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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blackie-Collins Kunststoff-Folder aus USA



sgian
11.10.02, 21:17
So, hier ist nun der versprochene Kurztest des "Blackie Collins Letter Opener", der in einem neuen Thread stattfinden muß. Der originale Thread "Kunststoff-Folder aus den USA" in der Rubrik "Allgemeine Diskussion" wurde von HankER geschlossen.

Getestet wurde das Messer sowohl in der Version "plain" wie auch in "serrated" (Sägezahnung). Der Hersteller Lippman Enterprises bietet das Messer auf seiner site http://www.lippman-enterprises.com für 12,50 US-Dollars plus Versandkosten an und hat auf meine Email vorbildlich schnell reagiert. Vermutlich sucht er nach Vertriebsmöglichkeiten in Europa. Ich habe für beide Messer zusammen 20 US-Dollars plus 12,50 US-Dollars Versandkosten , also insgesamt 32,50 US-Dollars per Kreditkarte bezahlt.

Das Messer ist die Kunststoffnachbildung des "Blackie Collins Speedster SR", das in USA für ca. 30 US-Dollars erhältlich ist. Auf der homepage des Herstellers wird dieser angebliche "Brieföffner" aus Kunststoff auch als für Selbstverteidigungszwecke geeignet beworben. Rein optisch werden die meisten Laien in Sachen Messer dieses Teil für ein "echtes" Messer mit mattierter Klinge halten.

Die Verarbeitung ist gut. Wenn einer der beidseitig montierten Öffnungspins herausgeschoben wird, lässt eine Feder die Klinge aufspringen und sicher einrasten. Mit diesem Verfahren sollen die für Springmesser existierenden Verbote in vielen Staaten umgangen werden. Drückt man den in der linken Griffseite vorne eingelassenen Knopf, lösst sich die Klingenarretierung wieder. Zur Prüfung der Arretierung habe ich die beiden Verfahren aus dem Sonderheft "Visier Special Taschenmesser Nr. 23" angewendet:

Spine-Whack-Test:
Ein dutzend Schläge auf den Klingenrücken, nach denen mir selbst die Hand leicht schmerzte, hielt die Klingenarretierung aus. Das dürfte dann wohl auch für das Original aus 440er Stahl mit Griffstücken aus Fiberresin gelten.

White-Knuckle-Test:
Der Messergriff wird in der Hand gequetscht und gewunden, um Querbelastungen der Verriegelung zu simulieren. Wie nicht anders zu erwarten, klappte die Klinge des Kunststoffmessers hierbei ein. Bei diesem Material war aber auch nichts anderes zu erwarten. Der Griff des Originalmessers mit Metallklinge dürfte stabiler sein.

Schneidleistung:
Das war nun der entscheidende Punkt des Tests. Von "rasiermesserscharf" konnte jedoch keine Rede sein. Weder bei simplem Papier noch bei der recht stabilen Kartonverpackung der US-Post zeigte die "plain"-Version nennenswerte Schnittleistung. Das Modell mit Sägezahnung schnitt erwartungsgemäß wesentlich besser ab, aber nach einem halben Dutzend kräftiger Hiebe in die Kartonkanten war das auch vorbei. Das zum Vergleich herangezogene AF II-Kampfmesser von Boeker zeigte bei demselben kräftigen Hieb eine respektable Schnittleistung, was auch auf dessen Gewicht mit zurückzuführen sein dürfte. Mit Abstand am besten schlug sich mein "Night Force", plain, von "Cold Steel" in dieser Viererrunde.
Die Stichwirkung war durchaus überzeugend, was bei der spitzen, aggressiv aussehenden Klinge auch nicht anders zu erwarten war.

Tragekomfort:
Dank Trageclip und aufgrund des federleichten Gewichts spürt man das Messer kaum. Der schwarze Trageclip zeichnet sich auf dunklen Hosen auch kaum ab. In die Hosentasche eingeclippt zeigt die Klinge des zusammengeklappten Messers nach unten.

Einsatzmöglichkeiten:
Als Werkzeugmesser ist die Schnittleistung viel zu gering. Allerdings ist der Kunststoff-Tanto von "Cold Steel" im Vergleich auch nicht besser. Für einen Brieföffner wird es reichen, aber dieser Verwendungszweck ist meines Erachtens lediglich vorgeschoben.

Speziell bei etwas reduzierter Beleuchtung wirkt das Baby wie ein "echtes" Messer mit Metallklinge. Das Schnappgeräusch der aufspringenden Klinge wirkt auf den Betrachter bedrohlich. Mit beiden Händen und gedrücktem Arretierungsknopf kann man das Messer allerdings auch sehr leise öffnen, so daß anschließend ein verdeckter Messerangriff möglich wird. Womit wir beim eigentlichen Verwendungszweck angelangt wären:

Es handelt sich um eine nicht ortbare Billig-Stichwaffe, mit der man sensible Opfer auch einschüchtern kann. Für den Einsatz bei einer Flugzeugentführung oder als "Diskobewaffnung" sehr gut geeignet. Die Sticheigenschaften sind aufgrund der Klingenform um einiges besser als bei einem Metall-Kugelschreiber. Dafür löst dieser bei seiner Entdeckung durch Sicherheitspersonal keinen Alarm aus. Dieses Baby hier mit Sicherheit schon. Allerdings setzt dies ein einigermaßen gründliches Abtasten von Person und ggf. Handgepäck voraus. Metalldetektoren bieten keinen Schutz gegen diesen Folder.

Als Sammlerobjekt sollte man so ein Exemplar in seiner Vitrine haben, um bei dem Thema mitreden zu können. Als Waffe käme es vielleicht für eine Frau in Betracht. Das Messer ist federleicht, sticht ziemlich böse in irgendwelche Weichteile und sieht auch abschreckend-bedrohlich aus. Wenn ihr allerdings in einer Sicherheitszone (Flugzeug, gesichertes Gebäude etc.) damit erwischt werdet, garantiere ich euch eine sehr intensive und unangenehme Personenkontrolle. :D

http://www.aermeldolch.com/collins.jpeg

xray
11.10.02, 21:31
Original geschrieben von sgian
Womit wir beim eigentlichen Verwendungszweck angelangt wären:

Es handelt sich um eine nicht ortbare Billig-Stichwaffe, mit der man sensible Opfer auch einschüchtern kann. Für den Einsatz bei einer Flugzeugentführung oder als "Diskobewaffnung" sehr gut geeignet. Die Sticheigenschaften sind aufgrund der Klingenform um einiges besser als bei einem Metall-Kugelschreiber. Dafür löst dieser bei seiner Entdeckung durch Sicherheitspersonal keinen Alarm aus. Dieses Baby hier mit Sicherheit schon. Allerdings setzt dies ein einigermaßen gründliches Abtasten von Person und ggf. Handgepäck voraus. Metalldetektoren bieten keinen Schutz gegen diesen Folder.

Als Sammlerobjekt sollte man so ein Exemplar in seiner Vitrine haben, um bei dem Thema mitreden zu können. Als Waffe käme es vielleicht für eine Frau in Betracht. Das Messer ist federleicht, sticht ziemlich böse in irgendwelche Weichteile und sieht auch abschreckend-bedrohlich aus. Wenn ihr allerdings in einer Sicherheitszone (Flugzeug, gesichertes Gebäude etc.) damit erwischt werdet, garantiere ich euch eine sehr intensive und unangenehme Personenkontrolle. :D

was für ein vorbildlicher hinweis! Danke! :super:

....

:rolleyes: :rolleyes: :boes:

mfG
Flavio

sgian
11.10.02, 21:44
--quote:
was für ein vorbildlicher hinweis! Danke!
-------------
Das will ich meinen ! Wenn irgendein Security-Mensch jetzt noch glauben sollte, daß er sich auf einen Detektortest ohne Abtasten verlassen kann, wird er hoffentlich eines besseren belehrt ! Und die typische Kundschaft dieses Babies benötigt meine Hinweise nicht.

HankEr
11.10.02, 22:11
Der ursprüngliche --- aus dem Ruder gelaufene --- Thread war dieser hier -> Kunststoff Folder aus den USA? (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=8593)

crashlander
12.10.02, 08:47
Danke für den Bericht.

Das Messer würde mich auch reizen, jedoch nur wegen dem "Gag-Faktor". Ist einfach mal was Neues. Das Design (auch des Originals) gefällt mir nicht besonders.
Ist das Messer wirklich nicht ortbar? Wie siehts denn mit Metallfeder oder-pins aus? Wäre mal interessant das zu testen (fragt sich bloß wo und wie :lechz: )

Etwas bedenklich finde ich den Sinn eines solchen Messers. Kann ja eigentlich wirlich nur das verborgene Tragen ohne die Gefahr einer Entdeckung sein. Die Leichtigkeit eines Kunststoffmessers als Argument, es als Frauenmesser oder einfach nur zum komfortablem Tragen zu verwenden, hat für mich persönlich keine Überzeugungskraft. Ein Spyderco Endura z. B. hat eine wirlich große (VG-10!) Klinge und ist ebenfalls sehr leicht. Und es hat durch den schwarzen FRN-Griff und den geschwärzten Clip ebenfalls einen guten Tarnfaktor in dunklen Hosen.

sgian
12.10.02, 08:54
Es ist 100% antimagnetisch laut Hersteller und hat "Beryllium copper springs", was immer das sein mag. Die Frage ist wohl, ob das Baby elektrisch leitfähig ist, so daß hochwertige Detektoren es erkennen können.
Falls ein Forumsmitglied Zugang zu hochwertigen Flughafendetektoren hat, leihe ich ihm gerne ein Exemplar zum Testen. Versandkosten gehen anteilig zu unser beider Lasten. Allerdings muß er versprechen, daß er die wahrheitsgemäßen Testergebnisse auch mitteilt und diese hier veröffentlicht werden dürfen ! ;)

Zum Thema Frauenmesser:
Für ein paar Schnitte reicht das "serrated"-Modell aus. Zum Stechen sowieso. Nach der Abwehr des Räubers/Vergewaltigers etc. entsorgt die Süsse das preiswerte Teil und geht ganz cool nach Hause. Eine "scharfe Braut" eben ! :cool:

Nidan
12.10.02, 09:14
Für ein paar Schnitte reicht das "serrated"-Modell aus. Zum Stechen sowieso. Nach der Abwehr des Räubers/Vergewaltigers etc. entsorgt die Süsse das preiswerte Teil und geht ganz cool nach Hause. Eine "scharfe Braut" eben !

Ah, ja :ack: Und wie wärs wenn die angegriffene Frau nach erfolgreicher Notwehr mit einem vernünftigen Messer, die Polizei rufen würde und den Vorfall der versuchten Vergewaltigung zur Anzeige bringen würde ?? Hört sich für mich irgendwie rechstaatlicher an. :rolleyes: Mit deinem Vorschlag bewegst du dich rechtlich auf verdammt dünnem Eis um es mal gaaaanz vorsichtig zu sagen :boes:

Zum Thema Kunstoffmesser : Für mich sind die ein Schmarrn. Ich hatte mal ein fixed, das war der letzte Müll und ich kann mir nicht vorstellen wieso es bei Foldern anders sein sollte.

sgian
12.10.02, 11:08
--quote:
Mit deinem Vorschlag bewegst du dich rechtlich auf verdammt dünnem Eis um es mal gaaaanz vorsichtig zu sagen
------------
Gaanz vorsichtig gesagt versuche ich krampfhaft einen Verwendungszweck für das Ding zu konstruieren. Richtig arbeiten kann man damit nicht, und billig ist es auch. Abgesehen davon gehört deine wieder einmal negativ-provokative Bemerkung in den Bereich einer Rubrik "Selbstverteidigung", die es in diesem Forum nicht mehr gibt.
:mad:

TacHead
12.10.02, 12:05
Äh, sgian, wer hat das Thema hier denn aufgebracht - nicht zuletzt mit seinem unsäglichen Frauen-Kommentar - und wer versucht mit manischer Penetranz immer wieder die Diskussion auf entsprechende Themen zu lenken und seine entsprechende Site anzudienen?
:rolleyes:

Das Ding ist praktisch nicht zu gebrauchen außer für paranoide Psychopathen (davon gibts nicht nur in Amiland mehr als genug) und für Berufs- resp. Überzeugungskiller.
Aber es ist legal und das ist gut so - schließlich ist es auch nur ein Messer. Der Gegenstand hat nun mal keine Intention, sondern nur der Benutzer.

Wer's will soll's kaufen und von mir aus tragen wo er will.

Brunk
12.10.02, 12:44
Original geschrieben von sgian
Es ist 100% antimagnetisch laut Hersteller und hat "Beryllium copper springs", was immer das sein mag. Die Frage ist wohl, ob das Baby elektrisch leitfähig ist, so daß hochwertige Detektoren es erkennen können.
Falls ein Forumsmitglied Zugang zu hochwertigen Flughafendetektoren hat, ...

Ich habe zwar im Moment keinen Zugang zu einem Flughafendetektor, aber ich habe das Messerchen mal versucht mit einer hochwertigen Garret Handsonde zu Scannen und die sagt nichts :steirer:.
Was können wir daraus schließen, für den Diskobesuch ist das Teil "geeignet" :mad:, auch wenn es sonst einen recht wackeligen Eindruck macht :irre:.

Ciao

Torsten

aqua
12.10.02, 13:04
Also mir gehts gar nicht so sehr um das Messer und welche Selbstverteidigungsmöglichkeiten es bieten könnte, aber wenn jemand schreibt, dass es "Für den Einsatz bei einer Flugzeugentführung... sehr gut geeignet" sei, dann hat das schon nichts mehr mit schlechtem Geschmack zu tun. So tief kann sich keiner einen Gürtel schnallen, als dass das dann nicht immernoch weit unter der Gürtellinie wäre, vor allem wenn man bedenkt, dass jemand, der ein Messer zu einem solchen Einsatzzweck vorschlägt auf seiner eigenen Homepage das Logo "Remember 9-11-2001" stehen hat.
Trotzdem weiterhin viel Spass bei deinen Unternehmungen.

WalterH
12.10.02, 13:19
Original geschrieben von sgian
Falls ein Forumsmitglied Zugang zu hochwertigen Flughafendetektoren hat, leihe ich ihm gerne ein Exemplar zum Testen.
Ich hab 1 Jahr lang in der Uni mit einem Heimann Detektor gearbeitet. Ist jetzt schon ne Weile her - aber glaub mir trotzdem: man siehts. Ich weiss nicht mehr, was wir alles durch das Ding durchgeschoben haben, weil wirs ueberlisten wollten. Du siehst alles, egal aus welchem Material. Bis auf Styropor, das ist ziemlich durchsichtig.

Die Geraete arbeiten mit zwei verschiedenen Roentgen-Spektren, aus denen ein Falschfarbenbild zusammengesetzt wird. Durch die verschiedenen Absorptionen der beiden Spektren kann man wunderbar verschiedene Materialien auseinander halten.

-Walter

Tobse
12.10.02, 13:54
@WalterH:
Zur direkten Personenkontrolle sind die Flughäfen aber immer noch auf (teilweise sehr sensibel eingestellte, z.T. schon auf die Metallfolie in der Zigarettenschachtel ansprechende) Metalldetektoren angewiesen, ein Röntgen vor jedem Flug wäre, gerade bei Vielfliegern, wg. der Strahlendosis ja auch unverantwortbar...

Munter bleiben,
Tobse

Floppi
12.10.02, 14:10
@Tobse: Das mit dem Rötgengerät bezieht sich auf die Gepäckkontrolle.

@Sgian: In Hamburg ist doch 'n Flughafen. Besorg Dir 'n Billigticket und flieg irgendwohin. Dann siehst Du ja, ob's entdeckt wird oder auch nicht. Und selbst wenn's gefunden wird - kein Problem. Hast ja diverse Erklärungen parat("Ich hab Angst vergewaltigt zu werden..."). Selbst wenn ein Detektor das Teil nicht funzt, kann es aber noch Personenkontrollen geben. Ich wurde auch schon ein paar Mal abgetastet oder durfte, obwohl nix gepiept hat, meine Taschen ausleeren. Wenn Sie das Ding aber finden hast Du ein tierisches Problem:
1. Du verstößt gegen das Hausrecht der Fluggesellschaft
2. Du wirst nicht von einem Türsteher kontrolliert, sondern von einem BGS-Beamten

Und wenn sowas so unortbar ist, warum trägst Du nicht einfach 'n Keramikküchemsser? Ist sehr schnitthaltig, sehr scharf, elektrisch nicht leitfähig und nicht magetisierbar. Ist doch perfekt. Oder dann vielleicht doch gleich die Keramikglock? Wenn's so einfach wäre....

sgian
12.10.02, 14:44
WalterH:
Mir wäre es nur sehr recht, wenn man das Ding am Flughafen erkennen könnte, denn dann sitze ich nicht eines Tages in einem Flugzeug und werde damit in unerwünschter Form konfrontiert. Nur hätte ich gerne Gewißheit darüber, und da hilft nur ein praktischer Test.

Gegen Kunststoffdolche wie das auf meiner homepage abgebildete Modell helfen jedenfalls keine Handdetektoren, die auf elektrischer oder magnetischer Basis arbeiten. Bei Durchleuchtungsgeräten mit optischer Auswertung wird man den auffällig geformten Kunststoffdolch erkennen. Doch was geschieht, wenn ich diesen "Blackie Collins"-Folder in einen Toilettbeutel gemeinsam mit Zahnpasta, Rasierzeug etc. packe ? Wird der Auswerter das Klappmesser als solches identifizieren ? Wenn er wachsam ist und die Silhouette kennt, dann bestimmt. Aber wer ist das schon, wenn er den ganzen Tag auf diesen Bildschirm mit ziemlich langweiligen Sachen starrt und vielleicht müde ist oder Kopfschmerzen hat ? Und wieviele dieser Leute kennen den Plastik-Folder ?

--quote:
(...)mal versucht mit einer hochwertigen Garret Handsonde zu Scannen und die sagt nichts (...)
--------------
Brunk:
Wieso hatte ich so etwas bei Bestellung dieses Babies schon vermutet ?
:ack:

aqua:
Deine Motive in allen Ehren, aber mit Verdrängung löst man keine Sicherheitsprobleme. Der 11. September 2001 ist tatsächlich ein wesentliches Motiv, aus dem heraus ich diese 32,50 US-Dollars für die beiden Testmuster investiert habe. Einige der Terroristen hatten Plastikmesser, und da möchte ich dann doch schon sämtliche Versionen kennen. Und die "El Quaida" braucht nicht diesen Thread hier, um alles über das Messer und seine Verwendungsmöglichkeiten in Erfahrung zu bringen. ;)

TacHead:
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Period Totals for aermeldolch.com:

All Kilobytes
Individual Clients Clients Hits Page Hits Transmitted

1359X 1879X 44612X 5501X 1233623.75
----------------
Wie du dieser Yahoo-Auswertung für den Monat September 2002 entnehmen kannst, muß ich hier keine Werbung für meine site betreiben. Abgesehen davon wandern Nidan und du jetzt auf meine ignore-Liste, damit die Moderatoren nicht jedesmal die Threads schließen oder in die Prügelecke verschieben müssen. Mach's gut und bessere dich ! :p

Brunk
12.10.02, 21:13
Original geschrieben von sgian
Es ist 100% antimagnetisch laut Hersteller und hat "Beryllium copper springs", was immer das sein mag.
Da bin ich mal neugierig gewesen und habe folgendes gefunden:

Beryllium ist ein stahlgraues, sehr hartes und sprödes Leichtmetall, das an der Luft beständig ist. Beim Erhitzen auf Rotglut bei ca. 600°C lässt es sich gut verformen und dehnen. Seine elektrische und thermische Leitfähigkeit ist relativ gut. In der Nähe des absoluten Nullpunktes bei -273°C wirkt Beryllium als Supraleiter. In seinen chemischen Eigenschaften ähnelt das Beryllium dem Aluminium. An der Luft ist es beständig und behält seinen Glanz, da es sich mit einer dünnen Oxidschicht überzieht.

Beryllium, besonders in Form von Staub und seinen Verbindungen, ist extrem giftig und wirkt für den menschlichen Organismus stark krebserzeugend. Der MAK-Wert für Berylliumstäube liegt bei 2 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft. Das Einatmen der Stäube führt zu starken Schleimhautreizungen und schweren Lungenschäden und Lungenkrebs, oft mit tödlichem Ausgang. Auch der Hautkontakt mit Berylliumverbindungen ruft bereits schwere Erkrankungen hervor. Die Beryllium-Ionen gelangen zu den Zellkernen und wirken dort mutagen (DNS-verändernd) und kanzerogen (Krebs erzeugend). Der langjährige Kontakt mit geringen Mengen an Berylliumverbindungen kann zu schweren Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen führen.

Was sagen die Fachleute dazu :confused:.

Ciao

Torsten

PS: Hier noch die Quelle (http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/04Beryl.htm).

Moonlight
12.10.02, 21:22
Die vorige Generation der Mercedes-F1-Motoren war, wie auch die Bremssättel (um 25000 USD je Stück) aus diesem Material. Auf Betreiben von Ferrari (damals noch unterlegen) wurde dieses überlegene Material (Gewicht, Verwindungssteifigkeit) mit Hinweis auf Umweltaspekte verboten.

Wer ein nutzbares Messer mit gleichen Eigenschaften haben will, sollte sich ein Mad Dog Mirage mit Keramik-Klinge besorgen. Natürlich in der Militär-Version ohne Metalleinlage im Griff.

Diese Kunststoff-Messer sind reine Spielerei. Als Backup-Waffe für jeden Ort würde ich jeden stabilen Metallkugelschreiber vorziehen. Es gibt auch Titanstifte als Minenersatz!!

Moonlight

sgian
12.10.02, 22:23
Arrgh, mir ist schon ganz übel geworden, und ich werde den US-Hersteller erst mal auf 50 Millionen US-Dollar Schadenersatz verklagen !
:irre: :rolleyes:
Na ja, wer mit nicht ortbaren Klappmessern herumspielen will, muß eben wohl besonders hart im Nehmen sein. :p Trotzdem vielen Dank für den Hinweis, Brunk und Moonlight !:)

Paco
12.10.02, 23:17
Was hier von Brunk und Moonlight über Beryllium geschrieben wurde, ist absolut zutreffend. Ein super giftiger Stoff! Allerdings leider viel weiter verbreitet als gedacht. Beryllium findet sich häufig in Kupferlegierungen und dient dazu dem weichen Kupfer Härte- und Federeigenschaften zu verleihen. (Daher auch Berylliumsprings). Federn aus Kupfer-Beryllium-Legierungen besitzen eine sehr hohe elektrische Leitfähigkeit und sind in Ihrer Bruch- und Dauerbiegefestigkeit den Stahlfedern mindestens ebenbürtig. Derartige Federn wurden (vor allem früher) als Kontaktfedern in Elektrogeräten und in der Automobilindustrie verwendet.
Ob eine in Kunststoff eingelassene Feder (zu der kein Hautkontakt besteht) schädlich ist, kann ich nicht beurteilen.

Gruß

Paco

Brunk
12.10.02, 23:36
http://torsten.brunk.bei.t-online.de/****pics/KMesser.jpg

Nur zur Erläuterung habe ich das Gute Stück mal auf den Scanner gelegt und markiert, wo die Feder sichtbar ist - ist also nichts mit "in Kunststoff eingelassen", aber direkter Hautkontakt besteht auch nicht, da braucht man schon ganz schlanke Finger :steirer:.

Ciao

Torsten

Paco
12.10.02, 23:48
Hi Brunk,

danke für das Bild. Du hast natürlich recht: Das mit dem "eingelassen" kann ja bei näherer Betrachtung auch gar nicht sein, dann müsste ja die Feder mit Kunststoff beschichtet sein... oder in einem komplett geschlossenen Gehäuse arbeiten. Beides würde ja keinen Sinn machen.

Interessant, ist allerdings die Frage, warum bei diesem Teil diese Federn und nicht z.B. eine Titanfeder zum Einsatz kommt???

Gruß

Paco

kababear
13.10.02, 01:04
vermutlich ist die federeigenschaft von titan schlechter... ausserdem könnte das auch ein preisliche überlegung sein, da titan ja nicht besonders gut zu verarbeiten ist...

Moonlight
13.10.02, 09:40
Hautkontakt ist unproblematisch, in Legierungen m.E. sowieso.. Das Problem liegt in Staubpartikeln infolge Abrieb. Soweit ich weiß, waren die Automobilteile aus reinem Beryllium hergestellt.

Moonlight
13.10.02, 09:45
Hier ein Artikel dazu.

Metals - BERYLLIUM
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Beryllium, in the bicycle industry is beginning to get the glimmer of a magic metal. While it was both unheard of and unused in the bike industry in 1990, parts made of beryllium are now starting to trickle into the industry. Beryllium is a specialty metal that is steel-grey metal in color, with an extremely low density, making it very light weight. At 1.85 grams to the cubic centimeter, its density compares to that of magnesium. It is also a high strength metal, making it possible to design light weight, thin membered parts with a high stiffness. A column made of beryllium to support a load placed directly downward on top of it, will have a greater load carrying capacity, and be lower in weight than any other metal of equal size. Until the 1950's beryllium was used principally as an alloying element in copper and nickel to produce age hardening (defined in the aluminum section) alloys for springs, electrical contacts, spot welding electrodes, and non-sparking tools. Beryllium was also used in the initiating of fission chain reactions in the first atomic bombs. Within the plutonium core of the bomb, which was about the size of an orange, it was used to make the "initiator". Neutrons are needed to start a fission chain reaction and the initiator is what provided them. The initiator was made of polonium, which gives off alpha radiation, and beryllium, which, when hit by alpha radiation, emits neutrons. The two metals were packaged separately in a sphere about the size of a hazelnut that was surrounded by two stage explosives one slow acting and another fast acting and lens focused. When the primary implosion from the explosives in the bomb reached the metals, they would be bought together, and neutrons would be let off, starting the chain reaction. Presently beryllium is added to aluminum and magnesium to produce metallurgic grain refinement and oxidation resistance. Beryllium has a high thermal capacity or "specific heat" (the ratio of the heat capacity of a material to the heat capacity of water), which makes the metal useful for electronic heat sinks, aircraft disc brakes, and rocket heat shields. A pound of beryllium will absorb as much heat as five pounds of copper or two pounds of aluminum. Unalloyed beryllium is produced in two grades, structural (S) and instrument (I). The structural grade has less beryllium oxide because increasing amounts of the oxide limit the metals formability. The structural grade is what is frequently used in the aerospace industry for satellites, aircraft disc brakes and rocket nozzles. The instrument grade is used for gyroscopes, inertial guidance systems, X-ray tube windows, and because its light weight yet very strong, precision satellite and airborne optical components. Stock beryllium mill products are made from beryllium powder that has been consolidated into a block by hot vacuum pressing. The powder is made by chipping and mechanically pulverizing previously vacuum cast ingots (see "Titanium"). The hot vacuum pressed block is then rolled into sheet, bar, rod, or billet mill products. Billets can be extruded into other shapes. Cold working of the beryllium material may exhibit strong anisotropy (term described in the aluminum section). The exact tensile strength of a finished beryllium product will vary therefore, with the metals processing method. Beryllium has three industrial disadvantages in its use. They are its high cost, potential toxic hazards from inhaling during machining, and a tendency for brittleness at room temperature, (remember increased metal strength comes from a tight stable grain, the more compressed the grain the stronger and stiffer the metal, the stronger and stiffer the metal the less ductile it is, lack of ductility is also known as brittleness). Beryllium and beryllium oxide are toxic. Dust, fumes and vapors during the machining or processing of beryllium into finished goods, through inhalation or ingestion, should be avoided. Beryllium finished goods and solid beryllium are considered non-hazardous.

sgian
13.10.02, 09:48
Der Entriegelungsknopf nach Art eines Springmessers dürfte dann wohl auch aus diesem Giftzeugs bestehen. Und damit kommst du beim Einklappen der Klinge immer in Kontakt.

--quote:
Beryllium finished goods and solid beryllium are considered non-hazardous.
---
Na ja, demnach wäre das ja ungefährlich !

Brunk
13.10.02, 09:55
Original geschrieben von sgian
Der Entriegelungsknopf nach Art eines Springmessers dürfte dann wohl auch aus diesem Giftzeugs bestehen. Und damit kommst du beim Einklappen der Klinge immer in Kontakt.

@sgian, der Entriegelungsknopf ist aus Kunststoff, aber die Feder darunter ist aus dem "Giftzeug", wie Du es nennst :cool:.

Wir werden es überleben :glgl: .

Ciao

Torsten

teachdair
13.10.02, 13:49
Kenn ich aus dem Feuerwehrdienst als MAterial für nicht-funkenreissende Werkzeuge. Dieses Material soll die Bildung von statischer Elektrizität verhindern und auch beim Anschlagen an Gegenstände keine Funken erzeugen. Wird also für die Arbeit in explosiven Athmosphären benutzt.
Und für den Preis einer Werkzeugkastenausstattung aus dem Zeug kann man gern ca. 8 Wochen Urlaub machen, es ist schweineteuer!

sgian
13.10.02, 16:16
Donnerwetter, dann habe ich ja zwei Hightechmesser für wenig Geld erstanden ? Willst du nicht eines davon für deine Sammlung kaufen ?

AchimW
14.10.02, 07:06
Wovon hier die Rede ist, ist nicht reines Beryllium, sondern eine Beryllium-Bronze. Das bedeutet, dass das Beryllium erstens in einer Legierung und zweitens in massiver Form vorliegt. Damit kann dann von Giftigkeit durch Kontakt keine Rede mehr sein. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel mit Chrom. Das ist ein sehr giftiges Schwermetal, aber in einem Chromstahl tut uns das gar nix.

Übrigens werden wegen der hervorragenden Federungseigenschaften und der Widerstandsfähigkeit gegen unglaublich viele Lastwechsel die Unruhenfedern von Armbanduhren gerne aus Berylliumbronze gefertigt.

Achim

Rage
14.10.02, 16:59
Mit Berryllium hatte ich auch schon zu tun. Mir hat man damals gesagt, es wär nur in Staubform, oder wenns verdampft, sehr gefährlich.

HankEr
16.10.02, 13:09
Auch dieses Thema mache ich mal zu. Nicht weil man nicht über Plastikmesser diskutieren dürfte, sondern weil man das auch weniger illustrativ tun kann.