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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwerter und Haltbarkeit



KRIDER
14.11.01, 08:12
Hi

habt ihr mal ein Schwert in der Hand gehabt dass man auch benutzen kann? Also bei dem nicht gleich die Klinge abricht wenn man einen 1cm Ast durchhaut.

Ich habe mir jetzt ein Katana aus 440er Stahl zugelegt für 200DM. Mir ist schon klar dass das nur ein Deko-Gerät ist. Aber wie ist das bei den Schwertern für 2000DM? Kommen da auch direkt Kerben in die Klinge wenn man mal gegen einen Ast schlägt?

Früher musste ja schließlich auch Klinge gegen Klinge damit gekämpft werden?!

Gruß Oliver

kanji
14.11.01, 08:31
Hallo Krider,


mit Katanas wird im Normalfall nicht Klinge gegen Klinge gekämpft.
Ich glaub nicht dass Du so ein 440A Teil mit nem geschmiedeten und selektiv gehärteten Carbonstahl vergleichen kannst.

roman
14.11.01, 08:58
Es gibt immer wieder so spezialisten die an noch besser glauben wenn sie einen D2 oder 440 für ein Schwert verwenden da habe ich einige Gilde kollegen die das regelmäßig machen.
Nun Kanji hat voll recht das ist nix anderes als ein Wallhanger schön aber nutzlos.
Eine Echte katanaklinge wäre selbst bei hartholz relativ unbeeinduckt (vorrausgesetzt der Schmied konnte was):staun:
grüße

Armin II
14.11.01, 08:58
Ob die KLinge bei sowas abbricht oder nicht hängt wohl nicht nur von der Qualität der Klinge ab, sondern vielmehr von der Qualität desjenigen, der die Klinge in der Hand hat.

Hammer
14.11.01, 08:59
hi leutz,
jo kanji, wehrschläge mit katana sind unüblich.
da ich mich eher der europäischen tradition verschrieben habe - gibts kerben.
zumindest bei schaukampfklingen.
bei fechtklingen sind die kerben nicht so riesig, dafür kanns ausbrüche aus der schneide geben !!!
@ krider , es gibt sehr gute schaukampf und fechtklingen schon für unter DM 1000 !
das ist dann kein damast, und mit sicherheit nicht rostfrei.
aber rostfreie schwertklingen sind eh immer ein prob.
wenns eine katana sein muss kann dir kanji besser helfen als ich, bei europäischen ein und ein1/2 -
händigen schwertern (speziell der früh und hochgotik) kann ich dir wahrscheinlich weiterhelfen.
wir haben mit fechtklingen 1 1/2 hand auf märkten schon baumstämme ! die senkrecht standen "geköpft"
natürlich nicht mit einem hieb :D
durchmesser war etwa 15 cm, die dienten als target für fechtübungen der anfänger. die schwerter haben ALLE überlebt:cool:
nur einigen neulingen war diese alte "sportart" zu anstrengend :P
also: suchen zahlt sich aus.
rede mal auf MA märkten mit den akteuren.
meist haben die jemand an der hand, der gute klingen für schau oder echt - kampf macht!
oder schau mal hier im forum - sind doch einige da die auch schwerter fertigen.
bis denne
Hammer

Armin II
14.11.01, 09:01
sorry. ot

Leonardo75
14.11.01, 09:09
Hallo Krider!

In Amerika gibt es wohl einige Hersteller, die etwas in der Richtung herstellen. Einen Vergleichstest (http://swordforum.com/swords/deltin/dt-5151-versus-casi-069.html) von zwei solcher Schwerter ist im swordforum. Einzeltests von CAS Schwertern gibt es hier (http://www.netsword.com/review081-PP.html) oder hier (http://www.netsword.com/review082-PP.html). Die Schwerter von CAS Iberia sind wohl lausig gehärtet (hab mal was von 40 HRc gehört). Dafür sind die auch nicht so teuer.
Hab selber mal so ein Schwert von HBS gekauft, die Handlage ist gut, der Stahl ist nicht rostfrei (ich meine es war Federstahl als Stahlbezeichnung angegeben) und leider auch nicht so dolle gehärtet.

Kannst Dich ja mal nach solchen oder eher besseren Klingen umschauen.

Viel Spaß beim Kämpfen wünscht Dir der Leo.

P.s.: Versuche aber nicht mit einem Schwert einen Baum zu fällen oder dickere Äste zu malträtieren, dafür sind die einfach nicht gemacht, da der "Gegner" dann zu wenig nachgeben würde.

Claymore
14.11.01, 10:02
zum Der Test im swordforum zwischen dem Cas Iberia und dem Del tin.
Ich würde das Del tin empfehlen.
die Härte bei Deltin Klingen liegt nach angabe von fulvio Deltin bei ca. 50 HRC durchgehend gehärtet.
Für Schwerter ein guter Wert.
Etwas höher wär auch noch machbar ohne zu brüchig zu werden (ca. 54-56) dann sollte ohne selektive härte aber schluss sein.

GANZ WICHTIG man muss unterscheiden zwischen Deko, Schaukampf, Fechtschwertern für den schwertkampf nach z.b. Tallhofer

Bäume fällen oder Bäume angreifen ist nicht der zweck eines Schwertes.
Da ist ne Axt besser geeignet
oder eine Stihl, da ist dann automatisch ein schwert dabei:steirer:

Ein gutes Schwert(Schaukampf oder echt ) dürfte aber keine Kerbe abbekommen, wenn man(n) ein unschuldigen Baum attakiert.
Die Bruchgefahr ist gößer bei einem 'starren' Ziel.
Wenn der stahl nicht geeignet ist (rostfrei)
oder die Ausführung der angel falsch ist, kann's schon mal in's Auge gehen.


Die Klinge war nicht primäres Ziel, sondern der Kontrahent.
Klinge auf Klinge gibt immer Schäden an der Schneide egal wie gut das schwert ist.

gruß

Peter

Hammer
14.11.01, 10:14
nomal hallo,
kann meinen vorrednern nur zustimmen, das mir baumstämmen als zeil wurd voriges jahr eingestell.

dann lieber stumpfe klinge gegen gerüsteten fechtpartner mit ahnung.

die mir bekannten schaukampfklingen liegen übrigens alle so um 40 bis 45 HRC.
sind ziemlich weich, und nach mehmaligem einsatz als säge zu gebrauchen :D
fechtklingen werden meist mit ca. 55HRC angegeben.
für katana oder selektiv gehärtet auch höher.
(die schneide bis 61 oder 63 HRC hab ich schon gesehn)
da bei talhoffer kein schild verwendet wird sind wehrschläge nötig, deshalb lieber ne nicht zu harte klinge. ich mags nämlich nicht wenn mir metallsplitter um die ohren fliegen.
bis dann
Hammer

Slick
14.11.01, 10:21
Wie bitte? Ich soll mit meinem Customschwert auf Äste hauen?:staun: NENENE!!
Da könnte ja das wunderschöne Finish schaden nehmen.:angst:


Aber ich kann dir sagen das ich diesem Schwert einiges zutraue, ich habe noch nie eine so gute Klinge gesehn, dünn, elastisch und schnitthalig(für ein Schwert). Nur ist es mir zum Holzhacken zu schade, dafür hab ich andere Schwerter.


http://members.tripod.de/Slick_70/myswordsmall.jpg

KRIDER
14.11.01, 10:53
Danke für eure Antworten.
Meine Frage resultiere eher aus allg. Interesse, und nicht aus einem konkreten Kaufwunsch.

D.h. die alten Katanas waren 2-3 Kämpfen auch auch schon demoliert. Das müßte ja dann im Krieg eine Heidenarbeit gewesen sein, genug Schwerter anzufertigen?!

kanji
14.11.01, 11:25
Hallo Krider,

zum Thema japanischer Schwertkampf schau Dir mal "Die Sieben Samurai"
an.
Mit Katanas wird im Normalfall nicht gefochten.

Claymore
14.11.01, 11:30
@Krider,

richtig, es genügt schon ein 'Gefecht' und eine Klinge ist unter Umständen ein Fall für den Polierer, nach einer neuen Politur, bei der dann die Scharten soweit möglich weggeschliffen wurden war das teil wieder einsatzbereit.
Durch wiederholtes 'Polieren' schwindet natürlich die Substanz, irgendwann ist der gehärtete Bereich weggeschliffen. Ist wie bei einem abgefahrenen Reifen ohne Profil taugt er in ernstsituationen nichts mehr.
Gebrochene Klingen wurden recyceld. Aus Bruchstücken ggfls. kurze Klingen usw.

In Kriegszeiten wenn viele Klingen gebraucht und verschlissen wurden, wars wie heute.
Große Nachfrage erhöht die Produktion, und geleichermaßen sinkt wenn man nicht achtgibt die Qualität.
Das ging soweit, das im II. Weltkrieg viele Klingen aus industriell gefertigten Stählen/stahlblechen gefertigt wurden in z.t. miserabler Qualität.


gruß

Peter

KRIDER
14.11.01, 11:56
Dann müssten in den Highlander Filmen ja theoretisch massenweise Klingen verbraucht worden sein...

Slick
14.11.01, 12:37
@Raimund
Jo stimmt , ich wollte auch immer so eins haben seit ich Conan gesehen hab.
:super:
Dann habe ich mal, in einem alten Catalog der Drachenschiede, so eins gesehn, damals hatte ich für sowas aber kein Geld :hmpf:

Dann hab ich, Jahre später, im Internet die Seite von Raven Armoury (http://www.raven-armoury.co.uk/) gefunden,
Die hatten die Schwerter in dem Katalog gemacht.....

Hab da eins bestellt, das nannte sich "Atlantean MkII", und kostete 999 Pfund( weiß einer wo das zeichen dafür ist?). Meins sollte Bronze Beschläge bekommen und dann hat damasl die Gießerei Mist gebaut und Messing gegossen, also mußte er es nochmal aus Wachs modeln und nochmal gießen lassen, nur das es diesmal die Form des neuen "Atlanten MkIII" hatte, nach dem original Filmschwert gemodelt.

So ist mein Schwert das letzte MkII(Nr. 28), das einzige mit Bronze Beschlägen
und ein MKII+MkIII Mittelding, aber noch zum alten Preis.
Das neue MkIII war auf der Hp zu sehen und sollte 1600 Pfund Kosten, leider ist es vor ein paar monaten von der seite genommen worden.
Allerdings bekommst du bei
Albion (http://albionarmorers.com/)
eine lizensierte Repro, 3 versionen von 10000$ bis 1000$ glaube ich.

Guenter
14.11.01, 13:08
Das £ bekommst Du mit ALT 0163

Thomas Wahl
14.11.01, 14:38
Hi Jungs!

Soweit mir bekannt ist, wurden beim Zweikampf die Klingen bei Klingenkontakt leicht eingedreht, so daß die Schneiden nicht direkt aufeinander trafen. Die konnten auch bei guten Klingen lecht mal brechen, oder wenigstens ein Stück verlieren.

Ich kann nur das Practical Katana von Hanwei empfehlen (gibt's bei mir...:rolleyes: schat mal in meine HP ). Schneide 60°RC, Klingenrücken 40°RC... Laut Hersteller.
Mein Lehrer in Israel hat damit schon einige Zuckerrohr-Pflanzen und kleinere Bäumchen auf dem Gewissen. :haemisch: :waaah:

Maik Amelmann
14.11.01, 14:40
@krider
Nicht nur theoretisch. Ich hab zwar nur mal was ueber die "Highlander"-Serie gesehen, aber da werden wie auch in allen anderen Prduktionen dieser Art "Schwerter" aus Aluminium benutzt. Die Dinger werden im Dutzend produziert und nach einem Schlagabtausch weggeworfen. Pro Folge gehen bis zu ueber 10 Aluminiumklingen drauf. Die sind im uebrigen auch keine Kunstwerke, sondern extrem grob ausgefuehrt, haben keinen Schliff in irgendeiner Form und ganz simple Griffe. Fuer die Nahaufnahmen werden den Schauspielern dann wieder die dekorativen und detailliert ausgefuehrten Stahlschwerter in die Hand gedrueckt.

Armin II
14.11.01, 17:13
Wenn überhaupt Aluminium-Klingen verwendet werden....
Bei sehr vielen Fernseh-Produktionen sind die Klingen nä,lich auch aus Holz und dann entweder Silberfarben lackiert oder mit Alufolie beklebt....

@ Thomas: wenn ich mir das so recht überlege bringt dass ja überhaupt nix, wenn ich beim Blocken die Klinge eindrehe, und mir der Gegner dann von der Seite her auf die Klinge schlägt, dabei dürfte die Schneide dann ja noch mehr beschädigt werden...

Thomas Wahl
14.11.01, 21:39
@ArminII

wurde allerdings oft so gemacht. Die Klinge wurde leicht eingedreht und schräg gehalten, damit das Schwert des Gegners daran abrutscht. So konnte man den Schwung der gegnerischen Waffe für den eigenen Konter nutzen. Im Kenjutsu ist da die Technik "Taihen Kaeshi Giri" ein gutes Beispiel, bei der ein senkrechter Schlag abgeleitet wird und dann selber die Hände oder der Hals des Gegners attackiert wurde.
Das Schwert wird dabei nur leicht eingedreht. Es gab' aber auch Paraden mit der Seite und sogar dem Rücken der Klinge (Mine-Uchi).
Ansonsten wurde eh selten Klinge gegen Klinge geblockt, sondern die gegnerische Hand bei den Techniken angegriffen. Wenn also heutzutage die Leute beim Training an der Klinge blocken, dient das eigentlich nur Übungszwecken. In aller Regel wird bei vielen Stock- und auch Schwertkampfstilen die Hand als erstes bei einem Block aktiv angegriffen.
Dadurch wird auch die Klinge "geschont":D

Claymore
15.11.01, 08:25
Die beim schlage übertragene energie sollte möglichst nicht direkt auf die Klinge abgegeben werden, was beim lotrechten auftreten der Fall ist.
Trifft der schlag in einem von der lotrechten abweichenden Winkel auf, so erfährt die Klinge eine Ableitung, die einwirkende Kraft wirkt nicht mehr nur in einer Richtung, sondern erfahrt eine aufteileung (Kräfteparalleogramm)
Beispiel schiefe Ebene.
Die Klinge gleitet ab.


gruß

Peter

Armin II
15.11.01, 08:28
Claymore, das ist mir schon klar. Ableiten des Schlages anstatt hartem Block......

zorro_43
15.11.01, 10:20
Ich denke, das es auch ein wichtiger Punkt ist das die Klingen im Mittelalter nicht so scharf geschliffen waren wie es die Highlander-Filme etc.
darstellen. Auch sind abgebrochene Schwertklingen nichts ungewöhnliches gewesen.
Und von so einem schartigen Schwert mit teilweise ausgebrochener Klinge möchte ich nicht getroffen werden. Das ist durchaus noch Kampftauglich.
Ich hab mal gelesen, das es auch nicht unüblich war, das Schwert während des Kampfes wieder gerade zu biegen.(Edda?)

Zorro

P.S.: Man muß sicher auch unterscheiden in welcher Zeit ein Schwert geschmiedet wurde (und von wem!).

HankEr
15.11.01, 10:36
Ich würde als Unwissender auch eher einmal annehmen, daß in allen Kämpfen mit Schwertern, der Kontakt Schwert gegen Schwert die absolute Ausnahme war (nicht nur in Japan, auch in Europa). Das Schwert im Mittelalter war doch nie eine Waffe des kleines Mannes, sondern die der Ritter und die haben sich glaube ich weniger untereinander geschlagen, sondern haben Ihr Mütchen wohl eher an schlecht bewaffneten und rüstungslosen Untertanen und Ungläubigen gekühlt. Und auch sonst dürfte ein Treffer auf ein Schild oder einen Helm (die wohl beide wesentlich weicher als Stahlschwerter sind) wesentlich wahrscheinlicher gewesen sein. Gegenseitiges Herumgeschlage Schwert gegen Schwert mag als Unterhaltung und Sport gedient haben, gestorben wurde aber wohl anders.

Auch auf Bäume dürfte man eher selten Treffen. Was ein Schwert abkönnen muß sind Holzschilder, Bambus- oder Lederpanzerungen, Knochen und gelegentlich einmal einen Bodeaufprall ohne gleich zu brechen. Aber egal wie und aus was mein ein Schwert macht, wenn die Schneide gegen einen Felsbrocken knallt ist eine Scharte da.

herbert
15.11.01, 11:07
@zorro_43: Das mit dem Geradebiegen hat Polybius (202-120 v. Chr.) berichtet. Die Gallier hatten Eisenschwerter, und der erste Hieb mit den Dingern war furchtbar, aber dann waren die Schwerter krumm. Mußten dann im Gefecht mit dem Fuß gerichtet werden. Sowas hält natürlich den Betrieb auf.

Thomas Wahl
15.11.01, 21:32
Gerade fällt mir ein, ich hab' da letztes Jahr mal eine Doku im Fernsehen über so einen Schweizer Kenjutsu-Meister gesehen, der auch seine Schwerter komplett selber gemacht hat. Also mit Schmieden und allem Drum und dran.
Er hat dann die Qualität der Klinge dadurch bewertet, daß er damit folgendes machte:
Er nahm einen Holzblock, hämmerte ein paar Stahlnägel rein und versuchte dann mit dem Schwert die NÄgel durchzuschlagen (kommt mir schon ein bisserl komisch vor, odrr?:angst: ). Bei dem Schwert in der Doku brach dann ein dreieckiges Stück raus. In der Klinge war ein Lock, daß bis zur Hälfte durch die KLinge in Richtung Klingenrücken ging.

@ Claymore und ArminII
Genau das (mit dem Kräfte-palallelum-dingsbums:staun: ) wollte ich mit dem schräghalten der Klinge erklären.

Chinesische Schwerter waren auch oft recht dünn und biegsam.

EISENHANS
15.11.01, 22:46
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit mittelalterlichem europäischen Schwertkampf und kann jedem der sich ein Schwert zulegen möchte zuerst raten in sich zu gehen, um herauszufinden wofür er das Schwert seiner Wahl benutzen möchte. Also, soll es ein Dekorgegenstand, ein Schaukampfschwert, ein Schwert zum Training, ein Schwert für Schnitttests oder zum tragen für Mittelaltermärkte sein. Tja und dann geht es los mit der Suche. Zu finden gibt es genug und um die 500,00 DM kann man sich schon ein schönes Schwert zulegen. Auf den Märkten wäre ich aber vorsichtig, falls Dir jemand einen Einhänder mit einem Gewicht von 2 kg oder ein Langes Schwert das nicht flexibel ist anbietet, dann such weiter.

Grüße!

Nidan
16.11.01, 06:50
@ Thomas Wahl : Uih das ist bitter, da murkst der arme Kerl wahrscheinlich ewig an seinem Säbel rum und dann wie er ihn fertig hat, macht er ihn gleich wieder kaputt. Der hätt lieber mal hier im Forum Leute fragen sollen die sich auskennen :D

Ich muß aber sagen ich hab den Thread auch ganz fasziniert gelesen und bin jetzt um einige Illusionen ärmer, ich hätt nicht gedacht, daß Schwerter sooo empfindlich sind.:ack:

Und eine Frage hätt ich auch noch :

Man sieht in diesen Kung-Fu - Schinken immer wieder chinesische Schwerter die wirklich extrem flexibel sind. Die Klinge federt da schon bei einem kraftvollen geraden Stoß in die Luft !!
Haben die einfach nur schlechte Requisiten oder waren die Teile auch wirklich so ? Und kann man mit sowas überhaupt vernünftig und v.a. präzise kämpfen ?

Und an dieser Stelle noch ein herzliches Willkommen an unser neues Mitglied Eisenhans !

Viele Grüße

Thomas

Claymore
16.11.01, 08:35
@thomas,

Stahlnägel ??
bist du sicher ?
wenn ja, ist demjenigen wirklich nicht mehr zu helfen. !!!
Ich las bei M.Sachse glaub ich was über die Herstellung und Testmethoden von Säbeln im 19. Jhd.
Gestestet wurde u.a. einen in einen Balken geschlagenen EISENNAGEL !! durchzuhauen ohne das die Klinge schaden nimmt.
Ob wahr oder Maärchen wer weis, ich könnte mir es durchaus vorstellen.
Den Eisennagel übersteht eine gute Klinge dann auch.
Aber einen Stahlnagel, ? die dinker schägst du in Betonsteine rein. !! (eigens gemacht beim Hausbau)
Das da eine Klinge klein bei gibt wundert mich nicht, die muss nicht mal schlecht gewesen sein.
Wahr evtl. zu hart, etwas weicher, und es hätte ne satte scharte gegeben, die aber rauszuschleifen wäre.
Fazit absolute härte beim schwert (auch nur schneide) ist nicht unbedingt gut.
Lieber schartig und ein bischen Krumm, als ab !!
Wenn das vor ein paar hundert jahren passiert ist, hat der mit dem Schartigen schwert gewonnen.
Der andere hatte zwar die härtere Klinge aber dafür dann auch keinen Kopf mehr :steirer:


@Eisenhans
Genaugenommen braucht der so interssierte, mehr als ein Schwert, je nachdem was er machen will.
Schaukampf, fechttraining, Wände dekorieren oder einfach nur ein 'echtes' Schwert, evtl. aus Damast zu besitzen.
na ja andere sammeln Breifmarken.

2kg für einen Einhänder sind doch ok, du sparst dir das Hanteltraining.:D


gruß

Peter

Armin II
16.11.01, 08:38
Also das mit den federnden, sich schon in der Luft durchbiegenden KLingen sieht man in Filmen öfters. Ich denk mir mal die verwenden da halt Schwerter mit hauchdünnen Klingen, damit die armen untrainierten Schauspieler sich an den Schwertern keinen Bruch heben.....:irre: :fack:

Claymore
16.11.01, 09:05
oder ein film hätte sich ungewönlicherweise mal an historischen Fakten orientiert.:D

Bei Kapp ist nachzulesen, das bei Grabfunden früher Japanischer Schwerter, die ursrünglich wohl aus China kamen Klingen gefunden wurden, die so dünn waren das Sie sich durch das eigene Gewicht durchbogen. Ggfls. waren das auch Zeremonien Klingen, genau war es nicht zu erfahren.
Geringe Durchbiegung wird man bei vielen Klingen in korrekten Proportionen haben.



gruß

Peter

Thomas Wahl
16.11.01, 11:54
@claymore
Doch! Das verlief genauso, wie ich es beschrieben habe. Ich war selber ganz verdutzt. Ich meine halt das der Typ Hämmert, poliert und macht und tut und dann geht er her und haut damit auf Nägel ein. Als dann die Klinge im A... äh kaputt war, meinte er, "fangen wir halt noch mal von vorne an, odr?!":(
Ich meine, selbst die Japaner haben damals ihre Klingen nicht an Nägeln getestet, sondern teils am menschlichen Körper.:angst:

Ansonsten muß ich Eisenhans recht geben! Man muß erstmal wissen, wozu man das Schwert braucht. Wenn ich es an die Wand hängen will, dann reicht wohl eins mit Aluklinge.
Bei mir im Studio benutzen wir für Partnerübungen Schwerter mit 440er Klinge. Die kosten so zwischen 200 und 300 Mark. Nach zwei drei Jahren sind die dann ziemlich Schrott und dann kommt halt das nächste her. Will man Schnitt-Tests machen braucht man schon eine geschmiedete Klinge. Die kostet dann halt etwas mehr.

ToBo
16.11.01, 12:33
Die Schwerter die man bei KungFu-Vorführungen und in Filmen sieht, sind keine kampftauglichen Schwerter. Hier wird genau das umgekehrte wie bei europäischen Schwertern gemacht, sie sind viel zu leicht und dünn.
Der Grund dafür ist, daß man mit den leichten Teilen viel schnellere und artischtischere Techniken vorführen kann. Vor allendingen bei den chinesischen Säbeln ist es sehr extrem. Der Säbel war die Waffe für den normalen Soldaten und die mußte einiges Aushalten. Sie waren dementsprechen robust gebaut. Die Säbel die bei Vorführungen benutzt werden, sind größtenteils nur 1mm dick und dünner. Ich habe schon erlebt, daß sich solche Teile alleine bei einem schnellen Stich in die Luft verbogen.
Da es sehr schwierig ist an gute chinesische Waffen zu kommen, lasse ich mir gerade bei einem deutschen Waffenschmied (http://www.dietraumschmiede.de/) einen Säbel nach historischen Unterlagen nachbauen.

Tschüß
Tobias

EISENHANS
16.11.01, 16:20
Ich hab mal einen Bericht über eine indische Kampfkunst: "Kalriparlat" (legt mich bitte aber auf die Schreibweise nicht fest) gesehen da gab der Meister an seinen Sohn die Geheimtechniken mit dem Gürtelschwert weiter. Das konnte wie ein Gürtel getragen werden und hatte drei Klingen. Das hat auch alles recht nett ausgesehen, nur hat sich während der Vorführung eine der Klingen vom Griff gelöst und sich dann knapp über dem Boden davon gemacht. Das war ein wenig peinlich :lach:.

Ich besitze selber ein nettes Langes Schwert, das ist sehr flexibel und damit führen wir Schnitttests durch, was dabei aber besser ist, die Klinge bleibt dran.

Grüße

Hammer
19.11.01, 08:15
hi leutz,
also : schwerter die sich durch eigengewicht verbogen gabs auch in europa historischer zeiten.
vor allem bihänder waren so grass und schwer, dass sowas vorkam.zeremonien schwertern in europa (auch fast immer bihänder) passierte das auch regelmässig.
SCHWERTPROBE: ein verbrecher (meineswissens nur die) konnte in japan zur "schwertprobe" verurteilt werden. das sah so aus: bedauernswerter mensch wurde der länge nach auf einen steinblock ! gebunden, anschliessend kam stolzer samurei mit neuem katana und führte einen schweren hieb quer etwa in nabelhöhe. dabei wurde nicht selten der körper des verurteilten in 2 stücke zerteilt!!:staun:
die klinge knallte auf den stein, und wenn sie hielt war sie gut:confused:
schwertgewicht: einhandschwerter europäischer fertigung des 12 - 14 jahrhunderts waren erstaunlich leicht etwa zwischen 1000 und 1400 g!
nachzulesen in Lehnart`s Kleidung und Waffen der früh- und Hochgotik (karfunkel verlag)
selbst 1 1/2 händer überschreiten die 2 Kg nur selten.
übrigens auch in europa gab es sowas wie die oben beschriebene schwertprobe.
in skandinavien konnte ein freibauer einen hörigen straffrei niederhauen, nur um ein neues schwert auszuprobieren.
tja barbarentum ist halt völkerübergreifend :(
bis denne
Hammer

kanji
22.11.01, 08:25
Hi Hammer,

in den japan. Schwertproben war nicht immer ein Stein drunter (sehr schlecht für Klinge).
Der Verurteilte wurd halt mit der Klinge irgendwie zerteilt hing manchmal vom Verbrechen ab oder wohl auch oft von den Vorlieben des Schwertträgers.
Heute werden Schwertproben an in Wasser eingeweichten Bambusstrohrollen gemacht, die sollen auch die Widerstandsfähigkeit eines menschlischen Rumpfes haben.

KRIDER
23.09.02, 12:44
Was ist der Unterschied zwischen Schaukampf- und Fechtschwertern?

Tim2
23.09.02, 13:42
Hmmm, wo wir schon bei nicht japanischen Klingen sind: Weiss jemand, wie die Toledo Klingen geschmiedet sind?

Corben
23.09.02, 13:55
Schaukampfschwerter sind an der Schneide drei mm dick. Einmal, um Schnittverletzungen zu vermeiden, aber auch, um bei dem peinlichen Aneinadergekloppe mancher Rittergruppen nicht sofort total schartig zu werden. Die anderen sind scharf ausgeschliffen.

Die Toledo-Schwerter, die ich bisher in den Fingern hatte, waren meiner Ansicht nach entweder aus Bandstahl (Pseudo-Ninja-Klingen, El Cid) oder stammen aus Stanzen (Barbarenschwert ala Conan). Viel Handarbeit konnte ich an den Stücken nicht finden. (Schau)-kampftaugliche aus Toledo habe ich bisher nicht gesehen (Trotz vieler Aufenthalte in dort). Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Gruß

Tim2
23.09.02, 14:07
Hmmm, nee das meine ich nicht. Ich weiss nur, dass die Toledoklingen mal gefürchtete Waffen waren, warum weiss ich allerdings nicht.

Corben
23.09.02, 14:55
Ach so. Toledo Klingen hatten im MA und der frühen Neuzeit aufgrund ihrer guten Qualität europaweit einen spitze Ruf. Ähnlich beispielsweise den Klingen aus Passau (Punzierung/Stempelung: Passauer Wolf), oder im frühen MA den Klingen aus dem Rheinland (etwa mit Ätzung "Ingelrii me fecit"). Die waren so unter den Vikings gefragt, daß es reihenweise Fälschungen gab (die Schmiede waren Analphabeten und dann kamen Sachen wie Eiglri, Ingalrei usw. bei raus).
Es gibt natürlich genauso einen Haufen gefälschter Toledo Klingen. Überhaupt wurde im 19. Jahrhundert im Historismus geschmiedet, was das Zeug hielt. Manche Experten schätzen, daß 80% von dem Zeug (Rüstungen incl.), das heute in Museen und Burgen ausgestellt ist, aus dem Historismus stammt.
Habe mal für VISIER 'ne Geschichte über Schwerter geschrieben. Schau mal unter www.visier.de, ob sie im Internet ist. Autor Robert Cadek, Story hieß (glaub ich): "Ein Königreich für ein Schwert"

Gruß

Tierlieb
23.09.02, 17:03
Ich weiss nur, dass die Toledoklingen mal gefürchtete Waffen waren, warum weiss ich allerdings nicht.
Dazu noch eine kleine Annekdote:
Berühmt war Toledo im 15ten und 16ten Jahrhundert. Zu der Zeit hatte sich gerade der Degen als Duellwaffe gegen den Anderthalbhänder und der italienische Stil ggen den deustchen durchgesetzt.
Toledo produzierte zu dieser Zeit (wie auch das schon erwähnte Passau) die passenden Degenklingen.
Hauptkriterium bei einer Degenklinge ist die Flexibilität und die bewies man in Toledo ganz einfach dadurch, daß man die Degen mit einer auf den Griff zurückgebundenen Klinge (also als Kreis) nach ganz Europa verkaufte.
Schicke Sache, das.

MfG, Tierlieb
*der selbst aber eher Fachmann für Rüstungen denn für Klingen ist*

Corben
23.09.02, 17:15
Elastische Klingen schön und gut. Die selbe Geschichte hört man ja schon über den germanischen Spatha und diverse magische Schwerter immer wieder. Muß sagen, habe schon recht viele Original-, wie Repliken von Degen in der Hand gehabt. Aber so eine Elastizität halte ich für zu viel des Guten. Lasse mich aber gerne von dem Gegenteil überzeugen.

Gruß

MMunsei
23.09.02, 19:59
Hey,

ich schreibe mal was ich als wichtig erachte, wenn sich zwei mit dem Schwert gegenüberstehen.

Das Schwert arbeitet in mehere Ebenen. Man stelle sich ein normales
Kreuz und ein andreaskreuz vor. Aber halt in 3D, die Linien und
Kreuzpunkte sind variabel.

Das Schwert wird nicht mit dem Arm, sondern mit dem Körper in Bewegung gebracht, will sagen mit kleinen Schritten. Der Schwertarm
ist nur der übertrager.

Das Schwert wird möglichst immer in 90 Grad zum Arm gehalten um
das Handgelenk zu schonen.

Eine angreifende Klinge nehme ich mit meiner auf und leite Sie weiter.
Niemals Klinge an Klinge kämpfen.

Daher ist ein kampf relativ schnell vorbei und ich kann mich dem
nächsten Angreiffer zuwenden.

Ich denke nicht, das man in schlachten von tausenden Krieger mehr
Zeit als ein Streich hatte um zu Siegen oder zu verlieren!

Aber das ist meine Art zu kämpfen!

MMunsei

Floppi
23.09.02, 20:24
Original geschrieben von MMunsei
Das Schwert wird möglichst immer in 90 Grad zum Arm gehalten um
das Handgelenk zu schonen.

Erm... von was für Schwerttypen redest Du? Beim Rapier und sonstige Stoßschwertern (auch Panzerstecher z.B.) funktioniert das nicht. Da muss man mit dem Handgelenk arbeiten. Nicht umsonst wird immer soviel Wert auf "wriststrength" gelegt. Bei Anderhalbhändern funktioniert das mit 90 Grad schon garnicht.


Eine angreifende Klinge nehme ich mit meiner auf und leite Sie weiter. Niemals Klinge an Klinge kämpfen.

Funktioniert beim Stoß. Beim Kreuzhieb z.B. ist das nahezu unmöglich. Da kannst Du nur auf den Gegner zugehen, zurückspringen oder aber dich ducken. Für Klinge auf Klinge waren europäische, wie auch asiatische Schwerter nicht ausgelegt. Heutiger Schaukampf ist historisch leider inkorrekt. Geblockt wurde dafür viel im europäischen Schwertkampf des MAs. Dazu wurden Schilde in verschiedensten Ausführungen eingesetzt. Wenn man sich den Schwertkampf im Hochmittelalter ansieht sind Schilde auch notwendig. In 'nem Vollplattenpanzer kann man eher schlecht ausweichen.


Daher ist ein kampf relativ schnell vorbei und ich kann mich dem nächsten Angreiffer zuwenden.

*seufz*


Ich denke nicht, das man in schlachten von tausenden Krieger mehr Zeit als ein Streich hatte um zu Siegen oder zu verlieren!
Deshalb haben Kämpfe im Mittelalter z.T. auch mehrere Tage gedauert und man hat Kampfpausen eingelegt.

Einen ganz wichtigen Punkt hast Du vergessen. Schwert gegen Schwert war im MA in Europa wohl eher die Ausnahme. Man sah sich sehr vielen Äxten und Stangenwaffen gegenüber. Nicht umsonsten wird sehr auf Techniken im Kampf gegen solche Waffen in zeitgenössischen Fechtbüchern eingegangen.

@Corben: Die Elastizität bei europäischen Schwertern (auch Rapieren, Degen, usw.) hält sich in Grenzen. Wenn Du Dir mal einige Waffen aus China ansiehst. :staun:
Außerdem müssen Stichwaffen eine gewisse Flexibiltät haben, sonst brechen die zu schnell, wenn Du in 'nem nicht sauberen Winkel jemanden triffst, bzw. wenn die Klinge verdreht wird. Aber ich gebe zu, flexible Klingen sind wirklich Geschmackssache.

Tierlieb
23.09.02, 20:52
Elastische Klingen schön und gut. Die selbe Geschichte hört man ja schon über den germanischen Spatha und diverse magische Schwerter immer wieder. Muß sagen, habe schon recht viele Original-, wie Repliken von Degen in der Hand gehabt. Aber so eine Elastizität halte ich für zu viel des Guten. Lasse mich aber gerne von dem Gegenteil überzeugen.

Hmm. Schnapp Dir für den Anfang mal ein Schaukampf-Schwert von Paul Binz. Echte Prügel mit 1.4kg für die Einhänder (wegen der dicken Schlagkante). Aber ich biege meinen trotzdem um 180°.
Einen Anderthalbhänder von ihm kann man locker bis an den Griff biegen.

Was die Spatha angeht, so würde ich Dich an Arno Eckhardt verweisen, der meines Wissen a) als einer der besten Hersteller von Spathas heutzutage gilt und b) irgendwo in diesem Thread schon empfohlen wurde.

Wenn das ein heutiger Schmied schafft, frage ich mich, was die Spezialisten aus Toledo oder Passau geschafft haben.

Also imho ist das so eine Biegung bei einem Degen oder Rapier locker drin. Leider gibt es ja keinen Besitzer eines so alten Degens, der damit mal Versuche anstellen läßt.
Und der Bodenfund eines zum Kreis gebogenen Degens irgendwo in Regensburg (verdammich, ist wirklich nicht meine Genre und von der Zeitepoche hört es auch gerade auf...) ist leider kein Beleg, da der ja in Form gerostet ist und deswegen nichts beweist.
Was schriftliche Quellen angeht, so müßtest Du selbst forschen - zum Glück beginnt in dieser Zeit ja schon die schriftliche Bewerbung von Gütern, Handschriften diverser Manufakturen dürfte es in Passau und Innsbruck wohl zuhauf geben.

Da würde ich mal reinschauen - denn das Bewerten anhand von Repliken und einigen wenigen Originalklingen (sofern Du nicht der Custos vom Zeughaus Graz oder ein HACA-Oberboß bist ;-) ist keine wissenschaftliche Methode.
Für SMA und Renaissance sind in der Geschichtsforschung immer noch Schrift und Bild die wichtigsten Quellen.


And now to something completely different: On beating a dead horse...
http://www.thehaca.com/essays/edgemyth.htm

Mein Lieblingslink zum Thema Klinge auf Klinge.

MfG, Tierlieb

Andreas Weitzel
25.09.02, 10:28
Hallo,

@ Floppi:

Bei Anderhalbhändern funktioniert das mit 90 Grad schon garnicht.
Und wie! Es funktioniert bei jedem Schwert, Säbel, Dolch oder Messer hervorragend. Und bei schweren Waffen (Schwert, Säbel) ist es sogar die wichtigste Voraussetzung dafür, daß die Kraftübertragung stimmt, und das Handgelenk und der Arm nicht belastet werden.

Beim Kreuzhieb z.B. ist das nahezu unmöglich. Da kannst Du nur auf den Gegner zugehen, zurückspringen oder aber dich ducken.
Die gegnerische Klinge kann man aus jeder Position weich aufnehmen, so daß man sie weiterführen kann, ohne eigene Klinge zu gefährden. Der Vorteil dabei ist, daß der Gegner sich immer noch im Angriff befindet, wobei Dein Gegenangriff bereits abgeschloßen ist.

Geblockt wurde dafür viel im europäischen Schwertkampf des MAs.
Hälst Du unsere Vorfahren für so dumm?

Dazu wurden Schilde in verschiedensten Ausführungen eingesetzt.
Dazu werden Schilde in modernen Filmen eingesetzt, was an sich ein Schwachsinn ist. Mit einem Schild blockt man nicht, sondern leitet den Angriff eines Schwertes, einer Axt oder eines Speers weiter.

In 'nem Vollplattenpanzer kann man eher schlecht ausweichen.
Ausweichen kann man immer. Und dazu noch die eigene Klinge zum Aufnehmen und Weiterleiten der gegnerischen Waffe benutzten.

*seufz*
Was meinst Du, wie lange ein Kampf zwischen zwei aufeinander reitenden, mit Säbel bewaffneten Soldaten dauert?

Schwert gegen Schwert war im MA in Europa wohl eher die Ausnahme. Man sah sich sehr vielen Äxten und Stangenwaffen gegenüber.
Deswegen hat man auch nie geblockt. Das wäre tödlich gewesen.

Die Elastizität bei europäischen Schwertern (auch Rapieren, Degen, usw.) hält sich in Grenzen.
Gute kaukasische und russische Säbel konnte man um den eigenen Rumpf biegen.

Gruß
Andreas

Floppi
25.09.02, 11:09
Original geschrieben von Andreas Weitzel
Die gegnerische Klinge kann man aus jeder Position weich aufnehmen, so daß man sie weiterführen kann, ohne eigene Klinge zu gefährden.

Wenn man das könnte, hätte man keine Rüstungen gebraucht. Bei leichten Waffen mag das ja noch hlabwegs funktionieren, bei einem schnellen Hieb mit einem Anderthalbhänder wohl eher kaum. Außerdem bringt ein Ablenken Dir nur dann einen Vorteil, wenn Du eine Zweitwaffe hast oder aber, wenn der Gegner extrem viel Wucht in den Schlag gelegt hat.



Dazu werden Schilde in modernen Filmen eingesetzt, was an sich ein Schwachsinn ist. Mit einem Schild blockt man nicht, sondern leitet den Angriff eines Schwertes, einer Axt oder eines Speers weiter.

Deshalb waren auch die Schilde früher aus Holz - zum Ablenken? :lach:
Ein Holzschild ist wunderbar zu geeignet, um z.B. Äxte "zu binden". Wenn Du einmal kräftig in einen Holzschild gehackt hast, kriegst Du eine Axte nur sehr schwer (und schon gar nicht schnell) da wieder raus.
Mit einem Faustschild z.B. kannst Du nicht wirklich ablenken. Aber ich denke, daß man nicht genau unterscheiden kann zwischen "Ablenken" und "Blocken". Ausnahme ist vielleicht mein Axtbeispiel.



Was meinst Du, wie lange ein Kampf zwischen zwei aufeinander reitenden, mit Säbel bewaffneten Soldaten dauert?

Ich sprach von MA - nicht vom 18 Jahrhundert. Der Säbel ist erst im Laufe des 18 Jahrhunderts aufgekommen.



Gute kaukasische und russische Säbel konnte man um den eigenen Rumpf biegen.

Ging mit Toledoklingen angeblich auch. Aber da sind wir schon wieder ein Paar/paar Jahrhunderte zu weit. Flexible Waffen im MA gab es im Prinzip in Europas nicht. (Höchstens im ausgehenden Mittelalter mit Übergang zur Renaissance.)

Andreas Weitzel
25.09.02, 11:54
Hallo,

@ Floppi:

Wenn man das könnte, hätte man keine Rüstungen gebraucht. Nicht jeder konnte mehrere Angriffe gleichzeitig abwehren. Und auf einem Schlachtfeld hat man ja meistens etwas mehr, als einen Gegner.

Bei leichten Waffen mag das ja noch hlabwegs funktionieren, bei einem schnellen Hieb mit einem Anderthalbhänder wohl eher kaum. Es ist nur eine Frage des richtigen Trainings. Allerdings ist es wirklich unmöglich, wenn man das nie gelernt hat.

Außerdem bringt ein Ablenken Dir nur dann einen Vorteil, wenn Du eine Zweitwaffe hast oder aber, wenn der Gegner extrem viel Wucht in den Schlag gelegt hat. Und auch das ist eine Frage des richtigen Trainings. Eine Waffe reicht meistens aus.

Deshalb waren auch die Schilde früher aus Holz - zum Ablenken? Woraus sollen die sonst noch sein? Aus Metall? Die Holzschilde waren schon schwer genug. Manche wurden z.B. aus dünnen und flexiblen Ästen geflochten und dann mit Leder umhüllt. Waren sie etwa auch zum Blocken von Äxten?

Ein Holzschild ist wunderbar zu geeignet, um z.B. Äxte "zu binden". Wenn Du einmal kräftig in einen Holzschild gehackt hast, kriegst Du eine Axte nur sehr schwer (und schon gar nicht schnell) da wieder raus. Das ist auch die beste Methode, dem Gegner sein Schild zu entreißen und ihn mit einem Dolch abzustehen.

Mit einem Faustschild z.B. kannst Du nicht wirklich ablenken. Wie kann man das noch machen, wenn nicht "wirklich"?

Ich sprach von MA - nicht vom 18 Jahrhundert. Der Säbel ist erst im Laufe des 18 Jahrhunderts aufgekommen. 18. Jahrhundert? Wie wäre es mit dem 10-12. Jh.?

Gruß
Andreas

Tim2
25.09.02, 14:55
Ich habe zwar keine Ahnung von nichts, aber ich denke mal, dass man sich da nicht festlegen kann. Gute Kämpfer mögen die Kraft vielleicht weiter geleitet haben, andere haben einfach den Schild vor sich gehalten, in der Hoffnung, dass er zum schützen reicht. In den riesigen Schlachten wird sicherlich nicht jeder methodisch vorgehen. Ich denke dass die Meisten nach der Devise:" Hau druff, vielleicht überlebst du" gehandelt haben.

Das ist bestimmt ein wenig wie Strassenkampf heute: Hauptsache man besiegt den gegner, egal wie. Und in den grossen schlachten wird ganz bestimmt nicht jeder richtig ausgebildet sein, wie man richtig mit dem Schwert kämpft, oder der Axt...

@ Andreas: Aber ich finde, dass deine Schilderungen doch ein wenig an den Kampf mit dem Degen, Rapier oder Florett erinnern. Ich glaube kaum, dass man einen richtigen Schlag mit nem 2Händer weiterleiten kann. Da steckt einfach viel zu viel Wucht hinter.

Ich habe mal geboxt, und es sieht ja nicht besonders schwer aus, einen Schlag zu Blocken. Aber selbst schwache Gegner schaffen es, die Deckung zu durchbrechen, weil sie mit Wucht zuschlagen. Und man muss genug Kraft haben, den Schlag aufzunehmen. Ich habe auch Karate gemacht, wo es darum geht, die Kraft weiter zu leiten. Das ist natürlich viel effektiver, da hast du volkommen recht, aber ein langes Schwert hat eine Viel grössere Reichweite. Beim Karate kann man noch ausweichen, weil man mit dem Arm oder Bein keine Grosse Reichweite hat, einen Schritt zur Seite oder nach hinten reicht da aus. Und man trägt keine Rüstung. Zwar wird damals bestimmt nicht jeder eine Rüstung gehabt haben, weil sie zu teuer waren, aber wenn, dann war da bestimmt nicht viel mit Ausweichen. Und man hätte wirklich weit zurück gemusst, um aus der Reichweite eines langen schwertes zu kommen. Und diese unvorstellbare Wucht eines Schwertes weiter leiten???

Naja, was weiss ich denn schon, aber es hört sich für mich auch sinvoller an den Schild zu Blocken zu nehmen, und dann selber zuzuschlagen.


Abgesehen davon: Es gab doch schon einige Filme, in denen extra Wissenschaftler angeheuert wurde, damit alles so authentisch wie möglich rüberkommt, von der Kleidung über die Waffen, bis zum Kampf.

Stimmt das dann trotzdem nicht?

TheLonestar
25.09.02, 15:54
Aloha!

Aus der Ecke der noch lebendigsten Klingenkultur, nämlich der Phillipinischen, meine Meinung:

1. Es gibt keine Super-Ninja-Geheimtechniken, erst ab den 16 Meistergrad vom Lehrer an den Schüler in der Sauna mündlich weitergegeben. O mein Gott.

2. Was funktioniert sind Grundtechniken, ohne viel Esoterik und Gefummel und diese bis zum Erbrechen üben. Dies dann im Sparring austesten und gucken was funzt und was nicht.

3. Die Kali Ideen bei einem (!) (Schwert/Stock) Schlag z.B. bei einem Schlag von oben re nach unten li (Sicht des Angreifers), wenn Verteidiger hat auch nur 1 (!) Waffe hat:

3.1. Ausweichen. Klingenspitze wird bis zu 150 Std./Km schnell. Zu schnell. Ausweichen fällt dann in den Bereich der vorbewussten Wahrnehmung. Have fun.

3.2. Besser: Ausweichen und Wehrschlag (Schlag 1 mit Schlag 1 beantworten)

3.3. Auch gut: Ausweichen und Mitschlagen Schlag 1 mit Schlag 2 (oben li nach unten re) d.h. Aufnehmen des Schlages und Gegenaktion.

3.4. Offensiver Angriffsblock (Hirada Abanico) d.h. "Block" (vorderer Dachblock, wird als Angriff ausgeführt, d.h kein starres Verharren sondern Block als Schlag)

3.5. Defensiver Aufnahmeblock, (hinterer Dachblock) Klinge des Gegners "rutscht" an der Eigenen entlang, wird abgelenkt, danach eigene Aktion.

Alles andere taugt aus meiner Sicht der Dinge nicht die Wurst.
Esoterik ung Gefummel scheitern an der Wirklichkeit.
Bin jederzeit in Wiesbaden für konstruktives Sparren zu haben.

ingelred
25.09.02, 16:59
Bezüglich der Frage der Elastizität alter Klingen, Stahl altert.
Insbesondere die Stähle, die bis zur Erfindung des Frischens von Stahl hergestellt worden sind, weisen zum Teil einen sehr hohen Schesefelgehalt auf.
Mit zunehmendem Alter der Klinge wandert dieser Schwefel zu Versetzungen und blockiert diese.
Die Folge ist, dass das Schwert/Messer/was auch immer mit zunehmendem Alter eine höhere Festigkeit aufweist, aber auch wesentlich spröder wird.
D.h. eine Klinge, die zu Zeiten ihrer Herstellung schön flexibel war, kann heute schon bei wesentlich gereingerer Durchbiegung brechen.
Wenn jemand also eine gute alte Klinge hat, kann ich ihn gut verstehen, wenn er diesen Biegetest lieber verweigert.

Floppi
25.09.02, 18:55
Original geschrieben von ingelred
Mit zunehmendem Alter der Klinge wandert dieser Schwefel zu Versetzungen und blockiert diese.

Klingt interessant - wußte ich noch nicht. Ich hatte mal gelesen, daß Klingen mit der Zeit ihre Härte einbüßen. Das soll (laut Oakeshott) der Grund sein, warum gefundene Wikingerschwerter so weich sind.

Hersir
25.09.02, 19:03
jetzt geb ich (reenactor römer, kelten, wikinger) auch mal meinen senf bezüglich kampf mit schild dazu.....


aaalso, wir haben in simulierten massen schlachten (ca 100 kämpfer) rausgefunden, dass sehr wohl mit dem schild geblockt wir, überhaupt in einer strammen schlachtreihe! leute, da wirken ganz andere kräfte, als ihr euch vorstellen könnt, wenn eine phalanx mal 8 mann tief ist, wirkt da ein solcher massendruck, dass der gegner, buchstäblich über den haufen geworfen wird! beim kampf mann gegen mann wird der schild extrem offensiv eingesetzt... schildkannte gegen gesicht, sicht nehmen usw.....

übrigens mit einer scharfen axt, bleibt man nicht unbedingt in einem schild stecken, der gibt ja nach, ist ja nicht wie ein baum angewachsen!

Hannibal 8
26.09.02, 05:49
Also ich habe im Fernsehen mal folgendes gesehen(ca.6 Jahre her):

Mit einem Schwert wurde ein 1cm starker Nagel durchgehauen ohne eine schramme an der Klinge zu hinterlassen.

Ein Bündel Stroh (etwa 80cm breit) wurde mit einem Schlag durchtrennt!

Ein Profi Sandsack (Inhalt? Ich glaube es war Sand) wurde auch mit einem Schlag durchgehauen!

Fazit: Ich dachte Schwerter sind das stabilste und schärfste was es gibt! Schaut euch nur mal Braveheart an :D


PS. Das Schwert in der Dokumentation wurde glaube ich in Korea von Hand geschmiedet und hatte einen Wert von
ca. 14 000 DM !

Leider brauchte der Schmied viel Zeit dafür so das er nur 2 Stück im Jahr fertig bekommen konnte - da wird man nicht gerade Reich! :hmpf:

pitter
26.09.02, 06:59
Original geschrieben von Hannibal 8
Mit einem Schwert wurde ein 1cm starker Nagel durchgehauen ohne eine schramme an der Klinge zu hinterlassen.

Wenn das ein ueblicher Eisen Nagel war, geht das mit jedem nicht verhunztem Schwert/Messer ohne Schramme wenns nicht gerade superfein ausgeschliffen ist. Das sagt gar nix aus.
Und zum Schmied. Bin ja keiner, aber was bitte dengelt der 6 Monate an nem Schwert rum? Reift das im Eichenfass? :irre: Wenns um irgendwelchen Zierrat geht, mag das sein. Aber fuer ein User-Schwert, wo es nur um Zweck und Qualität geht, braucht man sicher keine 6 Monate. Ich geh mal davon aus, dass man auch in Korea fertigen Stahl kaufen/schmieden kann, ohne selbst ein Eisenlager abbauen zu müssen. Nebenbei, 28000.- Märker/Jahr in harter Währung ist in Korea fuer einen Handwerker so schlecht auch wieder nicht.

Fernsehen halt.

Gruesse
Pitter

Hannibal 8
26.09.02, 12:44
Hallo Pitter!

Da könntest du recht haben! In Korea kommt man gut mit der Kohle hin!
In Deutschland wird mit den Preisen einen ja fast den http://www.plauder-smilies.de/rough/behead.gif !

Zu der 6 Monate: Es war glaube ich ein Damast Schwert. Oder so..... es bestand aus einigen Tausend lagen. Frage mich wie man das hinbekommt! Und wenn er nur ein paar Lagen am Tag geschafft hat.... geht das doch in Ordnung oder? :D

Samun
26.09.02, 15:39
bei einem damastschwert kann man nicht "wenige lagen am tag" schaffen!

beispiel:
du hast mindestens 2 verschiedene lagen stahl am anfang.

das ganze faltest du ein mal: 4 Lagen (verdoppeln)
das ganze noch einmal: 8 Lagen
das ganze noch einmal: 16 Lagen
das ganze noch einmal: 32 Lagen
das ganze noch einmal: 64 Lagen
das ganze noch einmal: 128 ...256 ...512 ...1024 ...2048 usw. Lagen

hat man erst mal den anfang gemacht, geht der rest recht flott... bei meinem schwert war das schmieden das schnellste, was zeit dauert ist das ausarbeiten.

wer interesse hat, ich habe eine fotoserie über die entstehung meines schwertes:

schau mal unter www.frankroth.de (http://www.frankroth.de) ,
dann linksoben auf <über mich> rechts auf <mehr über mich> dann auf <schwert>...

Tim2
26.09.02, 22:59
@ Samun:

Der Link funktioniert bei mir leider nicht :-(

Tierlieb
27.09.02, 09:03
@tim2
Wenn Du den ganzen JavaSkript-Schwachfug abschaltest, funktioniert auch http://www.frankroth.de/Samun/Schwert/schwertof.html

MfG, Tierlieb

Samun
27.09.02, 09:11
@Tim2 versuchs einfach unter www.frankroth.de (http://www.frankroth.de) und klick dich durch...

@Tierlieb natürlich könnte ich den javascrip kram weglassen (würde ich auch gerne!) aber:
wenn du auf suchmaschinen meine seite suchst, findest du oft irgendwelche unterseiten... dann fehlt die navigation - aber ich bin eh dabei, eine framelose neue seite zu basteln... :super: