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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleine Taschenlampenkunde für Neueinsteiger



Zwick2
01.08.10, 08:22
Kleine Taschenlampenkunde


Immer wieder ist festzustellen,das Einsteiger mit vielen Begriffen und Bezeichnungen schlicht überfordert sind und im günstigsten Fall Bahnhof verstehen,wenn wir mit unserem Fachchinesisch loslegen. :steirer:

Daher hier der Versuch sich dem unbekannten Wesen Taschenlampe zu nähern.

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Wie sind Lampen aufgebaut?

*Das Gehäuse*

Die Gehäuse der gebräuchlichsten Taschenlampen bestehen normalerweise aus Aluminium,Kunststoff,Titan oder Edelstahl.

Da die Oberfläche von Aluminium recht empfindlich ist,wird diese in einem elektrochemischen Prozess (http://www.alutecta.de/alutecta_home/eloxal_2.html) eloxiert.
International wird der Prozess als Anodisieren bezeichnet.

Durch die Anodisierung erhalten die Lampen eine harte Oberfläche sowie ihre Farbe.

Die Begriffe HAII und HAIII sind dafür gebräuchlich und bezeichnen verschiedene Härtegrade,welche bei der Anodisierung erzielt werden.

Streng genommen gibt es HAII eigentlich nicht und HAIII bezeichnet eine Anodisierung welche bestimmten militärischen Standards entspricht.

Faustregel,eine HAIII anodisierte Lampe ist weniger empfindlich da deren Oberfläche festgelegten Mindestanforderungen genügen soll.

Beiden gemeinsam ist,das die anodisierte Oberfläche nicht leitend ist,anodisierte Gewinde z.B. leiten keinen Strom! :staun:

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Moderne Taschenlampen haben eine LED als Leuchtmittel.

Diese Leuchtdiode wird durch einem so genannten Treiber mit der für den Betrieb notwendigen Spannung sowie dem benötigten Strom versorgt.

*Der Treiber*

Im einfachsten Fall besteht die Schaltung aus Vorwiderständen eventuell noch in Verbindung mit einer elektronischen Schaltung,welche Stroboskop oder andere Blinkereien ermöglicht.

Solche aus einem Widerstand bestehende Treiber halten die Helligkeit nicht konstant.
Die Helligkeit gleicht sich hier der Entladekurve der Batterie oder des Akkus in der Lampe an.


Eine weitere Form von Treibern ermöglicht aus einer Spannungsquelle mit niedriger Spannung die für die LED benötigte Spannung bereitzustellen.

Diese Treiber nennt man Step-Up.

Im Gegensatz dazu stehen Step-Down Treiber,welche aus einer höheren Spannung auf die durch die LED benötigte Spannung herunter regeln.

Natürlich gibt es auch Treiber die beides beherrschen,wodurch die damit ausgesatteten Lampen die Verwendung von verschiedenen Batterien bzw. Akkus ermöglichen,siehe dazu auch Buck & boost (http://www.sprut.de/electronic/switch/schalt.html#inv) Treiber

Mit etwas Schaltungsaufwand können Treiber die Helligkeit der Lampe über fast die gesamte Laufzeit,d.h. bis der Akku leer ist ,gößtenteils konstant halten.

Es gibt also durchaus Unterschiede,die sich natürlich auch im Preis niederschlagen.

Manche Treiber ermöglichen auch eine Programmierung der Lampe.

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*Die LED*

Viele Leute sind der Annahme,das Leuchtdioden keine oder nur wenig Wärme produzieren.

Dem ist leider nicht so. :rolleyes:

Ganz im Gegenteil,Hochleistungsdioden sind kleine Heizkraftwerke.

Da die Wärme leider nicht wie bei einer Glühlampe nach vorn abgestrahlt wird,macht es sich notwendig diese direkt an der Diode in das Gehäuse umzuleiten und abzuführen.

Je besser das bei der Lampe funktioniert umso länger lebt die LED und um so mehr Freude hat man an seiner Lampe.

Also bitte nicht wundern,wenn die Lampe nach einigen Minuten warm,oder sogar recht heiß wird,dies ist ein gutes Zeichen,dann funktioniert die Wärmeableitung ordentlich!

Möglich macht dies das sogenannte Heatsink,welches bei manchen Lampen aus einem massiven Stück Aluminium,Kupfer oder Messing bestehen kann.

Übrigens gibt es mittlerweile auch verschiedene Lichtfarben (ähnlich wie bei Leuchtstoffröhren)

Man kann hier mittlerweile wählen zwischen Warm weiß,Neutral weiß und Kalt weiß.

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*Der Reflektor*

Vor der LED befindet sich ein Reflektor,welcher das Licht bündeln soll.

Dieser Reflektor besteht meist aus beschichtetem Aluminium.

Reflektoren werden auch aus Kunststoff hergestellt,diese finden sich aber meist bei Billiglampen.

Eine Sonderform stellen die sogenannten Kollimatorlinsen dar,diese bestehen aus durchsichtigem Kunststoff und haben ebenfalls die Aufgabe den Lichtstrahl,der von der LED ausgeht in Form zu bringen.

Reflektoren mit einer rauen Oberfläche ähnlich Orangenhaut werden OP (Orange Peal) Reflektoren genannt.

OP Reflektor

http://i263.photobucket.com/albums/ii123/Huckeduster/Lampen/NuwaiMCE2.jpg

Diese erzeugen ein weicheres Licht,die Übergänge vom Spot (heller Lichtstrahl in der Mitte) zum Spill(das "Restlicht" um den Spot herum) sind weicher.

Manche Leuchtdioden erzeugen in Verbindung mit nicht genau abgestimmten Reflektoren Ringe (Stichwort "Cree Ringe"),auch diese werden durch OP Reflektoren weniger auffällig.

Smooth Reflektoren,auch als SMO bezeichnet, dagegen,haben eine glatte Oberfläche.
Sie bündeln stärker,alle Übergänge werden härter.

Damit lässt sich im Vergleich zu OP Reflektoren jedoch die Reichweite der Lampe erhöhen.


Auch bei LED Lampen kann man eine Fokussier Funktion finden,leider funktioniert sie entgegen der Werbeversprechen der Hersteller eher schlecht als recht.

Eine ordentliche Fixfokuslampe ist daher einer Lampe mit Fokussierung im allgemeinen vorzuziehen,außer evtl.für Sonderanwendungen.
Siehe dazu auch hier (http://www.messerforum.net/showthread.php?p=772601#post772601)!

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*Dropin Lampen*

Im Zusammenhang mit LED Lampen ist oft von Dropin bzw. Dropin Lampen (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=95805)die Rede.

Ursprünglich wurde das Prinzip des Dropin bei Surefire entwickelt.

Surefire Lampen wie die 6P oder G2 verfügten über Xenon Brenner,welche vorfokussiert zusammen mit dem zugehörigen Reflektor eine Einheit bildeten und leicht zu wechseln waren.

Daraus wurden dann die jetzt aktuellen LED Dropin entwickelt.


Ein LED Dropin ist also ein Bauteil,bestehend aus Reflektor,LED und zugehörigem Treiber.

Dieses Dropin kann ebenfalls sehr leicht gewechselt werden.

Einzelteile einer Dropin Lampe (Dropin 2,v.l.)

http://i263.photobucket.com/albums/ii123/Huckeduster/Lampen/Spider2.jpg

Es gibt ein großes Angebot von Dropin mit den verschiedensten LED,meist dauert es nicht lange,bis die neueste Generation von LED auch in einem Dropin angeboten wird.

Eine Dropin Lampe ist damit universell verwendbar und sehr leicht aufzurüsten.

Natürlich gibt es bei der Sache auch einen Pferdefuß.
Dieser liegt in der Wärmeabfuhr.
Diese ist bei Dropin Lampen schlechter als bei den meisten anderen Lampen.

Durch umwickeln des Dropin mit Aluminiumfolie kann die Wärmeableitung vom Dropin zum Gehäuse signifikant verbessert werden,erreicht aber trotzdem nicht die Qualität von Lampen mit gut konstruierter Heatsink.

Dropin gibt es nur für dafür konstruierte Lampen!


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*Stromversorgung*

Im Gegensatz zu bisher gebräuchlichen Lampen spielen Baby,Mono oder Flachbattierien nur noch eine absolute Nebenrolle.

Gebräuchlich sind dagegen AAA Batterien; AA Batterien,Fotobatterien in der Größe CR123 sowie LiIon Akkus.

CR123 Batterien haben eine Spannung von 3V,die LiIon Akkus dagegen werden mit 3,7 Volt angegeben.

Voll geladen haben LiIon Akkus eine Spannung von 4,2 Volt,welche nicht überschritten werden darf.

Leer sind diese Akkus bei ca. 3 Volt,eine Tiefentladung schadet ebenso wie eine zu hohe Ladeschlußspannung den Akkus.

Geschützte oder auch Protected Akkus verfügen über eine Schutzschaltung,welche Tiefentladung ebenso verhindern soll wie zu hohe Ladeschlußspannung,außerdem schützt sie den Akku vor zu hohen Entladeströmen.

Die Schutzschaltung schützt leider nicht vor jedem Szenario,ist dennoch dem unerfahrenen Anwender angeraten,da sie zumindest die schlimmsten Fehler im Umgang mit LiIon Akkus mindern kann.

Auch wenn es Lampen gibt,welche durch eine eingebaute Schaltung den Akku vor Falschpolung und Tiefentladung schützen ist ein protected Akku die bessere Wahl.

Die Bezeichnung 18650,17670;16340 oder 14500 gibt die Größe des Akkus an.

18650 beispielsweise steht für 18mm Durchmesser und 65mm Länge, die Null bezeichnet die Form, in diesen Fall eben eine Rundzelle.

Die 16340 entspricht größenmäßig in etwa einer CR123 Fotobatterie.

Die Akkus sind nur mit dafür geeigneten Ladegeräten zu laden Hinweise dazu finden sich im entsprechenden Thread hier im Forum.

LiIon Akkus gibt es von verschiedenen Firmen.

Derzeit am empfehlenswertesten sind Akkus von AW sowie in 18650er Größe auch die schwarz bunt geflammten Trustfire (http://trustfire.en.alibaba.com/product/254787013-200513194/Rechargeable_18650_with_PCB_Battery.html ) Akkus.
AW ist ein Händler der über das CPFMP Forum (http://www.cpfmarketplace.com/mp/showthread.php?t=230876)Akkus vertreibt.*

Bei Akkus in AA Größe und AAA Größe haben sich die Eneloop (http://www.eneloop.info/de/) Akkus als beste Alternative herausgestellt.

Ein Test (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=74499) von gebräuchlichen CR123 Batterien findet sich im Forum.

Eine günstige Bezugsquelle für CR123 Batterien ist besipielsweise der Miracle Store
(http://www.miracle-store.de/)
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*Helligkeit*

Die Helligkeit der Lampen wird meist in Lumen angegeben.

Die Werte sind leider nicht immer miteinander vergleichbar.

Manche Anbieter geben die Helligkeit eher vorsichtig an ,andere dagegen werben mit Werten die eher Wunschvorstellung sind.

Daher empfiehlt es sich vor dem Kauf Beurteilungen und Testberichte der Lampen zu lesen,dort finden sich dann auch Vergleiche zwischen Lampen mehrerer Hersteller.

Übrigens,im Vergleich zu einer Mag Lite mit mehreren D Zellen,ist eine 200 Lumen Lampe schon beeindruckend hell.

Werte über 300 Lumen sind derzeit Lampen vorbehalten,die bereits meist recht groß sind und mit mehreren Akkus oder Batterien betrieben werden müssen,um eine akzeptable Laufzeit zu erzielen.

Deren Dioden produzieren sehr viel Wärme,daher sind diese Lampen für den Alltagsgebrauch schon aufgrund ihrer Größe oft eher weniger geeignet.
Spezialanwendungen sind natürlich ausgenommen,dort können/sollen diese Lampen zeigen was in ihnen steckt

Für die meisten Anwendungen reicht jedoch eine Lampe mit 100-200 Lumen normalerweise aus. ;)

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*Der Schalter*

Die meisten heute angebotenen LED Lampen haben ihren Schalter hinten,wo er mit dem Daumen recht einfach zu bedienen ist.
Schalter wie bei den bekannten Mag Lite finden sich nur noch selten.

Die gebräuchlichsten Schalter sind Twisty,Reverse Clicky und Forward Clicky.

Eine Erklärung dazu findet sich im Sticky Lampen Fachbegriffe erläutert - aus Denglisch mach Deutsch,der unten verlinkt ist.

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* Sicherheit *

Im täglichen Umgang mit aktuellen LED Lampen ist zunächst einmal zu beachten,das diese wesentlich heller sind als bisher gewohnte Leuchtmittel.
Selbst eine große,von vielen als sehr hell empfundene Mag Lite mit 4 Monozellen erscheint dagegen als dunkel.

Damit einhergehend sollte also vermieden werden,anderen Menschen direkt in die Augen zu leuchten,dies könnte zu Schäden führen.
Insbesondere bei Kindern ist darauf Augenmerk zu legen.

In vielen Bundesländern ist es darüber hinaus z.B. verboten LED Lampen im dienstlichen Betrieb zum sogenannten Pupillentest zu verwenden.

Auch die Energieversorgung kann für Ärger bzw. im schlimmsten Fall für Verletzungen sorgen.
Allzu sorgloser Umgang mit allen Arten von Batterien und Akkus sollte vermieden werden.
Insbesondere NiMH Akkus,sogenannte Fotobatterien (CR 123) und Lithium Akkus enthalten aggressiv reagierende Bestandteile und können bei falschen Umgang ausgasen und sogar brennen.

Es wird daher dringend geraten folgende Dinge zu beachten:

- Batterien bzw. Akkus nicht kurzschließen
- Beim Einlegen Polung beachten,es gibt Lampen mit und welche ohne Verpolungsschutz.
- Zum Laden ein verlässliches Ladegerät nehmen,lieber ein paar Euro mehr investieren
- Bitte vorher hier im Forum über den Umgang mit Lithium Zellen sowie über empfehlenswerte Ladegeräte informieren.
- Keine unterschiedlich entladenen Zellen verwenden
- Bei Lampen mit mehreren Zellen immer gleiche Zellen verwenden,da heißt gleicher Hersteller,gleiche Kapazität,gleicher Ladezustand,gleiche Baugröße.
- Batterien und Akkus nie gleichzeitig zusammen in einer Lampe verwenden
- Herstellerhinweise auf den Akkus ernst nehmen
- Empfehlungen im Forum beachten,hier wurden Batterien ebenso wie Akkus getestet.

Zum Schluss, Angst oder gar Panik im Umgang mit Batterien und Akkus ist nicht angebracht.
Bei Beachtung der genannten Punkte gilt die Technik als sicher und hat sich bewährt.

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So, das sollte erst einmal genug sein,über die Suchfunktion des Forums lassen sich noch sehr viel mehr Informationen beziehen.
Weitere wichtige Informationen finden sich in den anderen Stickys!
Insbesondere sei hier auf den Thread Lampen,Fachbegriffe erläutert (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=46743) hingewiesen.

Speziell in der Kaufberatung wurden viele Such-Anfragen,wie die Suche nach einer Polizei- oder Einsatzlampe schon mehrfach beantwortet.
Daher empfiehlt es sich vor Erstellen von neuen Anfragen bereits vorhandene Treads zu sichten,meist findet sich ja dort schon die gesuchte Lampe.

Grüße Jens

edit: Vielen Dank,an Cugar,Schrenz,Hiltihome,naturelle exVento Palladin und Dishn,die sich mit Rat und Tat sowie Hinweisen beteiligt haben!
Hier ist erst einmal zu,Hinweise oder Ergänzungen bitte Mail oder PN an mich.