Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2 Fragen [Körnungen, Schleifen, Tischbohrmaschine]
Flaming-Moe
17.04.02, 11:12
Ich brauch mal wieder Nachhilfe. :)
1. Mit welchen Körnungen arbeitet ihr beim Schleifen von Klingen? Erst grob, dann fein, nehm ich an, aber mit welchen Körnungen genau?
Mit welcher Körnung macht ihr das finish vor dem Härten?
Schleift irgendjemand komplett nach dem Härten???
Macht ihr das Endfinish auch am Bandschleifer???
2. Ich werde mir demnächst ne gescheite Tischbohrmaschine zulegen und wollte mal nachfragen, ob es irgendwelche Meinungen zu Quantum gibt. Taugen die was? Sonstige Vorschläge? (außer Flott und Konsorten, da ich keine 500,- Euro investieren will/kann...)
Was genau hat es mit diesen MK2, MK3 usw. auf sich? Hat das gegenüber einem normalen Bohrfutter Vorteile?
haollo flaming-moe,
hier was zum schleifen u. finish:
in form schleifen:
Körnung: 1.36"-2.80"-3.120"-4.220" danach mach ich persönlich
weiter mit trizak-bänder A60, A45, A30, A16 dann weiter mit 1200"
nassschleifpapier und Diamantpaste von hand komplett fertig.
dann ab zur härterei. sind die messer gehärtet brauchst du nur
noch mit grüner oder gelber diamantpaste und 1200"o. 2000"
naßschleifpapier abziehen. abziehen aber sehr sorgfältig vornehmen.
weil du sonst evtl. noch leichte schlieren mit anlassfarben siehst.
bei trizak A60, A45, A30, A16 vergleichbare körnungen:
180" 320-400" 700-800" 1000-1200"
die angaben beziehen sich auf meine gemachten messer, nach meinen
erfahrungen ist es ambesten die messer wie gesagt komplett fertig
zu schleifen. die mehrarbeit wenn du das nicht so machst wird dich
zur verzweiflung bringen:-)
gruß
micknives
Hi,
MK2, Mk3 bezieht sich auf den Aufnahmekonus der Spindel. Das ist ein konisches "Loch" an der unterseite der Spindel, in das dann die Werkzeuge, die einen Konischen Schaft haben, direkt eingesteckt werden. Du brauchst dann ein Bohrfutter das eben auch einen MK2 oder MK3-Schaft hat.
Der Vorteil ist, das du auch grössere Werkzeuge, die nicht in dein Futter passen, einsetzen kannst.
So ein Konus kann auch mehr kraft übertragen als ein Bohrfutter.
Ich würde im zweifel eine Maschine mit Morsekegelaufnahme nehmen.
Du musst nur bedenken, das du dann noch ein Futter dazu kaufen musst.
Zorro
Flaming-Moe
17.04.02, 12:08
Aha, jetzt ergibt das einen Sinn! :super: :D
Ich schmiede alle meine Klingen, verwende fast ausschließlich niedriglegierte Stähle und mache fast nur Gebrauchsmesser und Damastsachen. Daher ist bei mir ein superfeines Finish nur selten angesagt.
Bisher war der Ablauf bei mir folgender:
Schmieden, normalisieren, weichglühen. Dann den Zunder entweder runterpickeln mit Essig oder grob abschleifen am Stein. Dann vorschliff mit Korn 40, 80 und 120. Dann wird gehärtet. Nach dem Härten Korn 240 und 400. Bis dahin alles am Bandschleifer. Dann entscheidet sich das weitere Vorgehen nach dem gewünschten Finish. Für ein mattes Finish und für Schweißdamastklingen reicht es aus, danach einen Durchgang mit grauem Scotchband einzulegen. Für ein feines Handfinish oder Wootzklingen geht es danach mit Naßpapier Korn 600, 1000 und 1500 weiter.
Die Trizact-Bänder habe ich auch in allen Körnungen, aber irgendwie ist das nicht mein Ding.
Neulich habe ich gelesen, daß Steven Johnson direkt von Korn 50 auf Korn 400 geht. Das wollte ich wissen und bin vom 40er direkt aufs 240er gegangen. Ergebnis: meine zukünftige Bandauswahl wird sich auf 40, 240 und 400, eventuell sogar auf 50 und 400, beschränken. Den Rest braucht man wirklich nicht. Der Effekt, daß nach dem gut aussehenden Schliff mit Korn 120 beim 240er auf einmal wieder die Restspuren des 40er Bandes auftauchen gibt es dabei nicht mehr.
Zu den Bohrmaschinen. Vor der gleichen Frage stand ich vor kurzem auch. Nach vielem Studieren und Probieren und Gesprächen mit verschiedenen ahnungsvollen Leuten war klar: Finger weg von Maschinen ohne garantierte Rundlaufgenauigkeit.
Meine Werkstatt ließ keinen Platz für eines der Monster a la Alzmetall, Ixion, Maxion oder (große) Flott, die oft für wenig Geld second hand zu haben sind. Außerdem habe ich bei Bedarf jederzeit auf zwei solche Maschinen Zugriff. Also Kataloge gewälzt. Erstes Problem: für viele auch der kleineren Maschinen ist ein Drehstromanschluß erforderlich. Hab ich (noch) nicht. Dann also die 230V gecheckt. Übrig blieben zum Schluß die kleinen elektronischen Maschinen von Flott sowie die von Optimum.
Entschlossen habe ich mich letztendlich für die Optimum B23Pro und habe die Entscheidung nicht bereut. Die Maschinde hat zwar nicht, wie die Flotts, eine elektronische Drehzahlregelung sondern "nur" 12 Geschwindigkeiten über Keilriemengetriebe. Aber der Preis war ok und ein starker Motor, sehr präziser (garantierter) Rundlauf und kein Spiel in den Pinolen-Lagern sprachen für sich.
Komischerweise sehen viele der angebotenen Maschinen von Rexxon, Quantum, Optimum und einigen anderen Anbietern baugleich aus, sind es aber nicht. Die Teile werden wohl offensichtlich mit unterschiedlichen Toleranzen im gleiche Werk gefertigt und dann entweder nachgearbeitet oder unbearbeitet zusammengebaut. Ein interessanter test ist folgender: Dreh die Pinole der zu testenden Bohrmaschine bis zum Anschlag heraus. Dann ganz wenig zurück. Dann fasse das Futter und versuch es hin und her zu bewegen. Hat die Pinole Spiel (und ALLE Baumarkt-Maschinen und Quantums, die ich getestet habe, hatten Spiel) Finger weg von der Maschine.
Achim
zum Bohren nehm ich eine Handbohrmaschine in einen Ständer eingespannt.
Das Arrangement war ursprünglich nur als Übergang gedacht, bis ich mir eine einigermaßen brauchbare Ständerbohrmaschine zulegen könnte.
(Platz und Drehstrom sind nach der Neuverkabelungsaktion an einem regnerischen Samstag vor ca. 2 Jahren durch einen Freund der zufällig und glücklicherweise der elektrischen Fraktion angehört. gezahlt hab ich, aus dankbarkeit und nicht weil er es wollte in schneidigen Naturalien :D )
Dann hab ich festgestellt, das ich mit der Lösung Handbohrmaschine im Bohrständer so gut hinkomme das ich beilang keinen Bedarf für was größeres hatte.
Das Finish mach ich nach dem Schmieden, ähnlich wie Achim, Zunderschicht runterholen (ätzen, oder per Schruppscheibe und Flex)
geschliffen wird mitt 60er Körnung, danach geh ich direkt auf 400er. die zwischenschritte hab ich mirirgendwann mal gespart als ich kein passendes Band hatte.
Danch wusst ich, das ich keine 100er, 150er, 240er etc. brauche.
Nach dem 400er Band härte ich, danach 400er, 800er , 1200er Papier bis mir das Finish gefällt.
Wobei ich auch eher ein Änhänger eines gebrauchsfähigen Finishs bin.
gruß
peter
kleiner tip zu den trizakbändern:
mit langsamer bandgeschwindigkeit laufenlassen. vor dem
ersten benutzen mit einem alten trizakband einmal leicht
abziehen (nur leicht!) man kann auch noch zum schleifen
schleiflubricant benutzen (ist ein kühlfett) das erziehlte
finish ist ausgezeichnet.
micknives
Geb ich mal meinen Senf auch noch dazu:
Schleifen am Bandschleifer mit Korn 80 oder 100, dannach direkt auf Korn 400, anschließend zum Härten. Nach dem Härten nur noch Handabzug (mit Öl) mit KOrn 400, 800, 1200, dannach evtl noch mit Diamatpaste.
Von der Methode direkt nach dem Schleifen mit Korn 80 oder 120 zu Härten und das gesamte Finish nach dem Härten zu machen halte ich nichts, obwohl dies z.T. auch in der Literatur so empfohlen wird. Wenn man das von Hand machen will schleift man sich einen ab. Und mit dem Bandschleifer arbeite ich an den gehärteten Klingen nur noch ungern, da mir das Risiko zu gross ist bei den letzen Bearbeitungsschritten die Klinge noch zu versauen.
Zum Thema Bohrmaschinen muss ich Achim zustimmen. Was du in den Baumärkten unter dem Namen Rexxon oder Quantum oder Optimum bekommst ist alles ziemlich baugleich und stammt wohl alles aus der gleichen Herstellung, nur die Preise unterscheiden sich z.T. erheblich und die Qualität ist zum Teil auch unterschiedlich (Optimum ist da wohl etwas hochwertiger). Auch ich hab bisher noch keine Maschine darunter gefunden, bei der die Pinole kein Spiel gehabt hätte (ansonsten hät ich die wohl sofort gekauft):steirer: :steirer:
Durch das Spiel der Pinole / Spindel bzw. durch mangelhaften Rundlauf ruiniert man sich z.B. Hartmetallbohrer garantiert, da diese sehr bruchempfindlich sind. Da geb ich lieber den gleichen Betrag für ne 30 Jahre alte gebrauchte von Flott oder Alzmetall aus, da weiss man dann was man hat, (nämlich alte deutsche Wertarbeit und keinen Fernost-Schrott)
Flaming-Moe
17.04.02, 13:47
Hm ich hab bei Quantum auch schon gelesen, daß die ne garantierte Rundlaufgenauigkeit von unter 0,05 mm haben sollen. Zumindest die mittleren Modelle...
@Flaming Moe
bei Finnish bin ich selbst noch am Austesten um optimale Ergebnisse zu bekommen.
Zu den Bohrmaschinen wurde ja schon einiges gesagt, es kommt aber auch darauf an was du damit machen willst. Um Nietlöcher in den Erl zu bohren brauchst du sicher keine Flott oder ähnliches, da tut jede halbwegsdimensionierte Maschine aus dem Baumarkt auch ihren Dienst. An deiner Stelle würd ich mich aber mal im Gebrauchtmarkt umsehen, z.B. Quoka (http://www.quoka.de) da bin ich bis jetzt immer fündig geworden, lieber ein gebrauchtes Markenteil als das Billigste aus dem Baumarkt. Bei den kleineren Teilen aus dem Baumarkt, würd ich an deiner Stelle auch eine Belastungsprobe am Bohrtisch machen, manche Tische neigen sich bei stärkerer Belastung beim Bohren.
Ich persönlich benutze auch eine billigere Maschine, mit deren Rundlauf und Spiel bin ich zufrieden, bei Foldern fahr ich den Tisch eh mit der Uhr ab und man kann bei Bedarf einstellen, die Maschine ist auf jedenfall brauchbar.In der Pinole hat sie kein Spiel, da ist eher beim Bohrfutter gespart worden. Früher oder später werd ich mich aber auch nach einer kompakten Flott oder änlichem umsehn.
Freagle
Flaming-Moe
17.04.02, 14:48
Vielen Dank schonmal für die zahlreichen Antworten zum Thema Körnungen und finish!
Ich bohre bislang mit einer Bosch Handbohrmaschine, die mein Vater schon in seine Ehe mitgebracht hat. Diese eingespannt in einen Bohrmaschinenständer aus dem Bauhaus funktioniert mehr schlecht als recht, aber mit etwas Fingerspitzengefühl geht es.
Da ich demnächst mal versuchen will nen Folder zu bauen, wird es allerdings langsam Zeit zumindest in diesem Bereich technisch etwas aufzurüsten.
So ganz will mir die Logik nicht einleuchten, die hinter dem direkten Wechsel von 50er auf 400er Bänder steckt. Ich muß in jedem Fall mindestens bis zum Grund der 50er Schleifspuren schleifen. Wenn diese z.B. 3/10tel mm tief sind und ich schleife davon 2/10tel mit einem 120er Band weg und schleife nur den Rest mit dem 400er, ist es in jedem Fall schneller und bandsparender, als alle 3/10tel mit dem 400er zu schleifen.
Hab gerade noch mal hier (http://www.baxmeier.de/Bohrmaschinen.htm) nachgesehen. Bei Quantum habe nur die Radial-Bohrmaschinen, die ja eher was für Schreiner sind, die garantierte Rundlaufgenauigkeit. Bei den Opti's habens alle Maschinen. Anzumerken sei noch, daß ich auch eine "kleine", sprich elektronische "Flott" getestet habe und meine Opti dafür nicht hergeben würde. Zu klein, zu schwach, kein (höhen- und seiten-)verstellbarer Tisch und zu teuer.
Achim
Wieso ist es bandsparender, zwei neuen Bändern die Schärfe zu nehmen als nur eines herunterzunudeln?
Achim
Weil ich mit einem 120er Band die Abtragsleistung von mindestens 6 400er Bändern habe.
Flaming-Moe
17.04.02, 15:48
Original geschrieben von AchimW
Hab gerade noch mal hier (http://www.baxmeier.de/Bohrmaschinen.htm) nachgesehen. Bei Quantum habe nur die Radial-Bohrmaschinen, die ja eher was für Schreiner sind, die garantierte Rundlaufgenauigkeit. Bei den Opti's habens alle Maschinen. Anzumerken sei noch, daß ich auch eine "kleine", sprich elektronische "Flott" getestet habe und meine Opti dafür nicht hergeben würde. Zu klein, zu schwach, kein (höhen- und seiten-)verstellbarer Tisch und zu teuer.
Achim
Danke für die Info, hab die Seite von denen wohl doch etwas zu schnell überflogen...
ho,
ich hab auch eine "mittlere" optimum und kann mich eigentlich nciht beklagen!
Das mit dem von 50 auf 400 Grit steht in folgendem Beitrag 50-400 (http://pub42.ezboard.com/fcustomknifedirectoryforumfrm5.showMessa ge?topicID=125.topic)
Mir erscheint es auch etwas mühsam so vorzugehn, wenn man sorgfältig schleift und nach 50 oder 60 mit 120 usw. weiter macht, geht es doch auch Steve machts halt so.
freagle
So ganz will mir die Logik nicht einleuchten, die hinter dem direkten Wechsel von 50er auf 400er Bänder steckt
ja eben,
hab leider keinen bandschleifer, zumindest keinen fürs finish, die vorstellung von hand mit einem 400er blatt gegen ein 100er anzutretten, macht mich fröstelnd. ( da ich ein guter feiler bin, fang ich gleich mit 100 an. :rolleyes: )
240 zwischenzuschalten find ich schon angebracht.
geht halt auch schneller.
an der maschine müsste es doch auch logischer sein. oder dauert der bandwechsel so lang? ;)
grüsse,........
mein bandschleifer merkt keine 3/10
Die sind dem so was von egal :D
Selbst mit stumpfen Bändern gehen die 50er riefen noch weg.
DEr Nachteil. für feine Arbeiten ist das Ding mit Vorsicht zu geniesen.
peter
jetz mal nur theoretisch:
Wenn das 60er Band 3/10 Riefen macht und du schleifst die mit dem 120er (was vieleicht 1,5/10 Riefen macht) und dann mit dem 240er (was dann o,75er Riefen macht)usw...
Dann muß man doch insgesammt wesentlich mehr abschleifen, oder?
grübelnd
Zorro
Bei nicht rostfreien Stählen mag es keinen allzugroßen Unterschied machen, ob man gleich auf 400er Bänder geht oder nicht. Bei z. B. Vanadis 10 oder Vascowear (gehärtet) ist das 400er Band nach ca. 15 bis 20 Sekunden so stumpf, daß es den Stahl nur noch anheizt. Aber auch ungehärtet reicht dort ein 400er gerade für eine sauber geschliffene Klinge bei 240er Vorschliff.
@ zorro_43: warum? Du schleifst doch immer nur so weit, bis die tiefsten Kratzer gerade veschwinden (theoretisch!).
Praktisch sieht es, zumindest bei mir, doch eher so aus: mit dem 50er wird vorgeschliffen und mit Rücksicht auf mögliche Fehler, die sich bei dem groben Band sehr viel stärker auswirken, mehr stehen gelassen. Mit dem 120er wird fast auf Enddicke geschliffen, die Riefen des 50ers sind garantiert raus. Mit dem 240er mit weichem Rücken werden die Übergänge zum Rikasso und die Klinge auf Endmaß geschliffen. Mit dem 400er wird gefinished. Dann gehärtet. Nach dem Härten 240er oder 360er (400er), bis die Riefen von vorm Härten weg sind, denn dann kann man sie sehr gut sehen. Dann weiter nach Belieben.
Günter hat ganz recht.
Die Bandfrage entscheidet sich schon beim verwendeten Klingenmaterial sowie über den erforderlichen Abtrag.
Günter arbeitet hauptsächlich "stock removal" (d.h. mit hohem Materialabtrag) und offensichtlich oft mit hochlegierten Materialien.
Ich schmiede und verarbeite fast ausschließlich niedriglegierte Materialien und Damast.
Unsere Ausgangssituation ist dadurch so unterschiedlich, daß er an die Sache vollständig anders rangehen muß als ich.
Dennoch wundert mich dann der Gegensatz zwischen Günters und Johnsons Meinung/Verfahren, da auch letzterer ausschließlich schleift und nur mit hochlegierten Stählen arbeitet. Vielleicht hat der sich wegen der exorbitanten Preise seiner Teile andere Bänder zulegen können. Ich hab mal ein Angebot von 3M für Diamantbeschichtete Bänder bekommen. War mir aber etwas zu teuer mit 200 Euro für 1 Band in 1020 x 50.
Gruß,
Achim
das 40er/50er band nehme ich nur zum grundform herausschleifen.
die flanken selber schleife ich mit 100/240/400/600
bei kohlenstoffstähle lasse ich das 240 band aus, also 100/400/600
diese reihenfolge hat sich für mich heraus kristallisiert.
mit dem 100er band gehe ich schon fast auf enddicke.
gruß
bert.
Mal eine bescheidene Nachfrage zu den Bohrmaschinen :
Wie macht Ihr es eigentlich mit "beinahe-0-Spiel-Spindeln", wenn mal der Bohrer abstumpft ?
- neue Bohrer ? :D
- schleifen lassen ? :hehe:
- selber schleifen (schärfen) ? :lach:
- Bohrerschleifvorrichtung aus dem Baumarkt ? :irre:
Oder habt Ihr Ersatzbohrmaschinen (mit Spiel), um die zwangsläufige Ungenauigkeit beim Handschärfen auszugleichen ?
Irgendwie fehlt mir in diesem Fall die Logik, ausser beim Argument für die HM-Bohrer.
Gruß Andreas/L
cearbhallain
18.04.02, 13:26
Original geschrieben von Haudegen
... die vorstellung von hand mit einem 400er blatt gegen ein 100er anzutretten, macht mich fröstelnd. ( da ich ein guter feiler bin, fang ich gleich mit 100 an. :rolleyes: )
240 zwischenzuschalten find ich schon angebracht.
geht halt auch schneller. ...
ICH mache auch das meiste mit Feilen. Ich bearbeite mit drei Hiebstärkenen, der letzte sehr fein. Nehme nur Grobet et Vallorbe. Danach gleich 240er Korundleinen und dann oft schon 1000er. Die schleifmittel benutze ich bis sie wirklich am Ende sind, das gibt schon einen guten Anfang für den nächsten Schritt. Ich bearbeite aber auch selten exotische Stähle.
- neue Bohrer ?
- schleifen lassen ?
- selber schleifen (schärfen) ?
- Bohrerschleifvorrichtung aus dem Baumarkt ?
selber von Hand schleifen, wir mussten das wärend meiner Schlosserausbildung lernen, da wurde ein 10er Bohrer flach geschliffen und dann durften man solange schleifen, bis der Meister mit seiner kleinen Schablone in der Hand zufrieden war, seit dem kann ich das.
Schleifen lassen, dürfte wohl bei einfachen Bohrern zu teuer sein, oder irr ich mich da?
Neuer Bohrer, das find ich zu schade, einen 3Euro HSSC Boher wegzuwerfen nur weil er stumpf ist.
Ob die einfachen Schleifvorrichtungen was taugen???
@Luftauge
ich empfehl dir üb einfach mal das Freihandschleifen, du bekommst das sicher hin.
freagle
Das Bohrerschärfen musste ich auch während meiner Ausbildung !
Manchmal greife ich alle Bohrer zum Kollektivanschliff, das hilft zum In-Übunghalten ;)
Die Frage kam mir wegen der Geschichte mit dem Spindelspiel, was möglichst "0" sein soll, was mir aber wenig nützt, wenn ich die Bohrer selber eben nicht besser als neu anschleifen kann.
Denn wenn die Schneiden oder die anderen Winkel nicht passen, nützt mir eben die spielfreieste Spindel nichts, ein verutschter Körnerschlag tut sein Übriges - oder ging es nur darum, dass Alle nur HM-Bohrer für alle Stähle benutzen ?
Dann wäre es was anderes, sollte vielleicht aber auch konkret gesagt werden.
Nur HM-Bohrer = spielfreie Spindel
für billige Bohrer = der Rest
Ich bohre seit 12 Jahren mit einer 5-Gang Lematec aus dem Baumarkt und kann mich nicht darüber beklagen, wenns nicht funzt, habe erstmal ich was falsch gemacht, dann erst die Maschine.
Ansonsten ist es Handarbeit, und da muss nicht alles auf 0,01mm genau sein, oder ?
Gruß Andreas/L
Leonardo75
18.04.02, 20:48
Hallo Messermacher!
Habe eben nochmal bei Quantum nachgeschaut. Die scheinen doch bei allen Bohrmaschinen eine passable Rundlaufgenauigkeit zu haben (<0,05mm in der Bohrpinole), zumindest geben sie das in der eigenen Homepage an.
Quantum (http://www.quantum-maschinen.de/quantum_neu/home/anzeige/Maschinen/Produkte/frame_bf.html)
Gruß Leo.
Leonardo75
18.04.02, 21:03
Hallo luftauge, hallo freagle!
Meine Bohrer habe ich eine Zeit lang versucht per Hand zu schleifen, aber die Winkel habe ich einfach nicht so gut hinbekommen. Dann habe ich mit so einen seltsamen Bohrmaschinenaufsatz aus dem Baumarkt besorgt. Das war so ein grau blaues Ding und ehrlich gesagt war das ziemlich scheisse. Das Ding hat sich irgendwann auch verabschiedet. Das nächste war ein Schwenkgerät. Das Teil schraubte man vor dem Doppelschleifer fest, legt den Bohrer ein und schwenkt es an der flachen Seite der Schleifscheibe vorbei. War auch nciht der Hit. Danach habe ich mir einen Proxxon Bohrerschärfer besorgt. Das Teil ist schon ganz gut, allerdings hat es Nachteile bei kleinen (unter 3mm), kurzen und dicken Bohrern. Für kleine braucht man einen Adapter. Kurze kann man damit nicht schärfen und dicke (über 10 oder 13mm glaube ich waren das) ebenfalls nicht.
Wer von Euch fleißigen Bohrerfreihandschärfern kann denn eine kleine Anleitung dazu geben, wie man sowas richtig am Doppelschleifer macht?
Gruß Leo.
Hallo Leo,
ich versuchs mal, aber am besten lässt du es dir mal zeigen.
Ich benutze nur den Umfang der Scheibe.
Ich lege den Zeigefinger der Linken Hand(bin Rechtshänder) auf die Schleifauflage.
Darauf dann den Bohrer.
Die Schneide die ich schleifen will liegt waagerecht.
Dann schwenke ich den Schaft soweit nach links, bis die Schneide parallel zum Stein ist.
Dann führe ich die Schneide an den Stein.
Jetzt schwenke ich den Schaft nach unten ohne die anderen Winkel zu verändern.
Dabei versuche ich die ganze Freifläche gleichmäßig zu schleifen.
Vor allem auch den hinteren Teil nicht vergessen.
Dabei drehe ich den Bohrer häufig (ohne Kontakt mit dem Stein) um 180° und schleife die andere Schneide auch.
Oft sieht man, das die Leute den Bohrer beim Schleifen drehen, das halte ich für Falsch.
Dann fehlt noch das Ausspitzen des Bohrers.
Dazu brauchst du eine scharfkantige Schleifscheibe.
Du drehst den Bohrer so, das die Mittelschneide senkrecht steht.
Dann schleifst du mit der rechten Ecke des Steins von links an die untere hälfte der Mittelschneide heran.
Den Bohrer um 180° drehen und das ganze nochmal.
Lohnt aber nur bei größeren Bohrern.
Bei Bohrern unter 5mm krieg ich das am normalen Schleifbock nicht hin.
Nachschleifen tue ich so ab 3mm.
Die kleineren werfe ich weg.
Am besten nimmst du mal einen möglichst grossen Bohrer zum üben und versuchst die Winkel nicht zu verändern.
Zorro
Ach ja,
neben dem Schleifbock steht natürlich der Wassertopf, da wird der Bohrer nach jedem Zug eingetaucht.
Ob die Winkel Stimmen erkennt du, wenn du von Vorne auf den Bohrer schaust. Die Schneiden müssen natürlich gleichlang sein, aber vor allem gerade. Wenn die Schneiden gebogen sind stimmt der Spitzenwinkel nicht.
Wenn du an der hinterseite der Freifläche zufiel wegnimmst wird der Keilwinkel zu klein, der Bohrer bohrt trotzdem gut, hält aber nicht so lange.
Wenn du da aber zu wenig wegschleifst bohrt der Bohrer nicht mehr richtig.
Zorro
P.S.: Alles nur so mal eben hingehackt. Lasse mich gerne Verbessern.
Hallo Leo !
Zorro hat Alles zum Handling gesagt.
Ergänzung :
- Der Spitzenwinkel des Bohrers hat neu/DIN-mässig 118°
um den annähernd zu erhalten, nimmt man zwei 6-Kantmuttern, hält sie an zwei Flanken zusammen, und hält den Bohrer mit der Querschneide genau in den Scheitel der beiden Muttern, die einen Winkel 120° bilden, das reicht an Genauigkeit für den Spizenwinkel aus, man kann sich auch eine Schablone kaufen.
Dieser Winkel gilt nicht für alle Werkstoffe !
- Die Querschneide muss gerade und senkrecht zum Schaft des Bohrers sein,
ist die kleine Schneide genau auf der Spitze des Bohrers, sie schabt die Späne auf, die dann von den Hauptschneiden als großer Span geschnitten und von der Spannut aus dem Bohrloch geführt werden
- Der Freischnitt/-winkel hinter der Hauptschneide
soll ca. 3-5° haben, bei mehr Winkel bricht die Hauptschneide aus oder der Bohrer verkantet oder bricht ganz, auf jeden Fall soll diese Fläche flach entgegen der Drehrichtung ansteigen -
und diese Fläche ist meistens das Problem beim Bohrerfreihandschleifen
- Die Mittigkeit der Querschneide ist meistens einfacher herzustellen, nur müssen eben alle drei Elemente in einem Arbeitsgang erzeugt werden, und das ist die Kunst.
Zeigen lassen und dann üben, üben, üben ;)
Zorro war schneller !
Gruß Andreas/L
Zorro und Luftauge haben das sehr gut erklärt, am besten ists aber wenn es dir jemand zeigen kann, aber mit etwas Übung ist das ganze kein Hexenwerk.
Wenn man z.B. viel Messing bohrt, kann man die Bohrer etwas flacher schleifen, das verringert das hineinziehen in den Werkstoff, man legt sich einfach noch einen Satz der gängigen Boher für Messing an kostet ja nicht viel so ein Bohrer.
Kleinere Bohrer, so unter 3mm sind nicht mehr so einfach zu schleifen, ist etwas pfrimelig, aber es geht auch.
freagle
Leonardo75
18.04.02, 23:46
Hallo zorro_43, hallo luftauge!
@zorro_43: Vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung des Bohrerschärfens! Du hast mir damit sehr weitergeholfen. Ich werde sie am Wochenende ausprobieren, aber es dauert sicherlich noch etliche Bohrer, bis ich das einigermaßen hinbekomme.
Bestimmt ist das schwierigste den Winkel wieder hinzubekommen, wenn man ihn schon total verschliffen hat.
Ausgespitzte Bohrer habe ich bisher nur von Dormer und Gühring gesehen. Aber das sind auch die einzigen Markenbohrer, die ich habe. An das Schärfen dieser Bohrer habe ich mich auch bisher noch nicht rangetraut, die sind zu teuer gewesen. Aber wenn es bei den bnilligen Bohrern klappt dann werde ich mich auch an die wagen.
@ luftauge: Danke auch für Deine Erläuterungen zu den Winkeln. Gibt es denn eine Regel, dass wie: je höher die Zähigkeit des Werkstoffes desto größer der Spitzenwinkel?
Vielen Dank nochmals, Ihr habt sicherlich vielen Messermachern einige Bohrerkosten erspart.
Es grüßt Euch der Leo.
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