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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Bau meiner Gasesse


lazedress
27.05.06, 17:48
Hallo,

In Asperg hab' ich die Vorteile einer Gasesse erlebt. Und jetzt muss ich natürlich auch eine haben :steirer: , war ja klar...

Also schnell zum Bauzentrum und die Wasserrohrteile und die Stromdüsen für den Brenner besorgt. Die Teile allein haben 16,5€ gekostet, da ich jedoch keinen Schlauch für "Mitteldruck" hatte, wie man es für einen solchen Brenner braucht, musste da auch noch einer für 10€ her.
Was nicht mit einberechnet ist sind 2 oder 3 Rohre sowie Schrauben, die ich sowieso daheim hatte. Dann war ich schonmal überrascht, für ca. 27€ einen fast fertigen :glgl: Brenner zu erstehen.
Nachdem ich alle Unebenheiten im Rohr entfernt habe und alle Teile zusammengeschraubt, gesteckt, gelötet oder gepresst habe (wie es in all den Anleitungen steht), sah das ganze nach Inbetriebnahme mit einem Druckminderer für Anwärmbrenner (Manometer mit Druckminderer ist schon bestellt) so aus. http://mitglied.lycos.de/lazedress/totalansicht.jpg
Hier noch eine Detailaufnahme der Flamme:
http://mitglied.lycos.de/lazedress/Flamme_detail.jpg

Was meinen denn die Profis: Ist die Flamme so OK?

link
27.05.06, 23:04
Hallo Michael,
das sieht doch ganz gut aus.
Wenn du den Brenner aber in eine Esse einbaust kann es sein das die Flamme zu wenig Luft bekommt.
ich habe das durch einen erweiterten Lüftungsschlitz gelöst.
Damit schmiede ich schon 1-2 Jahre, auch Feuerschweißen ist kein Problem.

Gruß Link

lazedress
28.05.06, 10:56
Hallo Link, danke für die Antowort!

Für das Gehäuse wollte ich mir eigentlich etwas aus Edelstahlblech biegen lassen, da ich Blecheimer in den Dimensionen (Durchmesser: 32cm, Länge: 20-25cm) nicht finden konnte. Ich möchte zwar nur einen Brennraumdruchmesser von 10 cm (reicht meiner Meinung nach wenn man nicht gerade Äxte schmieden will), aber dann kommen noch jeweils 10cm Keramikfasermatte und 1 cm Feuerfestbeton.
Als ich dann auch der Mülldeponie war lief mir ein interessantes Behältnis über den Weg (Bilder folgen noch): Ein Melitta-Alu-Behältnis, 32cm Durchmesser, 2mm Wandstärke und ca. 23 lang. Hinten offen und vorne schon ein kleins Loch drin (wahrscheinlich zum mahlen von Kaffee). Da ja aber Alu bei ca. 680°C schmilzt habe ich das kleine Loch erweitert. Ich glaube kaum, dass das Alu bei 10cm Isolierung über 680°C heiß wird :glgl: .
Das Ding hat auch zwei Griffe die so breit sind, dass ich für meinen Brenner nur ein Loch bohren musste.

Das nenn ich mal glück :D :D :D

So, wie schon gesagt, Bilder folgen noch, Kermaikfasermatten und Beton sind schon bestellt, sollen nächste Woche kommen.
Der maximale Preis (für alles zusammen) liegt mit Fahrtkosten und allem drum und dran bei 80€ (aber schon hoch gerechnet).
Bis her kann ichs nur jedem wärmstens empfehlen selbst eine zu bauen!

Blacky
28.05.06, 11:07
Hallo,
ich möchte eigentlich auch eine haben, und ich würde sie auch gern selbst bauen. Aber ich habe Angst, dass mir das ganze Geschoss um die Ohren fliegt, wenn ich die Rohre falsch zusammensetze bzw. undicht oder so.
Werde es dank dieser Anleitung vllt. mal versuchen. Aber: Hattest du das Gas schon da, ist es im Preis mit drin?
Sebastian

lazedress
28.05.06, 12:08
Hallo,
das Gas hatte ich schon, ist also nicht im Preis mit drin.

Um die Ohrenfliegen kann dir das eigentlich nicht, denn dafür wäre ja Sauerstoff in der Gasflasche nötig. Soweit ich weiß, ist dort aber keiner, also müsstest du die Gasflsche in ein Lagerfeuer stellen, um sie zu sprengen. Wenn du noch eine Schlauchbruchsicherung einbaust, kann eigentlich gar nichts passieren.
Vielleicht können ja aber auch die Profies was dazu sagen, aber ich glaub schon, dass nichts passieren kann.

Wenn du möchtest, kann ich ja die Teile mal einzeln zeigen, damit du es so wie machen kannst, aber ich übernehme keine Verantwortung, das Nachbauen geschieht auf eigenen Gefahr!!!.

AchimW
28.05.06, 12:29
Michael hat Recht. Wie schon öfter erwähnt, kann Gas nur explodieren, wenn eine genügend große Menge ohne zu verbrennen ausströmt und mit Luftsauerstoff ein explosives Gemisch bildet. Eine Flasche die noch Gas enthält kann von Selbst, auch wenn man direkt ein Feuerzeug an die Ausströmöffnung hält, nicht explodieren. Gefährlich sind nur leere Flaschen, in die zum Gas noch Sauerstoff (Luft) eingeströmt ist.

Noch eine kurze Story für die, die ein Holzkohlefeuer für sicherer halten. Freunde von mir hatten in der Schmiedeschule Puy du Faou in Frankreich einen Rennofen gebaut und mit einem (sehr) großen Blasebalg betrieben. Leider war die Rückschlagklappe des Blasebalges defekt, so dass Kohlenmonoxid in die Kammer zurückströmte. Als das CO/Luftgemisch die richtige Mischung erreichte, explodierten beim Einblasen Ofen und Blasebalg, und zwar so, dass der gemauerte Rennofen von ca. 1,8 m Höhe in alle Richtungen (samt glühender Kohlen) auseinanderflog. Der Blasebalg war natürlich auch in Stücke. Das Ergebnis waren glücklicherweise nur 2 sehr leicht verletzte (Schrammen) aber schwer verschreckte Schmiede, die jetzt immer sehr sorgfältig ihre Werkzeuge kontrollieren.

Achim

Blackswordsmith
28.05.06, 13:45
@ Lazedress

Mahlzeit.

Bin auch gerade oder immernoch dabei mir eine Gasesse zu bauen :glgl: . Sag mal wo hast du die Keramikfaser und den Feuerfestbeton bestellt und wie teuer das?
Meine zukünftige Esse war mal ne 11kg Propangasflasche und einen Brenner hab ich mir auch schon gebaut.

Gruß Jochen

lazedress
28.05.06, 14:28
@Blackswordsmith: Bei www.Messermacherbedarf.de

Keramikfaser brauche ich 0,75m², kostet etwa 25€, der Beton kostet pro Kg 2 Euro, da hab ich mal 5Kg bestellt.

So, hier mal die Bilder des "Essenkörpers":
Bild 1 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/1.jpg)
Bild 2 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/2.jpg)
Bild 3 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/4.jpg)
Bild 4 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/5.jpg)
Bild 5 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/6.jpg)

hobby
28.05.06, 15:01
@Blackswordsmith: Bei www.Messermacherbedarf.de

Keramikfaser brauche ich 0,75m², kostet etwa 25€, der Beton kostet pro Kg 2 Euro, da hab ich mal 5Kg bestellt.

So, hier mal die Bilder des "Essenkörpers":
Bild 1 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/1.jpg)
Bild 2 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/2.jpg)
Bild 3 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/4.jpg)
Bild 4 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/5.jpg)
Bild 5 (http://mitglied.lycos.de/lazedress/6.jpg)

Kleiner Tip: Verlinke Deine Bilder nicht als URL, sondern als IMG.
Also nicht Bild 1 , sondern http://mitglied.lycos.de/lazedress/1.jpg (ohne 'x' natürlich!).
Dann siehts so aus

http://mitglied.lycos.de/lazedress/1.jpg
http://mitglied.lycos.de/lazedress/2.jpg
http://mitglied.lycos.de/lazedress/4.jpg
http://mitglied.lycos.de/lazedress/5.jpg
http://mitglied.lycos.de/lazedress/6.jpg

Und das ist doch gleich viel angenehmer!

lazedress
28.05.06, 15:51
Danke hobby, aber die Modemler tun mir leid :teuflisch
So sieht der Plan aus:
http://mitglied.lycos.de/lazedress/7.jpg

Günther
28.05.06, 16:17
Ich bau grad meine zweite Gasesse, und vermeide bei dieser die Fehler der Ersten.Diese arbeitet zwar auch sehr gut, aber es geht besser. :hehe:


1.
ICh mache den Brennraum nur so groß wie unbedingt nötig, nicht größer als 12 cm würde ich sagen, je größer der Brennraum, um so schwerer ist er auf Schweißtemperatur zu bringen.
Auch die Länge sollte begrenzt sein, ich habe die Esse von Roman Landes gesehen, und war im ersten Moment erstaunt, wie klein sie ist.

Aber wie so oft im Leben kommt es nicht auf die Größe an. ;)

2.
Die hinter öffnung zum durchstecken von längeren Werkstücken ist nur mehr ein Schlitz, dadurch kann weniger Hitze entweichen.
Wenn ich diesen SChlitz nicht brauche, verschließe ich Ihn mit einem STück SChamottstein, den ich genau zugeschnitten habe.

3.
Ich verwende jetzt statt zwei Lagen Keramikwolle drei, ich würde noch eine vierte nehmen, aber die krig ich nicht rein, sonst wird der Brennraum zu klein.

4.
Die vordere Öffnung ziehe ich etwas mit Keramikwolle und Hochofenzement zusammen, das heißt, ich mache den Durchmesser Kleiner als den Brennraum, daduch kann weniger Hitze entweichen.

5.
ICh Schweiße an der vorderen Öffnung mit Winkeleisen eine Halterung an, an denen ich zwei Schamottsteine fest anstellen kann, um die Öffnung noch weiter zu verkleinern, und bei bEdarf wieder schnell zu vergrößern.

6.Nach dem Auskleiden des Brennraumes mit Hochofenzement, nachdem dieser trocken ist, lege ich noch eine Lage Keramikwolle auf den Boden und überziehe diese noch einmal mit Zement.

Darauf kommt dann eine Schamottblatte lose drauf, die durch das Heiße Borax langsam aufgelöst wird.
Da immer etwas Borax vom Schamottstein ropft, hat sich bei meiner Alten Esse die Isolierung langsam aufgelöst.

Jetzt breche ich einfach die zusätzlich aufgebrachte Lage Keramikwolle ab, wenn diese vom Borax zu sehr zersetzt wurde, und die eigentliche Isolierung bleibt in Takt.

So viel zu meinen Erfahrungen. :D

lazedress
28.05.06, 16:42
Hallo, danke für die sehr interessanten, ausführlichen und hilfreichen Tips :super:

Zu 1. Ich denke kleiner geht nicht, höchstens in der Länge. Sie wird ca. 23 cm lang und hat einen Durchmesser von 10 cm.
Zu 2. Um hinten keine Hitze entweichen zu lassen, mach ich genau das gleiche wie du in Punkt 5, aber vorne und hinten. Somit habe ich zwei Schiebetüren aus Schamott. Auf die hinteren kommt vielleicht sogar noch ne Lage Isolierwolle und Beton, damit gar keine Hitze raus kommt.
Zu 3. Ich nehm vier Lagen mit jeweils 2,5 cm, so entstehen die 10 cm Isolierung auf jeder Seite.
Zu 4. Sehr gute Idee!!!! Werde ich 100% berücksichtigen, danke :super:
Zu 6. Ebenfalls 'ne großartige Idee :super: :super: :super:

Vielen vielen Dank (an euch alle) für die Hilfe!

Blacky
28.05.06, 17:52
Mooooment,
und wo soll das Gas raus? Sonst gibts da nen Gasstau und der Brenner schlägt nach innen um oder reisst ab oder wasweissich. Ich meine zu wissen, dass irgendwo immer was auf bleiben sollte.
Sebastian

lazedress
28.05.06, 18:42
Es bleibt doch ein Spalt offen, wie soll denn sonst das Schmiedegut rein :confused:

Arno Eckhardt
28.05.06, 19:06
Hallo Lazedress

...ich hätte aber gewisse Bedenken mit dem Alu im Bereich der Erweiterten Öffnung. Die heißen Abgase sind gute 600°C warm und würden von einer "Schamottetüre" sauber in Richtung des Blechmantels geleitet. Das ist zumindest grenzwertig!
Ich würde deshalb dringend dazu raten, den "Boden" ganz abzusägen und durch ein einfaches, z.B. blindgenietetes Baustahlblech (z.B. 1 mm) zu ersetzen. Aufwand und Kosten sind dabei zu vernachlässigen, sichern aber den Erfolg des bisher vielversprechenden Projektes. Der isolierte Alukorpus selbst wird sicher stand halten können.

Bärtram
28.05.06, 19:10
Ich habe mir zur Lösung des Borax Problems ein Stück Edelstahlrohr gekauft, dieses in zwei Teile geschnitten und die Kanten hochgebogen. Nun habe ich eine 1a Auffangschale. wenn alles wieder Kalt ist, kann man sie mit Hammer und Meissel ausklopfen.

lazedress
28.05.06, 19:11
Dankeschön für den Tip, werde ich machen :super:.

roman
28.05.06, 19:16
Ein paar anmerkungen,

1.Nimm dir den tipp von Arno zu herzen

2. es ist nicht notwendig, dass der brenner draussen brennt. tut meiner auch nicht der grund die Düse (Expansionsöffnung Flare) ist bei mir nicht am Rohr sondern als Keramikteil in den Essenskörper eingebaut. Das Hält das Rohr am leben und steigert die Leistung weilDu mit der einschubstrecke spielen kannst.

2 die luftklappe bruchst Du fast nicht. immer mit der maximalen Luftmenge Fahren aber steuern mit dem Gasdruck und der Durchflussmenge (Düsendurchmesser)
Hinweis: ich fahre jetzt mit einer 0.6mm Düse und meinem Fön und jene die in Asperg damit gearbeitet haben wissen das es geht.

3 Die vorderserte würde ich noch nicht zumachen solgane du den Brenner nicht optimal eingestellt hast. Es geht darum die Richtige flammlänge und damit auch das Volumen des Abgasstromes genau zu bestimmen dazu ist eine verschiebbare tür ser sinnvoll

4 Ein Edelstahlrohr als Borax aufnahme ist auf die dauer ein Schweißkiller. Der Chrom brennt langsam ab und benetzt die Ausmauerung und schlägt sich bei genügend konzntration auch auf den Zu schweißenden Stücken nieder Armin II kann ein Lied davon singen.
.

Grüße Roman

lazedress
28.05.06, 19:39
Hallo, danke für die Hinweise!

Aber eins versteh' ich nicht: 2. es ist nicht notwendig, dass der brenner draussen brennt.
Kannst du das bitte näher erläutern?

Das mit dem Edelstahlrohr ist sehr gut zu wissen und die Luftklappe kommt ab. Danke nochmals.

Günther
28.05.06, 20:14
Ein Brenner funktioniert durch die Druckunterschiede, die durch die unterschiedlichen Durchmesser der Rohre entstehen.
Dein Brenner brennt auch außerhalb der Essen, weil Du am Endstück einen größeren Durchmesser hast.
Mein erster Brenner hat ähnlich ausgesehen, und einwandrei funktioniert, allerdings war der Verbrauch recht hoch.

Ich verwende jetzt einen umgebauten Dachdeckerbrenner, der ein Aufgesetztes Rohr hat, das vorne nicht größer wird, dadurch außerhalb der Esse immer abgeht, in der Esse aber eine enorme Leistung bringt, da der Brennraum der Esse wie der vordere Teil Deines Brenners mit dem großen Rohr funktioniert.

Wenn das jetzt nicht ganz richtig Formuliert ist, bitte nicht schlagen, im Prinzip ist es aber so. ;)

Es ist übrigens eine recht kleine Öffnung für den austritt der Abgase ausreichend, außerdem dichten die Schamottsteine nie ganz ab und eine kleine Öffnung (rund die Hälfte der ursprünglichen), lasse ich immer offen, um Sicht auf das Werkstück zu haben.

Die Edelstahlschale funktioniert auf Dauer ohnehin nicht, da auch Edelstahl bei solchen Temperaturen nicht lange hält.

Härtefolie zersetzt sich innerhalb von Minuten, was auch an der hohen Gasgeschwindigkeit liegt.

Günther
28.05.06, 20:17
Vergessen:

Hier ist meine erste Esse.

http://www.messerforum.net/showthread.php?t=22609&highlight=Brenner

lazedress
28.05.06, 20:21
Dann kann ich doch einfach das Endstück meines Brenners abnehmen und, wie du geschrieben hast, den Brennraum als "Ausweitung" des Brennerrohres benutzen, oder hab' ich das jetzt falsch verstanden?

Arno Eckhardt
28.05.06, 20:30
Hallo Lazedress

...Genau so ist es.

lazedress
28.05.06, 20:38
So wie ich das jetzt verstanden habe, hat die ganze Geschichte folgende Vorteile: Weniger Gasverbauch und weniger Rohrverschleiß, da die Flamme erst brennt, wenn sie schon aus dem Rohr draußen ist.
Sind diese Aussagen jetzt richtig und gibt es weitere Vorteile, oder Nachteile?

Arno Eckhardt
29.05.06, 08:25
Hallo Lazedress

...Der Rest ist eine Sache des Tüftelns.

Auf Deinen Bildern sieht man, wie die Zinkschicht an Deinem Brenner auf etwa 15 cm Länge anschmilzt. Und der Zweck des Gasbrenners ist es ja nicht, den Brenner selbst warm zu machen, sondern den Brennraum. D.h. im Moment verlierst Du da einfach einiges an Leistung.
Romans Brennraumdüse (sog. "Flare") besteht aus gegossenem Feuerzement. Sie ist leicht konisch, aber eben nicht so "abrupt", wie eine Rohrreduzierung. Ich habe mit solchen Flares experimentiert, aber das geht wirklich nur in Verbindung mit der fertigen Esse. Dein Brenner wird vermutlich schon so wie er ist funktionieren, nur eben mit erhöhtem Gasverbrauch. Das kann zum gefüchteten Einfrieren der Flasche führen, was erstens teuer und zweitens sehr lästig ist.
Den Brenner entsprechend zu optimieren, ist beim Gasessenbau die zeitintensivste Arbeit!

Zur Regelung des Abgasstromes epfielt es sich, gerade, wenn man das zum ersten Mal macht, nicht gleich eine aufwändige Türkostruktion zu basteln, sondern, wie auch Roman das in Asperg gemacht hat, die Öffnungen nur mit ein paar losen Steinen zuzustellen. Die kann man dann einfach verschieben und so gut die optimale Öffnungsgröße für den jeweiligen Gasdruck finden. Bei meinem Bronzeofen mache ich das auch so. Funktioniert super.

lazedress
29.05.06, 08:34
Danke für die Antwort.

Geschmolzen ist da nichts, ich habe die Zinkschicht mit Salzsäure entfernt. Aber heiß wird der Brenner trotzdem, da habt ihr schon recht.
Dann muss ich wohl experimentieren, da führt wohl kein Weg vorbei.

Nochmals Danke an Euch alle für die nette und schnelle Hilfe!

Sven
29.05.06, 08:49
Hallo lazedress,

ich habe meine Flares auch in den feuerfesten Beton geformt.
Funktioniert wunderbar. Am Rohr ist bis heute gerade mal an den ersten 2cm der Zink abgebrannt.
Die Flares zu formen ist einfach. Die Spitze einer passenden Kunststoffflasche abschneiden und in den feuchten Beton drücken; Fertig.

Ach ja, bevor du mit dem Bau der Esse beginnst. Schau doch mal ob du nicht doch noch was geeigneteres für das Gehäuse findest.
Wenn das Aluminium zu heiß wird ist nichts mehr zu retten und du hast teures Material verbraten.

Ciao Sven

lazedress
29.05.06, 17:50
Ihr habt mich überzeugt, es kommt eine Flare aus Hochofenzement her.
Öffnungswinkel sollte ja, wie ich es gelesen habe, ca. 9° betragen. Aber wie lang soll sie werden. Ich weiß ja, das hängt von der Esse und dem Brenner usw. ab, aber ich würde mich über eine Circaangabe doch schon sehr freuen, damit ich mich nicht total verschätze ;)

Ikkaan
01.06.06, 13:59
Vielleicht kann man Dich ja dazu bewegen eine deutsche Anleitung zu schreiben, eventuell mit Bilder als Unterstützung ? :hehe:

roman
01.06.06, 14:13
Vielleicht kann man Dich ja dazu bewegen eine deutsche Anleitung zu schreiben, eventuell mit Bilder als Unterstützung

man könnte auch mal in die nächste Unibibliothek maschieren und sich ein geeignetes Buch ausleihen, davon gibts ganze Regale voll voallem die älteren, und da steht nämilch auch noch viel drin...

Tja, man glaubt es kaum, aber das Wissen hatten wir schon vor über 100Jahren auch ohne Unterstützung von den Kollegen aus Übersee. Und, wundersamer Weise braucht man es noch nicht mal zu übersetzten... :ahaa:

Aber vorsicht, wenn ihr euch traut auch mal diesen sehr "unkonventionellen" Weg zu gehen könntet Ihr Erfolg haben... :glgl:

Nix füa unguat

roman
01.06.06, 14:15
Hat dass eigentlich schon mal jemand von euch probiert?

lazedress
01.06.06, 14:31
Ich wundere mich auch, aber über andere Dinge :( .
@Ikkaan: Wenn du den Bau einer Hochofenzement-Flare meinst, dann kann ich das gerne machen. Bisher habe ich eine Saftflasche mit einem Flaschenhals-Winkel von 12° genommen und den Schraubverschluss mit einer Dremel-Trennscheibe entfernt. Da ich aber bei der kleineren Öffnung des Kegels 23mm brauche, aber nur 26 habe (Bedingt durch die Bauart der Flasche), habe ich ein Stück Klebeband genommen und den Kegel "erweitert". Sobald ich den Zement habe gibt es Bilder und es wird bestimmt verständlicher :D .

roman
01.06.06, 18:49
Nö,

ist kein sarkasmus ist ein hinweis das meine ich ernst

Fenrir
01.06.06, 19:16
@IKKAAN: Wer bitte feindet Dich an? Lazedress hat sich doch wohl ernsthaft mit Dir beschäftigt!
Und zitiere in Zukunft doch bitte korrekt, ansonsten geht Dein Wunsch nach Nichtbeachtung tatsächlich in Erfüllung.

roman
01.06.06, 19:39
Ehrlich das must Du nicht persönlich nehmen, das ist eine Anregung für alle nur wie es scheint nich wohlgeformt formuliert. sorry

lazedress
01.06.06, 20:19
Schon OK.

@Ikkaan: Ich versteh' dich jetzt nicht ganz richtig. Warum betitulierst du meine Antwort als feindselig :confused:. Wenn du meinst, ich hätte dich verar****, dann liegst du falsch. Es ist so, ich nehm' halt das was ich da hab' und renn nicht in ne Werkstatt und lass mir für zig Euro eine passende Form drehen. Wenn du es nicht glaubst, dann warte halt bis ich die Bilder gemacht habe. Wird wohl nächste Woche so weit sein.
Wie hast du denn vor die Form für die Flare anzufertigen?

Almerich
01.06.06, 20:21
@ Roman,

da Du diverse Büher ansprichst, die es zu leihen gibt, vieleicht könntest Du ja mal welche aufzählen.
Die Fernleihe kostet mittlerweile seit dem 01.01.2006 pro Bestellung 2,50 € und nicht jede Büchereitante ist auf diesem Gebiet bewandert bzw. gibt sich da sehr viel Mühe.

Und überhaupt und sowieso, es erleichtert die Sache ganz allgemein :super:

Gruß

Uli

roman
01.06.06, 21:50
nun grundlegend sind immer die Alten bücher interessantern als die neuen. Daher hab ich von meinen Stahlbüchern Wie Rapatz Haufe Stüdemann einfach welche gekauft die sind einfach wertvoller als was sie kosten.
einen abriss davon habe ich auch in der Literaturliste meines Buches wiedergegeben.

Für den Ofen und Brennerbau gibt es genausoviel winfach mal kurz schmökern ghen in der nächsten uni bib.

Beispiel hierzu: Der Gasbrenner, autor weis ich jezt nicht den das Buch hat ein Freund.

Grüße Roman

kababear
01.06.06, 22:15
Titel
¬Der¬ Gasbrenner

Verfasser
Becher, Udo

Jahr
1957

Impressum
Berlin : Verl. Technik, 1957.

Beschreibung
359 S. : graph. Darst.

:)

Ikkaan
02.06.06, 11:18
Dann ist es wohl an mir mich zu entschuldigen...ich kann jetzt aus dem Stehgreif keinen Gasbrenner bauen da ich von den Abmessungen null Ahnung habe. Als Du anfingst von einer Saftflasche und Klebeband zu reden dachte ich mehr an McGyver als an etwas das Temperaturen aushält. Ich warte gespannt und in ehrlich gemeinter Ehrfurcht auf die Bilder.

lazedress
02.06.06, 11:40
Die Saftflasche mit Klebeband dient ja nur als Form, die mit Silikonspray eingesprüht wird. Nachher wird sie ja wieder rausgezogen und es bleibt nur der bis 1750° resistente Feuerfestbeton zurück...
Die Lieferung wird Anfang nächste Woche versandt und da ich noch Ferien habe, wenn er ankommt, gibts die Bilder spätestens in 9 Tagen!

Torsten Pohl
03.06.06, 19:32
Danke für den Thread :super:

mir hat der einiges gebracht, da ich auch am basteln bin (Beton trocknet gerade :hmpf:)

Eine Frage hab ich mal, klar Schutzgasdüse etc. Red und T-STücke alles kein Thema das ist soweit klar, was aber bringt die Red.-Muffe vor dem Austritt? (die von 3/4" auf 1" mein ich!).
Ich denke ihr wollt damit einfach die Flamme vergrößern die Austrittgeschwindigkeit reduzieren (damit die Flamme nicht abreisst etc. richtig?).
Ist da das innenliegende 1"Gewinde im Übergang nicht Kontraproduktiv, weil es unerwünschte Verwirbellungen schafft?
Und wäre eine längere Strecke zum beruhigen nicht wünschenswert?
Hat schon mal wer in diese Richtung gebastelt und Erfahrungswerte?

Gibt es ein bewährtes verhälltnis Gas/Luft!

Tschau Torsten

lazedress
03.06.06, 19:39
Hallo. Auch mir bringt der Thread sehr viel :super:

Das Gewinde in der "Maximier-Muffe" habe ich mit einem Korundschleifstein herausgeschliffen. Dadurch entstehen also keine Geräusche.
Die Brennerrohrvergrößerung ist unbedingt notwendig. Ich habe mal den Brenner interessehalber ohne die "Maximiermuffe" betrieben, aber das war nicht möglich. Die Flamme war sehr sehr unruhig und ist regelmäßig von alleine ausgegangen.
Gerade weil der Übergang so krass ist gieße ich ja eine Flare aus Feuerfestbeton, damit ich Gas sparen kann.

Boiler
03.06.06, 22:18
Hallo zusammen.

Ich folge den Thread mit Interesse, habe aber eine Frage.

Mir ist nicht klar, was eine Flare ist. Ist sie einfach ein Kegel im Beton, der den Übergangsstück 3/4'' --> 1'' ersetzt?

Wie in diesem Bild?
http://img396.imageshack.us/img396/8084/flare0pr.th.png (http://img396.imageshack.us/my.php?image=flare0pr.png)

Danke
Boiler

luftauge
04.06.06, 09:18
Ein "Flare" ist hier bei einer Esse *im Prinzip* nichts anderes, als ein Spoiler - oder Dämpfungs-, Übergangs- oder Führungskegel um mal ein angenähertes, deutsches Wort dafür zu benutzen.

Nur dass er eben für den Zweck in der Esse/Düse kegelig ist, man könnte den Gas-/Flammenaustritt in den Brennraum bestimmt noch weiter optimieren, wenn man diesen festen Flare noch etwas ausermittig im Brennraum einpasst, so dass die Flamme direkt vom Gasaustritt in eine rotierende Bewegung gezwungen wird -> Strömungsoptimierter schräger Kegelschnitt, mit möglichst runden Übergängen.

Damit wird eine laminare (= glatte, unverwirbelte) Strömung sichergestellt, wäre die Strömung ohne diesen Spoiler turbulent, reist die Flamme ab, was das schon mehrfach beschriebene "Stottern" oder unruhige Brennen der Flamme ist. Ohne diesen Übergangskegel würde der Gasstrom an den relativ scharfen Ausgangsquerschnitten abrupt abreissen, so dass auf Dauer eine oszilierende Gassäule entsteht.

Ich hoffe, das war nicht zu kompliziert oder umständlich :irre:

Gruß Andreas

Boiler
04.06.06, 10:36
Ich hoffe, das war nicht zu kompliziert oder umständlich :irre:

Ich glaube, ich habe verstanden.

Danke Andreas.

Boiler

Torsten Pohl
04.06.06, 18:28
Ich auch ;)
@Günter sag mal gibt es Bilder von deiner zweiten Lösung?

Tschau Torsten

Günther
04.06.06, 19:23
Kann ich machen, klar.

Ich sollte eigentlich nächste Woche fertig werden, vom ersten Schmieden werd ich dann was rein stellen.

Torsten Pohl
04.06.06, 20:30
Super

denn gerade von den Dachdeckerbrennern hab ich welche rumliegen die ich nicht mehr brauche.

Tschau Torsten

schwartzbunt
05.06.06, 16:20
Weiß nicht, ob's bekannt ist: Ray Rogers - First Forge Designing Experience (http://www.rayrogers.com/forge2.htm)
Dort (http://www.rayrogers.com/forge2_nozzle.htm) ist auch 'ne Flare abgebildet (heißt dort Nozzle, wenn ich das richtig verstanden hab)

lazedress
07.06.06, 18:37
So, wie versprochen hier die Bilder:
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_1.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_2.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_3.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_5.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_6.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_7.jpg
http://www.mitglied.lycos.de/lazedress/esse_8.jpg

Wenn die 4 Lagen Isolierung nicht ausreichen, um die Esse in 5 Minuten :teuflisch auf 1400°C zu bringen, dann weiß ich auch nicht mehr :cool:

Morgen geht es weiter, dann wird die Flare erst fein geschliffen, danach getestet und dann wird die Esse ausbetoniert, sodass am Freitag der erste Test gemacht werden kann :hehe:

lazedress
08.06.06, 17:13
Ich habe gerade schon mal die Esse angefeuert. Bei 1,8 bar komme ich auf Schätzungsweise 1100-1200°C. Bei 2,8 bar auf Schweißhitze. Jedoch habe ich ein Problem. Ich kann den Brenner nicht bei unter 1,1 bar benutzen, denn darunter fängt die Flamme an zu pulsieren (im ca. 3 Sekunden Takt) und danach schlägt die Flamme zur Düse zurück.

Was habt ihr für Ideen, um dieses Problem zu beseitigen?

Günther
08.06.06, 17:39
Der Gasdruck erscheint mir sehr hoch, ich schweiße mit 1,2 nach einiger Zeit im Betrieb auch darunter.

Tips kann ich dir leider keine Geben, aber im Beitrag, den ich oben verlikt habe, wurde mir mal geraten, die Länge der Düse zu variieren.

Arno Eckhardt
08.06.06, 17:42
Hallo Lazedress

Welchen Düsendurchmesser hast Du denn?

Deine Flare erschien mir außerdem schon gestern zu lang, zu weit und zu stark konisch.
Ach ja: und Dein Mischrohr ist möglicherweise auch etwas zu kurz. Lass das aber erstmal so.

Du solltest für Schweißhitze nicht mehr als etwa 1 bis 1,5 bar benötigen. Ich glaube, Romans Esse kann das sogar bei noch weniger Druck und einer 0,6 mm Düse (allerdings mit Heißluftgebläse).

Achtung: Wenn Du MAG Schweißdüsen verwendest: Der Nenndurchmesser entspricht nicht der Bohrung! Eine 0,8er Düse ist z.B. mit 1 mm Gebohrt.

roman
08.06.06, 20:05
1. Düsendurchmesser?
2. Luftzufuhr?
3. Wenn das gute stüch ausbetoniert ist wovon ich ausgehe, dann dauert es gut 2-3h volle pulle bis die Keramik voll durchgebrannt ist dannach wirds dann schnell anders mit der Temperatur

lazedress
08.06.06, 20:34
Hallo, danke für die Hilfe :super: !

Der Düsendurchmesser ist eine 0,8er Düse (wie schon gesagt aber 1mm). Als Luftzufuhr habe ich eine 1" Öffnung und etwa 20 7mm Löcher.
Die Esse ist ausbetoniert, aber höchstens 30 min gelaufen. Verändert sich die Isolierung zum Besseren nach den besagten 2-3 Stunden?
Morgen wird sie bestimmt länger laufen :D .

EDIT: Habe ich ganz vergessen: Das Brennerrohr ist 20cm lang.

Sven
09.06.06, 10:53
Ich habe bei meiner Esse unten einen Gewindeflansch für den Ständer.
Und da ist selbst nach mehrmaligem Schmieden noch Wasser, das sich in der Isolierung gesammelt hatte, rausgelaufen.
Richtig Temperatur hatte der Ofen erst nach Wochen.

AchimW
09.06.06, 22:35
Danke für die Hinweise, denn offensichtlich mache ich seit Jahren etliches falsch:

Mein Flare, 9° und auf der Drehbank einfach aus dem Stahlrohr "rausgedreht", das auch den Brenner aufnimmt (40 x 5 Hydraulikrohr aus Baustahl) hält seit etwa 4 Jahren mindestens zweimal wöchentlichen Schmiede-und (heftigen) Feuerschweißbetrieb unbeschadet aus. Nix Feuerfestmörtel.

Mein Ofen, aus einer alten 11-Kilo-Propanflasche, hat nur 2 Lagen Keramikfasermatte und etwa 7 mm Mörtel und heizt wie bekloppt. Dafür habe ich einen riesigen Brennraum mit viel Platz für große Werkstücke.

Mein Brenner, zugegebenermaßen mit 1 mm Düse, brennt ab 0,2 bar ohne 'rumzustottern, darunter aber auch, mit etwas Stottern, tadellos. Bei 0,5 bar wird die Temperatur nach etwa 30 Minuten für normalen Schmiedebetrieb kleinerer oder dünnerer Stücke schon deutlich zu hoch. Bei 1 bar kann ich Damastpakete bis 5 Kilo ohne Probleme schweißen. Kleinere Pakete gehen schon ab 0,5 bar. Allerdings ist der nicht aus Wasserrohren.

Ist ein wenig wie bei der Hummel. Aerodynamisch betrachtet kann sie nicht fliegen. Da die Hummel das aber nicht weiß, fliegt sie trotzdem. :haemisch:

Im Ernst jetzt. Meiner Ansicht und vor Allem meiner Erfahrung nach ist die Theorie mit der dicken Isolierung und dem kleinen Brennraum grundfalsch. Die Gasessen funktionieren zu einem sehr hohen Teil nach dem Infrarot-Prinzip. Die Isolierung wird aufgeheizt und strahlt auf die Werkstücke. Daher: größere Fläche = höhere Strahlungsenergie. Gesehen habe ich das schon vor Jahren, als ich erstaunt feststellen musste, dass mit gleichem Gasdruck und gleichem Brenner die Werkstücke in dem größeren Ofen viel schneller warm wurden und auch viel größere Stücke erwärmt werden konnten.

Achim

chrischy
09.06.06, 23:57
Beim Asperger Hammer In habe ich gut 2 Std. mit Romans Gasesse gearbeitet - und war so begeistert von dem Teil, dass ich mich sofort an die Arbeit machte, und so ein Teil aus einer 5kg Propflasche gebastelt habe.( 2 Lagen Keramikwolle aus dem Raku-Ofenbau und ca. 10 mm feuerfester Zement. Brenner: 0,6 Stromdüse ,geknicktes 1 Zoll Rohr mit aufgeflanschtem Heissluftgebläse)
Nach einer Woche Aushärtezeit: erster Probelauf - erster Eindruck: das Teil macht einen Höllenkrach - und eine Höllenhitze ( bei 0,8 bar ...mein Regler lässt sich leider nicht weiter herunterregeln - ich vermute dass das auch bei 0,5 bar noch gut funktioniert ) innerhalb 5 min hatte ein 15-er Quadratstab auf ca. 10 cm Länge Schmiedetemperatur :steirer: Danach habe ich die Esse noch 15 min weiterlaufen lassen bis alles schön geglüht hat.
Am nächsten Tag habe ich einige Pakete vorbereitet- Esse angefeuert und losgelegt. Schweißen war nach ca. 10 min problemlos möglich.
Nach dem 3. Paket bemerkte ich wie sich auf der eingelegten Schamotteplatte ein honigartiger Belag bildete, den ich anfänglich auf geschmolzenes Borax zurückführte, aber beim genaueren Hinsehen sich dann als geschmolzener Feuerzement herausstellte. Der Zement hatte sich offensichtlich durch das Borax im Bereich der größten Hitze glasartig verflüssigt und ist dann ganz langsam heruntergelaufen.
Nach ca. 1 Stunde Betrieb musste ich den Brenner abstellen da sich schon 1/4 der Ausmauerung in Glas verwandelt hatte.

Ich schätze mal, dass ich bei der Ausmauerung das falsche Material erwischt habe - wer weiß was besseres ?? :ahaa:

Gruß Chris

AchimW
10.06.06, 00:06
Der Feuerfestzement dürfte, sofern er temperaturbeständig genug ist, nicht das Problem sein. Das Borax kommt da ja eigentlich nicht dran. Der Schamott auf dem Boden hingegen löst sich relativ flott auf, wenn reichlich Borax draufkommt. Ich hab dafür "Opfersteine" im Ofen, die ich einfach 'rausschmeisse, wenn sie halb durchgebruzzelt sind. Dauert aber zumindest Wochen bis das soweit ist. Für das Borax habe ich mir einen Kratzer mit langer Handhabe geschmiedet, damit schrappe ich das heiße, zähe Schamott/Borax-Gemisch einfach hin und wieder aus dem Ofen. Hab's auch mit hitzefestem Stahl auf dem Boden versucht. Der ist leider bei einer längeren Pause ohne Damastpaket weggeschmolzen. War wohl etwas zu viel Druck auf der Leitung.... und 'ne ziemliche Schweinerei, die Kacke aus der Isolierung zu bekommen.

Achim

chrischy
10.06.06, 00:14
Die Schamotte-Platte scheint mir nicht das Problem zu sein, da sie sich , wie du richtig anführst, schon ein wenig angegriffen ist ( ich meine aber dass sie mindestens noch 2-3 Sessions á 5 Stunden mitmachen müsste.)
Mein Problem ist dass 1/4 der Ausmauerung weggeschmolzen ist und die Isolierung jetzt blank liegt. :confused:

Gruß Chris

lazedress
10.06.06, 07:28
Gestern habe ich die Esse mal 3-4 Stunden am laufen gehabt. Verschweißen konnte ich schon, aber bei viel zu hohem Druck :mad: .
Was muss ich denn jetzt an meinem Brenner verändern, damit er nicht bei unter 1 bar anfängt zu stottern und ausgeht? Da die Flamme bei unter einem bar bis zur Düse hochspringt ist ja eigentlich die Strömungsgeschwindigkeit zu niedrig. Würde ein dünneres brennerrohr weiter helfen? Sollte das dann länger oder kürzer als 20cm sein?

AchimW
10.06.06, 10:32
Zum Thema schmelzende Feuerfestmasse. Da scheint was sehr im Argen zu sein. Wahrscheinlich hast Du das falsche Zeug. Was ist das denn? Meines ist ein Reparaturzement für Schmelzöfen und der hält 1800° C Dauertemperatur aus.

Zum Thema Brenne. Es ist die richtige Kombination von Brennerrohrlänge und -durchmesser, die wichtig ist. Meine Brenner haben 20 mm Innendurchmesser und sind rund 300 mm lang. Darin enthalten ist ein Flare von 9°, der am Ende ausgedreht ist. Dazu kommt noch mal ein Aufnahmerohr von 130 mm mit 30 mm Innendurchmesser und ebenfalls nochmal einem 9° Flare.

Achim

Boiler
10.06.06, 12:10
Zum Zement: Ich habe oft hier von Hochofenzement gelesen.
Meines Wissens ist Hochofenzement (CEM III) nicht für hohe Temperaturen gedacht. Er heisst so, weil er Hochofenschlacke enthält. Dadurch wird er nicht feuerfest, sondern besonders resistent gegen chemische Angriffe.

Für hohe Temperaturen eignet sich besser Schmelzzement (bis 1600 °C).

Gruss Boiler

luftauge
10.06.06, 12:14
@Lazedress:
Nochwas zu Deinem "Betonflare":
edit:
...war wohl doch nicht das Problem

edit:
Wie wäre es denn eigentlich mit einem abgeschnittenen, fest einzementiertem Flaschenhals einer Bierflasche (pfandfrei selbstverständlich :D ] als Flare ? - nur mal rein hypothetisch gefragt...
- kleine Steigung
- glatte Oberfläche
- Hitzebeständigkeit in dem Bereich hm... - sollte reichen

Gruß Andreas

Boiler
10.06.06, 13:07
- Hitzebeständigkeit in dem Bereich hm... - sollte reichen


Mhhh.... wir habe Bierflaschen in einem Holzfeuer geschmolzen ;-)
http://video.google.com/videoplay?docid=-752376858260412667
(--> nei 50 Sek. gibt es den interessanten Teil)

Gruss Boiler

lazedress
10.06.06, 14:27
Ich war gerade shoppen :steirer: :
Jezt hat mein Brenner vor dem 20cm langen 1"Rohr noch ein 30cm langes 3/4" Rohr :hehe:
Ich kann euch sagen: Das hat was gebracht! Man hört so gut wie garnichts mehr, nur die angesaugte Luft hört man minimal!
Die Flamme ist sehr sehr ruhig und man kann jetzt bei ca. 0,5 bar schmieden, bei 1,3 Schweißen :) . Sind jetzt Werte, die halb auf Schätzung basieren, da ich sie erst 10min laufen hatte, aber vielleicht teste ich sie heute noch ausgiebeig.

Ein großes DANKE an Alle :super:

chrischy
11.06.06, 22:14
Stell´doch bitte mal ein Bild rein, damit man sich das besser vorstellen kann !

Chris

Sven
12.06.06, 09:39
Apropos shoppen: Schamotte und Keramikfasermatten (https://ssl.kundenserver.de/www.schuba-shop.com/).
Noch ein hübsches Demo zum Venturi-Prinzip (http://home.earthlink.net/~mmc1919/venturi.html).

Und hier noch ein bisschen Theorie zum Brennerbau (http://www.farago.info/job/Verbrennungen/DritteBrenner.htm).
Auch ein sehr schöner Brenner (http://couteaux.org/archives/bruleur/index.html) :staun:

Viel Spass
Sven

lazedress
12.06.06, 14:05
Bilder kommen noch, ich weiß nur nicht, ob ich ihn heute noch testen kann.
Der Brenner macht mir Angst. Eigentlich hat der Brenner ja nur zusätzlich einen Aufsatz mit Löchern. Bei wieviel bar arbeitet der :confused:

Arno Eckhardt
12.06.06, 16:52
Hallo Lazedress

Bilder mit unterschiedlichem Gasdruckangaben gibt es auf der Seite über den Link ganz unten rechts...

Ich selbst habe ja solche Brenner (Allerdings mit komplett über die Öffnung geschweißtem, feinmaschigem Lochblech) für meinen Härteofen konstruiert (Flareöffnung: 2 Zoll!) und einen solchen ja auch in Asperg dabei gehabt.

Keine Ahnung, wie das in einer Gasesse funzt, kann aber nicht schlecht sein. Die Brenner der Gasessen von H.M. Gruel (die eckigen Dinger, die Hufschmiede benutzen und für uns so gar nicht taugen), funktionieren genauso. Aus einem solchen habe ich meinen Bronzeofen gebaut. Darin kann ich, trotz mehr als schlechter Isolierung (3 cm Schamott, das war `s) sogar Stahl schmelzen...
Die Düsen dieser Brenner haben etwa 1,5 mm Bohrungen und fressen dementsprechend Gas. Die vom Prinzip her gleichen Brenner meines Härteofens haben 1 mm Bohrungen und mit halbem Gasverbrauch etwa die Doppelte Leistung (nur geschätzt). Ich werde demnächst mal einen Versuch in Richtung Gasesse mit so nem Ding machen.

Der Vorteil ist: Der bei einem Rohrbrenner relativ lange, kühle, hellblaue Kegel wird auf wenige mm verkürzt, so dass die verbleibende Flamme auf ihrer ganzen Länge mit voller Temp. brennt. Rückschlag- und Stotterprobleme werden ebenfalls vermieden. Siehe auch Svens sehr spannenden Link zum Thema Brennerbau.

Balduin
12.06.06, 19:08
@ sven Danke für die sehr interessanten Links
das mit dem Venturiprinzip ist sehr aufschlussreich.

Hier ein Link zu einer Venturidüse solche Düsen verwenden wir auf der Arbeit zum Trockenblasen.
http://www.airclean-systeme.com/german/injektorduesen.html
Habe mir mal die Mühe gemacht gegen eine Waage zu blasen. Der gleiche Aufbau einfach durch ein Rohrstück mit gleichen Querschnitt. Wenn ich mich noch recht erinnere wahr die Grammanzeige etwa das Dreifache.


Gruss Balduin

Torsten Pohl
12.06.06, 20:12
Schließe mich an

Danke Sven

die Links sind absolut Klasse!!

Tschau Torsten dem dieser Brenner super gefällt!!

lazedress
12.06.06, 21:54
Ja, die Links sind wirklich klasse :super:

Ich hab' jetzt auch mal so einen Ring mit Löchern in das Brennerrohr geschoben. Die Flamme wurde jetzt um einiges besser, jedoch auch orangener an dem Flammenende. Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen, denn wenn ich jetzt mehr Sauerstoff zugebe, dann habe ich eine bessere Flamme mit weniger Gas, oder?

Fotos kommen noch, versprochen ;)

lazedress
13.06.06, 07:17
Den Ring hab' ich wieder raus gemacht, hat doch nicht wirklich was gebracht...

Hier mal ein Bild wie der Brenner bei 1 bar ausschaut:

http://mitglied.lycos.de/lazedress/flamme.jpg

Ist das jetzt so OK?

Arno Eckhardt
14.06.06, 19:23
Ach ja:

@ Lazedress

Die Flamme sieht gut aus. Mit Betonflare und Esse wird ´s aber sicher noch besser.