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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Gewindeschneider?



j-o-e
27.12.09, 08:55
Nachdem sich meine M2 Gewindeschneider, nach und nach, durch Bruch verabschiedet haben, suche ich nun eine Empfehlung in diesem Bereich. Brauche sie sowohl für Titan als auch die gängigen Messerstähle.

Wo bezieht ihr gute, bruchfeste, Gewindeschneider in M2?

smastino
27.12.09, 09:26
Hallo j-o-e,

mit Gewindeschneidern/bohrern ist es wie mit Messern, ein "Typ" für alles ist meist nur eine Notlösung.

Grade bei den empfindlichen Größen wie M2 - in Verbindung mit Titan - lohnt es sich einen speziell für dieses Matreial bestimmtes Werkzeug zu kaufen. In Kombination mit dem richtigen Schneidöl spart man sich viel Ärger und auf lange Sicht - trotz der höhere Anschaffungskosten - auch Geld.

Anbieter gibt es viele, ich kauf mein Werkzeug bei Hoffmann da kriegts Du alles, auch eine sehr kompetente tech. Beratung.

Gruß vom Tegernsee

Haudegen
27.12.09, 09:51
Servus,

bruchfeste M2 Gewindebohrer? :staun:

Für Titan würde ich nur den kompletten Satz nehmen, also Vor-, Mittel- u. Fertigschneider.
Hilfreich ist auch, anstatt 1,7mm lieber 1,8mm zu bohren.

Bei Steigerwald gibt es eine Hilfe zum Gewindeschneiden. Verhindert das Verkanten.

Bei Hoffmann braucht man einen Gewerbeschein, leider.

evtl. hier (http://gewindebohrer.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=23_226_227&products_id=1316)

Grüsse, ..

j-o-e
27.12.09, 10:03
Bohren mit 1.7 oder 1.8? Ich hab immer mit 1.6 vorgebohrt, war das jetzt falsch?

Vor-Mittel- und Ferigschneider sind mir bei der Suche jetzt auch untergekommen und ich ahnte schon, daß das wohl doch angebracht sein wird.

Abbrechen durch verkanten kann ich eigentlich (fast) ausschließen, da ich den Gewindeschneider in das Bohrfutter meiner Stand-Bohrmaschine einspanne und das Bohrfutter dann von Hand drehe und das Werkstück parallel zur Auflage nachgeführt wird.

Ich denke halt eben auch, daß meine Gewindeschneider nicht die allerbeste Qualität hatten, doch worauf soll ich denn achten? Bin halt eben kein Metaller. HSS sind sie ja alle, aber heißt das was? Bei Baer steht da HSSG. Was hat das zu bedeuten?

U. Gerfin
27.12.09, 10:37
Bei den kleinen Gewinden ist es sicher besser, etwas größer vorzubohren, also hier mit 1,7 oder noch sicherer 1,8 mm.
Die Gewindeschneider schneiden ja nicht ausschließlich, sondern verdrängen auch einen gewissen Teil des Materials in die späteren Gewindegänge. Deshalb ist es vertretbar, die Vorbohrung etwas größer zu wählen als es dem Kern der Schraube ohne die Gewindegänge entspricht.
Selbst wenn die Gänge durch die Schraube nicht ideal ausgefüllt werden sollten, ist damit nicht viel verloren. Riesenlasten werden auf die Schräubchen wohl nicht einwirken.

Zu den Werkstoffen:
Titan ist nicht gleich Titan. Es gibt sehr unterschiedliche Legierungen mit großen Differenzen in der Festigkeit.
Normales Titan ist im Gegensatz zu seinem Ruf weich, schmiert aber stark. Brüche des Gewindeschneiders beruhen daher wohl weniger auf der Festigkeit des Materials als auf sich verklemmenden Spänen.
Mögliche Abhilfen: größer vorbohren, gutes Schneidöl verwenden, Vorschneider, Nachschneider und Fertigschneider verwenden.

Zum Stahl gibt es wenig zu sagen- gut weichglühen sollte helfen.

Die Gewindeschneidwerkzeuge sind mit Sicherheit n i c h t aus HSS-wenn man die Bezeichnung korrekt nimmt. HSS bezeichnet Hochleistungsschnellarbeitsstähle und damit ist ausschließlich die mögliche Schnittgeschwindigkeit- beruhend auf der Warmfestigkeit- gemeint. Die wird durch Kobaltzusatz zum Schnellarbeitsstahl erzielt und die Kobaltschnellarbeitsstähle sind eindeutig weniger zäh als die entsprechenden kobaltfreien. Kobaltzusatz zu Gewindeschneidern wäre also, da keine Wärmebeanspruchung vorliegt, unsinnig.
Hochleistungsschnellarbeitsstahl klingt aber besser als nur Schnellarbeitsstahl und deshalb hat sich aus Werbegründen die Bezeichnung HSS auch für einfache Schnellarbeitsstähle eingebürgert.

Schnellarbeitstähle sind seit knapp 100 Jahren bekannt und seit gut 50 Jahren technisch ausgereift, sowohl was Legierung als auch was Wärmebehandlung betrifft. Für Gewindeschneider wird mit Sicherheit der Standardstahl 1.3343 verwendet, der für diesen Zweck auch bestens geeignet ist. Gewindeschneider einer namhaften europäischen Firma müßten für die hier in Frage stehenden Arbeiten allemal geeignet sein.

Freundliche Grüße

U. Gerfin

Haudegen
27.12.09, 10:54
.... da ich den Gewindeschneider in das Bohrfutter meiner Stand-Bohrmaschine einspanne und das Bohrfutter dann von Hand drehe und das Werkstück parallel zur Auflage nachgeführt wird.

Da hätt ich bedenken, dass die Feinfühligkeit verloren geht.
Merkt man, ob der Span länger wird u. das Schneiden schwerfälliger?

Grüsse ,...

j-o-e
27.12.09, 10:57
Ja das ist nicht das Problem, das Problem ist meine mangelnde Erfahrung und so muss ich schon mal was in die Lehrgeldkiste werfen:hmpf:

Danke allen schon mal für die Tips und besonders U. Gerfin für die Erläuterungen!

Armin II
27.12.09, 11:02
Ich mach das auch öfters so, dass ich den Gewindebohrer ins Bohrfutter der Bohrmaschine einspanne und dann von Hand drehe.
Und genau aus dem Grund kann ich auch bestätigen dass die Feinfühligkeit hier verloren geht.
Man hat kein Gefühl ob der Widerstand nun vom Gewindeschneiden oder von der Bohrspindel / Riemenantrieb / Motor kommt.

j-o-e
27.12.09, 11:24
Ok, kann ich auch nachvollziehen, hängt aber auch sicherlich von der Bohrmaschien ab. Bei mir ist es ein kleiner Proxxon Bohr-Fräsmotor, der sich leicht dreht, hat ja auch keinen Riemenantrieb. Ich hätte gerade bei den M2 immer Angst, daß ich den Gewindebohrer durch verkanten abzubrechen. :rolleyes:

broihuhn
27.12.09, 11:32
Ja das ist nicht das Problem, das Problem ist meine mangelnde Erfahrung und so muss ich schon mal was in die Lehrgeldkiste werfen:hmpf:

Danke allen schon mal für die Tips und besonders U. Gerfin für die Erläuterungen!

hi joe, die sache mit dem bohrfutter ist schon ganz in ordnung. allerdings nur zum anschneiden der ersten gänge. danach spanne ich das werkstück aus, und schneide mit hilfe eines stiftkloben fertig. so habe ich gutes feingefühl. es gibt noch einen kleinen trick, wenn man mit einem schneidsatz arbeitet. um den richtigen ansatz beim 2ten u. 3ten gang zu bekommen. unter leichtem druck den g-bohrer links herum drehen, bis zu einem spürbaren klicken - dann rechts herum den gang fertig schneiden. um noch einmal auf die kernlochbohrung zurück zu kommen. für mich wäre 1,7mm bei m2 die oberste grenze. bei der steigung von 0,4mm und gewindetiefe von 0,245mm am bolzen tragen die flanken bei 1,8mm kernloch kaum noch. hinzu kommt auch noch, das viele schrauben schon untermaß haben. eimal mit der zange an solch einer fragwürdigen schraubverbindung ziehen - das war es dann. oder beim anziehen mal nicht aufgepasst- bub, schon überdreht.

viele grüße und spaß beim gewindekurbeln- uwe;)

southriver
27.12.09, 12:00
Moin Moin

sehr gute Gewindebohrer stellt die Firma Manigley her.

Schaut mal unter www.manigley.ch

Grüsse aus dem schönsten Bundesland zwischen den Meeren

Gerd