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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zur Funktionsschablone für Slipjoint



Gast
31.05.09, 17:08
Hallo liebe Forumsgemeinde,


mein zweiter Folder steht ins Haus. Zur Unterstützung habe ich mir den neuen Workshop von unserem Chef und Steigerwald besorgt( klasse Workshop kann ich nur empfehlen). Dennoch habe ich ein paar Fragen und ich hoffe ihr könnt mir helfen.


Hier meine Fragen: -Welchen Stahl kann ich für Klinge und Feder
nehmen?(RWL?)
-Reichen 2 Pins für die Befestigung der Feder aus?
-Fällt irgendjemand noch ein Fehler in der unten
gezeigten Funktionschablone auf- wo könnte es
Schwierigkeiten geben?
-Ist es beim Slipjoint angebracht den Folder
komplett zu verschrauben, oder ist vernieten
besser?


Eure Antworten sollten auf Erfahrung basieren. Ich würde mich über zahlreiche Antworten freuen. Verbesserungsvorschläge sind natürlich erwünscht. Ich werde euch selbstverständlich die einzelnen Fortschritte in Wort und Bild präsentieren.




Danke brady

Floppi
31.05.09, 17:28
-Reichen 2 Pins für die Befestigung der Feder aus?
-Ist es beim Slipjoint angebracht den Folder komplett zu verschrauben, oder ist vernieten besser?
Ja, 2 Pins reichen. Der Pin in der Federmitte bringt Spannung auf die Feder, die vorne zu jedem Zeitpunkt auf der Klinge aufliegt. Dadurch ist zwangsläufig auch auf dem Pin am Griffende Spannung. Von daher würde ich auch vom Schrauben absehen, da auf allen Pins seitliche Belastung wirkt. Probleme könnte es ganz konkret beim Einsetzen des mittleren Pins geben, da das Gewinde heil durch die verschobene Feder gedrückt werden muss. Ich kann mir nur schwer vostellen, dass das gut klappt und Gewinde wirklich heil bleibt.

Ich kenn das Buch nicht, aber das Tutorial hat bei mir alle konstruktiven Fragen klären können: http://www.chriscrawfordknives.com/CCK/Slipjoint_Tutorial/

PS: Deine Textformatierung ist zum Zitieren (freundlich ausgedrückt) großer Murks!

painless potter
31.05.09, 18:28
Hallo brady,

leider kann ich dir zum Slipjoint nicht viel sagen, weil ich das Buch nicht habe (aber bald) und auch noch keinen Folder dieser Bauart gebaut habe. Soll aber kommen, versprochen!

Aber: kleiner Hausfrauentip: besorg dir im Baumarkt oder Parketthandel ein Stück Korkplatte. Das geht wunderbar, um die Funktionsschablone aufzupinnen, dann muss du nicht den Küchentisch nehmen und das junge Eheglück gerät nicht in Schieflage!

P.S. der Entwurf verspricht gut zu werden...

Viele Grüße

Nils

Gast
31.05.09, 19:03
@ PP,



Das ist natürlich ein sehr guter Tip!!



@ Floppi,



dachte ich mir schon das es mit den Schrauben nichts wird, also dann Pins!



danke und mfg brady

Floppi
31.05.09, 19:52
dachte ich mir schon das es mit den Schrauben nichts wird, also dann Pins!
Wie oben geschrieben würde der mittlere Pin (in der Feder) Probleme machen, da dieser für Spannung sorgt und normalerweise als letztes eingesetzt wird. Eine Achsschraube ist aber durchaus denkbar. (Ob sie sinnvoll zu Einstellung des Klingenganges ist, sei mal dahingestellt, da die Feder schließlich auch ständig an der Klinge reibt.)

Gast
31.05.09, 20:10
@ Floppi

Jo die Problematik habe ich schon verstanden, ich habe mich dazu entschieden alles zu vernieten. Ausser die Griffschalen werden verschraubt, das mann auch mal das Gewand ändern kann.



@ all


hat denn keiner ein Vorschlag zum Stahl, es kann ein hochlegierter oder auch niedriglegierter sein. Es sollte aber einer sein, den ich auch für die Feder nehmen kann.



gruss brady

Eckhard
01.06.09, 19:16
Hallo Brady,
habe seit längerer Zeit schon einen Super Beitrag von Günther auf
meinem PC gespeichert. Es werden sicher einige Fragen von dir
beantwortet.
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=35274&highlight=radien

Gruß Eckhard

Feldmaus
01.06.09, 19:29
Hallo Floppi
Bei der Feder vorne solltest du den scharfen Ecken Innen unbedingt vermeiden, mache einen Radius.
Das Bruchrisiko verringert sich.

Gruess René

Gast
01.06.09, 19:36
@ Eckhard

danke für den Hinweis, ich kannte den Beitrag natürlich schon. Aber ich will kein 12c27. Die Stahlfrage raubt mir den Schlaf!!!

@ Floppi

ich denk daran wenn ich die Feder fertige. Danke auch dir, ich freu mich über jeden Tip.


mfg brady

Eckhard
01.06.09, 20:12
Bei Back-Lock Foldern wird gerne der gute,alte 1.4034 als Feder
benutzt. Wird dann aber nur auf ca 45 HRC gehärtet.
Sollte also auch bei Slipjoint gehen.
Ansonsten sind die üblichen verdächtigen Materialhändler sicher bereit
Auskunft zu geben.
Steigerwald, Schanz oder Borger haben bestimmt eine Lösung.

Gruß Eckhard

pitter
02.06.09, 10:49
Hier meine Fragen: -Welchen Stahl kann ich für Klinge und Feder
nehmen?(RWL?)
-Reichen 2 Pins für die Befestigung der Feder aus?
-Fällt irgendjemand noch ein Fehler in der unten
gezeigten Funktionschablone auf- wo könnte es
Schwierigkeiten geben?
-Ist es beim Slipjoint angebracht den Folder
komplett zu verschrauben, oder ist vernieten
besser?


1. Stefan hat RWL genommen, weil auch die Klingen aus RWL war und er beides aus einem Blech gemacht hat - es ist halt geschickt, wenn beides von vorneherein gleich dick ist, dann musst Du nicht planschleifen. Gehärtet auf Federhärte, also irgendwas im die 45HRC.

2. Ja, reichen.

3. Sieht man so nicht. Recht fehleranfällig sind so Sachen, die man erst hinterher merkt. Passen Tasche/Feder so zusammen, dass die Klinge auch beim Schliessen in den Rahmen eingezogen und dort gehalten wird? Ist die Feder offen/geschlossen bündig am Rücken. Stimmt der Anschlag - wenn Du keinen Stoppin einbaust, muss die Feder auch das übernehmen, wieder eine Variable mehr, auf die man aufpassen muss.

Während des Buchs hat Stefan auch eine Klinge vernudelt ;), weil wir vor lauter Geschichterln erzählen irgendwie daneben lagen und die Klingenwurzel schwuppsdiwupps zu kurz wurde. Das sieht man nicht im Buch :), da wurde dann eben ein neues Messer rum gebaut. Wäre nicht passiert, wenn wir auch für dieses Messer eine Funktionschablone (Messing/Alu...was auch immer) gebaut hätten. Kann ich deswegen nur empfehlen.

4. Ich würde immer verschrauben. Man kann Fehler besser ausbügeln, Teile tauschen, Klingenspiel einstellen...Muss halt jeder selbst wissen. Andererseits wurden Generationen von Messern vernietet und das Klingenspiel mit einem Hammer eingestellt. Gehen tut alles ;)

Peter

Gast
02.06.09, 15:14
@ Pitter


Danke Chef!!! Solche Antworten lieb ich mir. Die Stahlfrage hat sich heut früh dank Claymore geklärt. Er hat mich mal wieder mit seinen Fachwissen beeindruckt.






mfg brady

Floppi
02.06.09, 16:41
Die Stahlfrage hat sich heut früh dank Claymore geklärt. Er hat mich mal wieder mit seinen Fachwissen beeindruckt.
Würde mich auch interessieren... :rolleyes:

Pitter macht sich das nämlich 'n bischen einfach mal eben den RWL auf irgendwas um die 45 HRC zu bringen. Das ist nämlich gar nicht so ohne weiteres möglich, wenn man sich das Datenblatt (http://www.michaelwest.dk/knive/rwl34-datasheet.pdf) mal ansieht. Realistischerweise härtet man den bei 1050°C. Wenn ich den aber 3x 1 Stunde bei ca. 575°C anlasse, dann landet man bei 53 HRC.
(Ich weiß, dass sich beim Anlassen das Verhältnis von Temperatur und Dauer auswirkt. Sehr viel höher anlassen ist aber fast Weichglühen :rolleyes: und stundenlang anlassen kann auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.)

Also Butter bei die Fische - macht mich klug!

Gast
02.06.09, 17:04
@ Floppi



für die Klinge kommt 1.2519 zum Einsatz, und für die Feder 75ni8. So habe ich es jedenfalls verstanden. Nagel mich bitte nicht auf den Stahl für die Rückenfeder fest, genaueres weiß ich wenn ich die Rechnung vor mir habe. Claymore würde für mich auch die Klinge und Feder härten und dem entsprechend anlassen. Ich vertraue ihm da mal ( eigentlich immer ).



gruss brady

pitter
02.06.09, 17:47
Würde mich auch interessieren... :rolleyes:

Wo Du recht hast - bei den beiden im Buch war die Feder einmal aus 4112/Klinge RWL, oder Klinge/Feder aus N690. Hatte das noch aus dem Backlock Buch falsch in Erinnerung. Da gabs RWL/RWL, oder, wenn die Feder ins Verschlußstück eingearbeitet wird, 4034.

Pitter