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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schleifen-Polieren?



Hjalmar
09.06.08, 22:02
Seid gegrüßt,

ich hab da wiedermal ne Frage, die Suche hat nichts direktes ergeben.
Ich habe eine Schwertklinge geschmiedet und diese nun mit der Flex zurechtgeschliffen. Jetzt will ich die Klinge auf Hochglanz bringen... wie bekomm ich die tiefen Schleifspuren der Flex heraus? Und wie geht man Schritt für Schritt vor zum Hochglanz?
Ich nehme mal an das ich immer feineres Schleifpapier nehmen muss, richtig?

hier mal son paar kleine Entstehungsbilder nebenbei *g* :
Ausgangmaterial: 750x4 Federstahl (http://img140.imageshack.us/my.php?image=pic00025xm9.jpg)
Klinge im Feuer (http://img161.imageshack.us/my.php?image=pic00019hr7.jpg)
Klinge im Grobgeschmiedetem Zustand genau 1m lang (http://img49.imageshack.us/my.php?image=pic00026vj6.jpg)
Zu mehr Bildern bin ich nicht gekommen, wegen Zeitmangel.

MfG
Hjalmar

sanjuro
10.06.08, 00:48
......ich hab da wieder mal ne Frage......Ich habe eine Schwertklinge geschmiedet und diese nun mit der Flex zurechtgeschliffen. Jetzt will ich die Klinge auf Hochglanz bringen... wie bekomm ich die tiefen Schleifspuren der Flex heraus? Und wie geht man Schritt für Schritt vor zum Hochglanz? Ich nehme mal an, dass ich immer feineres Schleifpapier nehmen muss, richtig?......
Genau, oder Banksteine. Wenn es ein Mittelalterschwert werden soll, kannst Du Dir den Hochglanz sparen; das konnten die Jungs damals noch nicht.

Alle Fragen findest Du übrigens auch in jedem ordentlichen Buch über das Messermachen beantwortet.

Gruß

sanjuro

Sven
10.06.08, 07:37
Also wenn das letzte Bild der momentane Arbeitsstand ist, dann brauchst du noch lange nicht an Schleifpapier denken :)

Erstmal würde ich die groben Anschliffflächen (Mittelgrat?) mit einer Fächerscheibe und der Flex machen.

Dann baust du dir ein(nen?) SEN um die Flächen zu begradigen und zu glätten.
Dazu nimmst du eine alte Halbrundfeile schleifst die Hiebe runter und machst die Kanten scharf. Natürlich darf die Feile dabei nicht zu heiß werden.
Damit kannst du ungehärteten Stahl ziemlich effizient hobeln. Dauert trotzdem ewig:hmpf:

Erst danach würde ich Anfangen mit Schleifpapier und Steinen die Klinge für das Härten fertig zu machen (alle tieferen Kratzer raus).

Nach dem Härten bleiben dir nur noch Steine, Schleifpapier oder wassergekühlte Schleifmaschinen.

Die Klinge sieh übrigens echt nett aus:super:

Ciao Sven

Sanji
10.06.08, 08:28
..... und vor dem Schleifpapiereinsatz per Hand einen ausgiebigen Zwischengang mit einem Bandschleifer.
Ist bessser für die Handgelenke bei so einer großen Klingenfläche.....:)

Gruss, Sanji.

02022009
10.06.08, 09:42
Hallo
nettes Teil,
schau doch mal auf meiner Homepage unter der Rubrik
Ich baue ein Schwert
vielleicht findest du da ja noch eine Anregung

Blacky
10.06.08, 10:12
Wenn es ein Mittelalterschwert werden soll, kannst Du Dir den Hochglanz sparen; das konnten die Jungs damals noch nicht.

Sicher?
Ich habe mal gelesen, dass damals schon verschieden grobe Steine und diverse andere Poliermittel vorhanden waren, und dass damals entgegen der heutigen Behauptungen schon polierte Klingen an der Tagesordnung waren. Die Krieger hatten damals sowieso in Freidenszeiten sonst nichts zu tun und opferten ne Menge Freizeit um die Waffen und Rüstungsteile in Schuss zu halten (waren ja ihre Lebensversicherungen...)
Mag sein, dass ich mich irre, aber so hab ich es in Erinnerung...
Sebastian

U. Gerfin
10.06.08, 17:15
Für die kleine Flex- 115 und 125 mm Durchmesser- gibt es verschieden feine Fächerschleifteller bis hin zu Polierscheiben. Wenn Du damit umgehen kannst, kannst Du Dir einiges an Arbeit sparen. Wichtig ist auf jeden Fall, exakte, plane Flächen herzustellen und nicht in erster Linie auf Glanz zu achten. Ich kannte mal einen an sich recht ordentlichen Schwertschmied, der erklärte nach dem Schmieden:" So jetzt muß ich das Teil noch verschleifen" und meinte damit schleifen. Da er aber ohne jede Rücksicht auf die Flächen einfach alles runterschliff, bis das blanke Material zu Tage trat, hatte er hinterher eine unansehnliche, glänzende Berg- und Talbahn.
Ich dachte oft, er habe mit dem "verschleifen" wirklich recht.
MfG U. Gerfin

AchimW
10.06.08, 17:46
Wenn es ein Mittelalterschwert werden soll, kannst Du Dir den Hochglanz sparen; das konnten die Jungs damals noch nicht. .....

Da kann ich aber nur mal müde lächeln. Die Techniken zum Hochglanzpolieren waren in Europa schon in der Römerzeit bekannt und auch den Schwertfegern im Mittelalter nicht fremd.

Für die hier gezeigte Klinge schließe ich mich den Vorrednern an. So kein Bandschleifer vorhanden, am Besten Stahlhobel, Feile und Steine benutzen.

Achim

Hjalmar
10.06.08, 20:21
So, danke für die raschen Antworten :)

@sanjuro
Also der Hochglanzschliff war durchaus schon bekannt, dafür gibts ja diesen Brief als Beweis, ich find den aber grad nich zum zitieren.

@walpel
Danke für den Tipp von deiner HP, ist ein wirklich schickes Schwert geworden, nur muss ich sagen das ich diese Herstellungsweise mit meinem Geissen nicht vereinbaren kann *lach* als Darsteller des frühen Mittelalters und Hobbyschmied sind Zerspanungsmaschinen tabu.
Aber die symmetrie ist wirklich unübertrefflich :)

Zurück zum Objekt:
Also das Bild war nicht der letzte Arbeitsstand, aber die letzten Minuten der Akkus meiner Digicam *g*

Die Klinge hatte ich zu dem Zeitpunkt schon grob mit der Flex vorgeschliffen, also blank. Die Klingenoberfläche ist zwar bestimmt eine Berg und Talfahrt, aber so nicht direkt erkennbar, denn arbeitsbedingt flex ich den ganzen Tag am Zink rum und hab daher ein bisschen Geschick für das Gerät.
Ein kleiner Billig-Bandschleifer ist auch vorhanden, aber das Band läuft so ungünstig drüber das ich die Klinge da nicht sauber schleifen kann :-/
Ich muss dazu sagen das ich nicht vorhabe die Klinge zu härten, denn das Teil soll kampftauglich sein (vor Publikum), da ist mir bei selbstentwürfen eine ungehärtete aber zähe Federstahlklinge wesentlich lieber.

Heute habe ich das Teil komplett montiert und nochmal grob die Verzunderung weggeschliffen, ich hab mir Nassschleifpapier besorgt und werde es mal probieren wie weit das funktioniert, es reicht ja die Sichtstellen zu polieren.

Hier die montierte Klinge, mit Parierstange und zweiteiligem Knauf, Gesamtlänge 1100mm (http://img140.imageshack.us/my.php?image=pic00034yk9.jpg)

Nur noch die Hilzen befestigen, ein Lederband rumwickeln und die Sichtstellen polieren (http://img385.imageshack.us/my.php?image=pic00035xz0.jpg)

Sven
11.06.08, 06:29
Ja, sieht nett aus:super:

Aber pass auf, das du dich nicht am Knauf verletzt.
Ist der Knauf eigentlich schwer genug um die Klinge in Balance zu bringen?

Ciao Sven

sanjuro
11.06.08, 09:48
Sicher? Ich habe mal gelesen, dass damals schon verschieden grobe Steine und diverse andere Poliermittel vorhanden waren, und dass damals entgegen den heutigen Behauptungen schon polierte Klingen an der Tagesordnung waren. Die Krieger hatten damals sowieso in Friedenszeiten sonst nichts zu tun und opferten ne Menge Freizeit, um die Waffen und Rüstungsteile in Schuss zu halten (waren ja ihre Lebensversicherungen....).....
Natürlich hatte man grobe und feine Steine, aber dann heißt das Thema Schleifen. Beim Polieren wird kein Material abgetragen, und ohne rotierende Werkzeuge kann das auf gehärtetem Stahl ein sehr mühsames Geschäft werden.

Ich kenne keine Belege für europäische WAFFEN mit Hochglanzpolitur, worunter ich eine Spiegelpolitur verstehe. Natürlich war die Technik prinzipiell bekannt, und es gab auch Materialien/Poliermedien, schließlich konnten schon die Ägypter und andere frühe Kulturen Metallspiegel herstellen.

Auch Rüstungen konnte man schon sehr schön blank polieren, keine Frage, aber ich verstehe unter Hochglanz etwas anderes.

Die in europäischen Museen gezeigten Waffen sind möglichweise als Belege nicht tauglich, da sie fast immer umfangreich restauriert wurden. In der Schwertfegerei ging es nach meinen Informationen vorrangig darum, die Waffen scharf zu halten und Rost zu vermeiden.

Von den bunten Kinofilmen darf man sich nicht "einfangen" lassen: wenn da der Held am Kamin sitzt und mit einem Steinchen längs auf der Klinge herumkratzt, hat das mit Instandhaltung und Schärfen sicher nicht viel zu tun. Durch Museumsinformationen, aber auch aus praktischer Erfahrung würde ich eher annehmen, dass zumindest die betuchten Kämpfer solche Arbeiten den Fachleuten überließen und sich selbst auf die Pflege (trocken halten, Rost entfernen, Leder fetten) beschränkten.

In Japan gab/gibt es spezielle Techniken, um Partien von Klingen auf Hochglanz zu bringen (MIGAKI-JI). Ich glaube aber nicht, dass eine solche Stahlnadelpolitur hier in Europa bekannt war.

Gruß

sanjuro

AchimW
11.06.08, 10:22
Hjalmar, Du meinst sicher diesen Text hier. Es ist ein Brief des Ostgotenkönigs Theoderich an einen Warnenkönig etwa von Ende des 5. Jahrhunderts:

"Zusammen mit schwarzen Stämmen (der Mooreiche) und heimischen blonden Knaben hat Eure Brüderlichkeit Schwerter für uns ausgewählt, die sogar imstande sind Rüstungen zu durchschneiden, und die ich mehr noch ihres Eisens als wegen des Goldes auf ihnen preise.
So glänzend ist ihre polierte Klarheit, daß sie mit genauer Deutlichkeit die Gesichter derjenigen wiederspiegeln, die auf sie schauen.
So gleichmäßig verlaufen ihre Schneiden zur Spitze, daß man annehmen möchte, sie seien nicht mit Feilen hergestellt, sondern im Schmelzofen geformt.
Ihre Mitte, mit schönen Vertiefungen ausgehöhlt, erscheint wie mit Würmlein gekräuselt, und hier spielen so mannigfache Schatten, daß man glauben möchte, das glänzende Metall sei mit vielen Farben verwoben.
dieses Metall ist auf Eurem Schleifstein geschliffen und mit Eurem glänzendsten (evtl. "berühmtesten") Pulver so beharrlich poliert, bis sein stählerner Glanz ein Spiegel der Männer wird; dieses Pulver wird Euch unter den natürlichen Schätzen Eures Landes gewährt, sodaß sein Besitz Euch einzigartigen Ruhm bringen möge.
Solche Schwerter möchte man in ihrer Schönheit für das Werk Vulkans halten (...)"

Hier geht es nicht um Kinofilmchen à la Conan der Barbar, sondern um historische Fakten. Und man muss sich mal vor Augen halten, dass das etwa zwei Jahrhunderte VOR der Besiedelung Japans durch die heutige (koreanischstämmige) Bevölkerung war.

Die von den Japanern bis heute verwendeten Methoden waren nach derzeitigem Stand der Forschung in vergleichbar guter Form bekannt, und zwar nicht nur in Asien. Auch die Arbeit mit stählernen Poliernadeln gehört dazu. Bei tiefer gehendem Interesse empfehle ich Kontaktaufnahme und Gespräch mit Dr. Stefan Mäder.

Ich liebe die japanische Kultur, aber mir stinkt es langsam wirklich gewaltig, dass bei allem was aus Japan kommt, immer davon schwadroniert wird, dass das niemand sonst in dieser Form kann oder gar vorher schon konnte. Das ist totaler Unsinn, denn die Japaner kochen auch nur mit Wasser. Und gerade was alte Handwerkstechniken angeht, haben die das schon aufgrund der späten Besiedelung des Landes 100 % sicher nicht selbst entwickelt sondern schlicht von woanders her gelernt. Was man ihnen allerdings zu gute halten muss, ist die Tatsache, dass sie aufgrund ihrer Rückständigkeit und ihrer zögerlichen Kontakte mit der restlichen Welt in der Lage waren, viele alte Techniken, die andernorts obsolet geworden waren, über die Zeit zu retten.

Nicht zu vergessen bitte ich auch etwas, das ich als Mittvierziger noch voll mitbekommen habe, nämlich das bis vor etwa 30 Jahren der Begriff "Made in Japan" ein Synonym für den gleichen Ramsch war, der heutzutage aus der PR China kommt. So eine Veränderung im Ansehen nennt man Gutes Marketing.

sanjuro
11.06.08, 13:05
.....ein Brief des Ostgotenkönigs Theoderich an einen Warnenkönig etwa vom Ende des 5. Jahrhunderts....
Hier geht es .... um historische Fakten. Und man muss sich mal vor Augen halten, dass das etwa zwei Jahrhunderte VOR der Besiedelung Japans durch die heutige (koreanischstämmige) Bevölkerung war.

Die von den Japanern bis heute verwendeten Methoden waren nach derzeitigem Stand der Forschung in vergleichbar guter Form bekannt, und zwar nicht nur in Asien. Auch die Arbeit mit stählernen Poliernadeln gehört dazu. Bei tiefer gehendem Interesse empfehle ich Kontaktaufnahme und Gespräch mit Dr. Stefan Mäder.

Ich liebe die japanische Kultur, aber mir stinkt es langsam wirklich gewaltig, dass bei allem, was aus Japan kommt, immer davon schwadroniert wird, dass das niemand sonst in dieser Form kann oder gar vorher schon konnte. Das ist totaler Unsinn, denn die Japaner kochen auch nur mit Wasser.......
Danke, sehr interessanter Einblick in frühe europäische Korrespondenz und natürlich in die Poliertechniken. Sollte man sicher ernst nehmen, war aber möglicherweise auch nicht das Standardverfahren, sondern ein besonderes Objekt als Staatsgeschenk (wäre mir persönlich lieber als die blonden Knaben.....).

Was Japan angeht - huuuu, da habe ich bei Dir etwas ausgelöst, was ich als Überreaktion bezeichnen möchte. Ich wollte ja nur die Stahlnadelpolitur erwähnen, die ich nur von dort kenne. Ich habe nicht geschrieben, dass die Japaner immer und überall die Besten seien! Das trifft natürlich nur auf Einwohner der Region um Aachen zu.....

Mit friedlichem Gruß

sanjuro

AchimW
11.06.08, 14:32
:steirer:

Naja, alleine die Aussage über die blonden Knaben würde heute ja auch schon schnell in den Knast führen.....

Sanjuro, das ging gar nicht gegen Dich persönlich und Deine Äußerung sondern viel mehr gegen die allgemein herrschende Japan-Hysterie. Heutzutage genügt es doch, irgendwo nur "Japan" draufzuschreiben, um den Preis zu verdoppeln.

Was den Schliff des Schwertes angeht, so waren wir ja schon beim Hinweis auf Steine oder Schleifpapier angelangt. Ein Freund von mir macht sehr schöne Schwerter im japanischen (oh Gott!! :D ) Stil und er benutzt für den Grobschliff relativ grobe Kunststeine (ca. Korn 120), die preiswert sind und hervorragend abtragen.

Hjalmar
11.06.08, 20:36
@Sven
Ich muss sagen das ich auch erst diese Bedenken hatte, aber jetzt wo der Griff dran ist hab ich natürlich schon ein wenig rumgefuchtelt *g* und dabei hab ich festgestellt das das Teil doch richtig gut führig ist. Aber es ist ja auch ein Anderthalbhänder, die sind meist noch besser zu handhaben wegen der beidhändigen Benutzung.

@sanjuro
Die Hochglanzpolitur verhindert ja schon durch die "geschlossene" Oberfläche ein schnelles oxidieren, deswegen gleichzeitig zur Dekoration auch Rostschutz.

@AchimW
Genau dieses Dokument meinte ich, Danke :)
Ich muss dir da zustimmen, vieles japanisches wird immer als das allerbeste dargestellt, manhcmal kann das echt nervig sein...oh diese Katanas sind ja sooo scharf, die können doch dein blödes Ritterschwert zerschneiden... *lach* schrecklich...

So, und ich werde morgen die Klinge mit Nassschleifpapier versuchen schön zu schleifen und dann vielleicht mit einem Tuch polieren. Mal sehn :)

MfG
Hjalmar

D.Kraft
12.06.08, 15:56
Glanzpolitur

gab es bei uns schon vor Chr. Spiegel , zB. kannte man schon im alten Ägypten aber auch in der Schmuckherstellung wurden die unterschiedlichen Polierverfahren angewendet.

Bei Waffen ist es ähnlich, wobei spontan mir jetzt das Schwert von König Sancho des IV Königs von Kastielien einfällt.
Das Schwert wird datiert um ca 1250 (in andere Literatur gibt es geringfügige Abweichungen in der Datierung)
Das Grab wurde 1946 geöffnet und man fand eben dieses Schwert.
Die Klinge ist zu ca 70% intakt und im Orginalzustand von der Oberfläche her. Auf Bilder ist zu sehen das die Klinge eine "Spiegelpolitur" hat . Auch in der Beschreibung wird hier von einer solchen Politur geschrieben.

Das Schwert ist in Farbe abgebildet auf dem Einband von "Records of the Medieval Sword" von Ewart Oakeshott.
Man hier sehr schön die polierte Klinge sehen.

Japanhype

Diejenigen welche alles japanische als das beste hinstellen haben in 99 von 100 Fällen fast null Ahnung von gar nichts.Zumindesten kam das fast immer ans Licht wenn man mal etwas intensiver nachharkt. Diejenigen welche sich seriös damit "beschäftigen" ,lassen sich zu solchen überflüssigen und zumeist ziemlich dämlichen Vergleichen und Äußerungen erst gar nicht hinreißen.

AchimW
12.06.08, 18:00
Danke, Dieter. Du sprichst mir aus der Seele.

jmp
12.06.08, 20:27
OT, aber wenn es gerade geschichtlich interessant wird:

Neben Wassersteinen (Brocken, Rosutek sp?, etc), gabs ja auch den Schmirgel, der hier auch im Forum mal genannt wurde, und zB in Solingen frueher auf rotierenden Lederscheiben oder Raedern benutzt wurde.

Wie weit laesst sich dass eigentlich zurueckverfolgen?

Ev. auch mit Schachtelhalm (wg. Gehalt an Kieselsaeure?) und anderen Pflanzen statt mineralischer Schleifpartikel.

cu
Peter

sanjuro
13.06.08, 00:39
.....Neben Wassersteinen (Brocken, Roszutek sp? etc.), gabs ja auch den Schmirgel, der hier auch im Forum mal genannt wurde, und z.B. in Solingen früher auf rotierenden Lederscheiben oder Rädern benutzt wurde.

Wie weit lässt sich dass eigentlich zurück verfolgen?

Evtl. auch mit Schachtelhalm (wg. Gehalt an Kieselsäure?) und anderen Pflanzen statt mineralischer Schleifpartikel.....
Schmirgel ist natürlicher, verunreinigter Korund. WIKIPEDIA sagt dazu, dass dieser bereits im Altertum z.B. auf der Insel Naxos abgebaut wurde.

Der feine Quarz im Schachtelhalm ist kristallisiert und damit fast ein mineralisches Schleifmittel. Ist aber in seiner Wirkung recht weich und wurde daher für weiche Metalle verwendet. Daher auch der Trivialname "Zinnkraut".

Gruß

sanjuro

Hjalmar
17.06.08, 20:19
Hallo Hallo,
derzeitiger Stand der Dinge:

Mit Nassschleifpapier und einem einfachen Schleifstein funktionierts nicht, musste ich feststellen.
Allerdings hab ich mir heute eine Aufsatz für die Flex gekauft und feineres Schleifpapier, sowie eine Vor- und Nachpolierscheibe (Lamellenscheiben).
Entweder morgen oder übermorgen werd ich sehen obs funktioniert.

Bis dahin, gehabt euch wohl!
Hjalmar Frohsinn

Blacky
17.06.08, 20:38
Die Lamellensceiben für die Flex haben ne Menge Abtrag, Vorsicht!
Damit kannste nen ganzen Schliff setzen, also ich würde dir zur Handarbeit raten... Vielleicht kurz und vorsichtig mit einer sher feinen Lamellenscheibe vorarbeiten un ddanach mit der Hand und Schmirgel alles andere rausschleifen...
Sebastian

Hjalmar
17.06.08, 21:09
Ne Ne.. *g* ich meinte nicht die normale lamellenschleifscheibe..die hat wirklich zuviel abtrag...aber mit dem Extra Aufsatz, der hat Klettzeugs unten dran, kann ich ganz feines Schleifpapier ran machen, also nur feinschleifen...ich hab so ein Teil mal bei youtube gesehen, der Kerl hat da eine Rüstung geplattnert und dann mit so einem Extra Aufsatz mit der Flex geschliffen.
Video: http://youtube.com/watch?v=o8QgBIb_xFI
Bei der 8. Minute sieht man es schön wenn man gleich binschalten will... aber das Video ist acuh zu empfehlen...echt tolle Sache macht der da.

Sven
18.06.08, 06:36
Wow, danke für den Link.
Dem könnte ich stundenlang beim Arbeiten zuschauen:D

Aber achte mal drauf, er führt die Lamellenscheibe ganz leicht und ohne Druck. Ich schätze, der Bursche könnte auch noch mit einer Schruppscheibe ein gutes Ergebnis erzeugen.

Ciao Sven

Hjalmar
18.06.08, 21:40
Ja, er schleift nur ganz leicht... ich werds morgen mal ausprobieren wie es funktioniert :)

Da hast du Recht, es ist einfach wahnsinn was der Kerl zusammenhämmert *g*

gast
19.06.08, 08:29
Hm, zwei Koms von mir dazu :
Wieso solte man für den Grundschliff keine synthetischen Steine verwenden ? Wird in Japan auch so gemacht bis zu dem Punkt worum es darum geht die Schmiedemerkmale hervorzuzaubern. Ab da bitte nur Natursteine.
Was die Perfektion des Schleifens angeht : Hm, so ganz schlecht kann die japanische Methode doch wohl nicht sein, sonst wär Dr. Mäderer ja nicht nach Japan gegangen umdie "Kantei Polimethode" zu erlernen.
Addendum : Dieser idiotische Begriff "Kantei-Poliermethode" stammt nicht von mir, sondern aus einem Artikel über den Dr.
Also könnte man vermuten, das in Europa zwar Spiegelpolituren existierten,aber dieser , ich nenne es mal Differenzialschliff entweder unbekannt war oder aber in Vergessenheit geriet.

Was den Schachtelhalm angeht : Gab es in Japan auch als Schleifmittel.
Erschießt mich,aber mir fällt derQueltext um´s Verrecken nicht ein.

Gruß
Stefan

sanjuro
19.06.08, 23:30
.....Erschießt mich, aber mir fällt der Quelltext um´s Verrecken nicht ein......
Dann müssen wir Dich leider per E-Mail erschießen!

Gruß

sanjuro

U. Gerfin
19.06.08, 23:35
Ganz kurz: Stefans Namensvetter heißt Mäder und nicht Mäderer. Die Gründe, weshalb er nach Japan gegangen ist, sind vielfältig, nicht nur um Polieren zu lernen.
Ich denke, wir kommen jetzt auch ein bisschen vom Thema ab: Polituren bis hin zur Spiegelpolitur gab es schon seit Ewigkeiten auch in Europa. Daß sich hier jemand die Mühe gemacht hat, über die Spiegelpolitur hinausgehend Poliertechniken anzuwenden, die die innere Struktur eines Werkstücks offen legen sollten, glaube ich eher nicht, dazu hat man bei uns zu funktional gedacht. Dass die gute japanische Politur- ganz gleich nach welcher Schule- ein Meisterwerk ist, hat hier sicher niemand bezweifelt.
MfG U. Gerfin

AchimW
20.06.08, 07:02
Naja, also zumindest die Damaststrukturen wird man schon damit sichtbar gemacht haben, wie der oben schon erwähnte Brief klar zeigt.

Hjalmar
20.06.08, 10:16
Tach ihrs,

also ich habe gestern die Polierfächerscheiben ausm Baumarkt ausprobiert und musste mit Freuden feststellen das man damit viele Unebenheiten sowie Schleifspuren leicht wegschleifen kann, also mit minimalem Abtrag. Dabei wird die Oberfläche auch richtig schön matt-glänzend.
Vorgeschliffen habe ich mit der gröberen (braunen) Scheibe...eine genaue Bezeichnung gabs dazu nicht,welches Material etc.
Dann habe ich eine feinere Scheibe (grün) benutzt... sah aus wie eine Art Filz...
Jedenfalls könnte man jetzt auf Hochglanz gehen...allerdings hab ich da in dem Markt nichts passendes finden können... lag auch daran das mein Vater der Hobby-Heimwerker wiedermal stressend durchgerannt ist und ich kaum Zeit hatte zum Regale durchwühlen ;)
Die Artgleichen Aufsätze gibts auch für die Bohrmaschine...falls man mal Rundungen zu polieren hat wo man mit der Flex nicht rankommt.
Nur einwas stört mich, eine solche Scheibe reicht gerade mal für ein Schwert bei ca. 5€ pro Scheibe.

Als nächstes werde ich mal nach Hochglanzzeugs im Baumarkt suchen.

gast131009
20.06.08, 10:22
Also wenn du mit ner Flex gut umgehen kannst kannst du damit fast alles machen zumal es ja jede Menge Aufsätze gibt. Alternativ zum Baumarkt gibt es ordentliche Werkzeughändler wie Hofman.

Pilkerman
14.07.08, 14:38
Hallo, das mit dem "Schmirgel" auf Leder/Holzscheiben, war und ist das sog. "Blaupließten" So heißt das bis heute im Solinger Jargon. Das ist der Arbeitsgang -der meißt sogar in extra Werkstätten- nach dem "groben" Formschleifen, dem Werkzeug/der Klinge den Fertigschliff gab. Erst dann konnte der Damaszierer - wieder ein anderer Betrieb- seine Säuren und Pasten einsetzen. Beim Pliesten wird auf einer relativ großen Holzscheibe 600-1000mm Durchmesser und darüber, Lederstücke dicht an dicht senkrecht aufgebracht. (Heute würden wir Fächerscheibe dazu sagen) Auf diesen Fächer wird als Schleifbelag, ein mit Korundkorn (Schmirgel) versetzter Leim aufgetragen. Es gibt meines Wissens noch einige wenige Betriebe die mit dieser Methode bis heute Messer und Scheren fertig "pliesten" ZB.war/ist der "Oogenpliester" ein Lehrberuf und diese Leute waren die bestbezahlten Facharbeiter in einer Scherenfabrik. Diese Spezialisten haben das Gelenk der Schere geformt, damit diese von hinten bis zur Spitze eine gleichmäßige Spannung hatte und sauber "lief".
Gruß
Uwe