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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Muskelkraft betriebener Zuschläger


unsel
27.02.07, 19:07
Hier die versprochenen Fotos meines muskelkraftbetriebenen Zuschlaghammers. Die Funktion sollte anhand der Bilder leicht zu verstehen sein. Der Bär hat ein gewicht von 33kg. Die beiden ineinandergehängten Federn, welche hinten an den Balancier eingehängt sind, enstammen einem Garagentor und sorgen für einen oberen Todpunkt, die schwächere Feder zwischen Vorderseite Balancier und Bär sichert das Auf- und Niederschwingen, desselben.
Angetippt durch das Pedal wird die Muskelkraft über die Schubstange an den hinter dem Drehpunkt liegenden Teil des Balanciers weitergegeben.
Die enstehende Schlagkraft entspricht ungefähr die eines lebenden Zuschlägers mit 5kg Hammer.

Skizzen,Maße, Bärmaterial,etc auf Anfrage.

Viele Grüße
unsel

(Fotos anklicken für grössere Ansicht)

http://img341.imageshack.us/img341/5489/scannen0011ql8.th.jpg (http://img341.imageshack.us/my.php?image=scannen0011ql8.jpg)
http://img261.imageshack.us/img261/5753/scannen0010qh5.th.jpg (http://img261.imageshack.us/my.php?image=scannen0010qh5.jpg)

Edit

http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/Blatt1.JPG

http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/Blatt2.JPG
Naja, es gibt saubere skitzen, die meisten Masse ergeben sich, habe vieles nicht bemasst der übersicht wegen.
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0103.JPG
1. Die Vierkantblöcke stammen von dem Gegengewicht eines Aufzuges, sie erhöhen die Standfesigkeit der Konstruktion
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0104.JPG
2. Hammerbasis und Drehpunkt des Pedals
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0105.JPG
3. Unterer Einhängepunkt der beiden Garagentorfedern
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0106.JPG
4. Oberer Einhängepunkt der Federn
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0107.JPG
5. Obere Längsverstellung der Schubstange am rückwärtigen Teil des Balanciers
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0108.JPG
6. Träger des Balanciers und Kopf der Klemmschraube
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0109.JPG
7. Lagerung des Balanciers
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0111.JPG
8. Quergelegtes Foto, Längsverstellung der Schubstange
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0112.JPG
9. Klemmschraube der oberen Schubstangenverstellung
Ein kleiner Zusatz
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0110.JPG
10. Oberer Einhängepunkt, der schwächeren Zugfeder vom Bär
http://www.pcmasters.de/fileadmin/_temp_/Gilles/DSCN0120.JPG
Federhammerfossil



Ich habe für euch ein kleines video gemacht und es bei youtube hochgeladen

http://www.youtube.com/watch?v=tVmJ8A5WrRU

rumag
27.02.07, 19:20
Tolle Konstruktion............:super:

hobby
27.02.07, 19:27
Sieht gut aus!

gast31082009
27.02.07, 19:27
Das ist Maschinenbau, wie es mir gefällt.
Die Idee ist auf meiner Hirnplatte abgespeichert.
:super: :super: :super:

Stefan

Bogen-Holz
28.02.07, 12:31
Hy Unsel,
tolles Teil :super: und sieht mir nach einer soliden Konstruktion aus.
Ich würdde gerne von deinem Angebot "Skizzen,Maße, Bärmaterial,etc auf Anfrage" gebrauch machen.

Grüße Martin

Kandelaber
28.02.07, 18:15
Unglaublich! Ganz großes Kompliment an den Erbauer!

Was ich mich bei solchen Konstruktionen (spiele selber seit langen mit dem Gedanken einen Treadlehammer zu bauen) immer frage ist ob man als Schmied noch eine einigermassen gute Präzision bei der Zangenführung hat. Rutscht einem das Schmiedestück nicht ständig auf dem Amboss hin und her wenn man so richtig ins Pedal tritt?
Könnte man mit sowas ein Messer in Form schmieden oder reicht es nur um zB. ein Damastpacket auszustrecken?
Letzteres allein wäre ja schon eine enorme Hilfe für Solo-Schmiede ohne Motor-betriebene-Hämmer!!!

Grüße

Kandelaber

unsel
01.03.07, 13:24
Danke , für die Komplimente, und das rege Intresse,

Da ich vorher niemals einen nichtmotorisierten Hammer sah, also nirgends
ein wenig abgucken konnte, ergab sich diese von mir experimentel ermittelte Konstruktion.
Das Ganze ist etwas sperrig, allerdings,beschehren die langen Hebel, dem Schmied, eine ruhige Hand am Amboss, da die Beinarbeit sich in Grenzen
hält.
Es ist wichtig die Länge der Schubstange sowie deren Angriffspunkte, an Balancier und Pedal verstellbar vorzusehen, da hierdurch die aufzubringende Kraft an das Körpergewicht des Schmiedes angepasst werden kann.
Wer nicht mit einer zu niedrigen Ueberdachung geplagt ist wie ich, kann mit einem nach oben verlängertem Führungsrohr, weiter ausholen,
was eine grössere Fallhöhe des Bär`s zurfolge hat, und dies natürlich die Schlagkraft erhöht.
Da der Schwerpunkt, hinter der Ambossbahn liegt, und die Konstruktion
sich nach dem Aushängen der Schubstange und dem lösen des Oberteils wegdrehen lässt, sollte das Gewicht des Ambosses um die 200kg liegen.

So und nun kurz zur Konstruktion, der Bär besteht aus Arbed DCN6
VDEh-Bezeichnung 35Ni Cr18 und ist nicht gehärtet!!!
Seine Bahn ist leicht ballig, ebenso sind 2 ein Millimeter tiefe 40mm breite Rillen in seinen Durchmesser gedreht , nahe der Längsmitte um das Schmierfett zwischen Bär und Führungsrohr zu behalten, das Spiel beträgt 5 Zehntel mm.
Ich werde demnächst, eine lesbare Skitze folgen lassen, an die sich von der Materialwahl her aber niemand halten muss, eigendlich sind nur die Masse wichtig.

Uebrigens eignet sich die dicke Kolbenstange eines hydraulischen Zylinders vom Schrottplatz durchaus als Bär, die Bahn aufgeschweisst mit einer manganhaltigen Elektrode, evtl. Ok86.28 von Esab.
Mit dieser Elektrode lassen sich Ambosskanten hervorragend reparieren.
Aufschweissen, Schweissnaht gründlich mit Hammer verdichten, dann abschleifen.

Also bis bald
Grüsse unsel

Kandelaber
02.03.07, 15:08
Danke für die Infos und/aber eine Frage noch:
Wieviele Schläge schaffst du damit pro Minute, oder besser:
Ist man schnell genug damit ein auf schweisstemperatur gebrachtes DamastPaket genügend schnell zu bearbeiten?

Gruß

Kandelaber

unsel
03.03.07, 02:55
Hallo Kandelaber,

Die Schlagfrequenz, entspricht wohl eher der eines Menschen mit 5kg Zuschlaghammer, was sicher nicht reicht um eine saubere Feuerschweissung hinzubekommen.
Ich jedenfalls ziehe es vor dafür meinen Uralten Maschinen Federhammer zu benutzen.
Allerdings um den feriggeschweissten Block Auszuziehen,oder Umzuformen
reicht es allemal, zumal du eine Hand frei hast um einen Gesenkhammer zu halten.

mfg unsel

jock1307
05.03.07, 13:20
Hallo Herr Nachbar (komme aus Trier),

schöner Hammer - vor allem wie Du die Hebelwege umgesetzt hast, finde ich klasse!

Die meisten Trethämmer, die ich bis jetzt gesehen habe, haben allerdings eine direkte Verbindung Fuß/ Bär, was es einfacher machen müsste die Schlagstärke zu dosieren.

Du nutzt ja praktisch ein ähnliches Prinzip, wie ein elektrischer
Federhammer, d. h. (vereinfacht) Du regst nur die Feder an und bringst damit den Hammer in Schwingung.

Gab es bei Dir einen bestimmten Grund das so umzusetzen?



Grüße,

Christoph

unsel
05.03.07, 20:29
Hallo jock 1307


Wie beschrieben, hatte ich das ganze vorher noch nie gesehen, also benutzte ich in einem der vorigen, Artikel den Ausdruck:, Experimentelle Konstrucktion, was bedeutet dass alles an dem Hammer immer nur geheftet wurde, wieder abgeflext, alle Angriffspunkte der Hebel verstellbar gebaut waren , und vor allem aber gab es vor dieser entgültigen Bauweise 4 komplet andere.
Unteranderem auch eine ohne die vordere schwächere Feder.
Damit war es unmöglich dosiert zu Arbeiten, es war eigendlich nur ein voller Schlag möglich,ausserdem war der Kraftaufwand wesentlich höher.
Das Aufschwingen des Bär`s bedeutet zwar etwas öfters Treten dafür, aber eine ruhigere Hand, ausser bei volldampf, zb. dem Ausziehen eines grösseren Querschnittes .
Dann ist Tritt und Schlagfrequenz gleich.

Sicher gibt oder gab es bessere Lösungen, nur ist mir noch keine eingefallen.
Also sollten Irgendwo Muskelkrafthämmer bekannt sein, wäre ich sehr
an Bilder, Beschreibungen, usw. interessiert, um evtl. später einmal
die gesammelten Werke zu veröffentlichen.

Freundlichst unsel

link
05.03.07, 21:09
Hallo unsel,
Glückwunsch zu deinem Hammer.
Ich habe vor einiger Zeit auch einen muskelbetriebenen Hammer gebaut
und weis welche Arbeit darin steckt und wie lange man an der Konstruktion grübelt.
Für deine Sammlung schau mal Hier (http://www.messerforum.net/showthread.php?t=25418).

Viele Grüße
Link

Torsten Pohl
05.03.07, 22:41
Hy Link

wo du das gerade erwähnst hat sich die zwei drittel Aufteilung deiner Gesenke so bewährt???
Und wie breit sind die eigentlich??

Tschau Torsten

link
06.03.07, 14:43
Hallo Torsten,
die Breite des Gesenkes beträgt 140mm, 90mm davon zum ausrecken.
damit kann ich recht gut arbeiten.
Einen Nachteil habe ich mit der Zeit doch festgestellt,
wenn man am Rand des Gesenkes arbeitet fängt der Hammer durch den langen Hebelarm
an zu schwingen und überträgt nicht mehr die volle Kraft auf das Werkstück.
Da ich beim ausrecken die Gesenkmitte benutze und beim
glätten mit leichteren Schlägen arbeite ist das aber nicht so schlimm und
mit ein paar Querstreben könnte man das beheben.:hmpf:

Gruß Link

unsel
06.03.07, 18:17
Hallo link,

Das ist wohl der schwerste Einhand Zuschläger den es gibt, gute Idee.
Danke auch für die Presentation. Wenn du erlaubst werde ich deinen Hammer, zu meiner Sammlung nehmen.
Nachdem ich den Anhang zu deinem Hammer gelesen habe, frage ich mich allerdings auch ob es nicht doch wesentlich weniger ermüdend ist, den Balancier per Pedal anzutreiben?
Zumal die Konstruktion sich geradezu dazu anbietet.
Du könntest ein Pedal Bärseitig verstellbar an deinem Profil anbringen, um dir so einen guten Kompromiss zwischen Beinarbeit und Pedalweg
einzustellen.

Aber das ist Geschmacksache, mein Respekt ist dir sicher.

Viel Spass , unsel

Torsten Pohl
07.03.07, 00:08
Danke Link bin gerade am bau, auch mit zwei Eisenbahnschienen Stücken, komme auf ein ähnliches Maß. War mir aber nicht sicher ob und wie ich die Arbeitsbereiche aufteile.

Tschau Torsten

unsel
12.03.07, 20:12
update :)

ein paar weitere bilder :)

unsel
12.03.07, 20:37
Ups , das letzte Foto sollte nicht dabei sein, sollte dennoch irgendwer Informationen über meinen Archaichen Federhammer haben, wäre ich Ihm sehr verbunden.

Er trägt ein Messingschild mit der Aufschrift; Johann Kunz Söhne
Maschinenfabrik
Cronberg (Taunus)
F.Nr,676 Type 1

und darunter eingegossen:, "PARX" 1 D.R.P.u.A
Also das Baujahr würde mich Interessieren.

http://www.250kb.de/u/070321/j/t/39b64458.
jpg (http://www.250kb.de/u/070321/j/39b64458.jpg)
Der am Bär festgeschweisste Bügel , mit welchem er in der schwächeren Feder hängt

http://www.250kb.de/u/070321/j/t/10a7e5f1.jpg (http://www.250kb.de/u/070321/j/10a7e5f1.jpg)
Drehpunkt des Hammerrahmens, die Schweisspunkte halten die untere Klemmplatte

http://www.250kb.de/u/070321/j/t/a1c07c10.jpg (http://www.250kb.de/u/070321/j/a1c07c10.jpg)
Hinterer Angriffspunkt der Schubstange am Pedal


Danke im voraus, unsel

unsel
22.03.07, 17:29
Es folgen die letzten 3 Detailfotos, des Muskelkraftbetriebenen Zuschläger.

Das erste der 3 Bilder wollte nicht so recht, zeigt sich aber bei Anklicken.
Ich hoffe meine Dokumentation ist einigermassen zu durchschauen.
Niemand ist gezwungen sich an Materialmasse zu halten, er lässt sich genausogut aus Vierkanthohlprofil bauen.

Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen.
Zum beisp. könnte man den Bär am oberen Todpunkt gegen einen Prallbock
(Druckfeder) schlagen lassen, um eine höhere Schlagenergie zu erziehlen?

Wünsche viel Spass unsel