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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen mit Messerschärfer auf der Hafa in Wiesbaden



TheLonestar
02.11.02, 18:39
Liebe Freunde und Nachbarn,

zur Mahnung eine kleine empirische Geschichte, heut geschehen:

Jede Jahr findet in Wi die sog. HAFA (im Volksmund auch Hausfrauenausstellung genannt) statt. Händler und Aussteller, Gruppen und Mimen bieten dort ihre Waren feil.

Da ich nun auch dort sein musste und an einem Messerschärfstand vorbeikam, an dem ein jovialer Verkäufer vollmundig sein Produkt anpriess und dampfplauderte, dachte ich mir, das es Zeit ist mein EDC, mein geliebtes MOD Ladyhawk schärfen zu lassen.

Was nun folgte war alptraumhaft...

Der Vater zog mein Hawk durch seine Apparatur, wobei er mir die Klinge zerkratzte und haltet Euch fest, die Klinge ist durch dieses Procedere total stumpf und schartig geworden.

Da der Vater merkte, das ich immer gepisster wurde und dem umherstehende Publikum langsam die Lust auf ein solches Produkt, welches die Klinge zerkratzt und sie stumpf zurücklässt, verging;
fing er nach bester Gutmenschensitte an zu hesseln: "Ei, mit dem Ding do kannste jo eine umbringe.

Mir hats gereicht.:angry:

Frage: ist eine Hawkklinge wirklich so schwer zu schärfen, das sie diese Apparate überfordert oder taugt sein Produkt nichts?

Zu wem gebt ihr Eure Klinge zum schärfen? Ich meine WIRKLICH scharf,
(Haartest)


Mein Fazit: Hafa- Produkte die die Welt nicht braucht :hintern:

Lone

[HankEr: verschoben ins "Schärfen"-Forum]

Tierlieb
02.11.02, 18:57
Also ich gebe meine Messer bestimmt niemanden mit irgendeinem Wunder-Gerät in die Hand.
Einmal habe ich den Fehler gemacht und (da war ich dreizehn Jahre alt) mein damaligen geliebtes Herbertz Bowie für 100DM einem angeblich professionellen Schleifer (so einer mit Gravier-Dienst und Schlüsselservice... hatte aber einen eigenen Laden) in die Hand gegeben. Ergebnis: Klinge zerkratzt, verschliffen. Mein armer Opa mußte damals fünf Tage lang arbeiten, um die Spiegelpolitur wieder herzustellen.
Manche Fehler macht man nur einmal...
Allerdings: Ich habe mich schon damals geweigert, dieses Unwerk dann auch noch zu bezahlen.

MfG, Tierlieb

Thomas Wahl
02.11.02, 19:44
Hi!

Am Besten den Vorfall unter "Lebenserfahrung" abheften. Wenn ich Messer zum Schleifen abgebe, dann nur bei einem guten Messerfachgeschäft. In Heilbronn haben wir da einen (ist auch ein Magnum-Händler), da kriegt man die Klinge rattenscharf und schön poliert nach ein paar Tagen nebst vorsorglichem Pflaster :staun: zurück.

Bei dem dummen Geseiere dieses Vaters, hätte ich wohl kaum widerstehen können mal kurz mit der Krücke.... :haemisch: :boes: :teuflisch :hintern:

Thomas Spohr
02.11.02, 19:53
Nach ähnlichen Enttäuschungen (ruinierte Klingen, beschädigte Locks) bin ich zu der Erkenntnis gelangt: Mach‘ es selbst!

Meine anfänglichen (wirklich schlechten) Ergebnisse waren sehr frustrierend und es hat viel Geduld gebraucht bis ich „den Dreh raus hatte“; doch heute kann ich ein Messer rasiermesserscharf schärfen.
Als handwerkliche Null bin ich auch ein wenig stolz darauf. :)

Kai
02.11.02, 19:57
---- ich glaub ich hätt dem "Vater" die Wäsche sortiert :steirer:

beagleboy
02.11.02, 19:58
Den Wunderschärfer, durch den man sein Messer bloß zweimal durchzieht, und schon ist es wieder scharf, gibt es wohl noch nicht wirklich.
Du hast aber ein ganz schönes Gottvetrauen bewiesen, dem guten Mann Dein MOD anzuvertrauen. Das hätte ich definitiv nicht getan. Da ist meine Skepsis einfach zu groß.
Ansonsten gehöre ich auch zu den "Selbstschärfern", mit eigentlích ganz zufriedenstellenden Resultaten, zumindet meistens. ;)
Zuletzt habe ich ein Messer der Fa. Unholtz in Heidelberg zum Schärfen anvertraut. Hat mich seinerzeit nicht enttäuscht, ist aber inzwischen auch schon locker 15-18 Jahre her...
Hawkbill funktioniert eben auf einem flachen Stein nicht, aber z.B. mit dem Spyderco Sharpmaker. Schau mal in die Suche.

Nidan
02.11.02, 20:05
Hi Lone,

üble Sache das Ganze :angst: Aber ich muß schon auch wundern, daß du so nem komischen Marktschreier dein MOD anvertraut hast :ack:

So komische Wunderschärfer funzen wohl höchstens mit Standardformen und auch da wohl nicht besonders. Ich würd dem kleinem, armen Ladyhawk jetzt auch mal ne Sitzung mit dem Sharpie gönnen, und ich würd zur Sicherheit nur mal die Steinkanten nehmen, das kann auf jeden Fall nix schaden ;)

coolcat
02.11.02, 20:33
Original geschrieben von TheLonestar
Zu wem gebt ihr Eure Klinge zum schärfen? Ich meine WIRKLICH scharf,(Haartest)
Wie jetzt ... weggeben???
Ich gebe meine Babys doch nicht jemandem Wildfremden, damit er an der Klinge rummurkst ... *pures Entsetzen* :waaah:
Okay, Recurve und Hawkbill sind nicht so einfach zu schärfen - deshalb mag ich sie auch nicht besonders.
Mit dem Sharpmaker ist es aber möglich.
Fazit: Du brauchst einen Spyderco - Sharpmaker!!!

TheLonestar
02.11.02, 22:10
Vielen Dank für Eure mitfühlenden Worte!

Manchmal tut man irrationale Sachen und hinterher ist man Klüger und/oder bereut sein Handeln, ich denke jeder kennt das..

Nun frage ich mich, ob ich mir wirklich die Skills und Tools des Messerschärfens antrainieren und besorgen muss um ein scharfes Messer zu haben.
Irgendwie führt da wohl kein Weg dran vorbei, in 5 Jahren Heimarbeit
und langen Studium und 100 vermurksten Klingen diese Kunst selbst zu erlernen.

Ist irgendwie als wenn man als Autofahrer selber lernen muss, das Getriebe auseinanderzunehmen, weil es sonst keiner macht.

Der Messerhändler vor Ort schaut einen an als wäre man Mike Myers persönlich, wenn man sein Messer schärfen lassen will.
Dann nochn Hawk, das verstehen Hessen eben nicht, "junger" Mann dazu ist eh verdächtig.

Rot/Grün wird doch nicht schon das Messerschärfen verboten haben?:irre:

Hannibal 8
03.11.02, 01:16
@ TheLonestar

Also ich würde meine Messer auch nie einer Maschine anvertrauen, denn die können schnell Fehler machen (denke nur an deinen Rechner-der funktioniert doch auch nicht immer so wie man es will)!
Ich habe zwar nur Messer mit glatter Schneide und schärfe diese immer selbst (Arkansas Stein) :p
Wenn du jedoch ein Messer schärfen lassen willst, so schicke es am besten per Einschreiben zu einem Messermacher wie zum Beispiel Wolf Borger oder Peter Herbst usw. !
Die verstehen wenigstens was vom Schärfen und lösen dein Problem sicherlich kostengünstig.

PS. Hast du den Besitzer der Wunderkiste nicht verklagt :confused:
Ich hätte ihm das Messer gegeben und wäre nicht ohne Kohle für ein neues abgehauen :teuflisch

Nidan
03.11.02, 07:50
Hi Sternderl,

also ich kann nur noch mal sagen, hol dir den Sharpmaker. Damit versaust du keine Klingen und kriegst wirklich jede Klingenform scharf. Allerdings würd ich dann mit dem Schärfen nicht so lang warten bis das Messer so stumpf ist, daß du drauf reiten kannst, sonst dauerts recht lang.

Was das Michael Myers - Syndrom angeht : Manchmal hilft es enorm beim Besuch im Laden ausnahmsweise mal die Halloween-Maske nicht aufzusetzen :lach2:

lynx
03.11.02, 08:58
Ich schärfe mein Hawk :D immer mit dem Sharpmaker, damit erziele ich eine optimale Schärfe und vor allem keine Kratzer oder Riefen.

Thomas Wahl
03.11.02, 09:37
Hi Lonestar!

:cool: Ja, genau, besorg' Dir einen Sharpmaker.....
:D :rolleyes: :D
Das Ding funktioniert wirklich super-wunderbar. Man muß sich nur etwas Zeit nehmen und darf nicht drücken wie der Wilde. Im Video und Hefterl wird auch alles super erklärt.

Ansonsten versteh' ich Deinen Messerhändler nicht.
Du bringst als Kunde ein Messer zu ihm und der guckt Dich krumm an??
Ok, von den Herren vom Zollfahndungsamt kenn' ich das ja (die können auch nicht anders...), aber Messerhändler?

beagleboy
03.11.02, 12:41
Auch meine Empfehlung sowohl für einfaches Schärfen ohne großes Fehlerrisiko für "Unbedarfte" wie auch für das Schärfen von Recurve- oder Hawkbill-Klingen:

Spyderco Sharpmaker unbedingt anschaffen! :super:

Taucht auch gelegentlich bei **** auf, und falls einer ohne Video angeboten wird: Hauptsache, das Anleitungsheft ist dabei. Das Video kann man sich nach allen (mir bekannten) Aussagen schenken.

TheLonestar
03.11.02, 12:47
Original geschrieben von Nidan
Manchmal hilft es enorm beim Besuch im Laden ausnahmsweise mal die Halloween-Maske nicht aufzusetzen :lach2:

:hmpf: Was kann ich dafür, das ich mit so einer Visage geboren wurde.


Spyderco Sharpmaker also..
Und das ist nicht zu schwer? Wieviel kostet sowas und wo, bidde?

Nidan
03.11.02, 15:17
Was kann ich dafür, das ich mit so einer Visage geboren wurde.

Uih je , dann wirds wohl schwer. Aber bei unsrem Sport kann es ja mal durchaus zu kleinen, unbeabsichtigten, kosmetischen Korrekturen kommen :teuflisch

Aber im Ernst :

Das Schleifen mit dem Sharpmaker ist wirklich kinderleicht, du mußt nur mit der Schneide der Klingen gerade an 2 Stäben langfahren, ich denk das kriegst du hin ;) Ausserdem ist ne genaue Anleitung dabei.

Kriegen tust du ihn bei unsren Sponsoren. Gib halt einfach mal ne Suchanzeige im Forum auf.

Andreas
03.11.02, 16:28
oder schau direkt bei den sponsoren ;)
ist doch viel einfacher als: "wer besorgt mir was?"

mactheknife
03.11.02, 18:43
In Darmstadt -also net zu weit von dahaam- gibts den Santolini mit seiner Schleiferei. Der hat beim Borger mal gelernt und versteht sein Handwerk. Da kann man im Notfall aus ner Tanto ne Spearpoint machen lassen oder auch mal auf ballig umschleifen lassen.
Falls dein Hawk also wirklich eine grundsätzliche Überarbeitung, die der Spydie Sharpmaker nicht packt, braucht, würde ich's da mal versuchen.

Camig
03.11.02, 20:57
@Lonestar,

zu Gernot Loquai in Rüsselsheim/Königstätten kannst Du hinspucken.

Aber wollten wir uns nicht auch mal treffen? Wenn Du Hilfe brauchst - besser als auf der HAFA kriege ich das allemal hin und
über die Schärfe meiner Klingen hat sich auch noch niemand beschwert.

SteffenG
06.11.02, 15:35
Original geschrieben von Camig
...und über die Schärfe meiner Klingen hat sich auch noch niemand beschwert.
Dann machst du wohl was falsch. Bei mir wird sich nach'm Schärfen immer beschwert, dass man sich beim ersten Benutzen in die Finger geschnitten hat .:lach:


schöne Grüße
Steffen

Camig
06.11.02, 22:49
@ SteffenG,

um der Wahrheit die Ehre zu geben: gestern hat sich doch jemand beschwert- meine Frau.

Sie wollte einen Webpelz von der Rückseite mit einem scharfen Messer schneiden statt mit der Schere um die Haare nicht zu zerschneiden.

Aber mein immer dabei hab Navajo klein plain von CRKT war für diese Aufgabe nicht gerüstet- die Schneide ist auf Papier optimiert- sprich spiegelpoliert, rasiert einwandfrei aber trotzdem nicht scharf genug.

Mußte schließlich eine neue Klinge in den X-acto Halter setzen- dann war´s gut.

Merke: es gibt nicht ein Messer und einen Schliff für alle Zwecke, je mehr man an die Grenze geht, desto mehr muß man differenzieren.

SteffenG
07.11.02, 07:39
@Camig: So schnell kann eine Beschwerde kommen :cool:


Original geschrieben von Camig
Merke: es gibt nicht ein Messer und einen Schliff für alle Zwecke, je mehr man an die Grenze geht, desto mehr muß man differenzieren.
Dem stimme ich voll und ganz zu! Mein SOK, das ich immer dabei habe, ist auf Tomaten und Wurst optimiert ;)


schöne Grüße
Steffen

El Dirko
07.11.02, 17:39
Könnt ihr zwei mir mal erläutern wie ihr eure verschiedenen Messer schärft? Also je nach Zweck.

Ich unterscheide bisher nur folgendes:

Schnittwinkel. Kann man super an einem 1€ Küchenmesser mit Grader Klinge testen um erfahrungswerte zu sammeln.

Abziehen oder eben nicht. Wenn ich nicht abziehe ist der Ziehende Schnitt besser, Abziehen verschlechtert das eher fionde ich. Abziehen bringt IMHO nur noch was für den Druckschnitt.
Mir ist klar das ich auch einen richtig groben schliff machen kann. Aber kann man z.B. auch nen Messer auf Schnitt in Vorwärtsrichtung optimieren? (Bei mir ist der ziehende immer besser.)

Was ich noch mache ist das ich Teilweise die Pfase mit kleinem Windel schleife und dann das letzte Ende mit einem nicht ganz so kleinem Winkel nacharbeite. (So wie das Spyderco für den Sharpmaker empfiehlt.)
Tendenziel stehe ich mehr und mehr auf eher große Winkel, ist mir scharf genug, und ich war sehr überracht wie belastbar das Messer dann ist, sprich auch bei grober Nutzung lange scharf bleibt.

Ich bin immernoch anfänger. Hoffe ihr versteht was ich meine.

AlMarFan
07.11.02, 19:24
Hallo an alle!

Ich bin neu hier und habe ein bißchen mitgelesen. Dabei bin ich auf den Hinweis gestossen, dass es in Darmstadt einen guten Messerschleifer namens Santolini gibt. Wo bitte finde ich den Mann ? Ich suche nämlich schon eine Weile nach jemandem, dem ich mein gutes AlMar zum schärfen anvertrauen kann. Bisher hatte man mir jemanden in Frankfurt empfohlen, nur da komme ich schlecht hin. Für nähere Hinweise zum Santolini wäre ich wirklich sehr dankbar, weil ich eh in Darmstadt arbeite.

Gruß

Beate

TheLonestar
07.11.02, 21:03
Hi, Al-Mar Fan!

Bitte gib mir mal Deine email,

Lone


Camig, email gekriegt?

Camig
07.11.02, 21:33
@ Lonestar: yep

@ el dirko:

im Prinzip genauso.
Erstmal alles mit dem Lansky- mit Diamanten bis zum feinsten. Das wird gut scharf und griffig.

Danach je nach Experimentierlaune freihand über einen harten Arkansastein, einen grauen belgischen Brocken oder einen Abziehriemen.
Ich probiere immer wieder mal was anderes aber die ultimative Methode die immer geht habe ich noch nicht gefunden- ist wohl auch Tagesformabhängig.

Wenn die Klinge extrem eben und glatt werden soll an den Poliermotor seitlich an eine mit Poliermasse imprägnierte Filzscheibe.

Das erste für Küchenmesser, das letzte für Papier.

SteffenG
09.11.02, 18:06
@El Dirko:

Mir fallen auch nicht mehr Parameter als Schnittwinkel und Klingenoberläche ein, die die 'Schärfe' einer Klinge bestimmen.
Allerdings kann man schon an diesen beiden Dingen einiges rumschrauben. Man muss dabei auch das Klingenmaterial beachten, denn an schlechten Stahl bekommt man keinen kleinen Schnittwinkel. Oder er hält dann nicht lange.
Mit deiner Beobachtung, dass du ohne Abziehen Klingen bekommst, die besser für den schneidenden Schnitt geeignet sind und mit Abziehen eher für drückenden Schnitt (sog. push-cuts, wie z.B. für Hobel), liegst du ebenfalls richtig.
Ob es möglich ist, ein Messer für eine Schneidrichtung zu optimieren weiss ich nicht (Evtl. über die Richtung, in der das Messer über die Schleifsteine gezogen wird?). Mir scheint es aber nur wenig sinnvoll, denn meist schneidet man doch entweder indem man das Messer vor und zurück bewegt, oder indem man es drückt...

Man kann die Optimierung allerdings auch schon vor dem Abziehen ansetzen. Lee empfiehlt z.B. ein Brotmesser (ohne Wellenschliff) mit einer Feile zu schärfen.

Ich schärfe je nach Verwendungszweck entweder nur mit der groben Seite meines Kombisteins oder zusätzlich mit der feineren. Dann unterscheide ich noch, ob ich den Stein nachdem eine Seite eigentlich 'fertig' wäre noch verschlämmen lasse oder nicht.
Weiterhin, ob (überhaupt) mit Lederriemen/Polierpaste oder zusätzlich noch mit Lederriemen/Chromoxid abgezogen wird.
Ich experimentiere wenig mit dem Schärfwinkel, weil ich den als Freihandschärfer sowieso (noch?) nicht so genau einhalten kann.

Vor einiger Zeit gab's eine Diskussion auf BladeForums.com zum Thema
Edge aggression on a slice as influenced by finish and angle (http://www.bladeforums.com/forums/showthread.php?threadid=209166). In diesem Zusammenhang recht interessant!


schöne Grüße
Steffen