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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Oberflächengüte - welche Kriterien ?



luftauge
26.03.02, 18:12
Hallo Zusammen !

Ich hab mal wieder zwei allgemeine Fragen :

1. Wie oder wonach beurteilt Ihr eine "gute" bzw. "sehr gute" Politur bzw. Oberfläche ?
Bin ich zu blöd oder nur zu ungeübt für haarriefenfreie Politur :hmpf:

Ich poliere mir gerade die Finger wund, und komme anscheinend nicht so recht weiter, Mischung aus verschiedenen Pasten mit verschieden Ölen, verschiedene Papiere mit/ohne Öl, K1000-2000, Diamantpaste grün, 5mü-Paste schwarz, alle Kombinationen.
- Aber die feinen (feinsten) Riefen verschwinden nicht, das nächste ist Schwabbelarbeit mit blauem Polierwachs und neuer Flanellscheibe.

2. Ich habe mir eine 200er Flanellscheibe bestellt - bis zu welcher Feinheit kann man sie einsetzen ?
Bei Nessel war ich mir nicht ganz sicher, Angabe war "allgemeine Polierarbeiten"

Gruß Andreas/L

Leonardo75
26.03.02, 19:56
Hallo luftauge!

Ich bekomme bei meinen Messern auch keine haarriefenfreie Politur hin.
Setzt Du denn die Diamantpaste auch an der Scheibe ein? Ist wahrscheinlich zu teuer.

Wie viel Zeit verwendest Du denn für eine Politur? Bei mir gehen locker einige Stunden mit Handschleifen ins Land, bevor ich auf die Polierscheibe wechsle.

Auf jeden Fall wurmt das einen ganz schön, da macht man schon ein Messer in ewig langer Arbeit und dann ist das Ergebnis für einen selbst nicht zufriedenstellend. Vielleicht sollten wir auch gar nicht polieren, sondern lieber nur Satinfinishen, dann haben wir die Probleme nicht mehr.

Viele Grüße sendet Dir der Leo.

P.s.: Wenn Du eine Methode herausgefunden hast, wie es geht, dnn wäre ich daran natürlich brennend interessiert.

zorro_43
26.03.02, 19:58
Hi Luftauge!

Ich denke wir sind uns einig, daß eine richtige Politur keine sichtbaren Riefen mehr hat.
Soweit habe ich meine Messer bis jetzt aber auch noch nie poliert.
So kurz vor Schluß hatte ich dann doch nicht mehr die Geduld dazu.

Als ich noch Kunststoff-Spritzguss-Formen gebaut habe (so vor 10 Jahren) haben wir die aber schon auf echten Hochglanz gebracht, weil man da hinterher jeden Kratzer im Artikel sieht.

Wir haben das mit Diamantpaste und schnelllaufenden Filzpolierkörpern gemacht. Wir hatten dafür so Hängemotoren mit flexibler Welle und Handstück. Ich hab sowas neulich im Goldschmiede-Bedarf gesehen.
Für den Hobby-Einsatz geht vieleicht auch ein Dremel.

Ich hab mir jetzt mal eine Filzpolierscheibe 40x10mm bestellt.
Dazu werde ich mir noch feine Dia-Paste besorgen, vieleicht bringt mich das nach vorne!

Viele Grüße

Zorro

zorro_43
26.03.02, 20:02
Hi Leo,

so leicht kapitulieren wir doch nicht vor nem Stückchen Stahl.
Satin-Finish sieht aus "wie gewollt und nicht gekonnt"

Zorro:)

Haudegen
26.03.02, 20:18
*hüstel*

ihr habt probleme, nehmt damast, da fallen feine riefen nicht so auf. :rolleyes:

Leonardo75
26.03.02, 20:22
Hallo Zorro!

Mit Filzscheiben habe ich bisher nur mit meinem Proxxon aber ohne Diamantpaste gearbeitet. Allerdings habe ich nie ein ganzes Messer damit gefinisht.
Die Filzscheiben von Proxxon sind zum Polieren recht günstig, ich meine 10 kleine Scheiben kosten ca. 2 Euro oder so. Auf jeden Fall deutlich weniger als die Stoff- oder Lederscheiben von Proxxon.

Danke für den Tip, ich werde sie erstmal mit den verschiedenen Polierpaten ausprobieren, vielleicht reichen die ja schon, wenn nicht, dann muss es eben doch Diamantpaste sein.

Gruß Leo.

freagle
26.03.02, 21:45
Mich würd auch mal interessieren, für welchen Einsatz die verschiedenen Polierscheiben und Pasten gebraucht werden. Da gits ja Sisal, Tuch, Molton, Filz usw. und dann noch verschiedene Pasten, da weis mann gar nicht was man für welches Meterial nehmen soll:( .

An meinem Bandschleifer ist seitlich noch ein Tellerschleifer 150mm dran, dafür gibt es passende Filzscheiben, damit hab ich schon recht zufriedenstellende Ergebnisse hinbekommen, man kann die Klinge schön großflächig anlegen, ich glaub mit so kleinen Polierscheibchen für den Drehmel, ist nicht viel zu machen.

Kann denn von den Profis mal jemand so eine kleine Anleitung zum Polieren ins Forum stellen.

freagle

luftauge
26.03.02, 22:02
Jetzt hatte ich es gerade fertig, da war die Leitung weg :angry:

@ Leo :
Stunden ? TAGE :glgl: :glgl:

@ Zorro :
Jo, die Riefen müssen wech, eindeutig

Ich will ne "1+ mit Tendenz zur 0,8"-Politur , aber wonach kann man es allgemeingültig ohne Messgerät festlegen, jeder legt seine Maßstäbe anders an.
Meine Wunschoberfläche soll so gut sein, dass man die Klinge auch als Rasierspiegel gebrauchen könnte, aber dann so gut, dass gekrümmte Bartwurzeln auch unter der Haut erkennbar werden.
Ist mir noch nie wirklich geglückt :( - aber so soll es sein.

Heute hatte ich es schon so weit, dass Feinöl abgeperlt ist, allerdings satinierte Oberfläche, die ich nicht will.

Gruß Andreas/L

luftauge
26.03.02, 22:08
@ freagle :

Auf den meisten Poliermitteln steht drauf, wofür es geeignet ist (Metall, Kunststoff, Holz, Glas, etc), und dass Flanell zum Endpolieren benutzt wird, während Nessel ( härter als Flanell) für mittlere Oberflächen benutzt wird.
Bei Polierblöcken ist meist die Farbe entscheidend für Feinheit oder sogar das Material.

Gruß Andreas/L

freagle
26.03.02, 22:20
@Luftauge

vielleicht hat sich in deiner Polierscheibe ein Schleifkorn oder sonnst was hartes festgesetzt und du machst dir beim Polieren weitere Kratze rein.

Ich glaub Günter hat mal den Tip gegeben, die Polierscheiben getrennt in Plastiktüten aufzubewahren, ich pack meine nach dem Polieren immer weg. So eine richtige Spiegelpolitur hab ich bisher noch nicht probiert. Ich hab bisher nur meine Damastklingen nach so einem 1200 Finnish etwas poliert, das macht sich gut.

freagle

Claymore
26.03.02, 22:42
Ihr habt vielleicht Probleme.....
:steirer:
Wenn ich mich beim Rasieren sehen will, was nicht so oft vorkommt, das Rasieren, und das sehen wollen auch, :glgl: schau ich in den Spiegel :D :D

Aber im Ernst, jeder setzt seine Prioritäten anders....

Mir ist es z.b. wichtiger, meine Messer möglichst komplett selbst zu fertigen, vom SChmieden des rohmaterials übers härten bis zum Finish.
Wobei mir dann für meine Messer ein Satinfinish meist genügt.
Lieber verwende ich die Zeit fürs Polieren zum Schmieden eines neuen (Damast)Paketes.
Und hinherher soll man das Messer ja auch benutzen.
Bei ner spiegelpolitur läuft man ja gefahr, die Oberfläche alleine durch starkes Ausatmen beim betrachten wieder zu zerkratzen.
:haemisch:


gruß


Peter

micknives
27.03.02, 06:31
hallo luftauge,
ist die frage ob eine spiegelpolitur oder
ein gepfleges satin-finish. willst du eine korrekte
spiegelpolitur, musst du bis 1200-2000 körnung mit grüner o.
gelber diamantpaste arbeiten. immer nur in eine richtung abziehen
sind keine querriefen mehr zu sehen kannst du es mir weisser
polierpaste und einer neuen filzscheibe probieren, ist die fläche
sauber poliert, machst du weiter mit rosa-chrompaste und wieder
einer neuen tuchscheibe. es ist sehr schierig eine saubere spiegelpolitur hin zubekommen selbst Pachi schafft das nicht immer.
ich für mich ziehe ein 1200-2000 satin finisch vor. selbst bei
dieser politur, benötige ich oft stunden für eine messer. kommt
natürlich auch immer auf den stahl an, bei mir ist das meistens
cpm o. bg-42. kotzt mich manchmal ganzschön an.

micknives

Flaming-Moe
27.03.02, 06:53
Vielleicht hilft Dir ja dieses (http://www.robbrownknives.co.za./how-to/mf_01.asp) tutorial (englisch) übers Polieren.

Der Herr betreibt allerdings auch einen nicht zu verachtenden Aufwand für seine Politur.

Ich halte Polituren auch nur in den seltensten Fällen für angebracht.
Für ein Gebrauchsmesser auf keinen Fall, und selbst bei Messern, die ausschließlich in der klimatisierten, hermetisch abgeriegelten Vitrine ihr Dasein fristen, muß sie gut zur Gesamterscheinung passen...

kanji
27.03.02, 06:57
Hi Leute

wenn ich unbedingt ein Messer mit einer perfekten speigelpolitur will, fahr ich in den Nachbarort. Da gibts ne Firma die Poliert Alufelgen für Autos (frach mich keiner wer sowas braucht aber der Laden läuft gut, es soll ja auch Leute geben die Messer sammeln), da geb ich dann mein Messer ab komm zwei Tage später wieder bezahl so ca. 15-20 Euro und fertich ist die Spiegelpolitur.

;) ;) ;)

Nidan
27.03.02, 07:56
Kanji, das ist die Lösung, wir schicken unsre Messer zu dir und du machst den Shuttle zu den Alufelgenpolier-Leuten :D

Aber im Ernst, ich versteh zwar den Wunsch nach ner einwandfreien Spiegelpolitur schon nur Sinn hat das doch echt keinen. Die verkratzt doch im ungünstigen Fall schon, wenn man das Messer mal in der Scheide versorgt.

Wer`s trotzdem haben will, kann mal bei Ralle anfragen, der hat mir mal gemailt er hätte auch die Diamantpaste, die Hehn für die Spiegelpolitur verwendet. Vielleicht kann der weiterhelfen.

luftauge
27.03.02, 08:20
Also die Spiegelpolitur ist mein ganz persönliches Ziel !

Mit Scheibe war ich noch gar nicht dran,
ich hatte auch an die Tipps von Guenter oder Wolgang gedacht wegen der Scheiben.
Vielleicht kennt Ihr das :
Die feinen Riefen sind zu sehen, dann scheinen sie kurz weg zu sein, und dreht man die Klinge in eine andere Richtung sind sie wieder da, es ist, als ob jedes Schleifmittel einfach über die Riefen drüberweggleitet.

@ Micknive :
Soweit ich die Farben/Scheiben habe, werde ich es gleich mal testen

Ich hab übrigens bemerkt, dass grüne Dia-Paste, K2000-Papier und grünes Polierwachs alle dem gleichen Feinheitsgrad entsprechen.

Gruß Andreas/L

Ulrich Wolf
27.03.02, 08:28
Hallo

Spiegelpolitur auf einem Gebrauchsmesser ??????!!!!!!!

Was soll das bringen ??? Biste doch immer am putzen und siehst
jeden Kratzer !!!!

Schließe mich da Claymore an - auch ich verwende meine
Polierzeit lieber zum schmieden.

Gruß Uli

luftauge
27.03.02, 12:06
@ Uli & Claymore :

Ganz einfach :
Es ist später einfacher zu reinigen !!!
- Passiver Korrosionsschutz :irre: :irre:

Ich hab gerade Micks Rat ausprobiert, und siehe da, es geht - mit einer Ergänzung :

1. 2000er Papier mit grüner Paste gleichmässig bedecken (nicht dick, nur gleichmässig)

2. mit harter Unterlage (Holz) nach Bedarf andrücken und dann entweder ziehen oder drücken (eben nur in eine Richtung)

3. sobald die Paste mit Abrieb gesättigt ist, Papier abschneiden und Paste erneuern, Abrieb von Klinge abwischen neu anfangen

4. Wenn die scharfen Übergänge weniger werden, 3. wiederholen, aber jetzt mit weicher Unterlage (Hartgummifugenwischer)

5. nach jedem Durchgang die Oberfläche kontrollieren und nach Bedarf die einzelnen Durchgänge wiederholen

6. Ergebnis bisher :
Die "scharfen" Riefen sind weg, jetzt sind es nur noch flache Wellen, die man suchen muss.

@ Zorro :
Jetzt würde auch in ABS keine Riefe mehr abgebildet !
Ich habe auch im Formenbau gelernt und gearbeitet ;)

Als nächstes kommt Schwabbeln mit blauem Wachs und evtl. schwarzer Paste.

Gruß Andreas/L

micknives
27.03.02, 12:22
na siehste,
genau so und viel geduld.

gruß

mickn.

luftauge
27.03.02, 20:34
Hallo Michael !

Da ich schon relativ weit war, konnte ich die Zwischenschritte mit weiß und rosa/rot weglassen.
Darauf komme ich vielleicht beim Schwabbeln nochmal zurück.
Das Entscheidende war wohl, nur in eine Richtung zu arbeiten und die Paste regelmässig zu erneuern, hätte nicht gedacht, dass es besser geht.

Was ich vergaß, war dass ich bei Tageslicht poliert habe, ist wohl nicht ganz unwichtig, weil Tageslicht einfach gleichmässiger und von höherer Intensität ist.

Was ich jetzt immer noch nicht weiß, sind allgemeine Beurteilungskriterien für die Oberfläche :(

Gruß Andreas/L

Flaming-Moe
27.03.02, 20:41
Wenn du fertig bist, mach mal ne Makro-Aufnahme von der Klinge.

Wir werden das dann beurteilen... :D

luftauge
27.03.02, 21:03
Original geschrieben von Flaming-Moe
Wenn du fertig bist, mach mal ne Makro-Aufnahme von der Klinge.

Wir werden das dann beurteilen... :D

Ich kann leider nicht Alles zeitgleich optimieren :
Oberflächengüte, Griffschalen, Digi-Fotografie, Hilfsvorrichtungsbau,... :steirer: :D
- aber ich werde es wenigstens versuchen mit den Fotos ;)

Gruß Andreas/L

Claymore
27.03.02, 21:13
@Luftauge,

was das Reinigen betrifft, spielt es kaum eine Role ob das Messer eine Spiegelpolitur hat oder nur ein Satinfinish.
Höhere Reinheit der glatteren Oberfläche ist doch eher theoretisch.
Sehen kann man mit bloßem Auge nichts.
DER Korrosionsschutz kann wohl eine Rolle Spielen.
Ich verarbeite hauptsächlich Kohlenstoffstähle und nicht 'rostfreie' Werzeugstähle.
Mit Rost hatte ich bei einem Satinfinish noch nie Proleme.
Und wenn kann ein Satinfinish viel leichter wieder in Stand gesetzt werden als eine Spiegelflsche.
Ist wohl auch Geschmacksache.
Tatsache ist das mir eine Spiegelnde Oberfläche an Messern nicht mal gut gefällt.
Deshalb stellt sich die Frage nicht für mich.
Und wenn ich Damast schmiede, soll man ja eine Srtruktur in der Oberfläche erkennen.

Peter

zorro_43
27.03.02, 22:10
Natürlich ist das eine Geschmacksache!

Mir gefällt nur eine polierte Klinge oder so eine dunkle wie das acid washed von bert. Oder natürlich Damast! Oder sowas mit schmiedetextur von peter!

Aber der ganze neumodische Quatsch, wo sogar Serienproduzenten auf die politur verzichten? Da ist ja jedes Schweizer Messer besser!

Tja, satin-finish hört sich gut an und ist billig!

Zorro

luftauge
28.03.02, 17:57
Also mein Hauptaugenmerk ist der passive Rostschutz, da ich noch keine Rostfreien Messer machen konnte
- das Stichwort Schweizer Messer ist ein gutes Beispiel:

Mein Wenger Ranger, eigentlich selten benutzt, seit ich ein LST besitze, ist wohl überwiegend INOX, aber die Schraubwerkzeuge, die ich noch nie benutzt habe, rosten eigenartigerweise, oder sind die nicht aus Edelstahl ?
Die haben der Einfachheit halber nur den Standard-Maschinenschliff, was OK ist für Schraubwerkzeuge.

Und die Spiegelpolitur ist wie schon gesagt, persönliches Ziel, nur um der Politur willen, aber dann auch richtig.

Gruß Andreas/L

Odin
28.03.02, 19:56
Ich habe da auch mal ne frage:
Ist ein gutes 1200 stain finish nicht sehr viel schwieriger als ein spiegelpoliertes finish?
Ich meine bei dem satin verrutscht man einmal und man darf alles nochmal machen, bei der spiegelpolitur hingegen gibt es doch eigentlich das problem ein vernünftiges vorfinish anzufertigen und dann muss man doch prinzipiell nur noch mit 2 oder 3 verschiedene pasten rueber oder?

zorro_43
28.03.02, 20:52
Hi Odin!

Probiers doch mal!:)
Ich glaube Luftauge hat oben ganz gut beschrieben das ne gute Hochglanzpolitur wirklich sehr, sehr schwierig zu ereichen ist.
"Polieren ist was für Leute die Vater und Mutter erschlagen haben" hiess es bei uns im Werkzeugbau.

;)
Zorro

luftauge
29.03.02, 08:08
Original geschrieben von zorro_43
Hi Odin!
...
"Polieren ist was für Leute die Vater und Mutter erschlagen haben"
... ;)
Zorro

So ist es !
Vielleicht ist es auch eine Werkzeugbauer-Krankheit, zuerst immer auf die Oberflächen zu sehen,
genauso sieht ein Formenbauer bei Kunststoffteilen erst immer dorthin, wo er die Trennhälften oder die Auswerferabdrücke vermutet, weil man dort die Qualität des Werkzeuges und dessen Abnutzung erkennt.

Gruß Andreas/L

Floppi
29.03.02, 08:19
Da bin ich doch echt froh, dass ich "Zeilenhacker" bin und es mit der Oberflächengüte nicht so genau nehme. Wie lautet der schöne Spruch? - "Wenn Architekten so bauen würden, wie Programmierer ihre Programme machen, könnte ein einziger Specht ganze Städte zerstören." :steirer: :lach2:

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich ein Messer für einen Gebrauchsgegenstand halte...
Ach ja: ich hab auch ein "poliertes" selbstgebautes. Das hatte ich nur mit 800er Papier runtergeschliffen. Da ist ein feiner, aber gleichmässiger Längsstrich zu sehen. Gefällt mir viel besser als die 400er-Satinierung die ich gemacht habe. Da hab ich mehr Zeit drauf verwendet und sie ist deutlich unansehnlicher...

zorro_43
29.03.02, 18:35
Genau Floppi!
So eine "Gebrauchspolitur" ist für Messer die auch benutzt werden nicht verkehrt.

Zorro

luftauge
02.04.02, 20:13
Hilfe, ich brech ins Essen !

:angry: :irre: :angry:

- Riefen waren wech :p
- Kratzer waren wech :p
- Schlieren waren zu sehen, aber das war OK ;)
- ich hätte bald gesagt, die Fläche ist sogar farbecht :p

Und was jetzt ?

Winzige nadelstichgrosse Grübchen :angry: :angry: :angry: :angry:
im bräunlichen Schleier

Dabei wollte ich nur mit noch feinerer Paste zum vorläufigen Abschluss kommen.

Kann es evtl. sein, dass sich bei der Warmbehandlung mehrere Schichten im Wechsel sichtbar - unsichtbar unterhalb der Oberfläche bilden ?
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass ich beim weiteren Polieren Schicht für Schicht abdecke, mal ne gute, mal ne schlechte, ähnlich Baumkuchen.

Nein, ich werde nicht auf Satin-Oberfläche ausweichen :angry: :haemisch:

Gruß Andreas/L

zorro_43
02.04.02, 20:43
Hi Luftauge!

Schade...

Was für einen Stahl hast du denn?

Zorro

luftauge
02.04.02, 21:44
Hallo Zorro :

2379 im Salzbad auf 59 HRC gehärtet/vergütet,
laut Datenblatt gut bis sehr gut polierbar.

Das war die Frage zur Verzunderung im Salzbad !

Gruß Andreas/L

DeadlyEdge
02.04.02, 22:58
Hi, "Luflee",
Ich weis nur, daß 1.2379 keineswegs feinkörnig ist (für einen Messerstahl, die HSS-Monster sind natürlich noch brockiger) und ziemlich grobe Karbide hat. Vielleicht sind die sogar so fett, daß die rausgerissen werden -> "winzige nadelstichgroße Grübchen". Wenn man sich zum Beispiel die (http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=4280) geätzte Klinge von Floppi anschaut (und vor allem die Erklärungen von AchimW liest ;) ), könnte man sich sowas denken.
Für die erste Politur würde ich 1.2842 oder irgendwas unlegiertes nehmen... oder aber RWL 34, der lässt sich sehr schön finishen.
Spiegelblanke Grüsse,
Martin/deadly
PS: Meine Meinung zur Grunddisskussion (macht Spiegelpolieren Sinn): Spiegelpolitur ist für mich etwas schönes und beieindrückendes, das aber nur dann, wenn die Politur und Vorfinisch wirklich perfekt sind. Wenn nicht, werden alle ungeahnten Micromäckel hervorgehoben. Korrosionsbeständig ist die Klinge dann auch, aber eben nicht wirklich schön. wenn es wirklich nicht auf Schönheit, aber gerne auf Korrosionsbeständigkeit ankommt, (ich stelle mir ein größeres Haumesser aus CK 60 vor), könnte man es ruhig "anschwabeln" . IMO

Leonardo75
03.04.02, 07:50
Hallo Luftauge!

Vielen Dank für Deine indirekte Warnung. Dann brauche ich die Erfahrung nicht mehr mit meinem D2 Messer zu machen.

Wie wurde denn das Messer angelassen? Im Primär oder im Sekundärhärtemaximum? Ich meine Herbert hat mir mal erzählt, dass im Sekundärhärtemaximum (bei D2 ca. 500°C, wenn ich mich recht erinnere) ein deutlich feineres Gefüge auftritt. Hast Du das Messer denn schon mit Griffen beschalt? Falls nicht könntest Du das mit dem Anlassen ja nochmal probieren.
Wurde das Messer denn auch Normalgeglüht vor dem Härten? Ich meine dadurch läßt sich ebenfalls nochmal eine Gefügeverfeinereung erreichen, aber das sollten lieber die Stahlexperten ausführlicher diskutieren, sonst erzähle ich noch was falsches.

Viele Grüße sendet Dir der Leo.

AchimW
03.04.02, 10:04
WAS haste versucht, luftauge? 1.2379 mit Spiegelpolitur? Armer Kerl! Das haut nie hin. Wie schon erwähnt, das Material ist ein Ledeburit und wenn Du da zu weit gehst, dann siehst Du die ausgefallenen Karbide.

Im Übrigen ist effektives Polieren (was heißen soll, daß ich das in akzeptabler Zeit schaffe) neben der Verwendung des richtigen Stahls eine Frage von korrekten Mitteln, großer Sauberkeit und hoher Geschwindigkeit.
- Korrekte Mittel bedeutet, daß ich die richtige Abfolge von Poliermitteln verwenden muß.
- Große Sauberkeit bedeutet, daß ich für jedes Mittel eine eigene, bei Nichtgebrauch verpackte, Polierscheibe der richtigen Zusammensetzung benötige.
- Hohe Geschwindigkeit bedeutet, daß die Oberflächengeschwindigkeit des Mediums stimmen muß. Für Flächen wie Messerflanken kann man den Dremel gleich mal in die Schublade legen. Unter 200 mm Polierscheibe mit 2500 Umdrehungen würde ich gar nicht erst anfangen. Wenn man aber mal mit einer 500 x 50 mm Scheibe bei 2500 Umdrehungen gearbeitet hat, dann weiß man, wie einfach das sein kann. Hier die Rechnung:

Dremel, 20000 u/min, Polierscheibe 20 mm Durchmesser. Oberflächengeschwindigkeit = 2 x 3,141 x 20000 = 20,94 m/sec

Polierscheibe 200 mm, 2500 u/min
Oberflächengeschwindigkeit = 20 x 3,141 x 2500 = 26,18 m/sec
UND man beachte die wesentlich größere (mindestens 30 x) bearbeitete Fläche!

Polierscheibe 500 mm, 2500 u/min
Oberflächengeschwindigkeit = 50 x 3,141 x 2500 = 65,44 m/sec
Und hier ist die bearbeitete Fläche bei einer Scheibe von 50 mm Breite noch mal deutlich größer, was auch zu einem gleichmäßigeren Ergebnis führt.

Wer mal mit so einem Monster gearbeitet hat, der weiß, wie einfach das sein kann. Man kommt dann auch mit viel weniger verschiedenen Poliermitteln zum gleichen Ergebnis. Allerdings ist das auch nicht ohne Gefahr. Wenn einem bei über 60 m/sec die Klinge aus der Hand gerissen wird und mit Schallgeschwindigkeit durch die Werkstatt fliegt und man das Glück hat, nicht getroffen zu werden, ist das schon ein einprägsames Erlebnis.

:D

Achim

luftauge
03.04.02, 12:08
@ Leo :

Der Stahl ist laut Datenblatt warmbehandelt worden, möglicherweise (was eigentlich bei einer Stahlsorte nicht sein dürfte) unterscheiden sich die Anweisungen von Hersteller zu Hersteller minimal - aber auf den Härtereileiter lasse ich nichts kommen, seit ihn persönlich kenne.
Zitat Herbert :
Härterei des Vertrauens -> Herbert hatte und hat definitiv Recht, es gibt sie wirklich !

@ Achim :

Das ist mal ein Wort, mit der Auskunft kann ich auch mal was anfangen (rein praxisbezogen) :super:
Wenn ich jetzt noch mal Micks Rat mit Deinem kombiniere, müsste es was werden - die Oberflächenstörungen sind auch nicht überall, sondern in der Mitte des flachen Hohlschliffs - drüber und drunter ist es bisher glatt geblieben, ohne diesen Bereich irgendwie zu Umgehen !
Ich hatte bisher nur manuell poliert, eine 200er Flanellscheibe ist auf dem Weg, und eine oder zwei andere saubere hab ich noch vorrätig.

Auf ein Neues !

Gruß Andreas/L

freagle
03.04.02, 14:40
Ich kann mich auch erinnern, bei dem D2 Messer das ich für Andreas gemacht habe, konnte man schon bei einem 800 Finnish so eine Struktur auf dem D2 sehen, lauter so kleine längliche Striche so ca 2mm lang über die ganze Oberfläche verteilt. Ich war mir da auch nicht sicher, ob da was schief gelaufen war, wegschleifen konnte man das nicht. Vieleicht sieht man das auch nach der Politur.

freagle

luftauge
03.04.02, 20:01
Hatte ich heute morgen vergessen :

Leo :

Der Stahl wurde vor dem Härten nicht geglüht !

Ja, jetzt schlagt mich :( - ich hatte vor dem Härten ein sehr ausführliches Gespräch mit dem Härtereileiter
- ich habe dann entschieden nicht zu glühen, wohl in der irrigen Annahme, dass man nur durch Feilarbeit keine riskanten Spannungen erzeugen kann, meine Sorgen galten anderen Dingen...,

aaaaber ich habe nicht bedacht, dass ja auch Material entfernt, und dadurch der Faserverlauf gestört wird.
Die nächsten Klingen werde ich auf jeden Fall glühen lassen, vielleicht wird die Oberfläche dann tatsächlich besser.

Achim :

Ich hoffe, dass ich "Scheibe" richtig, nämlich als Schwabbel und nicht Holz verstanden habe.
Zur Arbeitserleichterung beim Feilen habe ich mir ein Stück Buche zugeschnitten, und die Klinge draufgeschraubt, mit dieser Montage werde ich auch polieren (wie die letzten Tage auch schon von Hand)

Aber das mit der Karbidstruktur verstehe ich trotzdem nicht, weil auf dem Datenblatt ein feines Gefüge zur Verhinderung von Schneiden-Ausbrüchen genannt wird, aber OK - die Warmbehandlung war nicht vollständig und der Stahl wurde quasi im Lieferzustand "weichgeglüht" gehärtet.
Gruß Andreas/L

stephan
03.04.02, 21:48
@frealge
ich glaub nicht das da etwas schiefgelaufen ist.
diese komischen striche hab ich bei d2 auch schon bemerkt
konnte mir noch keiner erkären was das ist.
nach der politur wirds etwas besser damit,ist aber nicht ganz weg.
kann aber an meiner politur liegen:hmpf:
bis denn
stephan

Claymore
03.04.02, 22:14
Der D2 hat aufgrund seiner Legierungsbestandteile nun mal ein Gefüge mit großen, im Vergleich zu Kohlenstoffstählem 'RIESIGEN' Karbiden.
Da hilft auch das beste Glühen und Gefügeeinstellen nix, GRoße Karbide bleiben es eben.
Die Aussage der Gefügefeinung zum Vemeiden von Schniedenausbrüchen bezieht sich auf den D2 der unbehandelt eben ein noch gröberes Gefüge hat.
Optimal eingestellt kann man Ihn doch nicht vergleichen mit einem z.b 1.2842 oder einem Feilenstahl.
Die Karbide des D2 können 20-30 mal so groß sein.




gruß


Peter

luftauge
04.04.02, 20:12
Also, wenn ich das jetzt alles lese, bin ich doch wieder beruhigt, weil ich nicht der einzige mit diesem "Problemchen" bin.
Ich hab den ganzen Rotz heute vorsichtig von Hand "zuruckgearbeitet", um den "besten" erreichten Zustand wiederherzustellen, um jetzt ganz vorsichtig wieder die vorläufige Endrunde einzuläuten.

Wie ich zu Beginn schon vermutete :
Wenn ich das Material aus Unwissenheit unterschätze, hilft auch grenzenloser Ergeiz nix...
Balld jibet Billder.

Gruß Andreas/L