetzt wischt euch mal den Geifer aus dem Gesicht und seht alles etwas differenzierter.
Das ist kaan Geifer, das ist Bierschaum! ;)
Jeder hat nun mal andere Präferenzen, die seine Reise-, Einkaufs- und sonstigen Gewohnheiten bestimmen. Wenigstens, soweit es realistisch machbar ist. Man kann die Zustände z.B. im UK nicht ändern, aber ein gepflegtes "F?ck you, Blair!" tut zumindest mir gut. :haemisch:
Bis denne!
Frank
P.S.: Aber Thailand ist eine gute Idee: hin mit 'nem Bumsbomber und zurück mit 'nem Tripperklipper. :steirer:
Bonemachine
21.02.06, 20:54
was bitte ist "JAP Anon"?
Siehe http://anon.inf.tu-dresden.de/
Messerjocke2000
23.02.06, 12:40
Also, England ist für mich auch gestorben (vorerst)
Nicht nur wegen des Messerverbotes, aber auch.
Nur bringt der ganze Boykott nüscht, wenn der boykottierte nichts davon weiss.
Also, wenn ihr ein Land/ ein Geschäft/ eine Person boykottiert, lasst es ihn/sie wissen!
<klugscheiss>
Bei Fröschen funktioniert das mit dem langsamen erwärmen des Wassers nicht, die merken trotzdem,wenns zu heiss wird und versuchen zu fliehen.
</klugscheiss>
Kilian
gast221108
25.02.06, 23:39
Hallo Walter!
Aber ich sag doch auch nicht, ich fahr nicht ins Land XY, weil da Eierbecher verboten sind.
Das brauchst du auch nicht. Aber es ist ist ganz und gar MEINE eigene Sache, ob ich von meinem Recht Gebrauch mache auf einen Besuch in XY zu verzichten, weil es mir nicht gefällt, dass Eierbecher dort verboten sind.
Wäre ja noch schöner, wenn man mir auch noch das Recht auf Boykott ausreden wollte.
Gruss
dino
dino,
GENAUSO ist das! :super:
Bis denne!
Frank
Tja wenn man Alle Länder oder Punkte auf der Landkarte boykottiert wo einem irgend Etwas nicht passt : Ich empfehle dringend ein Ticket zum Mond.
Mal Spaß beiseite : Diese Art der Gegenwehr ist aus meiner Sicht eine Art des Davonlaufens. Leider wird die Situation davon auch nicht besser.
Fragt mich aber bitte nicht wie sie besser werden könnte, ich weis es auch nicht.
Was bloß sehr auffällig ist : Die Rechte und Freiheiten weren aufgrund irgendwelcher "Pseudo-Ängste" stetig weiter beschnitten. Vollkommen schnurz ob hier in Deutschland oder in den USA oder GB. Überall der gleiche Mist.
Das es so kein schöner Zustand ist, richtig, gut erkannt. Bloß was dagegen tun ? Ich habe einfach den unschönen Eindruck das da alle demokratischen Mittel versagen.
Wie ich schon mal geschrieben habe : Ich schätze, das das Problem darin liegt das wir es mit einem inerten System zu tun haben. Der politische Komplex als auch die anghängte Bürokratie arbeiten erfolgreich an der eigentlichen Aufgabenstellung vorbei. Sie haben sich zu einem derartigen weltfremden Selbstläufer entwickelt, das sie es vermutlich nicht bemercken welchen reelen Schaden sie mit ihrem Mumpitz anrichten.
Man kann zwar eine Partei wählen, aber das ändert leider Nicht´s.
Man kann halt aus Orangen kein Benzin machen ( Ohne irren Aufwand )
Was bloß sehr auffällig ist : Die Rechte und Freiheiten weren aufgrund irgendwelcher "Pseudo-Ängste" stetig weiter beschnitten. Vollkommen schnurz ob hier in Deutschland oder in den USA oder GB. Überall der gleiche Mist.
Das es so kein schöner Zustand ist, richtig, gut erkannt. Bloß was dagegen tun ? Ich habe einfach den unschönen Eindruck das da alle demokratischen Mittel versagen.
Nee, eben nicht. Die Demokratie funktioniert da [leider?] ganz wunderbar.
Frag' doch mal herum, wer sich nicht über die neuen tollen Sicherheitsgesetze freut. Die geBILDeten Leute finden das doch alles traumhaft. Und was liesst die Mehrheit? BILD.
Das Problem ist einfach, dass die Mehrheit in diesem Land Sch***** gut findet. :rolleyes:
Keno
Bild ? Na da lese ich doch lieber Clever & Smart !
Ne mal im Ernst : Partial hast du recht. Viele Leute die wählen gehen begreifen nicht was sie da tun, geschweige denn sie setzen sich mal auf ihren Hosenboden und versuchen heraus zu finden was dahinter steckt.
Bloß was soll man tun : Einen Test für Alle vor dem Stimmzettel ( Frei nach dem Motto "Idiotenfragenn für Alle ? ) Macht euch mal den Spaß und fragt einfach wer den Bundespräsidenten wählt. Spätestens bei dieser Kindergartenfrage weren sich diverse "Wähler" die Karten legen.
Eine blöde Frage : Wie kann man Etwas wählen wenn einem die Randbedinngungen und Optionen nicht klar sind ?
Meiner bescheidenen Meinung nach beruht eine Demokratie auf einer bestimmeten Geisteshaltung. Ohne entspechende Ausbildung resp.Bildung ist diese nicht zu erzielen.
Ergo wir haben ein ( Juche , schon wieder ) ein inertes System was, mit Verlaub, die Unbildung in diesem Lande und auch anderswo erbarmungslos ausnutzt.
Ärgerlich an der ganzen Sache : Man sieht den Fehler, aber man kann Nicht´s dagegen tun.
Gruß
Stefan
Wenn noch jemand etwas zum Thema "Polizeiaktionen gegen Messer in England beizutragen hat, mail an micht.
= Geschlossen = (OT)
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