Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann das sein? [Standzeit Bohrer]
Chris Knife
23.11.07, 22:21
Hallo Leute!
Brauche mal dringend Hilfe. Hab mir heut eine Säulenbohrmaschine gekauft, hab damit Löcher mit einem 6mm HSS-TIN Bohrer in SB1 gemacht. ( 4mm stark) 3 Löcher waren kein Problem, beim vierten ging nichts mehr mit bohren. Kann es sein das der Bohrer dank des SB1 jetzt schon versagt hat und ausgewechselt werden muss?!
Gruss Chris
Ja kann sehr gut sein.
Habe es auch schon geschafft, an 2mm V2A einen 10-er Bohrer zu töten. Immer schön kühlen, und spanbrechend bohren (immer wieder rein und raus). Mit Druck kurz - wenn man halbherzig rumnoddelt is der Bohrer schnell im Eimer.
Ach ja - das mit der TIN-Beschichtung ist so nen Ding : Oft, aber nicht immer, wird nur mittelmäßiger Stahl verwendet, der dann optisch aufgewertet werden soll, um dem Käufer zu zuggerieren, dass er was gutes hat.
Bei mir haben bis jetzt gute, teure, nix-Tin-Markenbohrer sehr viel länger gehalten als alle TIN zusammen...
grüße
reno
Chris Knife
23.11.07, 22:33
Ja, ich geb zu das hatte ich nicht beachtet, am Anfang "flutschte" das geradezu durch den Stahl, da hab ich in einem durchgebohrt vor lauter Freude :irre:. Gut , morgen also neuen Bohrer kaufen...
moritz.kaiser
24.11.07, 01:14
Hallo,
meiner Meinung nach kann das nicht sein dass der Bohrer so schnell aufgibt...
Moderate Drehzahl und etwas Feingefühl sind hier angesagt.
Auch der schlechteste Bohrer schneidet einigermaßen gut, wenn er richtig geschliffen ist.
Gruß
Moritz
McMordigan
24.11.07, 07:08
Hallo, Chris.
Das kann schon sein, wenn Du z.B. einen rollgewalzten Bohrer benutzt hast. Die taugen nur für Baustahl und NE-Metalle. Ich würde Dir zur Verwendung von unbeschichteten, spiralgeschliffenen Bohrern mit 5% Kobaltanteil raten (HSS-E).
Zudem ist die Schnittgeschwindigkeit ausschlaggebend für die Standzeit. D.h. je kleiner der Bohrer umso schneller sollte er laufen.
Bohrst Du in rostfreien Stählen, stelle die Drehzahl eher etwas geringer ein. Benutze zudem Schneidöl beim Bohren (da Du warscheinlich keinen Kühlwasserkreislauf hast).
Übrigens nutzt eine TiN-Beschichtung zum Verschleißschutz nur auf Automaten. An der am stärksten belasteten Stelle beim Bohren (Querschneide) ist sie im "Handbetrieb" beim ersten Loch verschwunden. Zudem behindert sie die Wärmeabfuhr, da sie isolierend wirkt.
McMordigan - Uwe
Chris Knife
24.11.07, 10:41
Hallo!
Vielen Dank für Eure Antworten!:super:
Ich werde wohl Eure Antworten zusammenfassen, was heisst ich geh mir n neuen Bohrer kaufen, Drehzahl optimieren und ordentlich kühlen...Mal gucken, ich meld mich mal nach meinen nächsten Versuchen....:hehe:
Moin Chris,
hier gibts eine ganz ordentliche Tabelle zu Drehzahlen und Kühlungsmethoden.
http://xn--bnting-3ya.com/html/drehzahltabelle.htm
Viel Spaß noch
Copper
Chris Knife
24.11.07, 17:34
Hallo!
Hab mir vorhin einen HSS E Bohrer gekauft, also der funktionierte deutlich besser. Gekühlt hab ich mit WD 40, was glaube ich nicht ganz für diesen Zweck geeignet ist. Der Mensch vom Baumarkt meinte egal, Hauptsache Öl. Es funktionierte, dampfte aber mächtig. Hab auch noch Mehrzweckfett zuhause, wäre dieses auch geeignet?
Auf jeden Fall war McMordigan`s Empfehlung mit dem HSS E Bohrer sehr hilfreich auch wenn der Preis von fast 4,50 Euro nicht zu verachten ist...
Grüsse Chris
Kann es sein das der Bohrer dank des SB1 jetzt schon versagt hat und ausgewechselt werden muss?!
Wie wärs erst mal mit nachschleifen?
Oder ist er schon ausgeglüht?
briesenreiter
24.11.07, 18:24
Es gibt im gut sortierten Fachhandel auch HSS-G Bohrer.
Die sind vom Preis angenehmer und das Potential von HSS-E Bohrern
wird in ungehärteten Messerstählen nicht ausgeschöpft.
Man macht nichts verkehrt, aber man gibt zu viel Geld aus.
Es gibt im Baumarkt auch HSS-TIN Bohrer (da heissen die oft Titanbohrer)
die sind nur golden angemalt und unter der Farbe steckt ein billiger rollgewalzter
Bohrer aus Dosenstahl:steirer:
Ich bohre so 2-3 Klingen Loch-an-Loch aus ohne Nachzuschärfen mit HSS-G Bohrern
und ohne zu kühlen.
Mit HSS-E Bohrern auf keinen Fall vorhandene Löcher grösser bohren bzw. vorbohren.
Die Bohrer glühen dann ratzfatz aus. Immer Kühlen bei HSS-E, die Legierung
ist sehr Hitzeempfindlich.
Wie heisst es bei Werkzeug immer: Wer billig kauft, kauft zweimal...................:hehe:
Kauf Dir gute Bohrer im Fachhandel und übe mit Deinen billigen Bohrern das Nachschleifen.
Auch der beste Bohrer wird mal stumpf und auf Dauer wird der Neukauf doch etwas teuer.
gast31082009
24.11.07, 20:31
Zudem empfehle ich saBesto Bohr-und Schneidöl von Würth.
Sparsam aufgebracht bewirkt es Wunder.
Grüße von einem, der ab und zu bohrt.:D
HSS-E Bohrer kann ich nur empfehlen, dazu würde ich mir entweder eine Spezifikation für die Bohrer besorgen oder Schnittgeschwindigkeiten von max 50m/min (in Baustahl) nicht überschreiten!
Für Chromstähle wie den SB1 sollte je nach Ausrüstung etwa ein 1/3 dieser Schnittgeschwindigkeit gewählt werden.
Zum kühlen taugt für deine anwendungen eigentlich alles. Wenn dus wirklich gut machen willst gehst mal zu nem Metallverarbeitenden Betrieb und besorgst dir einen Litter Kühlschmierstoff zum Bohren und frässen, der hält für dich ewig.
Ausserdem solltest du darauf achten dass der Bohrer immer richtig Schneidet, und nicht nur auf der Metalloberfläche "rumrutscht" das verringert die Standzeit nämlich ganz erheblich!
Beim Durchbohren solltest du dann etwas Langsamer tun, um Ausbrüche an der Schneidkante durch einhaken zu verhindern.
Auserdem musst du dir KEINE neuen Bohrer Kaufen nur weil einer mal stumpf ist!
Mit etwas Übung kannst du alle Grössen selbst am Schleifbock nachschleifen!
EDIT: Kleine Erklärung nach Holgis Anregung eingefügt um Werkzeugschäden durch Missverständnisse vorzubeugen.
Chris Knife
25.11.07, 01:07
Guten Abend !:)
Na ja, nen neuen Bohrer hab ich mir ja jetzt schon gekauft, werde das Nachschleifen mal an dem Alten "üben".
Kann mir jemand erklären wie das Nachschleifen am Bandschleifer/Schleifteller funktioniert? Worauf muss ich achten?
(Sorry wg. Off-Topic, gehört ja trotzdem irgendwie zusammen:teuflisch)
Grüsse Chris
Wegen dem nachschleifen eines Bohrers einfach mal die Suchfunktion bemühen. Das schade nicht und ist kaum aufwändig.
Erkklärung der Nachschleifbewegung ist als Text nicht so ganz einfach. Ich würde mal wieder den Gang in den Metallverarbeitenden betrieb anstreben und fragen ob dir das ein (möglichst alter) Mitarbeiter mal zeigen kann...
Erkklärung der Nachschleifbewegung ist als Text nicht so ganz einfach. Ich würde mal wieder den Gang in den Metallverarbeitenden betrieb anstreben und fragen ob dir das ein (möglichst alter) Mitarbeiter mal zeigen kann...
Ja schon habe da auch mal im Ferienjob versucht mir das zeigen zu lassen. Wie soll ich sagen? Es ist verdammt schwer am Anfang - diese verfluchte Rundung! :steirer:
Aber lass es dir zeigen oder erklären, das ist super wichtig IMHO.
grüße
reno
Guude!
Da muß ich doch auch mal meinen Senf dazugeben.
Ich will echt nicht klugscheißern, aber bei manchen gutgemeinten "Tips" rollen sich mir die Fußnägel auf.
Ist aber natürlich nicht böse gemeint, nicht daß sich wieder mal jemand auf den Schlips getreten fühlt.
RenoRulez
Ja schon habe da auch mal im Ferienjob versucht mir das zeigen zu lassen. Wie soll ich sagen? Es ist verdammt schwer am Anfang - diese verfluchte Rundung!
Aber lass es dir zeigen oder erklären, das ist super wichtig IMHO.
grüße
reno
Ich bin Werkzeugmacher seit 25 Jahren und kann gut Bohrer schleifen, aber was meinst Du mit Rundung?
Von Tips wie "dann schleif Deinen Bohrer einfach nach" würde ich lieber Abstand nehmen, weil wenn derjenige so etwas noch nie gemacht hat, kann das im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen.
Bohrer schleifen nur vom kompetenten Fachmann zeigen lassen und unter Aufsicht erst üben bis man es kann und auch weiß was man da macht. Dann kann man auch alleine schleifen.
Vor allem Schutzbrille aufsetzen.
@litle
Ich habe mich mal schlau gemacht, was SB1 überhaupt ist.
Ich denke mal, viele von Euch wissen zwar für was dieser Stahl verwendet wird, aber nicht was dieser Stahl ist.
Deswegen ist Deine Empfehlung von max. V=50m/min nicht sehr gut.
SB1 hat sehr viel Chrom und Chromstähle lassen sich relativ schlecht bearbeiten, Ausnahmen gibt´s natürlich auch hier wie immer.
Wenn ich diesen Werkstoff im Betrieb bearbeiten würde (also auch Bohren), dann würde das auf einer CNC-Maschine passieren, mit viel Kühlschmierstoff und gleichmäßig.
Schnittgeschwindigkeit bei HSS-E Bohrer würde ich 18m/min wählen und das unter "optimalen" Bedingungen.
Chris Knife hat bei sich keine optimalen Bedingungen.
Bei Bohrer D=6 und V=18m/min würde die Drehzahl theoretisch gerundet 950U/min betragen.
Wenn ich das auf meiner privaten Ständerbohrmaschine machen würde, dann würde ich den Bohrer nur ca. 500U/min laufen lassen.
Als Schmiermittel ist auch nicht jedes Öl geeignet, da hat der liebe Baumarktmitarbeiter mal wieder wie so oft nicht recht.
Das zu erklären würde jetzt hier zu weit führen, aber mehr oder weniger optimaler Kühlschmierstoff wäre Emulsion, also ein Gemisch aus speziellem Bohröl und Wasser mit einem Ölanteil von ca. 8-10%.
Bei Chromwerkstoffen ist vor allem eine gute Kühlung wichtig und davon ist zB. WD40 weit entfernt.
Theoretische Schnittgeschwindigkeiten, zumindest die für Stahlwerkstoffe würde ich auf der Ständerbohrmaschine (also ohne optimale Schnittbedingungen) sowieso immer um min. 1/3 oder nochmehr reduzieren, die Bohrer werden es einem mit längerer Standzeit danken und viel langsamer ist man dadurch auch nicht, im Hobbybereich ist die Zeit sowieso fast egal.
Und trotzdem, daß bei vielen das Hobbybudget begrenzt ist, bei solchen Werkzeugen, wo es auch um die Sicherheit geht, nur im guten und seriösen Fachhandel einkaufen.
Auf dauer ist das billiger, auch wenn vielen das im ersten moment nicht logisch erscheint.
So, Klugscheißermodus aus :D.
Gruß aus Mittelhessen,
Holgi :)
Das gleiche was du jetzt viel ausführlicher gemacht hast hab ich eben auch versucht:
Als kss nicht irgendwas sondern am einfachsten z.b. in nem WZB mal freundlich nach nem litter fragen.
Ich hätte vielleicht erwähnen sollen dass 50m/min für weiche Baustähle als Höchstgrenze ist, und bei schwer zu bearbeitenden Stoffen (wie Chromstählen) entsprechend reduziert werden muss.
Bohrer Schleifen halte ich jetzt für nicht sooo schwer, als dass man es als Handwerklich geschickter Mensch nicht im Selbststudium lernen kann, nachdem man die grundtechnik mal gezeigt bekommen hat. Zumahl er ja nicht as problem hat eine 100%ig exakte Bohrung machen zu müssen.
Mit "Rundung " war wohl die runde Handbewegung beim Anbringen des Freiwinkels gemeint.
@Litle
Genau das war mit Rundung gemeint. Der Freiwinkel.
Klar muss man sich das zeigen lassen, und wie ich geschríeben habe - es wird niemals nie einfach sein am Anfang.
Aber HALLO - irgendwann muss man eben anfangen und es probieren, bzw. sich zeigen lassen.
Da hilft dann alles "könnte in's Auge gehen" nichts.
Und wer beim Schleifen von egal was ohne Brille arbeitet ist auch selber schuld, das ist eine Grundregel...
Am besten günstige alte Bohrer nehmen und viel üben...
grüße
reno
Hallo,
auch noch meinen Senf dazu.
Holgi hat vollkommen recht.
Für Anfänger beim Bohrer nachschleifen ist es auch hilfreich eine Bohrerschleiflehre zu verwenden die einen bestimmten Winkel und ein Skala hat, denn nur mit dem Auge schleifen ist evtl. nicht ideal.
Öl taugt nicht beim Bohren. Ich möchte hier aber nicht wiederholen. Ein Zentrierbohrer ist auch oft sehr hilfreich, der Bohrer hat dadurch eine bessere Führung zu Beginn des Bohrvorganges.
Es gibt auch Tricks beim Bohrerschleifen z.B. das Ausspitzen der Seele, aber für jeden der das lernen will, lasst es euch zeigen, ist am besten.
Hier im Forum wurde auch schon Einiges darüber geschrieben.
Gruß Kuno
Nochmal zu den Bohrern:
Bei Peter M Boersch gibts im Onlineshop ein 1-10mm HSS-E Set mit 5% Cobalt für 24€. Hart sind sie wie die Sau, meiner Meinung nach fast ein bisschen zu hart, da bei unsachgemäßer Anwendung schnell ausbrüche entstehen. Wenn man aber gewissenhaft mit ihnen umgeht, sind die Teile super und bleiben sehr lange scharf. Hier der Link:
http://www.boersch.com/asp2/bestellen.asp?Gruppe=5&Key=791
Hallo,
zum Bohren wurde schon alles gesagt, vielleicht noch eine kleine Ergänzung zum Schleifen: Recht gut ist´s hier erklärt:
http://www.autoschrauber.de/content/000101/bohrer-und-spiralbohrer-anschleifen.php
-Da ist unter "6." auch ein Video, das das Wichtigste ganz gut erklärt. Um den Winkel (Spitzenwinkel 118°) halbwegs einzuhalten, habe ich mir einen Strich auf den Auflagetisch gemalt. Der richtige Freiwinkel entsteht durch eine Kombination von Schwenken (nicht zu weit hoch mit dem Schaft), minimales Drehen um die Bohrerachse und dabei nicht zu arg gegen die Scheibe drücken. Aber obiges Video zeigt wohl mehr als tausend Worte.
-Daß dies alles nicht an einem Band- oder Tellerschleifer geht, ist aber klar. Ich hatte vor einem halben Jahr wegen der großen Menge stumpfer Bohrer über eine Schleifvorrichtung nachgedacht, mich dann letztendlich doch für einen günstigen Schleifbock und Handarbeit entschieden und es nicht bereuht:
-Nach einigen Bohrern hat man´s raus (man macht ja nix kapputt, so lange man den stumpfen Bohrer nicht ausglüht, kann man viiiel daran üben), so dass sie zumindest zentrisch bohren
-Maßhaltige Löcher sollten halt gemeinsam gebohrt + gerieben werden
-ein Zentrierbohrer hilft auch, wie Concho schon sagte
Das Anspitzen kann ich noch nicht zufriedenstellend, aber mal sehen.
Gruß, Daniel
Moin!
RenoRulez @Litle
Genau das war mit Rundung gemeint. Der Freiwinkel.
Klar muss man sich das zeigen lassen, und wie ich geschríeben habe - es wird niemals nie einfach sein am Anfang.
Aber HALLO - irgendwann muss man eben anfangen und es probieren, bzw. sich zeigen lassen.
Da hilft dann alles "könnte in's Auge gehen" nichts.
Und wer beim Schleifen von egal was ohne Brille arbeitet ist auch selber schuld, das ist eine Grundregel...
Am besten günstige alte Bohrer nehmen und viel üben...
grüße
reno
Und doch muß ich Dir widersprechen.
Es könnte ins Auge gehen, alleine aus dem Grund, weil ein Laie nun einmal nicht weiß, wie man es richtig macht.
Und es gibt einiges, was man falsch machen kann, auch Sicherheitstechnisch.
Natürlich kann man sich vieles selbst beibringen oder aus Büchern lernen oder wie haasi schreibt, durch ein Video.
Das Video an sich finde ich nicht schlecht, aber es gehören auch noch die Sicherheitstechnischen Dinge dazu.
Und wer beim Schleifen (zumindest ein Laie, der soetwas noch nicht gemacht hat) ohne Schutzbrille arbeitet, ist nicht unbedingt selbst schuld, viele wissen es nicht und können sich auch nicht vorstellen, was durch Schleifspäne passieren kann.
Und was nutzt die beste Grundregel, wenn man sie nicht kennt.
Ich finde es ja auch klasse, daß es in der heutigen Zeit für alles Internetforen gibt, aber was bringt das, wenn ein Laie einem anderen Laien einen Tip gibt, der nicht richtig ist, vor allem, wenn es auch um die Gesundheit geht.
Auch Fachleute können Tips geben oder ein Video.
Es gibt aber nun mal Dinge, die erlernt man am besten "vor Ort".
Dann kann auch nichts schiefgehen.
Wie oft wird hier z.B. geschrieben, "gehe zu einem Schmied und laß es Dir zeigen, das bringt Dir am meisten".
Nichts anderes ist es mit dem Bohrer schleifen.
Deshalb muß ich es noch einmal schreiben.
Solche Dinge wie Bohrer schleifen läßt man sich am besten von einem kompetenten Fachmann unter Aufsicht beibringen.
Wenn man dann weiß wie es geht und die Sicherheitsregeln kennt, kann man ja alleine üben, bis alle Bohrer scharf sind.
Nix für ungut und wieder nicht auf den Schlips getreten fühlen. :)
Gruß aus Mittelhessen,
Holgi
Nein ich fühle mich nicht auf den Schlips getreten,
aber nichts anderes habe ich auch geschrieben:
Klar muss man sich das zeigen lassen, und wie ich geschríeben habe - es wird niemals nie einfach sein am Anfang.
und:
Ja schon habe da auch mal im Ferienjob versucht mir das zeigen zu lassen. Wie soll ich sagen? Es ist verdammt schwer am Anfang - diese verfluchte Rundung!
Aber lass es dir zeigen oder erklären, das ist super wichtig IMHO.
Ich denke damit habe ich genug in die Richtung gelenkt, sich das zeigen zu lassen.
Auch mein Hinweis, dass es "sehr schwer" ist, soll klar machen, dass es wahrscheinlich nicht mit "hinsetzen und machen" getan ist.
Mein Text steht im Kontext zueinander: Erst der Hinweis, dass man es sich zeigen lassen soll (hier gehe ich eben davon aus, dass jemand, der die Technik beherrscht, sich auch nicht genug gut ist, Sicherheitshinweise zu geben), und DANN viel selber üben, und probieren.
Ich hoffe nun ist das geklärt und ich habe niemanden auf den Schlips getreten? :steirer:
Zu den allgemeinen Hinweisen: Bitte immer beim Schleifen, oder bei allem, was sich schnell dreht (Drahtbürste am Winkelschleifer ganz besonders!) eine Schutzbrille aufsetzen. Wir haben schon die tollsten Sachen gesehen, Fiberscheiben die auseinanderfliegen, Drahtfetzen von der Bürste, die neben dem Auge stecken (nein, ICH war's nicht...).
Es passiert immer DANN, wenn man NICHT aufpasst und nur "kurz mal was" macht.
Siehe auch dieser Thread zur Ergänzung, wenn es um Sicherheit geht:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=23737&highlight=Verletzungen+Messermachen
Grüße nix für ungut
reno
Chris Knife
26.11.07, 18:01
@Haasi: Vielen Dank , das war der entscheidende Tip! Prima Link!:super:
@all: Danke für die Hilfe, ich sehe das Thema ist nicht nur für mich interessant.
Grüsse Chris
Christoph Reischer
26.11.07, 18:55
Ich finde zum Üben und Lernen eignen sich Bohrer mit D-8,9&10mm am besten. Die Probebohrung sollte am besten mit einem Innenmikrometer oder wenn nicht vorhanden Digital oder Uhrenmessschieber überprüft werden. Wenn der Bohrer 3-4 Hundertstel größer bohrt, ist das durchaus ok.
mikromeister
27.11.07, 10:37
Wie hier einige richtig anmerken, sind die Schnittgeschwindigkeiten aus Tabellen ausgereizte Werte unter optimalen Bedingungen.
Im Hobbykeller spricht nichts dagegen die Schnittgeschwindigkeit DEUTLICH zu senken.
Das bedeutet 10m/min bei Baustahl und 5 m/min bei Chromstählen sind ok.
Weil nun die meisten Leute das nicht gut schätzen können ist eine kleine selbstgerechnete Tabelle an der Maschine hilfreich.
10 mal schätzen und dann nachrechnen öffnet fast jedem die Augen!
Kühlschmierung ist wie schon vielfach erwähnt bei nahezu jeder Zerspanung ausserordentlich hilfreich.
Speziell bei VA ist es unumgänglich, weil Chrom-Nickelstähle eine sehr schlechte Wärmeleitfähigkeit haben und die Bohrstelle deshalb besonders schnell überhitzt.
Besonders bei VA ist auch zu beachten, dass das Material während der Bearbeitung dazu neigt oberflächlich zu härten. Das passiert:
1. Durch starkes Ankörnen
2. Durch zu geringe Spantiefe
Deshalb ist es wichtig aber auf der Ständerbohrmaschine schwierig von der ersten Sekunde an für einen ganz gleichmäßigen und relativ großen Vorschub zu sorgen.
Mit einen etwas stumpfen Bohrer ein bisschen auf der Stelle geritten und die Bohrung ist trotz Kühlung so Oberflächenhart, dass sich dieser Bohrer nur mehr aufreibt und ganz hinüber ist.
Dieser Zustand ist leicht als hochfrequentes Rattern oder deutliches Knarzen zu hören und die Bohremulsion vibriert wie im Ultraschallbad.
Zum Bohrerschleifen möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben:
Es gibt sicher in jeder Messermacherwerkstatt gefährlichere Sachen als Bohrerschleifen. Messer schleifen z.B.
Schwierig ist es aber trotzdem und in der Tat schwer aus Büchern zu lernen.
Wenn man nun sein Bohrer-Erstlingswerk fertig hat, ist es gar nicht so einfach zu entscheiden ob es gelungen ist oder nicht und vor allem wo der Fehler liegt.
Deshalb hier eine Troubelshooting Liste:
1. Es kommt nur ein Span statt 2 Späne: Spitzenwinkel ungleich geschliffen.
2. Die Bohrung ist größer als sie soll und/oder wird beim Bohrungsausgang kleiner: Die Bohrerspitze ist nicht in der Mitte.
3. Der Bohrer rattert und macht 3-eckige Löcher: Der Freiwinkel ist zu groß. Für den Hobbygebrauch ist ein recht kleiner Freiwinkel angenehm. Z.B. wie bei einem Senker, der schneidet seidenweich selbst in dünnes Blech und hakt nie ein.
4. Der Bohrer schneidet nicht optimal: Freiflächen genau anschauen. Wenn irgendwo insgesamt oder lokal der Freiwinkel negativ ist, schweisst sich dort Material auf. Der Bohrer "drückt".
Besonders leicht passiert das in der Nähe der Spitze.
Leichtes Ausspitzen ist nicht schwer und reduziert diese Gefahr.
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