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Was darf man von dem Stahl halten?
Beschreibungen zu aktuellen Messern von Rockstead.
Klinge(Mantel): CLA189
Stahl(Kern): ZDP189/ATS34
Härte: 67,6/63,0 HRc
Klinge(Mantel): DLT571
Stahl(Kern): YXR7
Härte: 64,5 HRc
Beschichtung: diamond coating
Ausführung der Klinge: CLA189
Stahl: ZDP189/ATS34
Härte, HRc: 67,5/62,5
Zu spröde?
Nur geeignet für einen ewig scharfen Brieföffner?
Nö, warum? Die Messer sind nicht schlecht. Allerdings finde ich sie für ein Serienprodukt reichlich teuer.
Herr Haneda, der Vertreter von Rockstead in Europa, macht auf den Knife Shows immer Vorführungen. Dabei schneidet er reichlich dickes Hanftau und hackt noch reichlicher Späne aus hartem, trockenem Bambus.
Danke für die Antwort. Hanftaue und Bambus trau ich jedem meiner D-2 und S30V Messer ebenfalls problemlos zu! :super:
Ich finde die Rockstead Messer ebenfalls überteuert, obwohl es schon reizt ein solches Messer mal zu testen... :steirer:
dlt571 ist lediglich die diamantartige beschichtung, die rockstead bei yxr-7 verwendet, um die korrosionsbeständigkeit zu erhöhen, da diese sonst nur auf dem niveau von etwa m2 anzusetzen ist.
cla189 ist ein laminatstahl mit einer schneidlage aus extrem hartem zdp-189 und zwei backen aus ats34, um die stabilität der klinge zu gewährleisten.
es gibt zahlreiche videos auf youtube die die extreme schärfe und schnitthaltigkeit der messer demonstrieren, dabei wird für "schwere" arbeiten wie das bambushacken immer yxr-7 aufgrund der höheren stabilität der klinge sowie für papier/hanfseilschnitte in der regel zdp-189 aufgrund der höheren schärfe verwendet.
hier noch ein kleines steelchart von hitachi (hersteller beider stähle):
http://playground.sun.com/~vasya/YSS.gif
edit: ich würde diese messer nicht als überteuert, aber durchaus als nicht notwendigen luxus bezeichnen. das kann man allerdings über viele messer sagen. letztendlich liegt die entscheidung bei einem selbst, ob man bereit ist den preis für diese messer zu zahlen.
@Glull: Vielen Dank für die ausführliche Information!
Ich revidiere meine voreilige und unüberdachte Aussage dass solche Messer überteuert sind und schliesse mich deiner Aussage an. :hehe:
Jetzt werde ich wohl oder übel so ein Messer besorgen und testen müssen, denn ich habe schon für mich "unbrauchbarere" Messer mehr Geld ausgegeben...
was man eventuell erwähnen sollte ist dass es vergleichsweise schwer ist, diese messer zu schärfen. der schliff ist ballig (konvex) und verändert je nach messer seinen winkel von wurzel zu spitze kontinuierlich und ist zusätzlich hochglanzpoliert, um winzigen sollbruchstellen an der schneide vorzubeugen und dadurch das risiko von ausbrüchen zu minimieren. ausserdem sind sie wie bereits erwähnt extrem hart.
Also darf man diese Messer als bedingt nutzbar einstufen. Ich möchte ein Beispiel anbringen. Mein CUDA Dominator musste sich brutalsten Verwendungen unterziehen. Vorher wurde die Schneide hochglanzpoliert um Ausbrüchen vorzubeugen. Ein Jahr borgte ich es sogar einem Elektriker der es uneingeschränkt auf Baustellen benutzte. Sichtbare Ausbrüche an der Klinge schränkten jahrelang die Brauchbarkeit nicht ein. Um es zu schärfen reichte ein beidseitig einmaliges Abziehen auf einem kalten Stein um es wieder rasiermesserscharf zu machen :super:
es ist absolut nutzbar - nur ist es halt vergleichsweise teuer beziehungsweise erfordert vorsichtigere handhabung.
einen erfahrungsbericht in englisch kann man hier (http://nemoknivesreview.wordpress.com/2010/10/04/rockstead-higo-102-zdp-189-a-folding-masamune-in-paris-part-i/) finden, bei sprachproblemen sind die bilder trotzdem hilfreich. unter "the road so far" finden sich weitere teile des messertests.
was man eventuell erwähnen sollte ist dass es vergleichsweise schwer ist, diese messer zu schärfen. der schliff ist ballig (konvex)....
Was ist denn an einem konvexen Schlif schwer zu schleifen? Eher ist es so, dass auch der beste Flachschliff nach dem ersten Schleifen konvex wird, wenn man freihand schleift und nicht mit einer fixen Winkelhalterung.
der schliff ist ballig (konvex) und verändert je nach messer seinen winkel von wurzel zu spitze kontinuierlich......
Auch das findet man bei sehr vielen guten Messern. Der konvexe Schliff mit seiner relativ großen Dicke hinter der Schneide ist es auch, der Ausbrüche vermeidet und nicht eine Politur.
ausserdem sind sie wie bereits erwähnt extrem hart.
Naja, ob 62 oder 67 HRc, das spielt auf einer Keramik oder einem Diamantschleifer eigentlich überhaupt keine Rolle. Beides ist, verglichen mit dem Untergrund, ziemlich weich. Zudem spielt die Härte alleine für die Schärfbarkeit keine übergeordnete Rolle.
Also darf man diese Messer als bedingt nutzbar einstufen.
Warum das?
ich sagte bewusst vergleichsweise schwer und nicht unmöglich, und genau das meinte ich damit - natürlich kann man es schleifen und braucht dafür kein diplom oder jahrelange erfahrung, aber dennoch sollte man mit etwas mehr fingerspitzengefühl beziehungsweise vorwissen an die sache gehen als an ein 8-euro-opinel, denn die sind nicht umsonst mehrere hundert euro billiger.
bezüglich politur ein frei übersetztes zitat der offiziellen seite - kein gutes englisch und daher schwer gut zu übersetzen, aber die botschaft ist klar:
die schneide der klinge von rockstead ist glatt, viele andere messer entsprechen hier eher der schneide einer säge. rauheit in der schneide ist die ursache von ausbrüchen.
("The tip of the blade of ROCKSTEAD is smooth, while other knives are more like the tip of a saw blade. Roughness in the tip of the blade is the cause of nicks." http://rockstead.jp/About-Rockstead/ )
Ich bin halt von der Performance und einfachen Schärfbarkeit einer S30V Klinge überzeugt. S30V und D-2 sind für mich halt nach wie vor Mass aller Dinge. Aber wie schon erwähnt, ich werde nicht herumkommen um ein Rockstead zu testen um meinen Horizont zu erweitern. Meine Erfahrungen werde ich alsbald hier posten. :hehe:
ich sagte bewusst vergleichsweise schwer und nicht unmöglich, und genau das meinte ich damit - natürlich kann man es schleifen und braucht dafür kein diplom oder jahrelange erfahrung, aber dennoch sollte man mit etwas mehr fingerspitzengefühl beziehungsweise vorwissen an die sache gehen als an ein 8-euro-opinel, denn die sind nicht umsonst mehrere hundert euro billiger.
Das Opinel wird in jedem Falle schärfer als das Rockstead und ist um Längen das alltagstauglichere Messer. Zu schärfen finde ich die beiden etwa gleich "schwer".
D2 war für mich immer ein Stahl, mit dem ich nicht wirklich gut klar kam. Zu grobe Karbide, nicht gerade eine toller Schärfe, viele Ausbrüche und trotzdem nicht rostfrei. Und wenn's schon rostet, dann gibt es Sachen, die deutlich besser sind.
@AchimW:
Also die D-2 Klinge meines Microtech SOCOM Elite ist wirklich rasiermesserscharf. Damit kann ich mich im Gesicht trocken rasieren.
Über jeden Stahl gibt es geteilte Meinungen. Heute höre ich manchen Messermacher schlecht über 440C und ATS-34 reden (butterweicher Wald und Wiesen Stahl :ahaa:), wobei vor einigen Jahren noch gut darüber gesprochen wurde. Manche Jäger schwören jedoch noch immer auf ATS-34 als Aufbruchklinge, weil sie scharf und zugleich ausreichend zäh ist um keine groben Ausbrüche aufzuweisen und sich leicht nachschärfen lässt! Für jeden Zweck gibt es halt immer einen gewissen geeigneteren Stahl.
Ich suche einen unverwüstlichen Stahl für groben Gebrauch welcher dazu noch lange zumindest papierscharf bleibt. Deswegen interessiere ich mich für Rockstead.
Welche rostträgen besseren Stähle meinst du?
@AchimW:
Also die D-2 Klinge meines Microtech SOCOM Elite ist wirklich rasiermesserscharf. Damit kann ich mich im Gesicht trocken rasieren.
Das sagt gar nix, denn das bekommt man mit allem hin, von ungehärtetem Baustahl bis zu speziellen Rasierklingenstählen.
Ich suche einen unverwüstlichen Stahl für groben Gebrauch welcher dazu noch lange zumindest papierscharf bleibt. Deswegen interessiere ich mich für Rockstead.
Welche rostträgen besseren Stähle meinst du?
Du suchst unverwüstlich, zäh, hart, schnitthaltig und rostfrei gleichzeitig? Das nennt sich Eierlegende Wollmilchsau und existiert nicht.
1.2379 (so heißt "D2" richtigerweise, denn wir sind ja in Deutschland und nicht in den USA) ist kein rostträger Stahl, denn er besitzt nicht genügend freies Chrom um rostträge zu sein. Deshalb steht er im Stahlschlüssel auch nicht in der Liste der rost- und säurebeständigen Stähle. Aber selbst unter den letztgenannten sind die besser für Allround-Klingen geeigneten Stähle Legion.
Naja, rasiermesserscharf kann man bald einen Stahl bringen. Aber wielange hält dann die Schärfe oder besser wie hält die Schärfe bei Belastung dagegen?
Ich habe befürchtet die Bezeichnung "eierlegende Wollmilchsau" zu hören. Ich bin sehr wohl etwas in Metallurgie bewandert und suche keineswegs das allkönnende Messer.
Mir persönlich gefällt der rostträge (hab ihn durch Schweiss auch schon zum rosten gebracht!) Martensitstahl CPM-S30V (gibt glaub ich keine deutsche DIN 1.xxxx Bezeichnung dafür :hehe:). Die vielen großen Karbide sind jedoch für große grobe Ausbrüche an der Schneide verantwortlich. Und genau das gefällt mir nicht!
Aber auch andere Stähle wie 1.2379 (D2 :haemisch:) verschlingen Chrom beim Härten sodaß es dann in ausgekühlten Zustand fehlt und eher rostanfällig ist.
Welchen Stahl würdest du empfehlen. Er darf auch rosten :steirer: denn kümmern muss man sich sowieso um jeden!
Der beste "Allrounder" ist für mich der 100Cr6. Will man etwas mehr Schnitthaltigkeit bei Verzicht auf etwas Zähigkeit, dann 1.2519.
@AchimW: Vielen Dank! Werde ich mir mal ansehen müssen. Noch bevor ich ein Rockstead teste...
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