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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welcher Stahl eignet sich für ein Kochmesser?



Morty01
07.07.10, 13:27
So guten Tag an alle! Ich möchte mich kurz mal vorstellen. Ich heiße Matthias bin 22 Jahre alt arbeite als OP Pfleger und bin schon seit Jahren scharf drauf zu schmieden. Ich fand Messer und Schwerter schon immer faszinierend und lasse mir auch gerade auch ein Schwert schmieden aber nun zu meiner Frage.
Ich habe mich jetzt einige Wochen mal in Foren belesen und mich mit dem Thema schmieden befasst.
Ich habe mir jetzt eine kleine Ausrüstung sprich Hämmer, Zangen, ein Schmiedebuch, Amboss und eine Esse, die auch wunderbar funktioniert, besorgt.
Nun wollte ich bei dem schönen Wetter das wir haben anfangen zu schmieden. Mein 1. Projekt soll ein Kochmesser werden.
Jetzt ist nur die Frage welchen Stahl soll ich verwenden? Meine überlegung war Feilenstahl. Der soll ja sehr gut härtbar sein und auch gut schnitthaltig.
Was würdet ihr mir empfehlen?

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen euer neues Mitglied Matthias

(PS: hab die sufu benutzt aber nix gefunden)

Morales
07.07.10, 13:58
Willkommen im Forum Matthias! Du hast die SuFu benutzt? Und diesen (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=32165&highlight=stahl+anf%E4nger) Thread hast Du nicht gefunden?^^ Ist eigentlich ganz leicht...

Gruß,
Carsten

Bärwald
07.07.10, 14:09
Ich habe mir jetzt eine kleine Ausrüstung sprich Hämmer, Zangen, ein Schmiedebuch, Amboss und eine Esse... besorgt.

Hallo Morty,
fehlt noch der kleine Stahlschlüssel:
http://www.amazon.de/Stahlschl%C3%BCssel-Taschenbuch-Wissenswertes-St%C3%A4hle-Micah-Wegst/dp/3922599257/ref=sr_1_fkmr1_1?ie=UTF8&qid=1278507360&sr=8-1-fkmr1

Wie man damit arbeitet hat Herbert hier erklärt:http://www.messerforum.net/showthread.php?t=30288

Basisinfos von Roman:http://www.messerforum.net/showthread.php?t=32165 unter 9.

Edit: ..war der Morales schneller mit dem Basisinfos-Thread.

UND nebenbei muss du dir noch die Suchfunktion zum Freund machen.;)
oder in die einzelnen Foren reinlesen.

Morty01
07.07.10, 14:26
wow vielen Dank für die schnelle Info. Sorry das ich das mit der Sufu net gebacken bekommen habe wollte euch net zuspamen.. So dann mach ich mich mal auf ans Werk :D

aeglos
07.07.10, 15:32
ich kann dir von feile als anfänger abraten. Die wird schnell zu heiß und zerbröselt dann. Ich hab mir auch gedacht, hey nimm direkt powerstahl für ordentlich härte und so, aber ich kann dir aus erfahrung erst mal nen simplen Kohlenstoffstahl empfehlen. Gerade wenn du draußen schmieden möchtest, da kann man als anfänger seeehr schwer die glühtemperatur richtig einschätzen.

Konkret also c70 oder c100 sowas in der richtung. Und feile ist ja auch nicht feile, da sollte man sich dann auch hier im forum einlesen.

Morty01
08.10.10, 13:14
Sodele nach langer Zeit habe ich endlich ein großteil geschafft. Ich Hab doch eine Feile verwendet weil es am einfachsten ist an den Stahl zu kommen. Ich habe im Internet überall nach C 70 oder änliches gesucht aber nix gefunden außer großbestellungen im Kilo oder Meterbereich...
Die Klinge hab ich warmgeglüht, geschmiedet und in Formgefeilt. Hab jetzt nach langer langer Zeit das Finisch mit 800er geschafft. Jetzt geht es an das härten. Das dürfte eig kein Problem sein ich weiß das ich eine Härtetemp von ungefähr 820 brauch was ich ja mit nem Magnet testen kann. Nur ist die Frage worin schrecke ich es ab? Ich habe mich belesen und die meisten schreiben in Öl. Jetzt habe ich versuche gemacht mit einem Feilenrest und es in Wasser abgeschreckt. Ich hab mit dem Hammer drauf geschlagen und die der Stahl ist zerbrochen. Also war er auch gehärtet. Ich bin jetzt echt verwirrt. Könnt ihr mir weiter helfen?

sanjuro
08.10.10, 13:40
.... Nur ist die Frage: worin schrecke ich es ab? Ich habe mich belesen und die meisten schreiben, in Öl. Jetzt habe ich Versuche gemacht mit einem Feilenrest und ihn in Wasser abgeschreckt. Ich hab mit dem Hammer drauf geschlagen und....der Stahl ist zerbrochen. Also war er auch gehärtet. Ich bin jetzt echt verwirrt.....
Ich auch.

Du warst unsicher und hast einen Versuch gemacht. Das ist doch o.k. Der Versuch hat ergeben, dass der Stahl gut gehärtet wurde, sogar glashart ist er geworden.

Da Dir die theoretischen Grundlagen noch fehlen, kannst Du das Ergebnis nicht interpretieren, was verständlich ist. Ein Tip hierzu: Versuche immer mit sehr ähnlichen Objekten (Querschnitt, Gewicht, Größe) machen, damit Du die Ergebnisse vergleichen kannst.

Was Du vielleicht nicht beachtet/gewusst hast: die Wärmehandlung ist mit der Härtung noch nicht vorbei!

Nun gibt es drei Möglichkeiten: 1) Du härtest - gegen alle Empfehlungen von Fachleuten - Deine Klinge in Wasser. Das Risiko ist, dass sie beim Härten reißt. Tut sie es nicht, dann könntest Du bei etwa 200°C anlassen und die Härte und Sprödigkeit der Klinge zugunsten einer höheren Zähigkeit etwas herunterfahren.

2) Du folgst den praktischen Erfahrungen und härtest in Öl, das ruhig etwas warm sein darf.
Das Bruchrisiko ist so viel geringer. Nach dem vorsichtigen Blankschleifen lässt Du die Klinge an.

3) Du lässt die Klinge erst einmal liegen und liest zunächst ein paar gute Bücher (oder ausführlich hier im Forum) über die Behandlung von Stahl bei der Herstellung von Messern. Dann weißt Du auch, weshalb manche Vorgehensweisen erfolgversprechender sind und andere weniger.

Die von Dir gestellten Fragen sind hier bereits hundertfach beantwortet worden, daher solltest Du mit der Suchfunktion eigentlich alle gewünschten Infos erhalten.

Viel Erfolg!

Gruß

sanjuro

Morty01
08.10.10, 14:25
Ok super Sanjuro. Danke für deine schnelle Antwort. Ich mach es dann mit Öl. Ja das ich danach Anlassen muss das war mir schon klar. Ich hab nur nicht gewusst warum einige schreiben man sollte in Wasser abschrecken und manche in Öl. Also gillt eig generell alle niedriglegierten oder unlegierte Kohlenstoffstähle werden am besten in warmen Öl abgeschreckt.

sanjuro
08.10.10, 21:17
....Also gilt eigentlich generell: alle niedriglegierten oder unlegierten Kohlenstoffstähle werden am besten in warmem Öl abgeschreckt.
Genau, wenn es um Messerklingen geht! Aber das hat nicht nur etwas mit dem Material selbst, sondern auch mit der Masse und den Dimensionen zu tun. Eine Messerklinge härtet auf Grund ihrer geringen Stärke sehr schnell durch, weil sie praktisch kaum Wärme speichert. Ein Stahlwürfel mit Kantenlänge 100 mm würde sich bei gleichen Temperaturen/Verfahren anders verhalten, daher ist es so wichtig, bei Versuchen vergleichbare Dimensionen zu wählen.

Gruß

sanjuro

Morty01
13.10.10, 21:33
Ok danke Sanjuro. So langsamm verstehe ich glaub so die Grundlagen. Aber ein paar Fragen hab ich noch. Ich hoffe ich nerve euch nicht. Aber ihr seid halt eben die Anlaufstelle wen es um das Schmieden geht. Ich habe schon viel im Internet gelesesn und mich umgesehen. Viele sachen wiedersprechen sich und ich würde doch gerne immer auf nummer sicher gehen wen ich etwas mache, den ich habe schon viel Zeit und Arbeit, sogar schon Blut in diesen Klingenrohling gesteckt.

Meine erste Frage ist wen ich die Klinge beim härten erhitze, kann man ja die Härtetemp der Klinge anhand der Glühfarbe und an der entmagnetisierung feststellen. Ich meine bei Feilenstahl is es um die 820°. Was würde passieren wen die Klinge aber 900° hat und ich sie abschrecke? Wäre das so viel schlimmer?

Die zweite frage richtet sich an das Anlassen. Ich lass die Klinge 1h bei 200° im Ofen. Soll ich sie danach in Wasser kühlen? Oder an der Luft auskühlen?

Würde mich sehr über Antworten freuen

sanjuro
16.10.10, 20:37
...... Aber ein paar Fragen hab ich noch..... wen(n) ich die Klinge beim Härten erhitze, kann man ja die Härtetemperatur der Klinge anhand der Glühfarbe und an der Entmagnetisierung feststellen. Ich meine, bei Feilenstahl is(t) es um die 820°. Was würde passieren, wen(n) die Klinge aber 900° hat und ich sie abschrecke? Wäre das so viel schlimmer?

Die zweite Frage richtet sich an das Anlassen. Ich lass(e) die Klinge 1h bei 200° im Ofen. Soll ich sie danach in Wasser kühlen? Oder an der Luft auskühlen?.....
Frage 1) könnte man als hypothetisch auffassen. Meine Sorge wäre, dass Deine nächsten Fragen dann die Temperaturen 940° - 960° - 980° usw. betreffen könnten. Bei der von Dir genannten Temperatur von 820°C - oder evtl auch etwas weniger - könntest Du jedenfalls damit rechnen, dass Du eine ordentliche Härte erzielst, denn das ist ja das Ziel. Überzeiten oder zu hohe Temperatur schädigen jedenfalls das Gefüge und verschlechtern das Härteergebnis.

Frage 2) ist hier schon häufig gestellt und beantwortet worden. Abkühlen mit Wasser wird befürwortet.

Gruß

sanjuro

Morty01
17.10.10, 12:54
Danke Sanjuro. Ich weiß viele stellen immer die selben Fragen und es nerft nach ner Zeit die immer zu beantworten vor allem wen es ne Sufu gibt. Aber grad bei so vielen Fragen und offenen Themen is es schwer genau das raus zu finden was man sucht.
Ich bin jetzt auf jeden fall ers mal bedient und bedanke mich bei euch allen für eure schnellen Antworten. Ich hoffe dass das Wetter bald wieder Sonniger wird sonst wird das mit dem Härten dieses Jahr nix mehr..
Also vielen Dank nochmal. Wen ich fertig bin stell ich auch mal ein Bild rein

sanjuro
17.10.10, 13:50
......viele stellen immer dieselben Fragen, und es nerft nach ner Zeit......
Wir haben hier 'Nerfen' aus Kaltarbeitsstahl....

Viel Erfolg!

Gruß

sanjuro