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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lederscheiden mit Holzkern



Eukalypt
14.08.07, 11:42
Hallo liebe Freunde der scharfen Kunst und der Lederverarbeitung,

wie Robert es schon angekündigt hat, hier ein kleiner Workshop zur Anfertigung einer Lederscheide mit Holzkern.

Ich habe die Bilder Durchnummeriert und werde Stichpunktartig vorgehen, damit nichts ducheinander kommt.

1. Holzbrettchen aus Pappelholz, ich verwende Pappelholz weil es weich ist und keine Kratzer auf der Klinge hinterlässt. Aternativ kann auch Magnolienholz wie bei Japanischen Schwertscheiden üblich verwendet werden, doch ist dieses hier zu Lande schwer zu bekommen. Außerdem kann auch Linde oder Birke verwendet werden. Oder jedes andere beliebige Holz,Horn, Knochen,... dann solte die Scheide jedoch zusätzlich gefüttert werden um Kratzer zu vermeiden, das ist jedoch ein Kapitel für sich.

2. Wir beginnen die grob ausgesägten Bettchen planzuschleifen, dafür habe ich ein Grobes Schleifpapier auf eine Glasplatte geklebt. Nach dem Planschleifen wird die Planparalelität der Brettchen überprüft und gegebenenfals nochmal nachgeschliffen. Wichtig, nach dem Schleifen die Oberflächen von Schleifstaub befreien, am besten mit Pressluft. Alternativ können die Brettchen auch gehobelt oder am Bandschleifer, Tellerscheifer plangerichtet werden.

3. Der Klingenumriss wird mit einem Breistift auf die Brettchen aufgezeichnet. Wichtig, vor dem aufzeichnen solte darauf geachtet werden das die Stirnkanten der Brettchen paralell zum Parierelement des Messers verlaufen. Dieser Übergang kann wenn gewünscht bei geschschwungenem Parierstück auch in der Kontur angepasst werden. Außerdem ist es wichtig ein rechtes und ein linkes Stück anzufertigen.

4. Die Kontur der Klinge wird mit einem Messer vorgeschnitten um ein späteres aussplittern der Ränder beim ausstechen mit dem Stechbeitel zu verhindern.

5. Hier seht ihr ein Paar Stechbeitel verschiedener Breit die ich zum Ausarbeiten verwende. Wichtig, vor dem Schnitzen solten alle Schneidwerkzeuge auf max. Schärfe gebracht werden! Es können auch leicht gebogene Hohleisen und Ziehklingen eingesetzt werden, abhängig vom Klingenquerschnitt und seiner Geometrie.

6. Wir beginnen mit dem Ausarbeiten und schnitzen am Klingenrücken eine Schräge ein, welche max. so tief wie der halbe Klingenrücken sein solte. Dies dient später zur Orientierung.

7. Nun wird die Schneide vorbereitet, dort schnitzen wir die Schräge ca. 0,5-1mm tief, abhängig von der Klingengeometrie. Zum Scheidenmund hin gehen wir auf die gleiche tiefe wie beim Klingenrücken.

8. Ein Blick auf die Stirnseite, wo man die beiden Schrägen gut erkennen kann. Wie man sieht ist bereits einem Markierung der halben Klingenstärke angebracht.

9. Die beiden Schrägen werden zu einer Ebene verbunden indem man sie Stück für Stück mit einem breiten Stechbeitel ausarbeitet. Wichtig, man solte zur Spitzte hin mit schmateren Stechbeiteln arbeiten und an den rundungen ev. ein Messer zum ausarbeiten verwenden.

10. Die grobe Form ist nun ausgearbeitet und die Feinarbeit kann beginnen.


Fortsetztung folgt...

Eukalypt
14.08.07, 12:07
11. Um das spätere Einführen der Klinge ohne verhaken zu gewährleisten wird ca. 3-4 cm vor dem Scheidenmund eine Schräge eingearbeitet, die ca. 3-5mm tifer als die halbe Klingenstärke liegt. Hierbei kommt es auf das Messer und seine Konstruktion an. In unserem Fall sind es 3cm zu 3mm.

12. Ein Bild der ausgestochenen Schräge. Die zweite hälfte der Holzscheide wird auf die gleiche Weise vorbereitet, jedoch für die andere Seite!

13. Die Feinarbeit steht bevor, die beiden Brettchen werden zusammengelegt und mit Spannklemmen fixiert. Das Messer wird zur Probe Eingeführt. Nun erkennt man wo es noch hakt und schnitzt an den Berührungspunkten noch etwas nach bis alles passt. Achtung, in keinem Fall mit Schleifpapier arbeiten, das macht später Kratzer in der Klinge!

14. Das Messer sitzt satt in der Holzscheide, es solte spielfrei und mit leichtem druck in der Scheide sitzten. Wichtig, ist die Klinge lose in der Scheide kann es klappern oder gerausfallen, ist es hineingequetscht kann es nur schwer gezogen werden. Hier muss jeder selbst entscheiden wie fest oder locker sein Messer sitzten soll.

15. Bevor es ans verleimen geht zeichen wir uns noch auf eine der beiden Hälften die Messerkontur auf um sie später anzuformen.

16. Nach dem feinanpassen der Innenseiten werden die Hälften verklebt. Dazu verwende ich 5 Mi. Epoxy. Holzleim oder Sekundenkleber haben sich als nachteilhaft herausgestellt. Das ganze wird positioniert und ringsum mit Spannklemmen fixiert. Wichtig, sparsam mit dem Kleber arbeiten, es darf kein Klebstoff in die Scheide kommen, da die Passform sonst nicht mehr gegeben ist.


Fortsetzung folgt...

Eukalypt
14.08.07, 12:19
17. Die Holzscheide ist verklebt und wir zeichenen uns den Umriss des Parierelements auf.

18. Die spätere Kontur der Holzscheide wird aufgezeichnet und grob ausgesägt.

19. Die Kontur wird auf das endgültige Maß gebracht, das kann entweder mit Kaspel und Feile oder am Bandschleifer erfolgen.

20. Die Holzschede erhält nun ihre entgültige Form, hierbei sind der gestaltung keine Grenzen gesetzt. Für diese habe ich mich für einen längsovalen Querschnitt entschieden.

21. Ein Blick auf den Querschnitt. Wichtig, die Holzscheide muss nicht auf Hochglanz geschliffen werden, ein Finish bis K 40 ist vollkommen ausreichend und Zweckmäßig und erleichtert das spätere Verkleben mit der Lederscheide.


Fortsetung folgt...


Die Holzarbeiten sind nun fast follstendig abgeschlossen es fehlt noch ein kleine Loch an der Spitzte. Die Lederarbeiten folgen in den nächsten Tagen.

Jetzt möchte ich euch Einladen ev. aufgekommene Fragen zur Anfertigung der Holzscheide zu beantworten.


Schöne Grüße, David

akiem
14.08.07, 14:42
naja ich habe nichts anderes erwartet.
tolle sache (-:

Murat
14.08.07, 15:38
Tolle Sache das David, ich freuhe mich schon auf die Fortsetzung wenn du den Kern mit Leder überziehst.

Gruß Murat

robbytobby
14.08.07, 18:19
Hallo David,

jau, so habe ich mir das vorgestellt!
Ich finde es ist so gut dokumentiert, dass es jeder verstehen kann.
Macht aber glaube ich ganz schön Arbeit, deshalb von mir ein ganz dickes DANKE! :super::super::super:

Eine Frage, die ich gerne aus meinem "Vorläuferthread" weiterreichen möchte war, worin denn die Vorteile eines Holzkerns liegen?

Andere Fragen fallen mir im Moment nicht ein, war ja bisher auch alles Wiederholung. ;)

Ach doch, jetzt geht es wieder los:
Würden gekröpfte Stecheisen die Arbeit nicht etwas erleichtern? Insbesondere bei großen Scheiden, die länger als sind, als das Eisen.
Da habe ich immer das Problem, dass ich mit dem Heft an den Scheidenmund anstoße.
Ich habe es so gelernt, dass, wenn ich flach arbeiten möchte, die flache Seite des Eisens zum Holz zeigen soll. Wenn ich tief stechen möchte, soll die Fase zum Holz zeigen. Wie machst Du es?
Gerade die in Angriff genommene Scheide gehört ja nicht zu der "kleinen" Kategorie.

Mike64
14.08.07, 19:04
Eine wirklich klasse Dokumentation :super:
Habe vielen Dank für die gute Idee und die viele Arbeit David.

Torsten Pohl
14.08.07, 19:20
super Doku ich freu mich schon drauf wenn es weitergeht,:super::super:

Tschau Torsten

Rage
14.08.07, 20:34
Eine Frage, die ich gerne aus meinem "Vorläuferthread" weiterreichen möchte war, worin denn die Vorteile eines Holzkerns liegen?


Ein großer Vorteil besteht sicher für Messer aus "rostenden" Stählen, da die Klinge vollständig vom Holzkern umgeben ist und keinen Kontakt zum Leder und der darin enthaltenen Gerbsäure hat. Also Rostschutz sozusagen. Wie es im nassen Zustand aussieht weiss ich nicht, gibts da Erfahrungswerte?

Gruß
Rainer

robbytobby
14.08.07, 21:05
@ Rainer

aus eigener Erfahrung kann ich beitragen, dass Holz keinen Schutz gegen Feuchtigkeit bietet. Eher im Gegenteil. Zumindest, wenn es einem so geht wie mir. Ich bin nur mit Hose und Hemd bekleidet vor einiger Zeit in einen heftigen Gewitterregen geraten. Das Hemd
trug ich über der Hose, das Messer in einer Scheide mit Holzkern unter dem Hemd. Als ich zuhause ankam war ich nass, bis auf die Haut, sogar die Unterhose konnte man auswringen. Das Wasser lief mir aus den Hemdsärmel. Habe mich natürlich sofort ausgezogen, trockengerubbelt und umgezogen. Das Messer habe ich vergessen. Als ich es am nächsten Morgen aus der Scheide ziehen wollte, kam die Überraschung.
Der Holzkern war durchfeuchtet, weil es direkt vom Hemd auf den Griff lief und von da aus in den Holzkern. Er war so gequollen, dass es mir nur mit äußerster Brutalität gelang, das Messer zu ziehen. Ca. 2mm² waren rostig geworden, genau an der Schneide. 2 Züge über den Streichriemen haben genügt, den "Schaden" zu beheben. Nach 14 Tagen konnte ich die Scheide wieder benutzen.
Bei der Unachtsamkeit/Pech wäre es mit einer reinen Leder-/Kydexscheide auch nicht wesentlich anders gewesen. Deswegen kann ich es nicht als KO-Kriterium für einen Holzkern sehen. Ein Feuchtigkeitsschutz ist er aber nicht.

linker-blinker
14.08.07, 21:19
Vielleicht hilft da ein "Entwässerungsloch" und eine gute Imprägnierung mit Leinöl.
Dann kann sich die Scheide nicht so schnell voll Wasser saugen. Bei 24 Stunden Dauerregen hilft das natürlich auch net....

Ciao, Basti

robbytobby
14.08.07, 21:35
@ Basti

Im vorliegenden Fall war die Scheide mit Microfleece gefüttert. Da hilft auch keine Imprägnierung. Es war einfach Pech und Dummheit. Ich hätte Messer und Scheide einfach in der Badewanne versenken, herausnehmen und 12 Stunden liegen lassen können. In so einem Fall hilft gar nichts.

linker-blinker
14.08.07, 21:39
Ok, wenn das so ist...
Wofür das Fleece? Gegen Kratzer und klappern?
Vielleicht kannst du ja auch mal ein Bild zeigen :)
Ich hab auch ein paar Holzscheiden gemacht, hab aber immer Probleme mit der Aufhängung gehabt, da ich sie nicht mit Leder überzogen hab.

Bilder kann ich leider keine liefer, da die Scheiden und ich ca 900km getrennt sind...

Ciao, Basti

robbytobby
14.08.07, 21:56
@ Basti

Genau! Aber laut David ist das ein anderes Thema. Und im Moment habe ich nichts auf der Pfanne, vielleicht später mal. Jetzt sollten wir uns auf die Holzkerne konzentrieren, meiner Meinung nach.

linker-blinker
15.08.07, 04:47
Oh sorry, stimmt. Sind ein bissel vom Thema abgekommen....

Ciao, Basti

Juergen
15.08.07, 19:56
Hallo David,

danke für Deinen lehrreichen Workshop. Auch ich bin ein Fan von Holzinnenscheiden und stelle sie wie beschrieben her. Zum einen wegen dem Schutz bei rostenden Stählen vor der Gerbsäure im Leder und zum anderen gibt sie auch m. E. mehr Sicherheit gegen das Durchstechen/-schneiden. Nachdem ich zunächst Weidenholz und dann Esche verwendet habe, nehme ich nach Deinem Tipp von der Solinger Messe von vor zwei Jahren nur noch Pappelholz und dieses hat sich bewährt.

Bisher habe ich immer Holzleim verwendet. Warum hat sich dieser Deiner Meinung nach nicht bewährt? Ok, selbst habe ich einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, als ich eine Messerklinge nach dem Leimen in der Holzscheide belassen habe und diese mit dem Leim in Berührung kam. An dieser Stelle war sie danach stark oxidiert. Jetzt achte ich immer peilichst darauf den Leim von der Klinge abzuwischen.

@ Chamenos und Robbytobby

Meiner Meinung nach ist das Ergebnis wichtig. Nur soviel Holz mit dem Stemmeisen wegnehmen wie nötig. Egal auf welche Art und Weise. Um abschließend eine glatte Fläche zu erhalten, bevorzuge ich allerdings die Methode von Robbytobby.

Bin gespannt, wie es mit dem Workshop von David weitergeht.

Jürgen

bwe
15.08.07, 21:04
Mal eine Zwischenfrage:
gibt's einen Grund, die Holzinnenscheide nicht einfach aus 3 Lagen herzustellen,
Brett - Rahmen (ähnlich wie Keder im Leder) - Brett und somit die
Diskussion um die "richtige Beitelseite" zu umgehen.

Damit müßte es doch möglich sein, nahezu jede Keilform durch abschleifen des
"Holzkeders" an die Klingenform anzupassen.

..aber mich würde schon interessieren, welche Beitelseite die richtige ist.
(Welche Lehrbücher lest Ihr da?)

Grüße
bwe

Torsten Pohl
15.08.07, 23:38
Rahmenbauweise geht auch, zumindest mach ich das so, ist aber ziemlich fieselig mit dem Schleifen des "Holzkeders", der ja eigentlich in der Schneidenseite sehr dünn ausfällt, prakmatisch ist es den an der Schneidenseite einfach gegen dünnes Leder auszutauschen beim verleimen und so ist gleichzeitig die Schneide geschützt.
Aus zwei Holzlagen stell ich mir das nu auch einfacher vor, muß ich mal testen.

Mein Problem ist das überziehen mit Leder, das hab ich noch nie richtig schön hinbekommen, am Scheidenmund zB., ich bin wirklich gespannt wie es weitergeht.
Auch das Füttern würde mich sehr interessieren.

Tschau Torsten

Eukalypt
16.08.07, 10:16
Hallo Zusammen,

wie ich sehe ist eine schöne Diskusion entbrannt. Ich werd versuchen eure Fragen zu beantworten und klarheit zu schaffen.


robbytobby schrieb: Würden gekröpfte Stecheisen die Arbeit nicht etwas erleichtern? Insbesondere bei großen Scheiden, die länger als sind, als das Eisen.
Da habe ich immer das Problem, dass ich mit dem Heft an den Scheidenmund anstoße.
Ich habe es so gelernt, dass, wenn ich flach arbeiten möchte, die flache Seite des Eisens zum Holz zeigen soll. Wenn ich tief stechen möchte, soll die Fase zum Holz zeigen. Wie machst Du es?

Diese Schwierigkeit kenne ich, da ich keine gekröpften Stechbeitel habe behelfe ich mir indem ich den Stechbeitel umdrehe, also die Schneide um 180° drehe, damit habe ich einen gewissen Freiwinkel. Das erfordert zwar ein wenig Übung und eine andere Handhabung, funktioniert jedoch einwandfrei.


Robbytobby schrieb: Worin liegt der Vorteil einer Holzinnenscheide?

Die Vorteile liegen wie bereits angesprochen in der Schutzfunktion um ein unbeabsichtigtes durchstechen der Lederscheide zu verhindern. Dies ist besonders bei schlechter Witterung von Vorteil, wenn das Leder nass und weich ist. Auch die Schutzfunktion vor Korusion der aus dem Leder austretenden Gerbsäure ist gegeben. Zudem eröffnet es neue Gestaltungsmöglichkeiten.


Die Problematik mit dem Wasser in der Scheide:

Das ist warscheinlich nie zu umgehen, ein einölen der Holzscheide kann ev. zum aufquellen führen, das Einölen der Klinge ist in jedem Fall empfehlenswert. Ein Ablaufloch solte die Scheide wenn sie draußen verwendet wird haben.


linker-blinker schrieb: Wofür das Fleece? Gegen Kratzer und klappern?

Ich wolte das zwar nicht hier ansprechen da es ein Kapitel für sich ist, doch du liegst richtig, das Mirofaser dient als Schutz vor Kratzern. Es gibt historische Funde von Schwertern deren Schwertscheiden mit Fell gefüttert waren, D. Kraft kann uns dazu bestimmt mehr erzählen. Auch in späteren Epochen kam beispielsweise Samt zum Polstern und zum Schutz vor Kratzern in Metallscheiden zum einsatzt.


chamenos schrieb: Aber vielleicht verrät auch Eukalypt den neugierigen Forumiten wie rum er so seine Beitel hält.

Ich führe den Beitel so wie es der Zweck erfordert.


Juergen schrieb: Bisher habe ich immer Holzleim verwendet. Warum hat sich dieser Deiner Meinung nach nicht bewährt?

Die ausdünstungen des Holzleims haben auch noch nach Tagen zu korusionsspuren an den Klingen geführt, bei Sekundenkleber gab es weiße Flecken. Zum Kleben ist keine Klinge in der Holzscheide.


bwe schrieb: gibt's einen Grund, die Holzinnenscheide nicht einfach aus 3 Lagen herzustellen?

Nein, das kann jeder machen wie er möchte, viele Wege führen ans Ziel, ich schnitze hald gern.


Ich hoffe ich konnte eure Fragen beantworten und habe keine überlesen. Torsten für das Füttern der Scheide ist es leider schon zu spät, ich werde es bei einem späteren Projekt dokumentieren und einen eigene Thread daraus machen, wie gesagt das ist ein Kapitel für sich. Wie du einen schönen Holzscheidenabschluss machst und die Lederarbeiten ausgeführt werden können werde ich die nächsten Tage Zeigen, wenn ich wieder Zeit für mein Hobby habe.


Schöne Grüße, David

luftauge
16.08.07, 10:26
Für die Frage nach der "richtigen" Arbeitsschneide (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=46874) des Stechbeitels habe ich abgetrennt, und ins Werkzeugforum verschoben, weil es mehr mit Werkzeughandhabung als mit den Holzscheiden zu tun hat.

hobbit
16.08.07, 14:51
Mich würde mal interessieren, ob so eine Holzscheide mit der Zeit ausleiert. Schließlich ist die ja auch dem Verschleiß unterworfen, oder ist das zu vernachlässigen?

Falls doch, würde mich mal interessieren, wie lange eine Holzscheide etwa hält.

robbytobby
16.08.07, 20:26
Hallo Zusammen,

@ David

Vielen Dank!

Einen weiteren Vorteil bei der Benutzung eines Holzkerns sehe ich darin, dass man die Naht nicht versenken muss, da der ummantelte Holzkern quasi übersteht und die Naht nirgends mit etwas anderem in Berührung kommen kann.

Außerdem lässt er die Scheide in jedem Fall richtig prall aussehen.
Ich habe ja auch Scheiden ohne Kern gemacht, eben mit eingesetztem Keder. Da war manchmal die Tendenz zum "schrumpeln" festzustellen, wenn das Leder getrocknet war. Im Klingenbereich macht das einen etwas eingefallenen Eindruck

Man muss auch nicht so aufpassen, wenn man das Messer in die Scheide steckt, solange das Leder noch feucht ist. Es entfällt also das Schützen des Messers mit Klarsichtfolie o. ä..

@ Hobbit


Falls doch, würde mich mal interessieren, wie lange eine Holzscheide etwa hält.

Ich habe Holzscheiden gesehen, die in den 80-ern gefertigt worden sind und noch keine erheblichen Ermüdungserscheinungen aufwiesen.
Ich vermute, dass die Lebenserwartung keinesfalls unter der reiner Lederscheiden anzusiedeln ist. Es sei denn, sie würde vom Holzwurm befallen. Die Funktion kann man sicher sehr lange gewährleisten, wenn das Messer nicht ständig in der Scheide steckt.

@ Luftauge

DANKE!

@ bwe und Thorsten

Der größte Teil der von mir im "Vorläuferthread" vorgestellten Scheiden ist in Rahmenbauweise entstanden. Diese Bauweise bietet fertigungstechnisch einige Vorteile. Die komplette Schnitzarbeit entfällt und man kann auf vorkonfektioniertes Holz zurückgreifen (Arkowood). Dem Ergebnis sieht man das nicht an.
Die liefern Brettchen in Stärken ab wenigen Millimetern um 1 mm steigend. Und nicht einmal teuer. Habe ich eine 4 mm Klinge, baue ich den Rahmen aus 4 mm Holz. Damit wird es auch an der Schneidenseite nicht zu dünn. Leder ginge sicher auch, aber das Problem ist wahrscheinlich, es in den benötigten Dicken zu bekommen

Karl S
26.08.07, 06:27
Hallo David,

tolle Präsentation. :super::super:
Ich bin schon ganz gespannt wie's weitergeht :lechz:

Matthias
26.08.07, 07:19
Eine sehr gute und prof. gemachte Doku, muß ich schon sagen! Alle Achtung!
Aber....(siehe Titel):irre:

Beste Grüße
und allzeit frohes Schaffen.
Matthias

JL-Jokke
29.08.07, 07:58
Schönes Thema und gut gemachte Anleitung!!!
Arbeite schon seit Jahren mit Holzkern, da ich das in Finnland gesehen hatte und auch Vorkriegsmesser noch in einem super Zustand waren.
etwas einfacher wird die Herstellung, wenn Du Pappelschichtholz aus dem Baumarkt (oder von O..) nimmsr:hmpf:
das hab ich mit einem Trupp jungen Pfadis benutzt und die kamen gut damit klar, da es sich sehr leicht bearbeiten ließ und billig ist!
ob es allerdings bei einer sehr scharfen Klinge länger hält als ein gutes Walkleder mit Spiess, glaub ich persönlich nicht.
ich nehme auch Elchhorn, das, wenn gut poliert, keinerlei Macken auf den Klingen hinterlässt -zum Auspolstern hab ich auch mal Birkenrinde genutzt.
Ich hatte mehr probs mit dem Korrodieren des Messings, mit dem Leder, als bei den Stählen, der grünspan hat mich, bei älteren Modellen schon öfter genervt.
Bei Gelegenheit schick ich mal ein paar Bilder mit...

Messer-Jokke

ekki-wombat
30.08.07, 13:36
Ich muß sagen:"Danke für die Arbeit!!"
Weiter so.

Feile
02.09.07, 17:04
Hallo Eukalypt,

dank Deiner ausführlichen Erklärung, hab ich mich nun auch erfolgreich an eine Holzscheide gewagt. :super: :super: :super:
Bin schon gespannt wie es weitergeht. :D

Vielen Dank
Klaus

derPeter
10.09.07, 10:20
Lederscheiden mit Holzkern oder Holzscheiden mit Lederschlaufen....das eröffnet wieder ungeahnte Möglichkeiten in der Gestaltung.
In einem anderen "Fred" hatte ich ein Foto, in der eine Flachfeile in der Esseschmorte.....
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=47243
das ist daraus geworden.
Die Klinge, aus einer Flachfeile geschmiedet, ist ca. 160mm lang und hat eine Rückenstärke von ca. 3,5mm.
Der Griff besteht aus Ebenholz mit Messing-Endstück und ist vernietet.
Der Hieb der feile ist auf einigen Flächen noch zu sehen.
Die sehr rustikale Optik (ich habe den Feilenhieb an einigen Stellen belassen) ist bewußt so gewählt. Man soll sehen, woraus die Klinge besteht!

Die Holzscheide habe ich aus unregelmäßigem Riegelahorn hergestellt, ähnlich wie Eukalypt das sehr schön in diesem Beitrag beschrieben hat.
Nach dem Feinschleifen habe ich ein Inlay aus Abalone-Perlmutt in Form einer Eidechse hergestellt und ins Holz eingelegt.
(Ich kann meine Herkunft aus dem Gitarrenbau nicht leugnen:) )

Die komplette Scheide wurde dann nochmals feinst geschliffen, leicht schwarz angebeizt und mit hartöl versiegelt und poliert.
Durch das Beizen und erneute Schleifen kommt die Maserung sehr schön zur Geltung.

Um die Messerscheide am Gürtel tragen zu können, wurden am Holzkern 2 umlaufende Nuten gefeilt, die Lederschlaufe naß herumgeformt, genäht und mit 2 naßen Lederriemen geschnürt.
Das ergibt eine gute Verbindung zwischen Holz und Schlaufe, da sich das Leder noch etwas zusammenzieht.

Was natürlich auch prima aussähe, das wäre eine Holzscheide und ein Messergriff aus dem gleichen Material. ich denke, das kommt als nächstes dran.
Geplant ist ein kleines Jagdmesser mit Olivenholzgriff und entsprechender Holzscheide.
Wenn es denn mal fertig ist, kommen auch davon Bilder.

Geonohl
15.09.07, 18:15
Hallo zusammen.
Ich will eine Schwertscheide aus Holz herstellen und habe erfahren das man als Innenfutter zum Schutz der Klinge und gegen zu leichtes ziehen Fell, mit dem Strich in richtung Ort, eingesetzt hat. Das Fell war meist Robbenfell. Wo bekomme ich nun Fell das nicht durchs gerben Salzig ist:( (ist doch wohl meist Weißgerbung?) oder kann man das auswaschen:confused:? Hat Jemand schon sowas gemacht? Worauf soll ich achten?
Ich habe nun schon seit drei Jahren Ast freies, ganz gerades Lindenholz in passender Größe herumliegen und habe mich noch nicht dran getraut.
Ich wollte Knochen- oder Hautleim verwenden weil es "Orginal" ist und auch wieder lösbar.
Ob da ein Lederbezug drüber kommt oder die Scheide durch Kerbschnitzen verziert wird weis ich immer noch nicht, gab es bei solchen nordischen Schwertern aus dem 9. Jarh. wohl beides.
Oder muß man zu besseren Wasserfestigkeit doch Kalk-Kaseinleim nehmen, wenn man keinen Lederbezug verwendet? Reichte ein Ort- und Mundblech zum zusammenhalten, bei Hautleim, wenn es regnet? Wie bekommt man die Scheide zum Reinigen auseinander? Bei den Japanern wird ja Reisbrei zum Leimen verwendet der nicht soo fest ist, das das Holz zerbricht. Hier zu Lande wurde an diesen Stellen (wo es nicht so fest und lösbar sein sollte) Roggenmehl verwendet. Soll ich Roggenmehl nehmen:rolleyes:?

Aber woher blos die ungesalzene Robbe nehmen?:steirer:?

Gruß
Geonohl

Eukalypt
16.09.07, 11:26
Hallo Zusammen,

die Fertigstellung der Lederscheide hat sich etwas verzögert, bitte entschuldigt das, es wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt weitergehen.

Wie ich sehe entwickelt sich das ganze zu einem ineressanten Beitag, mit einigen Fragen und vielen Anregungen und Variationsmöglichkeiten.

@ Geonohl, ich konnte bis jetzt erst 2 Schwertscheidenrekonstuktionen mit einenen Augen begutachten, beide wahren mit Fellfutter und Lederbezug. Als Fell wurde damals wohl Robbe und Seehund verwendet, im Süddeutschen Raum scheinbar auch Hasenfell. Bezugsquellen für Felle habe ich leider keine aber bei einer Vegitabilen Fellgerbung oder Medizinischen Gerbung solten keine Salzrückstände verbleiben, zudem kann es auch leicht eingefettet werden.
Zusätzlich zu den Metallbeschlägen am Spitze und Scheidenmund kann ich mir Vorstellen das ein paar Nieten an den Seiten ein aufgehen der Klebefugen verhindern könnten.

Auf Jake Powning`s Webseite habe ich einige sehr schöne geschnitzte Schwertscheiden entdeckt die ich euch nicht vorenthalten möchte.
http://www.powning.com/jake/commish/swords.shtml


Schöne Grüße, David

Radhulbh
16.09.07, 13:23
Ein schönes Thema !

Hatte schon den Gedanken, statt eines Holzkeders einfach ein Lederkeder zu machen.

Werd ich auch mal versuche, geht auch zwischen Hornschalen und da kommen mir auch schon wieder ein paar Ideen, ...
Aber, - bin gerade am Basteln,

Gruss, Ralf.

Geonohl
16.09.07, 16:02
@ Geonohl, [...]Zusätzlich zu den Metallbeschlägen am Spitze und Scheidenmund kann ich mir Vorstellen das ein paar Nieten an den Seiten ein aufgehen der Klebefugen verhindern könnten.

Auf Jake Powning`s Webseite habe ich einige sehr schöne geschnitzte Schwertscheiden entdeckt die ich euch nicht vorenthalten möchte.
http://www.powning.com/jake/commish/swords.shtml


Schöne Grüße, David

An Niete mit netten Unterlegscheiben hatte ich auch schon gedacht. Ich hoffe das werden keine Nieten:steirer:(das konnte ich mir nicht verkneifen).
Ich habe aber leider selbst noch keine Scheiden aus der Zeit gesehen.

Jake Powning hat da schöne Sachen, aber Mooreiche ist ja wohl das sauerste Holz was man sich denken kann:argw:. Ob das lange gutgeht??

JL-Jokke
03.02.08, 20:43
Hallo,
so hier wie versprochen ein paar Bilder -
hab meinen kleinen Skinner (MB Leo I Damast, 320 wilde Lagen :D) - ist für Paul Savage -Ontario- versprochen-, in eine Scheide gesteckt.....
hier der Werdegang:
Pappelschichtholz -eingepasst - dann ein Fitting draufgesetzt aus Elchhorn, das Holz ist mir sonst zu weich, dachte ich, außerdem klingt es einfach gut, wenn das Messserchen einrastet,
das Leder, Walkleder mit Spiess, eingeweicht, mit Soda (Natriumcarbonat!!!) zum zusätzlichen Härten (2 EL), ganz brav wie in den Büchern empfohlen, Löcher geaalt und dann mit zwei Nadeln fleißig genäht - inzwischen denke ich zwar, ich hätte die Naht ganz um den Keder legen können, naja, mach ich nur dann nochmal neu, wenns trocken wirklich blöd aussehen sollte ^:rolleyes:^
ist noch nicht trocken, hier kommen die Bilder
bislang 8:3 für den server:glgl::glgl::glgl:

Jokke

hab noch ein Bild mit Elchhornscheide zugelegt, macht -glaub ich-das Prinzip klar
@ Geonohl: Mooreiche ist nicht sooo sauer wie Du denkst! Sonst würde sie nicht so oft für Messergriffe genutzt werden :lach:
hab im anderen Tutorial noch vier Bilder eingestellt, da ich die Scheide doch anders gemacht habe als hier gezeigt, hat mir nicht gefallen...
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=52274 #22

Geonohl
04.02.08, 12:17
Die Mooreiche ist aber wohl doch das sauerste? Für Griffe hätte ich da keine Bedenken, nicht umsonst gibt es Hinweise wie:"Giße einige Tropfen Essig in des vorgebohrte Nagelloch, dann wird der Nagel in einer Woche sicher festgerostet sein und nicht mehr leicht heraus gehen.":p (was für die Montage von Schlössern und Beschlägen).

Nun, ich binn der Schwertscheide etwas näher gekommen da ich einen alten Robbenfellmantel günstig bekommen habe. Ich weis aber immer noch nicht wie man die Einzelteile orginal zusammenfügen sollte. Und ob das Fell des Mantels Salzig ist weis ich auch nicht recht, da ich nicht hineinbeißen will:glgl:. Das Ding ist eben schon etwas älter, villeicht an einer Flammenfärbung wenn ich mal ein kleines Stückchen verbrenne? Oder wie stellt man das sicher fest? Ich habe mittlerweise herausgefunden das für Robbenfelle die Hirngerbung häufig war oder ebeben, nur durchkauen, durch Eingeborenen Frauen. Heute wird häufig eine Chromgerbung verwendet da das nicht so belastend für die Zähne ist;).
Gruß
Geonohl

sanjuro
04.02.08, 19:03
Die Mooreiche ist aber wohl doch das sauerste? Für Griffe hätte ich da keine Bedenke.....
Nun, ich bin der Schwertscheide etwas näher gekommen, da ich einen alten Robbenfellmantel günstig bekommen habe.....Und ob das Fell des Mantels salzig ist, weiß ich auch nicht.... vielleicht an einer Flammenfärbung, wenn ich mal ein kleines Stückchen verbrenne? .....
Das Eichenholz ist zwar für längere Zeit einer sauerstoffarmen Umgebung ausgesetzt gewesen, und wenn es sehr dunkel geworden ist, kann man auch davon ausgehen, dass die Huminsäuren es kräftig gefärbt haben. Aber Eichenholz enthält auch so schon viel Gerbsäure, da glaube ich nicht, dass Mooreiche da schlimmer ist. Reaktionen kann es ohnehin nur bei Gegenwart von Wasser/Feuchtigkeit geben.

Ein salziger Robbenfellmantel? Das wird doch alles gewaschen und gereinigt, bevor und nachdem es verarbeitet wird - oder ist das ein Inuit-Bekleidungsstück, das direkt nach dem Abhäuten angezogen wurde?

Im Labor erkennt man Natrium-Ionen (NaCl/Kochsalz) an einer leuchtend gelben Färbung der Gasflamme. Aber das kannst Du Dir sparen, da ist natürlich kein Salz mehr drin!

Gruß
sanjuro

Geonohl
05.02.08, 11:19
Befasse dich mal etwas mit Weißgerben. Kochsalz wird eher zum konservieren der Rohenhäute benutzt, bei der Gerbung hauptsächlich Alaun. Die Chromsalze sind noch etwas schlimmer für Stahl aber auch Messing (das hatte ich bei der Ersten Scheide die ich gebaut habe). In der Scheide sind kleine Messingschusternägel, am Stoß des Fells (außen für das rustikale aussehen:steirer:) und die Nägel fallen nun ganzschön als grüne Klekse auf. Das Salz bleibt natürlich im Leder zur Konservierung sonst bringt das ja nichts und man könnte genauso gut Rohhaut verwenden.
Gruß
Geonohl

PS Wenn das Fell wie alle Felle vor 1950 (stand wenigstens auf der Seite eines Isländischen Robbenfellhändlers) von Frauen gekaut wurde ist wohl kein Salz drinn oder eben bei der Hirngerbung die aber seit der Zeit auch kaum noch verwendet wurde. Wieviel Salz und welche Salze bei den Methoden enthalten sind weis ich allerdings auch nicht genau.

PPS Die färbung im Moorholz entstammt den Eisenoxiden, nicht den Säuren, die sind dafür nur notwendig.

Eukalypt
06.02.08, 10:23
Hallo Zusammen,

gestern hatte ich endlich Zeit die Scheide fertig zu bauen.

Und so gehts weiter:


Die Holzscheide hat an der Spitze noch ein Luftloch bekommen für den Fall das mal Wasser reinkommt und ablaufen möchte. Die Obeneren Kanten am Hals sind leicht gerundet worden.

22. Das Schnittmuster wird entworfen.

23. Das Schnittmuster wird aufs Lederübertragen und ausgeschnitten.

24. Am Scheidenmund wird eine Ziernut geschnitten und die Kanten gerundet und versäubert.

25. Auf der Innenseite des Leders werden Positionierungslinien für das spätere Verleben des Holzkerns mit dem Leder aufgezeichnet.

26. Als Gürtelschlaufe wird ein Riemen geschnitten und entsprechend zugerichtet, mit Ziernut versehen, Kanten gerundet und versäubert.

27. Die Gürtelschlaufe wird verklebt.

28. Als Oberschenkelfixierung werden 2 Löcher ausgestanzt und mit einer leichten Nut verbunden. Hir wird später der Oberschenkelriemen durchgezogen.

29. Die Gürtellasche wird positioniert und festgeklebt.

30. Löcher für die Naht werden mit dem Zirkel aufgezeichnet und mit der Schwertahle gestochen. Auf der Rückseite wird die Naht ebenfals versenkt.

31. Die Gürtelschlaufe wird angenäht und die enden auf der Innenseite verschweißt.


Viel Spaß beim anschaun, heut nachmittag volgt die Fortsetztung.


Schöne Grüße, David

Eukalypt
06.02.08, 11:14
Und es geht weiter:


32. Die Kolzscheide wird auf dem Rücken und der Unterseite mit Klebstoff eingestrichen. Das Leder auf der Innenseite ebenfals.

33. Nach dem Ablüften des Kontaktklebers wird das Leder angefeuchtet. Die Holzscheide wird positioniert und angedrückt.

34. Nun wird die Oberseite ebenfals mit Kontaktkleber bestichen und nach dem ablüften der rest des Holzkerns mit dem Leder bezogen.

35. An der Vorderseite wird mit hilfe eines Knochens die Kontur des Holzkerns anmodelliert.

36. Die Locher für die Naht werden mit der Schwertahle gestochen.

37. Mit Kunstsehne wird das ganze mit einem Sattlerstich vernäht und auf der Rückseite verschweißt.

38. Nun noch die Kanten zugeschnitten, gerundet und versäubert.

39. Die Lederscheide eingefärbt.

40. Vorderansicht der Lederscheide nach dem Kantenversiegeln und Finishen.

41. Rückseite der Lederscheide mit angenähter Gürtelschlaufe und Oberschenkelriemen.


Viel Spaß damit, schöne Grüße, David

Eukalypt
06.02.08, 11:23
Und noch ein paar Variationsmöglichkeiten zur Inspiration;)


Schöne Grüße, David

Reinhold Vögele
06.02.08, 13:14
Grüß´ Dich David,

da hast Du Dir sehr viel Mühe gemacht und uns vieles zum lernen und anschauen mitgegeben.
Für einen Praktiker kostet es manchmal viel Überwindung, während der Arbeit auch noch zu fotografieren und die Bilder sollen dann eben auch noch vorzeigbar werden ....
Vielen Dank und weiter viel Spaß bei Deiner Arbeit.

Servus - Reinhold.

Eukalypt
06.02.08, 13:30
Hallo Rainhold,

Danke, freut mich das es dir gefällt. Überwindung hat es mich keine gekostet, sowas mach ich gern, nur hat mir meine eigentliche Arbeit etwas die Zeit fürs Hobby geraubt. Fürs Fotografieren bräucht ich einfach noch 2 extra Arme, dann könnt ich auch Bilder der eigentlichen Arbeitsschritte machen, aber das wird auch noch;)

Ich hoffe ich konnte euch damit ein paar Anregungen geben, fals es Fragen gibt stehe ich natürlich gern zu Verfügung.


Viel Spaß beim Scheidenbau, David

hobby
06.02.08, 14:29
Fürs Fotografieren bräucht ich einfach noch 2 extra Arme


Hallo David,

die bräuchte ich schon fürs Scheiden nähen...

Hans

robbytobby
06.02.08, 17:51
Hallo David,

ja, ja, so kenne ich Dich!

In aller Bescheidenheit den Leuten den Mund so wässrig machen, bis sie anfangen zu sabbern.

Tolles Tutorial, geniale Scheidenkunst, Danke!

Torsten Pohl
06.02.08, 18:29
Toll wirklich super, mir hat das einiges gebracht und etliche Fragen endgültig geklärt, vielen Dank.

Torsten:super::super::super:

Tomcat II
06.02.08, 19:09
Klasse Sache!
Vielen Dank!!

Tomcat

Riese
15.06.09, 15:38
Hallo alle miteinander, bin neu hier im Forum bin aber von dem was ich bis jetzt gelesen hab begeistert :-D

Hab noch ne Frage zu den Scheiden, hab mir letztes Wochenende ein Messer geschmiedet und will mit ne Scheide dazu machen, 8im unterschied zu den gezeigten Messern hier ist meine Spitze gebogen. Wie würde der Holzkern bei so einem Messer aussehen???

Gruss Riese

http://picasaweb.google.com/FlorianWeihrauch/Schmieden#5347523695588426850

Riese
15.06.09, 15:40
Hallo alle miteinander, bin neu hier im Forum bin aber von dem was ich bis jetzt gelesen hab begeistert :-D

Hab noch ne Frage zu den Scheiden, hab mir letztes Wochenende ein Messer geschmiedet und will mit ne Scheide dazu machen, 8im unterschied zu den gezeigten Messern hier ist meine Spitze gebogen. Wie würde der Holzkern bei so einem Messer aussehen???

Gruss Riese

Hier die Bilder
http://picasaweb.google.com/FlorianWeihrauch/Schmieden#5347523695588426850

Eukalypt
15.06.09, 15:45
Hallo Riese,

da gibt es zwei Möglichkeiten die mir spontan einfallen:

1. Die Aushölung so breit ausarbeiten das du das Messer in die Scheide stecken kannst.

2. Die Scheide auf dem Rücken offen lassen und einen Sicherungsriemen einbauen, was das ganze filigraner macht.


Schöne Grüße, David

Nandger Franck
16.06.09, 15:00
Oder die Klinge so umarbeiten, dass sie eine gleichmässige Biegung hat und in einer bogenförmigen Bewegung aus der Scheide gezogen werden kann.

Gruß

Nandger

Ace89
21.12.09, 21:28
Hallo,
ich hab ne kleine Frage die hier ganz gut rein passt.

Ich hab mir ein Messer gemacht, mir fehlt nur noch eine Scheide. Dieses mal möchte ich aber eine aus Holz bauen. Die Klinge ist aber nur 9 cm lang und läuft vorn Spitz zu (die Klinge sieht von der Seite aus wie ein Dreieck). Ich denke das die Scheide den Drang hat ständig von der Klinge zu rutschen.
Was kann ich machen damit das Messer besser in der Scheide hällt?

mfg Ace89

gast
22.12.09, 05:39
Hallo Ace89,

schau Dir mal diese (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=64475) Konstruktion an. Die Lederscheide ist auch mit Holzkern, da geht nichts verloren.

Gruß Klaus

hobby
22.12.09, 09:30
Was kann ich machen damit das Messer besser in der Scheide hällt?


Ich würde einen flachen Magneten in das Holz einlassen.

Hans

trigger06
22.12.09, 10:10
Hallo Ace89,

ich kann mich Hobby nur anschließen.
Ein kleiner starker Neodym- Magnet in der Seitenwand der Scheide eingelassen -aber deck ihn mit dünnem Leder oder Filz ab , damit es keine Kratzer gibt.

Gruß Bernhard

Ace89
02.01.10, 15:46
Danke für die Antworten.
Ich muss mal sehen was ich mit der Scheide mache. Ich hab jetzt erstmal das nächste Messer angefangen.

Ne Frage, kann ich hier Bilder hochladen?

Smartin
12.01.12, 13:51
wie realisiert ihr ein "einrasten" des Messers in der Scheide bzw. einen festen Sitz ohne dass man einen zusätzlichen "Gurt" im Griffbereich zuknöpfen muss?

Eukalypt
12.01.12, 15:32
Hallo Smartin,

das wird über die leicht "klemmende" Passung ereicht. Braucht ein wenig Übung das einzustellen, nach ein paar Versuchen gehts aber recht gut.

Schöne Grüße, David

gast
12.01.12, 16:08
@Smartin

... oder man realisiert es über einen "eingebauten" Magneten im Holzkern. Ich glaube Robert hat es mal so gelöst.

Gruß Klaus