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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer in der BRD, sehr liberal


knifemaniac
23.09.09, 15:12
Hallo,
nachdem hier so viel über die Sinnhaftigkeit des "neuen Messergesetzes" diskutiert wurde:

Wir haben im Vergleich zum Ausland ein sehr liberales Messergesetz in Deutschland. Auch nach dem 1.4. ist es immer noch, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf dem Gebiet der ganzen Bundesrepublik in der Regel kein Problem, ein feststehendes Fahrtenmesser (bis 11,999cm) zu tragen, bzw. "SlipJoints", oder einhändig zu öffnende Messer ohne Verriegelung bzw zweihändig zu öffnende Messer mit Verriegelung. Das ist im Ausland aber eher die Ausnahme.
Ich empfehle die Lektüre des pdf Dokuments vom Messermagazin.
Da gibts aber, von einigen Skandinaviern und Österreich abgesehen, in den meisten Ländern weitaus härtere Gesetze mit weitaus unklareren Formulierungen als hierzulande.

Sicherlich haben auch wir einen Ermessensspielraum und eine schwammige Formulierung, aber gemessen am europäischen Durchschnitt haben wir noch eine große Auswahl an dem, was wir tragen dürfen.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses angeglichen wurde.
Niemand wird auf einer Trekkingtour oder beim Jagen etc. bzw bei der gewerblichen Nutzung eines "Einhand-Messers" verurteilt werden.
Ich lebe in einer großen deutschen Stadt mit einer hohen Kriminalitätsrate (hm, welche wohl...). Ich sehe es eher positiv, das die Polizei nun auch von Seiten des Gesetzes die Möglichkeit hat, gewaltbereiten Jugendlichen im Vorfeld das Messer zu entziehen.
Wer das Messer zur Ausübung von wasauchimmer benötigt, hat somit auch rechtlich "seinen Zweck" gefunden und kann ihn vorweisen und handelt hiermit nicht rechtswidrig.

ich will nicht provozieren, ich will nur darstellen, wie die Situation im Vergleich ist.
ich bitte, auch wenn sich einige auf die Füße getreten fühlen mögen, um eine sachliche Wortwahl.
Dennoch werden jetzt einige "Leute mit solch einer Einstellung" verantwortlich machen für das, was hier in Deutschland passiert. Wenn ihr meint...

..grad an meinen Messern rumbastelnd: Beste Grüße

Wzm
23.09.09, 15:31
Hallo

Schön, daß das mal wer geschrieben hat.
Jetzt sind wir froh, und zufrieden. Der 01.04. war garnicht sooo schlimm.
Wenn dann die Gesetze in Deutschland nach der Wahl weioter verschärft werden geht es den anderen bis dahin bestimmt schon schlechter.
Dann sind wir wieder zufrieden.

So schlimm ist es also nicht sich scheibchenweise seine Rechte beschneiden zu lassen.? Na ja.

manfred

kleinermann
23.09.09, 15:33
Nur weils anderswo noch dunkler ausschaut, heist das nicht das ich das hier gut finden muss.
Bekloppt bleibt bekloppt.
Mir gehts nicht besser mit meinem Hobby , es beruhigt mich nicht das wo anders die Messerfreunde noch schlechter dran sind.

Balzac2m
23.09.09, 15:47
Ich verstehe das auch nicht so ganz.
Natürlich ist es anderswo noch übler, aber das kann doch kein Grund zur Freude sein. Und ich hab nicht weniger oder mehr Angst, weil ich weiß, dass ein krimineller jetzt 2 Hände braucht oder mir 3cm weniger Messer unter die Nase hält. Tödlich ausgehen kann das genauso.

Aber schön, dass du dich jetzt in Sicherheit wiegen kannst. Vielleicht hast du ja ausreichend Brustkorb, dass das Messer erst nach 12cm auf Organe trifft, denn wie jeder weiß, halten sich Menschen, die Andere mit Messer attackieren auch an Gesetze, die sie vermutlich nichtmal kennen.

dcjs
23.09.09, 15:47
Super, dieser Einstellung verdanken wir unsere bescheuerten Gesetze! :super:


:mad:

knifemaniac
23.09.09, 16:06
Da vielen dieses "bescheuerte" Gesetz ein absoluter Dorn im Auge ist:
Was wäre denn für euch das gesetzliche Optimum bezüglich Messer?
Messer jeglicher Größe/Bauart überall erlaubt?

Meine Einstellung hat Auswirkungen auf Gesetze? Interessant.
Grüße

dcjs
23.09.09, 16:14
Da vielen dieses "bescheuerte" Gesetz ein absoluter Dorn im Auge ist:
Was wäre denn für euch das gesetzliche Optimum bezüglich Messer?
Messer jeglicher Größe/Bauart überall erlaubt?

Grüße

Ganz genau. Dafür dann gegen Leute, die wegen Körperverletzung aufgefallen sind, im Zuge der Verurteilung konsequent ein Waffenverbot aussprechen (was meinem Verständnis nach schon heute möglich ist, warum wird davon eigentlich kein Gebrauch gemacht?). Meinetwegen könnte man dann zur einfachen Umsetzung in der Praxis den Betreffenden an einer bestimmten Stelle ein Loch in den Perso stanzen, und schon ist es für den kontrollierenden Beamten ein leichtes, seine zu entwaffnende Klientel zu erkennen und gleichzeitig die anderen in Ruhe zu lassen. Wann hat man noch mal das letzte mal von einem spektakulären Fall gehört, bei dem der Täter nicht einschlägig vorbestraft war? :rolleyes:

Irgendwie zu einfach die Lösung, oder?

knifemaniac
23.09.09, 16:21
Ganz genau. Dafür dann gegen Leute, die wegen Körperverletzung aufgefallen sind, im Zuge der Verurteilung konsequent ein Waffenverbot aussprechen (was meinem Verständnis nach schon heute möglich ist, warum wird davon eigentlich kein Gebrauch gemacht?).

Weil es nicht funktioniert. ich habe nie gesagt das ich dieses Gesetz wie es jetzt besteht, in allen Formen gutheiße.

Wie hier so schön ironisch ausgeführt wurde, ist es auch:
denn wie jeder weiß, halten sich Menschen, die Andere mit Messer attackieren auch an Gesetze, die sie vermutlich nichtmal kennen.


Irgendwie zu einfach die Lösung, oder?
Ja das wäre glaube ich zu einfach.

Ich hab da auch kein Patentrezept, die "alles erlauben"-Regelung ist eben so fehlerhaft wie das aktuell geltende Gesetz.
Hm, wo machen wir die Grenze hin? Na gut, schreiben wir mal... 12cm? Willkürlich gewählt? Vermutlich ja.

Tomcat II
23.09.09, 16:27
Erstens : Die Freiheit stirbt scheibchenweise.

Zweitens: Wie wirksam ein Verbot und eine Stigmatisierung aller ""Waffen"" ist, entnehme man bitte der englischen Tagespresse.

Drittens: Wenn ich mit dem Finger in die Kreissäge gerate, dann freue ich mich nicht darüber, dass es 'nur' ein Finger war und nicht der Arm.

Viertens: Wenn man beobachtet hat, mit welchen 'Argumenten' und 'Experten' das neue Messergesetz zustande kam ...
ich glaub, an diesem Punkt muß ich nicht weiterschreiben.

mfg
Tct

thrawn
23.09.09, 16:30
die "alles erlauben"-Regelung ist eben so fehlerhaft wie das aktuell geltende Gesetz. Was führt dich zu dieser Annahme?

Balzac2m
23.09.09, 16:30
Alles immer führbar, von mir aus ausgenommen Waffen, finde ich aber auch nicht nötig.
Ich finde, es wird einfach zu oft außer Acht gelassen, dass es schon eine Straftat ist, jemanden mit einem Messer zu verletzen. Die wird auch wirklich rigeros geahndet und das ist auch gut so.
Wieviele Fälle wird es also geben, in denen jemand, der bereits einmal jemanden mit einem Messer verletzt hat, das erneut tut, sich aber

dem Gesetz insofern beugt, dass er in Zukunft kein Messer mehr trägt
erwischen lässt, wenn er denn mal eines trägt


Meines Erachtens fehlt die Verhältnismäßigkeit und wegen einiger schwarzer Schafe wird eine riesige Menge an Bürgern eingeschränkt. Bisschen Symptombekämpfung, mehr nicht.
In diesem Fall stimme ich sogar ausnahmsweise mal der GdP zu.

Kein Messer hat jemals jemanden verletzt.

dcjs
23.09.09, 16:32
Weil es nicht funktioniert.

Wieso sollte es schlechter "funktionieren", Leuten, die schon als gewalttätig aufgefallen sind, Waffen zu verbieten, als sie gleich allen Leuten zu verbieten? Ach ja, Kriminelle halten sich tendenziell weniger an Gesetze, deswegen wird der Erfolg bei denen wohl geringer sein... :rolleyes:

Ja das wäre glaube ich zu einfach.
Könntest Du das näher begründen? Würde dann die Welt untergehen, so wie in Österreich, wo quasi "alles" erlaubt ist, oder in Deutschland vor der letzten Verschärfung, als noch marodierende Banden von Jugendlichen mit Einhand-Kampfklappmessern und Machten durch die Strassen gezogen sind? (Die älteren unter uns erinnern sich, aber zum Glück haben wir diese Verhältnisse seit der Verschärfung nicht mehr.)

Nein, diese "Das darf doch nicht erlaubt sein, wo kommen wir denn da hin und überhaupt!"-Argumentation reicht mir nicht für Verbote.

fuchs
23.09.09, 16:36
Was nun hier ablaufen wird, ist voraussehbar: Die Lager werden aufeinander einschlagen.

Das Ein-Mann-Lager wird sich ab und zu melden, noch ein wenig Öl ins Feuer gießen und sich über die zahlreiche Beachtung duch die wütenden Proteste der anderen freuen.

Alle Gesichtspunkte sind bereits bekannt. Sind wir wirklich so blöd, dass wir in jeden Mantel schlüpfen, den man uns hinhält?

chamenos
23.09.09, 16:36
die "alles erlauben"-Regelung ist eben so fehlerhaft wie das aktuell geltende Gesetz.
Wieso?
Ich darf schließlich auch alles Essen und Trinken, was ich im Supermarkt kaufen kann.

.. Na gut, schreiben wir mal... 12cm? Willkürlich gewählt? Vermutlich ja.

Ganz sicher nicht.
Aber mit 12cm sind die bayrischen Trachtennicker alle erlaubt und mit den Jungs aus dem Süden wollte man es sich halt nicht verscherzen.
Das Ganze ist genau Null ein Resultat aus Notwendigkeiten sondern purer Aktionismus gewesen.

In aller Deutlichkeit: Wer glaubt eine schwere Erkältung durch das Verbieten von Schokoladenkosum in den Griff zu bekommen (denn wenn ich die Schoki verbiete wird der Patient ganz bestimmt eher gesundes Obst essen) ist kein Arzt sondern ein Quaksalber.

Gruß
chamenos

Balzac2m
23.09.09, 16:38
Sind wir! :D

Na im Ernst, ich finde das ein gutes Training für's echte Leben, da treffe ich öfters Leute die finden, "dass man da was tun muss". Aber dem Thread würde ich bei einer Schließung auch nicht nachweinen.

knifemaniac
23.09.09, 16:42
Das Ein-Mann-Lager wird sich ab und zu melden, noch ein wenig Öl ins Feuer gießen und sich über die zahlreiche Beachtung duch die wütenden Proteste der anderen freuen.

Nein, ich werde mich nicht darüber freuen, zumal "wütende Prosteste" unpassend wären.
Ja ich werde mich melden, aber nicht um zu provozieren. Das das "neue Gesetz" in einem Messerforum negativ angenommen wird, ist klar.

Auch wenn es komisch klingen mag, Meister Reinecke, aber auch ich sammle Messer,habe sogar nen ziemlichen Messertick, ne Menge Spass daran und setze mich genau wie ihr anderen, mit den rechtlichen Aspekten auseinander.
Ich bin nicht das "andere Lager", von dem du ausgehst, ich bin nicht der "Feind" und auch nicht der Böse, der alle Messer verbieten will.
Ich werde nicht stur meine Front verteidigen, ich versuche mir eine Meinung zu bilden. Ich werde entgegengebrachte Aggression und Provokation nicht bedienen.

Ich möchte einfach nur wissen, was für Alternativen gesehen werden. Wenn so viele dagegen sind muss es auch Meinungen geben, wie es besser gemacht werden könnte.

Wieso?
Ich darf schließlich auch alles Essen und Trinken, was ich im Supermarkt kaufen kann.

Stimmt. Bezüglich Trinken: Allerdings nicht in allen Situationen. Alkoholkonsum ist zum Beispiel im Straßenverkehr nicht so gerne gesehen, obwohl der Kauf und der Konsum generell erlaubt sind.
Ab 18, wohlgemerkt.
Eigentlich sollte auch hier der gesunde Menschenverstand anspringen, scheinbar sind manche Personen auch beim Alkohol nicht in der Lage, selbst die Gefahr zu erkennen. Da muss halt dem Minderbemittelten durch Gesetze nachgeholfen werden. Würde jeder Mensch in jeder Situation pflichtbewusst und rücksichtsvoll handeln, könnten wir uns in der Tat Gesetze sparen. Scheinbar gibt es leider genug der anderen Art.


Aber mit 12cm sind die bayrischen Trachtennicker alle erlaubt und mit den Jungs aus dem Süden wollte man es sich halt nicht verscherzen.

Ernsthaft? DAS war der Grund? Danke Chamenos für die Info.

Balzac2m
23.09.09, 16:55
Achja, eie man es besser macht hab ich noch ausgelassen:

Weniger Geld für Blödsinn ausgeben, mehr Geld für Polizisten und Licht ausgeben.
Ich bin letztens Berlin nachts ernsthaft durch einen Park gegangen, der komplett unbeleuchtet war (und hab auch noch meine Fenix nicht dabei gehabt).

Dunkelheit und Polizeimangel sind doch eher des Messerstechers Freund. Ich träume ja immernoch um den Schutzmann, der in meinem Stadtteil zu Fuß patroulliert. Aber da bei der Polizei offensichtlich gespart wird, wirft man halt ein paar Nebelkerzen gegen Kriminalität.

[Nick]
23.09.09, 17:04
Der Fehler ist, sich um den Inhalt dieses "Gesetzes" zu streiten.
Denn erstens ist der Inhalt derart schwammig, dass Dir kein Mensch sagen kann, was in der Realität rechtsverbindlich gilt, andererseits ist das Ganze Aktionismus pur seitens der Politik.
Es geht um den Effekt beim Wähler, und zwar genau so, wie Du ihn auch beschreibst:
Vorgegaukelte Sicherheit, weil gewaltbereiten Jugendlichen jetzt das Messer weggenommen werden darf. Oberquark, aus drei Gründen:

1. Durfte das die Polizei im Rahmen von Gefahrenabwehr eh schon vorher
2. Wer gewaltbereit und regellos ist, hält sich an das Gesetz eh nicht, oder übt auch ohne Messer Gewalt aus (siehe aktueller Fall Dominik Brunner)
3. Ist es schlicht eine Frechheit, Millionen gesetzestreuer Bürger in ihrer Freiheit zu beschneiden, um ein paar Spinnern entgegenwirken zu wollen

Die Fehler liegen im System ganz woanders:

Ich "betreue" gerade einen jungen Mann, 17 Jahre alt, der in den letzten 5 Monaten durch 4 Straftaten aufgefallen ist. Diebstahl, schwerer Diebstahl, Sachbeschädigung. Zu keiner einzigen dieser Straftaten gab es bisher Anhörungen bzw. gerichtliche Verfahren, das erste wird in circa 6 Wochen beginnen.
Wenn ich meinem Sohn, wenn er seine Schwester ärgert, nächste Woche darüber einen Vortrag halten werde, was meinst Du, was er daraus lernen wird?

chamenos
23.09.09, 17:10
Ernsthaft? DAS war der Grund? Danke Chamenos für die Info.
Was die wirklichen, "ernsthaften" Gründe waren wirst Du wohl nur durch anwenden von "massivem Druck" (oder Verita-Serum:D) von den Verantworlichen erfahren können.


Ich bin letztens Berlin nachts ernsthaft durch einen Park gegangen, der komplett unbeleuchtet war
Sehr verdächtig. Was machst Du nachts in einem Park?
Sowas würde ich verbieten;)

Dunkelheit und Polizeimangel sind doch eher des Messerstechers Freund.
Sind sie nicht. Kein bißchen. Außer in Märchen und schlechten Filmen

Ich träume ja immernoch um den Schutzmann, der in meinem Stadtteil zu Fuß patroulliert.

Erspar dem Hern die Plattfüße. Der kann eine Messerstecherei auch nicht verhindern.

Ich träume von einer Gesellschaft in der Respekt und Verantwortung oberstes Gebot sind und nicht Kontrolle und wirtschaftliches Wachstum.

Gruß
chamenos

Split
23.09.09, 17:11
Ich wäre dafür fast alle Messer zu legalisieren (bis auf Dolche, Butterflys, Faustmesser usw), denn die meisten Messer schließen sich ja eigentlich aus. Die meisten die in der Stadt unterwegs sind oder auf Arbeit sind werden kaum auf den Gedanken kommen ein feststehendes Messer mir 18cm Klinge am Gürtel zu tragen. Denn die Blicke und Sprüche von anderen will sich glaube ich niemand an tun.

dcjs
23.09.09, 17:19
Ich wäre dafür fast alle Messer zu legalisieren (bis auf Dolche, Butterflys, Faustmesser usw), ...
Was ist denn besser geworden, seit die verboten wurden? Ist auch erst ein paar Jahre her, dass dieses Salamischeibchen abgeschnitten wurde. Was hat es gebracht?

Diese Verbotsforderungen aus dem Bauch heraus führen uns schnurstracks zu Englischen Verhältnissen. Unseren Politikern sagt eben ihr Bauch, dass man Bürgern misstrauen und ihnen alles verbieten sollte, was zur Verteidigung taugt.

thrawn
23.09.09, 17:26
Unseren Politikern sagt eben ihr Bauch, dass man Bürgern misstrauen und ihnen alles verbieten sollte, was zur Verteidigung taugt. Sehe ich etwas anders: Unseren Politikern sagt ihr Bauch, dass "solche" Gesetze von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, oder zumindest nicht abgelehnt werden - also werden sie beschlossen, damit man hier was unternommen hat und sich anderen Problemen zuwenden kann ...

Balzac2m
23.09.09, 18:20
Sehr verdächtig. Was machst Du nachts in einem Park?
Sowas würde ich verbieten;)

Ist natürlich wahr, habe mich danach auch geschämt, einen Abendspaziergang zu machen.


Sind sie nicht. Kein bißchen. Außer in Märchen und schlechten Filmen
Natürlich finde ich die Quelle jetzt nicht mehr, aber ich hatte mal einen Artikel + Zahlen darüber, wie man mit besserer Straßenbeleuchtung Kriminalität besser bekämpfen (= verlagern) kann. Als Vergleich waren da zugegebenermaßen Überwachungskameras angegeben, die natürlich geradezu Vorbildcharacter in der NIchtverhinderung von Straftaten haben.



Erspar dem Hern die Plattfüße. Der kann eine Messerstecherei auch nicht verhindern. Ich träume von einer Gesellschaft in der Respekt und Verantwortung oberstes Gebot sind und nicht Kontrolle und wirtschaftliches Wachstum.

Gruß
chamenos

Ja, wenn man's genau nimmt träume ich auch von was anderem als Polizisten im Block. Aber so unter den gegebenen Umständen halte ich das für die angenehmste Art, die Verbrechens- oder zumindest die Aufklärungsrate zu verbessern. Ich stell mir zumindest vor, dass es was brächte. ;)

na, das wird schon langsam offtopic, also hör ich mal auf

gruß
Frederic

Wzm
23.09.09, 18:32
..................
Ich bin nicht das "andere Lager", von dem du ausgehst, ich bin nicht der "Feind" und auch nicht der Böse, der alle Messer verbieten will.
Ich werde nicht stur meine Front verteidigen, ich versuche mir eine Meinung zu bilden. Ich werde entgegengebrachte Aggression und Provokation nicht bedienen...................

.

Ausführlichkeit ist nicht meine Stärke.
Ich wunderte mich nur, daß so ein Beitrag jetzt kommt.
Vor dem 1.4. war in fast ganz Europa die Gesetzeslage strenger als in Deutschland. Also nichts neues.
Neu ist Deine Feststellung also nicht, Da darf man sich schon etwas wundern. Das das ganze dann als `das ist doch nicht so schlimm`verstanden wird ist schon klar.

Manfred

First_Blood
23.09.09, 20:37
Wir haben im Vergleich zum Ausland ein sehr liberales Messergesetz in Deutschland. Auch nach dem 1.4. ist es immer noch, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf dem Gebiet der ganzen Bundesrepublik in der Regel kein Problem, ein feststehendes Fahrtenmesser (bis 11,999cm) zu tragen...

Aber bloß nicht sichtbar! Sonst fühlen sich einige Polizisten wieder genötigt, dir dieses gem. WaffG erlaubte Messer zur "Gefahrenabwehr" abzunehmen, weil kein "normaler" Mensch mit einem feststehenden Messer am Gürtel durch die Stadt läuft! (Nachzulesen in einem bekannten Polizeiforum)



Ich wäre dafür fast alle Messer zu legalisieren (bis auf Dolche, Butterflys, Faustmesser usw), ...

Was ist denn besser geworden, seit die verboten wurden? Ist auch erst ein paar Jahre her, dass dieses Salamischeibchen abgeschnitten wurde. Was hat es gebracht?


Sehe ich genauso! Die "Kriminalität mit Messern" ist doch laut den Politikern seit dem Butterfly-Verbot bundesweit stark angestiegen. Das wurde ja idiotischerweise als Begründung für die Erforderlichkeit einer weiteren Verschärfung genannt, obwohl gerade diese (angebliche) Entwicklung zeigt, dass man mit strengeren Gesetzen keine (Messer-) Kriminalität verhindern kann! :irre:

Gesetze schränken nur gesetzestreue Bürger ein!

Fazit: Seit dem 01.04.08 werden die verantwortungsbewußten Messer-Träger stark eingeschränkt (selbst wenn sie gem. WaffG "legale" Messer führen), während die Kriminalität durch solche Maßnahmen nicht zurück geht. Tolles Gesetz! :mad:

bigbore
23.09.09, 23:15
@knifemaniac

Hallo TROLL
:teuflisch


@all
macht euch keine Mühe, er wird es nicht verstehen. (Wollen)

smeagolvomloh
23.09.09, 23:46
Zitat First_Blood:
Aber bloß nicht sichtbar! Sonst fühlen sich einige Polizisten wieder genötigt, dir dieses gem. WaffG erlaubte Messer zur "Gefahrenabwehr" abzunehmen, weil kein "normaler" Mensch mit einem feststehenden Messer am Gürtel durch die Stadt läuft! (Nachzulesen in einem bekannten Polizeiforum)

Wobei es sich hier um eine unrechtmäßige Maßnahme handeln würde. Die Sicherstellung zur Gefahrenabwehr setzt nach den verschiedenen Polizeigesetzen der Länder eine konkrete Gefahr voraus. Die o.g. Begründung ist dafür mehr als schwach. Über die generelle Qualität der Beiträge im genannten Forum kann ich sowieso nur den Kopf schütteln, wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich der Zunft angehöre!

Zum Eingangsbeitrag möchte ich sagen, dass das Waffengesetz hinsichtlich der Messerthematik bis zum "bösen April" tatsächlich im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarländern recht liberal war.

Europäische Vereinheitlichung bedeutet aber nicht, dass man die Rechte von Bürgern auf ein gesamteuropäisches Niveau einschränken muss! Für die Einfuhr von Karamellbonbons mag die Angleichung der Gesetze der europäischen Nachbarstaaten ja sinnvoll sein, für die Angleichung der Freiheitsrechte der Bürger keineswegs!

Was mich am meisten ärgert ist, dass mit der Verschärfung des deutschen Waffengesetzes ein Problem angegangen werden sollte (Jugendkriminalität, Bedrohungsszenarien, ...), dessen Auswirkungen aber in erster Linie nicht die "Problembären" treffen, sondern "mich" und alle anderen friedlichen Bürger in unserem Land!

Dazu kommt noch die schwammige Formulierung des §42a WaffG!

Aus dienstlicher Sicht hat sich jedenfalls an den Problemen nichts geändert. Ich muss sogar feststellen, dass sich die "Problembären" allmählich ihre eigenen Lücken im neuen Waffengesetz suchen. Genauso wie hier häufig über die "legalen" Gründe (berechtigtes Interesse) diskutiert wird, haben sich auch diejenigen angepasst, die eigentlich im Fokus der Gesetzgebung stehen sollten.

Kleines Beispiel:
Nächtliche PKW-Kontrolle, in der Mittelkonsole ein Zweihänder über 12 cm Klingenlänge, daneben ein geschnitzter Holzknüppel, der PKW-Führer ein bekannter Einbrecher und Gewalttäter. Auf Nachfrage wird das Messer zum Angeln benutzt und der Knüppel zum Betäuben der Fische. Ja nee - is klar! Der Bursche hat alles richtig gemacht!

elk
23.09.09, 23:53
ich sehe das ganz pragmatisch:

wenn ich in den wald gehe, möchte ich am gürtel ein messer tragen. und ich möchte nicht vorher überlegen, ob ich das darf, wenn es 12cm lang ist und nicht darf, wenn es 12,1cm lang ist. oder gar länger...

auf dem weg zum supermarkt brauche ich kein messer am gürtel tragen. wozu auch. da nehme ich es ab und stecke es in den rucksack.

aber auch jetzt mag ich mir darüber keine gedanken machen, ob ich das darf oder nicht. ich mag nach einem langen waldspaziergang in den nächsten supermarkt gehen um mir eine flasche wasser zu kaufen. unabhängig davon, wie lang die klinge meines messers im rucksack ist bzw. ob der rucksack sich abschließen läßt oder nicht.

der ganz normale, vernunftbegabte messer-besitzer wird sein messer als werkzeug betrachten und nicht auf die idee kommen, damit eine straftat zu begehen.

warum also sollen alle diese ganz normalen menschen per gesetz mit kriminellen in einen topf geworfen werden, die ihr messer als tatwaffe mißbrauchen?!

siggii42
24.09.09, 08:27
Was ist denn besser geworden, seit die verboten wurden? Ist auch erst ein paar Jahre her, dass dieses Salamischeibchen abgeschnitten wurde. Was hat es gebracht?



Nichts! :argw:

Und wenn jemand ein Messer mit sich trägt, dann tut er es, auch wenn es
verboten ist. Das bringt dann wirklich nichts. Und die Möglichkeit ein
Messer abzunehmen, bestand auch vorher schon...

luftauge
24.09.09, 08:52
Was hat es gebracht?


Es hat eine weitere Kostenquelle beseitigt.
Mit Hilfe dieser Generalermächtigung kann man andere gesetzlich durchführbare Maßnahmen einsparen, die so oder so schon lange wegen Personalabbau und Einsparungen nicht mehr durchgeführt werden können.

Man hat mit einem Taschenspielertrick ganz einfach den Rechtsweg verkürzt, bzw. abgesperrt, indem man einen Erklärungsnotstand ins Gesetz aufgenommen hat. Dass dabei die Unschuldsvermutung auf der Strecke bleibt, fällt in die Kategorie "Kollateralschaden".

Gruß Andreas

knifemaniac
24.09.09, 09:51
Schade, dass hier jemand die Troll-Bombe geworfen hat, wer nicht sachlich diskutieren möchte, bzw es nicht kann, sollte einfach nichts schreiben. Da kam die große Langeweile auf, hm? Ist ja auch einfach: Klar stehe ich hier mit meiner Ansicht wie ein Jäger auf nem Veganertreffen.

Da kann man ja mal eben seine paar primitiven Zeilen Hass abladen. Schadet ja nicht, einfach mal draufknüppeln ohne versuchen zu wollen, die Argumente zu verstehen.

Es scheint für die einfach gestrickteren Charaktere nicht zu verstehen zu sein: Ich will hier keine Waffen verdammen oder Anti-Waffen-Gesetze glorifizieren, ich sammel die selbst. (s.o.)
Ursprünglich wollte ich eure Ansichten zu dem Thema wissen, bzw die Abstufungen der Ansichten, denn der Grundtenor war ja zu Beginn klar: "Messereinschränkung? Dagegen."
Dennoch danke für die diversen Ansichten zum Thema, die ihr geschrieben habt, auch für die Hassparolen, die mich erreicht haben.

mit scharfen Grüßen

dcjs
24.09.09, 10:28
...wer nicht sachlich diskutieren möchte, bzw es nicht kann, sollte einfach nichts schreiben. ...
Dann geh doch bitte zunächst mal auf den Beitrag #12 (http://www.messerforum.net/showpost.php?p=618444&postcount=12) und die anderen Fragen, was Verbote konkret bringen sollen, ein. Von dir kam bisher nur "funktioniert nicht", "zu einfach" und "habe kein Patentrezept", an sachlichen Argumentenaber bisher exakt gar nichts.
Du bist derjenige, der etwas verbieten möchte, dafür musst Du dich rechtfertigen. So und nicht andersrum wird in einem Staat mit "freiheitlich-demokratischer Grundordnung" ein Schuh draus. ;)

axegrinder
24.09.09, 10:41
Gerade weil Knifemaniac kein Patentrezept kennt, hat er doch erst diese Diskussion hier angeregt, damit die Teilnehmer ihre Meinung äußern können.
Das Gespräch sollte sich auf die Details des Waffenrechts konzentrieren und nicht in ein Knifemaniac-Bashing ausarten (ist es ja teilweise leider schon).

knifemaniac
24.09.09, 10:48
Du bist derjenige, der etwas verbieten möchte

ICH will nichts verbieten. Bitte lies mein Geschriebenes. Bitte,bitte lies und verstehe. Ich muss dich aufklären: ich bin nicht Herr Körting, auch wenn deine Posts scheinbar so gerichtet sind, als sei ich derjenige, der dieses Gesetz verfasst hat.
ich muss dich enttäuschen, soviel Einfluss habe ich nicht, und ich maße mir auch nicht an, eine Lösung zu finden, die für alle passend und bequem ist.
Bitte versuche meine Sicht zu verstehen, wenn du etwas nicht ganz verstehst, oder falsch verstehen könntest, frag noch mal kurz nach, bevor du die Keule hervorholst.

Knifemaniac beteiligt sich sachlich und intelligent an dieser Diskussion. Manch anderer in diesem Thread tut das leider nicht.
Außerdem haben einige Diskussionsteilnehmer offensichtlich Probleme Knifemaniacs eigentlich klare Formulierungen richtig zu verstehen.
Das mit dem Troll ist unter aller Kanone.
Dankeschön.

Ich bin einfach für Gewaltprävention und Sicherheit in deutschen Großstädten. Und nochmal für die diversen Herren, die es nicht verstehen: Ich finde das Gesetz in seiner jetzigen Form mit den Angaben sehr unreif.
Ihr mögt auf dem Land leben, da wird auch nicht kontrolliert und Gewalt mit Waffen ist nicht das große Thema, aber wenn man selbst erlebt, wie einem Kommilitonen ein Messer an den Hals gehalten wird nach nen Kneipenbesuch, sieht man sein eigenes Hobby Messer plötzlich aus einer anderen Sichtweise.

Wie gesagt, das sich Gewalttäter über Gesetze, auch über Messerverbote hinwegsetzen, unterschreibe ich so.

luftauge
24.09.09, 10:52
der Grundtenor war ja zu Beginn klar: "Messereinschränkung? Dagegen."

Der Grundtenor hat sich nicht geändert, und die Begründung dafür ist mehrfach gegeben worden.
- die Zielgruppe wird nicht tangiert, bzw. lässt sich nicht tangieren
- die Nicht-Zielgruppe ist betroffen und wird immer wieder gern in den Fokus genommen
- die Änderung hat zur viel gepriesenen Erhöhung der öffentlichen Sicherheit genau Null beigetragen
- Polizei kassiert im Zweifel/je nach Kontrollbeamten Messer ohne Ansehen der Person oder Anhörung der Gründe zum Führen des Messer der eigenen Wahl - der erste und immer gültige Zweck, des "Schneidens von was-wo-wieauchimmer mit dem Messer der eigenen Wahl" zählt nichts mehr.
- Rechtsgrundlage zur Einziehung von Messern gab es vorher auch schon
- den Zwang, einen Grund zum Führen angeben zu müssen/können, dagegen nicht

Gewaltprävention ?
Die fängt zuhause in der Erziehung an, öffentlich/rechtlich wird das nicht, wie denn auch, mit immer weniger Personal, was auch nach öffentlichem Dienst bezahlt werden muss...

Das geänderte Gesetz geht komplett an der Realität vorbei.
Jetzt kommst Du :hmpf:

Gruß Andreas

dcjs
24.09.09, 11:03
Was möchtest Du denn dann überhaupt erreichen oder aussagen? "Die Gesetze heir sind zwar doof, aber wo anders sind sie noch doofer, deswegen beschwert euch mal nicht."? Im Moment habe ich ein massives Problem, "deine Sicht" zu verstehen, da Du sie uns nicht verrätst. Ich kann aus deinen Beiträgen nur schließen, dass Du einen Teil der jetzigen Verbote für sinnvoll erachtest.

Ich bin einfach für Gewaltprävention und Sicherheit in deutschen Großstädten.

Daraufhin wurde jetzt schon mehr als einmal die Frage gestellt, welche der zahlreichen Verbote sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen haben. Dazu kommt nach wie vor nichts. Da muss es nicht verwundern, wenn sich hier einige an unsere lieben Politiker erinnert fühlen, die eben mit dem Argument "Gewaltprävention" ständig neue Verbote erfinden, uns aber nicht verraten, wo der kausale Zusammenhang zwischen diesen Verboten und dem proklamierten Ziel liegen soll.

knifemaniac
24.09.09, 11:09
Gewaltprävention ?
Die fängt zuhause in der Erziehung an, öffentlich/rechtlich wird das nicht, wie denn auch, mit immer weniger Personal, was auch nach öffentlichem Dienst bezahlt werden muss...


Danke für einen Post ohne große Stichelei und Beleidigung.
Erziehung? Ja da gebe ich dir recht, das wäre ein Ansatzpunkt.
Da ich ja schon an den Änderungen des Messergesetzes schuld bin, hab ich etwa mit der Erziehung auch noch was am Kopf?

Das mit der Erziehung bekommst du nicht rechtlich hin, das Führungsverbot mancher Messertypen scheint eine Verzweiflungstat der Politik zu sein, so die Symptome dessen, was schon viel früher in der Kaskade aus dem Ruder gelaufen ist, bekämpfen zu wollen.

In einer Gesellschaft, die auf gegenseitiger Achtung und Respekt basiert, die über Probleme redet, statt ausfallend und beleidigend zu werden, da könnte man in der Tat alles an Messern erlauben, weil es kaum zu Eskalationen käme.

Aber schon in einer Mikro-Gesellschaft wie diesem Forum wird erstmal geprügelt, bevor die Argumente des anderen im eigenen Hirn angekommen, verarbeitet und verstanden wurden.
Aber das ist auch das Problem einer Diskussion in Internetforen: zu schnell wird was falsch verstanden und dann erstmal aus allen Rohren auf den vermeintlich TROLL gefeuert.

Es wird immer Spannungen geben, aus finanziellen Gründen, aus der Stellung in der Gesellschaft.
Mancheiner hat es halt nie gelernt, über Konflikte zu reden, da wird dann beleidigt, provoziert und zu einem Argumenteverstärker (=Waffe)gegriffen, wenn man am Ende seiner Redekunst angelangt ist.

Lass es mich recht offen formulieren: Ich bin für jede Aktion, die es sicher verhindert, dass ich oder Leute die mir nahe stehen, ein Messer zwischen die Rippen bekommen, während sie einen öffentlichen Platz aufsuchen.
Zum Thema "sinnvoll": Ich sage ja, das das Gesetz massive Lücken hat, und deswegen habe ich diese Diskussion angeworfen. Nur da man familiär etc. keine Handhabe hat, muss sich halt gesetzlich ein Weg finden lassen.

Erneut: Ich stehe da eben so hilflos und überlege mir: was bringt das Gesetz in der jetzigen Form? Wie wirkt es auf solch Unterschichtenindividuen, die es vermutlich nicht mal kennen. Kaum bis gar nicht, wirst du jetzt sagen. Recht hast du.
Nur mich überkommt Hass und Wut, wenn ich eine Gruppe Pitbullhosenträger das Messergeschäft, in dem ich mir eben ein neues Sammlermesser anschaue, betreten sehe, die explizit nach nem Karambit fragen, und solche Sprüche loslassen wie: "Boah, damit kannst den voll aufschlitzen, Alda." Was sind das für Menschen?

Wenn jemand ein Patentrezept hat, bitte, lasst es mich wissen, denn ich habe es nicht. Ich hatte gehofft hier unter gleichgesinnten Messerfreaks sachlich über diese Thematik reden zu können, doch ich werde begrüsst wie der Nichtraucher im Raucherforum (um die Veganer mal sein zu lassen).

Grüße

Turion
24.09.09, 11:34
Hallo knifemaniac und alle anderen,

mir gefällt die Verschärfung des Waffenrechts ganz gut.

Die Polizei kann den Zombies jetzt leichter ein Bußgeld aufdrücken oder die Stichwerkzeuge wegnehmen.

Mich betrifft das jetzt nicht, bin aber auch kein Zombie. Kontrollen beim Nicht-Zombie sind relativ selten, um nicht zu sagen unwahrscheinlich.

Einen Rechtfertigungsnotstand sehe ich nicht. Einen Combat-Folder holt man einfach nicht aus der Tasche. Es sei denn, man möchte als Messer-Freak eingestuft werden. Für die alltäglichen Schneidaufgaben würde ich persönlich nur mein Schweizer Victorinox/Wenger nutzen.

Das schon ältere Verbot der Butterflies und der Automatikmesser halte ich für nicht gelungen. Der Gesetzgeber hat wohl zu viel Kino geschaut. Da holt der Bösewicht gerne sein Butterfly raus und spielt vor seinem Opfer damit rum. Das Öffnen verrät seine Absicht und gibt dem Gegenüber somit Gelegenheit, sich auf die Messerattacke vorzubereiten. Beim Automatik genauso (KLACK!). Ein wahrer Messerstecher schlägt immer verdeckt zu.

Darüber hinaus sind die verbotenen Messer umso attraktiver geworden. Wenn etwas verboten ist, dann muss ich es einfach haben.

Gruß

pitter
24.09.09, 11:36
Das mit der Erziehung bekommst du nicht rechtlich hin, es scheint eine Verzweiflungstat der Politik zu sein, da so die Symptome dessen, was schon viel früher in der Kaskade aus dem Ruder gelaufen ist, zu bekämpfen.

"Das mit der Erziehung" bekommt man sicher nicht rechtlich hin, aber sehr wohl kann man die Situation mit den Mitteln der Politik verbessern. Ganz banal könnte man damit anfangen, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Und zwar ab Null, denn mit fünf ist die Nummer mehr oder weniger gegessen.

Red mit Erziehern, Lehern (speziell welchen für Sonderpädagogik), Streetworkern, Psychologen in Jugendeinrichtungen oder im Knast, mit Jugendrichtern oder Kriminalisten. Die können Dir alle ganz konkrete Maßnahmen nennen, mit denen man gegen Gewalt gerade bei Jugendlichen arbeiten kann. Wohl wissend, dass sie damit eigentlich mindestens zehn Jahre zu spät anfangen. Das sind Maßnahmen, die ganz klar von der Politik begonnnen und gesteuert werden können. Aus der Verantwortung kommen die auch nicht raus. Und eine Änderung des WaffG ist eben keine Maßnahme.

Alles andere, wie...

In einer Gesellschaft, die auf gegenseitiger Achtung und Respekt basiert, die über Probleme redet, statt ausfallend und beleidigend zu werden, da könnte man in der Tat alles an Messern erlauben, weil es kaum zu Eskalationen käme

kommt dazu. Aber das banalste, einfachste, erstmal zwingend notwendige ist schlicht, dass all den von mir erwähnten Personengruppen mehr Geld, mehr Personal, bessere Betreuung (!) zur Verfügung gestellt wird. Wenn da nichts passiert, kann man sich das ganze Gelaber sparen.



Nur mich überkommt Hass und Wut, wenn ich eine Gruppe Pitbullhosenträger das Messergeschäft, in dem ich mir eben ein neues Sammlermesser anschaue, betreten sehe, die explizit nach nem Karambit fragen, und solche Sprüche loslassen wie: "Boah, damit kannst den voll aufschlitzen, Alda." Was sind das für Menschen?

Idioten? Glaubst Du, die sind ohne Kerambit schlauer?

Solche Betrachtungen bringen nichts. Irgendwann bist Du bei dem Kumpel, der mit einem Messer erstochen wurde, und dass das sicher nicht passiert wäre, wenns keine Messer gäbe. Stimmt. Und?

Pitter

Messerjocke2000
24.09.09, 11:38
Das mit der Erziehung bekommst du nicht rechtlich hin, das Führungsverbot mancher Messertypen scheint eine Verzweiflungstat der Politik zu sein, so die Symptome dessen, was schon viel früher in der Kaskade aus dem Ruder gelaufen ist, bekämpfen zu wollen.

Völlig korrekt.

Mancheiner hat es halt nie gelernt, über Konflikte zu reden, da wird dann beleidigt, provoziert und zu einem Argumenteverstärker (=Waffe)gegriffen, wenn man am Ende seiner Redekunst angelangt ist.

Auch völlig richtig. Daher wäre auch z.B. ein Unterricht in Deeskalation/Diskussion/Rhetorik in der Schule sinnvoll.
Ein Verbot von Tatmitteln ist es nicht.

Lass es mich recht offen formulieren: Ich bin für jede Aktion, die es sicher verhindert, dass ich oder Leute die mir nahe stehen, ein Messer zwischen die Rippen bekommen, während sie einen öffentlichen Platz aufsuchen.

Das wären wir alle, glaube ich. ABER. Dafür muss man erst mal feststellen, ob so eine Massnahme nötig (die Kriminalität ist seid Jahren rückläufig), Wirksam (schwierig, zugegeben) und Verhältnismässig (Abwägung zwischen erwartetem Zugewinn an Sicherheit und Einschränkung der persönlichen Freiheit) ist.


Erneut: Ich stehe da eben so hilflos und überlege mir: was bringt das Gesetz in der jetzigen Form? Wie wirkt es auf solch Unterschichtenindividuen, die es vermutlich nicht mal kennen. Kaum bis gar nicht, wirst du jetzt sagen. Recht hast du.
Eben. Und da ist eine Verschärfung nicht sinnvoll. Wenns nicht funktioniert, sollte man überlegen, ob man ein Verbot nicht einfach zurücknimmt (wie in der Schweiz).



Ich hatte gehofft hier unter gleichgesinnten Messerfreaks sachlich über diese Thematik reden zu können, doch ich werde begrüsst wie der Nichtraucher im Raucherforum (um die Veganer mal sein zu lassen).

Bezüglich des Verbots sind die meisten hier empfindlich, stimmt. Die meisten sind es aber auch schlicht leid, ständig "Rückzugsgefechte" führen zu müssen.
Woanders ist es schlimmer, es hätte schlimmer kommen können etc. pp.

Verbote helfen nicht. Punkt.
Vielleicht sollten wirs einfach mal ausprobieren, Messer komplett aus dem WaffG zu streichen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Kriminalität nicht ansteigen würde.

Kilian

siggii42
24.09.09, 11:40
Hallo knifemaniac und alle anderen,

mir gefällt die Verschärfung des Waffenrechts ganz gut.

Die Polizei kann den Zombies jetzt leichter ein Bußgeld aufdrücken oder die Stichwerkzeuge wegnehmen.

Mich betrifft das jetzt nicht, bin aber auch kein Zombie. Kontrollen beim Nicht-Zombie sind relativ selten, um nicht zu sagen unwahrscheinlich.

Gruß

Was soll das denn?

Das geht ja mal völlig in die falsche Richtung!

Um Bußgelder geht es nicht, diese liegen der Intention des Gesetzes
nicht zugrunde. Und Messer konnte die Polizei auch vorher ohne weiteres
abnehmen, zumindestens für die vom § 42a eigentlich gemeinten
Situationen. Das ist nicht Neues!

Aber neu ist, dass nun umsomehr Unbetroffene von den Kontrollen
betroffen sind und sein werden. Unwahrscheinlich? Nein! Ganz und
gar nicht. Sondern sogar gesetzlicher Auftrag, dank § 42a!

knifemaniac
24.09.09, 11:48
Eben. Und da ist eine Verschärfung nicht sinnvoll. Wenns nicht funktioniert, sollte man überlegen, ob man ein Verbot nicht einfach zurücknimmt (wie in der Schweiz).
(.....)
Vielleicht sollten wirs einfach mal ausprobieren, Messer komplett aus dem WaffG zu streichen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Kriminalität nicht ansteigen würde.


Verbote zurücknehmen? Ist in der BRD so wahrscheinlich wie das Senken der Mehrwertsteuer nach der Wahl und das Senken der Neuverschuldung.
Das Einräumen von eigenen Fehlern ist ein Zeichen von Stärke, allerdings wirst du das nicht erleben.
Menschen, die sich zu Millionen aus der Bildzeitung informieren, kannst du nicht mit Fakten kommen.
Die wollen ein einfach gestricktes System: jemanden der schuld ist an der Misere in diesem unserem Land, wirf ihnen ein Opfer (Politiker, Erzieher, Lehrer, _______) hin und es wird gut sein.
Brot und Spiele, das klappt seit 1000enden von Jahren, lenk das Volk ab, sonst beginnt es womöglich zu denken.

Storky
24.09.09, 11:51
Auch du fühlst dich provoziert, ich versuche sachlich zu diskutieren.
Grüße

Öhm, nee eigentlich nicht.

Du hast deine Meinung, ich habe meine und gut is'.

Was mich eher nervt ist die Tatsache, das manch einer, der in der Kaufberatung einen Newbie auf die aktuelle Gesetzeslage hinweist sofort Prügel einfährt, weil
"... schon tausendmal bis zum Erbrechen ergebnislos diskutiert..."
ihr hier aber das Thema eben zum tausendsten Mal durcheiert.
Anderer Ausgangspunkt aber selbes Ergebnis.
Ich will aber keinem den Spass verderben, macht weiter :D

Grüße

Markus

knifemaniac
24.09.09, 11:56
Du hast deine Meinung, ich habe meine und gut is'.

Nein, ich bin grade dabei, mir eine Meinung zu bilden und sie mit den schlüssigen Argumenten anderer Forumiten zu formen und weiterzuentwickeln, indem ich die Gesichtspunkte der anderen miteinfließen lasse.
Gruß

dcjs
24.09.09, 11:58
Storky,

lies mal deine Signatur, dann verstehst Du, warum sich hier einige so aufregen. ;)

Ookami
24.09.09, 12:06
Die Situation ist sicherlich de jure besser als in anderen Ländern Europas.

De facto kommt so etwas wie in Post #25 (http://www.messerforum.net/showpost.php?p=618554&postcount=25) oder in diesem Thread (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=61700) raus, wo ein MSE trotz berechtigtem Interesse (Brotzeit) eingezogen wurde.

Polizisten sind sich wg. des neuen Gesetzes unsicher und kassieren mehr Messer ein als notwendig. Für die Polizisten schafft diese Handlungsweise eine win-win-Situation, denn wenn sie das Messer einziehen, passiert doch folgendes:
- Otto Normalverbraucher schätzt es dank der Medienberichterstattung, wenn die Polizei Messer einzieht, weil er sich dann sicher fühlen kann
- wenn das Messer zu unrecht eingezogen wurde, kann sich der Betreffende ja an das Gericht wenden, um es wiederzubekommen
- wenn der Richter dann nach Körtingscher Schule entscheidet, dass das berechtigte Interesse doch nicht so berechtigt war, hat man eben Pech und der Polizist fühlt sich bestätigt

Das Problem ist der Interpretationsspielraum des Gesetzes, sehr großzügig ausgelegt, hätte ich damit kein Problem. Dann würden den bösen Buben die Messer weggenommen und alle anderen würden in Frieden gelassen.
In einer Interpretation die Herrn Tölle vermutlich gefiele, würde ich ein Einhandmesser in einem verschlossenen Behältnis transportieren, aus diesem zur Nutzung entnehmen und danach sofort wieder verstauen. Man könnte durchaus argumentieren, dass man nicht den ganzen Tag ein Einhandmesser führen muss, um mittags einen Apfel zu schälen.

Dass wir im europäischen Vergleich relativ glimpflich davon gekommen sind, verdanken wir, wie schon erwähnt, den Konservativen aus dem Süden und den Liberalen. Die ursprünglichen Gesetzesentwürfe von SPD, Grünen und der Linken gingen wesentlich weiter als die aktuelle Version. Das Problem sind die Kreuzritter, wie Körting mit seinem Schildknappen Tölle, die sich mit Messerverboten profilieren wollen. Für diese ist das aktuelle Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung, aber stillhalten werden sei deswegen noch lange nicht - sie wollen mehr.

Sinn und Unsinn wurden schon breit diskutiert. Meine Meinung dazu ist, dass ein Verbot von Blankwaffen keinen Sinn hat, denn jeder Baumarkt bietet funktionelle Äquivalente im Überfluss. Sogar in Gefängnissen, wo gefährliche Gegenstände ja naturgemäß verboten sind, werden am laufenden Band Waffen improvisiert.
Als das Führen von Blankwaffen noch erlaubt war, hat man auf der anderen Seite auch keine Leute auf der Straße gesehen, die mit Helmbarte oder Bidenhänder durch die Straße laufen (außer bei einem historischen Spektakulum). Wieso also etwas verbieten, was eigentlich kein Problem ist?

Puuh, das war ein langer Post, aber ich wollte eigentlich nur sagen, dass mich die Augenwischerei und Unverhältnismäßigkeit stört. Augenwischerei, weil der Vergleich mit anderen Ländern eigentlich nahelegt, alle Messer zu erlauben, um die Kriminalität zu senken, siehe Österreich und England (ich bin mir bewusst, dass diese Kausalität in gewisser Weise ein statistisches Artefakt ist, aber wenn Politiker Milchmädchen spielen wollen, kann ich das auch). Unverhältnismäßigkeit deshalb, weil ich als Kampfsportler unter keinen Umständen an Wurfsterne komme, währendessen ich mir als Sportschütze legal mehrere Pistolen beschaffen kann, die wesentlich gefährlicher als Wurfsterne sind, weil leichter zu bedienen bei höherem Wirkungsgrad.


Ookami

Storky
24.09.09, 12:10
Nein, ich bin grade dabei, mir eine Meinung zu bilden und sie mit den schlüssigen Argumenten anderer Forumiten zu formen und weiterzuentwickeln, indem ich die Gesichtspunkte der anderen miteinfließen lasse.
Gruß

Clever! Nee, ist ernst gemeint!
Wenn du einfach gefragt hättest, wie liberal die Anderen das deutsche Recht im Vergleich zu anderen Ländern sehen,
hätte dir nach spätestens fünf Minuten ein Mod den Thread zu gemacht mit dem Hinweis "alles schon diskutiert".
Dadurch das du hier provozierst (ich weiss, du willst nicht provozieren :super:) , bekommst in kurzer Zeit viel Feedback.
Chapeau!


Storky,

lies mal deine Signatur, dann verstehst Du, warum sich hier einige so aufregen. ;)

:D Touché :D

Viele Grüße

Markus

PS: Fuchs hat immer noch recht.

siggii42
24.09.09, 12:18
Polizisten sind sich wg. des neuen Gesetzes unsicher und kassieren mehr Messer ein als notwendig. Für die Polizisten schafft diese Handlungsweise eine win-win-Situation,...

Ookami

Das ist einfach Quatsch!

Für einen Polizisten ist es eine reine Zusatzbelastung und nichts anderes!
Schwammige Forumulierungen im Tatbestand und den Unmut des Bürgers,
sind nicht gerade hilfreich für eine gute Arbeit. Das Gesetz trifft
erstens den Falschen und bringt um Grunde genommen nichts als
Ärger und Arbeit!:mad:

Wzm
24.09.09, 12:30
...........Da kann man ja mal eben seine paar primitiven Zeilen Hass abladen. Schadet ja nicht, einfach mal draufknüppeln ohne versuchen zu wollen, die Argumente zu verstehen.

Es scheint für die einfach gestrickteren Charaktere nicht zu verstehen zu sein: .................

mit scharfen Grüßen

Man lese und staune


Danke für einen Post ohne große Stichelei und Beleidigung.


Auch du fühlst dich provoziert, ich versuche sachlich zu diskutieren.
Grüße

Ist der Verfasser der beiden unteren zitierten Texte der selbe wie der des ersten?

luftauge
24.09.09, 12:36
...
Da ich ja schon an den Änderungen des Messergesetzes schuld bin, hab ich etwa mit der Erziehung auch noch was am Kopf?Habe ich Dir das unterstellt ?
Das sind alles olle Kamellen, die hier schon zigfach durchgekaut wurden. Dass Erzeihung rechtlich nicht hinzubekommen ist, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis, im Gegenteil:
Die für Erziehung Verantwortlichen werden rechtlich, d.h. von der Politik im Stich gelassen. Auch das ist schon mehrfach in verschiedenen threads angesprochen worden. Ist hier im Forum nachzulesen.

Das mit der Erziehung bekommst du nicht rechtlich hin, das Führungsverbot mancher Messertypen scheint eine Verzweiflungstat der Politik zu sein, so die Symptome dessen, was schon viel früher in der Kaskade aus dem Ruder gelaufen ist, bekämpfen zu wollen.

Ist ebenfalls eine olle Kamelle. Es ist nicht nur scheinbar eine Verzweiflungstat, es *ist* definitiv eine, trotzdem ist sie ohne Sinn und Verstand. Aber nicht aus echter Verzweiflung, sondern mit Berechnung. Man kann nämlich nicht unbemerkt neue Fehler machen, um frühere andere Fehler zu kaschieren. Das funktioniert nicht.

Dann gilt das folgende nämlich zuerst für dich selbst:

Aber schon in einer Mikro-Gesellschaft wie diesem Forum wird erstmal geprügelt, bevor die Argumente des anderen im eigenen Hirn angekommen, verarbeitet und verstanden wurden.
Aber das ist auch das Problem einer Diskussion in Internetforen: zu schnell wird was falsch verstanden und dann erstmal aus allen Rohren auf den vermeintlich TROLL gefeuert.

Der Vorwurf kam übrigens nicht von mir.
Das mit dem Vorwurf der Trollerei liegt einfach daran, dass etliche Argumente, Begründungen und Spekulationen der vergangenen zwei bis drei Jahre scheinbar spurlos an Dir vorübergegangen zu sein scheinen.
Wenn Du glücklich mit dem neuen Gesetz bist, dann ist das allein deine Angelegenheit, aber Du musst nicht erwarten, dass man sich dem "Nicht-Argumentieren" kritiklos anschließt. Du wolltest ein Echo, nun hast Du es.

Gruß Andreas

DocArnie
24.09.09, 12:57
Ernsthaft? DAS war der Grund? Danke Chamenos für die Info.

Offensichtlich hast du dich über den Hintergrund der neuen Gesetze genau null informiert. Interessant, dass dich diese offensichtliche Tatsache nicht davon abhält, munter auf der Tastatur rumzutippen.

Aus einem anderen Forum kenne ich Beiträge von dir, laut denen niemand etwas gefährlicheres als ein SAK braucht und in denen du die Gesetze glorifizierst, als wärst du eben kein knife-"maniac", sondern genau das Gegenteil davon.

Sorry, aber schon allein weil dich der Hintergrund der 12cm-Regelung so überrascht hat, ist eine Diskussion hier völlig zwecklos, die Infos sind leicht zu finden und frei verfügbar.

Dass Menschen allergisch darauf reagieren bevormundet zu werden, ist mehr als natürlich. Wer Messer nicht mag, soll keine kaufen. Stattdessen jedoch anderen etwas vorschreiben zu wollen, geht weit über das hinaus, was ich unter Demokratie verstehe. Diese Gesetze machen faktisch einen Unschuldigen zum Verbrecher und sind somit nicht legitim.

Hasenfuss
24.09.09, 13:17
Manche Beiträge von machen Usern zu diesem Thema hier sind so voll von Obrigkeitshörigkeit und vorauseilendem Gehorsam, das sie mir förmlich entgegenquellen und von meinem Monitor heruntertropfen und ich fürchten muß, mich mit diesen Dummheiten anzustecken... zum kotzen.

Österreich hat, bis auf die Sache mit den als Waffen deklarierten Messern (ab 18) und den üblichen Waffenverboten für Gewaltäter, keinerlei gesonderte Regelung für das Führen von Messern. OTF, Springer, Balisongs, Faustmesser... egal. Ab 18 erlaubt. "Normale" Messer, die also keine Waffen sind, darf jeder 10-Jährige Rotzbub einstecken und mitführen. Dazu zählen Einhandfeststellkampfmesser ebenso, wie ein 35cm Strider.

Werden jetzt in Österreich deutlich mehr Menschen durch Messer getötet oder verletzt als in Deutschland? Bezogen auf X Tote und X Verletzte pro 100.000 Einwohner? Ich glaube nicht, eher im Gegenteil.
Warum das so ist weiss ich nicht. Ich weiss aber, das strengere Waffengesetze für unsere Sicherheit überhaupt nix bringen, außer unsere Freiheit immer mehr einzuschränken.
Und ich weiß, dass jeder Politiker, der strengere Waffengesetzte fordert, alles im Sinn hat außer der Sicherheit seiner Wähler.

Jetzt zu sagen uns geht´s eh noch super im Vergleich zu anderen Ländern und darauf vielleicht noch stolz sein, erinnert mich an Selbstverstümmelung.

Hasenfuss

Faltradl
24.09.09, 18:07
Niemand wird auf einer Trekkingtour oder beim Jagen etc. bzw bei der gewerblichen Nutzung eines "Einhand-Messers" verurteilt werden.
Wer das Messer zur Ausübung von wasauchimmer benötigt, hat somit auch rechtlich "seinen Zweck" gefunden und kann ihn vorweisen und handelt hiermit nicht rechtswidrig.
Ich würd mal sagen das du da eine recht blauäugige Sicht hast. Es ist hier doch längst herum das beides gar nicht so klar ist. Auch in Exekutive und Legislative gibt es nicht wenige, die die Totalverbotsnebelbombe inniglich lieben.

tooluser
24.09.09, 18:24
Was mir bei dieser Gesetzgebung aufgefallen ist:
im Vorfeld und auch im Nachhinein habe ich keine Zahlen über die tatsächliche Verwendung von Messern bei Straftaten gefunden, die mal die Messerarten aufschlüsselt.

Das wäre doch vorher mal interessant gewesen (denk ich mir so, in meiner Naivität, dass es das Parlament oder vielleicht wenigstens einen einzigen Abgeordneten hätte interessieren sollen), zu wissen:

Tötungen mit Küchenmesser / Jagdmesser / Klappmesser / Springmesser

Körperverletzung mit ...

Flugzeugentführungen mit Teppichmessern ... (die sind komischerweise noch nicht verboten)

Mir fehlt für die Gesetzgebung die Basis.
Von allen Morden sind wie viele mit Stichwaffen begangen worden?
Wieviele davon mit Messern im eigentlichen Sinn?
Anteil der Messerarten darunter?

Und zuletzt: mir ist eigentlich egal, ob mich mein Gegenüber mit einem Messer oder einem Baseball-Schläger bedroht. In beiden Fällen fühle ich mich mies. Trotzdem verlange ich nicht, dass Baseball-Schläger verboten werden.

smeagolvomloh
25.09.09, 00:45
Was mir bei dieser Gesetzgebung aufgefallen ist:
im Vorfeld und auch im Nachhinein habe ich keine Zahlen über die tatsächliche Verwendung von Messern bei Straftaten gefunden, die mal die Messerarten aufschlüsselt.


Das liegt daran, dass es in der Polizeilichen Kriminalstatistik (http://www.bka.de/pks/) keine Schlüsselzahlen für verschiedene Messertypen gibt!

"Belastbare" Zahlen zu bestimmten Messern, die bei bestimmten Straftaten eingesetzt werden, hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben!

Wenn es diese Zahlen gäbe, würden die Damen und Herren aus Berlin uns auch noch die Küchenmesser verbieten.

Merc86
25.09.09, 01:17
Selbst bei gefährlichen Körperverletzungen wird nicht Unterschieden welche Tatmittel verwendet wurden.

Muss ja nicht immer ein Messer sein.
Unter mögliche Tatmittel, welche die normale Körperverletzung zu einer gefährlichen qualifizieren, fallen ja auch Holzlatten, Schraubenzieher, Gift, Schusswaffen und Gaspistolen, Eisenstangen und alles mit dem man verletzen kann. Auch wenn man mit zwei Personen oder mehreren Personen jemand anderen verletzt, ist es eine gefährliche Körperverletzung. Selbst jemanden eine Treppe runterstoßen, kann eine gefährliche Körperverletzung sein. (jemanden in die Gefahr des Todes bringen)

Es werden weder Messer noch irgendetwas anderes explizit geführt. Nur ob es zuhause "passiert" oder auf Straßen und Plätzen.

Deshalb wäre es unsinnig sich als Politiker auf solche Zahlen zu berufen. Aber die machen ja sowieso was sie wollen:teuflisch

Nach der Wahl beweihräuchern sich die Politiker wieder selbst! Da heißt es dann, dass die Quote der gefährlichen Körperverletzungen durch das Messerführverbot erfolgreich gesenkt werden konnte:glgl:

Jan

tooluser
25.09.09, 11:25
Wenn es diese Zahlen gäbe, würden die Damen und Herren aus Berlin uns auch noch die Küchenmesser verbieten.
Ich sehe, auch Du vermutest auf die Anzahl der Taten mit Messern bezogen, eine überwiegende Verwendung von Küchenmessern.

Können wir leider anhand echtem Zahlenmaterial nicht überprüfen. medizinische Statistiken zu Schnittwunden bringen auch nichts.

Das ist doch hübsch. Man führt eine Maßnahme ein, deren Erfolg nicht kontrollierbar ist. Damit ist aber auch ein Mißerfolg nicht wirklich nachweisbar. Wie praktisch.

Erka
25.09.09, 11:59
Man führt eine Maßnahme ein, deren Erfolg nicht kontrollierbar ist. Damit ist aber auch ein Mißerfolg nicht wirklich nachweisbar. Wie praktisch.

Von wegen nicht kontrollierbar. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Fritz Rudolf Körper kann da schon eine knallharte Aussage dazu treffen:
"Die im April 2008 in Kraft getretene letzte Reform des Waffenrechts hat beispielsweise durch das Verbot des Führens
feststehender Messer in der Öffentlichkeit und durch eine bessere Kennzeichnung von Schusswaffen zwar wesentlich zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit beigetragen,..." [Quelle: Pressemitteilung (http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,47141,00.html)] :irre:

Wie er darauf kommt, kann oder will er aber nicht sagen (s. Abgeordnetenwatch (http://www.abgeordnetenwatch.de/fritz_rudolf_koerper-650-5935--f186450.html#q186450))

Hocker
25.09.09, 12:26
Wie er darauf kommt, kann oder will er aber nicht sagen (s. Abgeordnetenwatch (http://www.abgeordnetenwatch.de/fritz_rudolf_koerper-650-5935--f186450.html#q186450))


Wozu auch ? Schafe sind nicht an Fakten interessiert, die Illusion von Sicherheit reicht so einer Herde völlig aus. http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/tiere/k030.gif
Hauptsache man kann endlich wieder Nachts auf die Strasse....:glgl:

First_Blood
25.09.09, 15:43
Und selbst wenn sich in der nächsten Zeit aufgrund von Statistiken beweisen lassen würde, dass der §42a WaffG nicht zu einem Rückgang der Messer-Kriminalität geführt hat, würde das kaum dazu führen, dass dieses Gesetz wieder aufgehoben wird!

Unlogischerweise wurde doch gerade der Misserfolg des Messer-Verbotes von 2003 als Begründung für die erneute Verschärfung des WaffG angeführt! Weil die "Kriminalität mit Messern seit 2003 bundesweit erheblich zugenommen hat" (vgl. abgeordnetenwatch, Herr Wellenreuther) war das Führungsverbot der gefährlichen Einhandkampfmesser ja überhaupt erst erforderlich!

Wenn die Abgeordneten auf diese Unlogik hingewiesen wurden, antworten sie nur, dass die aktuelle Gesetzesverschärfung die Lücken der bisherigen Regelung schließen musste, weil die "Einhandmesser die Butterflymesser als Kultobjekt bei gewaltbereiten Jugendlichen abgelöst haben"

Was folgt daraus?

- Wenn die Messer-Kriminalität sinkt, fühlen sich die Politiker mit dem §42a bestätigt (und verbieten ggf. weitere Messer-Arten).

- Wenn sie steigt, wird dies als Grund für weitere Messer-Verbote genannt.

Der gesetzestreue Messer-Träger ist auf jedem Fall der Dumme...

pitter
25.09.09, 17:59
"Belastbare" Zahlen zu bestimmten Messern, die bei bestimmten Straftaten eingesetzt werden, hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben!

Unterhalb des BKA Schlüssels gibt es schon einige Dienstellen, die zumindest "Waffen" weiter aufschlüsseln, ua nach Messer und eben anderen Waffen. Soweit ich weiss, gibts das zB für Berlin, die dortige Pressestelle des LKA wollte mir auf meinen Anruf hin die Zahlen aber nicht nennen ;)

Ich hab das aber eh schon zigmal erläutert ;) Selbst wenn man die Zahlen hat - es ist einfach klar und zu erwarten, das Messer - ja, insbesondere Küchenmesser - eine große Rolle bei bewaffneten Straftaten spielen. Das ist ja logisch. Genauso logisch, wie dass die Zahl der Colatrinkenden Amokläufer recht hoch sein wird - ich nenn das das Counterstrike-Syndrom. Bei zig Millionen Installationen bei Leuten im Alter von 14-40, geht die Wahrscheinlichkeit eben gegen 100%, das jemand der irgendwas macht, auch CS spielt. Und Cola trinkt. Und ein Messer hat.

Nur heisst das eben nicht

1. Das sich bei tatsächlicher (!) Reduzierung der Anzahl getragener Messer irgendwas an Zahl und Schwere der Straftaten ändert, und
2. Dass ein Messerverbot darauf irgendeinen Einfluss hat

Es kann genauso die gegenteilige Folge haben. Oder keine.

Das Arbeiten mit bedingten Wahrscheinlichkeiten und das Prüfen, inwieweit irgendwelche Tatsachen miteinander in kausalem Zusammenhang stehen, liegt halt nicht jedem Politiker oder Pressemenschen ;)

Pitter

Hocker
25.09.09, 18:12
Unterhalb des BKA Schlüssels gibt es schon einige Dienstellen, die zumindest "Waffen" weiter aufschlüsseln, ua nach Messer und eben anderen Waffen. Soweit ich weiss, gibts das zB für Berlin, die dortige Pressestelle des LKA wollte mir auf meinen Anruf hin die Zahlen aber nicht nennen ;)

Es werden ja immer wieder von "offizieller" Seite Zahlen/Statistiken angeführt die offensichtlich gar nicht, oder zumindest nicht so existieren.
Gibt es keine Möglichkeit eine Offenlegung zu erzwingen ?
Zumal diese Fakes ja zu Gesetzen mit falscher Basis verwurschtelt werden.

KurtisKurt
03.10.09, 14:22
Das mit der Erziehung bekommst du nicht rechtlich hin,

Da bin ich anderer Meinung. Gewaltverzicht erwaechst doch aus zwei Gründen: Einsicht und Gruppenzwang.
Zu den Voraussetzungen die zur Einsicht noetig sind haben sich andere schon geaeussert. Stichworte "mehr Personal", Kurse zur Konfliktbewaeltigung und bessere Betreuung. Diese wuerden sich ueber Gesetze schaffen lassen, da sie aber teuer sind fehlt der politische Wille.

Gruppenzwang per Gesetz unterstuetzen koennte man u.a. indem man die Familie mit haftbar macht. Zumindest bei Minderjaehrigen sollte das auch verantwortbar sein. Wenn die Gefahr besteht dass die Familie Haus und Hof verliert, bei Immigranten ev. sogar eine Ausweisung droht werden Familienoberhaeupter die Jungspunde unter Druck setzen.

Ob die Vorteile eines solchen Sippenhaftmodells die Nachteile ueberwiegen ist mir nicht klar. Vielleicht weiss ja hier einer mehr darueber.