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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stahl an Baustahl schweißen - hält nicht?



gast
11.02.11, 10:17
Hi,

ich war gestern bei einem Kumpel der ein Elektroschweißgerät hat.
Er hat mir ein paar Baustahl Stangen an ein paar Stahl Stücke geschweißt mit denen ich schmieden wollte.

Leider musste ich Heute schon nach wenigen Hammerschlägen feststellen das die Schweißnaht gar nicht hält!

Ich kenne mich leider mit dem Schweißen kaum aus, von daher habe ich auch überhaupt keine Idee was ich falsch gemacht haben könnte.

Es handelt sich um ganz normale Baustahl Stangen, und höchstwahrscheinlich beim Werkstück um C60 (vom Schrott)

Woran kann das liegen bzw. gibt es irgendetwas zu beachten damit Schweißnähte auch im Feuer länger halten?

Gruß

Goderich
11.02.11, 11:17
Hallo F!o!

Ich hab den Beitrag auf die Schnelle nicht gefunden, aber Deine Frage ist hier schonmal beantwortet worden. Zu erst muss natürlich die Schweißung sauber sein und auf blanke Oberflächen aufgetragen werden.

Wenn ich das noch richtig im Kopf habe dann halten Basische Elektroden aufgrund der höheren Zähigkeit besser als normale "Heimwerkerelektroden". Wichtig ist auch genug Fläche, an der die Schweißnaht anliegt, da die Belastung sehr hoch ist. Hier kam der Tipp, dass man ein Blech länger lässt um mehr Kontaktfläche zu haben, und den Teil nachher abschrotet.

Zuletzt wurde geschrieben, dass es Normal ist, wenn sich der Haltestab ab und zu löst, da die Schweißhähte die hohen Temperaturen auf Dauer nicht ertragen.

Lürbker
11.02.11, 12:19
Hallo F!o! Also ich lasse mir auch immer Baustahl an verschiedene Kohlenstoff und auch Federstähle schweissen. Hat bisher immer super gehalten. Ich denke mal es wird an den Nähten liegen. Vllt hast du die möglichkeit es mal von jemand anderen machen zu lassen.
Gruß

uuups
11.02.11, 13:18
Auf die schnelle fällt mir folgendes ein:
Das Problem ist der härtbare Stahl, hier der C60. Der ist nur bedingt bis gar nicht schweißgeeignet.

Ich folgendes versuchen:

1.) Vorwärmen und langsam abkühlen (nicht in Wasser abschrecken!)
2.) Möglichst dicke Elektroden verwenden (Draht und Mantel)
3.) Möglichst geringe Spannungen durch/in der Schweißnaht (C60 auf ~gleichgroße "RSt Platte" schweißen, hämmern soll auch helfen)
4.a) un- oder niedriglegiertes Elektroden, mit möglichst zähen Schweißgut und mit niedrigen Wasserstoffgehalt (Basich = Rücktrocknen!*1)
4.b) austenitische Elektroden ("VA"), falls die Anwendung es zu lässt (teuer, also erst 4a ;) ) Achtung: Beim falten nicht in die Schneidlage kommen lassen.

*1: Die Verwendung von basischen Elektroden macht nur Sinn wenn man "Rückgetrocknete" Elektroden verwendet. Sonst besser Rutil ( R besser RR )

gast
11.02.11, 13:25
Danke schonmal.
Möglicherweise war die Baustahlstange auch nicht 100%ig von Rost befreit.

Ich habe zwar die Runde Fläche der Stange blank geschliffen, aber nicht die Flanken der Baustahlstange die auch Berührung mit der Schweißnaht haben.

Das mit den basischen Elektroden muss ich mal probieren.
Bei meinem Schmiedekurs hat der Herr Utzmann auch unseren C45 an Baustahl geschweißt und das hielt wesentlich länger und besser als bei meinem Versuch.

Gruß

keltoi
11.02.11, 13:44
Mach sehr grosse Facetten an die Stangen, so dass der ganze Querschnitt geschweisst ist.
Wenn da nur eine Kehlnaht geschweisst ist, reisst das sofort.

uuups
11.02.11, 15:19
Die Schweißeignung von C45 ist auch deutlich besser als von C60... ;)

Die Schweißnaht sollte eigentlich nicht zuerst versagen, sondern der C60 in der WEZ.

Basisch Elektroden nur, wenn man auch Rücktrocknen kann oder das ganze Paket an einem Tag verbraucht... :hehe:

gast
11.02.11, 16:00
Also da ich mich mit dem Schweißen wie gesagt kaum auskenne werde ich demnächst mal versuchen die betroffenen Stellen wirklich BLANK zu schleifen.

Falls das immer noch nichts hilft wirds wohl wirklich am Stahl, den ich vom Schrott habe, liegen.

Die Alternative ist halt das arbeiten mit einer entsprechenden Zange, aber die müsste ich mir erst kaufen, und das Handling finde ich mit einer Zange nicht soo Ideal!

Goderich
11.02.11, 19:31
Zange? Schmieden!!!

Schau mal auf Youtube nach "arc welding". Da wird gezeigt worauf man beim Elektrodenschweißen achten muss und wie eine Schweißnaht auszusehen hat.
Ich bin gerade dabei es zu lernen (privat fürs Hobby) und kann Dir sagen, dass da mehr und schneller schiefgehen kann als einem lieb ist.

Im Zweifel einfach das Material nehmen, zu einem Karosseriebauer oder Schlosser und freundlich um Hilfe bitten. Dann wird das schon!

Torsten Pohl
11.02.11, 20:30
naja obs am geschweißtem liegt?? Wenns nicht extrm mistig gemacht ist hät das schon, das ist ne Handhabe und keine Brechstange. :D

Üben, üben, üben, heißt das Zauberwort, und zwar nicht das schweißen sondern das schmieden!!!
Soll heißen wenn du den Schlag des Hammers beim schmieden in deiner Handhabe spürst verformst bzw. verbiegst du dieses ständig und das kann kein, wie auch immer Material.

Also fang richtig an, ziehle nicht mit dem Hammer sondern führe das Werkstück, auf Aktion folgt Reaktion , mache dir klar das dein Werktück sich wehrt wenn du ihm was aufzwingst, aber wie ein stück warme Butter verhällt wenn es korekt geführt wird, was völlig ohne Kraftanstrengung funktioniert wenn alles stimmt

Höhrt sich doof an und leicht isses auch nicht, aber so isses halt.

Tschau Torsten