Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Damast zu hart
Hallo
Ich hab in letzter Zeit einige Damastpakete geschweisst und hab das Problem, dass das Paket wenn es fertig ist kaum mehr bearbeitbar ist. Das Paket besteht aus 1.2842 und 1.2762. Nach dem Weichglühen bei etwa 700 Grad und 4 Stunden Haltedauer ist er immer noch so hart, dass die Feile kaum greift. Was mache ich falsch bzw. wie bekomme ich das Paket wieder weich?
Hi,
ohne jetzt die Daten zu kennen: zu schnell abgekuehlt vielleicht?
Viele der legierten Staehle muessen seeeehr langsam abkuehlen beim weichgluehen (20...40 grad/stunde)
gruss
Frank
Arno Eckhardt
29.05.06, 18:07
Hallo Robi
Vermutlich kühlst Du zu schnell ab. Bei den besagten Stählen sollten 30°C / h nicht überschritten werden. In Asche oder Isolierwolle oder ähnlichem geht das, je nach Geometrie, schlecht bis gar nicht.
... in 18 Stunden von 700 Grad auf 250 Grad und dann raus aus dem Ofen - das sind 25 Grad die Stunde. Kann das auch noch zu schnell sein?
Arno Eckhardt
29.05.06, 19:00
...Nein, kann es nicht :confused:
Irgendetwas stimmt hier nicht. Bist Du sicher, dass deine Angaben stimmen? was verstehst Du unter "kaum bearbeitbar"? Die genannten Stähle sind auch weichgeglüht nicht unbedingt "zerspanungswütig"
Edit: O.k, "Feile greift kaum" ist eine klare Aussage. War die Feile aber auch scharf?
Hast Du die Zunderschicht entfernt ?
Beim Leodamast von Markus hatte ich auch Probleme, nachdem die Zunderschicht entfernt war, ging es leichter...
Gruß Andreas
Die Zunderschicht hab ich nicht entfernt, da ich mit der Flex und einer Fächerscheibe kaum einen Abtrag erziehlte. Die Fächerscheibe mit 60er Korn war im Eimer ohne wirklichen Erfolg.
Badger1875
30.05.06, 07:05
Hallo Robi,
probier mal die Zunderschicht mit 30 %iger Essigsäure abzuätzen. Wir machen das mit unseren Klingen generell und es hilft außerordentlich Schleifbänder zu schonen. Die Klingen, oder was auch immer kannst Du gerne ´ne Nacht drin liegen lassen.
Badger
gast31082009
30.05.06, 07:14
Hallo
Man kann die Zunderschicht recht einfach mit z.B. einem Eßlöffel Zitronensäure/ 1L Wasser wegätzen.
Einfach über Nacht darin liegen lassen.
Oder natürlich Sandstrahlen, wenn man die Möglichkeit hat.
Stefan
Übrigens:
Es soll ja in Zukunft das eine oder andere Stück 1.2552 verarbeitet werden :D .
Die Zunderschicht, die hierbei beim Härten in der (zumindest) Kohleesse entsteht ist auch ein gigantischer Schleifbandkiller.
Ätzen hilft auch hier hervorragend.
Hallo Robi,
die Zunderschicht kann extrem hart sein
und eine Fächerscheibe ist da sehr schnell abgenutzt.
Nimm zum entfernen der harten Schicht eine Schruppscheibe für die Flex damit kannst du auch die Form der Klinge vorschleifen.
Gruß Link
Die Zunderschicht wird, wie beschrieben, am besten weggeätzt oder mit der Schruppscheibe oder dem Schleifbock weggeschliffen.
Bei der Verwendung hoch nickelhaltiger Stähle im Damast kann aber ein anderes Problem auftauchen: Wenn den nickelhaltigen Schichten weiter Kohlenstoff zugefügt wird, können sie in einen Bereich gelangen, in dem sie ohne Wärmebehandlung - von Natur aus- martensitisch sind. In diesem Zustand sind sie natürlich kaum zu bearbeiten. Bei 1 % C würden zur Bildung dieses Zustands schon ca. 6 % Nickel reichen. Einzelheiten sind bei Rapatz " Die Edelstähle" 5. Auflage S. 169 f nachzulesen. Zum erschwerten Weichglühen-siehe dort S 41.
Bei den im Handel befindlichen Nickelstählen ist der Nickelgehalt nicht so hoch, daß mit diesen Erscheinungen zu rechnen wäre, man sollte das aber doch im Auge behalten.
MfG U. Gerfin
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