Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt's Survivalmesser-Moden?
Mir ging dieser Tage so einiges durch den Kopf, als ich mich etwas mehr mit dem Thema Bushcrafting auseinandersetzte.
Dabei fiel mir auf, daß beim Bushcrafting ein ganz bestimmter Messertyp (Ray Mears Entwurf in leichten Variationen) regelrecht vorherrscht. Deshalb fragte ich mich, ist das eine Modeerscheinung oder hat man endlich das universale Messer gefunden?
Kurzer historischer Rückblick:
In den Siebzigern war eine Machete das angesagte Outdoorgerät. Ich hatte selbstverständlich eine, oder mehrere. Geblieben ist davon bis heute nur ein solides Schweizer Gertel für die Arbeit im Knick.
Dann kamen die Achziger und Rambo. Scheinbar jeder brauchte für Outdoor plötzlich so ein Hohlgriffmesser mit Säge und Klimbim drinnen. Ich auch. Es liegt gut verwahrt im Keller in einer Blechkiste. Was nach dem Hype blieb, waren im Wesentlichen die Röhrengriff-Integralmesser von Chris Reeve, natürlich hab ich ein paar davon.
In den Neunzigern, glaube ich, waren's dann Integralmesser überhaupt und sowieso. Die scheinen aber - abgesehen vom German Expedition Knife - nur im Bereich der Jagdmesser überlebt zu haben, wo sie wegen der Hygiene einen gewissen Sinn machen. Hab ich auch welche von, klaro.
Irgendwann in neuen Jahrtausend erschienen die Tracker, WSK's und so auf der Bildfläche. Ein Messertyp, mit dem ich nie nichts anfangen konnte. Davon hab ich keins. Scheinen aber äußerst beliebt (gewesen) zu sein). Busse und Strider waren auch in der Zeit sehr angesagt und sind es bei einigen natürlich geblieben.
Jetzt also die schlichten Bushcraft-Messer á la Ray Mears: Carbonstahl. Holzgriff. Zwei Nieten, eine Öse. Ist das das Nonplusultra - Schlichtheit zum Quadrat?
Hat die Verbreitung/der Hype um gewisse Messer mit Internet, Film und Fernsehen zu tun? Hat man gesehen, muss man haben?!
Daß es immer schon Outdoor-Enthusiasten mit ganz bestimmter Philosophie gab und gibt (z.B. kleines Messer plus Beil und Säge vs. nur ein großes Messer für alles vs. Schweizermesser vs. gar nichts), ist mir schon klar.
Würde mich freuen, ein paar Meinungen dazu zu lesen.
... Hat die Verbreitung/der Hype um gewisse Messer mit Internet, Film und Fernsehen zu tun? Hat man gesehen, muss man haben?! ...
Öhm ... Ja. :D
Vor den Hypes haben es die "Schwedenmesser" aber auch getan. :steirer:
Um nicht zu sagen, dass sie noch immer so ziemlich alles in den Schatten stellen und dabei billiger sind. :D
Gruß
El
Nettes Thema!!
Ich sag da nur " Rambo, hat immer Recht".
rufuss
Hat die Verbreitung/der Hype um gewisse Messer mit Internet, Film und Fernsehen zu tun? Hat man gesehen, muss man haben?!
Eindeutig ja !
Was meinst Du wie oft ich schon gefragt wurde ob ich nicht ein Woodlore oder das Dingens von Bear Suizide Grylls kopieren würde. Bisher konnte mir aber keiner plausibel erklären warum es unbedingt so ein Messer sein muß. (Ich mache eh keine Kopien)
Bevor ich so einer Hype nachrenne gehe ich lieber selbst in den Wald und probiere aus und mache mir meine eigenen Gedanken zum Thema.
Ich bin echt gespannt wenn die neue Sendung "Survivalduo" ausgestrahlt wird was dann wieder in Mode kommt.
PrivateJoker
02.09.10, 17:51
Hoffentlich einfach ein Vic...
In meinen Augen der ultimative Alleskönner...
Aja zum Preis eines Skandi-Messers...
Mfg Markus
Servus!
Ich denke, dass das Minimalistische mittlerweile wieder auf dem Vormarsch ist. Das hat sehr wohl was mit Mode zu tun und zwar in allen möglichen Belangen.
Man nehme als Beispiel die Kleidung. Noch vor ein paar Jahren war es "in" sich selbst wie einen Pfingstochsen zu behängen und damit durch die Stadt zu laufen. Mittlerweile ist es schon eher so, dass der angesagte Trend eher in Richtung Jeans, T-Shirt und Halbschuhe geht. Farbliche Vaganzen mal ausgelassen.
Man kann das auch auf Möbel anwenden. Mittlerweile ist eher das glatte und leicht zu reinigende wieder im Trend. Nicht mehr die unzähligen Schnörkel und Staubfänger.
Ich denke, ihr wisst was ich meine...
Warum soll sich dieser Trend nicht auch beim jeweiligen Schneidgerät durchgesetzt haben?
Man braucht früher Rambomesser mit viel Krimskrams drin. Heute reicht ein Mora 711 als Outdoormesser wieder vollkommen aus.
Wenn ihr mich fragt, ist das alles eine Frage der Zeit, bis sich dieser Trend auch wieder aufhört.
Beste Grüße
Klar ist es Mode. Bedürfnisse zu schaffen um sie dann zu befriedigen sorgt auch im Bereich des alle-Zivilisation-hinter-sich-lassens dafür, dass die Konsumenten Spaß und die Survival-Gurus und Messer-Päbste ihr Auskommen haben. Gerade das "Survival-Messer" lebt mehr als alles andere von den Sehnsüchten nach existenzieller Erfahrung, der Imagination und dem Mythos.
(Etwas weniger zynisch verweise ich aber auch darauf, dass sich die Projektionsfläche für die Machete (Camel-trophy / allein im exotischen Jungel / auf der einsamen Insel) eine Andere ist, als für die diversen Bushcraft-Abkömmlingen (eher beschauliche Abenteuer vor der Haustür). Ray Mears ist für ganz andere Persönlichkeiten Identifikationsfigur als Rambo.
Davon abgeleitet machen die jeweiligen Scheidwerkzeuge für das entsprechende Szenario durchaus Sinn.)
Ich für meinen Teil habe aber dennoch Spaß an der Suche nach dem optimalen Messer ;)
(mann sollte es nur selbst nicht zu ernst nehmen)
Kennt einer noch: "Unterwegs mit Malcolm Douglas"?
Ich habe mich damals noch gewundert, warum der so unspektakuläre Messer benutzt, die allerdings beim Madensuchen oder Muschelnknacken derart cool aussahen, dass sowas ähnliches sofort nach Erspähung her musste.
Anfangs waren das-in meiner Warnehmung-die Australier, mit den Überleben-im-Bush-Sendungen. Messer und sonstige Ausrüstung so in Szene zu setzen, das Begehrlichkeiten geweckt werden, war da noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Dann Rüdiger Nehberg, da musste ein Glock ran.
Dann diverse Literatur. Z.B. von Buzek, da war mir klar: alles unter 5 mm aus weniger als 154 CM, kann kein ordendliches Survivalmesser sein.
In den Neunzigern hab ich nen Artikel über das Mad Dog A.T.A.K. gelesen, wie das von den Navy Seals ranngenommen wurde.
Das beste Survivalmesser auf der ganzen Welt.:rolleyes:
Als ich das Woodlore zum ersten mal gesehen habe, wollte ich das auch unbedingt haben, und habe gegooglet und gefahndet wie bekloppt.
Zum Glück war es so teuer und vergriffen, das mir dieser Unsinn erspart blieb.
Moden sind o.K., sonst wirds langweilig. Ich habe ja selber mal das eine, oder mal das andere mehr lieb, ohne dass das immer mit echten Vorteilen was zu tun hätte.
Welche Materialien und Geometrien für welchen Einsatzbereich gut sind, weiss ich mitlerweile ungefähr. Daher sind so Begründungen, warum jetzt dieses oder jenes ganz neu entwickelt wurde, manchmal wirklich lachhaft.
Moderne Formate werden neuerdings gern mit Ex-Soldaten besetzt. Teilweise ist dieses "hey men" oder "Oh Honey" so peinlich, dass ich wegzappen muss (z.B. in: Man Woman Wild).
Aber wenn die Messer im Aligator stecken, machen die mich trotzdem an,..vermute da läuft irgendetwas total schief:steirer:
Grüße
Bärwald
Die Moden folgen den Bedürfnissen, die Bedürfnisse werden geweckt...
Was ich damit sagen will ist, dass sich, wie oben schonmal gesagt, die Messer je nachdem, was man in der Wildnis will, verändern - und je nachdem, wer uns das vorlebt.
Da gibt's Phasen, in denen man demütig madenpickend in hehrer, reiner Wildnis sein Auskommen mit einem kleinen, funktionalen Messer zu finden sucht.
Aber auch Phasen, in denen mit einer 60 cm-Schneidkante der dreckigen, gefährlichen, chaotischen Wildnis heimgeleuchtet wird, auf dass man den Abend im selbstgejagten Grizzlyfell auf der selbstgebauten Veranda verbringen kann.
Nicht zu unterschätzen also, welche 'Wildnissicht' das jeweilige Jahrzehnt mit sich bringt.
Und nicht zu unterschätzen, welcher Chick-Faktor momentan angesagt ist ;-)
mfg
Tct
PS: Hat hier noch jemand "Into the wild" (http://en.wikipedia.org/wiki/Into_the_Wild) gelesen ? Interessant. Erschreckend, aber interessant.
Aber was sind schon Moden gegen einen echten Bushcraft-Pimp:http://www.youtube.com/watch?v=UJX0pBIHLkE&feature=related :steirer::steirer::steirer:
Wenn man sich mal fragt, seit wann man das was man erst "sich in Feld und Wald zurechtfinden" dann "Survival" und jetzt auf einmal "Bushcraft" oder "Woodlore" nennt, ist schon klar daß da Trends erzeugt werden.
In ein paar Jahren heisst es dann wieder anders (Remote Location Active Living Lifestle bla bla oder so), zeigt aber schön, daß es sowas wie "das beste Messer" für obige Aktivitäten nicht gibt, schließlich sah es ja in jeder der Phasen anders aus.
Gruß,
JoBe
Eigentlich ist es doch gerade für Leute die Bushcraft,Outdoor oder Survival betreiben dumm einer Mode zu folgen. Sie haben doch das beste Beispiel vor der Nase , die Natur.
Die Natur passt jedes Lebewesen an die Umgebung an und auch bestehende Lebewesen verbessern sich (Evolution)
Und genauso sollte ein Messer nach seinem Einsatzgebiet ausgewählt werden. Was bringt einem eine Machete in der Sahara oder Arktis? Oder ein Vic wenn man sich durch das Dickicht des Amazonas schlagen möchte?
Auch die Landschaft oder Wildniss Großbritaniens unterscheidet sich doch sehr von den Wäldern Smalands.
Deshalb , selbst nachdenken , sich seinen Spielplatz genau ansehen und danach entscheiden was man braucht.
Gruß Heiko (der sich bald für 2 Tage in den Wald vezieht um Spielzeuge zu testen:D)
Dumm find ich das nicht. Aber es ist durchaus unvernünftig - womit wir mal wieder beim alten Thema wären.
Ginge es allein darum was vernünftig wäre, würden wir alle mit Opinels und Moras und allein zweckspezialisiertem Werkzeug rumlaufen.
Das ist für Messerbekloppte aber niemals nicht die einzige Option.:steirer:
Und, es macht einen Unterschied, ob ich mal übers Wochende in den Wald vor der Haustür gehe um zu spielen oder ob ich wochenlang mit Rucksack zu Fuß in abgelegenem Gebiet unterwegs bin und über jedes unnütze Gramm und andere Dinge mal nachdenken muss.
Mal ehrlich, wer denkt denn an Darwin und Anpassung, wenn er sich bei dir einen Folder für 550 Mücken kauft?;)
(Jedes Tier wirtschaftet absolut Ressourcen bzw. Energiesparend. Da ist keine Anstrengung zuviel.)
Welches Einsatzgebiet erfordert denn aufwendigen Damast, Mokume oder fossiles Griffmaterial? Das ist doch wohl auch alles dem Spieltrieb geschuldet.
Inzwischen fahre ich zweigleisig. Denn ich habe einige Messer, die ich richtig toll finde. Aber wenns mal drauf ankommt, packe ich das einfache Zeug ein, wo ich weiß, das tut es einfach zuverlässig, das was es so im Prinzip schon ewig gibt.
Grüße
Bärwald
Moden gibt es da ganz klar!
Porcupine hat das ja schön zusammengefasst und ich wette, dass viele hier im Forum ähnliche "Restbestände" bei sich zuhause herumliegen haben.Ich natürlich auch.
Abgesehen von den Moden entwickelt sich aber im Laufe der Zeit eine Fähigkeit die Sinnhaftigkeit als Werkzeug bei einem Messer besser abzuschätzen.Hier gibt es ganz klare objektive Kriterien für mich.
Waffeneigenschaften lassen wir hier ja außen vor.
Dazu muß man aber auch in die Materie hineingehen und bereit sein dazuzulernen.Vom Messermachen her und vom Messerbenutzen her.
Für mich ist es immer noch von großem Reiz ein "einziges" Messer für alles zu machen.Also so eine Art "Faustkeil" mit dem alles möglich ist, vom Mäuseabziehen bis zum Steinemeißeln.Das ist natürlich eine ziemlich sinnfreie Beschäftigung, da man als Homo Sapiens ja immer etwas zum Werkzeugbenutzen finden kann.Mit dem ganzen Müll der überall herumliegt noch vielmehr als früher.Trotzdem reizt mich das wegen der widersprüchlichen Anforderungen an die Konstruktion.
Deshalb gilt für mich: Trotz aller Moden gibt es das ultimative Survivalmesser.
Ich habe es aber leider noch nicht gefunden.
Mal ehrlich, wer denkt denn an Darwin und Anpassung, wenn er sich bei dir einen Folder für 550 Mücken kauft?;)
(Jedes Tier wirtschaftet absolut Ressourcen bzw. Energiesparend. Da ist keine Anstrengung zuviel.)
Welches Einsatzgebiet erfordert denn aufwendigen Damast, Mokume oder fossiles Griffmaterial? Das ist doch wohl auch alles dem Spieltrieb geschuldet.
Grüße
Bärwald
Wir reden gerade aber über Survivalmesser , da geht es ums überleben.
Damast , Mokume erfüllt einen anderen Zweck. Warum hat der Pfau so schöne Federn?
Warum kaufen sich Männer dicke Autos?
Um den Mädels zu imponieren und sich dann Fortzupflanzen ;)
Ob es wirklich auch mit schönen Messern funktioniert kann ich aber nicht garantieren :steirer:
@Heiko
Pfau:
Weil die Frau Pfau durch das Handycap-Prinzip ganz fürchterlich in Wallung gerät.:hehe:
Nimm es bitte nicht persönlich. Ging mir nur um das Prinzip Vernunft, Beispiele in Bezug auf Survivalmesser passen nicht.
Übrigens kannst du auf Youtube schon die erste Staffel vom Survivalduo sehen (im ausländischem O-Ton: Dual Survival).
Da siehst du das altbekannte Carbon-Mora mit dem rot lackierten Birkenholzgriff (hat natürlich der Barfuss-Hippi), und ein Messer ähnlicher Form wie Cold Steel roach belly:http://www.knifeforums.com/uploads/med_1274293223-pathfinder3.jpg.
Auch ist mal ein südostasiatisches Haumesser, oder das Leatherman Core Black Oxide zu erspähen.
Dann gibts noch Man Woman Wild, sowas ähnliches, nur das der Hippi von einem echten Weibchen ersetzt wird.
Da siehst du nur bekanntes Gerät. Einen Kugri, sieht aus wie von Cold Steel. Und ich meine auch das Trailmaster und SRK gesehen zu haben.
Ich denke,die Messer,die in den Sendungen benutzt werden sind jetzt nicht von so schlechter Qualität.Ein Stradtmensch,der mal für nen Nachmittag oder ein Wochenende den Wald besucht wird mit keinem der Messer Schwierigkeiten haben und man kann sich ein bissel wie ein Abenteurer fühlen.Hier spielt natürlich vor Allem das -der hat das Messer auch-Argunent eine große Rolle. Wer sich aber wirklich mit "Survival" beschäftigt und einen längeren Trip in die Wildnis plant,wird sich schon Gedanken machen,was er braucht und was nicht.Und bei den zuletzt Genannten wird sich auch eher ein schlichteres Messer in richtung Mora oder FM78 ect. durchsetzten.
Solange diese Survival Sendungen nicht dazu ausgeschlachtet werden um Ahnungslosen den größten Schrott zu Verkaufen können sie ruhig weiter Moden hervorbringen
Gruß Flo
Moin
Ich befürchte ihr zäumt das Pferd von hinten auf.
Bzw. ihr schmeißt alle Aktivitäten in der Natur die über einen normalen Samstagnachmittag-Spaziergang hinausgehen in einen Topf.
Trennt das doch einfach mal in zwei Sparten.
Einmal in diejenige wo die Begegnung Mensch-Natur im Vordergrund steht.
Und dann diejenige wo es darum geht, na ich nenne das jetzt mal "Sport" in der Natur zu verrichten.
Ein Wanderer, Ornithologe, Jäger, Forstarbeiter, Pfadfinder, Expeditionsleiter usw. wird sein Messer so wählen, dass es seinen Job macht. In den meisten Fällen ist das die Nahrungszubereitung.
Wer allerdings in die Natur eiert um einer Sportart zu fröhnen, der macht da viel mehr Gedöhns drum.
Und wie allen anderen Sportarten entwickeln sich auch bei den "Outdooraktivitäten" pausenlos neue Trendsportarten.
Nicht anders ist es beim "Survival".
Daher haben wir ja hier unser Unterforum auch Waldläufertechniken genannt. Es sollen Tips und Tricks ausgetascht werden, die einem bei der "Begegnung mit der Natur" hilfreich sein können. Und da ist es furzegal was man zum Schneiden dabei hat, - hauptsache es schneidet.
Wer allerdings in den Wald rennt um Spaß mit speziellem Werkzeug zu haben, der wird sich halt das spezielle Werkzeug zulegen. Und die Auswahl dieses speziellen Werkzeugs unterliegt dann Moden und Trends.
Ich erinnere mich da mal an das Aufkommen der ersten Mountain-Bikes vor über 20 Jahren.
Das waren Fahrräder mit denen man unbeschadet auch mal nen Waldweg langradeln konnte. Dann kamen die Downhill-Räder, die ersten Wettkampfräder, Räder für das Fahren über speziell angelegte Hindernisparcours usw.
Spezielle Fahrräder für spezielle Sportarten. Und alle sind nicht wirklich optimal um ne Radtour durch den Harz zu machen.
Genau so verhält es sich mit den ganzen Messern die hier so genannt werden. Da geht es nicht um einen allgemeinen Nutzen sondern um die Funktion innerhalb eines "Systems".
Ich brauche (jaja, das böse Wort:D) kein "Survivalmesser" um einen phantastischen Sonnenaufgang zu erleben, oder einen Elch zu beobachten. Auch nicht um drei Wochen durch menschenleere Gegenden der Pyrenäen zu wandern.
Ich brauche es aber wenn ich ein verlängertes Wochenende im Wald verbringen möchte, bei dem ich das von einem "Survivalguru" gelehrte praktisch ausprobieren möchte.
Und dann brauche ich genau das Messer um das sich sein "Lehrsystem" dreht und das er für gute Euro in seinem Shop verscherbelt.
Und den Spezialrucksack, das Spezielseil und den Spezialfeuerstarter.
Das hat aber nichts mit "Naturerleben" zu tun sondern ist eine Form von Sport in der Natur.
Das ist wie beim Klettern. In erster Linie geht es ums Klettern, - den Sonnenaufgang gibt es quasie gratis dazu.
Anders ist es wenn ich von A nach B möchte und auf dem Weg liegt ein Berg. Da ist dann das Klettern Mittel zum Zweck, bzw. eben der Bonbon.
Dafür packe ich dann aber keine bunten Extraklamotten ein;)
Und alles hat seine Berechtigung und ist um Längen besser als auf dem Sofa zu verkalken.
Was aber keinen Sinn macht ist alles in einen Topf zu werfen und dann solange zu Rühren bis das "beste" Werkzeug für alle Anwendungen auftaucht.
Das kann und wird nicht funktionieren.
Gruß
chamenos
Hallo Leute,
Was aber keinen Sinn macht ist alles in einen Topf zu werfen und dann solange zu Rühren bis das "beste" Werkzeug für alle Anwendungen auftaucht.
Das sehe ich anders.Die Anwendungen für ein solches Messer sind ja immer gleich.Es soll helfen die vier Basics sicherzustellen.
Wasser
Feuer
Schutz
Essen
Das hier ein Hohlgriffmesser mit Streichhölzern oder Firesteel mehr hilft als ein Schweizer Offiziersmesser leuchtet ja ein.
Zumindest ist das mein Ansatz.
Grüße less
Die Anwendungen für ein solches Messer sind ja immer gleich.Es soll helfen die vier Basics sicherzustellen.
Moin
Leider falsch.
Ein Messer soll schneiden.
Fürs Hacken, Sägen usw. hat der Mensch schon vor vielen tausend Jahren geeignetere Werkzeuge erdacht und hergestellt.
Und wenn du beschließt 3 Monate im Wald zu leben, dann wirst du, wenn das Leben im Vordergrund steht, eine Axt und eine Säge einpacken.
Wenn du allerdings beschließt 3 Monate im Wald nur mit einem Messer zu leben, dann ist das ein völlig anderer Ansatz.
Wenn ich nach England fahre, dann nehme ich die Fähre. Andere schwimmen durch den Ärmelkanal.
Das eine ist eine Reise, das andere Sport.
Und beides hat außer der Lokalität nichts miteinander zu tun.
Und natürlich entwickeln sich die Fähren weiter, - genauso wie die Neoprenanzüge und die Ernährungspläne der Sportler.
Es macht aber wenig Sinn jemandem, der die Fähre nehmen möchte einen Neoprenanzug zu empfehlen.
Die ewige Suche des Menschen nach einem Verfahren Gold herzustellen hat uns in Deutschland das Porzellan beschert.... ich bin gespannt was ihr, die ihr nach dem einen, einzigen Messer forscht noch so alles Spannendes entdeckt und entwickelt.
Ich habe allerdings an meinem Rucksack ein Beil und eine Säge festgezurrt und brauche mir bei der Wahl des Messers nicht soviel Gedanken machen, bzw. ich kann nehmen was mir gerade gefällt, - solange es halt "nur" schneidet.
Gruß
chamenos
...Was aber keinen Sinn macht ist alles in einen Topf zu werfen...
"Survival" hört sich für mich zugegen immer irgendwie aufgeblasen an und keiner möchte mit Spinnern in einem Topf landen. Nicht umsonst setzen wir das ja häufig in Gänsefüßchen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, jetzt lieber von Bushcraft oder Waldläufertechniken zu sprechen, mitunter auch Survival zu meinen und in dem Ganzen durcheinander zu kommen.
Zwischen Tracking, Survivaltraining und Improvisation in einer realen Notsituation liegen ja doch empfindliche Unterschiede.
Und wenn man gut trainiert, vorbereitet und ausgerüstet losgeht, ists eben nicht vielmehr als eine sportliche Herausforderung, wo es für andere schon zum "Survival" wird.
Warum man immer Situationen konstruiert, in denen man nur noch das eine Alleskönner-Messer hat, mit dem dann alle Probleme gelöst werden, verstehe ich nur durch Rambo-Prägung:steirer: und einen inkonsequenten Versuch ein Bedürfnis weg vom Überfluss hin nach Einfachheit zu leben.
Aber genug der Schwafelei, zurück zum Thema Moden, Film und Verlockung.
Mir fällt ein, dass ich mal ziemlich heiß auf ein Bowie-Messer war, das in Ravenous:http://www.youtube.com/watch?v=JO98NMMgp0Y ordendlich in Szene gesetzt wurde, u.a. in einer Überlebenssituation benutzt, die echt spooky war. Griff war ein komischer großer Knochen..:teuflisch Hab leider nie herausbekommen wer das gebastelt hat (und welchem Schauspieler jetzt ein Schenkel fehlt.:D)
Gruß
Bärwald
Moin
Ich befürchte ihr zäumt das Pferd von hinten auf.
Bzw. ihr schmeißt alle Aktivitäten in der Natur die über einen normalen Samstagnachmittag-Spaziergang hinausgehen in einen Topf.
Trennt das doch einfach mal in zwei Sparten.
Einmal in diejenige wo die Begegnung Mensch-Natur im Vordergrund steht.
Und dann diejenige wo es darum geht, na ich nenne das jetzt mal "Sport" in der Natur zu verrichten.
hat, - hauptsache es schneidet.
Gruß
chamenos
Mann kann aber auch unbeabsichtigt in Situationen kommen wo ein Outdoormesser gebraucht wird . So entstand mein Vildmark und deshalb schleppe ich es ständig mit mir rum.
Was meinst Du wie glücklich ich über mein Messer und den Firesteel war als ich mit einem Gast mit dem Kanu unterwegs war und mein Feuerzeug vergessen hatte um mir ein Zigarettchen anzuzünden ;)
an und keiner möchte mit Spinnern in einem Topf landen
Du weißt aber das Du seit 2004 im Messerforum angemeldet bist . oder? :irre:
Hallo Leute,
es wird wohl keinen Konsens geben, aber für mich sind die unterschiedlichen Ansichten dazu sehr interessant.
Ich denke, dass es zwar Moden gibt, aber trotzdem ein Gundstock übrigbleibt was ein Survialmesser ist und was nicht.
Um das zu verdeutlichen hier eine Geschichte von einer Reise in Kanada.
Ich war ziemlich weit in der Wildnis und hatte mein Nachtlager fertig als ich noch eine Bärenspur fand.Da bin ich einfach hinterhergegangen um zu sehn wohin Meister Petz gegangen war.
Und plötzlich hatte ich mich verirrt.Die Spur war wohl schon eine ganze Zeit keine Spur mehr sondern reine Einbildung.Das passiert ja öfter.Wie man es auch dreht und wendet ich war verirrt.
Bitte, nicht kommentieren! Das war nicht sehr clever.
Jedenfalls war ich verirrt und konnte mein Lager nicht finden.
In dieser Situation hatte ich eben nur das was ich bei mir hatte, Gott sei Dank auch ein "ernstes" Messer mit dem ich es mir im Zweifel trotz schlechtem Wetter und anbrechender Dunkelheit bis zum Morgen hätte relativ gemütlich machen können.Allein die Gewissheit so ausgerüstet zu sein hat mir damals geholfen ruhig zu bleiben, zu überlegen und dann das Lager auch wieder zu finden. Interessant war für mich mit welcher Wucht die Panik aufkommen wollte, obwohl "eigentlich" nichts passiert war.Das sind wohl ganz atavistische und starke Gefühle die dann ganz von selbst hochkommen.
Ein Survivalmesser ist für mich nicht für irgendwelche sportlichen Unternehmungen gedacht, sondern es soll helfen zu überleben.
Das nehme ich sehr ernst.
Deshalb soll in das Messer viel Wissen um Material, Geometrie, WB un natürlich auch das Benutzen einfließen.
Denn die Gefahr liegt nur einen Herzschlag entfernt, nicht nur in der Wildnis.
Ein Dogma aufzustellen: Ein Messer ist zum Schneiden da ist sicher nicht hilfreich und wird spätestens wenn die Säge und die Axt weg sind auch vom halsstarrigsten Dogmatiker in Frage gestellt.Warm will es ja jeder bei Schneeregen mit starkem Wind.
Ich aber auch keine Angst "mit Spinnern in eine Topf geworfen zu werden".
Zu versuchen ein besseres Werkzeug zu entwickeln ist keine Spinnerei, sondern eine Passion.
Das belächelt werden muß man gelegentlich aushalten, aber es gibt Schlimmeres.
Grüße aus Heidelberg!
less
Für mich ist das keine Messer-Mode, sondern ein Survival-Hype.
Was früher den "Rambo-Spinnern" vorbehalten war, greift seit einiger Zeit auch im gutbürgerlichem Umfeld um sich. Auf einmal rennen auch die Anzugträger am Wochenende mit Jack Wolfskin durch die Gegend, Begriffe wie "Outdoor" und "Funktionskleidung" erobern die Gesellschaft.
Klar, das hat nur bedingt etwas mit "Survival" zu tun, ist aber für mich die logische Fortsetzung. Freizeit bedeutet Event bedeutet Abenteuer, und da die wenigsten ein solches tatsächlich erleben (wollen), müssen mindesten die Klamotten bis -20° halten, oder eben auch das Survivalmesser her.
Ein Gutes hat das doch aber:
Mein vorher verschrienes "Mordinstrument" wird auf einmal zum coolen "Bear Grylls-Messer", jüngst so erlebt beim Familiencamping in Dänemark, Objekt der Begierde war ein Mora 2010 ;)
Yukonbeaver
06.09.10, 15:20
Ich gehe davon aus das sich die Survivalmesser-Moden Messermode allgemein immer mehr den Gesetzten anpassen wird / muss.
Abgesehen davon suche ich mir immer noch das passende Messer zum Gelände aus und gehe nicht nach der Mode, manchmal "hinke" ich der Mode nach weil mir plötzlich so ein Teil gefällt und dann kaufe ich es.
Yukonbeaver
Rückblickend ist es schon seltsam, was man alles mal für das "ultimative" Messer hielt - bis was vermeintlich Besseres auf dem Markt erschien. Ich bin ja nun gar so kein Survival- oder Outdoorspezialist und habe diese Moden auch seit einiger Zeit hinter mir gelassen. Irdendwann macht es halt mal klick und man fragt sich, wozu schleppst du pfundweise Stahl herum, wenn ein Victorinox oder dein altes Finnenmesser für deine Naturbegehungen völlig ausreichen? Na, vielleicht noch begleitet von einem kleinen Wildnisbeil. Streng genommen haben sie das immer getan und werden es auch noch weiter tun.
... alles(!) ist der mode, der werbung, der medialen beschallung und dem zeitgeist unterworfen - man kann versuchen sich dagegen zu wehren aber ganz kann man sich dem nicht entziehen.
mit der trendsportart 'survival' wird eine situation definiert, in welche heutzutage kaum je ein mensch zufaellig gelangt.
selbst wenn leute im yukon-gebiet paddeln oder trekk'en, dann sind sie im normalfall mit lebensmitteln, wasserfilter, saege, beil ... ausgeruestet und nicht in einer survival-situation.
fuer den fall dass man kentert oder seinen rucksack nicht wiederfindet, sollte man in wirklich einsamen gegenden nicht nur ein messer, sondern auch ein "SPOT GPS Messager" oder "Sat-Telefon" am mann haben! im anderen fall spielt man mit seinem leben.
bleibt also nur die frage wie sehr man selbst "modebewusst" ist oder was man persoenlich an messer "braucht", damit der trip auch richtig spass macht.
--hawky
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