Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie Übergänge perfektionieren ?
Nandger Franck
07.08.07, 14:19
Ich habe mittlerweile schon einige Messer geschmiedet und bin mittlerweile doch schon recht zufrieden mit den Ergebnissen!
das Einzige was mir regelmässig irgendwie stört, sind die Übergänge zwischen Klinge und Griff bei Flacherlen.
Beispiel:
Wenn ich ein Flacherlmesser schmiede, dann kriege ich es einfach nicht hin, dass zwischen dem Stahl und den Griffschalen keinerlei Lücke mehr ist! Bei mir sind da teilweise 0,5mm Platz, welche zwar durch den Kleber ausgefüllt sind und sich darin nichts ablagern kann, aber trotzdem sieht es nicht "Perfekt" aus!
Die Fehlerquelle ist, dass ich es einfach nicht hinbekommen die geschmiedete Klinge komplett plan zu schleifen und einfach winzigkleine Unebenheiten darin habe. Wenn ich dann die Griffschalen auflege, dann liegen sie zwar plan auf... aber halt nicht 100% wie von der Maschine gefertigt :(
Ist das Normal ??? Ich habe nur einen Hand-Bandschleifer in 75x533 ... bekommt man das damit überhaupt perfekt hin ? Schmiede ich falsch ? Gibt es einen Trick den ich nicht kenne ???
Würde die Unterlage von Fiber zwischen Stahl und Holz evtl die Unebenheiten Kaschieren ??? Ist Fiber überhaupt eher stoffartig, oder ist das auch hart ? Ich hatte sowas noch nie in der Hand....
Zweite Sache ist das Anbringen der Schleiffase:
Wie bekomme ich es hin, dass die Geschmiedete Klinge eine symmetrische Schleiffase bekommt ? Einzeln genommen sehen die zwar toll aus, aber sind leider nicht exakt symmetrisch!
Ich hoffe iHr könnt Euch die Problematik bildlich vorstellen... ansonsten poste ich halt nochmal Fotos wenn benötigt!
Danke im Voraus für Eure Hilfe!
Xzenon
Ich glaube, das Planschleifen wird irgendwann einfach besser, das ist einfach eine Sache die viel übung benötigt. Gleiches gilt wohl auch für den Klingen schliff.
Zeig doch einfach mal Bilder von deinen Messern, ich denke dass dir dan die Profis besser helfen können.
Was mir grad noch einfällt : Fang doch erstmal mit Spitzerl-Klingen an. Da hast du solche robleme nicht.
mfg
Moritz
Hm, was soll man da empfehlen?!
Üben, üben, üben!
Sorry aber man wird nunmal nur besser, wenn man aus seinen Fehlern lernt und vor allem vorsichtig arbeitet.
Jeder hat es lernen müssen, das Gefühl dazu kann Dir keiner in der Theorie vermitteln. Learning by doing!
Die Klinge plan schleifen lassen sollte ein Profi übernehmen.
Soll die Schmiedehaut erhalten bleiben, brauchst Du erstens ne ebene Amboßbahn, nen Schlichthammer und Augenmaß.
Den Erl etwas am Bandschleifer überschleifen hilft bei gröberen Unebenheiten, den Rest mach notfalls mit der Hand, wenn Du es kannst.
Und wenn dann noch winzige Dinger drin sind, der Kleber füllt das dann schon aus. Mit winzig meine ich aber auch winzig.
Nandger Franck
07.08.07, 14:47
Ok nur für das Grundverständnis meinerseits:
Ist es für Profis standardmässig möglich, dass diese nur mit meinem Handbandschleifer eine perfekt plangeschliffene Klinge+Erl hinbekommen, wo halt der Kleber keine Unebenheiten mehr ausfüllen muss ??? Gibt es keine Tricks ? Einfach nur Gefühl und Augenmaß ??? Keine ausgeklügelten Haltevorrichtungen marke Eigenbau ???
Ein Freund von mir (der mir auch seine ehrliche Meinung sagen würde) fand diese "unebenheiten" sogar schön, "da man daran die Handarbeit erkennt"....
Wie ist es denn nun eigentlich mit dem Fiber ??? Ist das "weich" und gleicht Unebenheiten etwas aus, oder ist das eher Plastikhart ? Viele Nutzen das ja als Schicht zwischen Holz und Stahl.... ich hatte sowas aber noch nie in der Hand! :confused:
Ein Handbandschleifer ist zum Messermachen auch nicht unbedingt ideal. Kauf dir doch nen vernünftigen Bandschleifer oder feil deine Klingen einfach. Aber mit ungeeignetem Werkzeug wirst du immer Schwierigkeiten haben.
mfg
Moritz
Du kannst mit der Hand und so nem kleinen Fummelbandschleifer nicht die gleiche Fläche erzeugen, wie eine Flachschleifmaschine, ganz einfach.
Was willst Du eigentlich haben? Ne blanke ebene Fläche auf der gesamten Klinge oder nur den Erl planen?
Man kann auch mit großen mit Schleifgewebe beklebten Scheiben arbeiten, an denen man seitlich schleift. Also nicht wie beim Kontaktrad an der Stirnseite sondern wirklich an der Seite.
Aber bitte keinen Excenterschleifer verwenden. Wenn man die nicht richtig verwendet ist schnell ein Teil des Fingers weg (Wie ich schon leidvoll erfahren durfte) .
mfg
Moritz
Maik Schnitzer
07.08.07, 16:59
Ich lege ob Plan oder nicht immer festes Leder da zwischen,und wenn es dann Vernietet ist dürften keine Schlitze mehr zu sehen sein.
Gruß Maik
Christopher
07.08.07, 23:55
Hallo,
so wie ich dich verstanden habe, möchtest du einfach deinen Flacherl so plan haben, dass später zwischen Griffschale und Erl kein Spalt mehr zu sehen ist...richtig?
Ich habe folgende Vorgehensweise:
1. Flacherl mit etwas Übermaß schmieden (~2mm)
2. Flacherl mit Schruppfeile rundum auf Maß feilen
3. Ich lege das Messer flach auf eine Tischplatte und befestige es mit der Klinge auf dem Tisch. Dann schleife ich mit der Flex und einer Fächerscheibe (heißt das so?) eine Kuhle in den Flacherl und zwar so, dass am Rand überall noch 2-3 mm Platz ist. Die Kuhle muss nicht tief sein 0.5-1mm reichen manchmal schon
4. Jetzt muss ich nur noch den 2-3mm breiten Rand meines Flacherls plan schleifen, was nun wesentlich einfacher und schneller geht... da kann man sogar gute Ergebnisse mit der Feile erzielen
Man muss natürlich aufpassen, dass das Messer auf der Tischplatte gut gesichert ist und Schutzkleidung tragen beim Umgang mit Schleifgeräten.....
Ich hoffe das hilft dir weiter!
Schöne Grüße
Christopher
Nandger Franck
08.08.07, 12:14
Die Idee mit dem Leder hatte ich ja in Form von Fiber .... ich weiss immer noch nicht obdas weich oder hart ist! Ich würde mich über eine Info sehr freuen!
Die Idee von Christopher ist cool, allerdings auch recht aufwendig, oder ?
Mein "Problem" ist ja nicht nur die Übergänge am Erl, sondern auch die zur Spitze hin verjüngende Form der Klinge!
Es ist einfach nicht 100% wie mit der Flachschleifmaschine, sondern ich würde sagen gutes Augenmaß! Auf den ersten und zweiten Blick fällt es keinem auf, aber wenn man dann wirklich ganz nah rangeht und weiss worauf man achten muss, dann erkennt man die "Fehler"
Das ist in etwa so, wie der Unterschied zwischen Schellackpolitur und Tungöl-"Stabilisierung" wie z.B. Günther sie macht.
Eine Schellackpolitur ist 100% plan und glänzend wie ein Spiegel! Tungöl ist auch wunderschön, aber wenn man dicht rangeht, dann erkennt man halt "Unebenheiten" durch die Poren, welche ja nicht verschlossen werden, egal wie fein man schleift!
Das ist sicherlich eigentlich kein Problem und ja so gewollt, aber trotzdem ist es irgendwie noch nicht 100%ig für meinen Geschmack.
Ich glaube ich bin selbst das Problem! So wie ich gerne eine offenporige Schellackpolitur hätte, so hätte ich halt auch gerne mit meinen Möglichkeiten eine Perfekte Klingenform die jeder Kritik Standhält und nicht zu unterscheiden ist von einem Messer was per Stockremoval mit ordentlichen Maschinen gemacht wurde! :super:
Dann schleife ich mit der Flex und einer Fächerscheibe (heißt das so?) eine Kuhle in den Flacherl und zwar so, dass am Rand überall noch 2-3 mm Platz ist. Die Kuhle muss nicht tief sein 0.5-1mm reichen manchmal schon
4. Jetzt muss ich nur noch den 2-3mm breiten Rand meines Flacherls plan schleifen, was nun wesentlich einfacher und schneller geht... da kann man sogar gute Ergebnisse mit der Feile erzielen
Das heisst tatsächlich Fächerscheibe. Falls Du eine verwendet hast ;-))
Es geht aber auch mit einer Schruppscheibe.
Die gleiche Technik habe ich auch schon angewendet wenn ich einen Flacherl tapern wollte. In diesem Fall muss die Kuhle hinten eben tiefer sein.
Hans
Die Idee mit dem Leder hatte ich ja in Form von Fiber .... ich weiss immer noch nicht obdas weich oder hart ist!
Fiber ist hart (da harzgetränkt) und nicht zum "automatischen" Ausgleich von Unebenheiten geeignet. Verwendung als rein optisches Gestaltungselement oder um säurehaltige Hölzer vom Stahl zu trennen.
Grüße Rainer
Mir gehts da ähnlich wie dir, meine Messer sind von der Verarbeitung her nicht so wie ich sie gerne hätte.
Aber ich glaube Andy hat recht wenn er sagt dass Übung der einzige Weg is da besser zu werden. Bis man richtig gut schleifen kann vergehen ich wohl ein paar klingen :irre:.
Ordentliches Werkzeug ist natürlich auch wichtig, genauso wie umfassendes Wissen um den Werkstoff , die Methoden usw.
mfg
moritz
Nandger Franck
09.08.07, 08:09
Eigentlich nerven mich immer nur die Übergänge vom Holz zum Stahl, wober das natürlich vom Kleber ausgefüllt wird und dadurch keine "Ritze" oder so bleibt!
Besonders problematisch ist bei mir der Übergang vorne und Hinten am Griff. Wenn halt hier der Erl nicht 100% plan ist (Quasi einen Buckel in der Mitte hat), dann passt es oft vorne, aber dafür hinten nicht mehr perfekt und da steht dann die Griffschale 1mm hoch oder so :staun:
Dann versuche ich in der Mitte was wegzuschleifen und merke dann, dass es jetzt an an einer anderen Stelle kneift :mad:
Ich werde am WE mal die Methode mit der Schruppscheibe austesten und dann das Resultat in Fotoform hier posten, damit Ihr Eure Meinung kundtun könnt!
Liebe Grüße bis dahin
Xzenon
SimonSambuca
09.08.07, 08:26
Hi,
du könntest eventuell schon bereits im Vorfeld (beim Schmieden) die Probleme minimieren. So ein Rohling ist ja dann nicht flach sondern von Hammer "gezeichnet". Nimm doch einfach mal am Ende eine flache Stahlplatte die den ganzen Rohling überdeckt und versuchte mit Schlägen darauf den Rohling planer zu bekommen.
Gruß
Simon
Nandger Franck
09.08.07, 08:43
@Simon
Das ist gar keine so schlechte Idee! Das teste ich nächstes mal aus !
Ich hab auch irgendwo noch einen Schlichthammer ... vielleicht geht es auch mit dem ganz gut... hab ich noch nie probiert... :irre:
versuchte mit Schlägen darauf den Rohling planer zu bekommen.
Oder gleich in der Mitte etwas hohl schmieden, quasi die Kuhle bereits beim Schmieden einzubringen.
Falls es mit dem Planschleifen des Erls nicht klappt, wäre es vielleicht einfacher, die Griffschalen anzupassen.
Klar sieht das dann nicht perfekt aus, aber bevor die Griffschalen am Ende hochstehen...
Eigentlich nerven mich immer nur die Übergänge vom Holz zum Stahl, wobei das natürlich vom Kleber ausgefüllt wird und dadurch keine "Ritze" oder so bleibt!
Besonders problematisch ist bei mir der Übergang vorne und hinten am Griff. Wenn halt hier der Erl nicht 100% plan ist (quasi einen Buckel in der Mitte hat), dann passt es oft vorne, aber dafür hinten nicht mehr perfekt, und da steht dann die Griffschale 1mm hoch oder so....Dann versuche ich in der Mitte was wegzuschleifen und merke dann, dass es jetzt an an einer anderen Stelle kneift .....
Da wäre es vielleicht gut, einmal ein Messer von Jockl Greiß anzuschauen, das dem Vernehmen nach ohne Maschinen gefertigt wird. Ich denke, eine Bohrmaschine wird er schon haben, aber ich hörte, dass die Formgebung nur mit Säge und Feile erfolgt. Auch das Finish macht Greiß wohl von Hand.
Es ist also mit Übung und Erfahrung möglich, ein tolles Messer mit einfachen Mitteln zu machen. Es fehlt Dir offenbar nur an der nötigen Geduld. Wenn ich "Schruppscheibe" lese, dann beschleicht mich der Verdacht, dass Du Deine Klingen SCHNELL und BEQUEM und trotzdem PERFEKT machen willst. Das ist nicht so einfach, fürchte ich....Nimm Dir mehr Zeit und achte nur auf das Ergebnis! Kein Mensch macht ein Messer, um dann zu sagen: "Das habe ich in 54 Minuten gemacht". Stolz sind wir auf ästhetische, funktionelle und technisch saubere Messer, und die brauchen eben Zeit - auch Zeit zum Lernen und Üben.
Und: der Kleber kann niemals etwas ausgleichen oder verdecken!
Gruß
sanjuro
Meiner Meinung nach hängt dein Problem beim Planschleifen des Erls damit zusammen, dass du nach dem Schmieden keine mehr oder weniger ebene Fläche hast. Dann musst du ja beim Planschliefen an den verschieden starken Stellen unterschiedlich viel Material abtragen. Außerdem wirst du den Erl beim Schleifen verkanten, da er ja z.B. nur auf der höchsten Stelle aufliegt. Deswegen würde ich den Tip von Simon Sambuca befolgen und den Erl, nachdem du ihn in Form geschmiedet hast, wirklich noch so plan wie möglich machen. Dann hast du eine wesentliche bessere Ausgangsbasis für die Arbeit am Schleifer. Und dann kannst du auch muit deinem Handbandschleifer arbeiten. Allerdings solltest du bei so einem Schleifer darauf achten, dass das Band wenn du das Werkstück aufdrückst, keine Welle davor bildet. Die Bänder bei solchen Schleifern machen das manchmal gerne. Diese Welle schleift dir dann nämlich auch an der Seite des Erls was weg, was eigentlich stehen bleiben soll. So kann es übrigens auch kommen, dass du gerade am Rand des Erls Unebenheiten hast.
Thorsten
Nandger Franck
09.08.07, 11:34
Ne, Wellen gibt es beim schleifen keine!
Ich denke eher, dass es an dem "Schmiedemuster" liegt!
Wenn ich jetzt so richtig darüber nachdenke, dann ist der Erl zu den Rändern hin warscheinlich etwas flacher, weil ich versuche die Materialstärke gleichmässig zu schmieden. Das sieht man an den Rändern gut, aber in der Mitte kann ich nicht sagen ob es da nicht evtl. 0,5mm höher ist als aussen am Rand.
Wenn ich versuche den Erl in der mitte einfach etwas dünner zu schmieden (vielleicht ne andeutung einer Rille) so sollte ich einen ähnlichen Effekt erzielen, wie wenn ich ihn mit der Schruppscheibe aushöhle, oder ?
Am ende des Schmiedens könnte ich dann mit der Stahlplatte arbeiten, was dann auch leichter sein sollte, da ich ja nur noch den Rand gradeklopfe und weniger Material verformen muss.
idealerweise ist dann der Erl plangeschmiedetet und tendiert in der Mitte zu "eingedellt"
SimonSambuca
09.08.07, 11:57
Hi,
eine Rinne in den Erl zu schmieden hört sich aber einfacher an als es ist. Du mußt daran denken das diese Rinne dann von beiden Seiten gleichzeitig geschmiedet werden muss, ansonste würdes du ja die eine Seite beim schmieden der Zweiten wieder "entfernen".
Gruß
Simon
Nandger Franck
09.08.07, 12:54
jo, aber die muss ja nciht gleichmässig sein! Reicht ja, wenn ich sie auf einer seite mache... dann die klinge wende und die andere seite schmiede. Warscheinlich werde ich so die "Rinne" nicht komplett wieder rausgekloppt haben, oder ?
Ich teste das einfach mal aus! Ansonsten nehm ich halt doch die Schruppscheibe :-)
Deswegen habe ich ja geschrieben, man braucht ne ebene Amboßbahn und nen Schlichthammer. Dann bekommt man auch gute Flächen hin, wenn man nach dem Schmieden nicht mehr so viel nacharbeiten will.
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