Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hiromoto - Karbonstahl läuft an - normal?
Hi!
Ich habe heute mein Hiromoto Gyuto bekommen und es ist nach einmaliger Benutzung sofort angelaufen. Ist das normal? Hab es sofort nach dem Abwaschen abgetrocknet.
Moin!
Das kann passieren, insbesondere wenn Du was Säurehaltiges schneidest (Zwiebel ist recht böse). Meine nicht rostfreien sehen alle so aus.. :)
Grüße,
Nicolas.
Hm... okay. Darf ich es denn an der Luft liegen lassen, oder läuft es dann auch an? Also Messerblock oder Magnetleiste in Ordnung?
Kalle-Ralle
25.01.08, 12:14
Meine Rostis sind mittlerweile auch angelaufen, das ist halt so, wenn man sie benutzt (denke ich mir jedenfalls). Hab sie ja zum schneiden, und nicht zum angucken... :hehe:
An der Luft sollten sie nicht anlaufen, vorausgesetzt sie sind trocken und etwas eingeölt.
Entweder hat man einen öligen Lappen zu liegen, oder man wischt nach der Salami einfach nur mit Küchenkrepp drüber, das ist meine bevorzugte Methode :glgl:
Sauber und trocken halten.
Lass dei Färbungen dran, sie schützen die Klinge.
Hm... okay. Darf ich es denn an der Luft liegen lassen, oder läuft es dann auch an? Also Messerblock oder Magnetleiste in Ordnung?
Korrosionschutztechnisch macht es keinen Unterschied ob du es an eine Magnetleiste hängst, in einen Messerständer steckst oder in eine Schublade legst, solang das Messer trocken ist._(und die Magnetleiste nicht über dem Kochtopf hängt... :rolleyes: )
Die Verfärbung kommt IMHO von der Säure in den Lebensmitteln, d.h. direkt nach dem benutzen abspülen und abtrocknen.
(Zwiebeln, Citrusfrüchte und Kartoffeln (merkwürdigerweise) haben sich bei mir als besonders extrem herausgestellt.)
kyartogffeln sind da notorisch, deswegen heisst es ja man schneidet keine kartoffeln am tisch mit dem messer. die sind gift fuern stahl
Okay. Das ist doch okay. Ich hatte schon Panik und wollte Rostradierer kaufen.
Ich stecke es jedes Mal wieder ins Papier, in dem es ausgeliefert wurde. Aber dann kann ich es ja an meine Messerleiste stecken.
Apropos einölen: welches Öl kann man denn da verwenden? Wieviel, wie oft und unbedingt nötig? Rutscht doch dann bestimmt von der Leiste...:confused::D
alterfreund
26.01.08, 02:28
Ich erinnere mich daran als wäre es gestern gewesen.
Alles für den Wok geschnitten, Messer liegen lassen. Nach dem essen erst abgewaschen - dunkelgraue Stellen auf dem Damast! Ich hab laut aufgeschrien,die Messer waren doch gerade neu!
Was hilft? Ignorieren oder feinste Metallpolitur ;)
Ich habs ignoriert... :steirer:
alterfreund
26.01.08, 02:31
Und auf die Ölfrage: Ich nehme Kamelienöl, auch Sinensis genannt. Keine bestimmten Pflegeabstände-
Zu bekommen zum Beispiel bei dick.biz Das ist echt super. Lebensmittelecht und säurefrei.
Grüße!
kyartogffeln sind da notorisch, deswegen heisst es ja man schneidet keine kartoffeln am tisch mit dem messer. die sind gift fuern stahl
Ja was dann, soll ich die im Ganzen essen? Wofür hab ich dann ein Messer? Ich schneide mit meinen Karbonstahlmessern alles. Ja die laufen an. Ja, wenn sie mal nicht hundertprozentig trocken sind, gibts am nächsten Tag Flecken. Und? Notfalls gibts Stahlfix, normalerweise gibts nix ;) Das sind Messer. Wer ein Problem damit hat, oder damit, dass eine Damaststruktur in der Küche irgendwann vor die Hunde geht, darf sowas halt nicht kaufen.
Pitter
Die Verfärbung kommt IMHO von der Säure in den Lebensmitteln[...]
(Zwiebeln, Citrusfrüchte und Kartoffeln (merkwürdigerweise) haben sich bei mir als besonders extrem herausgestellt.)
Kartoffeln enthalten ebenfalls Säuren, auch wenn die geschmacklich kaum feststellbar sind.
Dabei handelt es sich um polyphenolische Verbindungen (z.B. Kaffee- und Chlorogensäure), die in Verbindung mit Eisen-Ionen zu den Farbveränderungen beitragen.
Dieser Effekt läßt sich auch beim Schneiden von Bratenfleisch beobachten, da die im tierischen Protein enthaltenen Aminosäuren teilweise strukturähnlich sind.
Es kommt also hier weniger auf die "Stärke" der Säure an.
Gut!
Die Verfärbungen sind mir Schnuppe, solange es nicht rostet. Wenn es normal ist, dann bin ich beruhigt.
Wenn es normal ist, dann bin ich beruhigt.
Ganz normal! Ob Herder-Vogelschnabel, Opinel-Knippchen, derbes Deba oder mein Lieblings-Usuba aus Shirogami... alle laufen an, bekommen die sogenannte Arbeitsfarbe, mal etwas blau-grau, mal grau-blau und manchmal eher grau-grau. Dass diese "Verfärbung" dein Messer schützt, wurde schon geschrieben - ich finde sie richtig schön... SEXY!
Was nicht so schön ist, ist Flugrost (Rostkrümel, die sich festfressen auf der Klinge), wenn man zu nachlässig war. Kannst du aber leicht mit Scheuerpulver und einem Korken wegpolieren. Zum Einölen habe ich mir eine kleine Flasche jap. Kamelienöl besogt, was sich bei einem Karbonstahlmesser vllt. nicht lohnt. Da solte eine Speckschwarte oder ein Tröpfchen Sonnenblumenöl reichen.
Achte darauf, dass das Öl "nicht harzend" ist... ich hab mal ein Herdermesser mit Distelöl eingeschmiert, war keine so gute Idee, da wußte ich was ein polymerisierendes Öl auf einer Klinge anrichten kann.
Nicht normal wäre es, wenn dein Karbonstahlmesser nicht anlaufen würde! Aus was für ein Stahl ist denn dein Hiromoto?
Kristallrainer
27.01.08, 00:09
Mein Hiromoto-Messer ist auch sofort bräunlich angelaufen. Allerdings nur auf einem 1 cm breiten Streifen zwischen der schwarzen Schmiedehaut und der Schneide. Die Schneide selber ist blank. Hab ich mit dem Rostradierer entfernt, nach der nächsten Schnippelei sahs sofort wieder so aus. Jetzt lass ich es so und achte nur, ob sich echter Rost entwickelt.
Meine Tosa-Hocho haben allerdings bei selber Benutzung kein bisschen Verfärbung, das mag an dem Lack liegen, mit dem deren Klingen überzogen ist.
gast150908
27.01.08, 07:33
Ja was dann, soll ich die im Ganzen essen? Wofür hab ich dann ein Messer?
Pitter
Kartoffeln werden nach (vermutlich sehr altertümlichen) Tischregeln nicht mit dem Messer geschnitten, sondern mit der Gabel zerteilt. Mit den heutigen Speisemessern kein Thema mehr, aber wohl noch immer Standard.
Gruß
Ja was dann, soll ich die im Ganzen essen? Wofür hab ich dann ein Messer? Ich schneide mit meinen Karbonstahlmessern alles. Ja die laufen an. Ja, wenn sie mal nicht hundertprozentig trocken sind, gibts am nächsten Tag Flecken. Und? Notfalls gibts Stahlfix, normalerweise gibts nix ;) Das sind Messer. Wer ein Problem damit hat, oder damit, dass eine Damaststruktur in der Küche irgendwann vor die Hunde geht, darf sowas halt nicht kaufen.
Pitter
richtig. mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
oder doch. ich habe im restaurant bis jetzt nur ausnahmen gesehen welche kartoffeln nicht schneiden. veraltete etikette hin oder her. besser schneiden als mit der gabel drücken und sie in den ausschnitt der gegenüber zu katapultieren.
frederik157
19.02.08, 15:00
Hallo zusammen.
Frage eines frisch vom Messerfieber infizierten an die Fachleute hier:
Dass Karbonstahlmesser bischen ''Farbe'' bekommen bei Benutzung ist halt so, ok, sieht meistens sogar schön rustikal aus.
Und Öl ist das übliche Mittel, um weitergehenden Rostfrass zu verhindern bis zum nächsten schnippel,
auch klar.
(((ich nehm einfach mein Rapsöl zum braten, ABER: ''polymerisiert'' das auch meine Klinge wie das oben genannte Diestelöl??? Bzw. was heist das?? Macht das meine Klinge bzw. den Holzgriff kaputt?? >Sekundäre Zwischenfrage)))
Nun meine FRAGE:
Gibt es eine Methode, mit der man Karbonstahlklingen auf andere, etwas dauerhaftere Weise NACHTRÄGLICH GEGEN ROST SCHÜTZEN kann?
Nachträglich heist: das Messer hat schon einen Griff dran, ist gehärtet u. geschliffen und wird bereits in der Küche benutzt.
Ist es z.B. möglich, Teile der Klinge irgendwie zu beschichten, ohne das
das die normale Essenzubereitung stört?
Also bitte kein giftiger Lack oder so, ungiftig wäre ok.
Oder: kann man als Nicht-Schmied und Nicht-Chemiker eine Brünierung oder eine vergleichbare Oberflächenveredelung herstellen?
--Das ware natürlich absolut geil--
In meinem konkreten Fall habe ich in einer Schleif-Orgie (- der Anschliff vom Hersteller war ne Katastrophe...) ein Teil der Schmiedehaut weggeputzt. Mein Santoku wird jetzt ''grossflächig'' braun und das ist nicht so hübsch...
Kann ich da einfach Leinöl draufkippen und mit Lötlampe abfackeln,
oder verzieht das meine Klinge oder macht den Stahl weich...???
Gibts im Fachhandel ein gutes Mittelchen, das man empfehlen kann für einen Homemade-Korrosionschschutz bzw ''Edelrost''?
(((Ich habe natürlich schon im Forum rumgesucht, aber was ich fand war eher was für Profis in der Schmiede- falls ich aber dazu was übersehen habe: bitte Hinweis auf treffenden Suchbegriff)))
Danke im Voraus für Antworten (oder fürs verschieben in eine passendere Forumsabteilung),
frederik.
---hier ist einer der Nachts aufsteht, um seine Messerchen auf Zwiebelchen los zu lassen---:glgl:
stevenjulian
23.02.08, 23:45
Den besten Rostschutz bietet Leinöl, fast genauso gut ist Färber-Distelöl. Das liegt daran, dass die Doppelbindungen dieser Öle den Sauerstoff binden und der Sauerstoff dann nicht mehr zu Rost führen kann (so ähnlich sagt das meine Frau, die muss es wissen, denn sie ist Chemikerin...
:hmpf: ). Auch die Stiftung Warentest hat einmal die guten Rostschutzeigenschaften von Leinöl bestätigt.
Wichtig ist aber, das Öl so dünn wie möglich aufzutragen, da es hart wird.
frederik157
24.02.08, 09:29
Hallo stevenjulian,
Leinöl also auftragen und antrocknen lassen, ok, probier ich aus und bin gespannt obs länger hält als andere Öle, die beim ersten Schnitt weg sind und mit gegessen werden. Mit Leinöl behandeltes Holz wird ja auch gut geschützt...aber da zieht es ja auch ein.
Nochmal meine Frage: Hat das jemand schon probiert, Leinöl in eine fertige Klinge nachträglich ein zu brennen (Siehe meinen Schrieb oben)??
Suche auch immer noch ein einfach zu handhabendes Brüniermittel. Im Forum hab ich die Namen 'Superblu' oder 'Permablue' gefunden, aber nicht, woher man die beziehen kann.
Gruss, frederik
Werner Steckman
24.02.08, 13:04
Hallo frederik157,
Deinen Tipp mit dem Leinöl halte ich nicht für sehr praktisch. Bei meinen Versuchen mit Leinöl oder Leinölfirnis habe ich festgestellt das diese recht schnell verharzen.
Ich verwende deshalb für meine Messer entweder das schon weiter oben erwähnte Kamelienöl oder Lubri-Food von Brunox. Was die Verfärbungen angeht - gehört das für mich zu einem Kohlenstoffstahl-Messer dazu solange sich kein Rost bildet.
Falls dieser auftritt: Schleifpapier feinste Körnung mit etwas Polierpaste oder 000-Stahlwohle drüber und anschliesend leicht ölen und gut ist...
Leinöl also auftragen und antrocknen lassen,
Deinen Tipp mit dem Leinöl halte ich nicht für sehr praktisch. Bei meinen Versuchen mit Leinöl oder Leinölfirnis habe ich festgestellt das diese recht schnell verharzen.
Moin.
nun hier zum hundertsten Mal:
Leinöl macht man auf Pellkartoffeln und nicht auf Messer.
Das Zeug wird binnen weniger Tage ranzig, stinkt erbärmlich und schmeckt auch so.
Was ihr meint ist Leinölfirnis. Und das Zeug auf die Klinge gepinselt gibt nach ein paar Tagen eine sehr hartnäckige Harzschicht.
Wer es mag bitte. Das spart einem dann auch die Magnetleiste. Die Klinge haftet dann auch so an jeder beliebigen Stelle:D
Wenn es einfach sein soll, dann eben Olivenöl. Der fortgeschrittene Messernutzer nimmt Kamelienöl.
Dazu spuckt die Suche ein paar dutzend Beiträge aus.
Gruß
chamenos
frederik157
24.02.08, 14:14
Hallo chamenos, hallo Wener,
Danke für die Warnung vor dem Leinöl.... der Tip war auch nicht von mir, sondern an mich von svenjulian (siehe oben...)
Meine Frage zum Thema Rostschutz war auch etwas differenzierter gemeint (siehe noch etwas höher...Beitrag vom 9.02. 16 Uhr).
Vieleicht gibts dazu von Euch etwas erhellendes :ahaa:
Gruss,
frederik
Moin
Mach Dein Messer richtig gut sauber, d.h. die braune Verfärbung runterpolieren. Dann schmierst Du es mit einer Senf-Essig-Paste ein (also Senf, - kann der billige sein und einfachen Weinessig, keinen Balsamico:D).
Nach einem Weilchen (20 Minuten bis "über Nacht", - habe keine "genaue" Zeitangabe, das variiert von Messer zu Messer) hast Du dann ein nette graue Patina auf der Klinge. Die bringt einen gewissen "Rostschutz".
Nass liegen oder in der Zitrone stecken lassen würde ich es trotzdem nicht.
Alles andere vergiss mal bitte wieder. Nix da, mit Öl einbrennen oder Pulverbeschichten.
Gruß
chamenos
frederik157
24.02.08, 14:35
Cool, Danke, hört sich einfach und praktikabel an :super:
Eine feste Schicht als Rostschutz kenne ich nicht, die nicht zu weich währe oder zu hohe Temperaturen benötigte. Brünierungen sind kaum Rostschutz eher Schmuck.
Was habt ihr gegen Leinöl?:glgl:
Das härtet durch Aufnahme von Sauerstoff aus, was bei wärmeren Temperaturen und UV-Licht Einstrahlung gut, ohne diesen aber nur sehr schlecht funktioniert. Auf Äxten und anderen Gartengeräten hält die Schicht sehr lange. Kleben tut da nichts; oder es war noch nicht vollständig "trocken" (Oxidiert). Die Trocknung kann bei reinem Leinöl und kaltem Wetter, auch bei Sonne, 14 Tage dauern, sonst noch länger.
Geschmack dürfte man kaum wahrnemen können da die Schicht recht fest sitzt und Wasserfest ist.
Die Schicht aus Öl verursacht aber ein gelbliches Aussehen das mit der Zeit noch dunkler wird.
Es gibt da recht hell bleibende, geklährte, Öle für die Malerei (die Bilder kleben ja auch nicht;) ) aber das habe ich noch nicht probiert.
Tungöl gibt auch einen recht festen Rostschutz, aber da auch da die Schichtdicke nich unsichtbar dünn sein kann, gibt das auch ein Klarlackiertes Aussehen. Wie das mit vergilben ist, weis ich noch nicht, ich habe damit vor einem halben Jahr blank gefeilte Beschläge an einem Gartentor gestrichen und bisher ist nur wenig Vergilbung und Rost (zu dünne Stellen) aufgetreten.
Man muss nicht auf eine Damaststruktur verzichten (besonders dann, wenn die sehr schön ist).
Gleichzeitig würde ich nie irgendwelche besonderen Ölsorten aussuchen, weil das IMHO nix bringt.
Ich würde so ein Messer zerlegbar machen lassen und bei Bedarf die Klinge wieder polieren und ätzen lassen.
Hallo
Ich finde die Pflege von Karbonstahlklingen recht einfach: nach der Benutzung sofort abspülen und sorgfältig! abtrocknen, gelegentlich einen Tropfen Kamelienöl auf einen Lappen und damit die Klinge einreiben. Man braucht nur ganz wenig von dem Öl; mit 50 ml sollte man schon eine ganze Weile auskommen. Wenn meine Klingen im Laufe der Zeit doch ein wenig anlaufen, lassen sie sich ganz leicht mit Stahlfix classic wieder aufpolieren, welches ich auch zum Abziehen auf dem Leder benutze. Weitere Rostschutzexperimente halte ich für überflüssig.
Grüße von Pflaster
Kamelienöl von Dick!..... für Karbonstähle gibt es nichts besseres. Zerläuft nicht, Geruchsneutral,Geschmacksneutral,keine Probleme mit Lebensmitteln und für's Holz ist es auch zu verwenden.Ergibig ist das Produkt auch noch. Ich habe eine 100ml Flasche und die wird und wird einfach nicht leerer
Dizzy
frederik157
26.02.08, 07:56
Test:
''Rostschutz'' einer Karbonstahlklinge durch die Einwirkung von Senf und Essig.
Auch auf die Gefahr hin, das alte Hasen hier im Forum mit solchen alchemistischen Prozeduren nervige Neulinge verschaukeln wollen (:steirer: ''....He, Azubi; geh mal ins Lager un hol den Siemens-Lufthaken....höhöhö...)
ich habs probiert:
1. Klinge komplett gereinigt: Mit feiner Stahlwolle poliert, mit Seifenlauge u. Waschbenzin gereinigt und entfettet.
Probestück ist ein 3-lagiges Karbonstahlsantoku, Mittellage Shirogami, mit teilweise entfernter Schmiedehaut (Schleifspuren). Hersteller: 'Meister Hayashi' (?), recht preiswertes Produkt aus der Bucht, sicherlich nicht reine Handarbeit :p (aber ich mag das Ding, kein anderes liegt so gut in der Hand)
2. gesamte Klinge mit 1:1 Mischung Senf ('Bauzener') und normalem Haushaltsessig (also nicht die schafe Essigessenz) gleichmäsig leicht durchscheinend angestrichen.
Die Schicht soll wohl nicht zu dick sein, damit genug Sauerstoff zur Reaktion dazu kann. Der Essig bringt die Säure, der Senf auch ein bischen und er macht die Mischung gut haftfähig. Ob der Schwefelgehalt von Senf auch was bewirkt? Möglich, sonst könnt man auch Mehl nehmen. (Im Forum wurde auch schon das einwickeln in Essig-getränkten Küchentüchern empfohlen)
Die Klinge kopfüber in ein geeignetes Gefäß gehängt (Holzgriff drausen!),
in dem unten noch eine Pfütze Essig steht, damit die Paste nicht austrocknet (vieleich geht auch einfach in Frischhaltefolie wickeln; aber reicht dann die Luft?).
- Nach ca. 2 Stunden keine sichtbare Reaktion auf den blanken Flächen, die Schmiedehaut bekommt stellenweise (wo der Senf dünner ist) interessante blaue Schlieren. Also: nochmal einstreichen und weiter:
-Nach insgesamt 10 Stunden das Ergebnis:
Nur minimale farbliche Veränderung auf den blankgeputzten Stellen, leicht silbergrau geworden.
Die Schmiedehaut jedoch hat sich zum Teil verabschiedet :eek: : die vorher glänzend blauschwarze Schicht ist vor allem in den Randbereichen heller, scheckig und scheinbar rauer geworden. Sieht jetzt fast aus wie bei meinem Tosa-Hocho.
Und: Die Grenzlinie zwischen den 3 Schichten nahe der Schneide ist jetzt als deutlicher dünner schwarzer Strich zu sehen.
UND: Es hat sich tatsächlich ein leichter Korrossionsschutz eingestelt: Zwiebelsaft auf der Klinge erzeugt auch nach längerer Einwirkung nur noch eine leichte Braunfärbung. :super: , so wollt ichs haben!
Fazit:
Es funktioniert, ist aber ein Loteriespiel,was dabei heraus kommt. Eher auch nix für die ''Edlen'' Messer.
Auf jeden Fall eine phantastische Metode, um aus industrieller Massenware ein 'echt' antikes Stück zu machen. Jetzt würde mir jeder glauben, dass dieses Messer ein uraltes Erbstück meiner japanischen Konkubine ist :lach:
Danke für den Tip! Werde aber weiter Ausschau nach einer etwas kalkulierbareren Methode halten.
Euer frederik.
''....Rost? Wir nennen es Patina und finden es schick!'' sagte der Antiquitätenhändler..................... .
Hallo,
normaler Haushaltsessig sollte zu wenig "Dampf" haben, Essigessenz ist da schon etwas wirkungsvoller.
Knoblauch bringt einen leichten Blauton sieht auch ganz nett aus.
Wenn man was "Kalkulierbares" willst, würd ich es persönlich nicht mit einwickeln (Folie o.ä) versuchen. Hab das mal mit Essig und nem Küchentuch ganz naiv probiert und hatte hinterher die Muster von dem Stoff auf der Klinge. Es ist auch schwierig den Senf o.ä. wirklich gleichmässig zu verteilen, so dass manche Stellen stärker reagieren.
Hab 2 Messer in ein Gefäss mit Wasser und Essigessenz o.Zitronensäure komplett bis zum Griff untergetaucht. Das wird sehr gleichmässig, wenn die Klinge vorher entfettet war. Ich meine auch, dass bei schwachen Säuren der Grauton noch gleichmässiger ist. Mit höherer Konzentration sah es etwas wilder aus. Auf jeden Fall ist es ein guter Schutz.
frederik157
26.02.08, 09:22
...Und vieleicht kann man die Flächen, die man NICHT behandeln will (z.B. die Schmiedehaut :rolleyes:) vorher mit Leinöl :hehe: , Wachs oder irgend einem Lack schützen.
Ich glaube, so ähnlich wurden/werden Verzierungen in Metalle geätzt, in dem man Säuren nur partiell einwirken läßt, gell.
Demnächst versuche ich mal eintauchen in Essig mit klar definiertem Säureanteil gemischt mit Knoblauchsaft und schreib mit heißem Wachs meine Signatur drauf :glgl: - jede Küche ist ja auch ein Chemielabor...
Demnächst versuche ich mal eintauchen in Essig mit klar definiertem Säureanteil gemischt mit Knoblauchsaft und schreib mit heißem Wachs meine Signatur drauf :glgl: - jede Küche ist ja auch ein Chemielabor...
...und schon ausprobiert? kann man's lesen?
schöne Grüße Steffen
gast131009
10.08.08, 08:08
J Notfalls gibts Stahlfix, normalerweise gibts nix ;)
Pitter
Wenn ich gerade Stahlfix lese frag ich doch gleich mal nach obwohl es nicht um ein Küchenmesser geht : Mich hab ein Freund angerufen das sein Schwert vom Mittelaltermarkt schwarze Flecken bekommt Stahlfix und Zahnpasta hat keinen Erfolg gebracht haben. Was für Hausmittel gibt es denn noch die ich via Telefon durchgeben kann ??
Wenn ich gerade Stahlfix lese frag ich doch gleich mal nach obwohl es nicht um ein Küchenmesser geht : Mich hab ein Freund angerufen das sein Schwert vom Mittelaltermarkt schwarze Flecken bekommt Stahlfix und Zahnpasta hat keinen Erfolg gebracht haben. Was für Hausmittel gibt es denn noch die ich via Telefon durchgeben kann ??
Caramba oder WD40 oder irgendein anderes Kriechöl, das unter den Rost fliest. Einwirken lassen, mit Lappen wegpolieren. Was dann noch an Flecken übrigbleibt, bleibt übrig. Das ist Kohlenstoffstahl - Oxydation gehört dazu, wie die Butter zum Butterbrot. Wen das stört, der muss eben auf legierte Stähle umsteigen.
Grüße
Pitter
Sebastian 393
17.07.11, 23:23
Ich kenne das "Problem" mit anlaufender Klinge auch, seitdem ich ein
Shiro Kamo-To Kuro Nakiri mit Zunderkante Klinge 16,5 cm besitze.
In einem Fernsehbericht über das Jahrhundert Messer von Lars Scheidler (Nesmuk) habe ich gesehen dass das Messer in einer Vakuumkammer mit einem Siliziumfilm (organische Verbindung aus Kohlenstoff, Silizium, Wasserstoff und Sauerstoff) überzogen wurde. Dieser sehr dünne Film legt sich dann auf das Messer und ist absolut undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase und ist sehr "hart".
Ich konnte die besagte Firma aus dem Beitrag leider nicht ausfindig machen, habe aber eine Firma in Freiburg gefunden, die sich ebenfalls mit Korrosionsschutz beschäftigt.
Grundsätzlich sei es möglich eine Klinge zu beschichten, ist aber etwas problematisch, da sich der Film ja auch auf die Schnittkante legt und diese somit etwas stumpfer macht. Angeblich sei diese Beschichtung so hart, dass man diese nicht ohne weiteres durch z.B. einen Wasserstein abtragen kann (angeblich haben die schon Versuche mit Rasiermessern gemacht, waren aber vom Resultat (durch oben genannte Gründe) nicht überzeugt.
Naja, wie der Herr Scheidler das Problem gelöst hat weis ich leider auch nicht.
Jedenfalls würde die Beschichtung ca. 350€ kosten + Kosten für Maßanfertigung eines Gestelles, in welchem die Messer fixiert werden. In einer Kammer haben je nach Größe ca. 6 Messer Platz.
Wen es interessiert, der kann sich den Beitrag auf Nesmuk.de ja mal ansehen.
....sie schützen die Klinge.
Ist das wirklich so? Inwiefern schützen die Ferfärbungen denn?
@Rotten: Das ist sowas wie eine Passivierung: Durch den Edelrost wird die Bildung von rotem Rost behindert.
Ookami
Zum Beitrag 33:
Beschichtungen sind Stand der Technik.
Rasierklingen werden seit langem mit einer hauchfeinen Schicht Oxydkeramik überzogen, die die eigentliche Schneidleistung bringt. Zum besseren Gleiten wird noch eine ebenfalls hauchfeine Schicht Teflon darübergelegt.
Im hightech- Bereich gibt es inzwischen auch Beschichtungen mit Diamant, die wohl aus einem Plasma "aufgedampft" werden und zwar, wie berichtet wurde, nicht in kristalliner, sondern in amorpher Form. So behandelte Klingen haben praktisch keinen Reibungsbeiwert, gleiten also ohne Seitenreibung durch das Schnittgut und sollen bis in den Nanobereich schärfbar sein.
Roman erzählte mir, er habe mit dem Inhaber einer Firma gesprochen, die mit dieser Technik arbeitet und dieser habe ihm gezeigt, daß er eine nur auf dem Kernloch stehende Weintraube waagrecht durchschneiden konnte, ohne daß sie umfiel.
Der Nachteil solcher Konstruktionen ist dreifach- 1. sehr teuer 2. sehr empfindlich 3. nicht nachschärfbar.
Was am Anlaufen eines Messers aus beliebigem Werkzeugstahl so entsetzlich sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
Optisch ist das eher reizvoll. Ich benutze seit 1996 eine große Dreilagenklinge in der Küche. Die Decklage ist im Schneidenbereich eingekerbt, sodaß die Schneidlage nicht als gerade Linie erscheint, sondern gezähnt (Kommentar Jean Tritz: Zeig das bloß nicht, sonst wollen die das alle so haben !). Diese Zahnung tritt bei leichtem Anlaufen deutlicher hervor.
Hygienisch- gesundheitlich ist das auch unbedenklich. Mit großer Belustigung habe ich gesehen, daß den (angeblich) so gesunden "Cerealien"- man könnte auch einfacher Haferflocken oder Weizenpampe sagen- Eisen beigegeben wird und zwar in einer solchen Menge, daß sie vom Magneten angezogen werden. Das soll besonders gesund sein !. Man denke in diesem Zusammenhang auch an die Legende vom gesunden Spinat.
Geschmacklich- da könnte was dran sein. Ich habe bei ordentlicher Pflege davon noch nichts gemerkt.
Wenn es einen denn stört- mit feinem Wasserschleifpapier und vielen anderen einfachen Haushaltsmitteln kann man die Anlaufschicht schnell entfernen.
Freundliche Grüße
U. Gerfin
Rheinperchten
21.01.12, 23:18
...das wollt Ihr doch garnicht :argw:
Wer sich für ein Karbonstahlmesser entscheidet der sollte wisssen was er da gekauft hat und die besondere Handhabung in kauf nehmen,- da gibts ja einige Dinge zu beachten. Die hübschen Gebrauchsspuren kommen von alleine. Wer sowas nicht will sollte scharfe rostfreie Messer kaufen.
Karbonstahl hat nunmal seinen Flair.
Beobachtet mal einfach japanische Köche.
Schneiden, zwischendurch mit nem feuchten Lappen abwischen ( auch da gibts ja so Supergeheimtips was das fürn Wasser sein soll am Lappen usw ), am Ende lauwarm abwaschen ( evt. etwas Handseife ) und gut trocknen. Ab und an mit Kamelienöl einreiben. Besagte Flecken an der Klinge ( besonders im Schneidenbereich der ja auch schonmal poliert ist ) beseitige ich mit Luffapads und tu bei Bedarf etwas Zahnpasta druff. Stahlwolle nur an der Klinge selber wenns unvermeidbar ist,- keinesfalls am Schneidenbereich. Ich wasche die Klingen besonders am Schneidenbereich nicht mit den Finger ab sondern mache etwas flüssige Handseife auf einen kleinen etwas abgeschnittenen und flachen Borstenpinsen und reinige damit die Klinge,- dickes Tuch zum trocknen und fertig.
Nicht übertreiben Leute,- irgendwo sollen Messer ( auch wenn man diese pflegen möchte und sollte ) ja ihren Dienst tun ohne nachher mehr Pflegeaufwand zu haben als ich Arbeit beim kochen hatte :staun:
Da ich u.a die Bürstenfabrikation meines Großvaters ( handgefertige Bürsten ) weiter betreibe, kann ich sagen dass es Borsten/Bürstenbesatz gibt welche sehr schön solche Verunreinigungen oder "Rostansätze" schonend beseitigen.
Kamelienöl von Dick!..... Ergibig ist das Produkt auch noch. Ich habe eine 100ml Flasche und die wird und wird einfach nicht leerer
Dizzy
Hallo !
Was soll ich sagen : Habe eine Flasche mit 1000ml . ( ! ) .
Fange jetzt verzweifelt an , große Mengen an Karbonstahl zu ordern ...:steirer:
Hält halt nur 2 - 5 Jahre - ungefähr - das Öl ...
Grüße Jorgo
BastlWastl
15.02.12, 14:31
Ist doch ganz einfach, ein großes Glas, Kaffeepulver vom Discounter, heißes Wasser und 2-5 Std. einwirkzeit.
Wasser aufkochen, Kaffeepulver lösen (3-10 Esslöffel Pulver rein) die Klinge ohne den Griff reinstellen. Vorher ausgiebig mit heissem Wasser und Spüli abwaschen um evtl. vorhandene Fettreste zu eliminieren.
Tataaaaaa: Wir erhalten ein schön patiniertes Messer dass dem Flugrost viel besser trotzt.
Zum Kamielienöl: Das Zeug harzt wie Sau! und Umkippen bzw. ranzig werden tut das auch.
mfg.Wastl.
Zum Kamielienöl: Das Zeug harzt wie Sau! und Umkippen bzw. ranzig werden tut das auch.
Hallo !
Das mit dem Kaffee ist eh´ nicht schlecht .
Aber : Dass Kamelienöl harzt , hätte ich noch nicht rauslesen können ..
Dass vielleicht irgendwann ein jedes Öl ranzig wird , sehe ich schon ein .
Außer : Es sind genügend chemische Hilfsstoffe vorhanden ....
Mir egal : Kamelienöl ist - meiner Meinung nach - TOP .. für Karbonstahl !!
Grüße Jorgo:steirer:
Rheinperchten
23.02.12, 20:34
...hmmm, meine Flasche Kemelienöl ist schon ca. 5 Jahre alt und ich verwende ist seit vielen Jahren für meine Japan und Stahlmesser. Konnte noch nicht feststellen dass es ranzig wird oder irgendwie seine Konsistenz verändert :argw:
Evt. kommts ja auch darauf an ob es mit Zusätzen versetzt ist oder garkein richtiges Kamelienöl ist ...???
Schneidersche
12.03.12, 17:22
Ich verwende für alles Walnussöl...Holz, Klingen, Salat :D
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