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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues MM ist da



Nidan
21.02.02, 07:50
So, bei mir ist gerade das neue MesserMagazin 1/2002 auf den Tisch geflattert.

Ich hab mich erst gefreut, nach kurzem Durchblättern hab ich aber doch recht gemischte Gefühle.

Geärgert hab ich mich über den Leitartikel über das neue Waffengesetz. Wenn man das als großen Fortschritt feiert, weil die Springer dadurch aus einer, nach Meinung des Autors, bestehenden Grauzone rauskommen aber gleichzeitig meint, auf Balis und Faustdolch könne man eh verzichten, stinkt mir das schon.

Ich selber hab kein Bali, und mag die Dinger auch net, aber die ganzen Leute die so was nettes von MT oder Benchmade haben, müssen sich da doch ein wenig versch... vorkommen. Und daß man dann für seinen Luxus-Schmetterlimg oder seinen Faustdolch so ganz locker ne Ausnahmegenehmigung kriegt wag ich doch mal gaaaanz schwer anzuzweifeln.

Also von einem MesserMagazin hätt ich da schon mehr Parteinahme für die Sammler erwartet !!

Ansonsten nette Bilder, ein Werkstattbericht über einen Forumianer :super: und ein sehr schöner Scrimshaw-Dolch, den wir auch schon kennen. Echt Super das Teil :D

HankEr
21.02.02, 08:01
... und Tschüß. (Bleibt mehr Geld für andere Zeitschriften :))

pitter
21.02.02, 09:17
Original geschrieben von HankEr
... und Tschüß. (Bleibt mehr Geld für andere Zeitschriften :))

naaaa, nix und tschuess. Das les ich mir erstmal selber durch, sobald ichs habe und dann bitte eine Menge Leserbriefe. Kann ja wohl nicht wahr sein.

Gruesse
Pitter

Nidan
21.02.02, 10:26
Also hier noch mal ein paar wörtliche Zitate :

"Ich denke wir können erstmal durchatmen. Die neuen Regelungen des Gesetzesentwurfes - sofern sie Messer betreffen - sind weniger dramatisch als von vielen Betroffenen, darunter v.a. einige Messerhersteller, befürchtet wurde. Die wenigen Messertypen, die verboten werden sollen, spielen insgesamt keine große Rolle. Auf Butterfly-Messer und Stoßdolche können wir, wenn es sein muß, auch verzichten. Dort wo solche Messer aufgrund ihres Sammlerwertes oder einer praktischen Notwendigkeit eine besondere Bedeutung haben, wird es sicher Ausnahmeregelungen geben
[jep und bald ist Ostern und die Hasen bringen dann gaaaanz viel bunte Eier, gell )

Was Springmesser angeht, ist die Neufassung des Gesetzes ein echter Fortschritt. Das bisherige "Taschenmesserprivileg", das die eigentlich verbotenen Springmesser über das Hintertürchen einer Durchführungsverordnung wieder zulässig machte, bekommt nun Gesetzesrang "
[Wo bitte soll da ein Fortschritt sein, was bis jetzt erlaubt war ist nach dem neuen Gesetz auch erlaubt, nicht mehr und hoffentlich nicht weniger. Irgendwelche juristischen Spitzfindigkeiten helfen doch dem User in der Praxis nix]

-Es folgen noch ein paar Zeilen über die nun verbesserte Rechtssicherheit -

"Der einzige Schönheitsfehler des Gesetzentwurfes ist, dass Fallmesser und Springmesser bei denen die Klinge nicht seitlich, sondern vorne aus dem Griff springt, generell verboten werden sollen. Abgesehen von der Frage nach dem Sinn des Verbotes ergibt sich das Problem, dass damit auch die Falschirmspringermesser der BW und die daraus entwickelten Rettungsmesser, die bei der Feuerwehr un den anderen Notdiensten verwendet werden, illegal würden. Vermutlich hat man das beim Innenministerium nicht bedacht [seit wann denkt das BMI ?? ]
Vielleicht stellt sich diesbezüglich noch eine Erleuchtung ein [jojo die Osterhasen, gell ], immerhin muß das Gesetz noch endgültig entschieden werden. Ansonsten können wir mit dem neuen Waffengestz ganz gut leben, meine ich. [klar solange wir keine Balis für 500 DM rumliegen haben und auch keine teuren Sammler-Stoßdolche(lustigerweise wird gerade im Inseratteil der MM eine Stoßdolch von Peter Herbst für schlappe 950 EUR angeboten), und keine OTFs....]
Hier hat sich überwiegend wirklich die Vernunft durchgesetzt.
Und das kommt ja in der Gesetzgebung nicht allzu häufig vor" [sorry dazu fällt mir nichts mehr ein :((( ]

So das war jetzt fast der ganze Leitartikel, ich wollte mich nicht dem Vorwurf aussetzen aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren. Meine eigenen Kommentare die in den [] konnte ich mir nicht verkneifen, sorry ;)

Und dann auf Seite 8 noch ein Kasten in dem über die Onlinepetition berichtet wird. Eigentlich wirklich ne schöne Sache , aber dann auch wieder der Satz "Diese Petition richtet sich gegen das Verbot von Faustmessern [es folgt die Begründung]und Butterflymessern. In diesen beiden Punkten dürften die Bemühungen keine großen Chancen haben"
Echt hilfreiche Motivation, gell ;)

Ich will jetzt wirklich nicht zu nem Boykott gegen die MM aufrufen,massive Leserbriefe sind da sicher der bessere Weg um zu protestieren !
Ich mag die Zeitschrift eigentlich ganz gern und bin auch Abonnent aber was hat denn Herrn Wieland bitte zu einem solchem Artikel getrieben, ich kapiers einfach nicht.

P.S. Aus Gründen der Fairness hab ich Herrn Wieland soeeben eine Mail geschickt in der ich auf diesen Thread aufmerksam mache.

HankEr
21.02.02, 10:39
Na, ich lese es mir die zwei Sachen mal im Geschäft durch.

Daß in Zukunft weitere Messer dann wesentlich einfacher verboten werden können (da sich die Verbote im Anhang befinden) ist ihnen wahrscheinlich nicht aufgefallen.

... trotz meines Hinweises ...

Andreas
21.02.02, 10:58
also ich finde die bemerkung von herrn wieland im editorial mehr als daneben:

Auf Butterfly-Messer und Stoßdolche können wir, wenn's sein muß, auch verzichten.


wenn das so einfach ist, auf bestimmte messer zu verzichten, sind ruck-zuck andere ausnahmen gefunden:
"wer braucht schon ein messer mit einer klingenlänge >20 cm"
.......

Charon
21.02.02, 12:13
Auf Butterfly-Messer und Stoßdolche können wir, wenn's sein muß, auch verzichten.


Und eigentlich brauchen wir ja alle nur ein Messer. Jedes Messer schneidet doch, und dafür sind Messer schliesslich da. Ganz früher sind wir auch nur mit scharfem Flint herum gelaufen. :ack:

Ich meine, wenn man davon ausgeht, worauf man notfalls verzichten könnte, dann ist praktische jede technologische bzw. kulturelle Entwicklung der Menschheit damit erfasst.

Es geht hier nicht um was wir brauchen oder nicht brauchen, sondern um das Prinzip! Meine Sig bitte dazu beachten...obwohl ich auch nicht glaube, dass eine kurzeitige Sicherheit durch die Novelle einkehren wird, von einer Dauerhaften gar nicht zu sprechen. Aber das wurde ja schon öfters im Forum besprochen.

Analog zu sehen, obwohl unwahrscheinlich, wäre es, wenn die Gesetzgebung eines Tages beschliessen würde, Action-Filme zu verbieten, da die "positive" Darstellung von Gewalt in solchen Filmen einen negativen Einfluss auf unsere Gesellschaft hat. Schliesslich gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die besagen, dass Kinder am Montag, nachdem sie am Wochenende "gewalttätige" Zeichentrickserien wie "Tom & Jerry" gesehen haben, sich in der Schule deutlich aggresiver als sonst verhalten.

Lieber spreche ich mit meinen Kindern und zeige ihnen, dass Gewalt meistens nicht die beste Lösung ist, anstatt ihnen bestimmte Filme zu verbieten. Eltern sind dazu da, ihre Kinder zu erziehen. Menschen verhalten sich meistens aufgrund ihrer Erzeihung bzw. ihrem sozialen Umfeld so, wie sie sich verhalten. Da sollte man die Ursachen suchen.

Alan

Armin II
21.02.02, 12:31
Ich würd ja hierzu gern was sagen, aber ich hab den Artikel leider noch nicht im Original gelesen. Wenn das aber wirklich so ist, dann gehört dem Verfasser ordentlich eins in den AR**H getreten.

Man stelle sich mal vor der Gesetzgeber verbietet sämtliche PKWs mit mehr als 1,6 L Hubraum und der Redakteur einer Automobilzeitschrift meint, dass man damit ja durchaus leben könne weil grössere Autos ja eh keiner braucht....... :angry: :angry: :angry:

Ralf
21.02.02, 19:16
Herr Wieland ist froh das nicht alle Messer verboten worden sind, deshalb dieser Artikel, sonst bräuchte man die Messerzeitschrift nicht.
Aber unsere Beamten arbeiten bestimmt schon dran.
Was soll man auch den lieben lange Tag machen.
Solange Sie mir nicht meine völlig ungefährliche, ohne Waffenschein zu erwerbende Armbrust lassen,
die auf 80m genau trifft, ist doch alles in Ordnung. Auserdem sind Faustdolche,Nagelfeilen, Fallmesser,Zahnstocher etc...viel gefährlicher.

P.S. das MM lese ich ansonste gerne.

Ralf

Omega
21.02.02, 19:32
@Charon: Die meisten Actionfilme sind ja schon verboten bzw. gekürzt.
Versuch doch mal z.B. Starship Troopers in D in einem Geschäft zu kaufen. Ha hat man recht schlechte Chancen. Ich finde Action-Filme spitze und wenn da Blut drin vorkommt; was solls Film ist ja ab 18. Aber hier in D werden sogar Filme ab 18 gekürzt bzw. so geschnitten, daß sie gleich mit 16 eingestuft werden. (Hat einer von euch schonmal die Originalfassung von Event Horizon gesehen??)
Wenn ja dann wist Ihr ja wovon ich hier rede.
In den USA ist der Film ab 18 und hier in D ab 16 freigegeben.
Soviel dann zur Freiheit in Deutschland. Man bekommt zwar nicht viel verboten, aber es wird schon im Vorfeld alles so gut wie möglich zensiert.
Irgendwann kommt mal so ein Politiker auf die Idee, daß 30 Tage Urlaub im Jahr nicht gut sind, da die Verbrechensrate gestiegen ist seit die Bevölkerung mehr Freizeit hat und schon gibt es einen neue Petition die unsere Freizeit sprich Urlaub einschrenken soll. Ob wir das jetzt gut finden oder nicht ist ja egal, denn wir die Bevölkerung wird ja eh nicht gefragt.
Aus dieser Sicht finde ich die Schweiz beneidenswert.
(Euro ja / nein | Bevölkerung nein = nicht eingeführt worden)


Um jetzt auch noch was zum MM zu sagen, den Leitartikel fand ich in keinster weise gerechtferigt. Ich fühlte mich sogar ein wenig persönlich angegriffen. Für mich hat es sich so angehört, daß die Politiker in Ihrer Ansicht unterstützt werden, da eh alle die Springer oder Butterfly's bestizen gewalttätig sind. Da diese messer ja anscheinend eh nur zu einem illegalem Zweck genutzt werden. Alles schwachsinn!!!!!!
Da müsten seit dem 11.09.2001 auch alle Teppichbodenmesser auf dem Index stehen.


Ist alles nur meine Ansicht!!!!!!

Charon
21.02.02, 20:34
>Omega: Ja, da hast du Recht. Hatte an Zensur etc. gar nicht gedacht, als ich den Beitrag verfasst habe. War eher nur als Beispiel gedacht ... leider ist es die Realität, wenn auch nicht ganz so extrem. Auf DVD z.B. bekommt man viele Filme in der 18er Version.

Omega
21.02.02, 20:41
Aber die richtig guten sind sehr schwer zu bekommen. Viele Stehen nämlich so halb auf dem Index und die können nicht über die gewöhnlichen Vertriebswege der Geschäfte bestellt werden.
Die meisten hier in D angebotenen DVD's sind sozusagen reimporte meit aus Ö oder der Schweiz.

PS: Sollte ja auch nur ein Beispiel sein.
Wir wissen ja alle hier, daß wenn man was möchte man es auch in D erhalten kann.

pitter
22.02.02, 08:19
1. Thema Zensur/FSK Rating als Beispiel - Ja, ein Ärgerniss., Vor allem, wenn ich dann fuer meine gliebte Leathal Weapon 1-4 als FSK 18 180 Märker hinblaettern muss. Die FSK16 kostet 70 ;-). Es ist aber nicht nur bei uns so schlimm. In den US werden Filme oft schon so gedreht, dass sie dort nicht auf ein Rating kommen, um genug Kohle einzufahren. Ich hab da nix dagegen, solange es sich um irgendwelchen exzessiven Splatterkram handelt, muss ich nedd haben bzw. bin mit FSK 18 absolut einverstanden. Aber wenn in einem US Film mal ein Busen begrabscht wird, gilt das ja quasi schon als Hardcore Porno. Da gehts bei uns aber schon etwas freizuegiger zu :-) IMO und Diskussion darueber in nem andern Forum.

2. Messermagazin. Artikel voll daneben. Und er unterstreicht mal wieder meine Einschätzung, dass man bei Messersammlern oder -interessierten immer die aus der Jägerszunft vor Augen hat. Alternativ noch eine Altherrenrunde, die sich an an Messern ala Lake, Kressler, Trompeter erfreut, handgedoengelter Damast mit Wuesteneisenholz und Perlmuttinlay, Scrimshaw und Silbernieten im modernen Droppointdesign. Und dieses "wir" kann dann natürlich auf Balis verzichten. Haupsach die 5000EUR Lakes darf man behalten, was schert der Rest. Und das kotzt mich ehrlich an.
Ich brauch auch kein Bali und auch kein 5" OTF, ich wuerde nedd ungluecklicher Leben, wenns sowas nicht gaebe. Aber nur die eigenen Bedürfnisse und Interessen als Masstab sehen, nervt mich gewaltig.

Die Verbloedungsbemuehungen von Politikern, die ohne jedwede Argumente versuchen, so einen Mist durchzuziehen, genauso. Ich mags nedd, wenn man mich fuer bescheurt haelt.

Am Kiosk hatte ich noch irgendein Waffenmagazin in der Hand, weiss nedd, wars Visier? Ich mag diese Blaettchen in der Regel wirklich nicht besonders, aber in dem waren wirklich gute und kluge Beiträge und Interviews zum neuen WaffG, wo eindeutig klar war, dass die Entscheidungstraeger in der Politik weder Argumente haben noch sich ernsthaft darum bemühen. Da wird einfach nach Bauch entschieden, aufgrund irgendwelcher persoenlicher diffuser Meinungen und Vorstellungen, wie denn so ein latent krimineller Besitzer von boesen Messern zu sein hat. Da wird Entschieden. Ohne Kennntniss der Sachlage, ohne dass man auf Statistiken schaut, ohne dass man die Fachleute mal fragt. Und eigentlich auch ohne Interesse, sich damit wirklich auseinanderzusetzen, oder glaubt einer, die darueber abstimmen nehmen sich die Zeit, das ganze zu lesen? Ich hab nicht den Eindruck, dass die ihren Job so ernst nehmen. Zumindest kann ich da aus den Antworten, die ich bekommen habe, nicht erkennen.

Ich sach ja immer, in der Wirtschaft geht so ein Laden pleite, in der Politik gewinnt man so Wähler.

Gruesse
Pitter

Gruesse
Pitter

pitter
22.02.02, 08:39
Original geschrieben von Omega

Aus dieser Sicht finde ich die Schweiz beneidenswert.
(Euro ja / nein | Bevölkerung nein = nicht eingeführt worden)


Vorsicht!!! Dann denk auch mal an die Themen, wo die Politik in deine (hoffentlich) Richtung entschieden hat, ohne lang zu fragen.
Mach so eine Befragung mal zum Thema:

- Todesstrafe bei Vergewaltigung
- Aufenthaltsrecht für Ausländer
- Verbot von Kampfhunden bzw, allen Hunden > 5kg Körpergewicht
- Verbot von Messern, ausser Haushaltsmesser
- Verbot von Waffen, ausser fuer Jaeger

Ich wills wirklich nicht wissen, wie da ein Volksentscheid ausgeht.
Sowas klappt nur wenn

1. bei einer groesseren Anzahl Menschen die durchschnittliche Dummheit nicht gegen Unendlich streben wuerde
2. die Menschen umfassend informiert waeren
3. Die Menschen sich auch fuer die Wünsche anderer interessieren würden.
4. Die Vernunft wirklich vor diffusen Gefühlen als Entscheidungskriterium herangezogen werden wuerde.

Ist aber nicht so. War noch nie anders. Bei uns nedd und woanders auch nicht. Und genau deshalb kommt Politikern eine besondere Rolle zu, weil sie langfristig und vernünftig Entscheidungen treffen sollen, und das auch gegen kurzfristige Stimmungen.

Alle wech und nen Philosophenkoenig her.

Gruesse
Pitter

HankEr
22.02.02, 08:41
Wer sich mal einen Eindruck darüber verschaffen will wie manche Waffenhändler und manche Schützen den Messerteil in der geplanten Novelle sehen, kann sich mal den folgenden Thread auf Waffen-Online.de (eröffnet von Klaus Triebel (http://www.triebel.de/)) ansehen:
Anschreiben an Berliner MdBs (http://www.wo-system.com/ubb/Forum32/HTML/000254.html)

Daran sieht man einmal, daß eine gewisse "Denke" nicht nur bei Leuten die mit der Thematik gar nichts am Hut haben vorliegt, sondern auch Leute, denen "das Selbe in Grün" blüht die Parallelen nicht sehen.

Nidan
22.02.02, 10:42
Hi HankEr,

also das ist wirklich so ziemlich das Schlimmste was ich in der letzten Zeit gelesen hab. ich glaub sowas gibt es echt nur hier in Deutschland :(

Ich hätt echt Lust da auch was dazu zu schreiben, aber ihr habt ja eh schon alle guten Argumente gebracht und ich mag mich net schon wieder registrieren, außerdem besteht dann die Gefahr daß ich unsachlich werd ;)

OT OT OT ....

Also es hat ja echt nur entfernt mit Messern zu tun, aber ich find die Beschneidung aller möglichen und unmöglichen Filme auch schon lange http://www.plauder-smilies.de/countdown.gif Ich bin absolut dafür, daß man Jungendlichen keine gewaltätigen Filme zugänglich macht, am Schlimmsten finde ich z.B. den ganzen "Bud Spencer/ Terence Hill" Müll, das mein ich absolut ernst, aber wieso kann ich mir nicht einen Film anschauen, so wie ihn der Regisseur machen wollte ??

Das Thema wär eventuell mal einen eigenen Thread wert, vielleicht in der Lobby.

HJWieland
22.02.02, 11:07
Sehr geehrter Herr Gruber,

Ich wollte keineswegs das Verbot von Stoßdolchen und Balisongs als Lappalie abtun. Aber ich denke, es ist das berühmte "kleinere Übel".
Der Hintergrund: Geplant war ursprünglich ein totales Verbot aller Springmesser (plus Stoßdolche und Butterlfy-Messer). Den Interessenverbänden der Messerhersteller (hier war vor allem Herr Felix-Dalichow von der Fa. Böker maßgeblich beteiligt) ist es jedoch gelungen, dieses Verbot abzuwenden. Allerdings musste man im Gegenzug dem Innenministerium irgendetwas anbieten. Das Verbot der Balisongs etc. ist also gewissermaßen ein Opfer, das man gebracht hat, um die Springmesser zu retten. Ein Verbot der Springmesser hätte die Industrie (und wohl auch die größere Zahl der Messerfreunde) härter getroffen.


Hans Joachim Wieland
Chefredakteur MesserMagazin

HJWieland
22.02.02, 11:09
Ich stimme mit der Kritik überein, was die Frage der Sicherheit betrifft: Auch ich glaube nicht, dass die Novelle des Waffengesetzes in irgendeiner Weise mehr Sicherheit bringt.

Was meine übrige Einschätzung des Gesetzentwurfs betrifft, stehe ich allerdings nicht allein. Auch die Hersteller von Springmessern - die ja mehr als alle anderen betroffen sind - begrüßen den vorliegenden Entwurf, der auch durch Mitwirkung der entsprechenden Hersteller (hier vor allem von Herrn Felix-Dalichow von der Fa. Böker) die jetzige Form angenommen hat. Vor allem die erhöhte Rechtssicherheit durch die Aufnahme des bisherigen "Taschenmesserprivilegs" ins Gesetz wird positiv beurteilt.

Was den Altbestand betrifft, ist im Gesetzentwurf ausdrücklich eine Ausnahmeregelung vorgesehen. Es ist also keineswegs so, dass die Besitzer von demnächst verbotenen Messern automatisch in die Illegalität getrieben werden.

Der Punkt der "sicheren Aufbewahrung" ist bislang noch nicht geklärt. Wenn überhaupt, betrifft er grundsätzlich nur Stücke, die nach dem Gesetz als Waffen eingestuft sind, was bei den allermeisten Messern nicht der Fall ist.

Grundsätzlich muss man noch einmal darauf hinweisen, dass es sich beim vorgelegten Gesetzentwurf nur um einen Entwurf handelt und nicht um ein fertiges Gesetz. Der Entwurf wird derzeit in den zuständigen Ausschüssen beraten und soll bis zum Ende der Legislaturperiode (also noch vor der Bundestagswahl) verabschiedet werden. Ob das so erfolgen wird, ist allerdings nicht sicher. Wenn das Gesetz nicht mehr vor der Wahl durchgeht, könnte es sein, dass das ganze Theater (entschuldigen Sie den Ausdruck) um das Waffenrecht wieder von vorne beginnt, womit niemandem geholfen wäre.

Auch wenn die Neufassung des Waffenrechts, so wie sie jetzt aussieht, vielleicht nicht sinnvoll und für Messerfreunde vielleicht nicht erfreulich ist, so meine ich, muss man doch sagen: Es hätte schlimmer kommen können! Zum Beispiel hätten alle Springmesser generell verboten werden können, und andere Messertypen gleich mit. Insofern, meine ich, sind wir noch ganz gut davon gekommen.

Hans Joachim Wieland
Chefredakteur

HankEr
22.02.02, 11:27
Was den Altbestand betrifft, ist im Gesetzentwurf ausdrücklich eine Ausnahmeregelung vorgesehen. Es ist also keineswegs so, dass die Besitzer von demnächst verbotenen Messern automatisch in die Illegalität getrieben werden.

Wo? Ich habe auch nach dreimaligem durchlesen NICHTS davon gefunden. In der Begründung steht sogar ausdrücklich "wirtschaftliche Verwertung" in der Übergangszeit. Oder wird mit der Aussage auf die mögliche in der Begründung stehende "Verhälnismäßigkeitsprüfung im Einzelfall" angespielt?



Der Punkt der "sicheren Aufbewahrung" ist bislang noch nicht geklärt. Wenn überhaupt, betrifft er grundsätzlich nur Stücke, die nach dem Gesetz als Waffen eingestuft sind, was bei den allermeisten Messern nicht der Fall ist.

Worunter in Zukunft explizit alle Springmeser fallen würden (§1, Absatz 2, Punkt 2 und Anlage 1, Unterabschnitt 2, Punkt 2.1.1).

Nidan
22.02.02, 11:53
Also erstmal zu den Ausnahmeregelungen : Das heißt doch nun wieder, daß der Behördenwillkür Tür und Tor geöffnet wird. Der Beamte hat grad nen guten Tag und erlaubt ein Balisong, am nächsten Tag hat er keine Lust und gibt keine Genehmigung. Rechtlichen Anspruch hat man nicht darauf.

Ich kann auch die Strategie der Messerlobby nicht gutheißen, anstelle des Bauernopfers hätte man doch besser mit sachlichen , soliden Argumenten gearbeitet. Es ist doch nun wirklich kein Problem nachzuweisen, das Balsisongs, Springer, Faustdolche usw wesentlich seltener zu Straftaten gebraucht werden, als z.B. ganz ordinäre Küchenmesser. Ich kann mich noch sehr gut an eine Fernsehsendung erinnern, in der an Hand der Schweiz gezeigt wurde, daß Körperverletzungen mit Messern fast immer Affekttaten sind und da nimmt man halt was grad in der Wohnung rumliegt. Oder haben sich die Deutschen ganz gezielt mit Stoßdolchen eingedeckt um ihre Mitmenschen um die Ecke zu bringen ;) ?

Eines fällt aber schon auf : Es gibt in Deutschland keinen Hersteller der vernünftige Balsisongs oder Stoßdolche macht (Customs natürlich ausgenommen), es gibt aber einige die Springer machen (über die Qualiät breiten wir besser den Mantel der christlichen Nächstenliebe ;) ). Wollte man sich so vielleicht ganz nebenbei die ausländische Konkurrenz vom Leib halten ?

Sorry, aber die Frage drängt sich schon auf, gell :teuflisch

Rolf Roessing
22.02.02, 12:19
Wie gefährlich sind denn solche Messer ?
Wieviele entsprechende Opfer hat es gegeben?
Währen diese wirklich besser davon gekommen, wenn solche Messer verboten währen ?
Hätten dann die Täter nicht Ersatzmittel benutzt ?

Mal ganz ehrlich, ich kenne überhaupt Niemanden, dem daran gelegen währe, sich die Jacke blutig zu machen und sein schönes Messer zu versauen.
Jemandem mit einem Messer abzumetzeln ist mal keine appetitliche Angelegenkeit und dementsprechend hoch ist da normaler Weise die Hemmschwelle.
Südländern sagt man ja manchmal eine anderes Temperament nach, aber selbst da kenne ich Niemand, der andere mit nem Messer bedroht oder sogar angreift.
Habe mal Geschichten über Tschetschenische Ex-Soldaten gehört, die irgendwo untergebracht waren und die sichtlich stolz auf all ihre Messerwunden wahre, aber das sind halt Ausnahmen (falls überhaupt real) .

Also, der normale Bürger ist mit Sicherheit kein Messerstecher.
Die parr völlig gestörten würden sich sicherlich an keinem Verbot dieser Welt stören, da Verletzen oder Töten andere ja sowieso schon mal verboten ist.

Wer wird also wieder einmal diskriminiert ?
Normale Menschen mit einem gewissen Hang zum Sammeln .
Die Faszination für Messer ist freilich nicht Jedermann verständlich, aber es ist doch immerhin Zeugnis unsere Kulturhistorie (oder evulution...) , ältestes Werkzeug und schon sehr sehr lange auch Statussymbol und Schmuckstück.
Wenn man die letzten 50 Jahre, in denen eventuell diese Abneigung gegenüber Messer gewachsen ist , mit der restlichen Menschheitsgeschichte vergleicht, ist das schon etwas unrealistisch.

Die besagten Butterfly Messer fallen doch sowieso bloss bei halbstarken Kiddies unangenehm auf. "Kuck mal Oma, was ich kann - zack zack zack ." Denen ist der Besitz ja eh schon verboten, oder ?
Mit welchem Erfolg ??
Also ich stell mich mit meinem geliebten Tachy nicht auf die Strasse und gebe dort öffentliche klack klack klack Vorführungen .

Es regt mich wirklich auf ,dass ich da wieder einmal in eine kriminelle Ecke gedrängt werde.
Früher habe ich Pistole geschossen, war es aber irgendwann einmal so richtig satt, immer schlechter als die reellen Verbrecher behandelt zu werden und habe das ganze Gelump verkauft.
Sondergenehmigung ?!

Meine Messer verschrotte ich nicht!
Die darf dann ein SEK abholen..

Gegen die Auffälligen tut man nichts, die ordentlichen Bürger ärgert man ständig durch schwachsinnige Verbote und Paragraphen.
Ich fände "Sonderverbote" für alle die Mist machen viel besser...

Na, es nützt nichts - aber es regt mich einfach auf !!

HankEr
22.02.02, 12:31
Vor allem die erhöhte Rechtssicherheit durch die Aufnahme des bisherigen "Taschenmesserprivilegs" ins Gesetz wird positiv beurteilt.

Jetzt stehen halt dafür die Verbote im Anhang der (meines Wissens nach) durch Verordnung erweitert und geändert werden kann. Ob man da eine erhöhte Rechtssicherheit sehen kann?

Ich habe manchmal so den Verdacht, daß die meisten Interessenvertreter (und Journalisten!) alles ungeprüft glauben, was die Gegenseite so in informellen Gesprächen als Vorteil verkauft. Anstatt sich das Werk einmal durchzulesen und sich über die Tücken der dt. Gesetzgebung zu informieren.

Ich lasse mich bei beiden Punkten aber gerne eines besseren Belehren.

bigbore
22.02.02, 13:38
am 22.02.2002 7:25 Uhr schrieb xy unter bigbore.45@gmx.de:


> Sehr geehrter Herr Wieland,
>
> ich hoffe bei Ihrem Editorial im MM 1/2002 handelt es sich um einen
> verfrühten Aprilscherz.
> Immerhin ist es die März/April/Mai Ausgabe.
>
> Falls das aber Ihr Ernst war lassen Sie mich bitte erklären warum Sie damit
> völlig daneben liegen.
> Die Novelle wird von der Politik betrieben mit dem erklärten Ziel mehr
> Sicherheit zu schaffen und Kleinkriminelle zu "entwaffnen".
> Das Verbot von einzelnen Messertypen wird sich für dieses Ziel jedoch als
> völlig unwirksam erweisen weil kriminelle Jugendbanden nicht plötzlich in die
> Bibelstunde gehen werden sondern sich einfach andere Spielzeuge beschaffen.
> Wollen wir hoffen dass dies dann keine Schusswaffen sind.
> Außerdem wird die Kriminalitätsstatistik einen riesigen Zuwachs an Verstößen
> gegen das WaffG aufzeigen, schon alleine durch den Altbestand der ja
> automatisch in die Illegalität übergeht.
> Oder glauben Sie dass tausende von unbescholtenen Messerbesitzern diese
> zerstören werden?
> Was glauben Sie wird als nächstes geschehen?
> Die Politiker werden den nächsten Messertyp "für gefährlich erklären" und
> verbieten.
> Und so weiter, und so weiter .........
> Damit können Sie leben?
> Dann haben Sie sicher noch einen Zweitberuf denn für ein Messer Magazin wird
> dann eigentlich kein Bedarf mehr bestehen. Sie könnten dann höchstens noch
> über die 34 erlaubten Varianten des Schweizermessers berichten.
> Übrigens haben Sie im Entwurf des WaffG noch einen Punkt übersehen mit dem
> sehr viele Ihrer Leser sicher nicht so einfach leben können oder wollen:
> Die geforderte sichere Aufbewahrung (auch für Hieb- und Stichwaffen)!
> Diese wird entweder noch genau geregelt, dann kommt so etwas heraus wie bei
> Schusswaffen, also genaue Beschreibung des Behälters aka DIN xy, oder es
> steht nur da "Diebstahlsicher". Das würde dem Messerbesitzer den schwarzen
> Peter
> zuschieben, denn sobald ein Messer entwendet wird war es ja nicht
> "Diebstahlsicher" verwahrt. Mancher Sammler, Säbelbesitzer oder gar Museen
> wären
> gezwungen ihre Vitrinen mit Stahlgittern und Schlössern nachzurüsten, während
> direkt daneben Küchenmesser, Kettensägen und die gute alte Axt liegen dürfen,
> denn das sind ja keine Waffen.
> Und diesen Blödsinn feiern Sie als Sieg der Vernunft?
>
> Fairerweise möchte ich Sie darauf hinweisen dass ich diese Mail und Ihre
> Antwort im MesserForum (www.MesserForum.net) veröffentlichen werde.
>
> Ihr sehr verwunderter Abonnent
XY




Sehr geehrter Herr XY,

vielen Dank für Ihr Schreiben zum Thema Waffenrecht. Ich stimme mit Ihnen
überein, was die Frage der Sicherheit betrifft: Auch ich glaube nicht, dass
die Novelle des Waffengesetzes in irgendeiner Weise mehr Sicherheit bringt.

Was meine übrige Einschätzung des Gesetzentwurfs betrifft, stehe ich
allerdings nicht allein. Auch die Hersteller von Springmessern - die ja mehr
als alle anderen betroffen sind - begrüßen den vorliegenden Entwurf, der
auch durch Mitwirkung der entsprechenden Hersteller (hier vor allem von
Herrn Felix-Dalichow von der Fa. Böker) die jetzige Form angenommen hat. Vor
allem die erhöhte Rechtssicherheit durch die Aufnahme des bisherigen
"Taschenmesserprivilegs" ins Gesetz wird positiv beurteilt.

Was den Altbestand betrifft, ist im Gesetzentwurf ausdrücklich eine
Ausnahmeregelung vorgesehen. Es ist also keineswegs so, dass die Besitzer
von demnächst verbotenen Messern automatisch in die Illegalität getrieben
werden.

Der Punkt der "sicheren Aufbewahrung" ist bislang noch nicht geklärt. Wenn
überhaupt, betrifft er grundsätzlich nur Stücke, die nach dem Gesetz als
Waffen eingestuft sind, was bei den allermeisten Messern nicht der Fall ist.

Grundsätzlich muss man noch einmal darauf hinweisen, dass es sich beim
vorgelegten Gesetzentwurf nur um einen Entwurf handelt und nicht um ein
fertiges Gesetz. Der Entwurf wird derzeit in den zuständigen Ausschüssen
beraten und soll bis zum Ende der Legislaturperiode (also noch vor der
Bundestagswahl) verabschiedet werden. Ob das so erfolgen wird, ist
allerdings nicht sicher. Wenn das Gesetz nicht mehr vor der Wahl durchgeht,
könnte es sein, dass das ganze Theater (entschuldigen Sie den Ausdruck) um
das Waffenrecht wieder von vorne beginnt, womit niemandem geholfen wäre.

Auch wenn die Neufassung des Waffenrechts, so wie sie jetzt aussieht,
vielleicht nicht sinnvoll und für Messerfreunde vielleicht nicht erfreulich
ist, so meine ich, muss man doch sagen: Es hätte schlimmer kommen können!
Zum Beispiel hätten alle Springmesser generell verboten werden können, und
andere Messertypen gleich mit. Insofern, meine ich, sind wir noch ganz gut
davon gekommen.

Hans Joachim Wieland
Chefredakteur

MesserMagazin
Gewerbepark 13
D-83052 Bruckmühl
Tel. +49-8062-709430
Fax +49-8062-709420

ineluki
22.02.02, 13:42
Original geschrieben von Omega
@Charon: Die meisten Actionfilme sind ja schon verboten bzw. gekürzt. Versuch doch mal z.B. Starship Troopers in D in einem Geschäft zu kaufen. Ha hat man recht schlechte Chancen. Ich finde Action-Filme spitze und wenn da Blut drin vorkommt; was solls Film ist ja ab 18. Aber hier in D werden sogar Filme ab 18 gekürzt bzw. so geschnitten, daß sie gleich mit 16 eingestuft werden. (Hat einer von euch schonmal die Originalfassung von Event Horizon gesehen??)
Wenn ja dann wist Ihr ja wovon ich hier rede.
In den USA ist der Film ab 18 und hier in D ab 16 freigegeben.

Sorry, aber was Du da schreibst ist teilweise schlichtweg falsch.

SST bekommt man bei jedem halbwegs vernünftigen DVD Händler, z.B. Drogeriemarkt Müller, man muß nur danach fragen. Wenn ein Händler keine (kontrollbedürftigen) indizierten Titel verkauft, ist das auch nichts anderes als wenn ein Messerhändler keine Microtechs (weil zu teuer) verkauft.

Filme die in einer FSK18 Fassung gekürzt sind, sind absolute Ausnahmen, so auf Anhieb fallen mir nur zwei Titel ein.

Die FSK16 Fassung von Event Horizon ist übrigens absolut mit der US Version identisch. Sämtliche Gerüchte über eine längere Version sind bisher gegenstandslos.
Eine US (oder sonstwo) Freigabe, die übrigens NICHT "ab18", sondern entweder NC17 oder rated "R", ist, kann man schlicht und einfach nicht mit einer FSK Freigabe vergleichen.

Nidan
22.02.02, 14:06
Hi Ineluki,

wir haben zwar schon nen eigenen Thread angefangen wo wir über die Filme diskutieren http://www.messerforum.net/forum/showthread.php?s=&postid=38832#post38832 , aber deine Behauptung FSK 18er Filme würden nicht gekürzt ist schlichteg falsch. Ich hätte kein Problem damit dir auf Anhieb 20 Titel zu nennen in denen massiv gekürzt worden ist. Es gibt sogar richtig nette dicke Bücher die sich nur mit Schnitten beschäftigen :D

Cato
22.02.02, 14:54
Original geschrieben von Joachim Wieland
so meine ich, muss man doch sagen: Es hätte schlimmer kommen können! Zum Beispiel hätten alle Springmesser generell verboten werden können, und andere Messertypen gleich mit.

Ach, dem hätte man dann doch sicher auch noch einen positiven Aspekt abgwinnen können: totales Messerverbot? Aber immerhin Scheren und Gabeln sind (noch) legal! Toll was! :irre:
Ich habe mir unter "Parallelen England- Deutschland: Messer, Hunde, Waffen..." ein paar Gedanken zu den Parallen zwischen Verbotsansätzen in GB und D gemacht. Meiner Meinung nach zeichnet sich in GB ab, wo wir in einigen Jahren mit der gesamten EU stehen werden... :waaah:

MfG

Cato

pitter
22.02.02, 14:54
Original geschrieben von HJWieland
Allerdings musste man im Gegenzug dem Innenministerium irgendetwas anbieten.

Einfache Frage: Warum?

Zu Böker und Co. Solange die weder vernünftige Springer noch Balis oder sonstwas hochwertiges anbieten koennen und wollen, haben die natürlich keinerlei Interesse daran, entsprechende Messer weiterhin erlaubt zu bekommen. Hauptsache, die 7cm Wackelspringer dürfen noch produziert werden, gell.
Ja, so dachte ich mir das. Topf/Deckel/drueber hinausschauen. Aber genau das kann man doch bei unsrer traditionellen Industrie nicht verlangen, wo kämen wir da hin? Das war ja schon immer so. Uns gehts jetzt doch prima, was schert mich morgen.

Gruesse
Peter Fronteddu

pitter
22.02.02, 15:02
Original geschrieben von HJWieland
Auch wenn die Neufassung des Waffenrechts, so wie sie jetzt aussieht, vielleicht nicht sinnvoll und für Messerfreunde vielleicht nicht erfreulich ist, so meine ich, muss man doch sagen: Es hätte schlimmer kommen können! Zum Beispiel hätten alle Springmesser generell verboten werden können, und andere Messertypen gleich mit. Insofern, meine ich, sind wir noch ganz gut davon gekommen.

Hans Joachim Wieland
Chefredakteur

Lieber Herr Wieland. Ich bin ja quasi schon fuer meine staasfreundliche Haltung bekannt. Aber obiges stimmt ja sogar mich sehr bedenklich. Wo leben wir denn?
Seit wann sollen denn, auch in einer parlamentarischen Demokratie, nichtswissende Politikerschmarrer gegen jede Vernunft den Weg bestimmen und alles was dem Volk einfällt ist ein "es hätte ja schlimmer kommen koennen". Wann ist es denn schlimmer? Was soll man den Leuten noch wegnehmen, dass es schlimm genug ist? Ists ers dann schlimm, wenn ich mein Kochmesser, das Tapetenmesser, den Schraubenzieher beim Ordungsamt entragen lassen muss?

Gruesse
Peter Fronteddu

filosofem
22.02.02, 15:37
Original geschrieben von Omega
(Hat einer von euch schonmal die Originalfassung von Event Horizon gesehen??)


nur mal zur info, auch wenn es hier nicht rein gehört. die 16er version von event horizon ist absolut ungeschnitten und genauso lange wie die us version. aber leider werden wirklich viele filme in deutschland grausam geschnitten :angry: dieser hier aber nicht!

-------------------

na da war ineluki wohl schneller :o :rolleyes:

Wolfgang Dell
22.02.02, 15:53
Hi Peter, ich stimme dir voll und ganz zu. Ich lese nun schon ca. 30. Minuten diesen ganzen Beitrag, auch jene im Nachbarforum (Nachbarforum weshalb eigentlich?) Mir streuben sich die Haare.
Ich bin legaler Waffenbesitzer und zu allem Übel gefallen mir auch Messer, noch schlimmer ich mache welche. Also mir geht es demnächst ganz besonders an den Kragen. Ich muß das Zeug nur noch vorher nach US schaffen, zu meinem Schwiegervater. Aber das ist doch nicht der Sinn des Ganzen oder?
Was bitte lieber Hans-Peter (Wieland) hätte denn noch schlimmer kommen können. Wir dürfen uns halt eben nicht mit Zugeständnissen ans Innenministerium abgeben!!!! Auch wenn das ein Topmanager der Messerindustrie und ein Topp Büchsenmacher so sehen.
Was soll denn das, ich opfere einen Bauern damit ich die Dame schütze?
Aber doch nicht bei solch grundlegenden, die persönliche Freiheit betreffenden Entscheidungen. Mit mehr Sicherheit für uns Bürger hat das nichts zu tun, absolut nichts. Mir konnte noch keiner eine Statistik vorlegen über Straftaten (schweren) mit den zu Debatte stehenden Gegenständen!
Wartet ab es wird werden wie in England, Australien, Neuseeland. Ich erinnere mich noch, vor einigen Jahren wurde in Belgien irgendein Gesetz verschärft, da verkauften auf diversen Waffenbörsen die Sammler ihre tollen Bowies weil verboten!!!!! Das war zum heulen kann ich Euch nur versichern.
....ich geh aber trotzdem wählen, aber mit Sicherheit nichht die PDS, die sollen mal ein paar Jahre zurückschauen wie das Waffengestzt dort war!
Also, das Forum Waffenrecht braucht noch Mitglieder, tretet bei, denn nur eine starke Lobby kann solchen Blödsinn verhindern.
Wolfgang

HJWieland
22.02.02, 17:46
Also,

ich kann den Ärger, der allgemein über den Entwurf zum neuen Waffengesetz herrscht, ja wirklich verstehen. Aber ganz so einfach ist die Sache leider nicht. Eine totale Blockadehaltung gegenüber dem Innenmisterium hätte meiner Ansicht nach überhaupt nichts gebracht - am wenigsten uns Messerfreunden. Sie hätte nur entsprechende Gegenreaktionen hervorgerufen, und damit ebenso totale Verbote. So läuft das nunmal in der Politik, ob uns das gefällt oder nicht. Hier werden Kuhhandel zwischen Politikern und Interessenverbänden gemacht. Gibst Du mir das, geb ich Dir jenes.
Natürlich steckt hinter der Neufassung des Gesetzes auch eine gute Portion Aktionismus. Die Politiker müssen was tun, damit sie von sich behaupten können, etwas für die Sicherheit getan zu haben. Immerhin haben wir ja auch ein Wahljahr.
Ich sehe aber keine Gefahr, dass nun demnächst weitere Messertypen verboten werden sollen. Ich meine, wenn das Gesetz einmal beschlossen ist, dürfte wieder für viele Jahre Ruhe einkehren. Dann ist das Thema auch für die Politik einfach erledigt.
Wir dürfen nicht vergessen, was den Stein ins Rollen gebracht hat: Nicht etwa Vorfälle mit Messern, sondern Tötungsdelikte mit Schusswaffen, die weithin Aufsehen erregt und öffentliche Forderungen nach strengeren Gesetzen nach sich gezogen haben und die Politik zum Handeln zwingen. Die Messer spielen in dem gesamten Gesetzentwurf auch nur eine kleine Nebenrolle (rund eine Seite von mehr als 200).
Dass wir im Zuge der Neufassung des Waffengesetzes nicht ganz ungeschoren davon kommen, dürfte doch jedem klar sein, oder? So betrachtet sind die geplanten Änderungen - ich bleibe dabei - vergleichsweise harmlos.
Jetzt können wir nur versuchen - und zwar mit guten Argumenten - einige Änderungen im Detail durchzusetzen, zum Beispiel die Streichung der unsinnigen Vorschrift, ein Springmesser müsse einen durchgehenden Rücken haben, was immer das genau ist. Dafür sehe ich durchaus Möglichkeiten. Vielleicht lässt sich auch die Regelung für den Altbesitz noch weiter in unserem Sinne modifizieren. Mehr wird allerdings nicht drin sein.

Hans J. Wieland

Cato
22.02.02, 19:13
Original geschrieben von HJWieland
Eine totale Blockadehaltung gegenüber dem Innenmisterium hätte meiner Ansicht nach überhaupt nichts gebracht - am wenigsten uns Messerfreunden. Sie hätte nur entsprechende Gegenreaktionen hervorgerufen, und damit ebenso totale Verbote. So läuft das nunmal in der Politik, ob uns das gefällt oder nicht. Hier werden Kuhhandel zwischen Politikern und Interessenverbänden gemacht. Gibst Du mir das, geb ich Dir jenes.

..und Rechte verliert man im Europa des Jahres 2002 unter eigener Mitwirkung, vorauseilenden Gehorsam und bravem Konsensdenken immer nur scheibchenweise... Da klingt ja eine regelrechte Furcht vor der Politik heraus- nach dem Motto "sei willig oder ich brauche Gewalt"...
Bei uns hat auch der Waffenhandel am WaffG 1996 mitgewirkt, sogar die teilweise Vollziehung übernommen (Meldungen) und hat dafür das Geschenk des "Waffenführerscheins" (einer Schulung von Waffenbesitzern) bekommen- und beißt sich dafür heute in den A.... Resultat des Gesetzes: immer mehr Bürger legen ihre Urkunden zurück, die Umsätze sinken. In England opferten die Verbände zuerst die "Selbstschützer", dann die GroßkaliberFFW Schützen- nur um dann selbst das Totalverbot präsentiert zu bekommen. Kommt eben davon, wenn man immer noch nicht begriffen hat, daß man entweder gemeinsam für Rechte einsteht oder alleine untergeht. Irgendwo muß man eine Linie ziehen- in Deutschland ist das überfällig!

MfG

Cato

pitter
22.02.02, 20:18
Original geschrieben von HJWieland
Jetzt können wir nur versuchen - und zwar mit guten Argumenten - einige Änderungen im Detail durchzusetzen, zum Beispiel die Streichung der unsinnigen Vorschrift, ein Springmesser müsse einen durchgehenden Rücken haben, was immer das genau ist.

Aber mitnichten. Damit unterstützt man ja noch schweigend das Argument, es ginge bei dem allen um mehr Sicherheit.
Der Punkt ist doch nedd, ob ich jetzt ein bloedes Messer mehr oder weniger haben kann. Der Punkt ist, dass ohne hinreichende Argumente Grundrechte eingeschränkt werden, nur weils dem Stimmenfang dient. Und der Punkt ist, dass seitens der Politiker nirgends sachlich diskutiert wird, sondern die Erguesse der Damen und Herren zwischen Desinteresse (siehe Antworten der Mitverantwortlichen hier im Forum) und gezielter Volksverdummung (siehe jeweilige Reaktionen auf einzelne extreme Straftaten) rangieren.
Darum gehts. Das ist der Knackpunkt. Und gegen den kann und soll man argmuentieren, aber doch nicht, ob ein Springer jetzt 1cm kürzer oder länger sein darf.

Gruesse
Pitter

HankEr
22.02.02, 20:26
Pitters Worten ist hier nichts hinzuzufügen.

pitter
22.02.02, 20:54
@Hanker:

Doch, zum urspruenglichen Thema der Diskussion.

Bis auf den Leitartikel :steirer: ist das neue MM sehr lesenswert. Schoene Bilder, interessante Berichte. Noch alles ein wenig arg traditionell, die gezeigten Messer. Mal hier und da ein kleines Lightfoot, ein Broadwell, ein Mayo, ein Snody, ein Ralph, ein Simonich usw. täten meinen tactcical verwoehnten Augen gut. Wenns sowas aus D gibt, umso besser. Ich wart ja immer noch auf den Bericht über einen deutschen Messermacher, der Folder jenseits Gravurziselerungsdingensminiliner baut.

Ok, jo Schanz war schon dran. Gibts noch wen?

Sorry fuer on-topic hahaha :)

Gruesse
Pitter

zorro_43
22.02.02, 23:05
Lieber Herr Wieland,
selbst wenn es so wäre wie sie es darstellen (notwendiges Übel/noch glück gehabt), was ich entschieden Bezweifele (ich schliesse mich da ganz meinem Vorrednern an) , muß man das dann in einem MesserMagazin feiern? Zumal ja noch nichts endgültig ist?
Was für ein Signal senden sie denn damit aus?

Und das Sie sich ständig auf den Herrn von Böker berufen zeigt doch nur, das Sie ehr an die Interessen der DEUTSCHEN Industrie als an die Verbraucher denken.
Aber die Verbraucher schalten ja auch keine Anzeigen, die kaufen ihr Blättchen ja nur.

Zorro

Rolf
23.02.02, 00:29
Das traurigste an dieser ganzen Diskusion, ist der Umstand, dass dies was hier an Wahrheiten geschrieben wird, keinen der dafür Verantwortlichen interesiert, ja , wahrscheinlich überhaupt nicht zur Kenntniss genommen wird.
Auch wenn das nicht jedem paßt,
die Willkür und die Beschneidung unserer persönlichen Entfaltung in unserem Staate nimmt in immer größerem Maße zu und das nicht nur bezogen auf unser Hobby.
Durch Diskusionen auf dieser Ebene und ohne eine vereinte Lobby ändern wir gar nichts, an dieser, und anderer, staatlicher Willkür.
Hierdurch werden lediglich unsere Rechte, scheibchenweise, und somit etwas langsamer demontiert.
Das traurige dabei ist nur das Personen, die eigentlich im gleichen Boot sitzen wie wir, diese Salami Taktik des Staates, der ja eigentlich wir sein sollten, als Erfolge anpreisen, und sich wie beschenkte Kinder freuen.
Auch wenn`s für mach einen radikal klingt:
Wenn wir nicht bald aufwachen und das mein ich nicht nur auf`s Hobby bezogen, dann können wir absbald schon gute Nacht sagen.
In diesem Sinne

Rolf Rech

Floppi
23.02.02, 08:12
Original geschrieben von HJWieland
Natürlich steckt hinter der Neufassung des Gesetzes auch eine gute Portion Aktionismus. Die Politiker müssen was tun, damit sie von sich behaupten können, etwas für die Sicherheit getan zu haben. Immerhin haben wir ja auch ein Wahljahr.

Richtig, und es gibt auch kritische Bürger - und auch die gehen auch zur Wahl! Das sollte lieber kein Politiker vergessen. Beispiele wo blinder Aktionismus bestraft wurde gibt's genug.

Und bzgl. des Umfangs der Änderungen in Bezug auf Messer: Der Umfang ist mir ziemlich egal, wenn der Inhalt untragbar ist!

Floppi
23.02.02, 08:17
Original geschrieben von Wolfgang Dell
Mir konnte noch keiner eine Statistik vorlegen über Straftaten (schweren) mit den zu Debatte stehenden Gegenständen!

Dann hab ich hier was für Dich: :hehe:
http://www.profilm.de/insel/archiv/waffanl.htm
Ich muss aber auf ein paar Dinge hinweisen: In der Statistik sind alle Messer zusammengefasst. Schusswaffen hingegen wurden aufgesplittet. Was für Schlüsse man daraus zieht, hängt davon ab, wie man's interpretiert... (keine Ahnung ob die Statistik überhaupt repräsentativ ist!)

pitter
23.02.02, 08:49
@Floppi: Ja die Statistik ist Klasse ;), vor allem, weil die Art der Straftaten so ausfuehrlich beschrieben wurde.
Ich glaub nämlich gerne, dass das Messer die meist verwendete Waffe bei Straftaten ist. Da gibts halt nur ein paar kleinere Fragen:

Wie wird Straftat überhaupt definiert?
Wieviele der aufgeführten Straftaten geschahen im Familienkreis (Küchenmesser)?
Wieviele davon geschahen mit den bereits jetzt verbotenten Gegenständen?
Wieviele davon geschahen mit den Gegenständen, die verboten werden sollen?
Wieviele davon geschahen von Personen, die eh schon einschlägig vorbestraft sind, und sich sicherlich an ein wie auch immer geartetes WaffG halten?

Ich war mal beim LKA in Wiesbaden und durfte mir eine Kiste aus selbstgebastelten Schusswaffen anschauen, die bei Straftaten verwendet wurden. War sehr interessant. Das koennte man nur verhindern, wenn man auch Wasserrohre, Streichhölzer, Paketschnur, Treibgasflaschen und jegliches Werkzeug zur Metallbearbeitung verbieten wuerde. Erfindungreichtum kennt keine Grenzen, wenn man nur ein klares Ziel hat, WaffG hin oder her.

Und zur Statistik:

Wieviele Strafatten werden unter Alkoholeinfluss begangen? Wäre sicher sinnvoller, Alkohol zu verbieten - ist auch sicherer im Strassenverkehr. Das meine ich ernst. Sowas wäre eine schwerwiegende Einschränkung unserer Rechte, die aber auf handfesten Zahlen beruht. Darueber koennte man wenigstens sinnvoll diskutieren. Macht man natürlich nedd, weil 80% der Wähler Biertrinker sind ;-) Mich eingeschlossen. Da sieht man doch, wos langgeht.

Gruesse
Pitter

Wolfgang Dell
23.02.02, 11:29
@ Floppi, sehr gute Statistik, ich drucke sie gerasde aus, sollte man aufbewahren.
Im übrigen, die Straftat mit dem Sturzhelm, der Geschädigte war ein Schützenkamerad von mir. Muß ich ihmsagen, daßer in einer Statistik sehr erkennbar auftaucht! *lol*
Wolfgang

@ Pitter, besser als Du könnte man es nicht formulieren, deshalb sag ich nichts mehr, Du sprichst mir aus der Seele!
Aber solche Messer wie Du sie magst kann man auch bauen, verkaufen sich eben halt nicht so gut, die Käufer sind halt so ältere Herren wie ich!

TimM.
23.02.02, 11:52
Ich habe das neue MM (noch) nicht gelesen, aber dass, was in diesem Thread zu lesen ist, enttäuscht mich sehr.
Geplante unsinnige Einschränkungen unseres Hobbies darzustellen, als wären Faust-, Fall-, Spring und Butterflymesser unwichtig für jeden von uns und dabei den Eindruck zu erwecken, man sei lediglich froh, dass es nicht noch schlimmer kam, ist absolut kontraproduktiv und kurzsichtig. Kurzsichtig darum, weil die Politiker sicherlich denken: "wenn man denen ohne Grund einen Teil ihres Hobbies wegnehmen kann, um die Öffentlichkeit mit fadenscheinigen Argumenten zu überzeugen, dass dies Kriminalität eindämmen würde, obwohl dies gar nicht der Fall ist und die Betroffenen sich nicht mal beschweren, können wir denen in ein paar Jahren noch ein paar Sachen verbieten...vielleicht Dolche? Das nützt der inneren Sicherheit zwar nichts, aber die Mehrheit der Bevölkerung denkt zumindest, dass es zur Verbrechensverhinderung beiträgt."
Ich muss mir jetzt wirklich nochmal genau überlegen, ob ich mir nun tatsächlich (wie ich es vor hatte) ein Abo des MM zulege.

Geist
23.02.02, 13:03
Das das Editorial im neuen MM verunglückt ist, da es das Falsche Signal ausgibt, da stimme ich voll und ganz den Vorrednern zu. In dem Punkt hätte ich von der MM-Redaktion schon mehr Weitsicht erwartet :(

Aber davon mal abgesehen gefällt mir das neue MM wieder ganz gut und ich sehe auch keinen Grund mein ABO wegen dem - zugegebenermaßen ärgerlichen - Ausrutscher zu kündigen.

Ciao Geist

ModifiedTanto
23.02.02, 17:17
was mir ein bisschen kopfzerbrechen bereitet hat, ist das die aussagen des herrn wieland bzgl. balisongs/faustdolche sich ziemlich genau mit einem brief von böker an einen forumskameraden decken...

sinnbildlich: was wir nicht herstellen/verkaufen kann ruhig verboten werden, interessiert uns nicht!

diese aussage ist an sich, wie bereits schon mehrfach gesagt, bedenklich, gibt mir aber auch zunehmend das gefühl, das messermagazin als eine art böker-hauspostille zu sehen. vielleicht übertreibe ich ja, wie immer, ein wenig, aber lest euch das neue MM mal mit diesem hintergedanken im kopf durch...

...ach wie gut, daß es die firma böker gibt... ganz abgesehen, von den testergebnissen der "haus"-messer in anderen ausgaben.

Nidan
23.02.02, 18:02
Hi Jens,

da kann sicher was dran sein, ich denk immer noch mit Schaudern an den Superplatz vom Speedlock u.ä.

pitter
23.02.02, 18:14
Original geschrieben von ModifiedTanto
diese aussage ist an sich, wie bereits schon mehrfach gesagt, bedenklich, gibt mir aber auch zunehmend das gefühl, das messermagazin als eine art böker-hauspostille zu sehen. vielleicht übertreibe ich ja, wie immer, ein wenig, aber lest euch das neue MM mal mit diesem hintergedanken im kopf durch...

Naaaaaajaaa, man kanns auch uebertreiben. Ich les das MM wie alle anderen Fachzeitschriften. Und da weiss ich halt, wies läuft. Wenn Du so ein Blatt fuer eine so kleine Leserschaft rausbringst, musst Du Dir schon genau überlegen, wem Du auf den Fuss trittst. Schliesslich musst Du Deine Seiten füllen, brauchst Anzeigen, brauchst Hintergrundinfos, brauchst Kontakte usw. Und das läuft in D halt mal ueber die Solinger Schlafmützen Riege. Dazu kommt noch, dass halt solche Schrammelmesser ein Vielfaches an Umsatz ausmachen, als das, was wir uns hier kaufen.

Das praegt halt den Tenor einer Zeitschrift und ist beim MM nicht schlimmer, als in anderen Fachblättern auch. Ja, ich kenne die ct, aber das ist halt was anderes.

Würde ich so ein Magazin machen, würde ich Solinger Produkte gegen US Produkte stellen, den ganzen Boeker, Herberz, Linder Jägerkaeppi Proloausstatter Mist mit --- bewerten, ein paar Artikel zum Thema "Denken von gestern und Produkte von gestern praegen den Markt von heute" schreiben, eine Auflage rausbringen und danach 10 Jahre meine Schulden abbezahlen :) Dann hätte ich hier zwar mehr Freunde, aber das bezahlt mir auch nedd die Broetchen beim Bäcker.

Gruesse
Pitter

ModifiedTanto
23.02.02, 20:58
pitter, kennst mich doch... ich hab zwar mal wieder etwas übertrieben, aber die kernaussage ist bestimmt nicht ganz falsch!

pitter
24.02.02, 08:20
Original geschrieben von ModifiedTanto
pitter, kennst mich doch... ich hab zwar mal wieder etwas übertrieben, aber die kernaussage ist bestimmt nicht ganz falsch!

Ja, sicher nicht ganz falsch. aber 5% richtig ist auch noch falsch :-)

Im Ernst. Ich bin da halt schon sehr fuer Fairness. Schau dir mal ein paar Ausgaben des MM an. Da sieht man deutlich, dass schon versucht wird, eine groessere Bandbreite zu zeigen. Man darf auch nicht vergessen, dass unser Geschmack nicht auf jeden zutrifft. Leute, die >100 EUR fuer ein Messer ausgeben sind sicher in der Minderzahl, da brauch ich mich ja nur mit den Betreibern der vier Messerlaeden am Ort zu unterhalten. Dass man in einer Stadt wie Nürnberg nur das Magnum Sortiment angeboten bekommt, spricht doch Bände. Das ist der Standard. Und da hebt sich das MM aber schon deutlich ab.

Was mir viel mehr fehlt, wäre eine generell kritische Sichtweise gegenueber der phlegmatischen deutschen Messerindustrie. Es kann doch nicht sein, dass in Solingen oder sonstwo nur Idioten arbeiten. Was also hindert die Industrie daran, Messer zu bauen, die den Amerikanern/Taiwanesen Paroli bieten koennen? Der Markt? Den kann man sich auch schaffen. Kloetzli schaffts ja auch.

Gruesse
Pitter

Seal_6
24.02.02, 11:03
Also, nachdem ich das Ganze hier gelesen habe, ist mein Entschluß das MM noch zu abonnieren definitv vom Tisch. Und kaufen werde ich es auch nicht mehr.
Wenn die anderen Zeitschriften die ich regelmäßig
lese auch anfangen so´n M... zu schreiben würde ich die übrigens auch nicht mehr kaufen.

Wenn jemand eine solche Entscheidung als "das kleinere Übel" bezeichnet, so sehe ich das als seine persönliche Sichtweise und gestehe diese auch zu.
Allerdings bin ich der Meinung, daß viele "kleine Übel" einem rechtstreuen Bürger hier das Leben schon enorm "unbequem" machen können. Und von diesen Übeln haben wir hier schon gewaltig genug.

Wie hier schon mehrfach erwähnt:

- Scheibchenweise Enteignung und Entrechtung aller
legalen "Waffen"besitzer. Allumfassende Kontrolle durch die Behörden.
Und das alles unter dem Deckmäntelchen aktueller
Ereignisse in den USA und weltweit sowie unter
Zuhilfenahme (falsch) interpretierter Statistiken.

Jeder, der immer noch nicht das Forum Waffenrecht unterstützt, fleißig Stellungnahmen von Abgeordneten und sog. Entscheidungsträgern einfordert und denen danach mal ordentlich "den Marsch bläst" der wird sich demnächst noch wundern.

Eine ordentliche Rechtsschutzversicherung ist sowieso schon obligatorisch.

Bis dann,

Micha

Mike
24.02.02, 11:13
Hallo Floppi,

die Statistik hats ja in sich.
Nur bezieht sie sich nicht auf die BRD, sondern nur auf Frankfurt.

Gibts so was auch für die gesamte BRD?
Und eine grundsätzliche Frage wäre wieviele Verbrechen werden insgesamt von Polizisten verübt?
(müssen also umbedingt alle eine Dienstwaffe haben?).

Mfg, Mike

luftauge
24.02.02, 11:58
Selbst wenn die Statistiken auf korrekteste und repräsentativste Weise ermittelt würden, helfen sie nicht, solang sie von den entscheidenden Leuten ignoriert werden !
Im Vergleich anderen Staaten, vorher - nachher, gibt es wohl kaum etwas zum Fehlinterpretieren, entweder sprechen die Zahlen für sich, oder man tut so, als gäbe es sie nicht.

Und das wird wohl gerade gemacht, wenn selbst die GdP sich darüber amüsiert, dass diese Änderung durchgeführt werden soll - wobei ich eher annehme, dass von deren Seite ein Mehraufwand an Arbeit bei gleichzeitigem Personalmangel befürchtet wird.
So können sich all Die freuen, die bisher auch schon nicht "Gesetzestreu" waren, weiter und noch unbehelligter ihren Aktivitäten nachgehen.

Aber dass das einzige "Fachblatt" in D sich anscheinend darauf beschränkt, lediglich den Gang der Dinge zu kommentieren, finde ich schon seltsam. Letztlich sind die Leser/Käufer Betroffene, für die dieses Magazin schon etwas mehr sein sollte, als nur "Marktübersicht", nämlich eine Art "Sprachrohr" für die Interessen der Leser, aber das funktioniert wohl nur, wenn ein grosser Interessenverband dahintersteht.

Dass Firmen sich das MM als inoffiziellen Katalog vereinnahmen, kann ich mir nicht vorstellen, halte ich auch für unwahrscheinlich, eben weil kein anderes Magazin auf dem Markt ist, mit dem man als "andere Möglichkeit" für Werbeflächen Druck machen kann, auch wenn der Eindruck ein Anderer ist.

Gruß Andreas/L

TheLonestar
23.03.02, 12:02
Nach den hier losgelassenen Aussagen des Herrn Wieland werde ich das "Messer Magazin" auf gar keinen Fall (wie eigentlich vorgehabt) abonnieren.

HankEr
23.03.02, 12:13
Siehe auch Vorwort Messer-Magazin...Unfassbar!!!! (auf waffen-online.de) (http://www.wo-system.com/ubb/Forum32/HTML/000376.html)

filosofem
23.03.02, 12:19
hier sollte mal nichts übertrieben werden. seid froh, dass es das mm auf dem dt. markt gibt. ich freue mich schon auf die nächste ausgabe!

pitter
23.03.02, 12:58
Original geschrieben von filosofem
hier sollte mal nichts übertrieben werden. seid froh, dass es das mm auf dem dt. markt gibt. ich freue mich schon auf die nächste ausgabe!

Dito, keine Frage. Aber unverstaendlich bleibts fuer mich trotzdem.

gruesse
Pitter

wiederlader
25.03.02, 13:59
Nachdem ich die Äußerungen von HJWieland gelesen habe, fehlen mir eigentlich die Worte.

Das ist ein Tritt in den Allerwertesten für jeden legalen Waffenbesitzer und ich frage mich ernsthaft wie jemand so naiv sein kann sich (auch noch öffentlich und publikumswirksam) zu solchen Äußerungen hinreißen zu lassen.

AchimW
25.03.02, 15:23
Habs gekauft. Habs gelesen. Das war's dann. Wieder ein Stammkunde weniger.

Naja, zuerst werden die Springer und Balisongs verboten, dann die weiteren "politisch nicht korrekten" Messer, dann alles, was irgendwie spitz ist (wie z.B. in England) und dann, ja Herr Wieland, dann vielleicht auch die Zeitschriften, die darüber berichten. Wie sagten Sie noch? "Darauf können wir, wenn es sein muß, auch verzichten." Auf solche Editorials auch.

Achim

HankEr
25.03.02, 15:41
Mittlerweile, habe ich es mir auch (am Kiosk) durchgelesen. Meine Meinung bleibt: "Ein verheerendes Signal!" Die einzige dt.-sprachige Fachzeitschrift auf dem Gebiet bringt so ein Editorial.

Und so abwegig, wie sich das mancher jetzt denken mag, ist ein Verbot (wie von AchimW angesprochen) der Zeitschrift auch nicht. In England (und den besetzten :haemisch: Gebieten) dürfen --- meines Wissens nach --- Waffenzeitschriften keine Kurzwaffen auf dem Cover haben. D.h. einheimische haben das nicht und ausländische müssen einen Schutzumschlag bekommen. Wann der Handel ganz verboten wird, dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Matthias Recktenwald
25.03.02, 16:18
@SEAL_6:

Ich bin mal so frei: Micha, wir VISIERler werden in die Richtung "Bauernopfer sind nötig" sicher nicht argumentieren!

@alle:
Es gibt ÜBERHAUPT keinen Grund für Beschränkungen im Messerbereich!!!!

Schauen wir's uns doch mal genauer an:
Das Verbot der Wurfsterne. Sind ja angeblich so gefährlich. Ach ja? Was passiert, wenn ich damit auf etwas werfe? Ich erinnere mich an einen praktischen Versuch aus meiner Sturm- und Drangzeit, als Ziel diente der Kuhstall vom Nachbarbauern. Die erste ins Ziel eindringende Zacke wird sofort abgebremst, sobald die nächste oder die nächsten beiden Zacken aufsetzen. Der Stern wird nie die Wucht haben, die ein Stoß mit dem Dolch hätte.

Zum nächsten: Wie viele Straftaten mit derlei sind belegt und wieviele davon sind tatsächlich "wurfsterntypisch", wären also nicht mit anderem Gerät vorstellbar? Antwort: Limes gegen null! Fazit: Finstere Anlaßgesetzgebung, gesteuert & ausgelöst durch den behördlichen Konsum von zu viel Hongkong-Filmen, aber nicht gestüzt auf eine reale Gefahr. Was kommt als nächstes? Kreissägenblätter?

Einschränkungen im Bereich Springer/Fallmesser/Balisongs: Auch hier handelt es sich um Anlaßgesetzgebung; diesmal waren ausgerechnet die Amis die Vorreiter. Im Land der Freien und der Heimat der Tapferen galten in den 1950er Jahren billige, im Design historischen Klappmessern aus Chatellerault und Sheffield nachempfundene Springer mit dem Knopf-Auslöser des alten George Schrade als das böse Gerät. Auch hier resultierte das aus dem Konsum zu vieler Hollywood-Filme à la "The Wild One" mit Marlon Brando; die rebellische Lederjacken- und Jeans-Jugend führt naturalmente IMMER ein Springmesser, da muss sich ja das Establishement wehren ...

Hinzu kommt bei alldem ein weiteres Problem: Was passiert mit dem sicher in Millionenhöhe liegenden ALTBESTAND? Zahlen die Behörden dafür Ausgleich? (Ja natürlich - oder glaubt ihr etwa nicht an den Klapperstorch?) NEIN. Der ordnungsbewußte Bürger möge (obwohl keiner Schuld oder Missetat bewußt) seinen Altbestand abliefern, auf dass ihn Metallpressen zu Schrott verwandeln.

Außerdem: Wieviele unbescholtene Bürger würden durch eine solche Verschärfung unwisssentlich kriminalisiert, einfach, weil sie nicht ihren Feierabend mit der Lektüre absichtlich verquaster und unverständlicher Gesetzestexte verbringen & so die Neuregelungen einfach verpassen?

In breve: Solche Verbote verhindern in praxi KEINE Straftaten aus dem Affekt heraus. Merke: Wenn Messer für Offizialdelikte eingesetzt werden, sind es meist solche emotionsgebundenen Spontan-Vergehen, keine kühl geplanten Morde. Weswegen US-Detektives schon vor Jahrzehnten für drückend-schwüles Wetter den Begriff "Brotmesser-Wetter" geprägt haben - weil dann die Emotionen hochkochen und im schlimmsten Fall das benutzt wird, was grad zur Hand ist. Merke auch: Taten im Affekt haben etwas mit den Emotionen zu tun und nicht mit der Art der dabei benutzten Gegenstände. Merke als nächstes: Ein generelles Verbot nutzt prinzipiell nix, der Täter greift, was zur Hand ist. Ist es ein Backstein, nimmt er einen Backstein. Ersetze Backstein und füge ein: Aschenbecher, Brieföffner, Schere, Glasflasche, Bügeleisen, Besenstil, Stuhlbein, Hammer... Alles verbieten?

Hierzu ein Vergleich: Nehmen wir Adam und Eva und den Baum der Erkenntnis. Wie hätte ein Ministerialbeamter darauf reagiert? Er hätte den Baum der Erkenntnis einfach umgehauen!

Jugendliche und Messer. Es gibt fraglos einige Messerarten, die bei den Kids beliebter sind als bei Erwachsenen. Fragt sich warum. Springern und Balis haftet demnach der Touch des Verrucht-Rebellischen an; das ist etwas, das die Soziologen seit "West Side Story" "Denn sie wissen nicht, was sie tun" und "The Wild one" wissen. Ja, aber das sind doch Kinofilme und Musicals? Eben: Seit es das in den 50er Jahren erstmals aufgetretene Phänomen der Jugendkultur gibt, lassen sich die Nachwüchsigen von Leitbildern aus Hollywood etc. leiten. Und so wie in den 50er Jahren Pachuco-Frisuren, Amihosen, Lederblousons und Rock'n Roll in Mode kam, so gehörte dazu halt auch der Italo-Springer als Symbol des jugendlichen Rebellen. Mehr war es meistens nicht - eben ein Symbol.
Aber das schien gefährlich genug, um gleich Rundum-Verbote durchzusetzen; das erste war der US-Switchblade-Act von 1958 (kann auch 'n Jahr früher oder später gewesen sein).

Wie damit umgehen?
ad 1) Erstmal VERSTEHEN, WARUM der Sohnemann oder die Tochter glaubt, so etwas mit sich herumtragen zu müssen.
ad 2) Fallen Argumente wie "bei uns in der Penne notwendig", spitze man die Lehrer an: Dann stimmt tatsächlich etwas nicht. Aber das hat nichts damit zu tun, dass es diese Messerarten gibt, sondern eher damit, welche Zustände herrschen.
ad 3) Das Klima in Schulen IST seit gut anderthalb Jahrzehnten viel ruppiger als früher, weiß ich noch, als ich Schwererziehbare unterrichtet habe. Das Hauptproblem lag aber nicht in der Verfügbarkeit der Messer, sondern in den teilweise entsetzlich armen (und bei den Begüterten: kalten) Lebensverhältnisssen, unter denen diese armen Würstchen groß geworden sind. Eine Schule kann dies nicht ausglichen. Sie muss sich daher schützen, ggf. das Mitbringen von Messern verbieten und ggf. auch entsprechende Sanktionen (Dispens, Relegation) verhängen dürfen. Es würde ja auch fruchten, wenn dann die ansonsten ihren Kids gegenüber völlig nachsichtigen oder gar gleichgültigen parents nicht angerannt kämen und herumschrillen würden: "Das geht nicht! Ich zerr Sie vor Gericht ! Doch nicht mein Kind..." Anstatt mal dafür zu sorgen, dass "mein Kind" den Unterschied zwischen "richtig" und "falsch" kapiert und man sich selber fragt, was man hat schleifen lassen.

Merke: All dies beginnt im Elternhaus, all dies berührt zuallererst soziale Probleme und keine gegenständlichen.
All dies rechtfertigt NICHT, irgendetwas generell zu verbieten. Es nutzt auch nichts. Es würde die Dinge für Jugendliche nur noch begehrenswerter machen (Motto: "Der/die traut sich was").

GANZ WICHTIG: Der umgekehrte Schluss lautet so, dass man einem gefestigten Jugendlichen getrost ein Messer mitgeben kann, ohne dass er damit Fisimatenten macht.

Völlig aberwitzig wird aber ein Gesetzesvorhaben, wenn es in einer Demokratie von "Privilegien" redet. Frage: Wer ist denn für deren Zuteilung erforderlich? Der Gesetzgeber? Der vertritt das Volk, auch in einer repräsentativen Demokratie. Und waren Privilegien nicht immer etwas, das von besonderen Vorleistungen gegenüber einem Herrscher abhängig waren?

VERBOTE dieser Art gleichen dem Bekämpfen von Symptomen, nicht aber dem Kurieren der Krankheitsursache!

Daher gibt es folgende Ablaufkette:
Gegenstand A gerät als angeblich böse ins Behördenvisier.
Es folgt ein Verbot.
Die Betroffenen ignorieren das Verbot oder greifen zu Gegenstand B.
Der gerät als angeblich böse ins Behördenvisier.
Es folgt ein Verbot.
Die Betroffenen ignorieren das Verbot oder greifen zu Gegenstand C ...
Und so weiter, und so weiter.

Noch mal: Das ist ANLASSGESETZGEBUNG, die ihre Begründung nicht aus logischen und stichhaltig überprüfbaren Ursachen herleiten kann. Man erkennt das ganz einfach daran, dass nach einem Verbot die Missetaten nicht abnehmen, sondern sich nur die Wahl der dabei genutzten Mittel ändert.

Daher der logische Schluß: Vorschriften machen nur als letztes Mittel Sinn, wenn sie nachweislich etwas bewirken werden. Hier sei als positives Beispiel etwa die PKW-Gurtpflicht genannt, die allem Anschein nach tatsächlich die harten Unfallschäden mindern konnte (auch wenn sie andere Verletzungsarten nach sich zieht -- doch das Fass mach' ich jetzt nicht auf.) Nutzt eine Vorschrift nix, gehört sie abgeschafft. Das gleiche gilt für Verbote und Restriktionen, die nicht das Kernproblem berühren, sondern nur zu Symptomveränderungen führen.

Daher hier das Dictum Recktenwaldis: Wenn ein Verbot von vornherein nutzlos erscheint, wenn es nur aus populistischen und ideologiegeprägten Motiven erfolgt, dann ist das BETRUG AM WÄHLER.

Deswegen bin ich gegen jedwede Einschränkung im Messerbereich. Bauernopfer ziehen m.E. nur weitere Bauernopfer nach sich, vor allem solche, die man von vornherein bereit ist zu erbringen.
Ich akzeptiere lediglich, dass Minderjährige EINIGEN Trage-Restriktionen unterworfen sein müssen.

Zum Tragen/Führen: Es gibt halbwegs klare Regelungen zum Führen von Messern; die Schweizer z.B. haben das mit ihrer neuen, verbesserten Regelung halbwegs gut hingekriegt, indem man darauf schaut, in welcher Situation der Messerfan mit seinem Lieblingsschnippler angetroffen wurde. In Wald und Flur, beim Camping und Kajacken ist ein Messer am Mann demnach legitim, im Stadion, in der Disco oder in der Oper eher weniger. Sicher gibt es auch Grenzfälle ...

So genug des Epos'.
Und danke für Eure Geduld.

Matthias Recktenwald

Haudegen
25.03.02, 16:48
Und danke für Eure Geduld.

Matthias Recktenwald

keine ursache matthias,
war mir ein "ausgesprochenes" vergnügen.:super:

grüsse,..........

shindendojo
25.03.02, 17:10
@ Matthias Recktenwald:

:super: :super: :super:

Nidan
25.03.02, 17:14
Da kann ich unsrem Haudegen nur zustimmen, wirklich ein klasse Post Matthias :super:

Inhaltlich super und auch ein klasse Stil, man könnte meinen du machst sowas beruflich (okok, war ein blöder Witz ;) )

Ich finde es toll daß du dich so für "unsre" Sache engagierst, das versöhnt mich doch mit so manchem was mich an der Visier manchmal stört.

Übrigens ich hab Visier und MM abonniert, bei MM kann sich das aber ändern, wenn da nicht im nächsten Heft ne Richtigstellung des unsäglichen Editorials kommt :haemisch:

Matthias Recktenwald
25.03.02, 17:18
Danke an alle!

Bei Messern ist es mir neben dem beruflichen auch ein privatres Anliegen; mein Vater baut (so es die Zeit erlaubt) seit 40 Jahren ab und zu Messer. Mein jüngster Bruder interessiert sich enorm dafür. Und in meinem Bekanntenkreis sind noch einige Leute, welche sammeln (vom High-Tech-gerät bis hin zu militärischen Messern des 18./19. Jahrhunderts), da muss man ja was tun, um auf dem Quivive zu bleiben ....

Und viele wissen einfach viel mehr als ich!

Grüße

Matthias

Matthias Recktenwald
25.03.02, 18:00
Mach nur.

Matthias

TheLonestar
25.03.02, 21:54
Klasse Beitrag, Herr Recktenwald !:super: :super: :super:

KurtisKurt
30.03.02, 14:47
Original geschrieben von Matthias Recktenwald

...die Schweizer z.B. haben das mit ihrer neuen, verbesserten Regelung halbwegs gut hingekriegt, indem man darauf schaut, in welcher Situation der Messerfan mit seinem Lieblingsschnippler angetroffen wurde. In Wald und Flur, beim Camping und Kajacken ist ein Messer am Mann demnach legitim, im Stadion, in der Disco oder in der Oper eher weniger.


Eben nicht!
Das hat man uns weisgemacht (kann mich noch gut an Kloetzlis Rundschreiben erinnern, da ist euer Herr Wieland ein Rebell dagegen). Frueher hiess es:
Das Tragen ist verboten. Sie können frei erworben und nach Artikel 28 des Gesetzes frei mitgeführt werden.

Das wurde eigentlich ersatzlos gestrichen. Die neue Verordnung enthaelt:

Nicht getragen, jedoch ohne Bewilligung nichtgewerbsmässig erworben, vermittelt oder ein-, aus- oder durchgeführt werden dürfen:
a.
Dolche nach Artikel 6 Absatz 2 Buchstabe b;
b.
Schweizerische Ordonnanzdolche und -bajonette;
c.
Messer, die über einen einhändig bedienbaren Mechanismus manuell einsatzbereit gemacht werden können.

Folder duerfen wir also kaufen, verkaufen, ein- und ausfuehren, aber eben nicht mehr „mitfuehren“!

http://www.admin.ch/ch/d/sr/514_541/index.html

Nun steh ich gottseidank eh nicht auf Folder, aber wie andere schon angemerkt haben fuehrt eben eins zum andern (siehe England und Australien).

Bye Kurt