Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : LED-Lampen im Nebel
Hallo,
jetzt zur Winterzeit gibt es ja immer wieder Tage, an denen dicker Nebel in der Luft hängt.
Bei solchen Bedingungen habe ich inzwischen schon einige Male feststellen müssen, dass man mit einer Lampe (LED) oft weniger sieht als ohne, da man bei eingeschalteter Lampe vor einer "Lichtwand" steht, die einen selbst blendet.
Ich habe noch eine etwas ältere Pelican StealthLight (http://www.pelican.com/lights_detail.php?recordID=2400) die bei solchen Bedingungen wesentlich besser abschneidet.
Liegt es am (z.B. im Vergleich zur L2D Q5) engeren Hotspot oder schneiden Led-Lampen im Nebel generell schlechter ab als Xenon-Brenner?
Woran liegts?
Könnte an der Lichtfarbe liegen.
Gelbe Lichtquellen (zb. Natriumdampflampen) scheinen Nebel besser zu durchdringen als solche mit anderen Leuchfarben.
Vielleicht hilft ein Farbfilter?
Grüße
Micha
Hallo,
ja, es hängt mit der Wellenlänge des Lichtes zusammen. Die Na-Dampflampe strahlt monochromatisches Licht mit großer Wellenlänge ab. Mal anschaulich ausgedrückt, die Lichtwellen können quasi um die Nebelpartikel rumkurven und kommen zum Teil weiter, während kurzwelliges Licht vor die Nebelpartikeln knallt und reflektiert wird :irre:
Das richtige Filter könnte daher evtl. helfen, das hätte allerdings geringere Lichtausbeute / Reichweite zur Folge. Ich werde es demnächst mal mit einem Rotfilter versuchen. Allerdings weit leuchten wird es nicht bei mir. Und ob die Lichtfrequenz paßt, ist auch noch nicht klar.
Einen brauchbaren Effekt könnte man am ehesten bei einem Thrower auf Max oder bei einer sehr hellen Lampe wie Multi-Cree oder P7 oder MC-E erreichen.
Die Frequenz und Intensität einer Na-Dampflampe wird man so natürlich nicht erreichen.
Viele Grüße
Winston
Hallo,
Es liegt vor allem an der Verteilung des Lichtes durch den Reflektor.
Bei LED Lampen mit einem ausgeprägten Spot wie z.B. der Tiablo A9 ist der Effekt zwar auch da,aber nicht so ausgeprägt.
Die meisten LED Lampen erzeugen einen Spot und drum herum recht viel Spillbeam und dieser erzeugt dann die Eigenblendung.
Bei einem Xenon Brenner ist der Spillbeam ebenfalls da aber nicht so ausgeprägt,dort geht das meiste gebündelt raus.
Dazu kommt noch die gelblichere Lichtfarbe,die noch ihren Teil dazu beiträgt die Eigenblendung zu reduzieren.
Ich konnte diese Effekte mehrfach beobachten,wenn wir die Feuerwehr unterstützten und die fast gelöschte Brandstelle beleuchteten,da ist der gleiche Effekt zu beobachten durch Rauch und Wasserdampf gehen am besten Thrower oder eben Xenon Lampen.
Grüße Jens
Bjarnespapa
22.12.08, 13:08
Man kann die Blendwirkung etwas minimieren indem man die Lampe, statt aus Augenhöhe, in Hüfthöhe "abfeuert".
Hat jemand Erfahrungen, wie sich High CRI LED hier schlagen?
Welche meinst du? Cree haben HiCRI XP-Gs mit CCT3000k, Luxeon mit 4000k...
Thomas
Macht das LED Modell einen Unterschied? Ich bin jetzt mal davon ausgegenen High CRI ist High CRI. Sollte dem nicht so sein, stelle ich die Frage anders: Wie schlägt sich eine High CRI LED im Vergleich zur ihrem CW,NW und WW Pendant?
light-wolff
04.05.12, 17:05
Vorneweg: Farbwiedergabeindex (CRI) und Farbtemperatur (WW/NW/CW) sind zweierlei.
Eine High-CRI-LED kann Farbtemperatur WW, NW, oder CW sein, umgekehrt kann eine LED (oder anderes Leuchtmittel) unabhängig von ihrer Farbtemperatur gute oder schlechte Farbwiedergabe haben.
Der CRI ist ein relativer Wert, es wird die Farbwiedergabe im Vergleich zu einem schwarzen Strahler (Glühlampe tut's auch) mit gleicher Farbtemperatur beurteilt (über 5000K mit tageslichtähnlichem Spektrum)
D.h.: eine warmweiße LED mit Farbtemperatur 3000K wird mit einem schwarzen Strahler auf 3000K verglichen. Eine neutralweiße LED mit Farbtemperatur 4200K wird mit einem schwarzen Strahler auf 4200K verglichen.
Daher kann man nicht sagen, High-CRI sei "wärmer" oder "kälter".
Die Verwirrung kommt dadurch zustande, dass es von manchen Herstellern High-CRI-LEDs (leider!) nur für die warmen Farbtöne gibt, CREE XM-L beispielsweise. Daher denken viele, High-CRI sei gleichbedeutend mit "Warmton". Das ist dasselbe Problem, wie wenn die Farbtemperatur (WW/NW/CW) über die Flux-Bins (XM-L: T5, T6, U2) angegeben wird.
Bessere Farbwiedergabe wird erreicht durch ein gleichmäßeres, d.h. "weniger hügeliges" Spektrum.
Ohne es getestet zu haben: ich sehe keinen Grund, warum eine High-CRI-LED, d.h. eine LED mit verbessertem Farbwiedergabeindex, im Nebel mehr oder weniger Eigenblendung als eine "Low-CRI"-LED mit gleicher Farbtemperatur (WW/NW/CW) verursachen sollte.
Angeblich blendet gelbliches Licht weniger als bläuliches, d.h. WW weniger als NW oder CW, weil Nebeltröpfchen Blau stärker streuen sollen als Gelb.
Das konnte ich an mir selbst aber weder bei PKW-Scheinwerfern noch Taschenlampen beobachten. Das gelbliche Licht kommt mir einfach allgemein dunkler vor, daher blendet es zwar weniger, leuchtet aber auch entsprechend weniger weit, d.h. an Sichtweite ist nichts gewonnen. Wie gesagt: mein subjektiver Eindruck.
Angeblich blendet gelbliches Licht weniger als bläuliches, d.h. WW weniger als NW oder CW, weil Nebeltröpchen Blau stärker steuen sollen als Gelb.
Das konnte ich an mir selbst aber weder bei PKW-Scheinwerfern noch Taschenlampen beobachten. Das gelbliche Licht kommt mir einfach allgemein dunkler vor, daher blendet es zwar weniger, leuchtet aber auch entsprechend weniger weit, d.h. an Sichtweite ist nichts gewonnen. Wie gesagt: mein subjektiver Eindruck.
Ich weiß jetzt ohne weitere Recherche nicht, welche Größe Nebeltröpfchen üblicherweise so haben, aber dass Blau mehr gestreut wird als Rot (also auch Gelb) hängt mit der Rayleigh-Streuung (http://de.wikipedia.org/wiki/Rayleigh-Streuung) zusammen.
light-wolff
05.05.12, 13:53
Ich weiß jetzt ohne weitere Recherche nicht, welche Größe Nebeltröpfchen üblicherweise so haben, aber dass Blau mehr gestreut wird als Rot (also auch Gelb) hängt mit der Rayleigh-Streuung (http://de.wikipedia.org/wiki/Rayleigh-Streuung) zusammen.Diese beschreibt die Streuung an Teilchen, deren Durchmesser im Verhältnis zu Wellenlänge klein ist. Wenn Nebeltröpfchen (http://de.wikipedia.org/wiki/Nebel#Tr.C3.B6pfchengr.C3.B6.C3.9Fe_und_ Nebeldichte)10-20µm groß sind, ist das das 20- bis 40-fache der Lichtwellenlänge, also eher nicht Rayleigh.
Was der CRI ist, war mir schon bekannt und auch die Geschichte mit den Farbtönen und Fluxbinnings kenne ich. Ich wollte lediglich wissen, ob ein hoher CRI Einfluss hat, was er nach deiner Vermutung nicht hat;)
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