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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rauchabzugshaube


askari01
17.01.07, 22:05
Moin moin,

wer kann mir helfen? Ich bin gerade beim Aufbau meiner Schmiede und werde am Wochenende den Schornstein aufmauern. Nun meine Frage mit welchen Rauchhauben und Abgassystemen habt ihr die besten Erfahrungen gemacht? Ich währe über Zeichnungen oder Fotos dankbar. Im Forum habe ich schon gesucht und bin nicht so richtig fündig geworden.


Danke und Gruß Uwe

Arno Eckhardt
17.01.07, 22:33
Hallo Uwe

Vermeide einfach die gängigsten Fehler:

- Der Eingang zum "Schornstein" gehört nicht 1 m über das Feuer, sondern möglichst nahe dran. Ein Kamin zieht erst und nur dann, wenn er warm ist!
- Den Rauchrohrdurchmesser so groß wie möglich machen (>150 mm)
- Die Abzugshaube gehört ebenfalls möglichst nah über das Feuer und auch nicht 1m darüber! Sie ist weniger dafür da, den Rauch zu "sammeln", denn der soll ja möglichst einfach abziehen, sondern dient auch als "Blendschutz". Also aufrecht am Feuer stehend sollte der Blick auf selbiges zumindest teilweise verdeckt sein. Bei mir ist die Unterkante des Rauchfanges nur etwa 30 cm über dem Esstisch.

Alle angesprochenen Punkte sind bei meiner gemauerten, rund 50 Jahre alten Esse berücksichtigt. Zunächst kam mir das alles "suboptimal" vor, aber nachdem ich nun seit etwa 3 Jahren damit arbeite (und auch schon lange vorher mit den wildesten Konstruktionen zu tun hatte), kommt mir so langsam aber sicher die Überzeugung, das man zu dieser Zeit einfach noch wußte, wie sich das gehört.

Ein Bild zur Verdeutlichung findet sich auf meiner Homepage unter "Über mich"

Steinpilz2
17.01.07, 23:35
Mein Abzug ist ähnlich wie der von Arno Eckhard, die Innenmaße des Schornsteins sind ca. 20 mal 30cm. Zusätzlich habe ich einen Schieber mit Seilzug in die Öffnung des Schornsteins zur Haube hin eingebaut, wenn die Esse aus ist kann ich den Schornstein dort schließen. Das macht sich gerade im Winter bemerkbar, da sonst die Wärme meines kleinen Zusatzofens durch den Kamineffekt aus der Werkstatt gezogen wird.
Mauer den Schornstein mindestens 40cm über Firsthöhe aus dem Dach heraus, durch Wind oder Böen entstehen Wirbel an der/den Dachschrägen die den Rauch sonst im Kamin zurückdrücken. Das maß 40cm über First gilt auch, wenn du den Schornstein von außen an einer Wand der Werkstatt hochziehst. Die Haube kannst du einfach aus 2-3mm Schwarzblech machen, diese Blechdicke genügt völlig. Wie Arno E. schon sagte, häng die Abzughaube nicht zu hoch, einen Blendschutz werden dir deine Augen danken!

Gruß
Martin

schlosswalker
17.01.07, 23:49
Mmhhh... das mit dem blendschutz ist eine interessante erwähnung. Ich bin zwar immer noch nicht dazu gekommen meine neue esse zu mauern, aber über die höhe des abzuges habe ich mir auch schon gedanken gemacht.
Wenn ich mal soweit bin; ich wollte mir einen essetisch mit 80x80cm mauern und den abzug genau so groß machen. Der soll dann so in schulterhöhe drüber sein. Macht das sinn den abzug genau so groß wie den tisch zu machen? oder sollte er sich definitiv nur so groß wie das eigentliche max. feuer genau über diesen befinden??
Wenn ich dn abzug kleiner mache, zb 60tief und nur 40breit, kann ich ihn ja weiter runter machen um noch gut zu sehen. Macht das mehr sinn?
Wie stark macht sich das blenden bei einem großen feuer beim schmieden bemerkbar?
Bis jetzt arbeite ich noch mit meiner mobilen lehmesse und in einem einfach beleuchteten raum.(60watt birne)
Wenn der raum leicht abgedunkelt ist, blendet es dann wirklich störend stark bei einem großen feuer in der esse?

Grüße
Thomas

Geonohl
18.01.07, 00:00
Weil das schonmal gefragt wurde hab ich in verschiedenen Büchern nachgesehen:
1. Der Rauchmantel solte mit 45° oder steiler(spitzer) zum Kamin führen.
2. Es ist wichtig das möglichst wenig kalte Raumluft mit angesaugt wird.
3. Der Kamin muß (auch nach den Gesetzen) mindestens 4m von der Unterkante des Rauchmantels (bzw. "dem obersten möglichen Luftzutritt in die Feuerstelle") bis zum oberen Ende aufweisen.
4. Der Kamin solte gemauert oder wenigstens gut isoliert werden damit die Rauchgase nur wenig abkühlen und der Kamin gut zieht.
5. Der Kamin muß einen Kaminbrand unbeschadet überstehen können.
6.Der Kamin muß ausreichend dimensioniert sein. (bei nem kleinen Feuer reicht sicher 100ter Durchmesser, nen Freund hat ein mitleres Schlosserfeuer mit 120ger anschluß. Darf aber auch nicht zugroß sein weils sonst nicht zieht.
7. Bei Wohnbebauung in der Nähe (keine direkte Angabe wohl unter 100m) muß der Kamin über die Firsthöhe der umliegenden Gebäude hinauf geführt werden.
8. Ein Schieber oder eine Klappe soll den Kamin versperren wenn er nicht gebraucht wird um nicht unnötig Energie zum Heizen der Werkstatt aufwenden zumüssen.

Das wenig Raumluft zutritt ist am praktischsten mit, an dem Rauchmantel anhängbaren, bis auf den Tisch reichenden Blechen zu erziehlen. Die höhe über dem Tisch solte auf 50 cm vergrößerbar sein oder direkt so gabaut werden damit man sieht was man macht und größere Teile noch handhabbar sind. Wegen der Strahlung würde ich vorn ein Blech mit getöntem Fenster einhängen was aber nicht traditionell ist. Bei dem gebrauch von Steinkohlenarten darf man das Wasser zum ablöschen nicht vergessen, damit man nicht geblendet wird und um den Kohlenverbrauch zu verringern.
Seitenwindfeuer sind bei Holzkohle notwendig, bei Steinkohle nicht schlecht. Wind von unten ist für Steinkohle recht gut, für Holzkohle wenig brauchbar. Vorheitzen des Windes ist immer zu empfehlen. Veringert die Aufwärmzeit (angeblich um ca.15%) und den Abbrand( -2-10%) so wie den Bennstoffverbrauch( -bis 30%).
Das anbringen des Gebläses über dem Arbeiter sei Vortelhaft weil es dort kenen Platzwegnimmt und die Windleitung hinter dem Feuer an der Brandmauer in Schlangen nach unten geführt werden kann um diesen so vor zu wärmen. Solche Schlangen im Tisch werden auch empfohlen. Die Form durch den der Wind ins Feuer tritt soll aus Kupfer oder moderner, aus rostfreiem Stahl sein.
Ein Feuerlöscher im Raum ist auch nicht schlecht:D .

Hoffe ich hab nichts vergessen.

Da haben nun einige Andere geantwortet als ich noch schrieb.
Das der Kamin über das Dach reichen muß ist wirklich wichtig, ebenso sollt mindestens die Oberkante mit Feuer und auch Säure unempfindlichen Mörtel hergestellt werden. Kaminaufsätze die ein herunterdrücken des Rauchs verhindern sollen sind sicher, nach lage des Kamins, sinnvoll.
Wenn auch hier in der Gegend (um Düsseldorf) bei Schmieden unüblich (da kann man in den Himmel sehen).

McMonkey
18.01.07, 11:19
Ich baue gerade meine Scheune zur Schmiede um. Meine Esse wird in eine 5mm Stahlplatte 100x75 eingelassen. Diese ruht dann auf einem gemauerten Unterbau. Tischhöhe 80cm. Die Seiten werden bis auf Gesamthöhe 2m gemauert, darauf kommt eine Stahlplatte. Stehe ich vor der Esse, läuft die Haube im Winkel von ca. 50Grad an die Wand. Die Haube reicht bis 40cm über die Tischkante. Blendschutz also auch vorhanden. Der Rauch zieht dann in einer Höhe von ca. 170cm durch die Wand in einen nachträglichen eingebauten doppelwandigen Edelstahlkamin mit einem Durchmesser von 200mm. Gesamthöhe vom Rauchrohr bis Ende ca. 6Meter. Die Front der Esse kann ich mit eingehängten Blechplatten verkleinern, dies hilft sicher beim anheizen der Schmiedekohle. Um die Mauer an der die Esse gebaut ist zu schützen, verblende ich diese mit Steinwolle und einem 2mm Blech. Das Einverständnis von meinem Rauchfangkehrer war kein Problem. Übrigens den Edelstahlkamin habe zu einem sensationellen Preis gekauft, das waren immerhin 50% Ersparnis Die Seriosität des Händlers 1A. Wenn ich da an die Anbote aus Österreich denke.

Gruss aus Wien
McMonkey

Steinpilz2
18.01.07, 16:41
Auf den beiden ersten Bildern kann man sehr schön sehen was mit „Blendwirkung“ gemeint ist, deswegen habe ich die Abzughaube auch nach unten verlängert, außerdem wird der Rauch besser gefangen. Die Haube ist oben verschraubt, rechts u. links sind die Seitenbleche etwa 2cm tief in das Mauerwerk eingelassen. Auf dem Detailfoto der Haube sieht man den Seilzug mit dem ich den Schieber für den Kamin betätigen kann. Der kleine Werkstattofen hat eigentlich nur einen psychologischen Effekt. Da der Raum nicht isoliert ist reicht er gerade so aus um die Raumtemperatur so fünf Grad drüber zu halten, drüber heißt: 5°C über Außentemperatur.:glgl:
Man kann sich aber wenigstens mal die Finger aufwärmen, was bei schon gemessenen –12°C im Raum bei brennendem Ofen u. Esse auch nicht zu verachten ist. Außerdem hilft er auch bei schlechtem Wetter den Kamin ordentlich auf Zug zu halten.
Die beiden anderen Bilder (die mit dem großen Blasebalg) sind in der Schmiede eines Bekannten von mir aufgenommen worden. Die Haube dort ist sehr klein gehalten, erfüllt aber bis auf den mangelnden Blendschutz gut ihren Zweck. In der Detailaufnahme kann man sehen, das der Kamin hinter dem Feuer komplett geöffnet ist um einen guten Abzug zu gewährleisten.
Ich hoffe die Fotos helfen etwas weiter, also viel Spaß beim bauen und schmieden.:p

Gruß
Martin

Geonohl
18.01.07, 17:16
Hallo Martin.
Das sieht wirklich grell aus, was verbrent den da grade?
Oder liegt das am Foto?
Benutzt du kein Wasser ?

hobby
18.01.07, 17:47
Hallo Martin.
Das sieht wirklich grell aus, was verbrennt denn da grade?
Oder liegt das am Foto?

Ich bin zwar nicht Martin, aber bei einer wegen des dunklen Raums langen Belichtungszeit (0.198 s) wird das Feuer eben überbelichtet.

Hans

Arno Eckhardt
18.01.07, 19:06
@ Tomas

Es macht definitiv keinen Sinn, den Rauchfang so groß wie den Esstisch zu machen. Schau Dir nochmal das Bild auf meiner Homepage an. Der "Blechdeckel" ist im Verhältnis zum Tisch winzig klein und seine (fast) einzige Funktion ist wirklich der Blendschutz. Das weiß ich, weil meine, wie gesagt zu Zeiten täglicher Verwendung entwickelte Konstruktion auch völlig ohne Haube (die nur mit zwei konischen Blechsterifen befestigt ist, was Wartungsarbeiten am Kamin erheblich erleichtert) wunderbar funktioniert. Man sieht auf dem Bild auch, bei genauem Hinsehen, wie die Flammen regelrecht zur Öffnung "hingesogen" werden. Ist in diesem Fall ein Koksfeuer, deshalb sind die Flammen relativ klein.

Für einen großen Rauchfang braucht man also nur unnötig viel Material und er wird auch entsprechend schwer und ist mehr im Weg, als dass er nutzt.

Die zweite Funktion, die der Rauchfang erfüllt, ist, dass er beim Anzünden des Feuers die nur leidlich warme Luft in Richtung Kamin leitet, was zu einem deutlich schnelleren "Ziehen" desselben führt.

Besonders, wenn Fettnuss als Brennstoff verwendet wird, die gerade zu Anfang qualmt, dass alles zu spät ist, ist das ein seeeeeehr großer Vorteil.

Übrigens schmiede ich am liebsten mit Koks. Der ist bei meinem Händler sogar 2.- EUR pro Zentner Billiger, als Fettnuss, fast Schwefelfrei, qualmt fast gar nicht und blendet auch erheblich weniger. Das wird nur von Holzkohle übertroffen, die aber eine andere Feuerschalengeometrie zwingend erforderlich macht ("Japanisches Prinzip" mit hohen Seitenwänden, ggf. auch mit Seitenwind, geht aber auch von unten und lässt sich mit lose gestapelten Schamottsteinen Nachteillos improvisieren) .

WalterH
18.01.07, 21:09
...werde am Wochenende den Schornstein aufmauern.
D weisst, dass du den Kamin vom Kaminkehrer abnehmen lassen musst? Kaminkehrer haben es für gewöhnlich recht gern, wenn man sie vorher fragt, wie das Ding auszusehen hat. ;)

-Walter

askari01
19.01.07, 08:40
Auf dem Detailfoto der Haube sieht man den Seilzug mit dem ich den Schieber für den Kamin betätigen kann. :p



Hallo Martin,

auf welcher höhe hast Du den Kaminschieber eingebaut? Reicht er bis zur Blechkannte deiner Abzugshaube?

Vielen Dank für die Fotos!

Gruß Uwe

askari01
19.01.07, 08:43
D weisst, dass du den Kamin vom Kaminkehrer abnehmen lassen musst? Kaminkehrer haben es für gewöhnlich recht gern, wenn man sie vorher fragt, wie das Ding auszusehen hat. ;)

-Walter


Mit dem Schornsteinfeger gibt es keine Probleme. Leider hat der gute keine Ahnung, wie man eine Esse und deren Rauchabzug an einen Schornstein anschließt.

Gruß Uwe

askari01
19.01.07, 08:51
Danke schon mal an alle die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Hilfreich wären noch Höhenangaben über die Raucheintrittsöffnung in den Schornstein und Abmessungen für die Haube. Bildmaterial ist natürlich immer gut.

Ich werde hier in den nächsten Tagen mal ein Foto vom Rohbau der Schmiede machen.

Uwe

Badger1875
19.01.07, 09:01
Bis jetzt hat noch keiner nachgefragt, deshalb sei´s mal kurz von mir erwähnt: Rauchgase aus einem Schmiedefeuer sind bei verschiedenen Brennstoffen (speziell bei Fettnuss!) sehr leicht entzündlich, deshalb sollte man beim Gedanken an den Einbau einer Rauchgasabsaugung darauf achten, daß die Absaugung auch wirklich dafür geeignet ist, sonst BUMS!!! Mc Guiver ist hier fehl am Platz!

Badger

pit03
19.01.07, 21:26
Hallo Badger 1875 und alle anderen.

Das mit den Rauchgasen ist nicht zu unterschätzen!
Ich betreibe ja auch eine Mittelalterschmiede und wenn ich dann neue Kohlen "vorallem Nasse" auflege, Qualmt es gewaltig Schwefelhaltig unter dem ganzen Marktstand.
Wir machen uns dann immer den Spass mit einer Fackel diese Qualmwolke zu zünden! Diese Stichflamme beeindruckt immer wieder die Marktbesucher.
http://landsleut.muesliman.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2FP8263483.JPG&width=800m&height=600m&bodyTag=%3Cbody%20style%3D%22margin%3A0% 3B%20background%3A%23fff%3B%22%3E&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose %28%29%3B%22%3E%20%7C%20%3C%2Fa%3E&md5=f6e225e95f87a6f79cbfd89defd2e657
Und hier nach der Zündung:

http://landsleut.muesliman.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2FP8263484.JPG&width=800m&height=600m&bodyTag=%3Cbody%20style%3D%22margin%3A0% 3B%20background%3A%23fff%3B%22%3E&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose %28%29%3B%22%3E%20%7C%20%3C%2Fa%3E&md5=96a2d00abe40cd4dcb4fc869f62d179c


Gruß pit03.

Steinpilz2
20.01.07, 23:04
@ Geonohl

Fettnuss + überladene Esse, die Ytong-Steine sind so 80cm lang. Das Bild zeigt die Esse beim hochfahren für einen möglichst langen Gluthaufen zum härten.

@ Uwe

Der Schieber ist bei mir im oberen Drittel der Haube. Mach ihn ruhig etwas tiefer, so 20-30cm über die Essenplatte, aber breit und hoch genug (so mind. DinA4).


BUMM macht es nur wenn sich die Rauchgase sammeln und stauen können. Beim anzünden oder nachlegen von frischer Fettnuss passiert es oft das sich die dicken Abgaswolken entzünden und in der Haube und im Kamin mit einem leichten WOB abbrennen (macht aber nix). Dumm wird es z.B. bei einem Kaminanschluss von 10 mal 10cm und einem nachfolgenden überdimensionierten Kamin von 60 mal 80 cm, am besten 8m lang und noch mit einem Schlussstein mit 10er Loch. Wenn der dann voll steht und zündet: BUMM :glgl:

Die Gase können sich aber auch in der Gebläseleitung, oder bei vollkommen verschlackten Essen unter der Schlackeplatte sammeln. Dann auch BUMM + zusätzlich herumfliegende Kohle. Um das zu verhindern sollte man seine Esse immer schön sauber halten, keine ellenlangen Gebläseleitungen legen (wenn nötig nur mit Rückschlagklappe) und auch keine großen U-förmigen Leitungswege wählen. Es gibt nämlich auch brennbare Gase die schwerer sind als Luft und sich mit vorliebe unten im U anreichern wenn das Gebläse ausgeschaltet ist. Und dann... BUMM :glgl:

Gruß
Martin

askari01
21.01.07, 15:05
Moin Moin,

gestern war ich in meiner Stadt bei einem 90. jährigen Schmied und habe mir mal seine Schmiede angesehen. Die Schmiede ist noch im Familienbesitz der 4 Generation. Esse und Rauchabzug waren wie schon von Euch beschrieben und auf den Fotos von Steinpilz und Arno Eckhardt zu sehen konstruiert. Der Raucheinlass war ca. 200-300mm über der Esse in den Schornstein eingelassen. Ich werde bei mir einen Kaminschieber ( H/B = 300x200mm) aus Beton einmauern. Diesen kann ich bei nicht gebrauch der Esse schließen und die erwärmte Raumluft bleibt bei Ofenbetrieb im Raum. Ab einer Höhe von 500mm über der Esse war dann der dreieckig zulaufende Rauchfang angebracht ca. H/B = 700x1200mm. Das Gebläse saugte sich die vorgewärmte Raumluft oberhalb der Werkstattdecke über ein Rohr an, und wird dann an die Feuerschüssel weitergeleitet. Zur Luftregulierung ist in der Rohrleitung noch ein Kugelventil zwischen geschaltet. Ich denke jetzt kann der Nachbau beginnen.
Zu guter letzt habe ich noch jede Menge an Werkzeugen, Gesenken und einen Flaschenschraubstock bekommen.:D


Danke vielmals für die Tipps und das Bildmaterial


Uwe

schlosswalker
21.01.07, 18:30
MMhh... ich habe bei der holzkohle nicht so sehr das problem mit rauch wen ich auflege. Nur mit vielen schmiedeflöhen am anfang.
Momentan ohne haube mit der mobilen esse geht alles. Der dreck verteilt sich dann nur überall und nach einem nachmittag schmieden hab ich viel dreck vorallem in den haaren.
Das mit einem kleineren Abzug verstehe ich und macht auch nachvollziehbaren sinn. Die info hilft mir definitiv beim bau des abzugs.
Kleiner ist besser.
Jetz muß ich mir nur noch überlgen ob ich einen kamin brauche den ich komplett mauern müßte,oder ob es reicht wenn ich den rauchfang einfach durch die rückwand vom schuppen leite und außen ein rohr anbringe.
kaminzug innen hochziehen oder außen?? Im prizip wäre es das gleiche. ist nur ne frage der optik. und die soll innen historisch bleiben.
Mal schauen, mir geht da gerade schon wieder eine idee durch den kopf die das problem einfach lösen sollte.

Grüße
Thomas

Geonohl
21.01.07, 18:50
Im Raum, ist besser wenn der Kamin nicht Isoliert ist damit die Rauchgase nicht schon im Kamin abkühlen.
Wenn dann die Sonne eine Seite des (Blech) Kamins aufheitzt gibt es noch mehr Probleme mit dem Zug, vorallem beim anheizen.

Geonohl
20.03.07, 20:22
Mal etwas ähnliches.
Kennt einer Rauchgasfilter für Schmiedefeuer?
Vielleicht so entstauber, damit die Nachbarn nicht so viel sehen?
Gruß
Geonohl

Badger1875
21.03.07, 07:44
Guckst Du hier (http://www.angele-shop.com/catalog/index.php?cName=rauchabfuehrung-abscheider)


Badger

Steinpilz2
21.03.07, 10:57
@ Geonohl

Einen Zyklon wie den von Angele kann man zur Not auch selber bauen. Abgeschieden werden aber nur feste Stoffe wie Ruß (bedingt), Kohlen oder Schlackenstückchen. Den Geruch oder den feinen Qualm eines Fettnussfeuers bekommst du damit nicht weg. Rauchgasentschwefelung ist zwar in betracht der heutigen Umweltsituation mehr als nur ein Thema am Rande, der Aufwand ist aber für eine kleine Hobbyschmiede (fast) nicht zu realisieren. Wenn du weiterhin mit einem Kohlenfeuer in guter Nachbarschaft arbeiten willst wäre Holzkohle auf Dauer die wohl einzige Alternative.

Gruß
Martin

Geonohl
21.03.07, 12:39
Ich hatte da auch nur von gehört und keinen Schimmer das solch einfache Konstruktionen gemeit waren, ich dachte schon viel zu Komplieziert mit elektrischer Aufladung der Teilchen, Abrüttelvorrichtungen und so (mit horror vor der Stromrechnung:hmpf: ).
- Aber bei den Ventilatoren stellt sich automatisch die Frage welche Luftmenge denn bewegt werden muß.
- Die Schmiede die ich nun in aussicht habe, stand schon einige Jahre leer und deshalb meine Sorge um beschwerden von den Nachbarn, die vieleicht nicht daran gewöhnt sind.
- Der Blechkamin ist am Nebenhaus befestigt und endet ca. 12m über dem Boden, bringt es was wenn ich so ein Zyklondingen ohne Moter dazwischen basteln würde oder ist die Luftbewegung dann so langsam das sich nichts mehr tut? Das Rohr ist zimlich groß, habs nicht gemessen, aber wohl so 250mm. Dann könnte ich vieleicht den Durchmesser zwischen Zyklonding und Rauchfang verkleinern um die Geschwindigkeit zu erhöhen?:argw: ?
Vom Vorgänger ist noch Koks da. Da hab ich noch keine Erfahrung mit. Muß man da was besonderes beachten? Backen wird das wohl kaum; wieviel Wasser ist den angesagt, im Verhältnis zu den Backkohlen (Fettnuss)?
An Holzkohle hab ich auch schon gedacht, dürfte auch recht gut gehen, da neben dem Elektrischen- noch ein handbetribenes Balggebläse vorhanden ist :steirer: .
Gruß
Geonohl

newtoolsmith
21.03.07, 13:43
Zyklonabscheider ohne Motor geht nicht.

Das Prinzip beruht ja darauf, dass die Luft mir sehr hoher Geschwindigkeit im Zyklon rotiert. Durch Zentrifugalkräfte werden alle schweren Teilchen nach außen gedrängt während die Luft im Zentrum abgesaugt wird.

Ohne Gabläse keine hohe Geschwindigkeit und damit keine Abscheidung.

Der Bau eines Zyklons ist sehr einfach, er sollte aber zweistufig sein...