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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ATS 34 - Eine gute Wahl?



mark23
22.07.02, 15:12
Hallo!

Welcher Stahl ist denn nun eine gute Wahl für ein Gebrauchsmesser?
Was spricht gegen ATS 34?
Was spricht für ATS 34?
Warum würdet Ihr ATS 34 nicht nehmen?
Welches wären Eure Alternativen? Und vor allem: warum?

(Entwurf des Messers weiter unten)

Gruß und danke

Mark23

Leonardo75
22.07.02, 15:30
Hallo mark22!

ATS 34 ist ein guter Universalmesserstahl, aber in Teilbereichen wäre es sicherlich interessant auf andere Stähle auszuweichen.

Du müsstest Deine Anfrage schon mehr spezifizieren, um zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen.
Wenn Du viel im Salzwasser mit Deinem Messer baden gehst, dann wirst Du mit 440C besser fahren, weil der korrosionsbeständiger ist.
Wenn Du aus Schnitthaltivkeit Wert legst, dann sind die pulvermetallurgischen Stähle (CPM 440V oder 420V oder CPM 3V udn einige andere) dem ATS34 meistens überlegen.

Für eine feine Schneide solltest Du eher auf rostende Stähle zurückgreifen.

Du siehst, das Thema ist diffizil und kaum zu beantworten, wenn nicht mehr von Deinem Anforderungen bekannt sind.

Gruß Leo.

freagle
22.07.02, 16:42
ATS 34 ist für ein universelles Messer sicher keine schlechte Wahl richtig wärmebehandelt kann der ganz gut sein.

Die pulvermetalurgische Variante RWL 34 sollte aber auf jedenfall noch besser sein, für mich einer der besten Allroundstähle.

Freagle

Haudegen
22.07.02, 17:05
servus mark,
gegen ats 34: flugrostanfällig u. häufig zu schärfen. sind aber in meinen augen keine wirklichen fehler.
für ats 34: leicht zu schärfen. im gegensatz zu pm stählen bricht die schneide bei häufigen gebrauch nicht so leicht aus, bzw. kleine macken sind schnell herausgeschliffen.
pm stähle halten zwar sehr lange ihre schärfe, aber das schleifen ist mühsam.
alternativ: da halt ich es mit freagle, rwl 34.
ist zwar auch ein pm stahl, gibt aber ne super schärfe, u. mittlerweile schleife ich ganz gerne.;)

mark23
22.07.02, 17:09
Damit Ihr Euch vorstellen könnt, was das für ein Messer werden soll: Das Messer soll so aussehen:

http://web989.selfmaster.de/Entwurf_1_web.gif

Gesamtlänge: ca. 290 mm
Klingenlänge: ca. 160 mm, 30 mm als Sägezahnung
Klingenrückenstärke: ca. 5 mm
Klingenprofil: konvex
Klinge, sonstiges: drop-point, full-tang

Klinge wird wahrscheinlich TiCN (matt-grau) oder TiN (matt-gold) beschichtet.

Griff: Leinen-Micarta, schwarz

Lederscheide ("Köcher"), schwarz

Gefertigt wird das Messer von Jürgen Schanz (seit neuestem auch Hoflieferant des bahrainischen Königshauses)

Als Werkstoff wurde mir von Jürgen (der baut's auch) ATS 34 vorgeschlagen.

Meinem Entwurf/Design liegen folgende Voraussetzungen zu Grunde:

Anwendungsgebiete
- Trekkingtouren in Schottland und Norwegen (Sommer, Winter)
- "Outdoorlife", mal ein Kaninchen zerlegen oder einen Fisch damit ausnehmen können, aber auch Brot, Schinken, Käse schneiden ...
- Späne an einem Magnesium-Feuerstarter abschaben
- Funken an einem Feuerstein Funken "schlagen" können
- "spanende Bearbeitung" von Holz ("chopping")
- Taue zerschneiden

Anforderungen
- gute Beständigkeit gegen Rost oder zumindest eine entsprechende Oberflächenbeschichtung
- hohe Anforderungen an Schnitthaltigkeit und Elastizität

(siehe auch hier (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=7228))
Gruß

Mark23

Flieger
22.07.02, 18:38
sieht fast ein bisschen wie ein busse aus... ;) ats34 würde ich dafür nicht nehmen - bei optimaler härte ist der wahrscheinlich zu spröde für ein so großes messer.
IMHO gut geeignet wären 440C (gut nachzuschleifen und rostbeständig) oder VG10 (ebenfalls einfach zu schleifen, sehr scharfe schneide und rostbeständig). natürlich gibt's auch noch pulvermetallurgische varianten wie S30-V, aber damit durfte ich noch nicht spielen, hab deswegen keinerlei erfahrungen damit, aber die berichte in amerikanischen foren lesen sich sehr vielversprechend :cool:
da du das messer allerdings ohnehin beschichten lassen willst, würde ich an deiner stelle einen rostenden stahl vorziehen - 52100 (ich weiß die deutsche werkstoffnr. nicht) ist z.b. ein sehr guter stahl für große messer. er ist sehr leicht nachzuschleifen, nimmt eine extreme schärfe an und ist unglaublich zäh... schneidenausbrüche sind damit unwahrscheinlich und wenn das messer stumpf ist reichen meistens ein paar striche mit dem abziehstahl und schon ist die schärfe wieder da. die neuen swamprat-knives sind ebenfalls aus leicht modifiziertem 52100 und von der performance ziemlich nah an den original infi-busse.
lass uns auf jeden fall wissen, für was du dich entschieden hast und stell ein paar schöne pics von dem schmuckstück in die galerie :D :super:

gruß chris

dcjs
22.07.02, 19:35
also nö,
ats 34 würde ich auch nicht nehmen. eigentlich für kein messer. warum auch? wenn schon so was, dann RWL34, sind die gleichen zutaten nur besser gekocht :p

Spydiegirl
15.02.03, 13:47
Mich würde zu diesem Thema nochmal interessieren, wie es mit der Bruchfestigkeit von ATS 34 aussieht.

Ich habe einige, auch große Messer aus ATS 34, und bevor ich damit irgendwelche Kunststücke mache, würde mich mal wirklich interessieren wie sich eine ATS 34 Klinge gegen eine gleichgroße CPM, 440 C oder Carbon (52100 o.ä.) beim hebeln, hacken, schneiden, werfen und buddeln so verhalten würde.

Ist eher mit Bruch zu rechen, bricht die Schneide aus oder legt sie sich eher um.

Um dem ganzen mal einen kleinen Rahmen zu geben sagen wir mal

Klinge 20 cm
Stärke 5mm
Flachschliff
Härte 59 Hrc
und sieht aus wie ein Busse (Steel Heart)

was würde mich erwarten; spekuliert (oder besser schildert) wie die Ergebnisse liegen dürften.

Gruß

Martina

mark23
15.02.03, 15:31
Uff. "Mein" uralt Thread ...

Hallo Spydiegirl,

ich denke das kommt sehr auf die Qualität der Wärmebehandlung drauf an. Strider verwendet ja auch den ATS 34, überläßt die Wärmebehandlung Paul Bos und attestiert dem ATS 34 ein "absolutes Maximum an Festigkeit, Verschleißwiderstand und Schneidenstabilität".

Daher würde ich bei einer ATS 34 Klinge mit den angegebenen Maßen und "guten" 59 HRC vermuten, daß die Schneide auf zu hohe Krafteinwirkung eher elastisch/plastisch reagiert (Verforumung) als daß sie ausbricht.

Aber vielleicht können roman, herbert, Claymore oder Guenter bzw. ATS 34 User mal was dazu sagen.

Gruß

Mark23

heiko häß
15.02.03, 16:24
Ich habe selbst mal ein Haumesser aus ATS 34 gemacht und auch getestet.Das Teil ist in irgend einem MM-Customknifewettbewerb zu sehen.Das Messer hatte einen Flachschliff und war relativ dünn ausgeschliffen.Beim Zerlegen einer Stierwirbelsäule hatte sich die Schneide teilweise leicht verformt aber keinerlei Ausbrüche.Beim Endasten ist der Schneide garnichts passiert.Vieleicht kann Tuco noch was dazu sagen,er hat ein Bowie von mir aus ATS.
Ich würde auf jedenfall bei Haumesser wieder zu ATS greifen.
Gruß Heiko

Guenter
15.02.03, 17:27
Kommt natürlich immer auf's Härten an und worauf man besonderen Wert legt. Die Kombination aus Härte und Elastizität macht es. Wenn man die Kombination aus beiden Eigenschaften sieht, dann ist für mich die Reihenfolge (in aufsteigender Wertigkeit):
440C, ATS34, RWL34, CPM S 90 V ( 420 V), 52100.
D.H. also, bei einer gegebenen Härte von z.B. 58HRc nimmt die Zähigkeit in dieser Reihenfolge zu.
Wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß Härte nicht unbedingt mit Schneidfähigkeit resp. Schnitthaltigkeit gleichgesetzt werden kann.

Spydiegirl
15.02.03, 18:36
Danke Guenter, Heiko und Mark für eure schnellen Antworten.

Wenn ich das richtig verstanden habe ist der ATS 34 den "hergebrachten" Chromstählen wie den 440ern schon ordentlich überlegen, rangiert allerdings deutlich hinter den CPM(sehr teuer, sehr modern) und noch weiter hinter den guten Carbon(sehr traditionell, aber nicht modern und nicht teuer) Stählen.

Also bietet sich für eine "angeschliffen Wurfschwertbrechstange" am besten ein guter C Stahl an.

Günther
Liege ich richtig wenn ich die "Werkzeugstähle" A2, D2 und Vascowear in deiner Liste vor CPM und hinter den 52100 einordne?

Ich habe bei meinem Klingenvergleich bewußt 59 Hrc als Härte gewählt, da viele Messermacher schreiben die "ideale Härte von ATS34" liegt bei 59 Hrc.

Mich würde auch der Zusammenhang zwischen Bruchfestigkeit und Klingenstärke interessieren.
Ich weiß, das ich mich da auf ein weites Feld begebe.

Ich würde allerdings gerne mal ein paar Vermutungen von euch einholen.
z.B.
2 baugl. Klingen, 20cm lang, 59Hrc.

Eine CPM (s60V)Klinge, 4mm stark und
Eine ATS 34 Klinge, 5mm stark

Meint ihr das bei einem Bruchtest/Direktvergleich der beiden Klingen die ATS 34 Klinge mit 1mm mehr Stärke die Nase wieder vorne hat oder ist der CPM in seiner Festigkeit(ist ja bei 59HRC noch lange nicht auf Maximalhärte) der immerhin 20% stärkeren ATS Klinge doch nach an Zähigkeit überlegen ist.

Ist es vielleicht sogar so das bei besseren Stählen(ab 440C) ab einer bestimmten Klingenstärke (z.B.6mm/bei min.3cm Klingenbreite)eigentlich mit Menschenkräften(Austrian Giants mal ausgenommen) sowieso nichts mehr abzubrechen ist?


Gru Martina

Günther
15.02.03, 19:24
Sind die beiden Stähle mit einander vergleichbar?
Frage nur, weil ich durch meine Arbeit leichten Zugang zu 1.2379 habe.
Eignet er sich für Gebrauchsmesser?

Gruß,Günther.

Fenrir
15.02.03, 19:43
Sach ma' Günter, ist Dir die Suchfunktion des Forums schon aufgefallen?
Oder wolltest Du uns ne Runde D2 spendieren? :D

Guenter
15.02.03, 20:32
A2 kann man in bezug auf Bruchfestigkeit durchaus so einordnen. D2 wird bei dieser Härte schon etwas spröde und ist hier hinter RWL34 einzuordnen. Vascowear ist mit dem CPM vergleichbar. Wie gesagt, alles auf 59 HRc und Bruchfestigkeit bezogen, bei richtiger Wärmebehandlung. Wobei man bei dem 52100 durch differenzielles Härten für den praktischen Gebrauch der Klinge noch sehr viel herausholen kann.
daß man ein Messer mit 5 mm Rückenstärke mit reiner Körperkraft ohne zu Hilfenahme eines Hebels kaum noch abbrechen kann, gleich aus welchem Stahl es ist, ist sicher richtig. Aber es geht hier auch um die Stabilität der Schneide, und zwar im Makrobereich; d.h.die deutlich sichtbaren Ausbrüche z.B. nach dem zerhacken eines starken Astes, wenn die Schläge nicht immer genau mit Schneide in Schlagrichtung getroffen haben und dadurch eine starke seitliche Belastung auf die Klinge einwirkt.
Dein Vergleich der beiden Klingen ist nicht leicht zu beantworten, aber höchstwahrscheinlich wird die S 60 V-Klinge eher brechen, da dieses Material nicht so elastisch ist wie der S90 V. Andererseits kann man eine dünnere Klinge stärker biegen als eine dickere aus gleichem Material, da durch die längeren Hebel (von Neutrallinie, entsprechend etwa halbe Klingendicke, bis Klingenaußenseite) die zum Zerreißen der Struktur notwendige Dehnung schon bei kleinerem Winkel aufgebracht wird. Die zum Zerbrechen notwendige Kraft ist natürlich bei der dickeren Klinge höher, wiederum gleiche Materialbedingungen vorausgesetzt.

patterson
22.02.03, 13:55
Hallo,

kann mir einer sagen wo ich ATS 34 oder 440C kaufen kann.
Danke schon einmal im vorraus.

Mit freundlichen Grüßen

patterson

x-blades
22.02.03, 15:09
Tach Mark 23,

is ja alles ganz toll, aber ich würd Dir nen 1.2379 (also D2) empfehlen. Is zwar nur rostträge, Du kannst ihn aber ja zum Beispiel mit Titan-Nitrid beschichten lassen. Is zwar a bisserl teuer, aber dafür eine Top-Kombination. Härten würd ich die ganze Sache auf ca. 58-59 Rockwell.

Ich hab ein Benchmade Taschenmesser mit ner ATS 34 Klinge und bin nicht so sehr zufrieden mit diesem Stahl, da ich dieses Teil schon sehr oft mit meinem Tri Angle von Spyderco nachschleifen durfte. Is dann zwar am Anfang immer rotzscharf, hält aber leider nich sehr lange.

Grüße
:steirer:

mark23
22.02.03, 15:28
@x-blades:

Ich hab den Thread nicht wieder ausgekramt, der Thread stammt aus der Zeit, als ich mich mit der Werstofffrage für mein Messer beschäftigt habe ...
Ich habe mittlerweile mein Messer aus Vanadis 4, es ist TiAlN beschichtet und ich bin super zufrieden (siehe auch meine Signatur unten).

@patterson:

Da kannst Du mehrere Leute hier im Forum fragen, z.B. den Jürgen Schanz (schanz-messer@T-Online.de), den Wolf Borger (wolf@messerschmied.de), oder oder oder ...

Gruß

Mark23

Floppi
22.02.03, 15:57
Original geschrieben von x-blades
aber ich würd Dir nen 1.2379 (also D2) empfehlen. [...]Härten würd ich die ganze Sache auf ca. 58-59 Rockwell.

D2 mit 58 HRC? Da musst Du um die 400°C anlassen. Ich bin zwar kein Stahlexperte, halte aber solche hohen Temperaturen für unangebracht, da 1.2379 bei ca. 500°C ein Sekundärhärtemaximum besitzt. Für Messer in der oben beschrieben Größe würde ich ganz allgemein keinen 1.2379 verwenden.

Ach ja: 1.2379 kann man auch wunderschön mit Eisen-3-Chlorid ätzen. :hehe:

Flieger
22.02.03, 16:25
sehe ich auch so floppi.


D2 wird bei dieser Härte schon etwas spröde und ist hier hinter RWL34 einzuordnen.

dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen...

gruß chris

luftauge
22.02.03, 16:46
D2 mit 58 HRC? Da musst Du um die 400°C anlassen. Ich bin zwar kein Stahlexperte, halte aber solche hohen Temperaturen für unangebracht
...
Hallo Floppi :cool:
Ich bin zwar auch kein Stahlexperte, aber mich würde interessieren, woher Deine Angaben stammen.

Ich habe meine 2379er alle auf 59HRC härten lassen,
die Anlasstemperatur bei einer Abschrecktemperatur 1060°C
für 58 HRC liegt bei ca. 180°C,
für 59 HRC bei ca. 250°C,
und
bei einer Abschrecktemperatur 1020°C
für 58 HRC bei ca. 350 - 400°C,
für 59 HRC bei ca. 450 - 500°C.

Härtemedium/-verfahren war dabei nicht von Bedeutung !
Diese Angaben stammen aus dem Katalog der Firma Stauber-Stahl.
Warum das so ist, konnte mir hier niemand geanu erklären, ist wohl zu komplex, ich hatte mal einen thread dazu geschrieben.

Gruß Andreas

Floppi
22.02.03, 16:54
Siehe hier: http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=127

und hier:
http://www.praezisionsstahl.de/deu/lieferprogramm/lexikon/images/1.2379%204b.Seite.jpg

Angaben hier aus dem Forum und www.praezisionsstahl.de und Stahlschlüssel.

luftauge
22.02.03, 17:01
Jo,
das sind die Kurven, die auch im Stauber-Katalog stehen, die gestrichelte ist lt. Katalog die für 1060°C, und die durchgezogene für 1020°C Abschrecktemperatur.

Gruß Andreas

x-blades
22.02.03, 21:26
Hey Floppi und Flieger,
nicht böse gemeint und nich sauer sein, aber ich werd schon wissen, wovon ich rede. Da ich das ganze in der Praxis ausprobiert habe. Aber man kann ihn ja auch auf 60 HRC hochhärten, aber dann halt viel Spass beim Nachschärfen.



Mark 23:

Du kannst natürlich auch versuchen nen 154 CM zu bekommen, ist ja, wie alle immer so schön sagen eigentlich der gleiche Stahl, wie der ATS 34 (nur ATS 34 is halt asiatisch), und den 154 CM auf 60 HRC hochhärten lassen, da sieht es dann mit der Schnitthaltigkeit scho a weng anders aus. Da kannst Dir dann a weng Zeit lassen mit der Nachschleiferei.

Grüße

Flieger
22.02.03, 21:58
aber ich werd schon wissen, wovon ich rede.

tolle begründung... böse oder sauer bin ich dir ganz sicher nicht - da braucht's schon erheblich mehr zu, als verschiedene meinungen ;)

gruß chris

edit: ups, zu schnell gelesen - ich hab den praxisteil nicht mitbekommen.

mark23
22.02.03, 22:08
Original geschrieben von mark23
@x-blades:

Ich hab den Thread nicht wieder ausgekramt, der Thread stammt aus der Zeit, als ich mich mit der Werstofffrage für mein Messer beschäftigt habe ...
Ich habe mittlerweile mein Messer aus Vanadis 4, es ist TiAlN beschichtet und ich bin super zufrieden (siehe auch meine Signatur unten).


@x-blades:
Nochmal: Ich war's nicht, der meinen Thread wieder hervorgekramt hat, meine Fragen sind seit einem halben Jahr beantwortet. :rolleyes:
Spydiegirl hat bei dem Thema nochmal nachgehakt.

Trotzdem Danke für deine Tips, x-blades - leider steht bereits fest, aus welchen Stahlsorten meine nächsten zwei Messer gemacht werden: Vanadis 4 und 1.3505. Kaufen werde ich auch eins aus INFI. Die drei Sorten dürften schon besser sein als der ATS 34 oder 154 CM.

:)

Gruß

Mark23

Floppi
22.02.03, 22:25
Original geschrieben von x-blades
Da ich das ganze in der Praxis ausprobiert habe. Aber man kann ihn ja auch auf 60 HRC hochhärten, aber dann halt viel Spass beim Nachschärfen.

Also ich bin mit meinen inzwischen 5 selbstgebauten Messern aus 1.2379 (bei 60-61 HRC) recht zufrieden. Richtig scharf kriegt man den mit Diamandpaste problemlos.
Die Fragestellung war hier aber nach einem großen Haumesser und da gibt's nunmal deutlich besser geeignete Stähle als D2. Es geht dabei nicht um die Schärfe oder Härte, sondern schlichtweg um die Zähigkeit.


Du kannst natürlich auch versuchen nen 154 CM zu bekommen, ist ja, wie alle immer so schön sagen eigentlich der gleiche Stahl, wie der ATS 34 (nur ATS 34 is halt asiatisch

Fast der gleiche. ATS34 ist übrigens nicht "asiatisch", sondern wird von Hitachi in Japan hergestellt (und meines Wissens nach nur da). 154CM außerhalb der USA auftreiben wird übrigens relativ schwierig. Das ist so wie Kamele am Nordpol kaufen.
Und warum 154CM oder ATS34? RWL34 ist von der Legierung her vergleichbar mit ATS34, aber ein PM-Stahl.

Floppi
22.02.03, 22:28
Original geschrieben von mark23
Vanadis 4 und 1.3505. Kaufen werde ich auch eins aus INFI. Die drei Sorten dürften schon besser sein als der ATS 34 oder 154 CM.

Soll ich dazu wirklich was schreiben? :teuflisch - Heute halt ich mal zurück. ;)

Haudegen
22.02.03, 23:23
Original geschrieben von Floppi
Soll ich dazu wirklich was schreiben? :teuflisch - Heute halt ich mal zurück. ;)

gestern wars ja wurscht, aber heute .. :rolleyes:
info`s zu exoten les ich schon gerne.
:argw:

grüsse,..

Floppi
23.02.03, 08:12
Tja Haudegen, eigentlich bezog sich das auf eher auf die Formulierung "besser als". Da ist wieder die Frage: "In bezug auf was?".

Günter sieht beispielsweise D2 was die Bruchfestigkeit angeht hinter RWL (bei den vorbestimmten Parametern). Wie man aus folgendem Dokument aus der letzten Tabelle entnehmen kann ( http://www.bucorp.com/Products/MoldMaterials/DataSheets/VAN4.pdf ) ist Vanadis 4 tendenziell noch weniger Zäh als D2. Bzgl. Zähigkeit seh da schonmal keinen großen Unterschied mehr zu ATS34.

Bzgl. INFI: Ja, _der_ Wunderstahl schlechthin. 0,5% Kohlenstoff und ca. 8% Chrom. Dazu 1,3% Molybdän und noch ein wenig Vanadium und Cobalt. Toll! :p Zäh mag er sein. Die Verschleißfestigkeit wird bei so einer Legierung aber höchst wahrscheinlich nicht sehr hoch sein. Maximale Härte... für mich schwer einzuschätzen.

Meine Abschätzungen beruhen nicht aus eigenen Erfahrungswerten, sondern aus Material, das andere zur Verfügung gestellt haben. Die Vergleichbarkeit ist schwierig, da die Testbedinungen meist unterschiedlich, bzw. nicht spezifiziert sind. Von daher sind meine Ausführungen alles nur Abschätzungen. Wer Vergleichsmessungen unter identischen Bedingungen produzieren kann: Nur her mit den Ergebnissen. Aber einfach zu sagen "dürfte besser sein als..." halte ich für nicht ausreichend. Und das war die eigentliche Ursache für meinen Kommentar zu Mark23.

mark23
23.02.03, 08:40
@Floppi:

Das "wofür" der Stahl besser geeignet sein soll steht in meinem Fall sehr weit oben.

Hier ist übrigens die deutsche Version des von Dir genannten Werkstoffprospektes: Uddeholm Deutschland, Werkstoffprospekt Vanadis 4 (http://www.uddeholm.de/PRODUKTE/PULVER/PDF_PUL/VANADIS4.PDF)

Auf Seite 7 kann man alles nochmal nachlesen. Was dabei allerdings in beiden Versionen auffallen sollte: Der Widerstand des Vanadis 4 gegen "chipping" bzw. Ausbröckelung/Bruch ist deutlich höher als der des D2/1.2379 "Sverker 21". Dein "noch weniger zäh" kann ich nicht wirklich nachvollziehen, ich finde, es sieht eher nach einem "in etwa gleich" aus.

Gruß

Mark23

Floppi
23.02.03, 08:54
Die eigentliche Frage ist nun, auf welche Größenordnung sich Angaben wie "chipping" und "gross cracking" beziehen. Vielleicht kann da ja einer unser Forums-Stahl-Experten was zu sagen.

Mein Übersetzungsprogramm (dict.leo.org (http://dict.leo.org)) sagt:
chipping - of a cutting edge [tech.] = die Schartigkeit - einer Schneidkante
Von daher würde ich das auf den Mikrobereich (Ausbrüchen von Karbiden) beziehen. 1.2379 soll sehr große Karbide in einer weichen Matrix besitzen. (Zumindest hab ich hier mal im Forum sowas gelesen. :)) Da wäre eine sehr hohe Anfälligkeit gegenüber Schartigkeit nur logisch.

Ich würde mich aber wirklich freuen, wenn hier einer unser Experten mich aufklären könnte....

mark23
23.02.03, 10:05
Hier (http://www.uddeholm.de/PROSPEKTE/Pros_PDF/KALTARBEITSSTAEHLE.PDF) gibt's noch mehr Informationen, besonders wird auch der 1.2379 Sverker 21 (D2) mit dem Vanadis 4 verglichen (Seite 9!) ...

Gruß

Mark23

x-blades
23.02.03, 15:32
Ups sorry, dann tut es mir halt mal leid, wenn das schon wieder ein alter Schuh is.

Fobbel
23.02.03, 18:51
Hallo.

Zum Thema D2 und Vanadis 4 hier noch ein Link:
http://www.uddeholm.de/PRODUKTE/PULVER/PDF_PUL/VANADIS4.PDF

So wie ich das verstehe ist laut den angaben von Uddeholm (Hersteller von Vanadis) Vanadis 4 bezüglich Ausbröckelungen aus der Schneide, und hierauf kommt es bei einem Haumesser doch an, günstiger als D2.

Ich hoffe ich interpretiere die Grafik (pdf Seite 7 unten) richtig.
Man muss aber auch bedenken, dass Uddeholm zwar befangen ist, aber auch nicht mit Fehlinformationen wirbt.

Guenter
23.02.03, 19:48
Ist sicher befangen, vergleicht aber mit einem eigenen Stahl, das sollte die Befangenheit ausgleichen. Auch die Aussagen eines Entwicklungsingenieurs im Uddeholm Anwendungslabor gingen in die gleiche Richtung.
Und die Erfahrungen mit meinen Messern haben das auch bestätigt.
Der Schneidenwinkel für ein Haumesser aus diesem Stahl sollte bei 25° oder mehr liegen, bei 15° fing er auch an zu "chippen".