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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : die automatische schmelze?



hobbit
14.03.07, 20:13
große idee..?

ich möchte einen metallguß machen, hab aber nur einen ofen für keramik zur verfügung. bis 1100°C+ geht der, aber ich kann ihn während er heiß ist, nicht aufmachen. also hab ich mir folgende vorgehensweise überlegt: ich baue die form(aus gips) mit einer art trichter, in die ich das feste metall(was genau weiß ich noch nicht) lege. dann stelle ich das ganze in den ofen, stelle die zeitschaltuhr auf ein paar minuten hitze. theoretisch müsste das metall dann schmelzen und in die form laufen, so dass ich nach dem abkühlen des ofens den fertigen guß entnehmen kann.

meine fragen sind:

hab ich was übersehen?

macht das gips solche temperaturen überhaupt mit, oder muss ich mich nach etwas anderem umsehen?

ich möchte bloß nicht den ofen versauen, ist ja auch nicht meiner...

MythBuster
14.03.07, 20:25
Hallo Hobbit,

Gips macht bei der Temperatur schlapp (zerbröselt) und zersetzt sich in CaO und SO3 bzw. SO2. Vorsicht beides ätzende Gase!

Gruß

Mythbuster

MythBuster
14.03.07, 20:39
hab grad nochmal nachgeschaut, die Zersetzung von Gips in genannte gasförmige Produkte ist wohl erst ab 1200°C merklich. Aber zerbröseln tut er trotzdem.

cham
14.03.07, 21:23
wie wärs mit einer Form aus Ton? und die dann danach zerkloppen :glgl:

jafi
15.03.07, 08:35
Es gibt keramische Einbettmassen, mit denen du sowas machen könntest. Frag einfach mal bei einem Zahntechniker, die benutzen sowas.
Ich glaube aber, dass dein Verfahren nicht (so gut) funktionieren wird. Das hängt aber davon ab, was für eine Form du gießen willst und welches Volumen du hast... Willst du filigrane Formen mit großem Verhältniss von Oberfläche zu Volumen gießen, ist Schleuderguss die bessere Alternative.
Wenn du nur ein kleines Objekt gießen willst (und sowieso zum Zahntechniker gehst :p), frag ihn doch mal, ob er's für dich machen kann!

viele Grüße, Jan.

xxa
15.03.07, 18:04
@ hobbit!

Wieviel Schmelzpunkt benötigst Du?
Ich habe erst Gelbgold und Weissgold gegossen, ging super :haemisch: habe es mit einem Autogenbrenner gemacht.
Wie groß soll das Teil den werden?
Schon mal nach Formsand gegoogelt?
Das mit dem Gips kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen, ist viel zu gefährlich, wenn Du nur etwas restfeuchte hast wirst Du dein blaues Wunder erleben -LASS DIE FINGER VOM GIPS!!!!!!!!

Grüße aus dem Bgld von

xxa/Franz

Klaus1602
15.03.07, 18:12
Hallo hobbit,
oder bei Ofenbauern (Industrieofenbauer oder auch Kachelofenbauer) gibt es Feuerfestbeton. Ist wie Mörtel-- Wasser drauf rühren - formen - trocknen, danach im Ofen brennen- fertig. Das mit dem Trichter verstehe ich nicht. Du kannst doch die Metallteile direkt in die Form legen. Oder willst Du unbedingt einen steigenden Guß herstellen ?
Für Stahl reichen Dir die 1200°C übrigens nicht !

Das mit dem Schleuderguss ist auch eine gute Idee von jafi. Ich hätte noch einen alten AEG-Lavamat zu verschenken. Macht so um die 800rpm :lechz:

Gruß Klaus

hobbit
15.03.07, 20:30
danke erstmal für die antworten!

@jafi:

mein onkel ist zahntechniker:glgl: . aber ich will immer alles selber machen. messer könnte ich ja auch fertig kaufen...

um das ganze mal zu präzisieren: ich will (nicht sofort, aber demnächst) zwingen mit verzierungen gießen. das material steht noch nicht fest, denke aber an silber oder bronze/messing, sowas in der richtung. dann komm ich mit den 1400°C, die der ofen macht (hab noch mal nachgeguckt) auch aus. wenn ich könnte, würde ich auch stahl nehmen, aber jeder eben nur das, was er kann.

@Klaus1602:

das mit dem trichter ist so gemeint, wie du das beschreibst: eine größere form bauen, die aus mehreren unterteilungen besteht; in den unteren (den entscheidenden) teil fließt dann das metall, das vorher im festen zustand im oberen teil gelegen hat. direkt in die form gelegt, eben.

jafi
16.03.07, 10:06
Es gibt noch eine andere günstige und einfache Art, Gußformen für Einmalgebrauch herzustellen. Tintenfische (sepia officinalis)! Der Rückenschulp dieser Tiere, die Sepiaschalen, kennt man aus dem Zoofachhandel zum Schnabelwetzen von Vögeln. Man muß versuchen, möglichst große zu finden. Das Innere ist sehr weich und feuerfest. Es besteht aus Kalklamellen. Zwei Schalen glatt abrichten, das Modell eindrücken, Gußkanäle schneiden, die Schalen zusammenbinden. Dann das flüssige Metall eingießen. Geht nur einmal und ist nicht sehr detailtreu. Aber einfach.
Der Tip von xxa mit dem Brenner ist gut. Wenn man aus Feuerleichtsteinen o.ä. einen kleinen Behelfsofen zusammenstellt kann man auch mit einem einfachen Propanbrenner problemlos zumindestens Silber schmelzen. Als Tiegel bieten sich Graphittiegel an, aber es geht auch mit Schamottetiegeln aus dem Goldschmiedebedarf. Selbst aus dem bereits erwähnten Schamottemörtel lassen sich (dickwandige) Tiegel fertigen, die halten aber nicht sehr lange. Wichtig ist, dass man die Tiegel vor dem ersten Gebrauch gut mit Borax ausschmilzt. Das erhöht die Lebensdauer enorm. Auch beim Schmelzen sollte man Borax zusetzen, um ein Oxidieren zu vermeiden.
viel Spass beim Gießen,
Jan.