Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Falten beim Damastschmieden
Hallo!
Ich habe eine (möglicherweise) recht dumme Frage. Nachdem ich jetzt meine ersten Damastklingen allein und mit viel Schweiß geschmiedet habe, ärgert es mich immer mehr, dass es mir nicht immer gelingt, beim Falten genau die Mitte des glühenden Stückes zu finden. Es gehen mir also immer wieder 1 - 2 kostbare Zentimeter "verloren". Markiert ihr die Faltstelle vorher? Wenn ja, womit? Oder gibt es irgend welche Hilfsmittel dafür? Würde mich über Tipps sehr freuen!!
Bernd
Wenn ich mal nen guten Tag habe, messe ich das vorher aus, meistens aber nicht. :)
Ich halte das Werkstück dann an einen Zollstock ran und körne mir die Mitte an. Körnerpunkte kann man auch bei warmen Eisen noch recht gut erkennen, wenn man etwa weiß wo sie sind. :)
Aber die enden, gerade die von Dir genannten 1-2 cm sind sehr oft voller Schweißfehler, ich lasse die absichtlich raus aus dem Damast. Aber versuchen kannst Du es ja mal.
It depends. Bei Lagendamast mache ich das per Augenmaß. Bei Mosaikdamast werden die fertigen Zwischenstadien abgekühlt, präzise geschnitten, geschliffen, wieder zusammengesetzt und wieder geschweißt.
Ich kenne auch Damastschmiede, die mehrere Pakete vorbereiten und immer nur ein Stadium verschweißen und ausrecken, dann die ganzen Barren abkühlen, kleinschneiden, sauber schleifen und wieder zusammensetzen.
Torsten Pohl
15.09.07, 10:11
Ich hab mir da ein einfaches Hilfsmittel gebaut, einfach ein U-Eisen (bei mir sinds zwei L Profilezusammengeschweiß), das genau auf die Ambossbahn passt an der seite ein Metalllineal angeheftet sowie bei null ein Flacheisen als Anschlag.
Ich lege also das Paket an den Anschlag sehe auf einen Blick Gesamtlänge also auch den Mittelpunkt (Kopfrechnen sollte man schon können:D) Warmschrot fertig.
Eine dritte Hand zum halten des Werkstückes ist da hilfreich, bei mir ist das ne Kette.
Tschau Torsten
Chris Deminie
15.09.07, 12:13
Wenn es Dir nur um den Materialverlust geht,dann brauchst Du ja nur das zu kurtze Stück erneut erhitzen und auf die passende Länge ausschmieden.
Gruss Chris
Ich mach´s wie Achim schreibt. Immer nur einmal verschweißen, ausrecken, abkühlen, blank flexen, schichten, erneut verschweißen.
Beim zerschneiden kann man die Stirnflächen fein schleifen, so sieht man gleich, wenn nicht richtig verschweißt wurde und kann den Barren gleich ausscheiden, das spart Frust.:D
Durch das blank flexen minimiert man die Möglichkeit von Schweißfehlern enorm.
Ich richte mir immer gleich mehrere Pakete die ich nacheinander so bearbeite, wegen einem zahlt es sich nicht aus, die Esse anzuheizen.
So mache ich das auch. Da ich meist das Damastpaket in 5 Stücke schneide habe ich schon beim 4. mal schweißen 625 Lagen ( 5/25/125/625 ). Mehr hat eigentlich keinen großen Sinn mehr, weil die Damaststrucktur dann zu fein wird und man ohne Lupe kaum noch was erkennen kann. Wenn man das dann auf 5mm ausschmiedet beträgt die Dicke der einzelnen Lage ja nur noch 0,008mm.
Gruß Egbert
@ Jonas
Danke für den Tipp - werde ihn beim nächsten Mal ausprobieren.
@ Torsten Pohl
Auch nicht schlecht - mich würde nur die "dritte Hand" stören.
@ Egbert
Wie ich schrieb bin ich Anfänger und schmiede von Hand und allein. Dein Tipp ist sicher für Profis vor allem mit Maschinenhammersicher angebracht, aber ich denke, die arbeiten eh so.
Danke an alle!
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