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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewindeschneiden für Dummies...



Flaming-Moe
25.01.02, 13:07
Kann mir mal kurz einer die Grundsätze des Gewindeschneidens näherbringen?

Ich bin hier etwas planlos.

Gibt es ne Regel was die Durchmesser fertiges Gewinde - Kernlochbohrer betrifft? Oder eine Formel?

Es gibt Gewindeschneider für die Hand und für die Maschine.
Vor- und Nachteile jeweils? Was ist ratsamer für einen vollkommen Unbedarften???

HankEr
25.01.02, 13:33
Bin sicher kein Experte, aber ich finde für die meisten Gewinde die man so braucht kann man auf maschinelle Unterstützung gut verzichten und ich denke sogar, daß es manuell mit guten Schneidern und einer guten "Fassung" (Hebel) einfacher geht.

Armin II
25.01.02, 13:46
Ist doch halb so wild: Für den Kernlochdurchmesser gilt in etwa die Faustformel :
Gewindedurchmesser * 0,8 = Kernlochdurchmesser
oder ganz genau Gewindedurchmesser - (2*Gewindesteigung)= Kernlochdurchmesser

dazu sollte man aber die Gewindesteigungen wissen:irre:

Wenn du es genauer wissen willst findest du die Kernlochdurchmesser zu metrischen Gewinden in jedem Tabellenbuch fürs Metallhandwerk, ausserdem sind bei vielen Messschiebern auf der Rückseite Tabellen mit den Kernlochdurchmessern und Gewindesteigungen angegeben.

Bei manchen Bohrersets sind Kernlochbohrer enthalten, das sind dann die mit Durchmesser 3,3mm (M4) 4,2mm(M5) 6,8mm(M8)

Zu den Gewindeschneidern: Handgewindebohrersets bestehen normalerweise aus 3 Bohrern je Durchmesser: Vorschneider,Nachschneider, Fertigschneider gekennzeichnet durch 1 bzw. 2 bzw. null umlaufende Ringe. Die 3 Werkzeuge werden nacheinander angewandt. Die damit geschnittenen Gewinde sollen von der Qualität her besser sein. Das macht aber heute fast niemand mehr wegen Zeitaufwand.

Bei den Maschinengewindebohrern gibt es viele unterschiedliche Typen: Für Durchgangs- oder Sachlochgewinde(fördern die Spänne entweder nach unten oder aber nach oben ab) dann gibts unterschiedliche Bohrer für unterschiedliches Material (Alu, Stahl, hochfesten Stahl....)die sind dann farblich gekennzeichnet. Selbstverständlich kannst Du auch mit nem Maschinengewindebohrer von Hand arbeiten.

Was für nen Gewindebohrer du nun verwendest ist gar nicht so wichtig. Kauf dir allerdings nur nicht so nen chinesischen Schrott aus dem Baumarkt, das kannst du vergessen.

Das wichtigste:
1. Nur mit Schmiermittel (Schneidöl) arbeiten
2. Beim Gewindeschneiden denn Bohrer senkrecht von Hand mit dem Windeisen ins MAterial drehen, während der ersten Umdrehung kannst Du den Winkel noch korrigieren falls du schräg angesetzt hast.
Mit Gefühl arbeiten, sonst ist der Gewindebohrer ruckzuck ab. Den Bohrer ca. 1/2 bis 1/3 Umdrehung ins Material hineindrehen, dann etwas rückwärts drehen bis die Späne brechen, dann wieder ca. ne 1/2 Umdrehung nach vorn, dann wieder etwas zurück, usw.usw.usw. Wichtig ist, dass du gleichmässig drehst, nicht ruckartig, sonst ist der Bohrer ab. Auch das Windeisen an beiden Hebelenden gleichmässig mit je einer Hand drehen, wenn du an einem Ende stärker ziehst verkantet der Bohrer.
3.Je nach Materialfestigkeit und Dicke kann man die Kernlochbohrungen etwas grösser oder kleiner bohren. Ausserdem darauf achten ob die Bohrung vom Durchmesser her auch so ausfällt wie sie sein sollte. Speziell in Alu fallen die Bohrungen gern etwas grösser aus als der Bohrerdurchmesser. Und die Bohrung vor dem gewindebohren natürlich entgraten und ansenken

Mit der Maschine gewindeschneiden geht eigentlich nur dann, wenn die Maschine auf langsamster Drehzahl läuft und beim Ausschalten nicht lange nachläuft, noch besser wenn sie per Fusspedal von Rechts auf Linkslauf umgeschaltet werden kann. Als Anfänger würde ich sowas aber nicht probieren.

Buddy
25.01.02, 14:24
das mal ne gute anleitung!:super:
aber ich hab da noch einen kleinen tipp für dich, wenn das gewinde genaustens senkrecht sein muß und du eine ständer bohrmaschine hast. Dann kannst du den Gewindebohrer an glatten stück einspannen, nicht am vierkant, das Bohrfutter ist nicht für vierkant geeignet. Du nimst den gang raus oder versucht in einen möglichst großen gang zu kommen und drehst dann nur mit der hand!! auf keinen fall auf die idee kommen den motor einzuschalten. dann mit viel gefühl den Gewindebohrer mit wenig druck auf werkstück drücken und mit der anderen hand drehen, zumindest die ersten paar umdrehungen. dann besser mit der hand weitermachen. Auf jedenfall vorsichtig dabei sein.
und das solltest du auch nur machen wenn du ein wirklich senkrechtes loch brauchst. denk dran, wenn du gewinde schneidest das du niemals verkanten darfst oder sonst wie rummucken. Gewindebohrer brechen erfahrungsgemäß super mega schnell ab. Plane gerade auch bei kleinen gewinden mehr als nur einen bohrer ein. Mit der qualität von bauhaus sachen stehe ich auf kriegsfuß, gebe lieber etwas mehr aus und kauf im eisenwahrenladen vernünftige bohrer. Und immer genug schneidtran benutzen, die Gewindebohrer werden es dir danken....

viel glück

Grüße Buddy

zorro_43
25.01.02, 15:01
@Armin II:
Gut beschrieben. Eine Anmerkung noch: Wenn du die modernen Maschinengewindebohrer benutzt ist das ständige vor- und zurückdrehen überflüssig(schädlich).
Die Maschine macht das auch nicht.
Die Späne werden dann nicht so gut aus der Bohrung (besonders bei Grundlöchern) gefördert.


:)
Zorro

HankEr
25.01.02, 15:09
Hm, wie gesagt, ich bin sicher kein Profi, aber Gewindeschneiden (innen wie außen) habe ich noch nie als Wissenschaft gesehen. Gutes Set und Schneidöl zur Hand haben und loslegen. Ob man noch mal kurz zurückdreht oder nicht, das ergibts sich meiner Ansicht nach von selbst beim schneiden.

Armin II
25.01.02, 15:46
Das Gemeine an abgebrochenen Gewindebohrern ist übrigens dass man das Werkstück dann meistens wegwerfen kann, weil man das abgebrochene Teil des Gewindebohrers kaum noch aus der Bohrung herausbekommt...:confused: :confused: :confused:

also am Besten lässt du es dir von jemandem zeigen der es kann:irre:

Armin II
25.01.02, 15:55
Dann ist man selbst schuld:irre:

sepp
25.01.02, 17:22
Hallo,
mir hat mal jemand gesagt,80% vom Gewinde wird gebohrt.Das heißt soviel:bei M8 = 8x8 = 64 = 6,4 mm Bohrer. M6 = 6x8 = 4,8 mm Bohrer usw.

luftauge
25.01.02, 17:44
@ sepp :

Vielleicht passt diese Formel für amerikanische Wurfpassungstoleranzen, aber beim ISO-Metrischen Gewinde würde keine Schraube halten, und nie ein Gewindebohrer abbrechen :D
und auf senkrechtes Ansetzen und -schneiden müsste mann auch nicht mehr achten !

Im Ernst :
Jedem Gewinde-Nennmass ist ein Kernloch (Innen)-, bzw. Bolzendurchmmesser (Aussen) zugeordnet (festgelegt), und bei GB/US-Gewinden ist das Gewindemass in Gängen (Umdrehungen) pro Zoll angegeben.
und je nach Werkstoff (der eine wird mehr geschnitten, der andere mehr gestaucht) kann man schon mal etwas grösser bohren, oder für aussen entsprechend etwas mehr abdrehen, jeweils ca. o,1 mm/D.

Die 80% stammen wohl eher von der Festigkeit für Schrauben 8.8, hast Du es evtl. verwechselt ?

Gruß Andreas/Luftauge

Buddy
25.01.02, 18:05
leute, nun macht dem armen kerl mal keine angst, vonwegen abgebrochenen gewindebohrer.... Je unbefangener und lockerer man an die sache rangeht desto weniger ist man verkramft und verbockt die sache nicht so schnell.

und wenn der mal abgebrochen sein sollte, dann nimst du ne zange und versuchste das ding raus zu drehen, wenn das abgebrochene stück dafür zukurz ist machste was anderes. Dann setzt du die ne Schutzbrille auf!! ohne würde das selbst ich nicht machen.... und nimst einen guten kleinen körner und haust mit dem hammer vorsichtig drauf. aber nicht einfach senkrecht von oben sondern schräge von der seite, so das der sich weiterdreht. dabei aber wirklich ne schutzbrille aufsetzen, dabei können noch mehr kleine teile vom bohrer abrechen. die gewindebohrerfragmente können dann zum scharfen herumfligenden gefarhrenpotential werden.

Grüße Buddy

Flaming-Moe
25.01.02, 18:58
1000 Dank für die vielen hilfreichen Antworten.

Besonders an ArminII!!!

Mit dieser Anleitung dürfte selbst ich das hinkriegen... ;)

sepp
25.01.02, 19:07
@ Luftauge,
jetzt überteibst Du aber ein bisschen.Habe bis dato immer auf die 80% Art gebohrt und geschnitten und es hat für den Hausgebrauch immer gut funktioniert.Wahrscheinlich meinst Du besondere Gewinde und Materialien.
gruß sepp

luftauge
25.01.02, 22:47
@ sepp :

Die "US-Wurfpassung" ist tatsächlich eine Übertreibung, wird abwertend für bestimmte Bauteile im Blechbau benutzt, die aus USA importiert werden, bzw. für gesamte Montagen/Fertigkomponenten von dort, weil zu Viel nachgearbeitet werden muss, um ein eigentlich einbaufertiges Teil auch einbauen zu können ;)

Aber wenn Du in Metall tatsächlich mit diesen 80% arbeitest, und z.B. M8 mit 6,4mm oder M6 mit 4,8mm vorbohrst, dann müssten Dir in Stahl öfter Gewindebohrer abbrechen, es wird ja manchmal schon kritisch, wenn man den DIN-Kernlochdurchmesser mit einer spielfreien Bohrmaschine und neuen Bohrern einhalten kann.

Denn je kleiner das Kernloch, desto mehr muss der Gewindebohrer wegschneiden, umso höher sind auch die auftretenden Reibungs- und Schneidkräfte - selbst in Alu mit überlaufendem Öl würde das schwierig.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es so funktioniert, allerdings habe ich auch einen Gedankenfehler gemacht, als ich mir die 80% -Bohrungen vorstellte, weil ich im Hinterkopf bereits die etwas grösseren (+ 0,1 D) hatte ;)
Aber wenn das geht, dann geht das.

Gruß Andreas/Luftauge

freagle
25.01.02, 22:52
Wie schon gesagt wurde, ist Gewindeschneiden eigentlich recht einfach wenn man die Grundregeln beachtet. Nur bei kleineren Gewinden, M2 z.b. muss man etwas vorsichtig sein.Ich muss öfters M2 oder auch 2/56 in Messerstahl oder Titan schneiden, das ist immer heikel, ich bohr deshalb immer etwas größer vor, sonnst reißt der Gewindebohrer gerade bei Werkzeugstahl oder Titan sehr leicht ab.

freagle

Moppekopp
19.01.07, 14:13
Hi,
ich hole diesen Thread mal aus der Versenkung da ich einen schönen Weg gefunden habe um abgebrochene Gewindebohrer aus Titan rauszukriegen.

Dazu muss das Material einfach nur für 3 Wochen bei Raumtemperatur in ca. 10% Salzsäure gelegt werden.
Das Titan wird nur an der Oberfläche grau oxidiert (sehr schön gleichmäßig), der Gewindebohrer wird zersetzt.
Die Salzsäure färbt sich mit der Zeit violett, ein Zeichen für das entstehen von Co2+ , das ist giftig. Also nur mit Handschuhen und im Freien machen.
Gruß Tobi

lortnoc
21.01.07, 17:27
soviel ich weiss, gilt der faktor 0.8 etwa bis M8 oder so..

es stellt sich die frage nach der anwendung des gewindes.. wir automatiker hauen M6 gewinde in montageplatten rein, und zwar per akkuschrauber. geht ruckzuck, brechgefahr ist klein. (bei kleineren gewinden sieht's anders aus..) schmieren hilft sehr, senkrecht schneiden ist übungssache.
..okay, diese gewinde sind ziemlich minderwertig, denk ich mal.. aber es reicht alle mal um geräte etc zu befestigen.

edit: wenn er abbricht.. tja, dann werden die verklemmten teile mittels körner zertrümmert, aus dem loch gehauen, und das gewinde neu geschnitten. hält in der regel, da der schneider nur am anfang des gewindes abbricht. (wegen verkanten.)
die lochgrösse ist auch ein wenig variabel, ob 4.8 oder 5.0 .. aber eben: automatiker

etwas gutes hat ein abgebrochener gewindeschneider: der HSS stahl :D
daraus lassen sich gute anreissnadeln, mini-meisselchen, körner, und ähnliches machen.
:irre:

alchemist
21.01.07, 19:30
soviel ich weiss, gilt der faktor 0.8 etwa bis M8 oder so..

die lochgrösse ist auch ein wenig variabel, ob 4.8 oder 5.0 .. aber eben: automatiker



Hallo lortnoc,

das mit dem Faktor 0.8 hab ich auch mal gelernt.

Servus

Manfred

moritz.kaiser
21.01.07, 19:37
Hallo,

Der Kernlochdurchmesser ist ganz einfach das Nennmaß des Gewindes minus die Steigung, also M6 hat eine Steigung von 1 also wird mit 5 gebohrt.

Grüße
Moritz

concho
21.01.07, 19:46
Hallo,

also um hier einmal ein Ende der Debatte über Kernbohrer /-durchmesser, Faktor und Formel zu erreichen, hier einen Ausschnitt aus dem Tabellenbuch Metall Ausgabe 43.
Denn ein abgerissenen Gewindebohrer kostet nicht nur Zeit sonderns auch Geld und vor allem ärgert es einen wenn so ein Ding abbricht.
Tabelle für Metrische Gewinde.

Gruß Kuno

mikromeister
21.01.07, 21:45
Die Tabelle ist mal ein Nagel mit Kopf!

Man kann es nie oft genug sagen: SCHMIEREN mit dickem Öl.

Das Schneiden von Aussengewinden ist noch nicht angesprochen worden.
Der Aussendurchmesser des Ausgangsmaterials ist gleich dem Nenndurchmesser des Gewindes. Evtl. minus 0,1mm
Der Gewindeanfang muss großzügig angefast sein. Idealerweise mit 120° Kegelwinkel.
Schneideisen sind im Gegensatz zu Gewindebohrern frei Hand fast nicht gerade drauf zu bekommen. Am einfachsten behilft man sich in der Bohrmaschine.
Werkstück senkrecht einspannen, Schneideisen ansetzen und mit dem Bohrfutter mit ganz zurückgezogenen Spannbacken während des Drehens leicht hinten auf den Schneideisenhalter draufdrücken. Dazu braucht man einen Helfer, aber dafür geht es auch recht exakt.
Man muss auf der gesamten Gewindelänge immer leicht nachhelfen, weil so ein Schneideisen auch nach 1cm geradem Schnitt noch schräg weglaufen kann.

luftauge
21.01.07, 22:23
...
Am einfachsten behilft man sich in der Bohrmaschine.
Werkstück senkrecht einspannen, Schneideisen ansetzen und mit dem Bohrfutter mit ganz zurückgezogenen Spannbacken während des Drehens leicht hinten auf den Schneideisenhalter draufdrücken. Dazu braucht man einen Helfer...

Dass man beim Schmieden ggf. einen Helfer (Zuschläger) braucht, ist nicht neu, aber ein Helfer zum Gewindeschneiden...

Wer solche exakt winkligen Gewindezapfen von mehr als 1cm benötigt, oder bis zu 1cm Länge nicht ohne Helfer schneiden kann, sollte sie besser anfertigen lassen - ein annähernd winkliges Aussengewinde freihand zu schneiden, gehört zu den Grundfertigkeiten im Metallhandwerk, das kann auch ein Nichtmetaller mit etwas Übung, und ohne Übung geht es nicht...

edit:
dass es um den Vorschubhebel einer Tisch- oder Säulenbohrmaschine geht, den *der Helfer* bedienen soll, musst Du auch dazu sagen, es geht hier um "Gewindeschneiden für Dummies", und nicht für Fortgeschrittene, die solche "Kniffe" wohl eher nicht brauchen...
Ich möchte lieber nicht wissen, wieviele "Dummies" jetzt überlegen, wie sie das mit einer Bohrmaschine und Helfer hinbekommen können...

gast31082009
21.01.07, 22:30
Zitat Luftauge:
ein annähernd winkliges Aussengewinde freihand zu schneiden, gehört zu den Grundfertigkeiten im Metallhandwerk, das kann auch ein Nichtmetaller mit etwas Übung, und ohne Übung geht es nicht...
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Das ist genau so, außer jeder traut sich zu alles zu können.
Wenn man alles kann, braucht man schon mal Hilfsmittel, die der, der es kann nicht braucht. :D

" Grundfertigkeiten" ist ein schönes Wort.

Wer es nicht versteht, bitte nochmal lesen.

Stefan

Wenn wir schon dabei sind, beim Gewindeschneiden ist cm das Unwort, wir haben es hier mit mm zu tun.
Sorry, mit 1 /10 mm.

luftauge
21.01.07, 22:48
Das ist genau so, außer jeder traut sich zu alles zu können.
Wenn man alles kann, braucht man schon mal Hilfsmittel, die der, der es kann nicht braucht. :D

" Grundfertigkeiten" ist ein schönes Wort.


Aber ein Tip sollte auch praktikabel sein, und wenn ein Anfänger = Dummie allein das nicht sofort kann, dann können es zwei auch nicht - auch nicht mit *Bohrmaschine*...

Und mit solchen Grundfertigkeiten fängt man an, man muss und kann nicht alles sofort richtig können - es gibt kleine Führungshilfen, die in den Scheideisenhalter vorgespannt werden, um nicht allzusehr zu verkanten, dadurch sollte man auch Gefühl für die richtige Haltung in die Hände bekommen.

Der Tip mit der *Bohrmaschine* als "Winkelhilfe" ist fast noch schlimmer, als der Rat zur Hohl- oder Flachschleifvorrichtung zum Klingenschliff... :hmpf:

Gruß Andreas

murphy
22.01.07, 07:47
Hi,
ich hole diesen Thread mal aus der Versenkung da ich einen schönen Weg gefunden habe um abgebrochene Gewindebohrer aus Titan rauszukriegen.

Dazu muss das Material einfach nur für 3 Wochen bei Raumtemperatur in ca. 10% Salzsäure gelegt werden.
Das Titan wird nur an der Oberfläche grau oxidiert (sehr schön gleichmäßig), der Gewindebohrer wird zersetzt.
Die Salzsäure färbt sich mit der Zeit violett, ein Zeichen für das entstehen von Co2+ , das ist giftig. Also nur mit Handschuhen und im Freien machen.
Gruß Tobi

@Moppekopp

Okayyyyyyy.... giftig habe ich noch verstanden.... aber drei Wochen im Freien bei Raumtemperatur
...:confused: :confused: :confused: ..... bin ich jetzt drinnen oder draußen oder was :D :confused: :D

Gruß Murphy

schrenz
22.01.07, 09:14
Um mal Licht ins Dunkel der Kernlochdurchmesser zu bringen:
Diese unterschiedlichen Formeln und Faustregeln resultieren aus einer Änderung der Gewinde DIN in den 50er/ 60er Jahren (der genaue Zeitpunkt ist mir auch unbekannt), diese "mal 0,8" Faustregel funktioniert nur bei der alten DIN-Norm, für die aktuelle Norm hilft nur eine Tabelle wie dankenswerterweise von Kuno vorgestellt weiter!
Grüße
Jens

Moppekopp
22.01.07, 09:51
Okayyyyyyy.... giftig habe ich noch verstanden.... aber drei Wochen im Freien bei Raumtemperatur
... ..... bin ich jetzt drinnen oder draußen oder was


@murphy: so genau muss man das nicht nehmen. Mit Raumtemperatur meine ich nur, dass man Titan in Salzsäure nicht erhitzen sollte. Grundsätzlich wäre der Gedanke durch Erhitzen die Reaktionszeit zu verkürzen ja richtig. Nur wird Titan durch heiße Salzsäure angegriffen.

Ob das Bauteil jetzt 3 Wochen bei 15°C oder 25°C in der Salzsäure liegt ist egal.

Gruß Tobi

mikromeister
22.01.07, 09:52
Aber ein Tip sollte auch praktikabel sein, und wenn ein Anfänger = Dummie allein das nicht sofort kann, dann können es zwei auch nicht - auch nicht mit *Bohrmaschine*...

Der Tip mit der *Bohrmaschine* als "Winkelhilfe" ist fast noch schlimmer, als der Rat zur Hohl- oder Flachschleifvorrichtung zum Klingenschliff... :hmpf:
Gruß Andreas Bei allem Respekt für deine umfassenden und herausragenden Kompetenzen:
Ich habe tatsächlich vergessen zu erwähnen, dass man eine Ständerbohrmaschine verwenden muss, aber die restlichen Anfeindungen sind ganz schön hochnäsig.
Kein Profi, nicht mal G-W-Sch- Installateure schneiden Aussengewinde freihand. Weil es nämlich nicht gescheit geht.
Ich sehe nicht, warum man ein Hilfmittel das nichts kostet und viele Leute in der Werkstatt stehen haben aus ideologischen Gründen nicht verwenden sollte. Zumal du dich noch nicht einmal getraut hast zu behaupten dass es nicht funktioniert.

newtoolsmith
22.01.07, 10:12
Dieser Thread hätte sehr kurz sein können.

Flaming-Moe
22.01.07, 11:33
Vor 5 Jahren war er das ja auch noch. :)

Die Tabelle von Kuno ist aber trotzdem super!

newtoolsmith
22.01.07, 13:59
Stimmt, da ist sogar schon SW16 für M10 drin.:)

luftauge
22.01.07, 14:06
...
Zumal du dich noch nicht einmal getraut hast zu behaupten dass es nicht funktioniert.

Ich weis, dass es funktioniert - sogar allein und ohne Helfer ;)

Hochnäsig ist daran gar nichts und "angefeindet" erst recht nicht, das war einfach mal eine willkommene und absichtliche Retourkutsche für *einige* Deiner Beiträge, in denen Du behauptest, dass irgendwas falsch ist, falsch beschrieben wurde oder nicht funktioniert, und als "Beweis" Handbücher oder Handbuchdaten ohne weitere Erklärung zitierst - so kann man sich das Leben einfach machen (z.B. EP-Verklebung, Laminiermischungsverhältnis oder Bohr-/Schneidschmierung falls Du Dich erinnerst)

Du hältst es oft nicht für nötig, einzelne Beiträge im Zusammenhang zu betrachten, sondern pickst Dir nur gezielte "Einzelteile" raus - *genau das* habe ich jetzt auch mal gemacht :cool:
Auf detaillierte Nachfragen oder Verallgemeinerung auf den Hobbybereich reagierst Du gewöhnlich nämlich grundsätzlich nicht.

Aber wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht Dasselbe, nicht wahr ?

noch was vergessen:
Selbst das, was Du jetzt an meinem Beitrag kritisierst, hast Du nicht ganz betrachtet, geschweigedenn richtig verstanden, obwohl ich es schon in Erwartung genau dieser, deiner Reaktion differenziert geschrieben hatte...

mikromeister
22.01.07, 15:04
Wenn jemand der Meinung ist, dass ich hier in diesem Forum Thesen verbreite die nicht dem allgemenen Stand der Technik entsprechen möge er mir das bitte per PM mitteilen, dann lösche ich das gerne wieder raus.
Das hohe Niveau und der meist sehr sachliche Umgangston in diesem Forum ist mir viel Wert.