Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spinewhack Test sinnvoll ja oder nein
Da es in einem anderen thread schon angesprochen wurde, nehm ich das mal als neues Thema hier auf.
Also, ist der Test sinnvoll ja oder nein?
Nochmal zum Test: Man nehme ein Klappmesser, oeffne dieses und schlage mit der Klinge auf einen harten Untergrund (Holztisch etc.). Die Finger sollten natürlich weit weg von dem Bereich unter der Klinge sen, falls was schiefgeht. Klappt das Messer zu, hat der Lock (Verschluss) den Test nicht bestanden.
Worum gehts eigentlich? Beim normalen Schneiden entsteht ja kein Druck auf den Klingenrücken, der Lock muss nur die Klinge offenhalten, ohne dass wirklich Last auf ihn kommt, so dass der Test etwas seltsam anmutet.
IIRC hat man sich das Verfahren auch ausgedacht, seitdem "Tactical Folder", also stabile Messer fuer den universellen Gebrauch (Schneiden/Stechen) beliebt wurden. Sticht man mit einem Messer zu und kommt auf einen harten Widerstand - müssen ja nicht immer Knochen sein ;) - wird der Lock in unterschiedlichen Richtungen belastet. Wenn er nicht hält, hat man die Schneide auf den Fingern.
So. Kommt obiges im normalen Gebrauch vor? Bei mir nicht. Deshalb ist meiner Meinung nach der Test für die Tauglichkeit eines Messer fuer meinen Gebrauch absolut unnoetig.
Aaaber: :steirer: Ich will nur Messer kaufen, deren Verschluss auch unter Belastungen hält, die bei mir nicht auftreten. Und das brauch ich jetzt nicht argumentativ untermauern, das ist halt so und nur dafuer geb ich Geld aus. Und nicht nur ich, sonst wäre der Test bei Kunden nicht so populär. IMO sollten Hersteller/Maker eben nicht lange debattieren, ob der Test sinnvoll ist oder nicht. Viele Leute wollen, das ihre Messer den bestehen, fertig. Will man verkaufen, oder nicht? Wobei meiner Meinung nach ein vernünftig dimensionierter Lock der präzise gefertigt ist, damit eh kein Problem haben sollte.
Dummerweise sagt der Test allein aber wenig aus, ob der Lock taugt oder nicht. Mein Böker Tactical Liner besteht den Spinewhack ohne Probleme. Trotzdem kann es passieren, das die Klinge zugeht - bei normalen Gebrauch. Der Grund ist nicht der Lock an sich, sondern dass Griff und Liner dermassen deppert konstruiert sind, dass man beim Zupacken den Liner nach aussen schiebt. Dann geht das Ding halt zu, sobald ein wenig Druck auf den Klinenrücken kommt.
Womit ich das grosse Tamtam was die Bedeutung des Spinewhack Tests angeht, durchaus relativiere. Nur ich wills haben. Punkt.
Ich habe fertich
Pitter
Um auch dem Böker Tactical Problem auf die Spur zu kommen gibt es ja schließlich auch noch des sog. "WhiteKnuckle Test". Bei diesem wird der Griff in den üblichen Halteweisen so stark umklammert, das die Knöchel weiß werden. Gelingt es einem damit den Liner wegzudrücken, dann ist der Griff besch...eiden designed.
Prinzipell erwarte ich von einer Verriegelung, daß sie beide Tests besteht. Inwieweit es praxisrelevant ist das Schloß über Druck auf den Klingenrücken zu testeten, darüber kann man natürlich streiten, aber Shit-happens, so ist das nun mal und wenn ich in einer Notsituation mit gefühllosen Händen und voller Adrenalin jemanden von einem Strick loßschneiden will und dies aus versehen mit dem Messerrücken versuche, dann will ich mir dabei nur ungern die Finger abschneiden, sondern ich will, daß der Verschluß hält und ich eine Chance bekomme das ganze nochmal mit der scharfen Seite vorran zu versuchen :glgl:.
Messer sind nun einmal Gebrauchsgegenstände und keine Laborartikel und da erwarte ich ein wenig Overengineering. Ein Messerverschluß sollte auch Sachen aushalten, die nicht so ganz innerhalb der Spezifikation liegen, es geht ja schließlich um meine Finger.
He HankEr, bist mir zuvorgekommen...
Kann Dir nur zustimmen, Pitter. Ein weiterer Haken an dem Test auch für die "kämpfende Fraktion" (für die ist er am wichtigsten, weil Belastungen auf den Klingenrücken meist beim Kämpfen mit reverse grip auftreten) ist, daß er rein gar nichts über seitliche und Verwindungsbelastbarkeit aussagt, und die ist hier nicht ganz unwichtig - wenn ich "clippe", dann doch bitte seinen Arm und nicht meine Finger :D
Der "white knuckle test" gibt hier etwas mehr Sicherheit, aber auch nur, wenn er gleichzeitig Verwindungsbelastungen beinhaltet.
Nicht bestandener spine whack ist vielleicht ein grundsätzliches Indiz für ein schlecht gemachtes Linerlock, aber mehr auch nicht - vor allem bestätigt das Bestehen eben nicht, daß das Lock auch hält. Mir sagt der Test wenig.
Allen heile Finger,
Marko
mactheknife
07.09.01, 12:20
Beim Einsatz des Messer als Stichwaffe können ähnliche Kräfte auftreten wie bein Spinewhack. Für Leute, die ihr Messer also vorrangig als defensive Waffe ansehen, ist der bestandene Test schon wichtig.
@mactheknife: Da hast Du prinzipiell recht, aber der bestandene Test sagt eben noch nicht, daß das Lock tatsächlich hält. Generell bieten sich Linerlocks für Messer, die (auch) als Defensivwaffen Verwendung finden, nicht unbedingt an - selbst bei dem Microbar von meinen heißgeliebten SOCOMS hätte ich da Bauchschmerzen.
Aber damit ich hier nicht zu sehr OT gehe, poste ich vielleicht mal eine entsprechende Anfrage im SV-Forum - hier ging es ja um die Aussagekraft des Tests, und die ist im Sinne eines Ausschlußkriteriums für manche Anwendungen bei Nichtbestehen zwar vorhanden, aber insgesamt gering (ein IMHO sollte ich vielleicht noch anfügen :D ).
Marko
Ich finde die Tests sehr wichtig. Wie Pitter schon gesagt hat, will ich auch etwas funktionierendes für mein geld haben.
Außer frage steht die sichherheit, man kann immer in die situation kommen das man mit dem klingenrücken irgentwo gegenschlägt oder hängenbleibt. Bei einer scharfen schneide ist es doch sehr angenehm wenn das messer nicht zuklappt.
IMHO bringt es wenig wenn man beim Spinewhack Test nur mal "leicht" den Klingenrücken aufklopft! (Holz absorbiert auch eine guten Teil der entstehen Schwingungen) Zum Testen muss man schon den Klingenrücken mit richtiger Wucht aufschlagen... man kann auch mal das Messer mit der Klinge in einen auf dem Boden liegend Holzblock werfen... hält der Lock, so kann man recht sicher sein, das der Lock auch in anderen kritischen Situationen sicher verriegelt!
Ciao Geist
Ums nochmal zu sagen: Ein Test, bei dem die Testbedingungen nicht definiert sind macht keinen Sinn:
Also: WER schlägt WIE stark mit WELCHEM Punkt des Klingenrückens gegen eine WIE harte/elastische/nachgiebige Unterlage???
Hat eigentlich jemand von euch schon mal darauf geachtet wie ein Liner einrastet?? Wie weit er durschlägt, und dass das auch davon abhängt wie man das Messer öffnet???
und ICH definier mir jetzt meinen eigenen Rockwell-Test mit 175° Spitzenwinkel, 250N Vorkraft und 260 N Prüfkraft. :irre: und vergleiche dann mit Rockwell C....
Maik Amelmann
07.09.01, 17:47
Seh ich aehnlich. Ich mache spine whacks nicht deswegen, um mir dann zu sagen, dass das lock perfekt ist. SO funktioniert das nicht ;) Der Umkehrschluss ist nicht moeglich. Aber ein lock, das beim spine whack _versagt_, ist auf jeden Fall fuer mich gestorben. Und das sowas bei intensiver Messerbenutzung vorkommt, steht ausser Frage.. Vor nicht allzulanger Zeit hat jemand auf bladeforums.com gepostet, dass er im Garten mit seinem Messerchen (ich glaub sogar es war ein Boeker, oder ist das jetzt nur meine Abneigung gegen diese Marke?) dickere Aeste eines Busches zurechtgeschnitten. Beim Ausholen ist er im Eifer des Gefechts mit dem Klingenruecken gegen einen Ast gestossen, schnapp hatte er die Klinge in den Flossen. Seitdem ist er ein Freund des spine whack tests ;) Das heisst natuerlich nicht, dass andere Tests (white knuckle test oder der Versuch, dass lock zu Ueberwinden waehrend man die Klinge seitlich verdreht) nicht ebenso wichtig waeren.
hallo Leute,
wie ich schon in der Messermacherecke gesagt habe, ich sehe den Spinewhack Test nicht als ultimative Prüfung ob ein Verschluss perfekt ist, er sagt mir lediglich ob einigermaßen sauber gearbeitet wurde. Die Geometrie des Verschlusses, die Dicke und das verwendete Material der Teile und die auf den ersten Blick nicht immer zu sehende saubere Ausfühung der Passarbeit, Winkel usw. ist ausschlaggebend. Mein erstes Linerlock, kannst du zwar nicht zudrücken, leichte Schläge auf den Klingenrücken reichen aber aus, dass die Klinge zuklappt.
Ich habe gerade das Buch über Linerlockmesser von Terzuola gelesen, darin wird auf die Problematik dieser Verschlusstechnik genau eingegangen, leider nur in Englisch, aber meiner Meinung nach sehr empfehlenswert mal reinzuschauen, der Mann versteht sein Handwerk.
Grüße Freagle
Grüße Freagle
Grüße Freagle
Also mal ganz nüchtern:
Von meinen rund 60 Foldern stehen 52 in der Vitrine, die anderen 8 haben die Ehre abwechselnd getragen und benützt zu werden.
Die Messer die ich benützte schaffen alle Tests problemlos !
Zu den reinen "Vitrinen-messern" zählt ein Gigand Challenger, design by Jul Carter, eloxierter Alu-Griff, ATS-34-Klinge, plain, droppoint, Spiegelschliff (einfach schön, um nicht zu sagen geil).:staaun:
Bevor ich hier im Forum über den spinewhack Test gelesen hatte, gefiel mir deas Messer sehr gut. Ihr ahnt es, das Sch...Ding besteht den Test nicht ! Winkel, Kraftaufwand Unterlage hin und her, fast immer klappt das Ding zu !! :( :mad:
Was hesst das konkret ? Ich benützte das arme Ding jetzt immer wenn ich jemandem den spinewhack Test erklären will. Und ich hasse dieses Messer jetzt!
Obwohl es wegen seiner Schönheit nur für die Vitrine ist! Da habt ihr mich was Schönes gelehrt!
:teuflisch .
Maik Amelmann
08.09.01, 00:28
Hm, ich hab dazu die Einstellung, dass die Schoenheit eines Werkzeugs (und das ist ein Messer nunmal) auch (!) in seiner Funktion liegt. Ein Messer das toll aussieht und nicht schneidet (oder eben einen unsicheren Verschluss hat) ist fuer mich kein Messer, sondern das Bild eines Messer, oder das Modell. Da kann ich mir auch gleich Plastik lackieren, laesst sich auch huebsch machen ;)
Glaub ich wuerde auch bei einem nur fuer die Vitrine gekauften Messer sofort einen spine whack test machen, und ggfs. das Dingen dem Macher zurueckschicken :mad:
Hi,
Ok, wenn ich die Messer selbst auf den Tisch haue, weiß ich vieleicht,
was das Messer taucht,
aber wenn "irgendwer" ein Messer mit brutaler gewalt zerschlägt oder vorsichtig auf das Frühstücksbrettchen klopft sagt mir das garnichts.
Ein Test ohne einheitliche Bedingungen ist doch wohl 'ne ziemlich
komische Idee.
Die Leistung eurer Autos vergleicht ihr doch auch in PS oder KW und nich in "ziemlich schnell".
Zorro
Original geschrieben von zorro_43
Ein Test ohne einheitliche Bedingungen ist doch wohl 'ne ziemlich
komische Idee.
Er ist halt nach wissenschaftlichen Kriterien nicht reproduzierbar. Subjektiv sagt er schon was aus. Ich weiss ja, wie fest ich draufgeklopft habe.
Muss ein Jahr her sein, dss ich das schonmal gepostet habe, aber nach wie vor wunderts mich, das gerade in D, wo ja vom Klodeckel bis zum Fussabstreifer alles mögliche zertifiziert und getestet wird, noch keiner auf die Idee kam bzw.es noch keine Veranlassung gab, Klappmesser auf Ihre "Betriebssicherheit" hin zu testen. Vielleicht passiert ja so selten was, aber ein unsicherer Verschluss ist IMO gar nicht so witzig.
Andererseits, wenns da gäbe, müssten wohl alle Messer, die den Test bestehen sollen, 5 Kilo schwere dreifach gesicherte Systeme nachweisen,. Will gar nicht wissen, wie sowas dann ausschaut :irre:
Gruesse
Pitter
ModifiedTanto
10.09.01, 07:35
sieht dann so aus, wie der crawford-kaspar-folder von crkt mit zusätzlicher feststellbremse am LAWKS safety system und gummisperrklotz, der bei bedarf noch sicherheitshalber unter den liner geschoben werden kann.....:steirer: :steirer: :steirer:
Vor
nicht allzulanger Zeit hat jemand auf bladeforums.com gepostet, dass er im Garten mit seinem Messerchen (ich glaub
sogar es war ein Boeker, oder ist das jetzt nur meine Abneigung gegen diese Marke?) dickere Aeste eines Busches
zurechtgeschnitten. Beim Ausholen ist er im Eifer des Gefechts mit dem Klingenruecken gegen einen Ast gestossen,
schnapp hatte er die Klinge in den Flossen.
DA kan man doch nur eins sagen: selber schuld, wenn jemand nicht in der Lage ist für entsprechende Arbeiten das richtige Werkzeug einzusetzen. Zum Ausstutzen von Büschen im Garten nehm ich entweder ne Astschere oder ne KLappsäge! Wenn einer wirklich so doof ist ein Klappmesser als Machetenersatz einzusetzen, und sich dann noch so dämlich anstellt, dass er beim Ausholen mit dem Klingenrücken so gegen nen Ast schlägt, dass das Messer zuklappt, dann kann man demjenigen nicht helfen!
PS: Wie alt war denn der Spezialist überhaupt?? Kann mir nämlich nicht vorstellen dass ein Erwachsener so dämlich ist (nicht mal ein Amerikaner) und hab vielmehr den Eindruck, dass hier ein pubertierender Jugendlicher in PApas Garten in Rambo Manier testen wollte was sein neu erstandenes Taschenmesser taugt.
Man kann über Klappmesser ja denken und sagen was man will, ein feststehendes Messer ist klar immer besser bei der Anwendung, aber wenn ein Klappmesser nun einmal eine Verriegelung hat, dann soll sie auch halten, tut sie das nicht ist sie nur ein Störenfried beim Schließen des Messers und man fährt besser mit einem Messer ohne Lock.
Um die Vergleichbarkeit beim Spinewhack Test geht es auch nicht unbedingt, jeder muß für sich selbst entscheiden was für ihn praxisrelevant ist und was nicht, danach richtet sich auch der Impuls mit dem man testet. Wenn ein Messer allerdings schon beim kleinsten Ditscher auf eine gepolsterte Tischkante zuklappt, dann hat es definitiv ein Problem und man hätte sich die Verriegelung besser ganz gespart.
Original geschrieben von Raimund Lhotak
wenn ich als unwissender ein böker kaufe weil ich glaube das die die ultimativen supa messer machen, steht ja auch so im magnum katalog, wem willst dann die schuld geben falls wirklich was passiert? dem kunden oder nicht etwa dem hersteller der scheiße baut? IMHO ist böker fast schon kriminell.
Ich will jetzt nix generelles loslassen, weil ich halt nur einen Böker habe und der Rest nur Hörensagen ist. Dieser jene Tactical Folder ist IMO aber wirklich gemeingefährlich. Da muss man das Messer nicht lange quaelen, es reicht schon, wenn man den Daumen oben auf der Klinge hat, um den Schnitt besser zu kontrollieren und dazu noch ein wenig kräftiger zupackt, Schwupps fliegt die Klinge runter.
Immer eine Frage, was die Versprechen, was bestimmungsgemässer Gebrauch ist und inwieweit bei der Herstellung nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnissstand und erforderlicher Sorgfalt blabla...wenn mir das Ding beim Karton Schneiden zuklappen würde und ich die Klinge im Finger hätte, würde ich klagen. Steht ja schliesslich nicht in der Bedienungsanleitung, dass man damit nicht Schneiden soll.
Bei den zugesprochenen Schadensersatzsummen in den USA wunderts mich, dass da noch nix in Bladeforums gestanden hat. Es gibt ja so manche Supa Tactical Folder von Nahkampfpezialisten mit denen ich kein Hühnchen zerlegen würde :irre:. Das ist IMO ein Indiz, dass die Realo Fraktion recht hat, dass die Messer idR halt doch halten, egal, ob der Liner/Verschluss nach meinen Masstaeben und meinem Geschmack unterdimensioniert ist.
Gruesse
Pitter
@ Armin
ich war am Wochenende auch mal ein bischen im Garten hab Feuerholz gehackt für'n Kamin.
Meine spaltaxt hat den Spinewhack test gut bestanden, alle finger sind noch dran:steirer:
Leute Ihr werdets auch net müde euch über diesen Test zuzutexten :haemisch:
Ist aber ganz amüsant euch zuzulesen :steirer:
Ich kann den ganzen zauber zwar nicht so ganz nachvollziehen, aber ich stimme zu, das ein Lock den belastungen denen er ausgesetzt ist standhalten sollte.
Wenn's denn brachialer wird nehm ich mir eben ein feststehdendes Messer, die sind mir eh lieber.
;)
;)
;)
gruß
;)
Original geschrieben von Claymore
@Ich kann den ganzen zauber zwar nicht so ganz nachvollziehen, aber ich stimme zu, das ein Lock den belastungen denen er ausgesetzt ist standhalten sollte.
:p Das ist eben so bei Standardthemen. Da wird zwingend immer wieder bei Adam und Eva angefangen, ich muss dann noch ergänzen, dass der Liner vom Starmate zu duenn ist, die Starmatefraktion brettert mir eines auf den Kopf und überhaupt sind Folder eh nicht fuer den harten Gebrauch bestimmt und wenn, dann nur mit Klingenstaerken ab 6mm und selbst dann - die Dinger sind eh nicht scharf, weil überhaupt nur Kohlenstoffstähle fuer Messer geeignet sind :steirer: .
Gruesse
Pitter
Achso, Axis ist sowieso das beste. Aber der Rost? Ja und, gehts du damit tauchen? Nein, aber wenn...dann koennte... :irre:
ModifiedTanto
10.09.01, 12:51
das hättest du mal am anfang posten sollen, pitter! dann wäre jede weitere diskussion überflüssig gewesen...:D
Original geschrieben von pitter
... ich muss dann noch ergänzen, dass der Liner vom Starmate zu duenn ist, die Starmatefraktion brettert mir eines auf den Kopf...
Beim Starmate ist der Liner zu dünn??? Da hab' ich ja noch nie nix von gehört. :glgl:
Ein Verschloß funktioniert, wenn er den geforderten Ansprüchen gerecht wird. Optimal ist es wenn die geforderten Ansprüche mit minimalem Overhead erfüllt werden können, d.h. wenn 0,1mm starker Liner, welcher 0,25g Masse hat, die Klinge sicher hält und ich ihn trotzdem noch ergonomisch bedienen kann, dann bin ich zufrieden.
Gerade diese "neuen" Locks sind schon heimtückisch wenn sie nichts taugen. Bei einem klassischen Messer ohne Verriegelung und mit einer Rückernfeder, da kündigt sich bei drückender Belastung das Zuklappen der Klinge schon vorher an, bei einem Linerlock, der aufgibt fehlt dies und die Klinge rumßt i.d.R. gleich ziemlich heftig zu.
:steirer: :steirer: :steirer: :steirer:
weiter so !!!!
:steirer: :steirer: :steirer:
Welcher liner ist zu dünn????:confused: :D :confused: :D
Original geschrieben von ModifiedTanto
das hättest du mal am anfang posten sollen, pitter! dann wäre jede weitere diskussion überflüssig gewesen...:D
Aber aber, ich liebe solche Diskussionen. Da erkennt man immer sehr schnell, wer Freund oder Feind ist :haemisch:
Gruesse
Pitter
ModifiedTanto
10.09.01, 21:42
ach so funktioniert das.....:ahaa: :ahaa: :ahaa:
Nicht nur dass der Liner dünn ist, neiiin, es muss auch noch ein Loch in der Klinge sein!!!!!:irre: :D :fack: :steirer: :lach2:
Noodle
(Habt Ihr eigentlich schon die willkürliche Anordnung meiner Smilies beachtet???)
das problem mit dem liner-lock [oder eigentlich jedem lock] ist die sicherheit, die suggeriert wird, besonders dem 'unerfahren' benutzer, der gerade das ultimative alles überlebende supermesser gekauft hat, mit dem man sogar tresore aufhebeln kann.
wo kein lock ist, erwarte ich, dass die klinge zuklappt, wenn man auf den rücken schlägt.
WENN da jedoch ein lock ist, der ein schließen in die richtung offensichtlich verhindern soll [und darum gehts ja wohl schließlich bei einer klingenarretierung], dann erwarte ich auch, dass der verschluss bsagetes verschließen bei einem schlag auf den rücken verhindert. und deshalb der spinewhack-test.
man muss sich mal überlegen, wozu ein lock überhaupt gut ist, was er bezwecken soll, und in welche richtung. und wenn die gegner des spinewhack tests sagen, dass ein verschluss einer belastung von oben nicht standhalten muss, dann muss man sich ernsthaft fragen, warum sie sich überhaupt ein messer mit verschluss [welcher art auch immer] kaufen. aus welchen gründen klappt den sonst ein messer zu, wenn nicht durch druck von oben ? die gravitation lasse ich mal ausser acht, den man benutzt folder ja nicht (für solche arbeiten -> hacken).
in dem sinne,
gruss, cheez
Kevin Wilkins
05.05.03, 11:29
Spinewhack test bestanden: Gut
Spinewhack test nicht bestanden: Mist
Original geschrieben von pitter
...Steht ja schliesslich nicht in der Bedienungsanleitung, dass man damit nicht Schneiden soll.
Bei den zugesprochenen Schadensersatzsummen in den USA wunderts mich, dass da noch nix in Bladeforums gestanden hat. ...
Gruesse
Pitter
Hatte ich an andere Stelle auch schon mal verwundert geäußert: bei der Kombination von Klagewilligkeit der amerikanischen Anwälte und der amerik. Produkthaftungsgesetze ist es fast schon merkwürdig, daß da noch nicht prozessiert wurde. Auch schon ein Unfall beim beabsichtigten Schließen des Messers ist doch in USA prozesswürdig, da konstruktiv bedingt die Finger im Weg der Schneide sind.
Sich aber alleine auf den Spinewhack zu verlassen ist auch nicht immer aussagekräftig. Ich hab schon Folder gesehn die selbst härtere Schläge auf den Rücken aushalten, bei stärkerem konstanten Druck (z.B. mit dem Handballen) auf den Klingenrücken zuklappen.
Hab ich selbst schon beim Bau meiner Folder gemerkt, da kann sein ich hab beim Einstellen des Locks einen Punkt erreicht, wo der Spinewhack klappt, drückt man aber stark auf den Rücken rutscht der Liner von der Rampe, meist muss dann der Liner nur noch etwas weiter reingestellt und die Federkraft etwas erhöht werden dann ist der Lock sicher.
freagle
Zitat HankEr: "... "WhiteKnuckle Test". Bei diesem wird der Griff in den üblichen Halteweisen so stark umklammert, das die Knöchel weiß werden. Gelingt es einem damit den Liner wegzudrücken, dann ist der Griff besch...eiden designed. "
Frage: wenn man den Griff in der üblichen Weise umklammert und dann ein WhiteKnuckle Test daneben geht, hat man dann nicht den Beweis mit ein paar unbrauchbaren Fingern bezahlt ?? Die Finger liegen dann doch im Weg der zuklappenden Klinge, oder ?
edit: ich habe den WhiteKnuckle Test als Variante des Spinewhak Tests verstanden
Das wäre dann der Red-Knuckle-Test... :haemisch:
Beim White-Knuckle-Test wird nicht noch schlagartig Kraft auf den Klingenrücken ausgeübt, man kann die drohende (oder geschehende) Entriegelung meist auch so feststellen.
Thomas Spohr
06.05.03, 00:12
Als ergänzende Information:
http://www.bladeforums.com/features/faqllock.html
http://home.t-online.de/home/jeanette-erdmann/Sig4.gif
Matthias Recktenwald
08.05.03, 12:16
Original geschrieben von Kevin Wilkins
Spinewhack test bestanden: Gut
Spinewhack test nicht bestanden: Mist
Dem kann man sich eigentlich nur anschließen. Weil: Nachdem ich für das Klappmesser-Special von VISIER zirka 800 Messer gesichtet und einen guten Teil davon an der gerade da rechts neben dem Schreibtisch stehenden Sprudelkiste gespinewhackt habe, zierten den Beuegebereich zwischen Daumen und Zeigefinger mehrere Pflaster. Aber auch der Rest der rechten Hand sah aus wie eine Werbefläche für Hansaplast - einfach, weil zu viele Klappis mit LL beim Rumhantieren aus quasi eigenem Impetus heraus "ihren Laden zugemacht" haben.
Und man möge auch bedenken, dass sich viele LL-Folder in den Händen von Leuten befinden, die anders als die hier Postenden "halt ein Klappmesser wollen, das schick ist" - praktischer Nutzen spielt da keine Rolle. Und ahnung davon, was man mit so einem Gerät tun kann und was nicht, hat man eh nicht, wozu auch: "Ist doch nur 'n Messer." Genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Ich habe schon öfters im Freundeskreis nach längerem Erklären von Feinheiten und dem Verweis auf offensichtliche Verarbeitungsfehler die antwort erhalten: "Meinst du nicht, du übertreibst mit deiner Kritik?"
Das sind aber dann die Strategen, die mit ihren Messern auch gern die Bodenbeschaffenheit testen (immer wieder gern gesehen beim Campen) oder die mit Klappis Wild ausweiden und sich wundern, wenn plötzlich die Klinge einfährt ...
Nee: Die Klinge muss halten, aus die Maus. Ob die dazu nötigen Tests wissenschaftlich relevant sind, ist zweitranging --- draußen werden die Messer ja auch nicht unter Laborbedingungen eingesetzt. Meiner Meinung nach bilden Spine Whack und White Knuckle als getrennte Verfahren das, was in der Praxis als Kombination vorkommt. Von der Warte her gesehen, sind das die Tests, die Otto Normalcutter ohne Aufwand vornehmen kann.
Und: Man vergesse nicht, daß der Ur-Liner mit Klingenrücken-Stützfeder einherging, wie es etwa bei einigen Case-Modellen ja heute noch der Fall ist. Wenn ein Liner halten soll, muss er top gearbeitet sein - das wusste auch Michael Walker, als er der Stützfeder wegließ. Es ist kein Wunder, warum sein Kumpel, der renommierte Knifemaker Ron Lake, den Liner eigentlich nicht mag.
All das führte ja bekanntlich zum LAWKS-System. Und das halte ich inzwischen bei preisgünstigen Messern mit eher schlampig gearbeiteten Linern für unverzichtbar.
Auch wenn der Spinewhack-Test keinen wissenschaftlichen Krtiterien unterliegt und insgesamt keine Sicherheit dafür bietet, dass ein Messer bei extremem Einsatz nicht zuklappt, so hat man doch die Garantie dafür, dass der Lock Schläge auf den Klingenrücken aushält :steirer:. Das klingt nicht nur banal, es ist es auch: einer der Belastungen, die auftreten können, hält das Messer schon mal stand - das ist doch was und macht den Test sinnvoll, wenn man nicht den Fehler macht, daraus auf einen bombensichern Verschluss zu schliessen, der gegen jeglichen Missbrauch gefeit ist.
Ich finde die Diskussion sollte an sich überflüssig sein, weil genügend Messer, auch im unteren Preissegment, beweisen, dass der Test keine Hexerei ist. In diesem Sinne schliesse ich mich Kevin an:
Nicht bestanden = Mist!
ultima ratio
15.05.03, 13:11
Vor ca. 2,5 Wochen habe ich mit einem billigen Klappmesser mit Liner Lock (optisch dem Böker Speedlock ähnlich) den Karton einer neuen Gartenbank zerlegt. Dabei waren vor allem erstmal diese dicken Metallklammern zu entfernen. Wie ich so eine Klammer bearbeite, klappt plötzlich dieses schei**** Messer zusammen. Die Anreissäge (noch chön charf) schneidet mir einen ca. 1x0,3cm Schnitt in die Kuppe meines rechten Daumens. Hat saumäßig wehgetan und ewig geblutet.
Danach habe ich mir gleich ein Benchmade mit Axis Lock gekauft. Dummerweise mag ich damit keine Metallklammern entfernen. :lach: aber ich denke mal, dass die Verriegelung hält.
Chief Rocker
20.01.09, 13:06
Bei einem Back Lock zumindest, ist der Spinewhack Test kaum aussagekräftig, da unter "natürlichen Bedingungen" der Arm eine Rolle spielt.
Durch den hier beschriebenen Test wird ja praktisch aus einer schnellen Abwärtsbewegung aus dem Handgelenk abrupt gestoppt, so dass die Massenträgheit den Lock öffnet, ähnlich als würde man manuell entriegeln.
So kann auch der stabilste Lock wirkungslos erscheinen.
Selbst wenn man unter realen Bedinungen mit dem Messer nach hinten ausholt und mit dem Klingenrücken an einen Ast oder sonstwas stösst, so wird durch die Trägheit des Arms wiederum nie ein vergleichbares Momentum erzielt werden, um den Lock auf die gleiche Weise aufschnappen zu lassen.
Anders sieht es natürlich bei Back Locks aus, die keinem starken Druck standhalten - aber hier gehts ja um den Spinewhack Test.
Bei einem Back Lock zumindest, ist der Spinewhack Test kaum aussagekräftig, da unter "natürlichen Bedingungen" der Arm eine Rolle spielt.
Durch den hier beschriebenen Test wird ja praktisch aus einer schnellen Abwärtsbewegung aus dem Handgelenk abrupt gestoppt, so dass die Massenträgheit den Lock öffnet, ähnlich als würde man manuell entriegeln.[...]
Erklär' mal bitte, ich versteh' nämlich gerade nicht, wie da die Massenträgheit den Verschluss öffnen soll.
//
Witzigerweise gibt es ja gute, stabile Back-, Liner, Axis-, Frame, was-weiß-ich-Locks, die den Spinewhack-Test ohne Probleme bestehen. Ich versteh' immer nicht, warum man da bei Locks, die versagen, nach Entschuldigungen suchen muss?
Gruss, Keno
Chief Rocker
20.01.09, 14:33
Ich hab´s schon erwartet - ist nicht leicht zu umschreiben. :)
Ich will auch keine Entschuldigungen suchen.
Edit: Nur klären, weshalb von einem Messer, welches dem Spinewhack nicht gerecht wird, nicht unbedingt eine Verletzungsgefahr im normalen (aber auch schonungslosen) Gebrauch ausgeht.
Nur habe ich mir die Frage gestellt, warum ein BackLock der ausgesprochen stabil wirkt und mit erheblicher (linearer) Muskelkraft (auch beim Hebeln) nicht zum aushaken zu bringen ist, bei dem Spinewhack einklappt.
Die Grundvoraussetzung ist natürlich, dass der Back-Lock-Hebel (ich finde gerade kein besseres Wort) kopflastig ist.
Also auf der Seite ab "Aufhängung", die zur Klinge zeigt mehr Material aufweist. Oder durch die Position der Achse der Lock klingenseitig länger ist. (Bei vielen Backlocks ist das ja der Fall, dass der Hebel zugunsten der Verschlussseite gesetzt ist, um eine zu leichte Entriegelung zu vermeiden)
Dann schnappt die Verriegelung nämlich nicht durch die Kraft, die auf den Klingenrücken einwirkt auf, sondern durch die plötzliche Verzögerung an der Tischkante will der Hebel einfach weiter.
Hoffe, ich habe mich nun besser ausgedrückt.
Gruss Ben
Auch ich erwarte, dass meine Messer den Test locker schaffen. Irgendwie zählt das für mich einfach zur Qualität !
Schließlich kommt es doch auch nicht vor dass einem in der Autowerkstatt gesagt wird: "Ach, ihr Porsche fährt bloß 180 ? Egal, mehr brauchen Sie doch eh nicht, bei dem Verkehr !" :D
Ich bezahle für Qualität, da kann ich auch was erwarten.
Grüße, Loc
Chief Rocker
20.01.09, 15:31
Qualität wollen wir ja alle.
Nur wenn ein Test für ein bestimmtes System nicht praxisgerecht ist, verzerrt das eine objektive Beurteilung der Qualität.
Um mal an Deinem Beispiel festzuhalten:
Wenn ich mich mit einem Porsche in der Kiesgrube festfahre und mich beschwere, dass dieses Meisterstück der Ingenieurskunst es da nicht durchschafft, werden die mich wohl auch nicht ernst nehmen.
Und ein Spinewhack ist ein harter, provozierter Schlag auf den Klingenrücken, der mit einem Messer, welches von der Hand fest umschlossen ist nur sehr schwer vollführt werden kann.
Oder wie macht Ihr den Test? Doch auch aus dem Handgelenk schnappen lassen oder nicht?
P.S. Also es ist für mich wirklich nicht leicht, das schriftlich darzustellen.
Natürlich kann man mit einem Messer, welches man mit der Hand umschlossen hält auch einen starken Schlag ausführen.
Nur ist da einfach mehr Wucht dahinter. Damit sich der Lock verselbständigt ist aber die Geschwindigkeit der Bewegung ausschlaggebend. Und da muss man sich dann schon sehr ins Zeug legen, wenn man das Messer als verlängerten Arm sieht.
(Ein Kampfsportler hätte damit natürlich keine Probleme)
@Chief Rocker: Ok, dein Anliegen ist klar - stimmt mMn aber nicht.
Erstens müßten Backlocks dann bedeutend öfter durchfallen, was sie bei mir nicht machen - genauer gesagt ist bei mir noch kein einziges Messer durch den S-Test gefallen
Zweitens (= das "Warum") ist die Masse des Hammers verhältnismäßig klein und ein Gutteil hebt sich bei diesem Test auch noch gegenseitig auf - wir können also guten Gewissens von einer kleinen Masse sprechen.
Dadurch ist der Impuls einfach zu klein (auch wenn man sich Mühe gibt und wirklich schnell zuschlägt), um die Federkraft + die zusätzliche Kraft, mit der die Klinge den Hammer festhält (welche ja bei einem schnell und stark geschlagenen Spinewhack auch immer größer wird), zu übertreffen
oder hast du rein zufällig so einen Kandidaten bei dir rumliegen?
@Chief Rocker: Ok, dein Anliegen ist klar - stimmt mMn aber nicht.
Moin.
Da kommen noch zwei Kleinigkeiten hinzu:
Da drückt eine Feder hinten gegen den Hebel vom Backlock. Diese Federspannung müsste auch noch überwunden werden.
Wenn ein Backlock einigermaßen sauber gemacht ist, dann würde im von Chief Rocker angedachten Verlauf des Spinewhaks sich ganz schnell eine der beiden Flanken des Hammers mit der passenden Flanke an der Klinge verklemmen.
Denn die Klinge möchte ja bei diesem Test gerne einklappen und schon wäre Feierabend mit der Fliehkraft.
Ein Backlock braucht sich vor solch einem Test nicht fürchten.
Gruß
chamenos
Chief Rocker
20.01.09, 15:57
Habe das mit einem Bekannten vor Jahren mit seinem Messer ausprobiert. (Leider kann ich nicht mehr sagen, welches Modell. Könnte so in Richtung Herbertz gegangen sein. Irgendwas aus Solingen jedenfalls) Das hielt eben allem Stand - nur das Aufschlagen auf die Kante konnte es nicht vertragen.
Gut, es ist auch mehr eine Theorie, denn ich hätte sonst Hochgeschwindigkeits-Aufnahmen davon machen müssen, um diesen Effekt zu beobachten.
Es könnte natürlich auch an der Beschaffenheit bzw. dem Winkel liegen, in dem die beiden Teile aneinander liegen.
Wenn da eine leicht schräge Kontaktfläche bei Hammer oder dem Haken (oder Nut? wie nennt man dieses Teil) der Klinge besteht, ist das Losbrechmoment so hoch, dass es möglicherweise nur durch den kurzen Schlag zur Auslösung kommt.
Die Möglichkeiten sind da sicher komplex und ich würde mich sicher auch mit einem Messer sicherer fühlen, welches unter keinen Umständen einklappt.
Nur so wie ich den Test immer durchgeführt habe, hielt ich die Sache mit der Trägheit schon für wahrscheinlich.
Aber vielleicht führt Ihr die Bewegung ja auch anders aus, also Messer fest umschlossen und aus der ganzen Armbewegung heraus.
Wobei dann aber ohne Vorkehrungen (Schneide mit Klebeband sichern oder dicke Handschuhe) schnell was passieren kann.
Nun gut, Ihr habt einfach alle wesentlich mehr Erfahrung mit Messern, vielleicht trifft meine Theorie bei wenigen zu, aber bei den meisten ist es vielleicht doch eine Sache der Qualität.
Edit: @Chamenos Die Federspannung hatte ich schon berücksichtigt und es trotzdem als möglich eingestuft.
Bei dem Verklemmen der Flanken durch die Kraft, die beim Aufschlag auf die Klinge wirkt, wäre es halt auch wieder ausschlaggebend, in welchem Winkel die ineinander greifen (natürlich im Bereich von Hundertstelmillimetern)
Da wären wir dann aber auch gleich bei der Hauptursache, welche ein Entriegeln ja überhaupt erst zulassen könnte.
Ein Backlock braucht sich vor solch einem Test nicht fürchten.
Gruß
chamenos
Kann ich so nicht ganz stehen lassen. Ich habe ein älteres Gerber EZ-Out mit Backlock, das fällt so was durch jeden Spine-Whack-Test :teuflisch.
Ausserdem hatte ich mal ein gebrauchtes Spyderco Endura Wave, da konnte ich das Messer in der Faust halten und die mit dem Daumen die Klinge zudrücken, da bracuhte es gar keine Kante (keine Ahnung, was der Vorbesitzer damit angestellt hatte um das Ding so verschleißen zu lassen.:glgl:). Also pauschal kann man nicht sagen, dass Backlocks immer sicher sind.
Da drückt eine Feder hinten gegen den Hebel vom Backlock. Diese Federspannung müsste auch noch überwunden werden.
Wenn ein Backlock einigermaßen sauber gemacht ist, dann würde im von Chief Rocker angedachten Verlauf des Spinewhaks sich ganz schnell eine der beiden Flanken des Hammers mit der passenden Flanke an der Klinge verklemmen. Das meinte ich ja mit "Federkraft" + dass die Klinge(nwurzel) den Hammer festhält. :glgl:
Da habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt
Ansonsten ist man sich doch einig, dass ein sauber (Geometrie, Genauigkeit, ...) konstruierter Lock diesen Test besteht - wenn er nicht gerade durch was auch immer mit der Zeit runtergenudelt wurde
Ich habe durch eine Abfolge fester Spine Whacks einen Backlock zerstört. Da ist einfach der Federhammer abgerissen.
Das Messer war gute acht Jahre alt und auch wackelig.
Seitdem betrachte ich Spinewhacks mit gemischten Gefühlen.
Messer sollten sie aushalten, manchmal zerstört man damit aber, was unter "normalen" Bedingungen völlig in Ordnung gewesen wäre.
Man sollte sich mal darauf einigen, was ein angemessener Spinewhack ist.
Sowas, wie im Cold Steel Video wohl eher nicht. Oder?
Messer sollten sie aushalten, manchmal zerstört man damit aber, was unter "normalen" Bedingungen völlig in Ordnung gewesen wäre.
Man sollte sich mal darauf einigen, was ein angemessener Spinewhack ist.
Korrekt, irgendwann ist das Messer kaputt. :hmpf:
Ich hatte schon ein paar Framelocks, die einen Spinewhack auf der Handinnenfläche der anderen Hand nicht überstanden haben.
Da ist für mich eindeutig die Grenze.
Das Problem ist auch, mit jedem Spinewhack-Einklappen geht es leichter ...
Steffen
Chief Rocker
20.01.09, 18:08
Also ich habe es jetzt nochmal bei meinem Böker RBB untersucht. Da ist meine Theorie schon mal hinfällig, da der Hammer viel näher an der Achse des Locks liegt, als die Seite wo man draufdrückt.
Ich hatte das ganz anders in Erinnerung. Das wäre auch in der Tat die schlechtere Konstruktion, denn je länger der Hammer ausfällt (immer ausgegangen von der Achse, auf welcher der Lock sich bewegt), desto instabiler wird ja die ganze Arretierung.
Also Leute ich verstehe das auch nicht mehr. Ich schaffe es in diesem Forum wirklich nicht, mich sinnvoll an den Diskussionen zu beteiligen und trete von einem Fettnäpfchen ins nächste.
Habe eben, als ich schauen wollte, wo es weitergeht festgestellt, wann hier der letzte Beitrag geschrieben wurde.
Ich bin gar nicht so ein Nerd. Wirklich nicht!! :D
Hallo zusammen!
Bei der gesamten Diskussion ist meiner Ansicht nach die grundlegende Fragestellung der Reproduzierbarkeit noch nicht tiefergehend beleuchtet worden.
Daher erlaube ich mir etwas weiter auszuholen.
Welche Funktion soll mit dem Spinewhack-Test überprüft werden?
Für mich kann ein so aufgebauter Test nur den Nachweis zum Ziel haben, dass die verriegelte Messerklinge bei einer Belastung in Schließrichtung geöffnet bleibt.
Da es sich also um eine Belastung handelt, welche auf die Verriegelung wirkt, stellt sich nun eine weitere Frage.
Wie setzt sich die Belastung zusammen?
Meines Erachtens nach sind sowohl die Größe der einwirkenden Kraft, als auch die Dauer deren Wirkung und deren Angriffspunkt und Richtung für das Ergebnis wichtig.
Aus diesem Grund wäre es für die Wiederholbarkeit des Tests wichtig diese festzuschreiben oder aber zu messen.
Es ist z.B. abhängig von der Klingenlänge bzw. dem Punkt der Krafteinwirkung, welche Kräfte auf den Lock einwirken. Das heißt dass selbst bei dem gleichen Messer der Test einmal bestanden werden kann und einmal nicht, jenachdem wie und wo man gerade draufgehauen hat.
Ich habe mir mal Gedanken über ein paar Testbedingungen gemacht, die folgendermaßen Aussehen könnten:
Statischer Test
- Prüfkraft: 300N (ca. 30kg sollen der Handkraft entprechen mit der ein solches Messer in der Realität belastet wird)
- Richtung der Kraft: 90° zur gedachten Mittelachse der Klinge
- Angriffspunkt der Kraft: 10mm von der Klingenspitze in Richtung Drehpunkt (so können unterschiedliche Klingenlängen eleminiert werden)
- Die Prüfkraft darf nicht ruckartig aufgebracht werden
Der Messergriff könnte dabei in einem Schraubstock fixiert werden und das Erfüllungskriterium wäre dann z.B., dass die Klinge nicht einklappt.
Etwas Ähnliches wäre auch für eine impulsartige Belastung und seitlich einwirkende Kräfte möglich.
Wenn es keine einheitlichen Rahmenbedingungen für einen Test gibt, ist dieser nicht reproduzierbar und auch nicht vergleichbar und somit nicht wirklich hilfreich, auch wenn der Grundgedanke gut ist.
Es können aber auch Testbedingungen zur Norm werden, wenn sie sich als hilfreich erweisen und sich als Stand der Technik etablieren.
Warum nicht im Rahmen des Forums einen Standard kreieren, der einfach anzuwenden ist?
Gruß!
Gobann
Warum nicht im Rahmen des Forums einen Standard kreieren, der einfach anzuwenden ist?
Weil ich meine Messer mag. :D
Im Ernst, was du dir ausgedacht hast, ist ja schön und gut, aber wenn eins meiner Messer bereits meine unstandardisierten persönlichen Tests nicht schafft, ist es bei mir unten durch.
Wie gesagt, irgendwann ist auch das beste Messer kaputt.
Mal ganz davon abgesehen, dass dem Spinewhack-Test die „ruckartige Aufbringung der Prüfkraft“ immanent ist.
Grüße,
Steffen
Anders sieht es natürlich bei Back Locks aus, die keinem starken Druck standhalten - aber hier gehts ja um den Spinewhack Test.
Da sagt mein Voyager und mein Gunsite von Cold Steel was anderes.
Gruß
Tobi
..., aber wenn eins meiner Messer bereits meine unstandardisierten persönlichen Tests nicht schafft, ist es bei mir unten durch.
Wie gesagt, irgendwann ist auch das beste Messer kaputt.
Mal ganz davon abgesehen, dass dem Spinewhack-Test die „ruckartige Aufbringung der Prüfkraft“ immanent ist.
Ich möchte nicht die grundsätzliche Sinnhaftigkeit eines solchen Tests in Frage stellen.
Natürlich ist es eine Möglichkeit das Messer irgendwie zu Belasten und zu schauen, ob es macht was man erwartet.
Aber wenn du dein Messer in die eine Hand nimmst und z.B. mit der anderen Hand auf die arretierte Klinge schlägst, sagt der Test m.E. nur etwas aus, wenn er nicht bestanden wurde.
Da die auftretenden Kräfte aller Wahrscheinlichkeit nach geringer als in Situationen in denen er unbeabsichtigt belastet wird.
Ich wäre mir auch immer noch nicht sicher, ob die Klingenverriegelung wirklich hält, wenn man vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt besser gefrühstückt hat und mit mehr Kraft zuschlägt oder näher an der Klingenspitze trifft. Ausserdem wären dann Situationen wie "Meine Klingenverriegelung funktioniert nicht... Wiso, bei meinem Messer geht's doch..." seltener.
Bei meinem Ansatz geht nicht darum die zu prüfenden Messer zu zerstören, daher ist es natürlich wichtig eine Prüfkraft zu definieren, die im realen Fall auch auftreten kann.
Es muß sich dabei ja auch nicht um eine Kraft handeln, die vielleicht von einem Profiboxer im besten Falle erreicht werden kann. Schließlich werden die meisten Kraftfahrzeuge auch mit über 100km/h gefahren, ungeachtet der Tatsache, dass die Crashtests bei weit geringeren Geschwindigkeiten durchgeführt werden.
Ziel sollte es eher sein, durch einen standardisierten Test dem Messermacher eine Möglichkeit an die Hand zu geben, seine Klingenverriegelung auszulegen und zu Testen und dem Messerkäufer die Sicherheit zu geben, dass das erworbene Prachtstück auch gewisse Grundanforderungen erfüllt (Spinewhack-Test bestanden = Messerverrigelung ist alltagstauglich).
Die Härte der Klinge ist ja schließlich auch eine Eigenschaft, die mir als Käufer wichtig ist und ohne Weiteres bei jedem guten Messer angegeben wird.
Die Werte werden aber in HRC angegeben und nicht mit "hat kalte Butter geschnitten ohne kaputt zu gehen", damit jeder die Möglichkeit hat einen Vergleich zu machen.
Übrigens können die Prüfparameter auch - ich glaube ich hatte es auch geschrieben - auf eine impulsartige Belastung hin ausgelegt werden.
Gruß!
Gobann
der Spinewhack impliziert ebenfalls das ihn jedermann jederzeit machen kann. Mann kann ihn daher nicht normieren oder Parameter vorgeben.
Wenn Du nen normierten Test entwickeln willst kannst du das ja gerne machen, aber das ist dann halt kein Spinewhack test.
Wenn du den Test im Forum entwickeln willst kannst du das auch gerne machen, aber bitte in einem anderen Thread hier gehts um die Bewertung des Spinewhack Tests.
Gruss
El
@rcn:
Der Gedanke dahinter war, dass längere Klingen bei einer bestimmten Belastung auch eine stärkere Verriegelung benötigt als kürzere.
@El Dirko:
Es geht mir nicht darum in diesem Thread einen neuen Standardtest zu generieren, sondern um die Aussagefähigkeit eines unstandardisierten Tests unter Zuhilfenahme eines Beispiels.
Wenn die Bezeichnung "Spinewhack-Test" impliziert, dass ihn jeder jederzeit machen kann wie er möchte, ist es eben so definiert.
In diesem Fall lautet meine Meinung zum "Spinewhack-Test", dass er im bestenfalls eine grobe Fehlkonstruktion oder einen ebensolchen Fertigungsfehler aufdecken kann, aber ansonsten nichts ausagt. Ich sehe eher die Gefahr darin, dass er den Ausführenden in falscher Sicherheit wiegt.
Gruß!
Gobann
Den "Standard" können eigentlich nur Benutzer selbst festlegen, indem sie sagen:
"Für meine Verwendung ist er [der Verschluß] tauglich/untauglich", weil nur sie anhand ihrer Gewohnheiten und ausgeübter Kräfte beurteilen können, ob der Verschluß ausreichend sicher ist, oder nicht.
Es fängt doch schon damit an, dass niemand mit annähernd ausreichender Genauigkeit sagen kann, welches Drehmoment er/sie mit Hand/Armkraft/Armlänge/Körpergröße/... ausüben kann. Und wenn jemand beispielsweise Gewichtheber oder sonstiger Kraftsportler sein sollte, kann er/sie diese Aussage auf das Gewichtheben oder seinen Kraftsport annähernd sicher treffen, aber beim Gebrauch eines Messers eben nicht.
So bleibt dieser "Test" insgesamt eine bezuglose Größe/Aussage, egal, wie man es dreht oder wendet. Einzig denkbare Aussage bliebe evtl. "Verschluß [...] unterdimensioniert/unsauber abgestimmt/..., daher zu schwach und somit *für mich* unsicher"
Wenn solche Verschlüsse jahrzehntelang keine Fehlkonstruktion waren, warum sollten sie es dann heute plötzlich sein ?
Gruß Andreas
Ohne hier jetzt sämtliche Posts zu dem Thema gelesen zu haben wollte ich nur mal meinen Senf dazugeben:
Habe vor kurzem eine Kokosnuss geöffnet und wollte durch klopfen mit dem Messerrücken das Fruchtfleisch etwas von der Schale lösen.
Messer war ER:BF2CT. Nach etwa 10 Klopfern geht Plötzlich die Klinge los.... Seit dem weiß ich, dass der bei diesen Messern vorhandene Zusatzlock der den Liner fixiert durchaus sinn macht. Bis dahin nur milde belächelt kommt er seither jedesmal an wenn ich die Rückseite zu belasten gedenke.
Eine Randbemerkung von Matthias Recktenwald, die offenbar in der großen Zahl der Beiträge untergegangen ist:
ALLE der genannten Probleme treten beim Liner Lock mit (Auto)LAWKS System (verwendet in der M16/M21 Serie von CRKT) nicht auf!
Hier schiebt sich (mit AutoLAWKS eben automatisch) beim Öffnen der Klinge ein Stift unter den Liner, der unbeabsichtigtes Schließen verhindert und für das gewollte Schließen gesondert gelöst werden muss.
Eine Randbemerkung von Matthias Recktenwald, die offenbar in der großen Zahl der Beiträge untergegangen ist:
ALLE der genannten Probleme treten beim Liner Lock mit (Auto)LAWKS System (verwendet in der M16/M21 Serie von CRKT) nicht auf!
Alle der hier genannten Probleme treten auch bei einem Axis Lock, beim Kershaw ZT 500, beim Plunge Lock, beim Puzzle Lock und ein paar hundert anderen Veschlußsystemen nicht auf ;) Klar, das LAWKS System ist pfiffig, schon allein deswegen weils so simpel ist. Aber wie teste ich mal schnell die Konstruktion eines Linerlocks, wenn er nunmal keine Safety hat?
Darum gehts doch.
Nebenbei, ich habe eine Menge ganz normaler Linerlocks, da treten eben auch keine hier genannten Probleme auf. Darf auch nicht sein, ein sauber kontruierter Lock muss halten, und tut das auch. Auch ein Lock mit einer Safety muss ohne Sicherung halten, sonst wäre die Sicherung keine Sicherung mehr.
Pitter
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