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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : YouTube sperrt Waffen- & Messervideos für englische Nutzer



misanthropic
20.09.08, 12:10
Auf Grund wachsender Bedenken hat sich YouTube entschieden Videos in denen Messer und Waffen in "einschüchternder Weise" dargestellt werden für Mitglieder aus UK zu sperren...

http://www.metro.co.uk/news/article.html?YouTube_bans_knife_and_gun_ videos&in_article_id=314919&in_page_id=34

Dauert wahrscheinlich nicht mehr lang und in DE läufts ähnlich.....

enrico
20.09.08, 12:22
Wenn ich an den stupiden "Messertester" mit der Eishockeymaske ala Trash-Horror-Film denke, wundert´s mich eigentlich nicht mehr so sehr ... :argw:


C.

stubenhocker
20.09.08, 13:17
Vor allem in Hinblick auf die Jugendkriminalität in englischen Großstädten, wo es schon bei 10-jährigen zu tödlichen Messerstechereien (und auch Schusswaffengebrauch) kommt, eigentlich sehr verständlich...

Für D glaube ich nicht, dass da Handlungsbedarf für YouTube besteht.

mfg, stubenhocker

gast
20.09.08, 13:35
Nachdem sich schon das Totalverbot feststellbarer Messer in GB als äußerst effektiv erwiesen hat (warum nur spricht der Artkel von "widespread unease about the increase in knife crime in the country"?), wird die Zensur von Waffenvideos nun zur völligen Befriedungg des Landes beitragen. In Deutschland heißt es dazu treffend "Aus den Augen, aus dem Sinn" und jedes kleines Kind weiß, dass man, wenn man die Augen schließt, für jede äußere Bedrohung unsichtbar wird.

Ich hoffe, demnächst zieht ein Trupp Bedenkenträger mit einem Farbeimer durch Tate und National Galery und übermalt konsequenterweise all die gräßlichen Waffendarstellungen und Kampfszenen in den Bildern alter Meister.

Im übrigen finde ich nicht, dass Noss von knifetests.com (der Typ mit der Hockeymaske) in irgendeiner Weise bedrohliche Videos erstellt. Die Maske ist sicherlich Geschmackssache und über die Aussagekraft der Tests kann man streiten, aber einschüchternd oder gewaltverherrlichend ist nichts in diesen Tests.

Gruß
Michael

Thehunt
20.09.08, 13:59
Doch, der Kerl verherrlicht Gewalt gegen Messer!

In GB läuft ab sofort nur noch Heidi und Lassie im Kino, Rasiererwerbung wird verboten, da Klingen an Kehlen als Gewaltverherrlichend angesehen werden...

Sarkasmus aus...


Was bitte ist eine "einschüchternde Weise"?
Solange die "Sheeple" glauben, das es dadurch besser wird, wird sich an diesen hirnfreien Ideen auch nichts ändern fürchte ich.

Isildur
20.09.08, 14:26
Ich bin gegen Zensur jeder Form. Ein Staat der seinen Bürger nicht den Umgang mit Informationen zutraut, kann nicht ernsthaft vom mündigen Bürger ausgehen und ist daher m.E. völlig undemokratisch.

Steelrider
20.09.08, 15:08
Einschüchternd? Hm, wenn ich darüber nachdenke, wie manche Mitmenschen auf Leute in Motorradkleidung mit Messern am Gürtel oder in der Jackentasche reagieren, dann ist im Prinzip das Tragen oder Ziehen eines Messers grundsätzlich oder - schlimmer noch - in Verbindung mit dem sonstigen Erscheinungsbild des Trägers die Einschüchterung pur. Das Prinzip "Messer primär ein Werkzeug" ist in den Köpfen nicht wirklich drin, sondern wird von den meisten grundsätzlich erst einmal pauschal als Waffe angesehen (hallo, liebe Massenmedien). Das eine Menge Leute sicherlich auch ein Messer aufgrund der Abschreckung bei sich führen und das auch gut raushängen lassen, kommt da natürlich noch hinzu.

Insofern kann ich die Zensur als eine Art Beruhigung der nicht Messer tragenden Fraktion zwar verstehen, aber nicht unbedingt gutheissen. Andererseits finde ich die angesprochene Maske zwar witzig, eine allergische Reaktion aufgrund der Assoziation mit beliebten Serienkillern scheint mir aber auch verständlich, differenzieren ist halt nicht jedermanns Sache.

Im Grunde haben die Medien durch unangebrachte Waffendarstellungen in jedwedem Zusammenhang zum Teil ein verqueres Messerimage aufgebaut, welches nun wieder geblockt werden soll. Die Zensur von Messervideos ist allerdings genauso unnütz, wie die Diskussion, ob Metal, Rock, HipHop oder Ego Shooter und Killerspiele aus jugendlichen Normalbürgern plötzlich blutrünstige Killer machen. Alles Zeichen der Hilflosigkeit gegenüber dem Phänomen Gewalt.

desert_storm
20.09.08, 16:28
Hallo Isildur,
ich will mal an deinen Kommentar anknüpfen. Du hast recht. Allerdings haben wir ein Problem: Es gibt leider viele unschuldigermaßen Unmündige.
Ich finde die Idee, dass man Videos bannt, die Messer als Waffen zeigen, nicht schlecht.
Ist ne Erziehungsfrage meiner Meinung nach: Mein Vater hat mich mit in den Wald genommen, wir haben mit meinem ersten Fahrtenmesser Stöcke für Marshmallows geschnitzt, Äpfel geschält, sprich, ich bekam eine richtige Einweisung in die allgemein anerkannte Nutzung eines Messer ;)
Leidergottes muss ich auch als 21-Jähriger von "damals" sprechen.
Warum?
Weil heute eine ganze Menge junger Leute, in dem Alter, in dem ich damals war, ihre "Bildung" aus der BILD und sonstigen medien, respektive Youtube.com haben.
und wenn dort bereits 12 Jährigen Tipps und Tricks von "Hobbymesserstechern" (die mit uns nix zu tun haben) gezeigt werden, läuft bei denen die Assoziationskette in die Richtung Messer = Waffe.
Bei mir/uns im gegensatz dazu Richtung Messer = Werkzeug. Man kann leider nicht davon ausgehen, dass alle Menschen ihr Hirn einschalten, dazu müsste ihnen selbstständiges Denken beigebracht worden sein. Aber die Medien übernehmen sehr gerne die Meinungsmache, zumindest bestimmte Kreise.
Fazit: Ich mach mir dann SOrgen, wenn man wirklcih anfängt, ALLE Messervideos aus youtube zu entfernen, auch die Tests, Reviews und sonstigen Videos, die Messer in friedlicher Nutzung zeigen.
Solange es sich aber um zweischneidige Videos handelt (wie auch evtl die Destructiontests, muss man leider sagen; das hätte man auch...sheeplefreundlicher aufziehen können, die Skimaske leistet uns leider Bärendienste; "nur Verrückte mit Maske brauchen so große Messer"), hab ich kein Problem damit, dass bei Hobbygangstern mal ausgemistet wird (das bedeutet nicht, dass ich den Macher der Videos zu dieser Gruppe zähle!).
Solange wir diese Sorten Menschen in der Gesellschaft haben, die leicht beeiflussbar sind oder sich gerne in ihrer Meinung beeinflussen lassen, sollten gerade wir GUT aufpassen, wie wir uns präsentieren, als Messergemeinde wird man zu schnell mit der falschen Sorte in einen Topf geworfen, ihr wisst, was ich meine.
Ein wenig Kontrolle dessen, was über den Bildschirm flattert, kann nicht schaden - meiner Meinung nach. Das muss mit Zensur nichts zu tun haben, sondern schlicht mit dem Gedanken, dass man nicht jeden Dreck im Fernsehen oder Internet zeigen muss, weil diese Medien zunehmend Erziehungsaufgaben übernehmen - leider.
Soviel mal von mir.
Jetzt dürft ihr auf mir rumhacken :steirer:

teachdair
20.09.08, 16:37
ja ne, is klar.
und irgendwann wirds im kino furchtbar langweilig, weil nur der gluecksbaerchi-film laeuft, anderswo werden ja waffen missbraucht.

desert_storm
20.09.08, 16:54
Heidinei,
ne, mit Glücksbärchen hat das nix zu tun.
Alles was ich sagen wollte, unterm Strich, zum Mitschreiben, wenn schon berichte, dann bitte gute - egal in welche Richtung.
Wenn jemand im Film ein Messer NUR zum Meucheln hernimmt, brauchen wir uns nicht wundern, wenn andere das dann auch so assoziieren.
Wenn wir Verständnis für uns wollen, ist der Versuch, die anderen zu verstehen auch nicht ganz unangebracht.
Und ich hab leider gesehen, was eine mangelnde Erziehung für Brut hervorbringt. Das muss noch mit Messern nix zu tun haben, nur mit der Art, wie man sich verhält. Mit oder ohne Respekt Älteren gegenüber zum Beispiel.
Wenn jemand schon verantwortungslos mit allem umgeht,was ihn umgibt, dann ist es nicht so ideal, ihm zu zeigen, wie er ein Messer verantwortungslos benutzen kann. :ahaa:
Diese Sache mit der Assoziation ist halt nun mal so. Wenn man dir lange genug zeigt, dass ein Glas Cola einem Glas Würfelzucker entspricht, siehst du das halt vor dir, wenn du ne Cola trinkst. Und wenn nicht du, dann irgendein anderer, der dich dann aufklärt, wie gesundheitsschädlich das ist. Denn leider haben nicht alle Menschen diesselbe Einstellung, geschweige denn dasselbe Weltbild wie wir, du oder ich.
EDIT: Gleiches gilt imho übrigens auch für Hersteller. Wenn Lynn THompson seine Messer als gute Werkzeuge für den Messerkampf, den er so lange studiert anpreist, haben die leider in den Augen von Gutmenschen einen Stempel drauf. Dass dieselben Messer auch zum Brtöchenschneiden verwendet werden können ist UNS klar, dem Rest leider nicht, weil die ihre MEinung haben. Oder wie Einstein sagen würde, den geistigen Horizont mit dem Radius Null, den STandpunkt.
Es wäre als imho nicht soo schlecht, wenn man versucht, schlechte Propaganda rauszuhalten.
(Rambofilme müssen davon ja nicht betroffen sein ;) - auch wenn sie ihren Teil dazu beitragen. Wie oft hab ich wegen meiner Turbine schon das Prädikat Freizeitrambo erhalten.)

Don Andi
20.09.08, 19:40
Ich finde die Idee, dass man Videos bannt, die Messer als Waffen zeigen, nicht schlecht.
I

Ich finde diese Idee schlecht. In England werden bereits aus allen normalen Filmen Nunchakus herausgeschnitten. (siehe z.B. den Schnittbericht zum Realfilm der Turtles bei www.schnittberichte.com, eine gute Seite um zu sehen welche Stilblüten die Zensur teilweise treibt). Wenn man die Idee konsequent weiterverfolgt, werden dann alle Medien mit Messer als Waffen, Schusswaffen, Stöcke etc verboten. Damit dürfte sich der Medienkonsum zukünftig sehr spannungsarm gestalten.

Wobei es könnte auch klappen. Seit der Einführung von Indizierungen anfang der 80er und Beschlagnahme bestimmter Horrorfilme haben wir hier in Deutschland ja keine Kriminalität mehr (wenn doch muss einfach nur noch mehr verboten werden).

Man muss sich immer vor Augen halten, dass es Gewalt erst seit der Einführung der modernen Medien gibt. Die Jahrhunderte und Jahrtausende davor haben sich durch ihre vollständige Friedfertigkeit ausgezeichnet. Damals starben alle Leute an Altersschwäche, während man heutzutage entweder durch Terroristen oder andere Gewalttäter ins Jenseits befördert wird.:D

Solche Ideen, bezüglich der Zensur zeigen eigentlich nur, dass der Rinderwahnsinn in England noch nicht vollständig besiegt wurde.:haemisch: Wobei man fairerweise sagen sollte, dass unsere Politiker sich auch nicht unbedingt von gesundem Menschenverstand leiten lassen.

luftauge
20.09.08, 20:29
...
Man muss sich immer vor Augen halten, dass es Gewalt erst seit der Einführung der modernen Medien gibt.
...
Man sollte sich auch vor Augen halten, dass es eine massenhafte Verbreitung von echter oder inszenierter "Gewalt" erst durch die Medien gibt.

Man sollte es jetzt nicht nur wegen der Messer wahrnehmen.
Wenn man an die mittlerweile wieder aus dem Fokus verschwundenen Handyvideos von prügelnden Schülern "5 gegen 1" denkt, kann man es auch aus anderer Perspektive sehen - Youtube ist die nächsthöhere Stufe davon.
Kann man, muss man aber nicht... - vielleicht sehen es die Inselbewohner, bzw. deren Offizielle so.

Es ist nicht an den Haaren herbeigezogen, dass es für manche Aktivitäten immer wieder Nachahmer gibt - nur mal am Rande angemerkt...

Gruß Andreas

El Dirko
20.09.08, 21:04
Ich bin dafür jegliche einschüchternde Berichterstattung zu verbieten, insbesondere die von Blöd und co. ....

Mit Waffen ausgeübte Gewalt im nicht militärischen Bereich ist in ganz Europa, trotz Massenmedien, so gering wie nie vorher in der Geschichte der Menschheit. Erst die ach so betroffenen Medien machen sie zu einem relevanten Thema. Jeder von uns ist höheren Gefahren durch so banale Dinge wie unsere Ernährung usw. ausgesetzt, interessiert aber kein Schwein.


Gruss
El

braces
20.09.08, 21:06
Der Ansatz ist doch schon falsch. Es braucht doch nun wirklich keiner ein Video um zu wissen, dass man mit einem Messer töten kann.
Ich habe noch nie ein Video oder ähnliches davon gesehen, aber wenn ich mich für die Strasse bewaffnen würde wäre es sicher ein Zimmermannshammer. Und jeder, der so ein Werkzeug schon mal in der Hand hatte hat eine Vorstellung vom möglichen Schaden... ganz ohne Medien. Was soll denn so eine Zensur bringen?
Außer ein falsches Sicherheitsgefühl der Bürger? In Europa wurde noch nie so wenig gewaltsam gestorben wie heute. Das scheint einige Leute zur Annahme zu verleiten, Gewalt ließe sich ausrotten.
Das versuchen unsere Politiker dann umzusetzen. Nicht real, aber medial. Gewalt, die keiner wahrnimmt, ist auch kein Problem.
Ich weiß auch nur aus dem Freundeskreis, wo schon wieder was passiert ist. In den Statistiken taucht ein großer Teil der Gewalt doch gar nicht auf. Leute, die ein "strassenfernes" Umfeld haben (keiner Subkultur angehören, Nachts nicht ÖPNV fahren usw.) bekommen nur mit, was medial aufbereitet wird. Da kann man halt gut kosmetisch eingreifen.

stay rude
braces

Frank
20.09.08, 21:30
Egal aus welchen vorgeblich "hehren" Motiven heraus:
Zensur ist Unterdrückung und durch nix zu rechtfertigen.
Mehr gibts zumindest für mich nicht dazu zu sagen.

Bs denne!
Frank

desert_storm
20.09.08, 21:42
Man sollte schon ein Wort mehr dazu verlieren als "Zensur ist schlecht" sinngemäß.
Man darf nicht alles im Extrem sehen. Wir haben doch auch eine Jugendfreigabe, freiwillig, leidergottes. Schert sich halt keiner drum. Wenn man es genau nimmt, wäre eine Maßnahme, die verpflichtet, sich an die FSK-Empfehlung zu halten, Zensur, nämlich die der Informationsfreiheit, weil bestimmte Infos im zugang beschränkt werden.
Na und? Ich hätt definitiv kein Problem damit, wenn zur Weihnachts- und Osterzeit nicht ab 20 15 im Fernsehen Filme wie "Stirb langsam", "Spartan" oder sonstwas in der Richtung läuft. Auch wenn ich diese Filme gesehen hab (nach meinem 18ten übrigens) und nicht schlecht finde, heißt das nicht, dass ich finde, dass sich das Kinder ansehen sollten.
Man muss einfach selber bessern Gut von Böse auseinanderalten können, Realität und Fiktion.
Es ist richtig, dass man kein Messer braucht, um zu wissen, dass es gefährlich ist - nur dummerweise scheint eine Gruppe von Menschen das irgendwie cool zu finden, wenn Blut spritzt.
Wir brauchen nämlich auch keine Filme wie SAW, Nightmare on Elms Street, Filme, die ich mir übrigens nie ansehen werde, weil sie in meinen Augen einfach überflüssig sind, um zu wissen, dass Beile, Kettensägen etc, sprich alles "Trennende" potentielle Gefahren für den Menschen darstellen. Das blöde ist nur, dass es bereits Fälle gab, wo ein junger Kerl hergegangen ist, und seiner Schwester ein Beil in den Kopf geschlagen hat, einfach, um das mal auszuprobieren, weil ers im Film gesehen hat.
Und da stellt sich auch mir die Frage, ob man solchen Mist nicht unterbinden könnte, wenn man die Verbreitung bestimmter "Infos" etwas im Zaum hält. Ich hoffe, keiner von euch erzieht seine Kinder ohne eine bestimmte "Zensur".
Wenn jemand gegen Gewaltfilme im Fernsehen vorgeht, mach ich mir echt noch keine Sorgen über unsere Presse- und Informationsfreiheit, es gibt noch genug blöden Mist, der über die Mattscheibe flimmert.
Und da das Internet einen ähnlichen Stellenwert hat mittlerweile wie das fernsehen, sehe ich keinen Grund, dass im Internet ALLES für ALLE zugänglich sein muss - WENN, und das ist die Einschränkung, es sich um Informationen oder Filme handelt, deren Inhalt für bestimmte Menschen in einem bestimmten Alter gefährlich ist.
Und wenn wir GANZ ehrlich sind: Auch wir brauchen Filme wie SAW IV wirklich nicht, in denen der Menschheit einfach nur mal wieder gezeigt wird, wie krank manche Regisseure und wie pervers die menschliche Phantasie zuweilen sein kann.
EDIT: Ein GANZ anderes Thema ist, ob die Herren Politiker unsere Eltern sind und uns erziehen dürfen. In meinen AUgen nicht. Aber sie könnten bei der Erziehung der Kinder mithelfen, nennt sich Jugendschutz.

imho versteht sich...

Don Andi
20.09.08, 22:29
Man sollte schon ein Wort mehr dazu verlieren als "Zensur ist schlecht" sinngemäß.
Man darf nicht alles im Extrem sehen. Wir haben doch auch eine Jugendfreigabe, freiwillig, leidergottes. Schert sich halt keiner drum. Wenn man es genau nimmt, wäre eine Maßnahme, die verpflichtet, sich an die FSK-Empfehlung zu halten, Zensur, nämlich die der Informationsfreiheit, weil bestimmte Infos im zugang beschränkt werden.


Die FSK hat lediglich den Namen Freiwillig im Titel. Wenn ein Film nicht geprüft ist, dann ist er sofort wie eine indizierter Film zu behandeln, d.h. keine Poster, keine Verkauf an Stellen, zu denen Minderjährige Zugang haben. Der Sinn von Alterfreigaben ist unbestreitbar, bezüglich der Alterfreigaben und der Freiwilligkeit, kannst Du ja mal einen Videothekar fragen. Filme an Personen nicht gemäß ihres Alters zu verleihen kann teuer werden bis hin zum strafrechtlichen (siehe hierzu § 131 StGB), das Gleiche gilt für Verkäufe in Geschäften. Hier gibt es Regelungen, welche i.d.R eingehalten werden.

Internetverträge können nur mit Volljährigen abgeschlossen werden, hier sind die Erziehungsberechtigten gefragt und nicht der Staat.

Bezüglich der auch erwähnten Killerspiele. Millionen von Deutschen haben Ego-Shooter gespielt, nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit von den Verbotsbefürwortern müsste das Bedeuten, dass Deutschland ein Schlachtfeld ist. Halten wir uns nicht mit Nebensächlichkeiten wie mangelnde Schulausbildung (die gesparten Kosten kann man Prima in Bankenpleiten stecken), mangelnde Perspektiven, Armut, fehlende elterliche Erziehung usw. verbieten ist der einfachere Weg in ein strahlenden Morgen im Lala-Land.

Bezüglich der Fernsehzensur verweise ich noch einmal auf die Schnittberichte-Seite. Dein Beispiel Saw ist im Prinzip ganz nett, die Filme sind freigegeben ab 18 Jahren (und geschnitten). Das heißt Kinder und Jugendliche sollten diese gar nicht sehen. Die Diskussion geht in diesem Falle um Erwachsenenzensur, diese finde ich falsch. Saw III beispielsweise ist in der ungeschnittenen Fassung ein plakatives, von der der Gewalt her sebstzweckhaftes Stück Zelluloidverschwendung. Allerdings möchte ich für mich selber Entscheiden diesen Film nicht zu sehen.

Als Alternativbeispiel ist hier Österreich zu nennen, sowohl im medialen als auch dem messertechnischen Bereich ist dieses Land wesentlich liberaler als Deutschland. Nach der Theorie von Verbotsbefürwortern müssten Österreich quasi Entvölkert sein. Ebenso Dänemark oder Holland. In Dänemark ist die höchste Altersfreigabe 15 (dies beinhaltet sogar Pornos). In Holland sind normale Filme höchstens ab 16, Pornos allerdings ab 18 (an einer Brust zu lutschen ist wohl moralisch verwerlicher als eben diese abzuschneiden, rein filmtechnisch gesehen).

Den Verweis auf die armen Kinder kann und will ich insofern nicht gelten lassen, da es Auftrag der Eltern ist ihre Blagen zu erziehen und nicht der Medien. Als Elternteil hat man zumindest zu Hause die Möglichkeit zu kontrollieren, was die Kinder spielen und sehen. Hier sind die Eltern gefordert aufzuklären und zu begleiten. Hier im Forum beispielsweise bekommen Kinder von ihren Vätern Messer und lernen dann Verantwortungsvoll damit umzugehen. Das Gleiche gilt für Medien, ich drücke z.B. keinem 5-jährigen Zombie oder Tanz der Teufel in die Hand und wundere mich dann später das der kleine geistig eine leichte Schlagseite hat.

@desert_storm
Sei mir bitte nicht böse, aber bevor Du versucht dein "Wissen" bezüglich Medien und Jugendschutz abzulassen, informiere Dich doch bitte über die tatsächlichen Gegebenheiten, denn das was Du teilweise von Dir gibst ist komplett falsch und entbehrt jeglicher Grundlage. Nicht alles was BumBum Beckstein oder ein Herr Pfeiffer von sich geben enspricht zwingend der Wahrheit.
Das soll allerdings nicht bedeuten, dass Du so etwas wie Saw oder ähnliche Grütze toll finden sollst. Aber Du solltest auch bedenken, dass gerade Verbote neugierig machen. Ansonsten gilt für mich live and let live.
Meine Theorie bezüglich Verboten von Gurken wie Hostel z.B. ist: Wenn der Film nicht verboten wird, verliert er seinen Reiz, im Anschluss daran passiert mit ihm, was alle schlechten Filme verdienen, sie geraten in Vergessenheit. Den Leuten wird einfach klar, das ein Film nicht durch den exzessiven Einsatz von Kunstblut besser, spannender oder interessanter gemacht werden.

Razorblade---
20.09.08, 22:42
Der Kerl zerstört ein Strider BT ohne eine Träne zu vergießen! glaubst du wirklich der is nicht verrückt?:irre: :hehe:

Nein mal ehrlich: irgendwann wird die Zeit kommen in der uns vorgeschrieben wird wie spitz die Ecken unserer Möbel sein dürfen und wie heiß das Wasser aus der Leitung fließen darf! von mir aus Treibt die Idioten dieses Landes in ein Eck zusammen und schreibt ihnen vor wie sie sich auf den Locus zu setzen haben um sich nicht zu verletzen, aber behandelt bitte die mündigen, vernünftigen und intelligenten Bürger nicht wie Babies liebe Regierung!

Schöne Grüße

kanji
20.09.08, 22:53
Und schon wieder führen wir wilde Reden übers Recht.
Der Forumteil heißt "Messer in den Medien" nicht "wir diskutieren wie wild über Gesetze"

desert_storm
20.09.08, 22:59
@Don:
Schön, dass wir einer Meinung sind bzgl der Erwachsenenzensur.
Deine thesen sind in ein paar Punkten lückenhaft: Mag schon sein, dass es Aufgabe der Eltern ist, dass sie ihre "Blagen" erziehen - andererseits, welche Eltern haben denn heute noch Zeit dafür? Und sicher, Perspektivlosigkeit, Armut etc sind die Gründe, keine Frage. Dennoch, solange wir das nicht von heute auf morgen ändern können, wäre es meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.

Zum thema, dass ich uninformiert bin: Ne, ich weiß, was FSK bedeutet erstens, zweitens ist mir das auch klar von wegen Minderjährige und Videoverleih. Aber gerade DANN ist es doch wichtig, sich um die Medien zu kümmern, bei denen ein UNBESCHRÄNKTER Zugang möglich ist - Internet eben. Ich will NICHT; dass Videos aus den Regalen verschwinden. Nur sollte man manche Regale eben besser so hochhängen, dass Leute unter 16 Jahren nicht drankommen.
Kein Vater der Welt kann arbeiten und gleichzeitig stetig die Aktivitäten des Sohnes im Internet beobachten - abgesehen davon ist dazu nicht jeder Vater technisch in der Lage. Was manche Teens computertechnisch draufhaben in frühen Jahren, da traut sich der alte Herr vllt gerade den On-Knopf drücken.
Zum thema Internetverträge: Du kriegst hier im netz alles!! Ich kann mich per Mausklick als 80-Jähriger ausgeben, wieviele Leute verlangen denn in Foren nach dem Perso? Tauschbörsen und das, das kann keiner kontrollieren mit Verträgen, die per Mausklick abgeschlossen werden.

Dass du einem 5-Jährigen keine Monsterfilme gibst, beruhigt mich. Aber sehen wird er sie trotzdem, wenn ers will - youtube lebe hoch. Da wird täglich so viel zeug hochgeladen. ich habs selber schon ein paarmal mit harmlosen Videos erlebt: Da wird etwas um 12 Uhr normal gezeigt und um 13 uhr ist es nur für Mitglieder zugängig.
Aber in der STunde habens genug Leute gesehen zumeist.
Das ist wie bei Wikipedia: SO viele Leute auch daran schreiben, d´trotzdem wird man in irgendeinem Artikel etwas falsches finden, weil jeder tun und lassen kann, was er will. Vllt temporär, aber es geht für kurze zeit.
Jetzt wird Wikipedia von allen Usern gleichzeitig kontrolliert - youtube nur von ein paar Hanseln. Es mag stimmen, dass wir Vorschriften und Gesetze haben zum Jugendschutz - aber sie sind kaum wirksam vor diesem hintergrund.
Messer ebenso: Hier im Forum? Hallo, ich rede von da draußen wenn du so willst. Dass hier keine Rambos rumlaufen, weiß ich auch, aber da draußen gibts leider Typen, die meinen, einer mitm langen Messer hat nix anderes vor als Leute metzgern. Was meinst du, wo die Vorurteile, die wir so oft zu hören bekommen, herkommen?
Ohne Filme wie Rambo gäb es keine solchen Vorurteile, da schwör ich drauf. Nun gibts die Filme halt leider schon, jetzt sollte man zusehen, dass sie vllt nicht jeder zu sehen kriegt.
Thema Politik: Is klar, dass er Weltverbesserer gibt, die meinen, Killerspiele müssten verboten werden. Ebenso stimm ich dir zu, dass ein Verbot anziehend wirkt. Aber ich hab nie von einem Totalverbot gesprochen. Nur von ein wenig mehr Vernunft und Eindämmung des Informationswahnsinns, der im Netz teilweise um sich greift.
Diese Gewaltvideos auf Handy beispielsweise: Mag sein, dass so ein theam in der Versenkung verschwindet, ebenso wie Killerspiele zu jeder Wahl neu ausgegraben werden.
nichtsdestotrotz: Ihre Wirkung ist da. Und wo kommen denn diese Videos beispielsweise her? Bestimmt nicht aus der Videothek, allerdings.
Wenn sich ein Junge nachts zum fernseher schleicht, kann der Vater nix machen.
Man sollte nicht vergessen, dass es im Fernsehen und im Internet eben möglich ist, an bestimmte Dinge leichter heranzukommen, als es im normalen Laden ist.
Ich höre immer, dass es nicht Aufgabe der Lehrer, der Medien, der Politik ist, Kinder zu erziehen.
Vllt ist es aber unser aller Aufgabe? Wie war das noch mit sozialem Umfeld als eigentliche Gründe für den Mist, den manche Leute bauen?
Wenn der Vater noch so genau ist, wenn der Nachbar dann halt den Jungen SAW, etc sehen lässt, ist alles für Popo gewesen, während der Vater dank Mieterhöhung und Benzinpreisen Überstunden in der Arbeit schiebt.
Unsere Gesellschaft wandelt sich. Geldmangel zieht Eltern von den Kindern weg, Erziehung übernimmt der hort, die SChule und später das G8? Kann ja wohl nicht sein - ist ja nicht deren Aufgabe.
Ja, wessen Aufgabe ist es denn? Der Eltern, die keine Zeit haben? Der Lehrer, die mit dem Lehrplan durchkommen müssen? Unsere anschenend auch nicht, die der MEdien, die immer mehr zum Alltagsbegleiter werden, auch nicht?
Armes Deutschland...wie wäre es, wenn mal alle Verantwortung übernehmen und nicht nur abgeben und auf ihre Medienfreiheit pochen?

PS: Nein, ich bin dir nicht böse, du mir bitte auch nicht.

So, zum thema:
Wie bereits gesagt: ALlgemeines Messerverbot bei youtube wäre krank. Einen Blick auf den Inhalt der Medien zu werfen meiner Meinung nach nicht und daher kann ich diesen Schritt auch irgendwo verstehen. Leider ist die Praxis nicht immer so schön wie die theorie und so steht zu befürchten, dass Gutmenschen daherkommen und ALLES Messer im Internet verbieten, wenn man das bis zum Ende ausdenkt.
Dass man mündigen Bürgern nicht vorschreiben soll, was sie tun und lassen, keine Frage, seh ich auch so. Die Frage ist mehr: Wer ist denn mündiger Bürger? Die Engländer werden scheinbar nicht mehr dafür gehalten. Bei manchen Deutschen frag ich mich eben auch, ob es eine gute Idee ist, ihnen zusätzliche kranke Ideen in den Kopf zu pflanzen, indem man sie verfilmt. Ebenso gibts Politiker, die überreagieren und ALLE Deutschen entmündigen.
Ich glaube, wir können uns auf zwei Dinge einigen: Messerverbot in den Medien ist Kokolores, ebensowenig durchführbar wie ein Gewaltvideoverbot.
Ob es angesichts der Idioten, die es leider auch gibt nicht manchmal sinnvoll wäre, bestimmte Sachen wegzusperren, ist allerdings die andere Frage. So wie ich nicht jedem ein Messer in die Hand geben würde, ohne ihn mir anzusehen vorher, würde ich auch nicht jeden Mist, den ich in meinen dunklen Phantasien habe, ins Internet oder Fernsehen stellen.
Verantwortungsvoller Umgang - sowohl mit Messern, als auch mit Internet und Fernsehen.
Dass Verbote das nicht erzeugen, ist wohl der zweite Punkt, in dem wir uns einig sind :)

Don Andi
20.09.08, 23:45
Nehmen wir doch mal die letzte Änderung des Waffengesetzes. Anstatt Rechtssicherheit ist genau das Gegenteil erreicht worden. Reicht legal reason oder eben nicht? Einige Politiker würden das Gesetz liberal auslegen, bei anderen heißt es wiederum außer in der Küche ist es absolut nicht notwendig ein Messer mit sich zu führen und selbst darüber sollte nochmal diskutiert werden.

Die Problematik besteht letztendlich darin, dass ein Verbot im Bezug auf Messer erst den Anfang darstellen kann. Dann kann auch mal etwas verboten werden, was sich z.B. als regierungskritisch erweist. Beispiel NPD (eine Partei, die ich so sympatisch finde wie Hodenkrebs). Es handelt sich um eine Partei, die momentan den demokratischen Anforderungen genügt. Als diese in mehrere Landtage einzog wurde erwähnt, dass die großen Parteien die Einzugshürde erhöhen wollten (was sich bei der SPD als Eigentor entpuppen könnte). Es wurde natürlich nicht gefragt, wieso diese Partei gewählt wurde.

Zum Thema Medien:
In irgendwelchen Magazinen (Fernsehen und Print) als auch Zeitungen und in Bild, werden irgendwelche Kids gezeigt mit coolen Messern. Einige von denen sind bereits illegal und wenn nicht werden diese dann als illegal bezeichnet. Das sehen andere Kids und denken sich vielleicht, boah, cool die Jungs, sowas brauche ich auch.
Vielleicht liegt das aber auch am Wandel der Zeit, früher hieß es: Ein Junge braucht ein Taschenmesser. Heute: Der hat ein Messer, Terroristenalarm oder etwas ähnlich abwegiges.
Mal aus reiner Neugier: die Eltern, die ihren Kindern Messer zugänglich gemacht haben, um sie den verantwortungsvollen Umgang damit zu lehren, wieviele blöde Sprüche von Dritten musstet ihr Euch anhören? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinerlei Klugschwätzer gab, die was von wegen Verantwortungslosigkeit oder ähnliches abgesondert haben.

Die durchschnittlichen deutschen Journalisten können jedenfalls vom Vorwurf des kritischen Journalismus freigesprochen werden. Es wird ein Feinbild gesucht Messerträger, Schützenvereinsmitlieder, Hartz IV-Empfänger, Rentner oder irgendeine andere Gruppe und wenn man die gefunden hat gilt nur noch: Immer feste druff.

Zusatz:
Das Problem sind dann aber auch die Deutschen, die im typischen vorauseilendem Gehorsam reagieren. Dazu auch hier im Board: Der Zusatz suche legales Messer, legale Länge darf ich, kann ich etc.

Ich benutze meine Endura immer noch. Ich meuchle Erzeugnisse von Bäcker, beschmiere diese gnadenlos mit Aufschnitt und ähnlichen Sauereien. Ich benutze es zum Grillen, Briefe öffnen etc.
Das ist meine Auslegung des Gesetzes. Legal Reason von mir interpretiert. Deal with it.

desert_storm
21.09.08, 00:05
@Don:
so langsam finden wir zueinander mit unseren Ansichten.
Ein Punkt: Diese blöden Bemerkungen, wie du erwähnst, die Eltern zu hören bekommen, stammen aus Vorurteilen. Da hat Vater eben einen Film gesehen, da kam genau so ein Messer vor, böse böse etc.
Denn woran sollte es sonst liegen? Die ersten Menschen dürften die Erfindung eines Schneidwerkzeuges eher begrüßt haben. Ebenso kenn ich viele alte Leute, die kein Problem damit haben, wenn man sein Taschenmesser rausholt - im Gegensatz zu jungen Leuten. Wie kann sich das um 180 % drehen - und zwar innerhalb weniger Jahre? Nene, da ist massiv Meinungsmache betrieben worden. Ich geb dir absolut recht mit dem "Vorwurf des kritischen Journalismus" sind die Deutschen nicht behaftet. :D
Auf "Geheiß" von Pitter les ich gerade ein Buch von Wolf von Lojewski. Sehr gut geschrieben wie ich finde. DAS sollte man mal so publizieren, wie es bei Angstmache und Panikschieben gemacht wird. Wieso stellt sowas keiner bei youtube ein?
Der Wandel der Zeit ist in meinen Augen ein letztes Argument für jene, die keine Lust haben, den Dingen auf den Grund zu gehen. Alles auf der Erde hat Ursache-Wirkungsprinzipien zu folgen, da sind solche gesellschaftlichen Entwicklungen keine Ausnahme würde ich sagen.
Und die Macht und Gegenwätigkeit der Medien hat über die letzten Jahre deutlich zugenommen - dafür hat die Qualität nachgelassen, sowohl der Recherche (Stichwort Galileo :irre: ), als auch der Thematik (Stichwort Jungelcamp :glgl: ).

Ergänzung: Jaja, der vorauseilende Gehorsam...was stand im Messer Magazin? Der andere gibt seine gesamten Einhandmesser beim Ordnungsamt ab :irre: ich spare mir mal jeden Kommentar...
wie wärs stattdessen mal mit Zivilem Ungehorsam? (Ausgenommen Schützen, versteh ich :) )

Don Andi
21.09.08, 01:23
Das auftauchen von Messern in den Medien sind ja seltenst positiv, z.B. ein Bericht über Jürgen Schanz oder die Balbach Schmiede. Wenn Messer i.d.R. erwähnt werden, dann in Verbindung mit Verbrechen oder Unglücksfällen. Als Beispiel der Berichterstattung Kindesmißbrauch, wenn man den Medien glauben schenkt, lauert hinter jeder Ecke ein Kinderschänder, die Zahl der Mißbräuche hat sich seit den 70ern halbiert. Nur wird diese Thematik in den Medien heutzutage größer ausgeschlachtet.

Wobei man fairerweise auch festhalten sollte, dass ein Ignorieren oder Totschweigen in der heutigen Zeit ebenfalls zum Glück seltener geworden ist.

Das gleiche gilt für die Terrorgefahr. Nach den Medien sitzen in jedem Bus mindestens zwei üble Muselmanen mit Sprengstoffgürteln, die nicht anderes im Sinn haben als Opa Kaluttke und Oma Gerda ins Jenseits zu blasen. Denn wir wissen alle, die volle Anzahl von 72 Jungfrauen gibt es nur, wenn man den deutschen Dürchschnittbürger meuchelt.

Zum Thema Panikmache fällt mir nur Volker Pispers ein.
"Der Deutsche hat panische Angst vor Terroristen, aber nicht vor übermüdeten Bus- und Lastwagenfahrern, dabei ist deren Trefferquote wesentlich höher. Da muss ein Al-Kaida Kämpfer lange dran stricken."
Daran sind die Medien auch nicht ganz unbeteiligt.:D

Zum Thema Jugendliche (alt aber gut, fand ich ganz treffend):
http://www.andreas-kalt.de/blog/fundsachen/wir-waren-helden

chamenos
21.09.08, 10:25
Gähhhhn!

Es ist nun fast 20 Jahre her, dass MTV Waffen in Musikvideos "überpixelte".
Hat dazu geführt, dass man eben deutlich weniger Pistolen, Revolver oder Dolche als Requisite benutzt hat.

Was youtube macht, ist deren Ding. Das hat auch nichts mit der Zensur freier Meinungsäußerung zu tun.

Ich fände es übrigens ganz nett, wenn all die "Zensur-Brüller" hier mal eine halbe Stunde durch die Schmuddelwelten des WWW surfen und sich ansehen, was sie für "erhaltenswert" erachten.
Gerade auf diesen Filmchen-Portalen ala youtube wird in einer derartigen Selbstverständlichkeit geltendes Recht ignoriert, dass ich da schon häufig mit dem Kopf schüttle.

Und solltet ihr die "unzensierten" Seiten nicht finden, - ich meine jetzt die, auf denen man sich Hinrichtungen im Irak, Messerstechereien, überfahrene Fußgänger oder eben die Klassiker (5 Kid streten einen Mitschüler zusammen) ansehen kann.
Nicht verzagen. Spendiert einfach nem 15Jährigen, der vor dem nächsten Einkaufzentrum hockt, ne Schachtel Kippen. Der verrät Euch ein paar. Oder fragt Eure Kinder. Die meisten kennen zumindest die Namen der Seiten.

Gruß
chamenos

Steelrider
21.09.08, 10:51
Es interessiert wohl auch keinen Jugendlichen, ob ein Messer nun primär ein Werkzeug ist. Jacken oder Geld von anderen mit der Hilfe eines Messrs abziehen, das funktioniert auch ohne Youtube und Hockeymasken Clips, denke ich.

Alltagsgegenstände als Waffen einzusetzen, dass zeigt das Kino auch ganz hervorragend und bedrohen kann ich jemanden letztendlich auch mit einem 0.5er Faber Castell Druckbleier aus dem Supermarkt.

Im Grunde versuche ich halt, mein Messer zwar durchaus sichtbar, aber möglichst wenig "offensiv" zu tragen und behutsam rauszuholen und zu entfalten, um dem Aggressorimage des Ganzen ein wenig entgegenzuwirken.

Ob auf Youtube geltendes Recht filmisch gebrochen wird oder die Frage, ob es erhaltenswert ist, was im www so rumgeistert, ist eher sekundär, "Zensur" ist letztendlich kein wirklich probates Mittel der Gewaltprävention.

Deutschland kommt da aufgrund der politischen Unentschlossenheit noch gut weg, die Briten sind in der Umsetung von Verboten zum Schutz der Allgemeinheit wesentlich rabiater und konsequenter (Rauchverbot, Ausgangssperre nach 22 Uhr für Jugendliche, etc.). Ansätze in Richtung komplettes Messertrageverbot sind allerdings auch hier denkbar.

Razorblade---
21.09.08, 11:36
Wen müsste ich eurer Meinung nach wählen(in Österreich) um meine Rechte so wenig wie Möglich zu beschneiden, auch im Bezug auf Messer! Ich will einfach nicht das Das Gesetz auf die Dümmsten der Dümmsten zugeschneidert wird! :teuflisch

Steelrider
21.09.08, 11:56
Ich will einfach nicht das Das Gesetz auf die Dümmsten der Dümmsten zugeschneidert wird! :teuflisch

In AUS bin ich politisch nicht so firm :glgl:, aber zum Thema "Die Dümmsten der Dümmsten":

Es gibt Typ A, der sieht sein Messer als Waffe, es gibt Typ B, der sieht sein Messer als nützlichen Alltagsbegleiter, dazwischen gibt es die große Masse, die mit Messern ausserhalb der Küche oder Firma nix am Hut hat.

Dilemma: Die große Masse entscheidet Wahlen und da ist es natürlich ein dankbarer Weg der Parteien, die Rechte von Typ B zu beschneiden und damit der Masse bei (angeblich) immer mehr eskalierender Gewalt einen Schutz vor Typ A vorzutäuschen (denn letztendlich kann nicht jeder auf Messer kontrolliert werden). Typ B kann da tun und lassen, was er will, um das Messerimage zu schützen, letztendlch kommt er nicht damit durch, da die Masse sich wohl eher mit einem Verbot solidarisiert und nicht mit ein paar Messerfreunden.

Die Sinnfrage stellt sich da wohl gar nicht, der einfachere Weg (Verbot) ist der meistgewählte.

luftauge
21.09.08, 14:21
...
Was youtube macht, ist deren Ding. Das hat auch nichts mit der Zensur freier Meinungsäußerung zu tun.

Ich fände es übrigens ganz nett, wenn all die "Zensur-Brüller" hier mal eine halbe Stunde durch die Schmuddelwelten des WWW surfen und sich ansehen, was sie für "erhaltenswert" erachten.
Gerade auf diesen Filmchen-Portalen ala youtube wird in einer derartigen Selbstverständlichkeit geltendes Recht ignoriert, dass ich da schon häufig mit dem Kopf schüttle.

Naja... - das, worum es hier geht, geht offenbar nicht von Youtube selbst aus, sondern von den Behörden, in deren Zuständigkeitsbereich diese Filmchen auf Youtube zu sehen sind...

Es sind ja nicht nur die Insulaner (künftig) auf ihrer Insel betroffen, sondern auch wir Bundesdeutschen, die z.B. bei ebuy (.uk oder .usa/.com) evtl. an Messern interessiert sind, da wird dann eine Leerseite mit unzutreffender Rechtsbelehrung anstatt der Artikelbeschreibung und dem Bild eingeblendet, von wegen, "dieser Artikel ist in Ihrem Land verboten bla bla" - selbst wenn das definitiv nicht stimmt... - nicht mal das unbewegte Bild lässt man einen ansehen...
Wie soll man das dann nennen ?

OT Beispiel:
Weiterhin wird Youtube auch in D bereits "zensiert", um den Begriff "Zensur" wie er hier am liebsten verwendet wird, ebenfalls zu verwenden. Nur weis das kaum jemand, weil diese speziellen Filmchen/Handy-/Digicamvideos nur spezielle Leute interessieren - was sind das für Filmchen ? Brutal/Ekel/Snuffvideos ?

NEIN, stinknormale Kurzfilmchen, die von Privatleuten, nämlich zahlenden Gästen und Zuschauern in Fußballstadien aufgenommen worden sind...
"Dieser Clip wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der DFL eingezogen" heist es dann - wird deswegen auch Zensur gejammert ?
Nein, da heist es dann, die Rechte liegen nunmal beim Vermarkter, obwohl der Urheber ein anderer ist...

Und sagt jetzt nicht, das ist aber keine Zensur, dieses Vorenthalten ist ebenso Zensur, nur nicht staatlich, sondern gewerblich.
Ihr redet immer von dem was noch kommen könnte, und ignoriert, dass es schon längst da ist... :rolleyes:

Gruß Andreas

Steelrider
21.09.08, 15:06
Kurz zu Knifetests.com und mal ganz ab von der Maske:


Nun ja, welches Messerimage und welche Zielgruppe wird von der Site bedient. :confused:

ed.: sorry wegen dem Bild, habe den Text mal angepasst..

KaffeeSüßSauer
21.09.08, 16:16
...
Nun ja, welches Messerimage und welche Zielgruppe wird von der Site bedient. :confused:...

Hast Du Dein ganzes Weltbild schon in alleinigen Vermarktungsgedanken des Konsumismus aufgelöst?:confused:

Aber politisch korrekt(TM) im Voraus für andere entscheiden wollen - als ob die anderen(TM) nicht selbst denken könnten. Damit stellst Du unsere Demokratie direkt in Frage - für die ist der mündige, aufgeklärte Bürger nämlich DIE Grundvoraussetzung. Verbote, ja, auch Denkverbote, sind da nichts als Geplänkel auf dem verlorenen Boden der Freiheit. Es müssen viel mehr wieder ehrliche Werte vermittelt werden, die einzig Grundlage für ein buntes und friedliches Zusammenleben sein können. Schade nur, daß das so gar nicht gewollt ist.

Beispiel? Wir kriegen jeden Tag eingeprügelt, der Markt sei grausam und daß das gut und genau so sein müsse. Nun erkläre mal einem simplen Gemüt, warum es dann im Kleinen nicht genauso brutal agieren dürfe, wo sein gesamtes Leben doch ebenfalls nach Marktgesichtspunkten abgefrühstückt wird.

Ich hoffe, der Maskierte macht das, was er macht, einfach weil es IHM Spaß macht. Warum auch nicht? Tut schließlich keinem weh...

Don Andi
21.09.08, 16:53
@chamenos
Was ein Verbot letztendlich bringt, hast Du Dir in Deinem Posting schon selbst beantwortet. In den Medien kamen entsprechende Requisiten seltener vor, dazu das weitreichende Messerverbot. Die Zahl der Messerstechereien hat aber zugenommen. Da einen positiven Zusammenhang hherzustellen halte ich für gewagt.

Zum Thema geltendes Recht. Das Urheberrecht ist z.T. so jenseits von gut und böse geworden, dagegen ist das neue Waffenrecht geradezu eine Ode an die Vernunft.
Da wurden Seiten abgemahnt, die Inside als Namen oder Inhalt hatten, weil Intel, die Auffassung vertrat, dass dieser Begriff nur noch von ihnen verwendet werden dürfte.
Die Farbe Margenta ist von der Telekom geschützt, sollte diese jemand verwende versößt er gegen geltendes Recht, na prima.
Wenn jemand gefragt wird ob etwas gut ist und dieser antwortet: Ich liebe es (geschützter Begriff der Firma McDonalds), müsste derjenige der diese Worte benutzt theoretisch Nutzungsabgaben an besagte Firma zahlen.
Es werden inzwischen Farben, Wörter, Sätze und Begriffe urheberrechtlich geschützt, da kann man teilweise nur sagen Realität geht anders. Vielleicht ist ist die heutige Jugend auch einfach nur weiter als wir alten Knacker, dank ihres Neusprechs werden solche Urheberrechtsverletzungen größtenteils vermieden.:D

Auch in Bezug von Gewaltvideos. Stellt jemand solche Videos bei Youtube rein, insbesondere diese Happy Slapping Teile, kann doch gegen die beteiligten vorgegangen werden im Rahmen von vorhandenen Strafgesetzen.

Mein Provider hatte mal eine Seiten, auf der man sich Leichenteile und Todesvideos gesperrt. Ich habe mich natürlich erstmal beschwert. Als die Seite wieder aufrufbar war bin ich dann nicht auf diese Seite gegangen, weil ich mir so etwas nicht geben muss. Die Entscheidung darüber ob ich etwas sehe oder nicht möchte ich allerdings als Volljäriger allein treffen. Wie bereits erwähnt können Internetzugänge nur von Volljährigen bestellt werden. Hier kann es nicht angehen, dass Eltern oder andere Erziehungsberechtigte sich der Verantwortung entziehen und das Ganze der Zensur und Verboten überlassen.

In diesem Zusammenhang könnte man auch Alkohol verbieten, denn die kleinen könnten ja heimlich trinken oder Autos, es könnten die Schlüssel geklaut werden und allerlei Schabernack damit getrieben werden. Wenn das passierte gäbe es in Deutschland aber mindestens einen Bürgerkrieg.

Bei manchen Verbotsforderungen habe ich den Verdacht, die Befürworter leben nach dem Motto betrifft mich nicht also bitte, macht mal. Ich kann mich noch daran erinnern wie groß der Aufschrei der Empörung bezüglich des neuen Waffengesetzes war und wie Scheißegal diese Thematik Dritten war. Da wurden in anderen Foren Bemerkungen laut, wie: wer Messer trägt muss vermutlich eh was kompensieren oder Messerträger seien doch sowieso alles potentielle Amokläufer. Bei der Änderung des Gesetzes bezüglich Schusswaffen hieß es von einigen Personen in diesem Board! dann. Egal, betrifft mich ja nicht.

Wie Steelrider schon schrieb ein Verbot ist immer das einfachste Mittel. Der Pöbel sieht, dass die Politik tätig wird und gut ist. Das die Argumente für Verbote mehr als dünn sein können ist egal. Hauptsache es passiert was.

Steelrider
21.09.08, 17:18
Hast Du Dein ganzes Weltbild schon in alleinigen Vermarktungsgedanken des Konsumismus aufgelöst?:confused:


Nein, aber die Art und Weise, wie ich etwas präsentiere, entscheidet nunmal darüber, wer sich dafür interessiert und letztendlich auch darüber, welche Klientel sich positiv und welche negativ angesprochen fühlt, also Zielgruppen halt.


Aber politisch korrekt(TM) im Voraus für andere entscheiden wollen - als ob die anderen(TM) nicht selbst denken könnten. Damit stellst Du unsere Demokratie direkt in Frage - für die ist der mündige, aufgeklärte Bürger nämlich DIE Grundvoraussetzung.

Jeder beansprucht für sich, selbst denken zu können, schade nur, dass jeder von einer anderen Ausgangsbasis aus denkt. Mündige und aufgeklärte Bürger sind auch diejenigen, die Messer komplett verbieten wollen, mündige Bürger sind auch diejenigen, die dem Messer als Waffe zugeneigt sind, selbst Menschen, die andere mit Messern o. ä. bedrohen, sind mündige Bürger und zwischen diesen ganzen mündigen Bürgern muss nunmal ein Konsens gefunden werden.


Verbote, ja, auch Denkverbote, sind da nichts als Geplänkel auf dem verlorenen Boden der Freiheit. Es müssen viel mehr wieder ehrliche Werte vermittelt werden, die einzig Grundlage für ein buntes und friedliches Zusammenleben sein können. Schade nur, daß das so gar nicht gewollt ist.

Versuch mal, jemandem wie meiner Mutter, die grundsätzlich Angst vor Messern hat, die ausserhalb der Küche getragen werden, vernünftige Werte zu vermitteln. Oder anders herum, versuch mal einem jüngeren Menschen, der auf die ganze Knife-Combat Kiste abfährt und gerne selber praktizieren würde, vernünftige Werte beizubringen. Ein Verbot beruhigt meine Mutter und gebietet - zumindest als netter Augenwischer - dem kriminellen Treiben ein Ende. Zwei Fliegen mit einer Klappe.


Ich hoffe, der Maskierte macht das, was er macht, einfach weil es IHM Spaß macht. Warum auch nicht? Tut schließlich keinem weh...

Ich denke, er tut es, weil es ihm Spaß macht, allerdings ist es schwer verständlich zu machen (das meine ich jetzt generell), wie einerseits das schlechte Messerimage bejammert wird, aber andererseits jeder seinen Selbstdarstellungstrieb in Youtube Filmchen unter der Prämisse "ist doch nur Spaß" unreflektiert austoben soll. Solche Filmchen sehen auch Menschen, die sich nicht neutral mit Marterie beschäftigen, die sehen das eventuell dann sogar als eine Art der Gewaltverherrlichung. Die Make suggeriert in dem Zusammenhang etwas anonymes, verbotenes, kriminelles und nicht jeder "mündige Bürger" sieht da den Spaßfaktor. Solange der Spaß einiger weniger in das Extreme getrieben wird, besteht immer die Gefahr der Freiheitsbeschränkung vieler anderer.

Geonohl
21.09.08, 18:29
[...] Die Make suggeriert in dem Zusammenhang etwas anonymes, verbotenes, kriminelles und nicht jeder "mündige Bürger" sieht da den Spaßfaktor. Solange der Spaß einiger weniger in das Extreme getrieben wird, besteht immer die Gefahr der Freiheitsbeschränkung vieler anderer.

Make? sollte das Maske stehen;)?

Also ich halte von solcher Zensur nichts.
Ihr regt euch doch öfter auf wie gefährlich die Messertests sind die hier einige zeigen, warum also keine Maske?:staun:
Wenn einer die Arbeitssicherheit groß schreibt, ist das doch nicht Gewalt verherlichend :D.
Nicht jeder kann sich einen kompletten Plattenpanzer leisten, der dafür sicher noch geeigneter währ.
Vorallen wenn ich da an einige Schwert Prüfungen denke, die ich so gar schon auf den Seiten von Herstellern sah:irre:.
Aber ein "Ritter" der ein Schwert verprügelt, Bäume und Anderes zerhakt oder die Klinge in nem Schraubstock abbricht währ zu gewalttätig?:teuflisch?

smeagolvomloh
21.09.08, 19:32
Jede Form der Zensur ist mir ein Greuel! Dabei denke ich aber nur an staatliche Zensur!

Wenn der private / gewerbliche Betreiber eines Internetportals der Meinung ist, bestimmte Inhalte nicht online zu stellen, ist mir das ziemlich egal!

gast
21.09.08, 22:07
Informationen, die man in die Welt entlässt, sind nicht mehr zu kontrollieren. Niemand kann sich sicher sein, wozu sie verwendet werden. So gibt es in bezug auf die Berichterstattung über Straftaten das bekannte Phänomen des Trittbrettfahrers und des Nachahmers. Zum Beispiel hat sich der Täter des Virgina Tech Massakers ausdrücklich auf die Täter des Columbine High School Massakers berufen, die wiederum selbst Artikel über jugendliche Amokläufer gesammelt hatten. Im Bereich der Nachahmungstaten sind direkte Einflüsse der Medien erwiesen und doch käme wohl niemand auf die Idee, die Berichterstattung über Straftaten zu verbieten, weil einige Irre sich dadurch inspiriert fühlen könnte. Die Informationsfreiheit hat hier Vorrang.

Für Medien abseits des Mainstream aber, deren direkter Einfluss von Medien auf Täter keineswegs erwiesen ist (Videos, Musik, Computerspiele), erheben Politiker und Gutmenschen gerne Zensurforderungen, obwohl ein Zusammenhang von Zensur und Rückgang an Gewalttaten noch für kein Land und keine Kultur erwiesen werden konnte. Das ist m.E. schlechte symbolische Politik, die ein unreflektiertes Sicherheitsbedürfnis befriedigt (endlich wird etwas getan).

Im Falle von Youtube ist die Sache wohl noch lächerlicher, weil hier selektiv eine Nation von der Ansicht bestimmter Videos ausgeschlossen wird. Diese Videos werden wohl keine Straftaten zeigen, da sie sonst komplett aus dem Netz genommen werden müssten und von keinem Land aus abrufbar sein dürften. Es werden stattdessen Videos gemeint sein, die in irgendeiner Weise auf irgendjemand einschüchternd wirken könnten. Darunter können Messertest wie die von Noss ebenso fallen wie die Demonstration des schnellen Öffnens eines Folders. Youtube meint offensichtlich, dass die Briten als Volk nicht reif für solche Videos sind. Das kann man wohl nur als anmaßend und versponnen betrachten.

Demnächst entscheidet Youtube vielleicht dann, dass in Deutschland die Zahl der Verkehrstoten zu hoch ist und sperrt alle Autovideos für Deutsche. Solches Geschäftsgebaren eines privaten Unternehmens finde ich peinlich und ich hoffe, dass die User sich für ihre legalen Videos dann einfach eine andere Plattform suchen.

Grüße
Michael

cheez
21.09.08, 22:14
Das betrifft mitnichten nur die Briten [wie hier in diesem Thread schon mehrfach angedeutet]; ich bin neulich über einen Link zu einem Video [bei youtube] gestolpert, bei dem mir gesagt wurde

"Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar"

:mad:

Schöne neue Welt.

Fmh.

Keno

luftauge
22.09.08, 07:42
...
Im Falle von Youtube ist die Sache wohl noch lächerlicher, weil hier selektiv eine Nation von der Ansicht bestimmter Videos ausgeschlossen wird.

Diese Videos werden wohl keine Straftaten zeigen, da sie sonst komplett aus dem Netz genommen werden müssten und von keinem Land aus abrufbar sein dürften.

Es werden stattdessen Videos gemeint sein, die in irgendeiner Weise auf irgendjemand einschüchternd wirken könnten.
Du glaubst doch nicht wirklich, dass Youtube das von sich aus macht, oder ? Das wird zwar in dem Artikel so dargestellt, aber welches Internetunternehmen würde sich freiwillig selbst das Wasser abgraben ?

Zu den Straftaten:
Es kommt darauf an, was in welchem Land einen Straftatbestand darstellt... - es ist ja zum Glück nicht überall alles gleich.
Wie ich weiter vorn schrieb, darf ich aus D nichtmal popelige Marinemesser auf ebuy.com ansehen, weil sie hier angeblich verboten sind...
Keno hat das Beispiel von Youtube/D genannt, er hat mir den link gezeigt, und es war kein Browser-Problem, den roten Balken mit dem Spruch bekam ich auch angezeigt.

Zum Artikel selbst, da steht:

...any video which is clearly "showing weapons with the aim of intimidation" will be taken down from the site...
Was ich mit
"jedes Video, das eindeutig Waffen mit dem Ziel der Einschüchterung zeigt, wird vom Netz genommen" übersetze,
also nicht einschüchternd wirkende, sondern Einschüchterung zeigende bedeutet - wie auch immer das nun wirklich zu verstehen ist.
Daraus schließe ich, dass nicht nur einfache Videos, sondern eindeutige, d.h. gestellt oder echte Handlungen gemeint sind. Es wird sich wohl kaum jemand beim Betrachten eines solchen Filmchens in die Hosen machen, oder ?
Gerade bei den Insulanern ist sowas völlig sinnlos, weil die aus etwas anderem Holz sind, als wir...

Entweder ist der verlinkte Artikel unvollständig, oder es geht um etwas anderes im Hintergrund, aber da fehlt eindeutig etwas...
Ist wohl auch wegzensiert worden...

Gruß Andreas

gast
22.09.08, 15:55
Du glaubst doch nicht wirklich, dass Youtube das von sich aus macht, oder ? Das wird zwar in dem Artikel so dargestellt, aber welches Internetunternehmen würde sich freiwillig selbst das Wasser abgraben ?

Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Doch Youtube ist ja im Besitz von Google und Google ist nicht dafür bekannt, sich staatlichen Zensurwünschen vehement zu widersetzen. In China zensiert Google u.a. die Suchergebnisse für den Begriff 'Demokratie' - eben mit der Begründung, weiter Geschäfte in China machen zu wollen. Es ist m.E. durchaus vorstellbar, dass Youtube sich positive PR in England davon verspricht, wenn es einen Bann von Waffenvideos ankündigt. Der Versuch, das eigene Image zu säubern und stromlinienförmiger zu machen wäre dann unter Werbung zu verbuchen und geschäftsdienlich. Natürlich könnte hier auch politischer Druck im Spiel sein, aber es ist bezeichnend, dass Google als Besitzer für solchen Druck sehr empfänglich ist.


Daraus schließe ich, dass nicht nur einfache Videos, sondern eindeutige, d.h. gestellt oder echte Handlungen gemeint sind. Es wird sich wohl kaum jemand beim Betrachten eines solchen Filmchens in die Hosen machen, oder ?
Gerade bei den Insulanern ist sowas völlig sinnlos, weil die aus etwas anderem Holz sind, als wir...

In den letzten Jahren ist die öffentlich bzw. die veröffentlichte Meinung in GB allerdings von dem Bemühen um political correctness bestimmt. Das hat inzwischen stark ideologische Züge angenommen. Wenn Artikel dieser Couleur online veröffentlicht werden, stehen darunter zwar reihenweise erboste Kommentare von Briten, die den Staat nicht in der Rolle der Nanny sehen wollen, aber die Artikel werden weiter publiziert. Insofern scheint mit die öffentliche Meinung in GB zweigeteilt und das PC-Denken zumindest in der veröffentlichten Meinung in der Übermacht.


Entweder ist der verlinkte Artikel unvollständig, oder es geht um etwas anderes im Hintergrund, aber da fehlt eindeutig etwas...


Sehe ich ich aus so. Die Informationen sind zu knapp, Ich kann daraus nicht deutlich erschliessen, welche Sorte von Videos gemeint ist. Aber die Tendenz zur restriktiven Interpretation liegt leider wohl im Geist der Zeit.

Gruß
Michael

cheez
22.09.08, 16:08
Die Geschichte mit dem Urheberrecht, die Andreas ansprach, gibt es übrigens auch noch in anderer Form - so werden zunehmend streams [Musik als auch Video] nur bestimmten [zB US-Amerikanischen] IP-Besitzern angezeigt; weil die Website nur mit den dort ansässigen Musik- oder Filmindustrien Absprachen hat.

Einige hier kennen vielleicht www.lastfm.de - die "soziale Musikrevolution". So revolutionär ist das Konzept dort tatsächlich nicht, man konnte schon vor Jahren auf www.pandora.com sich Musik anhören ["Internet Radio"] und sich neue Künstler anzeigen lassen, die dem Musikgeschmack entsprechen. War ein witziges Konzept, das lastfm nun kopiert hat und als revolutionär verkauft. Langer Rede kurzer Sinn, pandora funktioniert nicht mehr für internationale Nutzer:


Dear Pandora Visitor,

We are deeply, deeply sorry to say that due to licensing constraints, we can no longer allow access to Pandora for listeners located outside of the U.S. [...]

So sieht's aus, und so wirds weitergehen. Zensur? Naja, sind halt "rechtliche Probleme"....

(Lastfm jetzt schnell nutzen, so lange das noch geht ;))

Gruss, Keno

Sven
22.09.08, 19:52
Wenn euch diese Bevormunderei nervt...
Youtube zensiert eigentlich auch nur alibimäßig.
Wenn ihr beispielweise einen zensierten Film anschauen wollt, dann müsst ihr nur die Adresse ein wenig verändern.
Zum Beispiel

http://www.youtube.com/watch?v=SDCNQoeBLvk
Ändert ihr in

http://www.youtube.com/v/SDCNQoeBLvk
Natürlich habe ich hier kein zensiertes Beispiel genommen, ich will ja keinen Ärger mit dem Chef:D

Ciao Sven

luftauge
22.09.08, 20:21
...
Youtube zensiert eigentlich auch nur alibimäßig.
Wenn ihr beispielweise einen zensierten Film anschauen wollt,
Naja, da stellt sich dann die Frage, ab wann ist Zensur Zensur ? ;)
Wenn Clips oder Filme irgendwo auf Youtube vorhanden sind, mag das mit kleinen Tricks funzen, aber wenn sie komplett gesperrt/zurückgezogen sind = nicht mehr vorhanden sind, nutzt es nichts...

Die sperren oder ziehen sogar Filme komplett raus, an denen selbst selbsternannte, oder per Vertrag dazu ernannte "Inhaber an den Urheberrechten" gar keine Rechte haben können, weil es diese Unternehmen zu Zeiten der Filmaufnahmen noch gar nicht gab, und die Urheber teilweise ganz andere Leute waren...

Die Sache ist viel komplizierter und hinterhältiger, als man denkt...

Gruß Andreas

Faltradl
22.09.08, 21:47
Die sperren oder ziehen sogar Filme komplett raus, an denen selbst selbsternannte, oder per Vertrag dazu ernannte "Inhaber an den Urheberrechten" gar keine Rechte haben können, weil es diese Unternehmen zu Zeiten der Filmaufnahmen noch gar nicht gab, und die Urheber teilweise ganz andere Leute waren...
Vorsicht, die jetzt die Rechte reklamiernde Firma mag es damals noch nicht gegeben haben. Aber die damaligen Firmen verschwinden gewöhnlich nicht einfach spurlos, sondern bei einer Auflösung/Konkurs werden die Rechte an andere Firmen weiterverkauft. Nicht zu vergessen die erben der Urheber. Und welcher Außenstehende vermag das damalige Geflecht von Tochterfirmen und die Übernahmehistorie korrekt zu rekonstruieren?

Sicher gibt es auch genug Fälle wo es nicht mit rechten Dingen zugeht.

Gruß, Bernhard

Sven
23.09.08, 07:29
@luftauge Du hast natürlich recht, das ganze ist wirklich viel hinterhältiger geworden.
Natürlich gibt es in Deutschland keine Zensur... ach wo (http://kommentare.zeit.de/user/colon/beitrag/2008/08/31/putin-und-roth-im-interviewwie-wird-oeffentlich-meinung-gemacht)... niemals (http://www.rsf.org/article.php3?id_article=10678)...
Aber für den Schutz unserer Kinder und gegen die Braune Brut würden wir doch alles tun.
Und natürlich müssen die Rechte der Inhaber (http://www.tagesschau.de/ausland/eu102.html) beachtet werden und die Zustimmung zur Veröffentlichung (http://www.pr-inside.com/de/ermittlungen-wegen-muentefering-anruf-beunruhigen-r817666.htm) braucht man natürlich auch.

Nur wird eine Zensur des Internet niemals funktionieren:haemisch:
Weder technisch noch gesellschaftlich.
Ich hoffe, das da endlich mal eine Bombe ala Datenhandel (http://www.zeit.de/2008/37/Kommentar-37) platzt.

Ciao Sven

luftauge
23.09.08, 15:10
...
Vorsicht, die jetzt die Rechte reklamiernde Firma mag es damals noch nicht gegeben haben.
sondern bei einer Auflösung/Konkurs werden die Rechte an andere Firmen weiterverkauft. Nicht zu vergessen die erben der Urheber...
:steirer:
Naja, es gibt drei der "beteiligten Firmen" noch, lediglich eine neue ist als zentraler Vermarkter dazugekommen, und die Aufnahmen sind teilweise von Privatleuten gemacht und eingestellt worden...
Als NRW'ler wird Dir der Name LeeBuddha [<- Insider :cool:] ein Begriff sein, versuche mal, auf Youtube originale Ton/Bildaufnahmen von 1968-71 mit ihm zu sehen...



...
Und natürlich müssen die Rechte der Inhaber beachtet werden und die Zustimmung zur Veröffentlichung braucht man natürlich auch. <- "entlinkt"
Sicher, aber wenn Privatleute dort etwas einstellen, sind sie die Urheber, das ist ja der springende Punkt, das gab es doch vor Jahren auch hier im Forum schon wegen ICE und "dem Beweger"...

Wie gesagt, alles höchst kompliziert, und Fettnäpfe stehen hinter jeder Ecke.
Bei den einen geht es um vorgeschobene pol.corr.(tm), bei den anderen nur ums Geld, die angwendeten Mittel sind vergleichbar.

Gruß Andreas

gast
27.09.08, 16:27
Warum regt ihr euch eigentlich so auf? Es betrifft uns doch nicht oder?

Es gibt auf der ganzen Welt Dinge die zensiert werden. Auf eines mehr oder weniger kommt es da auch nicht mehr an.

Und wen interessiert schon was YouTube macht? Es gibt seit Jahren andere englische Webseiten die Filme über Messer zeigen. Selbst hier in DE gibts doch mittlerweile dieses Odoo.tv.

Von daher... :ahaa:

Werner Steckman
27.09.08, 17:32
Hmmmmm, Zensur? Sorry, aber ich kann damit herzlich wenig anfangen - Sprüche wie: "Kann uns doch egal sein, betrifft uns nicht" und: "der Rechtschaffende hat nichts zu befürchten" sind meiner Meinung schon einmal kräftig in die Hose gegangen!


Gruß, Werner

desert_storm
27.09.08, 17:33
Hallop Vorredner,
zwei Gründe, wieso uns das interessieren sollte:
Wehret den Anfängen. Was kommt als nächstes? Englands Messergesetze scheinen langsam Vorbild für Europa zu werden - und zwar in ihrer Gesamtheit, Wirkungslosigkeit mit eingeschlossen. Als nächstes wird vllt auf Geheiß Erhart Körtings Odoo.tv eingeschränkt? Man weiß es nicht und es bleibt die Frage stehen, wie und ob man zensiert, wenn man es überhaupt so nennen will. Dennoch darf man sich nicht einer solchen Entwicklung verschließen, weil es einen nicht direkt betrifft, das kann nach hinten losgehen. Man muss sich für solche Sachen interessieren, zum Wohle des Hobbys, wenn man so will. Wenn Sportschützen und Messerliebhaber, die beide vom Waffengesetz belangt werden, nicht unterstützen gegenseitig, dann können, nach alter Sun Tsi-Taktik, die "Gegner" der Gutmenschen, nämlich wir und Sportschützen von diesen getrennt angegriffen und aufgerieben werden, wenn man so will. "Zersplittere deinen Gegner und greife kleinere Teile an. " Gemeinsam sind wir stark.

Zweiter Grund ist schlicht und einfach, dass es jeder vernunft widerspricht. Genausogut kann ich Springerstiefel verbieten und glauben, das Neonaziproblem damit gelöst zu haben. Wir wissen wohl alle, dass das nicht funktionieren würde.
Wenn man als Staat zu derart verzweifelten Maßnahmen greift, dann ist es die Pflicht jeden normaldenkenden Bürgers, dem nachzugehen und AUfgen und Ohren offenzuhalten. Wenn wir wollen, dass uns der Staat unsere "Mündigkeit" zuspricht, müssen wir uns auch als Büger zeigen und die großen Zusammenhänge mitdenken. Ist unter Umständen schwerer als Dschungelcamp sehen oder so, aber dringend notwendig.
Mehr Eigenverantwortung.

immerhin, wenns dich nicht stören würde, hättest du den Thread gar nicht erst geöffnet und unsere Posts gelesen ;) oder?
Dass wir in Deutschland sehr empfindlich sind, ja überempfindlich, und dass das alle Themen des Alltags betrifft, ist leider offensichtlich manchmal. nichtsdestotrotz ist Kopf-in-den-Sand-Stecken keine Lösung, für niemanden. :)

@Werner Steckmann::super:

TheJoker
27.09.08, 19:01
Was der Ralf wohl sagen würde wenn man seinen Beitrag hier im Forum sperren würde und er keinen Zutritt zum Server mehr bekommen würde...

...Ich würde sagen: "macht ja nichts..." :steirer:

Aber keine Angst, ist ziemlich unwarscheinlich hier.... so unwarscheinlich wie ein einziger Berliner, der Dir deine Einhandmesser nimmt.
:cool:

Werner Steckman
27.09.08, 19:16
"Da eine unqualifizierte Mehrheit ungerechte Rechte beschließen kann und ein Mehrheitsbeschluss keines Falls bedeuten, dass die beste Entscheidung getroffen wurde."

Henry David Thoreau | 1849, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Razorblade---
27.09.08, 19:52
Würdet ihr Deutschland, wenn alles zensiert und überwacht würde den Rücken kehren? wenn das hier passieren würde wäre ich so schnell in Amerika wie...mist mir fällt kein Beispiel ein!

teachdair
27.09.08, 20:30
tschoe,

aber ich denke nicht, das es da wesentlich anders sein wird

akiem
28.09.08, 00:33
kann es eventuell sein, dass es im internet im großen, wie auch in foren im kleinen keine demokratie gibt?
ich denke schon.
das sollte eigentlich nach 18 jahren jedem bewusst sein. früher hieß das internet übrigens btx, aber das ist eine andere geschichte und hat eigentlich nichts mit messern "am mann", england und youtube zu tun.

Werner Steckman
28.09.08, 12:04
*räusper*Um Mistverständnissen vorzubeugen - ich möchte hier keiner Denke ala "Waffen für alle" wie von der NRA (National Rifle Association) popagiert das Wort reden, aber mir fehlt in der Politik im Momment ein wenig das rechte Augenmaß. Mir als Jäger widerstrebt es zutiefst, mit einem assozialen Messerstecher in einen Topf geworfen zu werden (...führt ein "Messer"!).......

Im Moment scheint sich die Politik mehr auf puplikumswirksame Maßnahmen (neues Waffengesetz, Umweltpolitik etc.) einzupendeln als die wirklichen Probleme unserer Gesellschaft anzugehen (Rentenentwicklung, Energiepolitik, Strafrecht etc...).

Das eine ist schön plakativ (wir tun was!) das andere unpopulär!

Aber ich schweife vom Thema ab....

Don Andi
28.09.08, 12:40
Warum regt ihr euch eigentlich so auf? Es betrifft uns doch nicht oder?


Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Pastor Martin Niemöller (1892–1984)