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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : tactical sells?



Floppi
13.10.02, 15:30
Mir geht, angeregt durch mehrere Beiträge im Forum, die Frage durch den Kopf: Wieso müssen Messer taktisch aussehen?
Es geht mir dabei nicht um Geschmack!

Ein Messer das keine Lichtreflexe zurückwirft? Wozu? Insbesondere eine schwarze Klingenbeschichtung, nützt mir nichts, da ich das Messer doch eh bei Nichtgebrauch in der Scheide trage. Wenn ich's nutze, isses auch egal ob schwarz oder nicht. Außerdem findet man es nie wieder, wenn man's im Wald verloren hat.

Pflegeleichter? Nun ja, einige Materialien sind vielleicht umgempfindlicher. Aber wenn ich ein Messer halbwegs pflege, ist es so oder so recht unanfällig. Und 3 Monate in irgendeinem Jungle verbringe ich (und vermutlich auch niemand aus dem Forum) auch nicht.

Also: Gibt es einen praktischen Sinn (nein - niemand von uns ist in irgendwelchen militärischen Spezialeinheiten (die vermutlich auch kein Messer im "tactical design" brauchen)) oder will man damit nur Käufer locken (und einige, wie mich z.B., abschrecken :D)?

pick-up
13.10.02, 15:44
also ich für meinen fall kann nur sagen das ich mir versuche das zu kaufen was mir gefällt und ich mir leisten kann. egal ob tactikal oder nicht.

wenns meiner meinung nach ok ist und das geld da ist wird zugeschlagen .
ich kaufe mir ja auch keine klamotten nur weil sie gerade in mode sind

Musashi
13.10.02, 15:53
(nein - niemand von uns ist in irgendwelchen militärischen Spezialeinheiten...

Woher willst Du das wissen? Hast Du eigentlich niemals Schwarzenegger in "True Lies" gesehen. Der Film zeigt doch eindeutig, dass Menschen unter uns leben, die ein gefährliches Doppelleben führen um den Fortbestand der "Freien Welt" zu sichern. Warum sollten die sich nicht auch in unserem Forum aufhalten? :D

Ich glaube, dass es mit dem Qualitätsverständnis der Käufer und Nutzer zusammenhängt. Das ist nichts Neues und wurde hier schon oft durchdiskutiert. Was für einen Navy-Seal gut ist, taugt auch im Alltag und ist unkaputtbar. Ergo kann ich unbesehen einem Messer vertrauen, das vom Hersteller "tactical" konzipiert wurde. Der Hersteller kennt ja schliesslich die Erfordernisse, er steht ja mit den kämpfenden Truppen und Spezialeinheiten in engstem Kontakt und deren Erfahrungsberichte fliessen ja schliesslich in die Entwicklung ein. :fack:

Ja, meiner Meinung nach ist es der Lockruf des Gefährlichen, der in die Kaufentscheidung unerfahrerner Messersuchender eingreift. Schaut euch mal die Angebote bei **** an, da wimmelt es nur so von "paramilitärischen" Gegenständen. Da wird auch ein Feuerzeug zur Einsatzausrüstung mit besonderen Qualitäten. Erklärt mir mal den besonderen Wert eines Brunton Helius im Vergleich zu einem Einwegfeuerzeug. Aber so, das ich mir danach unbedingt eins kaufen will.;)

Das ist eine Modeerscheinung, die auch wieder verschwinden wird. Schliesslich ändert sich unser Alltag ja nicht durch den Erwerb eines taktischen Messers.

Gruss
Andreas

thommios
13.10.02, 16:02
Stimmt schon, das fällt sicher nicht nur dir auf,sondern nebenbei auch mir und sicher vielen.
Das mit " potentielle Käufer" anlocken hat sicher etwas für sich und dürfte der Hauptgrund sein. Nicht nur "sex sells".
Denn seien wir ehrlich: in jedem noch so "friedliebenden" oder womöglich sogar ausdrücklich "pazifistischen" Jungen/Mann/Messerfreund steckt ganz tief drin fast IMMER auch ein ganz klitze-kleiner "Haudegen", dem nunmal allein der BEGRIFF "Kampfmesser" einfach mehr Pulsschlag verursacht als "Muttis Küchenmesser zum Zwiebelnschälen". Das muss ja nun auch nicht verteufeln oder als "böse" gleich beWERTEN. Es IST eben so und gehört (ob anerzogen oder genetisch determiniert" ) zur Mann-Rolle dazu.

Dass diese ganze Geschichte natürlich den "Messerfan" in den Augen (meist auch wiederum voreingenommener) "Kritiker" rasch in eine bestimmte "Ecke" drängt liegt auf der Hand.

:anbet: :teuflisch :haemisch: :waaah: :cool: :rolleyes: :super: :lach2:

Hayate
13.10.02, 17:05
Man kann diese Neigung zum martialischen vielleicht männlich nennen,sie ist aber nicht (mehr) auf Männer beschränkt. Ich kenne Frauen die sichtlich Freude daran haben, mir zu schildern, wie sie Angreifern zu einem einen blutigen Hals verhelfen.
Ich will nicht der geschärften Brechstange das Wort reden, aber wenn ein Messer das allgemein gut brauchbar ist, z.B. ein Fällkniven taktisch ausgestattet und "bescheidet" (gibts das Wort?) werden kann, warum denn nicht? Die schwarze Beschichtung schützt zumindest ein bißchen vor Rost.Reflektionen des Sonnenlichts an einer Klinge sind unter Umständen sehr weit sichtbar. Wenn mein Messer im Licht blinkt und in der Scheide klappert, kann ich mir nicht mehr aussuchen , ob ich unentdeckt bleiben will. Wenn es beides nicht tut, habe ich zumindest die Option darauf. Daran kann ich nichts schlechtes erkennen.

Thomas Spohr
13.10.02, 17:05
Sinn oder Unsinn von sogenannten „tactical knives“ (für den nichtmillitärischen Einsatz) mal unberücksichtigt, so ist die verkaufsfördernde Auswirkung dieser Messer und die damit einhergehende Verbesserung des Qualitätsstandards, der Materialien und der Nutzungssicherheit doch sicherlich zu begrüßen. Innovationen wie Einhandöffnung, die neuen Verschluss-Systeme oder neue Materialien wie Micarta oder G10 stammen zumeist aus dem Bereich der „tactical knives“.

Jubei
13.10.02, 17:18
Also meiner Meinung ist zumindest die schwarze Beschichtug der sogenannten Tactical Knives für den Normalbenutzer nicht besonders hilfreich. Diese Beschichtung ist teilweise schneller ruiniert als man meint, und ein silbener Kratzer auf Schwarz ist nunmal um einiges störender und auffälliger als ein Kratzer auf blankem Stahl...

tolegen
13.10.02, 18:38
Unsinn natürlich insofern, das mit solchen Zusätzen meist nicht Sammler(die meiner Erfahrung nach nicht besonders(bis gar nicht) "Militärfixiert" sind!!)oder Anwender(Die wissen ohnehin wer was benutzt) sondern Wannabees aus allen Bereichen (erfolgreich)gelockt werden sollen schlichte Messer für teures Geld zu kaufen!

Militärfreaks, Computerspieler, Steven Seagal Fanslassen sich so locken und die interessiertesten bleiben hier hängen.
Ich kome zwar nicht aus so einer Ecke aber mich stört es auch nicht.

Zumindest wenn diese sich zu interessierten Anwendern/Sammlern mausern!!!!

Tactical als Bezeichnung oder PR Maßnahme finde ich lächerlich;
und noch viel schlimmer finde ich das viele dieser sogenannten Tactical Knives nicht mal im Kinderferienlager ihren Dienst verrichten könnten.

Aber von den wenigen wirklich ernstzunehmenden Herstellern bzw. Semi Customern wie Tops, Reeves, Busse, Mission und wenigen anderen, kamen brauchbare Entwicklungen und Ideen.

Ich finde Beschichtungen gut!
Fast alle der oben genannten Firmen verwenden Carbon oder Werkzeugstähle, die zwar leicht rosten mich aber aus vielen Gründen in der Anwendung überzeugen.
Ergo macht eine Beschichtung Sinn! Außerdem fallen mir nicht viele Farben ausser schwarz ein, pink oder gelb könnens ja wohl nicht sein!

Ich habe Tops, Busse und Cold Steel (alle Schwarz, logo), keine der Beschichtungen hat nach zig Anwendungen sichtbare Schäden!
Bei Satin oder(nicht sehr prakikabel) Hochglanz ist das Finisch kein Stück langlebiger.

Alle diese Messer lassen sich, nicht zuletzt wegen der Beschichtung, sehr leicht reinigen!
Wasser, Bürste, abtrocknen ein Tropfen Öl, zwei Minuten fertig.
Das gefällt mir, ich habe schließlich noch andere Schätzchen die viel Pfege brauchen.

Fazit:
Ich habe eine ganze Reihe sogenannter Tactical Knives.
In dieser Sparte gibt es sehr viel Schrott, Ich bin aber sowohl mit meinem MPK, mit den Tops, dem Busse und dem Reeves sehr zufrieden.
Alles ausgereifte Konzepte die sich nicht umsonst durchgesetzt haben.
Diese Messer sind schlicht und dafür sehr teuer aber die inneren Werte überzeugen.
Für gleiches Geld kriegt man auch Customs, aber für jemand der nach dem unzerstörbarem Messer sucht ist mirt diesen Spielzeugen bisher am besten geholfen.

Man muß selbst wissen ob einem als Sammler und Gelegenheitsanwender die "extra PS" das Geld wert sind.
Aber wenn ich nachts alleine im Wald steh fühle ich mit der inova auch besser als mit einer MIni Mag!

In diesem Sinne

WalterH
13.10.02, 18:40
Sehen wir's mal andersrum: Fuer mich zumindest ist "tactical look" ein Grund, ein Messer nicht zu kaufen.

Ich steh nicht drauf und seh auch keinen Grund warum ich so tun soll. Lieber ein Greiss als zehn Emersons ...

-Walter

tolegen
13.10.02, 18:54
Tactical ist kein Zusatz der mich vom kaufen abhalten würde und wenn ich sage das den Herstellern auch eingige gute Ideen gekommen sieht beziehe ich das eher auf die Fixed.
Ich bezweifele das ein teures Custom vom Gebrauchswert(und damit meine ich: schneiden, biegen und brechen bis zum Exitus) ein Busse oder Mission(A2 Natürlich) in den Schatten stellt.
Ausnahmen bestätigen ntürlich die Regel!

Herbert

Ich gebe Dir aber recht in bezug auf(fast) die gesamte Tactical Folder Schiene und besonders die Emersons!!

Ein Folder ist KEIN Kampfmesser! Leute wie Emerson vermitteln den Leuten nur das gefährliche Gefühl sich mit einem Emerson ein geeignetes Mittel zur Selbstverteidigung zugelegt zu hane.
Gerade bei Emerson ist es jedoch eher ein geeignetes Mittel zur Fingeramputation!

UND ich würde es nie übers Herz bringen ein Greiss in den Baum zu wérfen(ein Tops jedoch...)

Musashi:

Mit einem Brunton Helios jkann man sich ne Pfeife anzünden!

Gruß

mark23
13.10.02, 19:21
Hallo!

Also mein 'Hardanger' ist ja auch beschichtet. Schwarz. Aber nicht richtig 'matt' finde ich. Ich seh' es halt als eine technische Möglichkeit, zwei Parameter meines Messer, speziell der Klinge positiv zu beeinflussen: Korrosionsbeständigkeit und Reibung am/im/gegenüber dem Schnittgut.

Gruß

Mark23

Floppi
13.10.02, 19:36
Na, da sind doch schon interessante Dinge zusammengekommen.
Korrosionsschutz okay, Verminderung der Reibung - vorstellbar.

@Tolegen:

Außerdem fallen mir nicht viele Farben ausser schwarz ein, pink oder gelb könnens ja wohl nicht sein!
Bei den Bladeforums oder den Knivesforums (weiß es nicht mehr genau) hat mal jemand Messer mit 'ner pinken Beschichtung gepostet. Sah sehr interessant aus. :D :waaah: Vorteil: reflektiert nicht und bei Pink denkt man eher an 'n Barbie-Puppe als an ein Messer. :angst:

bigbore
13.10.02, 21:16
Sorry, aber meine Meinung:
Die ganze "Beschichtungs-stonewash-sandblast-kirschkern-hype" wurde IMO
von den Herstellern erfunden weil sie dadurch die Kosten für ein "anständiges" Klingenfinish sparen.


Aber, wers mog :irre:

zorro_43
13.10.02, 21:35
Man kann den Tactical-Stil aber auch als gegenbewegung zu dem Hirschhorn-Terror der Jagdmesserfraktion sehen und in dieser hinsicht hat das meiner Meinung nach schon eine Berechtigung.
Aber da sind wir schon wieder bei der Geschmacksfrage...

Zu der technischen Seite: Den Nutzen von nichtreflektierenden Klingen kann ich nicht nachvollziehen!
Beschichtungen können sicher Sinnvoll sein, aber warum nicht bunt?
Ansonsten sind so taktische spielereien oft ehr störend.
Z.B. übertriebene Parierstangen, Fingermulden, Subhilt-Griffe.

Zorro

itleiter
13.10.02, 21:52
Hallo ich habe mal irgendwo gelesen, dass die sogenannten Tactical Folder entstanden sind, weil man keine GIs mit Kampfmessern während des Golfkriegs in den Medien herumhüpfen haben wollte.

bigbore
13.10.02, 22:16
Original geschrieben von zorro_43
Man kann den Tactical-Stil aber auch als gegenbewegung zu dem Hirschhorn-Terror der Jagdmesserfraktion sehen und in dieser hinsicht hat das meiner Meinung nach schon eine Berechtigung.
Aber da sind wir schon wieder bei der Geschmacksfrage..

Zorro

@zorro_43: LOL!

Vor allem weil Geschmack halt (zumindest in meinem Fall) auch temporär bedingt ist,
aber momentan sehe ich mich vielleicht bereits als Gegenbewegung zur Tacticalfraktion ???







:cool:

sgian
13.10.02, 22:23
itleiter:
Diese Info könnte von mir stammen. Und ich habe sie aus einem irgendeinem US-Forum, wo genau dieselbe Frage ausführlich diskutiert wurde. Irgendwann meldete sich dann ein Golfkriegsveteran zu Wort und brachte diese Story vor. Da die Öffentlichkeit heutzutage nichts mehr über die Kriege der NATO erfährt und selbst die Sprache bewusst manipulativ eingesetzt wird (Brücken wurden im Golfkrieg nicht gesprengt sondern "niedergelegt" etc.), schien sie mir glaubwürdig zu sein.
Abgesehen davon ist das ganze sowieso ein ursprünglich amerikanisches Phänomen. Wenn man als Nation mit Sachen wie dem 11. September 2001 und wahnsinnigen Heckenschützen konfrontiert wird, entwickelt man eben ein starkes Selbstschutzbedürfnis. Und das beschränkt sich eben nicht nur auf Gasmasken in der Küche etc. Auch die Messer werden dann eben auf militärisch getrimmt. Das verleiht die Illusion des Schutzes vor bösen Mächten. :rolleyes:

Wisst ihr übrigens, warum ich die Tacticals den gewöhnlichen Jagdmessern vorziehe ? Die Chance, daß diese Dinger im Sinne von "Alarmstufe Rot" oder "Triple-X" eingesetzt werden, ist irgendwo im Promillebereich. Normalerweise laufen nur solche Schwachköpfe wie ich selbst damit durch die Gegend und passen auf, daß das teure MOD, Microtech oder was auch immer keinen Kratzer abbekommt. Gut eingeölt landet es abends wieder in der Vitrine. Und das ist auch gut so.

Mit den Jagdmessern wird ein armes Wildschwein oder Reh abgemurkst, das niemandem etwas zuleide getan hat.:mad: Und dieses "rote Handwerk" oder wie das im beschönigenden Jägerlatein immer heisst, lässt mich persönlich schaudern. Deswegen habe ich auch kein einziges Jagdmesser in meiner Sammlung !:angry:

HankEr
14.10.02, 06:55
Nunja, im militärischem Bereich versteht man unter taktischen Waffen ja ganz etwas anderes als wenn man dieses Wort im Bezug auf Messer marketingtechnisch einsetzt. Im Messerbereich geht die Sache ja eher in Richtung Straßenkampf und kleiner nicht-motorisierter Militärtrupps.

Gerade im zweiten Fall sind aber z.B. die gerne zu dieser Kategorie gelieferten Kydex-Scheiden in meinen Augen aber schon ein Punkt der dieses Marketing entlarvt. Kydex ist nun mal laut. Es ist laut wenn man das Messer zieht oder verstaut, es ist laut wenn man darauf fällt, es ist laut wenn man an einem Ast entlang streift, ....

Für ein Pirschunternehmen als schon mal denkbar ungeeignet.:argw:

Jobal
14.10.02, 08:02
Sgian

kein Jäger führt heute ein Messer um ein Stück Wild "abzumurksen", wie Du Dich ausdrückst. Es ist die absolute Ausnahme, daß auf der Jagd ein Tier mit einem Messer getötet wird!!! Ich persönlich habe das noch nie erlebt, dafür benutzt man Kurzwaffe o. Büchse.

Btw. ich führe z.B. auch ein sog. Tactical auf der Jagd (K-bar Impact, D2 Stahl, Spearpoint). Ist ja völlig schnuppe wozu die Hersteller das Messer anpreisen.

Gruß Jobal

thommios
14.10.02, 14:57
Holla, was ein kleiner Anfangsbeitrag doch sogleich an "Fronten" loseiert,schon interessant immer ! (hier: "Fraktion Nichtjäger-Jäger")

Nun wie auch immer,das KYDEX-Argument (gut dass es mal jemand anspricht, gedacht hab ich da auch oft dran aber vermutete immer noch irgendeinen "sinnvollen" Hintergrund bei diesen hässlich-klappernden Kydex-Scheiden !) ist kaum zu widerlegen: mit so einem Rappel-Teil wird kein "geheimer Dschungel-Söldner" lange unentdeckt bleiben,wohl wahr. Einfach Spielerei also !? Das wiederum sprächeja fast uneingeschränkt für das eingangs vermutete "tactical sells"-Argument. Man will schlichtweg jede Menge Käufer aus der rambo-disco-techno-moped-haudrauf-teenie-twen-nikejacken-Fraktion gewinnen. Die auch sonst jeden Sch... kaufen Hauptsache es ist grad mal "angesagt".

Gleichwohl, ohne "Militarist" oder "Kriegsverherrlicher" auch nur im mindesten selbst zu sein: mich faszinieren Dinge (Uhren,Messer,Tabakspfeifen) fast immer hauptsächlich unter ÄSTHETISCHEN Gesichtspunkten: und es GIBT wirklich einige "Tacticals" die mir einfach richtig gut gefallen, mich sofort ansprechen sowohl von der Optik als auch vom taktilen (d.h. beim "ANFASSEN" !!). So ein "Ding" möchte man dann besitzen, fertig. Ohne damit eine Wildsau oder sonstwas penetrieren zu wollen.
Ich mag z.B. das tactical knife "P 99" von WALTHER irgendwie total gern. Völlig unabhängig übrigens von seiner Qualität (die ich gar nicht so recht einschätzen kann) halt ichs gern mal nur so in der Hand.
Wäre wohl ürigens für "lautlose Pirsch unter verschärften Gefechtsbedingungen" oder derlei Spielchen ob seines lauten "ritschratsch" beim Aufreissen des Klettverschlusses auch NICHT gerade eben geeignet....:steirer: :steirer: :steirer:

[HankEr: aus zwei mach eins]

Tan-Kri-Thrower
14.10.02, 15:18
Ja, "Tactical" sells! Es giebt viele Messerkäufer, die sich von irgendeiner Bezeichnung beeinflussen lassen... egal was das fürn Schrott ist. Mir persönlich gefallen auch einige dieser Modelle, aber hauptsächlich feststehende Messer. Der Begriff tactical kommt nach meinen Beobachtungen oft bei Foldern vor. Dort wird dann noch irgendeine Spezialeinheit genannt, die das Teil angeblich haben soll. Nur kann ich mir schlecht vorstellen, dass Spezialeinheiten ein Folder brauchen :rolleyes:

mark23
14.10.02, 15:42
Hallo Bigbore!

Frag doch mal den Jürgen Schanz nach seiner Meinung, ob man bei einer Beschichtung so einfach auf ein mindestens gutes "Klingenfinish" verzichten kann ... durch die Beschichtung kommt ein schlechtes Finish so richtig gut zur Geltung ...

Gruß

Mark23

Rage
14.10.02, 16:50
Ich hab das Fällkniven S1 gekauft weil ich ein robustes Messer für Outdoor-Aktivitäten gesucht habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht was "Tactical Knives" sind. Ich habs mir einfach gekauft weil es mir gefallen hat und ich es für tauglich hielt.
Klingenbeschichtungen brauch ich nicht. Wie schon angesprochen, ne schwarze Klinge findet man eben schlecht auf dunklem Waldboden. Und verstecken will ich mich auch nicht.
Kydexscheiden find ich sehr praktisch, da sie sehr robust und pflegeleicht sind. Das Klappern stört mich nicht, da ich nicht unentdeckt reisen will.
Das aggressive Aussehen mancher Tacticals ist sicher ein Grund für die hohe Nachfrage.(muss jetzt aber nicht heissen, dass auch deren Besitzer aggressiv sind;) )
Wems gefällt solls kaufen, die anderen lassens bleiben.
Mir gefallen Tacticals, aber nicht nur.

El Dirko
14.10.02, 18:40
Zu farbigen Beschichtungen: Ich glaube das hier der Markt einfach noch nicht die Potentiale von Bunten Geschichtungen erkannt hat.
Ich würde ein Messer mit z.B. einer gelb rot gemusterten Klingenbeschichtung zulegen. Darf auch ruhig knallig bunt sein. Dann findet man das Messer besser wieder, und toll ausehen kann das doch auch. Stellt euch mal vor die Killer Bine von Busse würde die Farbgebung des Griffes in der Klinge fortsetzen. :D

Das Tactical gehabe wird meines Erachtens zu hoch gehängt, ist halt eine typische Marketing-Masche. Mir gefällt allerdings oft das Aussehen von sogenannten tactical Messern.
Gruß
El

PS: Das mit den Kletverschlüssen finde ich auch merkwürdig, haben die nicht früher sogar aus Reisverschlüsse zu Gunzten von Knöpfen verzichtet wegen der Geräuchentwicklung?

sgian
14.10.02, 19:43
Nun, eine Lanze möchte ich doch noch für meine geliebten "Tactical Folder" brechen:
Hochwertige Modelle verfügen über sehr stabile Verriegelungsmechanismen und Klingen, die auch Querbelastungen wegstecken. Vielleicht auch noch über einen integrierten Schlagdorn zum Einschlagen von Fenstern. Bestes und leider auch eines der teuersten Beispiele ist mein MOD CQD Duane Dieter Mark I. Ein echtes SWAT-Messer für "high risk environments" !

Und auch preisgünstigere Modelle können gut als Notwerkzeug eingesetzt werden, wenn sie über die moderne Tanto-Klingenform verfügen, die ja im Tactical-Bereich so beliebt ist. Die Klingenspitze bricht nicht so leicht ab wie z.B. eine Hechtklinge beim Mißbrauch als Werkzeug zum Einschlagen, Aufhebeln, Auskratzen oder was auch immer.

Im US-Fernsehen schilderte ein Gebäudereiniger, wie er nach dem Anschlag am 11.09.2001 im Fahrstuhl des World Trade Centers festsaß. Die Insassen bekamen die Fahrstuhltüren aufgestemmt und sahen auf eine Wand aus Rehgips. Nach seiner Aussage hatte niemand ein Messer oder Gerber-Tool etc. dabei. Mit irgendeinem Metallwerkzeug aus seiner Fensterputzerausrüstung kratzte er ein Loch in die Wand, durch das alle Insassen lebend entkamen. Ohne ein derartiges Werkzeug wären sie jetzt Geschichte.
Brennende Gebäude und verklemmte Autowracks etc. gibt es auch reichlich ohne Terrorismus. Gewaltkriminelle leider auch ! Und mit einem hochwertigen Tactical Folder und einem leistungsstarken Handy verbessert man seine Chancen in "high risk environments" nicht unwesentlich. Zumal beides bequem und unauffällig mitgeführt werden kann. :super:
Das Gefühl vorbereitet zu sein, stärkt das eigene Selbstvertrauen und lässt einen nicht ganz so schnell den Kopf verlieren. Und mentale Stärke ist in jeder gefährlichen Situation überlebenswichtig !

Die alten Indianer hatten ihren Medizinbeutel - ich habe mein Messer !
:p

sgian
14.10.02, 19:56
Bei dieser Gelegenheit eine Frage:
Hat einer von euch eines der CRKT Feuerwehrmesser aus dem neuen Boeker-Katalog, Seite VI ? Wie sind die denn so ? Ein Feuerwehrmesser kann man seiner Umwelt doch leichter als Rettungsmesser verkaufen als eine martialisch anmutende Version.;)

TacHead
15.10.02, 09:03
Ist reines Marketing. Ich kann die gleiche (gute) Konstruktion auch in anderer Optik verkaufen, aber nicht zum gleichen Preis und zu gleichen Stückzahlen. Die einen stehen auf das schlicht-funktionalistische bis aggressive Design, die anderen brauchen die eingebildete Nähe zu SpecialForces/Militär/Polizei blabla - wie gut letzteres bei manchen Persönlichkeiten funktioniert sieht man ja oben ganz gut :fack:

donkohleohne
24.10.02, 16:01
Hab hier einen Link der mir passend erscheint.

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/12221/1.html

Männer kokettieren halt gern mit diesen Klischees (keine Angst, bin selber einer :D )

Ich finde auch, dass "militärische Produkte" oft gute Eigenschaften haben.
Aber andererseits komm ich mir komisch vor, wenn ich mir z.B. mal meinen Cold Steel "Urban Skinner" (wie Peacekeeper, aber kleiner und nur einschneidig) umschnalle, weils eben doch ursprünglich ne recht eindeutige Verwendung hat, das Ding.
Ist aber eben ein wunderbar kurzes, festes Messer von guter Qualität.

Neulich war ich z.B. im Waffengeschäft meines Vertrauens anwesend, als ein junger Mann (keine Angst, bin selber einer :D ) ein schwarzes Applegate (fest) erworben hat.
Der konnte aber kaum artikulieren, was er wollte, will sagen, er wirke einfach sehr unreif/unsicher.
Da fragt man sich dann, was dass soll & was er damit will - wahrscheinlich zuhause angucken, während man Actionfilme guckt. Is ja auch legitim...
Dabei kann ich die Faszination für die Dinger durchaus nachvollziehen!

DAHER:

Question:
What separates the men from the boys?

Answer:
1)Hirschhorn! :fack:
.
.
.
bitte vervollständigen...

sharky
24.10.02, 18:03
Original geschrieben von donkohleohne
Question: What separates the men from the boys?Definitiv der Preis für Ihre Spielzeuge ... :D

Nidan
24.10.02, 18:32
Hi donkohleohne, vielen Dank für dein Post, jetzt weiß ich endlich wer die AFs kauft und wozu die gut sind :D Übrigens ich hab selber eines, nur wär ich meines schon lange gerne los ;)

Zum Thema an und für sich : Mir ist es eigentlich piepegal ob irgndwas tactical ist solange es mir gefällt oder praktsich erscheint. Und das können so ganz unterschiedliche Sachen sein, wie ein CRKT M16-04, mein schöner Damast Sgian Dubh von Guenter, mein Dell-Hunter, meine MTs , meine Battle-Rat, mein buntes Khershaw Boa ........

Und was die Umwelt angeht : Also ich find es schleimig sich ein auf Feuerwehr getrimmtes Messer kaufen zu wollen, nur weil dann die Umwelt vielleicht nicht gleich schnallt zu was man es in Wirklichkeit benutzen will :fack:

Ich trag die Messer die mir Spaß machen, und die Leute die mich kennen wissen, daß ich auch mit einem ein wenig martialisch auschauendem gerät nicht gleich zum Amok-Läufer mutiere. Und Leuten die ich nicht kenn fuchtel ich eh nicht mit der Klinge vor der Nase rum :D

@ Sharky : Die Antwort ist absolut korrekt ! Und ich trau keinem Mann der nicht irgendwo noch Kind geblieben ist, das sind dann keine Männer sondern höchstens Mumien :steirer:

donkohleohne
24.10.02, 22:41
Original geschrieben von Nidan
..., nur wär ich meines schln lnage gerne los ;)


Dumme Frage (aber ernstgemeint, nicht böse sein :hmpf: ) :
soll dass heissen:
1) ...schon lange...
2) ...scheiss Image...

würde in diesem Kontext ja u.U. beides passen .
Wenn Fall 1): will das keiner haben, oder wie :staaun:

Gruss
donkohleohne

Nidan
25.10.02, 07:29
Gut daß du mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hast, Donkohleohne.
Man sollte halt wenigstens Korrektur lesen, wenn man schon so schnell (und falsch) auf der Tastatur rumstochert wie ich ;)

Heißen soll es "schon lange" (und so stehts jetzt da auch) :D

Jo ich hätt das AF wirklich gerne los, aber nicht aus Image-Gründen, sondern weil es einfach unpraktisch ist und mich nervt. Leider hatte es aber von Anfang an, so einen blöden Streifen in der Beschichtung und da wirds halt dann schwer.

Also wenn`s einer will, keine Hemmungen ;)

TacHead
25.10.02, 08:46
"Big boys need pointy toys" :steirer:

Das mit den "Feuerwehr"-Messern ist übrigens pc-induzierte schizoide Heuchelei gröbsten Grades: die Bezeichnung dient rein der "zivilen" Vermarktung, Zweck und Design ist exakt identisch mit den Mil/LE-Versionen. Der Griff hat lediglich 'ne andere Farbe... :finger:
Ist ja klar wer auf so was abgeht. :glgl:

lohmy
25.10.02, 14:08
Wie so viele Dinge, lässt sich auch dieses Thema nicht so einfach pauschalieren. Ich möchte da mal einen design-theoretischen Aspekt einwerfen. Ich hoffe, es wird nicht zu theoretisch.

Im Design spricht man von der sogenannten Formsprache. Das ist das, was Dir ein Gegenstand -also auch ein Messer- aufgrund seiner Materialität und formalen Gestaltung über sich "erzählt". Ja, es ist richtig: Haptik und Form erzählen Bände. Betrachtet bzw. befingert man ein Messer, werden sogenannte Anzeichen- und Symbolfunktionen kommuniziert. Das kann von recht offensichtlich bis sehr subtil erfolgen. Doch was sind diese Anzeichen- und Symbolfunktionen? Per Definition sind Anzeichenfunktionen formale Ausprägungen, die die praktische Nutzung eines Gegenstandes unterstützen bzw. Hinweise für dessen Nutzung vermitteln. Die Riffelung der Daumenauflage verhindert z.B., dass der Daumen abrutscht. Die Nutzung wird dadurch de facto sicherer. Die Riffelung gibt aber auch den ganz konkreten Hinweis: "Du kannst hier Deinen Daumen drauf stützen. Tu's verdam.. noch mal!" So ungefähr spräche das Messer, wenn es denn könnte.

Diese Daumenauflage vermittelt aber durch ihre Symbolfunktion noch mehr. Symbolfunktionen geben keine direkte Handlungsanweisung sondern weisen über den konkreten Kontext hinaus. Das heißt, sie wecken Assoziationen, die mit der aktuellen Situation nichts zu tun haben müssen. Der hübsche Stein, den Ihr im Urlaub gefunden habt, liegt auf Eurem Schreibtisch. Er gibt bestimmt nicht die Handlungsanweisung "Schmeiß mich in die nächste Fensterscheibe!" Nein, er vermittelt Euch die Assoziation an den letzten Urlaub. Zurück zur Daumenauflage. Sie vermittelt die Assoziation von Stabilität und Robustheit. Eigenschaften, die gegeben sein müssen, wenn man mit einem Messer kraftvoll arbeitet. Diese positive "message" wird sehr subtil rübergebracht. Sie funktioniert, weil wir in unserem Kulturkreis eine gemeinsame Erfahrungsbasis haben, die uns das verstehen lässt. Aber funktioniert das auch genauso in anderen Kulturen. Vermutlich nicht.

Diese Symbolfunktionen werden von Designern gezielt -auch als Kaufanreiz- eingesetzt! Wenn sie mit der Nutzbarkeit des Gegenstandes konform gehen, das Messer also das hält, was es verspricht, ist das ok. Aber stellt Euch ein "tactical" vor, das beim einfachen Schnitzen abbricht. Ihr würdet Euch verars... vorkommen. Und das zurecht. In den 70ern gab es mal einen Trend, jedes billige Transistorradio wie einen militärischen Weltempfänger aussehen zu lassen. Die verkauften sich anfangs auch recht gut; bis jemand so ein Ding wie ein militärisches Gerät genutzt hat. Den Regen konnte es nicht ab. Das Ding war platt und der Kunde sauer. So darf man also mit Symbolfunktionen nicht umgehen.

Über die Formsprache der verschiedensten Messer ließe sich stundenlang diskutieren. Z.B. das Griffmaterial... Schluss!!!

Ich hoffe, dass Eure Tacticals nicht nur "symbolisieren", sie seien für den harten Einsatz.

By the way, ich find tacticals auch sehr interessant.

El Dirko
25.10.02, 14:28
:super: Mehr davon Lohmy.
Gruß
El

TacHead
25.10.02, 15:04
Original geschrieben von lohmy
Diese positive "message" wird sehr subtil rübergebracht. Sie funktioniert, weil wir in unserem Kulturkreis eine gemeinsame Erfahrungsbasis haben, die uns das verstehen lässt. Aber funktioniert das auch genauso in anderen Kulturen. Vermutlich nicht.


Klasse Beitrag lohmy - und überhaupt nicht zu theoretisch, eher genau das, was in vielen Diskussionen als Hintergrund fehlt. :super:

Mein Einwand gegen obiges Zitat zielt lediglich darauf, dass offensichtlich auch innerhalb des gleichen Kulturkreises der Erfahrungsschatz, der die individuelle Reaktion auf einzelne Elemente der Formsprache bedingt, keineswegs einheitlich ist - Quelle vieler Miss- und Unverständnisse, gerade was Messer betrifft.

Gruß,
Marko

Jubei
25.10.02, 15:54
ich schließe mich hier TacHead an, super Beitrag lohmy, gerne mehr davon = )

Nidan
25.10.02, 16:18
Da kann ich den Vorschreibern nur beipflichten, lohmy ! Ein sehr informatives Post und noch dazu klasse geschrieben :super: Da kommt schon rüber, daß du was von dem verstehst über das du schreibst, ich würde gern noch viel mehr zum Thema Messer und Design von dir lesen :anbet:

lohmy
25.10.02, 18:32
Es freut mich, dass meine kurze Betrachtung Euch nicht gelangweilt hat. Als Designer schaue ich mir eben auch Messer manchmal aus einer design-wissenschaftlichen Perspektive an. Das hat leider manchmal den Effekt, dass ein Messer, das mir erst gefiel, auf den zweiten Blick nicht mehr so toll ist. Ist Euch das auch schon so gegangen? Vielleicht sollten wir einen neuen Thread aufmachen, sonst kommen wir total OT.

Dennoch noch ganz kurz:

Für die "Enttäuschung des zweiten Blickes" (das ist kein terminus technicus, das ist lohmy's verbal-bullsh..) gibt es mehrere Gründe. Häufig ist es einfach so, dass mit Symbolfunktionen zu offensichtlich rumgeramscht wird: Ein bestimmtes Klischee soll um Biegen und Brechen aufgebaut werden. Wenn dann noch Handhabungsaspekte wie Griffigkeit oder Stabilität vernachlässigt werden, wende ich mich nur noch angeekelt ab.

Ein Messer hat mich aufgrund seiner Handlungs-Nutzungs-Ästhetik zu überzeugen. Ein äußerlich hässliches Messer (nach meiner Einschätzung) kann mich im Gebrauch überzeugen. Das mag auch der Grund dafür sein, dass ich nicht allzuviel von Fantasy-Messern halte. Zuviel Herr der Ringe, zuwenig Praxistauglichkeit.

Lasst uns sonst morgen mal nen Thread aufmachen: "Formsprache des Messers unter genauerer Betrachtung der Anzeichen- und Symbolfunktionen" oder so...

Jetzt noch mal zum Thema:

Floppi, Deine Frage ist sehr interessant. Ich bin der festen Überzeugung, dass tactical oder vermeintliches tactical auch bewusst zur Verkaufsförderung eingesetzt wird. Damit meine ich sowohl "taktische" Designansätze als auch bloße Marketingsprüche, wie hier im Thread ja auch schon dargestellt worden ist. Das kann ich nicht gutheißen.

Ganz unbenommen sind davon wirkliche Innovationen, die mit der Entwicklung neuer Materialien (G10, Micarta, neue Stähle...), neuer Mechaniken (die verschiedenen Locks) und neuer Klingenformen (ok, es muss nicht Tanto sein) den Markt durchaus bereichert haben. Messer sind vielfältiger geworden. Und das liegt, so glaube ich, in unser aller Interesse.

Bis denne,
lohmy

El Dirko
25.10.02, 22:16
WoW, das klingt super Lomy.
Mir fallen auch gleich haufenweise Fragen ein, z.B. warum zu bestimmten Messer so gespaltene Ansichten existieren. :D
Einiges davon kann ich mir selber erklären (z.B. Extremes Aussehen spaltet eher als bewährte/bekannte Elemente im Aussehen.), aber ich schätze mal das noch mehr dahinter ist.

Ein interessantes Phänomen, ähnlich der Entäuchung auf den zweiten Blick.
Viele Messer (oder anderes) verliert mit der Zeit des Besitzes an Reiz, andere gewinnen mit der Zeit immer mehr an Sympathie. (Ich meine jetzt ohne einen Emotionalen Aspekt in dem Sinne gemeinsamer Erlebnisse, also z.B. bei Vitrienen-Messer.)

Mein Eindruck ist das ein einfaches schnörkeloses/funktionales Aussehen im Laufe der Zeit meine Sympathy weckt, wogegen mich die Extremen designs im Laufe der Zeit eher langweilen auch wenn die Versprechen die diese suggerieren gehalten werden (z.b. der Dieter von MOD super Teil aber wenn man ihn einmal komplett erfaßt hat ist der Anfangsreiz nicht mehr da). Ein Faktor könnte dabei sein das im Laufe der Zeit die "Echten" Werte in den Fordergrund treten und der Disignaspeckt immer unwichtiger wird. Oder positiv formuliert, das gut disignte Messer offenbart sofort all seine Vorzüge, werend man bei dem einfachen erst nach und nach dessen Quallität entdeckt.

Ich freue mich schon auf den Thread.
Gruß
El

lohmy
26.10.02, 01:38
Bevor ich gleich einen neuen thread eröffne, hier noch ein paar direkte Antworten:

@TacHead - Dein Einwand ist vollkommen berechtigt. Selbst innerhalb eines Kulturkreises kann es zu Missverständnissen kommen. Der Kulturkreis ist da wahrscheinlich von mir ein bisschen weit gespannt worden. Vielleicht sollte ich den Kreis gemeinsamer Erfahrungen hinsichtlich der Handhabung und Nutzung von Messern auf dieses Forum einschränken ;-) Scherz beiseite, der Einsatz von Symbolfunktionen ist riskant. Es kann super funktionieren, aber auch kräftig nach hinten losgehen. Aber solange oliv-grün mit Militär und Militär mit Abenteuer und Stärke assoziiert wird, werden wir diesen trend erdulden müssen. Ärgerlich sind bloß diese Hallers für EUR 15,-, die sich jeder Reeperbahn-Möchtegern-Held kauft und damit auch noch Unsinn treibt. @Floppi, das sind die negativen Auswirkungen des Tactical-Trends. Das wird sich aber geben.

@El Dirko - Du hast die "Enttäuschung des zweiten Blicks" also auch schon erlebt. Jetzt muss ich mich outen: Ich hab bei MOD nachgeschaut, aber den Dieter nicht gefunden. Welches Modell meinst Du genau? In Deiner Antwort beschreibst Du eine eine Antinomie zwischen den "echten Werten" und den Designaspekten. Diese Antinomie besteht nicht! Lass uns aber darüber in einem neuen thread diskutieren.

@Floppi - ich bin Dir dankbar, dass Du diese super interessante Frage gestellt hast.

P.S.: Ich werde den neuen Thread gleich hier posten.

Hier isser: Formsprache... (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=9039)

beagleboy
27.10.02, 01:39
@ lohmy:
HIER (http://www.mastersofdefense.com/store/store.php?c=folder&p=70) findest Du den "Dieter" (falls nicht schon selbst gefunden).

thommios
27.10.02, 09:31
Recht interessante Besprechung hier, obschon natürlich auch fast rein "akademisch",aber ok, wenn man die ZEIT über hat, schmunzel !

LOHMY hat da etliche sehr gute Ideen/Anregungen gegeben, über MESSER (aber natürlich auch parallel über vieles Andere, "alles hängt mit allem zusammen" and so on) nachzudenken.

Hab mich daraufhin gestern mal mit einem Bowie-Messer und einem Whisky in meinen Lehnstuhl gesetzt (allein was beim HÖREN dieser ganzen Begriffe an Symbolik mitschwingt und zumindest bei mir an Hochgefühlen auslöst,ist unglaublich !) und einmal mehr festgestellt,dass es natürlich ein ganzes BÜNDEL von Einflüssen/Kriterien/Motiven/Gefühlen ist,welches den dringenden WUNSCH erzeugt dann vielleicht , ein DING haben/"besitzen" zu wollen.(Ist übrigens vom bekannten "Don Juanismus" des Erotiklebens nicht weit entfernt,auch dieser Typus will "haben/um des Habens willen", aber während der "Eroberer/Schürzenjäger" oder wie auch immer fast stets NACH gehabtem "Genuss" der neuen "Dame" ein schales und ödes feeling bekommt und oft sogar angeekelt ist von IHR und seinem eignen Begehren, kann mich z.B. ein schönes Messer/eine tolle Uhr oder derlei praktisch UNVERBRAUCHBAR immer wieder NEU erfreuen ! Brauchs nur zur Hand zu nehmen resp. die Uhr ANZULEGEN, den kalten Stahl zu spüren usw., dann kreisen SOFORT die Glückshormone grammweise durch meinen Balg)

Und solche Dinge können dann, eben WEIL so viel "mitschwingt" (z.B. jungenhafte JUGENDerinerungen/Träume, "Abentuerlust","Wunschdenken","Allmachtsgefühle","generelles ästhetisch determiniertes Kribbeln" usw. usw.) herrliches Wohlbefinden erzeugen (zumindest in mir).

NATÜRLICH hat das oft auch `was eindeutig phasenweise "Infantiles", eine Art "heile Welt"-Syndrom, so das "uterale Ich-will-mich-wohlfühlen"-Ding.

Steht bei mir oft sogar eben deswegen auf tönernen Füssen,dieses "feeling": das merk ich immer dann, wenn die HARMONIE plötzlich "flöten" geht, beispielsweise weil ich einen fiesen Kratzer auf dem finish des MESSERS/der UHR usw. entdecke oder so ! Kein Witz. Für Aussenstehende dann oft völlig nicht-nachvollziehbar ("Was regste dich so auf, is` doch bloss ein DING !") raste ich dann förmlich aus, weil MEIN heiles Bild, mein Wunsch nach unberührbarer PERFEKTION nicht erfüllt wird. Sicher Zeichen von gewisser "Unreife" dann, klar,aber auch "Harmoniesucht". Arbeite seit Jahren aber dran, kriegs immer besser "in den Griff",ist aber NIE in Gänze "heilbar".

Ich hab nachgedacht, ich wäre rein VERBAL nicht in der Lage,z.B.ein MESSER welches mich fast zu 100 % anspricht zu "beschreiben". Es ist alles zu diffus. Selbst eine Skizze reicht irgendwie nicht aus, obwohl ich ganz ordentlich "zeichnen" kann. Nee nee, die eigentliche SUBSTANZ des Ganzen, der "Gral", Stein der Weisen,oder sonstwas, "schwingt" irgendwie mit und ist fast nicht "greifbar".

Das merk ich z.B. dann,wenn 2 Dinge ÄUSSERLICH nahezu "gleich/identisch" sind (Formgebung, Materialen zumindest vergleichbar usw.) und DOCH hat das EINE Ding das "gewisse Etwas", das andere dagegen wirkt vergleichsweise "entseelt".
bon, mach mal pause,
Tom :steirer:

sgian
21.11.02, 18:02
Ich habe das CRKT M16-14 Fire Department soeben von Wolfster's bekommen. Letzten Montag bestellt, am Mittwoch erster Zustellversuch. 83 Euro plus 1,75 Euro Nachnahmegebühr. 4 Messerkataloge waren auch noch kostenlos beigefügt. Vielen Dank dafür !

Das Messer selbst ist ein feines Teil. An seinem Clip verschwindet es fast in der Hosentasche und fällt trotz seiner roten Griffschalen nur wenig auf. Sehr scharfe 10-cm-Klinge mit Sägezahnung !
Als Schmankerl legt CRKT dem Messer ein rotes Aufnähwappen für die Jacke mit der Aufschrift " 1 *" bei (Bedeutung: "only one ass to risk").
Dieser zusätzliche Sicherungshebel und der stabile Liner vermitteln ein sicheres Gefühl. Die G10-Griffschalen sind ziemlich rutschfest.
Und das Feuerwehrimage für "high risk environments" ist den "sheeple" einfach besser zu erklären als "böse" und militärisch aussehende Versionen desselben Typs ! Wer wollte als Junge schließlich nicht schon 'mal irgendwann zur Feuerwehr gehen ?:super: