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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sensen Dengeln


zorro_43
13.05.02, 23:29
Hi,
ist zwar nur ein verwantes Thema aber seis drum:

Kann mir jemand erklären wozu das Dängeln nötig ist?
Warum reicht es nicht die Sense nachzuschleifen?
Bei allen anderen Messern(und das ist ja eine Sense) geht es doch auch ohne!

Zorro

rfindigo
13.05.02, 23:49
Hmmm, gute frage...
hab früher stundenlang meinem Opa dabei zugeschaut, aber warum hat er das eigentlich gemacht???
Eine Erklärung, die mir spontan in den Sinn kommt: Sensenstahl ist relativ weich. Vielleicht wird damit immer wieder eine neue Schneide ausgeformt. Scharten werden eingeebnet und je nach Abnutzung eine neue Schneidkante "ausgetrieben"...Sozusagen ein "kaltschmieden"...
Ist aber nur eine Vermutung...

Gruß,
Ralf

Leonardo75
14.05.02, 00:29
Hallo zorro_43!

Herbert hat sich mal ein nettes Dengelgerät gekauft, wenn er wieder aus dem Krankenhaus zurück ist, dann kannst Du ihn ja mal nach einem Scan der Anleitung fragen. Vielleicht wird es dann ja klarer.
Ich habe bisher meine Sense auch nur geschliffen und abgezogen und das hat mir eigentlich immer gereicht. Wenn Dengeln mehr schafft wäre das schon interessant. Bei Messern macht man das sicherlich nciht, weil die Stahlquerschnitte im Schneidbereich einfach zu dick sind. Dann triffst Du nicht immer die richtige Stelle, oder Du musst schräg dengeln und das ist sicherlich ungleich schwerer als bei einer dünnen Sense.

Es grüßt Dich der Leo.

cearbhallain
14.05.02, 01:56
habe ich mal was zu gewußt.. wie war das noch..
Mir wurde mal gesagt, daß man eins kurze Sichel nicht zu dengeln bräuchte, eine Sense hingegen schon.
Das Dengeln stellt ja ein kaltes Ausschmieden der Schneide der Sense dar. So etwa 4- 5 mm. Das gibt sozusagen den 'Grundschliff' (*s* das was nicht jedes Messer hat.. ;))
Effekt ist daß das ansonsten eher weich-zähe Meterial der Sense dort verfestigt wird. Außerdem wird vermieden, daß die Blattstärke im Schneidenbereich durch allzuhäufiges Nachschleifen immer dicker wird, je mehr man sich dem Rücken der Sense nährt. Und Natürlich ist der Materialabtrag wesentlich geringer, so eine Sense soll ja auch ne Weile halten. Normalerweise wurde, AFAIK, Abends für den nächsten Tag vorgedengelt, die Schneide der Sense dann bei der Arbeit nur zwischendurch immer mal wieder mit dem an der Hüfte in einem Gefäß mit Wasser getragenen Wetzstein wieder aufgerichtet. Es ist wohl auch so, daß die Schneidkante durch das Dengeln eine leichte Wellenlinie bekommt, was anscheinend das Schneiden unterstützt. 'Dengel' ist der nach innen geschwungene Teil des Sensenblattes, dort wo die leichten Hammerschläge die Schneide ausbilden. Die größe Gefahr beim Dengeln ist wohl, daß Spannungen in das Blat kommen, die dann früher oder später zum Bruch führen können.

zorro_43
14.05.02, 08:58
Ja, soweit kenne ich das auch, aber...

Warum muss man das Dengeln so oft wiederholen?
Man wird doch nicht den ganzen verfestigten Bereich an einem Tag abschleifen, oder?

Zorro

luftauge
14.05.02, 10:56
Hallo Zorro !

Das beruhigt mich ungemein zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der noch von Hand mit der Sense arbeitet !

Das mit dem häufigen Nacharbeiten hat wohl auch den Grund, dass das Blatt annähernd Rasiermesserscharf/-dünn wird
- da bleibt es nicht aus, dass die Schneide beim durchtrennen von Brennesselstielen oder stärkeren Halmen ausgeschartet oder sogar gebrochen wird, wenn man die richtige Technik beim Schneiden noch nicht herausgefunden hat (muss ich auch noch lernen ;) ).
Da muss man meist mehr Zeit mit Dengeln und Schärfen verbringen, als mit der eigentlichen Mäharbeit.

Gruß Andreas/L

Aiwazz
14.05.02, 11:13
Eine Sense muß, um einen akzeptablen Schnitt zu erzielen dünn ausgetrieben (gedengelt) werden. Wie schon richtig bemerkt, kann man mit dem Dengelhammer auch Scharten mehr oder weniger "einebnen". Wie oft eine Sense gedengelt werden muß, hängt davon ab, wieviel man schneidet und wie gut man mit der Sense umgehen kann. Die eingesetzten Schleifsteine sind sehr grob und der Sensenstahl ist recht weich. D. h. man erreicht beim Schleifen einen ziemlich hohen Abtrag. Wenn dann das Material, langsam aber sicher dicker wird, muß halt wieder gedengelt werden.
Richtiges Dengeln ist übrigens eine Kunst, die langsam aber sicher am aussterben ist. Leider!

Gruß

Aiwazz

luftauge
14.05.02, 11:23
Da fällt mir noch was ein :
Der einzige Schärfer, der für Messer "tödlich" ist, ist ganz gut für Sensen geeignet, der komische Schärfer von Hebertz (der mit den versetzten Hartmetallplättchen im schwarzen Knubbel).

Dengeln, streichen und dann mit dem Herbertz-Schärfer hinterher :super:

Gruß Andreas/L

Aleena
14.05.02, 12:46
Hi,

bei der Sense ist auch noch die Krümmung der Schneide zu berücksichtigen. Wer nicht supergut mit der Sense kann oder am Hang steht, benutzt immer wieder dieselben paar cm auf der Sense. :hmpf: Beim nachschärfen wird dann die Krümmung ungleichmäßig. Das gleicht man dann beim Dengeln wieder aus.;)
Je ungeübter der Sensenmann destomehr muß gedengelt werden.
Nur kann das ja auch kaum noch einer.:D

Guenter
14.05.02, 15:52
Ich habe in meiner Jugend auch noch gelernt, Sensen zu dengeln. Ist wirklich nicht ganz einfach.
Kennt Ihr die Prüfung, ob eine Sense richig gedengelt ist?
Das Blatt wird mit der Spitze auf den Boden gesetzt, ca. im 45°-Winkel, Stiel etwa waagerecht. Eine Stecknadel wird in die beim dengeln entstandene Hohlkehle gelegt und muß entlang der ganzen Schneide bis auf den Boden rutschen.

zorro_43
15.05.02, 21:51
Hi,
also heute habe ich zum ersten mal "gesenst"!
Puh, das haut ganz schön rein.
Ich hatte ja schon gehört, dass das schwere Arbeit ist, aber wie hart das ist muss man wohl mal erlebt haben.
Zum Glück mache ich das nur zum Vergnügen und kann aufhören wenn ich keine Lust mehr habe.
Die meiste Zeit war ich wohl mit schleifen beschäftigt. Da kann man schön verschnauffen. Der große "Mähfertig" Aufkleber war wohl ein Witz. Und als ich die Sense dann so richtig scharf gemacht habe hat sie mich auch sofort geschnitten.
Aber dann hats eigentlich ganz gut geklappt(fürs erste mal).

Zorro
p.s.: Und Morgen wird gedengelt!

luftauge
16.05.02, 11:00
Moin Zorro !

Welchen Sensenbaum benutzt Du ?
Holz oder Metall ?
Die Hölzernen sind etwas leichter vom Gewicht her, aber leider schlecht zu bekommen, dann gibt es auch verschiedene Grifftypen,
- der eine Baum hat zwei direkt montierte Griffe,
- der Andere hat einen abgesetzten Griff (Der Handgriff ist auf einem Ausleger am Baum befestigt)

Ich habe mich gestern etwas intensiver mit Dengeln versucht und dann Fortschritte und Wirkung beobachtet, siehe da, die Schneide wird auch ohne Schärfer nur durch Dengeln schon besser.

Tipp zum Mähen:
Am Günstigsten ist es am Vormittag, solang noch Tau an den Halmen ist, dadurch ist das Gras etwas schwerer und fällt schneller beim Schnitt, ausserdem verbessert es die Schneidwirkung.

Gruß Andreas/L

zorro_43
16.05.02, 11:14
Hi Luftauge,
ich hab so ne 08/15 Sense aus dem Baumarkt.
Der Baum ist aus Stahl und hat direkt montierte Griffe. Der Vorteil gegenüber Holz ist, das ich die Griffe verschieben kann.
Holz-Bäume gibt es z.B. bei "Grube" im internet.

Das Dengeln hat bei mir nicht so gut geklappt.
Die Billigsense ist schon recht Dick und lässt sich von leichten Schlägen (mit dem 500g-Hammer) kaum beindrucken.
Und richtig draufprügeln wollte ich beim ersten mal nicht.
Vielleicht wird es mit der Zeit ja besser.

Zorro

luftauge
16.05.02, 13:38
Jo,
so ein Teil habe ich auch !
ich werde mal bei der Genossenschaft nachfragen, dort müsste es Holzbäume geben.

Ich bin erst mit einem 300gr Hammer angefangen, dann aber auf 500gr umgestiegen, allerdings hab ich seit zwei Wochen einen Amboss, der erleichtert das Dengeln erheblich, und der Fortschritt am Blatt ist erkennbar, vom Ansatz zur Spitze eine ca. 5 - 6mm breite Kehle ohne Risse oder Scharten.

Nur die Arbeitshaltung beim Dengeln muss ich noch genau austüfteln, dann wirds noch einfacher.
Am Schraubstock habe ich einen 1000gr Fäustel als Untersatz eingespannt, geht auch, das Blatt habe ich jeweils abmontiert.

Gruß Andreas/L

herbert
19.05.02, 14:53
Also, hier wurde viel Richtiges gesagt. Das Ausziehen des Materials und Verdünnen in Kombination mit dem Kaltverfestigen und Glätten und Richten bringts voll. Es ist auch ein sehr komplexer Vorgang. Leonardo hat oben mein Dengelgerät erwähnt, das Ding finde ich ziemlich genial. Ich hab mal auf einem Bauernmarkt in der Eifel einen alten Mann mit dem Ding arbeiten sehen, der hat mir das dann erklärt, und ich hab sofort gekauft. ca. 40 DM war das. Und nach mir noch eine Reihe anderer Leute.
Ich zeigt mal die Skizze und die Anleitung, das erklärt alles. Das Ding ist nicht sehr groß, der "Amboss" hat einen Durchmesser von ca. 40 mm. Ich füge auch die Bezugsquelle bei. Preis kann sich geändert haben, ist 2 Jahre her. In zwei Wochen besuche ich den Markt wieder, schau mal nach, ob der alte Mann noch da ist.

herbert
19.05.02, 14:55
Die Bezugsquelle:
Gisela Dahmen
Lorbacher Weg 6
53894 Mechernich
02484 2931
Wie gesagt, ist zwei Jahre her, und das Angebot hieß damals 40 DM direkt oder 48 Dm portofrei gegen V-Scheck oder Vorkasse.

herbert
19.05.02, 15:00
Die Anleitung: Sorry, schwer zu lesen, aber ist ein scan, und ich kriege das nicht größer hin, sonst kann ich es nicht dranhängen. Bei Interesse helfe ich gern weiter. Das Ding funktioniert echt gut.

luftauge
19.05.02, 19:27
Raffiniert einfaches Gerät !

Ist der Dengelaufsatz nur per Hülse (Stift) geführt, oder innen auch zusätzlich gefedert ?
Das muss eigentlich auch im Eigenbau zu machen sein, zumindest teilweise (soweit die Bonsai-Drehmaschine es hergibt)

gruß Andreas/L

herbert
19.05.02, 21:57
@luftauge: Andreas, da ist keine Feder drin. Der Amboss ist nur eine Auflagebahn, die eigentliche Arbeit macht die saugend schmatzend passende Hülse, deren offener Rand definiert geformt ist (Radius und so), die Hülse ist auch gehärtet, ebenso wie die Bahn. Und die verschiedenen radien an der Hülse machen die unterschiedlichen Effekte. Ich werd mal sehen, ob ich die Radien vermessen kann, oder einen Abdruck machen kann. Wenn Dich das sehr interessiert, kann ich das Dings mal rüberschicken, kannst es Dir dann mal ansehen und ausprobieren. Müßte eigentlich leicht gehen, ist aber patentiert, mein ich.

Leonardo75
05.03.03, 20:10
Ist zwar schon eine Weile her, aber hier ist eine ****auktion, wo der Dengelamboss vertickt wird.

http://cgi.****.de/ws/*********.dll?ViewItem&item=2309911767

Gruß Leo.

Leonardo75
05.03.03, 20:12
Ich habs eben noch bemerkt, der gleiche Verkäufer hat noch so ein Teil im Angebot, allerdings zum Kurbeln, das sieht man ja schon öfters.

http://cgi.****.de/ws/*********.dll?ViewItem&category=8438&item=2310361538

Gruß Leo.

Bene686
11.03.03, 21:31
wenn jemand bedarf hat .ich könt ihm son ding Drehen.
einfach mailen .

mfg Bene

wildsau
10.06.09, 13:06
Ich weiß, ich bin damit jetzt ein ganz heißer Kandidat auf die Threadleichenschändung des Jahres, hänge mich aber trotzdem mit meiner Frage hier an :D

Als frisch gebackener Sensenbesitzer habe ich mich natürlich auch mit dem Thema dengeln beschäftigt und suche Erfahrungen zum Dengeln mit dem Schlagdengler (wie oben beschrieben, der kleine Amboss mit den Hülsen) oder mit der sog. Sensenleier.

Was ist zu empfehlen?

Preislich liegen sie ziemlich gleich, die Leier scheint mir in der Bedienung einfacher und schneller zu sein.

tooluser
10.06.09, 14:02
Ah, so einen Thread gibts auch ...
da möchte ich mich aus gleichem Anlass wildsaus Frage anschließen ...

wesswein
10.06.09, 17:15
Hallo

Ich habe auch die Sensenleier, von der Handhabung her ist sie einfach und unkompliziert. Scharten, Risse und Wellen bekomme ich mit ihr nicht so richtigt beseitigt. Also doch ab und zu mit einem Hammer und Amboss die Sense bearbeiten.

Bei dem Schlagdengler sehe ich den vorteil dass ich mobiler bin, geht auch unterwegs auf einem Weidepfosten oder einem Baumstumpf.


Ein Link zur Sensenwerkstatt
http://www.sensenwerkstatt.de/index.html

und noch ein Video zum Schlagdengler.
http://www.youtube.com/watch?v=KwdbCG2pph0&feature=related

VG wesswein

gast30082009
10.06.09, 18:48
Guten Tag,

wie bereits schon angeführt, wird die Sense gedengelt um sie wieder mähfertig und abziehfreudig zu machen. Dazu wird die Schneide des Blattes wieder dünn ausgetrieben, wenn möglich nicht in Wellenform.

Ob ich auf einem althergebrachten Dengelstock oder auf den modernen Dengelhilfen arbeite ist letztendlich egal, wobei die neuen Errungenschaften das Dengeln wirklich vereinfachen.

Wenn es dann auf die alte Weise geschehen soll ist das erste was man braucht Zeit, dann kommt der Hammer und der Dengelstock ins Spiel.
Hammer und Stock sollen plane Fläche haben, der Hammer muß immer wieder im Wasser gekühlt werden. Dengeln auf diese Art kann ich hier leider nicht erklären, am besten man lässt es sich zeigen. Es gibt noch immer in vielen Dörfern ältere Herrschaften die es noch können und einem gerne zeigen wie es ausgeführt wird.

Wenn das Sensenblatt durch widrige Umstände wirklich einmal Scharten oder gleichgelagerte Beschädigungen aufwirft ist es meist einfacher die Schneide wieder mit einem groben Stein in Form zu schleifen, dann zu dengeln und abzuziehen.
Sollte man dazu eine Schleifmaschine benutzen muß man auf ausreichend Kühlung achten, da ein Sensenblatt sehr schnell ausglüht.
Natürlich kann man auch eine solche Schneide auch wieder durch dengeln, abziehen, Mähen und wieder abziehen usw. in Form bringen, es dauert eben nur länger.

Ob ich einen "Holz- oder Metallwurf" (Griff) verwende hängt vom Anwender ab. Holzwürfe kann man immer noch im Fachhandel kaufen, hier bei uns für cirka 20 Euro, im benachbarten Frankreich habe ich sie für 15 Euro gesehen.
Ob sich jemand noch einen Wurf aus einer jungen Esche machen möchte ist Ansichtssache. Anleitungen dafür gibt es auf jeden Fall in Fachbüchern.

Was das Sensenblatt betrifft, leider haben die Sensenblätter aus den Baumärkten mit den Sensen von Schröckenfux oder anderen Anbietern von Qualitätssensen nichts zu tun. Der Unterschied zwischen einer Baumarktsense und einem Qualitätsblatt ist wirklich enorm. Mein bestes Sensenblatt habe ich in Österreich erstanden, es ist ein Genuß damit zu mähen. Mein Lob an die dortigen Märkte für landwirtschaftliches Gerät.

Was das Abziehen der Sense betrifft, zuerst einmal muß man an sich denken. Das Blatt einer Sense besteht zwar nicht aus s30v, schneidet aber schnell und tief, bedingt durch die Dünne der Schneide und der Eigenbewegung der Hand beim Abziehen.

Zum Abziehen benutzt man auch heute noch zwei Abziehsteine, einen groben und einen feinen, der durchaus mit der Feinheit eines belgischen Brockens vergleichbar ist. Auch sollte man auf ausreichende Länge der Abziehsteine achten um die Hand immer in respektvoller Entfernung zum Blatt zu halten.

Die Striche mit dem Abziehstein werden zum Großteil auf dem oberen Bereich der Schneide geführt, die Striche auf dem hinteren Teil des Blattes dienen zur Begradigung des Grates. Beim Abziehen bitte den Fuß auf den Handgriff stellen, der sich am Boden befindet, so steht die Sense besser und "schwänzelt" nicht.
Wenn man regelmäßig mit dem feinen Abziehstein schärft kann man ein gerüttelt Maß an Wiese mähen ohne den groben Stein einzusetzen.

Ich weiß daß alle die das hier lesen nicht unbedarft sind was scharfe Klingen betrifft, trotzdem, wenn man ein Sensenblatt abzieht sollte man sich durch nichts ablenken lassen, es ist nur die Sache eines Augenblicks und man hat sich schwer verletzt.

Das Mähen selbst gestaltet sich oft für einen Beginner dahingehend schwierig, weil er möglichst viel mähen will. Einfacher ist es am Anfang kurze und nicht zu breite Schnitte mit der Sense zu machen, das Weitausholen und breite Schnitte kommen von allein im Lauf der Jahre.
Beim Mähen soll man darauf achten die Spitze des Blattes nach oben zu halten und mit dem hinteren, breiten Teil des Blattes die Mäharbeit zu machen. So vermeidet man auch das Schlagen der Sensenspitze in den Grund, was der Sense und auch der Laune des Mähers nicht bekommt.

Anfangs ist es auch ratsam den "Hintern" (den hinteren breiten Teil des Blattes) der Sense, wie mein Vater und Großvater immer zu sagen pflegte, auf den Boden aufzusetzen oder direkt darüber zu führen. Dann ist der Schnitt eben und das Gras wird nicht unterschiedlich hoch abgeschnitten.

Mähen mit der Sense ist heutzutage für viele von uns eine ungewohnte Tätigkeit, natürlich ist sie mit Bewegung verbunden, aber es ist eine elegante Arbeit. Im Gegensatz dazu sieht jemand, der mit einer Motorsense bewaffnet und zudem entsprechend gerüstet auftritt, wie ein lärmender moderner Ritter aus.

Ich hoffe ich konnte mit meinen Anregungen ein bißchen helfen, es gibt mittlerweile, so glaube ich, sogar ein Büchlein daß sich mit dem Mähen mit der Sense befaßt.

Viele Grüße und Freude beim Mähen

Roman M.

PS: Es freut mich ungemein, daß wieder gerade junge Leute das Mähen mit der Sense entdecken.

porcupine
10.06.09, 18:59
Nettes Thema. Ich habe das Dengeln auch noch von meinem Opa gelernt, mit Dengelstock und Hammer.
Aktuell habe ich keine Sense im Gebrauch, mein Garten ist dafür zu klein, habe aber früher jahrelang mit der Sense gemäht.
Es ist anfangs mühsam, bis man den richtigen Schwung drauf hat, dann geht es fast von alleine und ist sehr elegant.
Im Magazin "Landlust" war mal ein Artikel über das Sensenmähen, auch mit Kursangeboten: www.dick.biz und www.sensenwerkstatt.de

Maik Schnitzer
10.06.09, 19:49
Hallöchen

So ein Teil gabs in der DDR:
http://messerforum.net/fotoalbum/data/500/DSCI000128.JPG

Gruß Maik

blackfox
10.06.09, 19:53
Hier gibts noch etwas Lesestoff (leider nur auf Englisch): workshop auf scythesupply.com (http://www.scythesupply.com/workshop.htm)

... und eine Alternative, wenns mal wieder schneller gehen soll:
der Dengelmax (http://www3.westfalia.de/service/dat_down.php?datei_id=95599)

edit: Ach da kommt das Ding her ;-)

Maik Schnitzer
10.06.09, 20:15
Bei der Kurbel stelle ich mir das aber nicht so toll vor:confused:

Gruß Maik

blackfox
10.06.09, 20:43
Funktioniert aber einwandfrei. Das Einstellen der Spannung ist etwas Fummelei, danach drei- bis viermal "durchkurbeln" und fertig ist Guenters Stecknadelrutsche.

U. Gerfin
10.06.09, 21:27
Die Dengelhilfen sind sicher brauchbar und vereinfachen die Arbeit, notwendig sind sie nicht.
Ich habe auch meine Zweifel, ob sie bessere Ergebnisse bringen als die gute alte Technik von Hand.
Für die will ich hier doch noch mal eine Lanze brechen.
Roman M.-schon der zweite Roman im Forum- hat den Vorgang und seine Auswirkung gut beschrieben.
Ich freue mich immer über seine fundierten und -auch sprachlich-gelungenen Beiträge.
Hierzu zur Technik des Dengelns eine kleine Ergänzung aus meiner praktischen Erfahrung.
Am besten gelingt das Dengeln, wie so gut wie alles, was man anpackt, wenn man das wichtigste Werkzeug des Menschen-das Gehirn- mit einsetzt.
Beim Dengeln kommt es auf eine Ausdünnung und zugleich Kaltverfestigung der Schneide an. Das relativ weiche Sensenblatt kann durch Hammerschläge in der Schneide dünn geschlagen werden. Das sollte also doch keine Kunst sein.
Also die Sense auf den Amboß und feste druff !-Na ja, so geht es eben nicht- weil der Einsatz des wichtigsten Werkzeugs fehlt.
Es kommt ja entscheidend darauf an, die Schneide beim Ausziehen nicht zu verlängern, sonst würde sie Wellen werfen, sondern nach vorn in die Breite zu ziehen.
Das geht meiner Erfahrung nach am leichtesten mit einem richtigen Dengelamboß und einem Dengelhammer. Die, die ich in Benutzung habe, sind nicht eben, sondern recht stark ballig, wobei der Dengelhammer keine eigentliche Bahn, sondern zwei leicht unterschiedliche, ballige Finnen hat.
Sie werden so eingesetzt, daß der Schlag des Hammers ziehend auf den Schlagenden zu gerichtet wird, sodaß an der beeinflußten Stelle, die nur zwei, drei mm beträgt, die Schneide auf den Arbeiter zugezogen wird.
Das wird über die ganze Länge der Sense wiederholt, bis man eine drei, vier mm breite Zone hat auf der die Schneide über die gesamte Sensenlänge fast papierdünn-ein bißchen übertrieben-ausgezogen ist.
Wenn sie dabei leichte Spitzchen zeigt, ist das kein Fehler. Eine leicht unregelmäßige Schneide schneidet eher besser, als eine ganz glatte.
Die Arbeit mit Dengelamboß und Hammer hat den Vorteil, daß sie auch während der Arbeit auf dem Feld vorgenommen werden kann, weil sowohl Amboß wie Hammer klein und leicht sind und unproblematisch mitgeführt werden können.

Warum macht man nun einen solchen Aufwand ?
Man sollte die Belastung einer Sense nicht unterschätzen. Würde man sie normal härten und anlassen und in dem Zustand optimaler Schneidenhärte einsetzen, so wären beim Auftreffen auf Hindernisse erhebliche Beschädigungen bis hin zum Sensenbruch vorprogrammiert.
Würde man die Sense dagegen so weich einsetzen, daß sie einigermaßen bruchsicher wäre, so würde sie in dem teilweise sehr abrasiven Schnittgut zu schnell abstumpfen und eine dünne, schnittige Schneide würde sich umbiegen.
Durch das Dengeln erreicht man dagegen eine gute Zähigkeit des weichen Sensenkörpers bei ausreichender Härte und Schnittleistung der Schneide.
Das Dengeln ist also wirklich eine gute, ausgereifte Technik, den hohen Anforderungen des Mähens zu genügen.

Wie man eine Sense macht und einsetzt, die nicht unbedingt gedengelt werden müßte, ist in der Grettissage geschildert.
Grettir ist als junger Mann sehr ungebärdig und reizbar. Als sein Vater ihm den Auftrag gibt, die Hauswiese zu mähen und die Sense seinen ungeheuren Kräften nicht gewachsen ist, schmiedet er sich selbst eine neue, mit der er die Wiese u n t e r den Wurzeln des Grases mähen kann.
Das ist aber etwas für Sagengestalten und nicht für einfache Menschen.
MfG U. Gerfin

blackfox
10.06.09, 22:25
Die Dengelhilfen sind sicher brauchbar und vereinfachen die Arbeit, notwendig sind sie nicht.
Ich habe auch meine Zweifel, ob sie bessere Ergebnisse bringen als die gute alte Technik von Hand.
...
Da rennst Du bei mir offene Türen ein und deshalb schrieb ich ja: "... eine Alternative, wenns mal wieder schneller gehen soll"
Es ist wie bei der Diskussion um Sharpmaker oder Bankstein: Wenn Du ein optimales Ergebnis haben willst und bereit bist, Dir die dazu nötigen Fähigkeiten anzueignen, ist die seit Jahrhunderten bewährte Technik schwer zu schlagen; wenn Zeit die ausschlaggebende Rolle spielt und "nicht optimal aber gut genug" den Ansprüchen genügt, kommen die moderneren "Spielzeuge" zum Einsatz.

Maik Schnitzer
11.06.09, 07:59
Da ja Ulrich gern aus seinem Leben oder anderer erzählt,habe ich auch eine Kurzgeschichte zu dem Teil was ich habe.
Ein Bekannter von mir hat mit seinem Schwiegervater Straßengräben zum Heuen für die Pferde gemäht und sein Schwiegervater war überzeugter Handdengler.Dann hat mein Bekannter sich eben ein solches Teil zum durch kurbeln gekauft und war begeistert.Sein Schwiegervater wollte aber das nicht glauben und hat weiter mit der Hand gedengelt,bis er doch mal eine Sense die durch gedreht wurde nehmen mußte,seit diesem Tag hat er das Handdengeln nicht mehr gemacht.


Gruß Maik

klausevert
11.06.09, 09:49
...seit diesem Tag hat er das Handdengeln nicht mehr gemacht.Gruß Maik


Hätte er vernünftig dengeln gelernt, wäre seine handgedengelte Sense sicher besser.

Maik Schnitzer
11.06.09, 18:53
Das er nicht Richtig dengeln konnte glaube ich nicht(Alter Erfahrener Bauer),nur war er auch nicht mehr der jüngste und das durchgedehte war eben nicht schlechter.

Gruß Maik

wildsau
15.06.09, 08:21
@Roman Mertes:
Den Großteil der Informationen hatte ich bereits, aber so kompakt und gut beschrieben habe ich es nirgends gefunden. Danke dafür! Und natürlich auch für die Tips, die ich noch nicht kannte :-)
Habe mir eine Schröckenfux mit anpaßbarem Holzworb geleistet, kostet zwar fast doppelt so viel wie die aus dem Baumarkt, ist es aber mehr als wert.

Für Österreicher (für Nichtösterreicher wegen der Versandkosten nur bedingt) kann ich sensenverein.at empfehlen. Gute Beratung, und die Sense kam mit einer umfassenden und eindeutig erklärten Anleitung zum Zusammenbau und zur Einstellung des Worbs und des Sensenblattes (Ich hoffen, das fällt nicht unter Schleichwerbung oder wird so verstanden).

Danke auch an den Rest für die Informationen!


Hätte er vernünftig dengeln gelernt, wäre seine handgedengelte Sense sicher besser.
Ziemlich ignorante Aussage über eine unbekannte Person. Merke: Fortschritt ist im Allgemeinen nichts schlechtes.

Maik Schnitzer
15.06.09, 08:41
Ich Denke mal ich habe das mit der Erfahrung richtig gestellt,das Gerät kann ich gerne für Testzwecke zu Verfügung stellen und es dürfte nicht anders als da von meinem Bekannten sein:hehe:.
Aber was ist ein Worb,ist da mit der Korb aus Holz gemeint der zum Getreide mähen an die Sense gebaut wird:confused:.

Gruß Maik

Geonohl
15.06.09, 13:06
Worb ist der Sensenbaum. Es gibt aber noch einige Andere Bezeichnungen, ich kennen den eas Warb (hab das aber noch nicht geschrieben gesehen.).

mercedes
15.06.09, 13:57
ich habe ein sensenblatt vor einigen jahren im sensenhammerwerk deutschfeistritz/steiermark gekauft. die sensenblätter sollen dort noch erzeugt werden.
mein blatt werde ich heuer zum service bringen und diese veranstaltung genießen :
http://www.sensenwerk.at/altweibersommer/index.htm

alaus
01.07.09, 03:09
Interessanter Thread.

Da kommt mir in den Sinn, dass ich mal einen Sommer lang bei einem Tessiner Bergbauer zusammen Heu gemäht habe. Dieser Mann ist ein wahrer Meister im Sensen-Mähen. Er hatte noch die alten Sensen von seinem Vater und die hatten einfach einen geraden Stiel mit nur einem Querqriff an der unteren Seite. Ich habe inzwischen auch andere gebogene Sensen ausprobiert aber diese gerade Sensen sind viel besser zu führen.

http://www.bilder-upload.eu/thumb/TC2pyU2ZtTtNY0i.JPG (http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=TC2pyU2ZtTtNY0i.JPG)

Bulli
01.07.09, 06:19
Es gibt übrigens auch Lehrgänge fürs Sensen. Z.B. beim Freilichtmuseum in Hagen. Man kann das schmieden ( nein nicht Dengeln sondern herrstellen eines Blattes ) oder halt das sensen lehrnen.

Wobei mir grade einfällt. Weiß zufällig jemand ob man Sensenstahl auch für Messerklingen einsetzen kann, oder ist der einfach zu weich?
Die haben da immer reichlich Reststücke ( oder missglückte Versuche ;) ).

Heinrich D
01.07.09, 12:15
Hallo, ich möchte noch eine Anmerkung machen.

Zum Dengeln der Sense wurde praktisch alles gesagt (Roman, Ulrich u.a)

Für eine gute Mäharbeit ist es jedoch wichtig, daß die Sense die richtige Stellung zum Sensenbaum hat,- nur dann funktioniert es ordentlich.
Ich habe es so gelernt, daß man den Sensenbaum mit eingespannter Sense an eine senkrechte Wand stellt und die Höhe der rechten Seite
des Sensenblattes (Schneide) an der Wand markiert. Dann schlägt man einen Kreisbogen nach rechts und prüft ob die Sensenspitze diese Markierung trifft, bzw. ist zu empfehlen daß die Spitze etwa 10 bis 15mm unterhalb der Markierung steht. Der Aufsetzpunkt des Sensenbaums
am Boden muß bei dieser Prüfung beibehalten werden.

Nachdem das Sensenblatt entsprechend ausgerichtet ist, werden die Schraube bzw. Schrauben am Sensenring fest angezogen.

Der Sensenring ist auch oft eine Schwachstelle,- hier sind Sensenringe mit zwei Befestigungsschrauben zu bevorzugen.


Ich wünsche Allen eine gute Mäharbeit.

Gruß

Heinrich

sanjuro
01.07.09, 14:39
Es gibt übrigens auch Lehrgänge fürs Sensen, z.B. beim Freilichtmuseum in Hagen. Man kann das Schmieden (nein, nicht dengeln, sondern Herstellen eines Blatts) oder halt das Sensen lernen.

Wobei mir gerade einfällt: Weiß zufällig jemand, ob man Sensenstahl auch für Messerklingen einsetzen kann, oder ist der einfach zu weich? ....
Ganz zufällig: Gute Sensenblätter KÖNNEN durchaus aus ordentlichem Stahl wie C60 gemacht sein, aber die Härte ist eine Sache der Wärmebehandlung. Wenn eine Sense "dengelbar" bleiben soll, darf sie nicht zu hart und damit spröde sein. Am besten fragst Du den Hersteller direkt nach dem verwendeten Stahl. Alles, was C45 oder besser ist, kann man für einfache Messer verwenden.

Noch ein Hinweis: den Einsatz der Sense nennt man "mähen", nicht sensen.

Gruß

sanjuro

U. Gerfin
01.07.09, 22:02
Zum Beitrag 42- Eignung von Sensenstählen als Messer.
W. Haufe behandelt in seinem Buch" Die Werkzeugstähle und ihre Wärmebehandlung" auch die Werkzeugstähle für die Landwirtschaft und dabei auch die Sensen.
Seiner Darstellung nach wurde für geschmiedete Sensen ein
Stahl ähnlich 1.1620- 0,7 % C, weniger als 0,15 % Si, ca 0,3 % Mn, Phosphor und Schwefel möglichst gering- verwendet.
Bei der Herstellung der Sensen aus Blechen wurden die Stähle 1.1652 und 1.1822 -C 115 W 2 und C 80 WS verwendet.
Alle drei genannten Stähle würden sich für Messerklingen vorzüglich eignen und wären auch für die Verarbeitung im Damast wegen ihres Formats sehr reizvoll.
Ob diese guten Stähle in Hagen für Demonstrationszwecke verwendet werden, weiß ich nicht. Wer Zugang hat, sollte dem aber nachgehen.
Recht interessant sind auch die Angaben zur Schmiede- und Wärmebehandlung, die auch einen kleinen Schwindel beinhalten. Nach dem Anlassen auf blau-grau- 350-400 Grad- wird überschliffen und nochmals auf 220-240 Grad angelassen, um eine schöne blaue Anlaßfarbe zu erzeugen. Den Stahlkenner würde das ja eher abschrecken, er weiß aber, daß dem die höhere Anlaßtemperatur vorausgegangen ist.
Die Einsatzhärte nach dem Dengeln beträgt danach 45-52 HRC.
Auch hier zeigt sich wieder, was Stahl für ein exzellenter Werkstoff mit einer Vielzahl guter Eigenschaften ist.
MfG U. Gerfin