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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine erste Tauschierung


Koraat
18.03.08, 20:01
Heute habe ich mich an meine erste Tauschierung gewagt. Als Motiv habe ich etwas einfaches gewählt. Für die, die es nicht erkennen, es soll ein Grashalm sein ;)
Verwendet habe ich dafür dünnes Kupferblech und ein Reststück 1.2842. Fürs erste Mal bin ich eigentlich recht zufrieden. Mit ein bisschen Übung kann ich hoffentlich irgendwann meine Messer mit dieser Technik verzieren.
Was haltet ihr davon?

mfg Ulrik

Schanz Juergen
18.03.08, 22:09
auch wenn das "muster" nun nicht meines wäre - ich finds gut!
erzähl mal etwas mehr darüber!

Koraat
18.03.08, 22:27
Freut mich, dass dir die Technik gefällt. Das Muster ist natürlich nur für Übungszwecke und erhebt keinen Anspruch auf Schönheit. Ein Grashalm bietet den großen Vorteil einige wenige nur leicht geschwungene Linien zu haben, die leicht zu machen sind.

Zur Technik:
Man zeichnet das gewünschte Muster auf die Stahloberfläche und nimmt es Schritt für Schritt mit dem Stichel aus. Vorzugsweise nimmt man einen Messerstichel, mit welchem man tief ins Material eindringen kann und dabei dennoch feine Linien erzeugt. In meinem Fall war es kein Messerstichel, da ich Anfänger bin und derart schmale Stichel gerne brechen ;)
Wenn man die gewünschte Tiefe erreicht hat, je nach Material, das man einlegen will einige zehntel Millimeter bis zu einem Millimeter, unterhöhlt man die Schnittkanten mit einem flachen breiten Stichel und stellt einen leichten Grat im Stahl auf.
Anschließend nimmt man Metalldraht, wie z.B. Kupfer, Silber oder Gold und legt ihn in die Furchen ein. Mit der Finne des Hammers wird der Draht erst längs bearbeitet und somit in die Unterhöhlung gestaucht, abschließend schließt man den Grat mit der balligen Seite des Hammers.
Durch Ätzen, Bläuen oder Brünieren kann man anschließend wunderschöne Kontraste erzielen.
Ich hoffe ich hab jetzt nicht zuviel darüber erzählt...

mfg Ulrik

Schanz Juergen
18.03.08, 22:36
danke! - hört sich interressant und nach ner menge arbeit an!

Koraat
18.03.08, 22:47
Da hast du recht. Es ist eine menge Arbeit. An diesem einfachen Stück habe ich immerhin eine Stunde gearbeitet. Da kann man sich ausmalen wie lange man an einem komplexen Muster für Messer Backen oder eine Messerklinge sitzt. Aber gerade das macht die Sache ja so interessant und zu einer schönen Herausforderung.

mfg

hartzahn
19.03.08, 18:24
Hallo Koraat!
Das ist eine schöne Technik, das Tauschieren!
Bleib da mal dran, sieht gut aus. Eventuell könne man das Gravieren auch mit einem Drehmel oä. machen und nur das letzte Versäubern mit dem Stichel?
Gruß, Hartzahn

derPeter
19.03.08, 22:30
Diese Verzierungstechnik ist hochinteressant. Ich habe sowas mal auf einem richtig alten Taschenuhrdeckel (Gold in Silber) gesehen.....mir ist es bist heute ein Rätsel wie fein man so was machen kann.
Kann es sein, daß es diese Technik schon im Mittelalter gab?
ich wollte soetwas früher schon mal probieren ( Edelstahlpickguards für Gitarren) habe aber aus Zeitmangel nie damit angefangen.
Ich bin ja mal gespannt......super, was du alles ausprobierst. Aber nur so entwickelt man sich weiter.
Gruß und eine ruhige Hand
Peter

Herr über Basic
19.03.08, 23:40
erstmal alle achtung zum ersten und trotzdem super geglückten versuch.
ich bezweifle dass ich es beim ersten mal selber so gut hinbekommen hätte wie du, aber jetzt werde ich es auf jeden fall mal probieren:hehe:

die technik ist nicht neu.
schon in der bronzezeit wurden mit mehr oder weniger primitiven mitteln erstaunliche ergebnisse vollbracht.
ganz gut zu sehen hier: http://www.lda-lsa.de/de/himmelsscheibe_von_nebra/forschung/naturwissenschaftliche_untersuchungen/tauschierung/

Koraat
19.03.08, 23:44
Vielen dank!
Es ist schon beeindruckend was die Leute früher mit einfachsten Mitteln zuwege gebracht haben.
Ich wünsche dir viel Glück bei deinem ersten Versuch.

mfg Ulrik