Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Über den guten Ton des Stahls
Hallo,
Kann mir jemand sagen, ob der Klang des Stahls irgendwelche Geheimnisse verbirgt? Fährt man mit einem Messer über einen Wetzstahl, fällt sofort auf, dass Stahl unterschiedlich tönt. Manche Klingen klingen (Verzeihung) wie Glocken, andere wie nasse Pappe oder Aluminium oder Blei. Naiverweise assoziiere ich mit einem Glockenton höhere Qualität, aber beim genaueren Hinschauen lässt sich dieses Vorurteil nicht bestätigen. Und mit der Form der Klinge scheint es auch keinen Zusammenhang zu geben, denn große Kochmesser der Qualitätsfirma X klingen vielleicht wie Pavarotti, während ähnlich geformte der Qualitätsfirma Y eher meiner Stimmlage entsprechen, also Froschkonzert. Verwandtes kann ich vom Vergleich verschiedenster Besteck- und Gemüsemesser auch berichten.
Und überhaupt, wartet nicht schon längst jemand vom Messerforum darauf, das Thema „Messer am Klang erkennen“ der Sendung "Wetten dass" anzubieten?
Gruß
mps
Hallo,
der Klang wird vor allem durch die FORM bzw. deren Schwingungseigenschaften bestimmt, das Material ist da eher sekundär.
Vergleichbar wären bestenfalls in Abmessung und Form völlig identische Messer aus unterschiedlichen Stählen.
(Identisch heißt, auch identisches Griffmaterial u. -form.)
Bei identischem dimensioniertem Stangenmaterial oder Stahlplatten (Dicke genau gleich),
ist da möglicherweise eher ein Zusammenhang Stahlsorte/Klangeigenschaft herauszuhören.
Gruss, Sanji.
Die "Aufhängung" hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluß.
Ich hab seit einer nicht ganz korrekten Schäftung jetzt eine "singende Axt". :irre: :hehe:
Bei zwei (fast) identischen Stahlklingen wird man nicht raushören welche z.B. gehärtet ist und welche nicht.
Wenn allerdings eine der Klinge einen Riss hat hört man das sofort.
siebenstern
02.06.08, 17:54
[QUOTE=uuups;481991
Bei zwei (fast) identischen Stahlklingen wird man nicht raushören welche z.B. gehärtet ist und welche nicht.
Wenn allerdings eine der Klinge einen Riss hat hört man das sofort.[/QUOTE]
Also auch wenn ich es nicht belegen kann, so sagt mir mein Bauch daß man den Unterschied gehärtet/ungehärtet auf jeden Fall hört.
Ich werde mal drauf achten.
würde ich auch sagen, als laie.
wenn man zwei blechstreifen hat, sie über die tischkante hält, und daran zupft.. dann wird doch ein gehärteter viel kürzer schwingen, also einen höheren ton erzeugen?
das ist bei der klinge warscheinlich in etwa gleich..? auch wenn die klinge nicht eben ideale klangeigenschaften hat..
eine glocke aus blei klingt vermutlich nicht richtig. und eine glocke aus hm sehr hoch.. bis sie splittert (:
Hallo,
der Klang, der herauskommt wird vor allem durch den Elastizitätsmodul des Materials bestimmt. Und der verändert sich bei der Härtung so gut wie garnicht.
Vielleicht gibts gewisse Unterschiede im Dämpfungsverhalten (Hysterese) der verschiedenen Gefügearten. Das könnte man dann evtl. schon hören.
Lie Grü,
Norbert
Ach doch,singender Stahlist schon sehr praktisch zur Qualitätsanalyse bei handgeschmiedeten gefalteten Klingen.
Wenn ich eine minderwertige Klinge auf dem Stein habe hört sich das trotz absolut gleichmäßiger Bewegung wie eine Nebelkrähe an,eine hochwertige Klinge ohne Sprünge und Rise fängt regelrecht an zu singen.
Das gilt jedenfalls absolut bei japanischen Schwertklingen, aber ich sehe keinen logischen Grund warum das nicht auch bei Damaststählen funktionieren sollte.
Gruß
Stefan
Ich bin wahrlich kein Stahlexperte.
Aber meine Erfahrung als Musiker mit vielen, vielen Klangkörpern sagt mir, dass jede noch so minimale Änderung von Masse, Gefüge, Zusammensetzung und alles, was genannt wurde eine Änderung des Klanges ergeben muss.
Oder andersrum: Wie sollten zwei verschiedene physikalische Körper eine identische Welle erzeugen?
Limitierender Faktor sind unsere vergleichsweise miserablen Ohren.
Grüße,
Steffen
Hi,hi da ist es doch praktisch wenn man gleichzeitig Musiker ist,da hört man die Sauerein im Gefüge schneller, gelle ?
Nur so aus eigener Erfahrung.
Stefan
Hallo,
die Klinge heißt ja nicht umsonst Klinge, das Wort könnte schon von "Klang" abgeleitet sein ;)
Also, ich hab das auch schon beobachtet, dass meine besseren Küchenmesserchen auch gut klingen, wenn ich sie aus dem Block ziehe.
Viele Grüße,
Rolf
PS: Die Messer, die nach Blech klingen, fristen ihren Lebensabend im Garten und damit sind sie nicht ganz aus der Welt.
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