Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Holzkohle??
Torsten Pohl
16.11.05, 22:11
Welche Holzkohle verwendet ihr?? Baumarktkohle?
Wenn ja habt ihr ne Gasmaske???
Warum ich das schreibe, ist schnell erklärt ich Köhlere im Nebenerwerb selbst, ich kann euch nur nahelegen die Baumarktkohle in Zukunft nicht mehr zu verwenden, die im Holz verbleibenden Teer und Holzgeistreste sind schädlich wenn sie verbrannt werden und das ist bei Industrieell gefertigter Kohle nun mal so.
Wenn die Holzkohle beim brennen Platzt ist entweder minderwertiges Holz verwendet worden oder aber zuviel Restfeuchtigkeit im Holz.
Reibt einmal ein Stück eurer Kohle über die Hand hinterlässt sie einen schmierenden Strich und klingt nicht metallisch, wenn ihr sie anschlagt taugt sie nicht wirklich was, und ist neben den bereits oben beschriebenen Eigenschaften kein alzugroßer Energielieferant.
Die beste kohle zum Schmieden wird traditionel aus den Stubben gewonnen, oder zumindest aus gutem Buchenholz.
Solltet ihr daran interesse haben kann ich mir ja mal gedanken machen, bisher produziere ich passend zur Saison Grillkohle aber selbst die ist besser als der Baumarktschrott. Und im Moment ausverkauft!
Tschau Torsten
PS. wollt ich nur mal loswerden, nicht böse sein das mein erster Beitrag gleich so ausfällt.
Die beste kohle zum Schmieden wird traditionel aus den Stubben gewonnen, oder zumindest aus gutem Buchenholz.
Solltet ihr daran interesse haben kann ich mir ja mal gedanken machen,
Tschau Torsten
Hallo Torsten.
Viel mit Holzkohle hab ich noch nicht geschmiedet (war auch Baumerktsonderangebot).
In einem Buch von 1880? hab ich gelesen dass Föhrenkohle sehr gut weil Ölig sei (mit großem Heitzwert und gut zu steuern)-als anderes Extrem der Kohlensorten, Buchenkohle gut sei, weil sie wenig zerspringt und qualmt. Ist es also nicht regional verschiedenen Gewohnheiten zu zuschrieben, wer, welche Kohle nutzt? Machst Du auch Föhren- oder Kiefenkohle ? Wo wird die Kohle hergestellt (wie ist das mit dem/nTransport(kosten)?
Ich hab von Japanischen Schmieden bei ner Vorführung erfahren, dass die immer Föhrenholzkohle benutzen. Ich hab auch gesehen, dass Die die einzelnen Kohlenstücke beim Ausräumen der Esse nach geruch sortiert und in drei verschiedenen Dosen abtransportiert haben.
Wie ist das mit Buchenkohle?
In dem alten Buch stand, dass man die 4 Wochen liegen lassen sollte und die frischen Kohlen zu meiden sein, da sie zuschnell zerbrechen und angefeuchtet werden müssten, was aber nicht sogut, wie die Lagerung sein soll.
Schöne Grüße
Geonohl
Torsten Pohl
17.11.05, 06:41
Hallo Geonohl
Den Ausdruck Föhrenkohle kenne ich nicht, Kiefenkohle sehr wohl allerdings Neuzeitlich als Kiefernkohle, Kiefernkohle kommt aus dem Skandinavischen Raum und wurde dort zum schmieden und in den alten Rennöfen verwendet. Da diese Holzsorte jedoch nicht vergleichbar mit Buchenholz ist habe ich selbst noch keine gebrannt.
Vieles hat beim Schmieden, so wie ich es bisher verstehe auch mit Tradtion zu tun und was sich vor Tausend Jahren schon bewährt hat setzt sich heute halt fort.
Die vier Wochen Regel hat einen viel einfacheren Hintergrund, im Erdmeiler verkohltes Holz, sprich Holzkohle ist absolut Trocken und "hält die Glut"
Das bedeutet das im Kern eines Holzkohlestückchens noch nach einer Woche ein glimmender Punkt sein kann, kommt nun Feuchtigkeit dazu wird dieses unter umständen verdampft zersetzt sich in seine bestandteile also auch Sauerstoff zB. und facht es erneut an, das führte früher dazu das ganze Kohlenbunker regelrecht abgfackelt sind die Produktion zB. einer Hütte zum erliegen kam usw.....
Also lies man es 4Wochen liegen um sicher zu sein.
Noch mal was zur Holzauswahl.
Je Härter und langfasriger das Ausgangsmaterial ist desto besser ist die Kohle.
Buche hat sich nur durchgesetzt weil es in unseren Wäldern am meisten geerntet wird.
Erstklassige aber nicht bezahlbare Kohle liefert zB. Kirsche, Eiche, Apfel, Eukalyptus,
dann aber schon mit kleinem Abstand Buche
und wenn es nix anderes geben würde die ganzen Nadelgehölze, Kiefer Robinie, Fichte etc.,
Zum Rennofenbetrieb im Mittelalter wurde vorwiegend Stuppen (Wurzelstöcke) eingesetzt, diese ergeben eine erstklassige Holzkohle egal welche Baumsorte, hatte aber auch einen praktischen Nebeneffekt in der damaligen Zeit. Durch die höhere Vergütung der Stubbenkohle wurde Land gerodet und somit Nutzbar gemacht, und das wurde dringend gebraucht.
Nochmal zur Föhrenkohle:
Ich könnte mir vorstellen das diese aus veschiedenen Holzkohlenarten also verschiedenen Hölzern besteht, da gelöschte Holzkohle ja nicht kaput ist sondern lediglich etwas trockenen muß, und natürlich unterschiedlich riecht (je nach Herkunft) werden sie diese wohl Sortenrein trennen.
Ich vermute das dahintersteckt, das gewisse Traditionelle Mischungen unterschiedliche Temperaturen erzeugen.
Sollte diese Theorie stimmen, kann es durchaus sein das die Japaner mit Ihrer Erfahrung dadurch die Glut genau einstellen und ein Ausbrennen des Stahls verhindern, oder damit eine besonders heiße Glut erzeugen um zB. das Feuershweißen zu vereinfachen.
Aber wie gesagt das ist reine Theorie!
Es könnte aber auch sein das Föhrenkohle Antrazitkohle also Steinkohle ist und da hab ich wiederum keine Ahnung von!
Tschau Torsten
hallbjoern
17.11.05, 06:53
Ich benutze - wenn ich nicht mit Gas schmiede - Holzkohle vom Großhändler. Er sagt (und das möchte ich betonen, weil das der einzige Hinweis darauf ist), daß die Holzkohle aus Südamerika stammen soll und angeblich auch ökologisch vertretbar gewonnen wurde. Ansonsten verkauft er sie wohl an jugoslawische Gastwirte, die darauf Schweine und ganze Rinder! grillen.
In der Tat ist der Brennwert hoch. Großes Interesse hätte ich aber an guter Holzkohle aus einheimischer Produktion. Ich lebe eben nördlich von Hamburg. Hast Du einen Gewährsmann in meiner Nähe? Und /oder würdest Du Holzkohle aus Deiner Produktion abgeben?
Torsten Pohl
17.11.05, 07:23
Wie oben bereits gesagt ist mein Lager derzeit leer. Keine Grillsaison :D .
Aber es scheint ja Bedarf zu bestehen,auch wenn ich diesen Thread hier nicht angefangen habe umd einen Neuen Markt zu erschleßen ;) .
Mal im Ernst ich verkaufe den 15kg Buchen Holzkohlensack an Endkunden für 14Euro, größere Mengen an die Industrie (für Aktivkohlefilter zB.) natürlich zueinem anderem Preis.
Das ist natürlich 100% Buche aus dem heimischen Wald, keine Bohlen Alt/Recyklingholz etc. merkwürdiger Herkunft.
Wenn Ihr wollt brenn ich im Frühjahr einen Meiler Kirsche-Buche gemisch, was in meinen Augen der ideale Kompromiss wäre (Hitze/Standzeit) wieviel braucht ihr denn wer würde bedarf anmelden (unverbindlich) um abzuschätzen welche Menge gebraucht wird!
Um das ganze dann hier Interessant zu machen würd ich mir schon was einfallen lassen, wobei ich da erst mal den Versand klären müßte!
Hergestellt wird in Hessen genauer gesagt nahe Frankfurt/Main
Sagen wir mal so 12€/15kg plus Versand ab 5Säcken versandfrei irgendwas in der Art muß mal recherchieren was der Versand in den genannten Fällen kostet, oder eben halt Abhohlung bei mir.
Tschau Torsten
Schmiede Markus Balbach
17.11.05, 08:03
Hallo Torsten.
unsere Meilerholzkohle aus Eiche habe ich sonst immer aus dem Raum Siegen geholt.
Frankfurt ist ja um die Ecke und wenn, würde ich 20/30 Sack a 15kg Dir abkaufen, wenn möglich.
Ohne Versand, würde die Kohle abholen.
MfG.
Markus Balbach
[FONT=Arial Black]
Hallo Herr Balbach,
welche Kohle empfehlen Sie. Ich kann über eine Esse eines Pferdefreundes verfügen, die mit Kohle betrieben wird. Der Freund
hat die Feldschmiede noch nie in Betrieb gehabt. Zu seinen Pferden kommt der Schmied mit eigener Esse.
Ich will, nachdem ich einige ordentliche Messer mit gekauften Klingen
gefertigt habe, unbedingt eine Klinge selber schmieden. Am Besten eine
Damastklinge. Gelesen habe ich so ziemlich alles, was es darüber gibt.
Die Theorie müsste ausreichen. Ich würde mich freuen, wenn Sie
mir hinsichtlich der Kohle und der beiden Stähle einen Tip geben würden.
MfG
B. Holder
Hallo Torsten.
unsere Meilerholzkohle aus Eiche habe ich sonst immer aus dem Raum Siegen geholt.
Frankfurt ist ja um die Ecke und wenn, würde ich 20/30 Sack a 15kg Dir abkaufen, wenn möglich.
Ohne Versand, würde die Kohle abholen.
MfG.
Markus Balbach
Hallo Geonohl
Den Ausdruck Föhrenkohle kenne ich nicht, Kiefenkohle sehr wohl allerdings Neuzeitlich als Kiefernkohle, Kiefernkohle kommt aus dem Skandinavischen Raum und wurde dort zum schmieden und in den alten Rennöfen verwendet. Da diese Holzsorte jedoch nicht vergleichbar mit Buchenholz ist habe ich selbst noch keine gebrannt.
Noch mal was zur Holzauswahl.
Je Härter und langfasriger das Ausgangsmaterial ist desto besser ist die Kohle.
Buche hat sich nur durchgesetzt weil es in unseren Wäldern am meisten geerntet wird.
Erstklassige aber nicht bezahlbare Kohle liefert zB. Kirsche, Eiche, Apfel, Eukalyptus,dann aber schon mit kleinem Abstand Buche und wenn es nix anderes geben würde die ganzen Nadelgehölze, Kiefer Robinie, Fichte etc.,
Zum Rennofenbetrieb im Mittelalter wurde vorwiegend Stuppen (Wurzelstöcke) eingesetzt, diese ergeben eine erstklassige Holzkohle egal welche Baumsorte, hatte aber auch einen praktischen Nebeneffekt in der damaligen Zeit. Durch die höhere Vergütung der Stubbenkohle wurde Land gerodet und somit Nutzbar gemacht, und das wurde dringend gebraucht.
Nochmal zur Föhrenkohle:
Ich könnte mir vorstellen das diese aus veschiedenen Holzkohlenarten also verschiedenen Hölzern besteht, da gelöschte Holzkohle ja nicht kaput ist sondern lediglich etwas trockenen muß, und natürlich unterschiedlich riecht (je nach Herkunft) werden sie diese wohl Sortenrein trennen.
Ich vermute das dahintersteckt, das gewisse Traditionelle Mischungen unterschiedliche Temperaturen erzeugen.
Sollte diese Theorie stimmen, kann es durchaus sein das die Japaner mit Ihrer Erfahrung dadurch die Glut genau einstellen und ein Ausbrennen des Stahls verhindern, oder damit eine besonders heiße Glut erzeugen um zB. das Feuershweißen zu vereinfachen.
Aber wie gesagt das ist reine Theorie!
Es könnte aber auch sein das Föhrenkohle Antrazitkohle also Steinkohle ist und da hab ich wiederum keine Ahnung von!
Tschau Torsten
Hallo Torsten.
Danke für die schnelle Antwort. Wieviel Kohle ich brauchen (lagern) könnte, muss ich einerseiz mal mit dem Freund besprechen der ne Schmiede hat (und nun auch nen Teil von meinen Werkzeug). Und mit nem Verein die sich Eisenzeitlich positionieren.
Zu der obigen Antwort:
1.Da hab ich nich verschrieben ich meinte auch Kiefernkohle.
2. Das mit härter und Langfasriger = besser , stand auch in dem Buch; mit der Einschränkung das Eiche nachteilig währ, da wegen der Inhaltsstoffe meht Asche endstünde und mehr Zunder auf dem Stahl.
Die Ausländischen Hölzer waren wohl noch nicht gebräuchlich.
3.Noch zu den Föhren;dass sind Nadelbäume, die in höheren Gebirgslagen wachsen und ein festes, sehr harziges Holz haben. Ich nehme an, dass in Japan ähnliche Pflanzen (wohl nicht die gleiche(unter) Art) mit gleichen Eigenschaften so bezeichnet werden, da die Übersetzerin fachlich gebildet erschien und auch alle Fachausdrücke (inkl.Werkzeugnahmen) sinnvoll übersetzte. Ich hab an den Dosen mal selber geschnuppert, es schien nur eine Sortierung nach der Menge des Harzes zu sein.
Schöne Grüße
Geonohl
Torsten Pohl
17.11.05, 20:23
Da die nachfrage wohl da ist werde ich im Februar /März mal eine Meiler brennen meigentlich für mich zu früh macht aber nix, diese Kohle wird dann weggelegt.
Ich denke einer der Hauptvorteile Meilergebrannter Kohle gegenüber Industriell hergestellten Produkten, gerade in bezug auf chmiedearbeiten ist: Das ich zu 100% garantieren kann das sich kein Schwefel (und somit Schwefelsäure) mehr in der Kohle befindet.
Was einfach durch einen wesentlich langsameren Prozeß passiert!
Tschau Torsten
PS.Danke für die Erklärung des Föhrenholzes, das kannte ich nicht!
....Den Ausdruck Föhrenkohle kenne ich nicht, Kiefenkohle sehr wohl, allerdings neuzeitlich als Kiefernkohle, Kiefernkohle kommt aus dem skandinavischen Raum und wurde dort zum Schmieden und in den alten Rennöfen verwendet. Da diese Holzsorte jedoch nicht vergleichbar mit Buchenholz ist, habe ich selbst noch keine gebrannt.
.....
Nochmal zur Föhrenkohle:
Ich könnte mir vorstellen, dass diese aus veschiedenen Holzkohlenarten, also verschiedenen Hölzern besteht. Da gelöschte Holzkohle ja nicht kaputt ist, sondern lediglich etwas trockenen muss, und natürlich unterschiedlich riecht (je nach Herkunft), werden sie diese wohl sortenrein trennen.....
Guten Abend!
Föhre ist ein in Norddeutschland durchaus gebräuchlicher Ausdruck für Kiefer.
Gruß
sanjuro
Noch ein Gedanke zu den verschiedenen Hölzern und ihrer Eignung:
Es kommt ja nicht nur auf die Baumsorte an, sondern in hohem Maße auch darauf, wo so ein Baum gewachsen ist. Ein Baum aus höheren Gebirgslagen oder dem hohen Norden wächst deutlich langsamer und damit dichter als in niedrigen, wärmeren Lagen. Man kann das schön am Abstand der Jahresringe sehen. Wenn also z.B. die Japaner ausschließlich in den Hochlagen ihrer Berge schlagen würden, dann wäre das gewonnene Holz sicher schlecht mit Kiefernholz aus den Wäldern um Frankfurt herum vergleichbar.
Grüße Rainer
Torsten Pohl
18.11.05, 10:44
Man kannes auch nach Mondphasen schlagen etc. und , was du da anschneidest ist vermutlich im kann man weder fühlen noch messen bereich.
Also sprich, da muß man drann glauben damit es was hilft.
Ideal sind Hartholzstubben oder Wallnußwurzeln etc. wenn s geht über 100Jahre alt etc. aber da würde ich garantiert keine Kohle draus machen.
Eiche oder Obsholzstubben gibt es schon mal ab und zu sicher ließe sich da übers jahr ein Meiler füllen, aber ist euch klar wo wir uns Preislichbewegen wenn ich im Einkauf schon mehrere Tausend Euro bezahlen muß, dann die ursprungsmasse durch das verkohlen um 4/5 reduziere und dann evtl. auch noch was verdienen muß?
Also sagen wir mal 5kg = 80Euro würde das jemand bezahlen ich glaube nicht.
Weshalb für mich nur die in den Threads bereits genannte Hölzer in Frage kommen.
Nich böse sein wenn ich so reagiere aber für mich ist das eben mehr als ein Handwerk, und für verklärte Blicke romantischer Mitmenschen kann man sowas nicht am laufen halten.
Tschau Torsten
Ich bin immer wieder erstaunt, welche Themen hier im Forum diskutiert werden und welches Fachwissen über scheinbar so nebensächliche Dinge wie Holzkohle zum Schmieden vorhanden ist!
Für mich war das bisher "schwarzes Zeug zum Grillen" von dem ich zwar die Grundzüge der Herstellung im Meiler ganz grob kannte, mit dem ich mich aber sonst nie weiter beschäftigt habe.
Man lernt hier nie aus ! Weiter so! :super:
Gruß Bernhard
schlosswalker
23.11.05, 00:05
Hallo leute
Da ich ausschließlich mit holzkohle schmiede, wegen der historischen betrachtung, finde ich die infos hier über holzkohle echt klasse!!
O.k. man kann material einfach verwenden und weis das es funktioniert, aber wenn man darüber noch weis wie und warum es funktioniert finde ich das richtig gut(-:
Ich hätte ebenfalls interesse an guter reiner buchenholzkohle. Ich kann zwar bei uns im reifeisenmarkt holzkohle kaufen, aber...
Zuerst gab es mal den sack mit aufschrifft "reine" buchenholzkohle. Aber der hersteller hat dann wohl doch was umgeändert und schreibt jetzt nicht mehr "REIN" drauf weil er eben nicht 100% garantieren kann das es 100% reine buchenholzkohle sei. Hat was mit der EU Produkthaftung zu tun. So hat mir das mal jemand erklärt.
Zumindestens ist der größte teil buche. Allerding habe ich auch schon mal was anderes drin was dann extrem spring und schmiedeflöhe produziert.)-:
Und der sack kosted trotzdem immer noch mehr als den preis den Torsten hier genannt hat.
Deshalb hätte ich auch interesse an 2-3säcken. Zum ausprobieren finde ich lohnt sich das.
Ich hoffe bis dahin, wenn die Kohle fertig ist, ist meine esse fertig gemauert und ich kann auch schmieden??
Soo, ich finde die infos hier zum thema wie gesagt klasse und richtig interessant.
Grüße
Thomas
Torsten Pohl
23.11.05, 00:42
Da hast du recht nach Eu Richtline muß Buchenholzkohle zu 100% aus Buchenholz bestehen und das kann Industriekohle nicht garantieren.
Es ist zumindest denkbar das mal ein Brett Fichte etc. durchrutscht!
Der Hauptuterschied zur Industriekohle ist meines erachtens auch in den Produkten selbst zusehen, so wird Meilerkohle gegenüber der industrielle Herstellung zB. folgende Werte erreicht!
Bei Buche: 93,8% Kohlenstoff zu 81,42%
Restfeuchte: 6% zu 18%
Diese gebundenen Feuchtigkeit schafft die Flöhe, und der wesentlich höhere Kohlenstoffanteil ist ausschlaggebend für den Abbrand, dauer sowie Hitze!
Industielle Holzkohle im Rennofen (Eisengewinnung)kann daher zu Katastrohen führen, bis hin zum Platzen des Ofen, wo wir hier grad mal beim Mittelalter sind!
Das ist im übrigen auch der Grund warum meine Überschuß am Ende des Jahres in die Industrie geht, meist ein paar Tonnen.
Daraus werden dann Aktivkohlefilter! ;) und auch der Grund, warum im Moment nichts verfügbar ist. Ich mache das halt als Hobby komerziell davon Leben möchte ich dann doch nicht.
Tschau Torsten
Abend,
Also hier muss ich mal einen Einwand machen, ich habe noch nie davon gehört oder es selbst gesehen/erlebt, dass ein Rennofen wegen Industrieholzkohle geplatz wäre.
Das ist ziemlicher Unsinn; selbst wenn ich absichtlich feuchte Kohlen einbringe, wird der Ofen niemals platzen, da in der Gicht die Kohle vollkommen getrocknet wird, wie auch das Erz und alles Andere.
Das ein Ofen regelrecht aufreißt, weil in der Kohle irgendwelche Restfeuchtigkeit vorhanden ist, ist extrem unwahrscheinlich !!
Platzen würde der Ofen höchstens, wenn du während der Verhüttung an die Einblasdüsen einen Wasserschlauch ansetzt ==> :irre:
Wenn man sich in einen der noch hier und da befindlichen Kohlen und Briketthändler Holzkohlen kauft, in 10 kg Säcken für etwa 5-7 €, wird man Kohlen haben, die wertig genug ist, um damit einen Rennofen betreiben und auch schmieden zu können.
Für einen Rennofen ist die Qualität der Kohlen nicht das ausschlaggebenste, im Zweifel braucht man bei billiger Kohle einfach nur mehr davon !
Grüße,
Raphael Richarz
www.die-roemer-online.de
Zwischen Holzkohle und Holzkohle gibt es natürlich gewaltige Unterschiede. Bei spezifisch sehr leichten Hölzern - so gut wie alle Nadelhölzer- gibt es sehr leichte und poröse Kohle, je schwerer das Holz selbst ist, desto mehr Kohlenstoff bleibt pro Raumeinheit übrig.
Ich hatte mal aus einem Sägewerk, wo Edelhölzer für die Musikinstrumentenbauer aufgeschnitten wurden, einen Sack Ebenholz- und Grenadillabfälle- das gab eine sehr konzentrierte, sehr lang brennende Holzkohle.
Für das Schmieden ist das nicht einmal so unbedingt wichtig- leichtere Kohle brennt schneller weg, man braucht also mehr davon. Schädlich ist sie aber nicht. Entscheidend ist vielmehr, wie Torsten geschrieben hat, daß sie von schädlichen Beimengungen frei ist.
Wenn man nur ein paar Kilo Holzkohle gelegentlich braucht, kann man sie in einer alten Öltonne oder im Kugelgrill selbst brennen- duldsame Nachbarn vorausgesetzt. Ansonsten sollte man sich an Torsten halten.
MfG U. Gerfin
schlosswalker
23.11.05, 21:04
Frage
Also das mit den schmiedeflöhen kann mit restfeuchtigkeit zu tun haben. Klingt logisch. Wenn ich mit holzkohle schmiede verwende ich aber auch leicht feuchte kohle die ich oben drauf packe um durch den langsameren abbrannt etwas die wärmeverluste nach oben zu reduzieren. Manche machen die kohlen beim lüften von oben auch feucht, aber da muß man schon genau treffen um nicht zu viel glut ab zu löschen(persönlich meinung)
Nun zu den flöhen. Wenn ich industrieholzkohle (baumarkt) habe, dann sind da in der regel ja viele Holzreste von allerart hölzern verarbeited. Auch viele harzreiche hölzer. Kann es durch den höheren harzgehalt der ursprungshölzer auch zu vermertem funkenflug kommen?? Oder wird beim köhlern alles an harz verbrannt???
Habe die erfahrung gemacht das billige kohle(mischkohle) viel stärker funkt obwohl sie trocken ist, als Buchenholzkohle.(weil weniger harz???)
Ansonsten klasse Thema, weiter so*strahl und lern(-:*
Grüße
Thomas
Also die Föhrenkohle lässt mir keine Ruhe....
...bei uns (in Süddeutschland) wird die Lärche (Larix decidua) oft mit der Föhre (Pinus sylvestris) verwechselt.
Kleine Merkhilfe: Die Lärche wirft ihre Nadeln im Herbst/Winter ab, die Föhre nicht !
Doch zurück zum Thema; könnte es sich bei besagter Föhrenkohle evtl. um Lärchenholzkohle handeln ???
Gruß Chris :confused:
Uli Hennicke
23.11.05, 21:19
Hallo Thorsten,
ich möchte auch gerne 20Sack a 15 kg bestellen. 12 Euro für 15kg ist ein fairer Preis.
Wenn Du eine verbindliche Bestellung brauchst können wir das ja per mail erledigen.
Super Sache freue mich darauf.
Grüsse Uli
Torsten Pohl
24.11.05, 16:17
Also ob ein Rennofen platzen kann oder nicht?? Also auf meinem Gelände wollte jemand das nachmachen und sozusagen probeweise mal einen Rennofen laufen lassen, ich hatte nichts dagegen, und der ist geplatzt (aber nicht mit meiner Kohle) die hatte er wie in alten Zeiten in ner Grube selbst geköhlert und war leider viel zu feucht.
Kann auch sein das der Lehm zu naß oder sonst was der Grund war!
Zur Feuchtigkeit noch mal was allgemeines, Kohlenstoff selbst kann nur schlecht bis überhaupt nicht Wasser speichern, Es sind also die nicht vollständig verkohlten Holzstücke die binden und dann durch das verdampfen Platzen.
Industrieholzkohle erreicht aber nicht einen derart hohen Kohlenstoffgehalt wie Meilerkohle! Ergo beinhaltet es mehr Fremdstoffe die Wasser aufnehmen können!
Es ist vollkommen egal ob im Erdmeiler, Stahlmeiler oder Industrieell geköhlert wird, solange ein direktes Feuer die Pyrolose (Was Industiell nicht gemacht wird) antreibt, da es Industiell einfach unter Vakuum oder zumindest unter Sauerstoffausschluß passiert und zudem in wenigen Stunden. Diese eit reicht einfach nicht um es abzuschließen. Holzgeist und Holzteer können nicht vollständig entzogen werden!
Nur mal so als Beispiel ein Erdmeiler durchschnittlicher größe brennt 20-30Tage ein Stahlmeiler (gleiches Prinzip) 5-8Tage ein Industieofen macht das in 3-5std.
Zusammenstellung der Hölzer die prinzipiell gebrannt werden können.
Nach traditionellen geschtspunkten in ihren Heimatländern!
Europa
Rotbuche
Eiche
Erle
Esche
Kiefer
Fichte
Nordamerika
ale europäischen Hölzer soie zusätzlich:
Hickory
Akazie
Platane
Ulme
Tanne
Lärche
Südamerika
Eukalyptusarten
Gelegentliche Verkohlung in der Industrie (zB. für die beliebten Grillbrikets)
Sägemehl, Holzspäne
Nüsse, Hußschalen
Maiskolben,
Baumrinde
Baumwollkerne
Dann gibt es noch einige andere Rohstoffe die für spezielle Zwecke geköhlert werden!
Aus Weißdorn wird zB. Kohlestifte für Kohlezeichnungen etc.
hallbjoern
25.11.05, 06:56
Sagen wir mal so 12€/15kg plus Versand ab 5Säcken versandfrei irgendwas in der Art muß mal recherchieren was der Versand in den genannten Fällen kostet, oder eben halt Abhohlung bei mir.
Bin mit 20 Sack dabei, ich lebe allerdings nördlich von Hamburg, da wäre wohl Versand der Weg zur Kohle.
Möchtest Du eine Bestellung - also so richtig per Fax oder so?
Torsten Pohl
25.11.05, 15:19
Wenn es soweit ist bekommt Ihr natürlich eine ordentliche Rechnung das ist keine Frage, werde ende Februar einen Meiler machen speziell als Schmiedeholzkohle.
Das sind dann etwa 10t Holzkohle die dann abverkauft werden kein Problem soweit. Im Winter brenn ich aber nicht, da ich keine Lust habe 20Tage und Nächte bei minus Graden draussen zu sein :rolleyes: .
Ich kaufe bereits jetzt Buchen-Stubben dafür an, also wird es was venünftiges geben.
Versandkosten hab ich noch nicht so im Detail, sende aber zB. in die Lüneburgerheide (nicht Termingebunden also als Beiladung) 200kg gesackt für ca. 60Euro bringt also keinen um und da gibt es diverse Wege die ich erst noch ausloten muß.
Tschau Torsten
schlosswalker
30.11.05, 18:43
Hallo Torsten, hallo die andern
Mal eine frage. Gibt es denn eine möglichkeit das fachwissen über holzkohle mal irgentwo nach zu lesen?. Bzw gibt es da fachliteratur??
Hier im Forum ist ja schon vieles an infos zusammen gekommen, aber gibts da auch gute bücher drüber?? Z.B. auch wo infos drin stehen was geschichtliche dinge angeht. Wie wurde früher(mittelalter) geköhlert??
Grüße
Thomas
Torsten Pohl
30.11.05, 22:15
Richtige Literatur dazu gibt es meines Wissens nach nicht, zumindest bring Libri, Amazon, Bookloker etc. dazu nichts.
Mein Wissen beruht zumeist auf dem Wissen der verschiedenen Forstamtlichen Ausbildungszentren und zB. den Studien der Uni Freiburg.
Welche Epoche interessiert dich speziell??
Mittelalter ist ja zumindest für mich so kein genau definierter Begriff, das hängt stark mit der region zusammen, so wurde Kohle im Erdmeiler genauso hergestellt wie in der Kohlengrube.
Auch gemauerte Öfen waren teilweise in Betrieb, usw.
Für welchen Verwendungszweck ist relevant, als Heizstoff, zur Eisenverhüttung, als Arznei usw. alles setzte verschiedene Techniken vorraus. Oft mit identischem Ergebniss aber eigener Tradition!
Die Region entschied zumeist über die Verkohlungsart,Menge etc.
da mußt du einmal genauer werden dann kann ich dir schon einiges dazu raussuchen!
Tschau Torsten
Also die Föhrenkohle lässt mir keine Ruhe....
...bei uns (in Süddeutschland) wird die Lärche (Larix decidua) oft mit der Föhre (Pinus sylvestris) verwechselt.
Kleine Merkhilfe: Die Lärche wirft ihre Nadeln im Herbst/Winter ab, die Föhre nicht !
Doch zurück zum Thema; könnte es sich bei besagter Föhrenkohle evtl. um Lärchenholzkohle handeln ???
Gruß Chris :confused:
Nein Lärche war das bestimmt nicht. Müsste nach der Beschreibung der Kleinen Bäume in Hochlagen die Japanische Zergkiefer gewesen sein. Und da war noch viel Harz drann. Funken waren mäßig, obwohl in den weißen Gewändern schon viele Braune Pünktchen zusehen waren.
Geonohl
Wegen den Kohlensorten werd ich mal in meinen Büchern suchen (wenn ich mal wieder dran denke).
obwohl in den weißen Gewändern schon viele Braune Pünktchen zusehen waren.
Wieso tragen die japanischen Schmiede eigentlich weiße Kleidung :confused:, haben die keine Angst zu verbrennen oder einfach nur Geld zuviel ?
Weiß das jemand ?
Grüße,
Raphael Richarz
www.die-roemer-online.de
schlosswalker
01.12.05, 20:52
Also: Ich beschäfftige mit dem thema mittelalter. Speziell Handwerk, halt mit dem beruf des schmiedes. Zeit: mitte 13´tes jhd. Genauer um 1250 rum. Gebiet das heutige Ruhrgebiet. Ecke Witten Hattingen.
Was mich interessieren würde wären infos über die herstellung von holzkohle aus dieser zeit. Wie hergestellt, was für holz, besonderheiten von damals gegenüber heute ect ect. Im Prinzip alles was man aus dieser zeit erfahren kann. Da ich dabei bin mir eine schauschmiede auf zu bauen, bastel ich halt daran so genau wie möglich zu sein. Und infos zum thema kohle würde den informationsgehalt dann auch wieder etwas bereichern.
Am besten wären archeologische funde an denen man sich orientieren könnte. Aber ich weis das das nur bei Sachgegenständen funktioniert. Oder gibt es Holzkohlenfunde aus dem 13´ten Jhd? :p wohl kaum. Zumindestens keine aussagekräftigen.
Das soweit dazu.
Warum japanische schwertschmiede in weis schmieden?. Da das mit dem schmieden immer eine zeremonielle sache war und man immer im geiste rein sein sollte damit man ein perfektes resultat erzielen konnte, denke ich wurde die geistige reinheit durch die farbe weis symbolisiert. Weis ist eine reine farbe.(symbolbedeutung)
Aber das ist jetzt mal so ein gedanklicher schnellschuß ohne in die bücher zu schauen.
Grüße
Thomas
Torsten Pohl
01.12.05, 21:46
Hallo Thomas
Holzkohlefunde aus der damaligen zeit sind sehr wohl möglich, und gar nicht selten.
Da geköhlerte Holzkohle eigentlich nur noch reiner Kohlenstof ist verrotett der eigentlich nicht oder zumindest nur sehr lange.
So wurden zB. für Pfahlbauten etc. damals bis in die heutige Zeit herrein, die Teile des Holzes welches im Boden stecken sollte verkohlt, so das einen etwa 1-2cm dicke Schutzschicht entsteht.
Dies lässt keine Fäulniss zu und schützt extrem lange!
Anderes Beispiel um Gemarkungen und Felder zu markieren wurden auch schon früher Grenzsteine gelegt.
Dumm nur das diese genauso leicht auch verschoben/verlegt etc. werden können.
Also legten die Landvermesser in genau festgelgten Radien Plätzen etc. eine bestimmte Menge Holzkohlestücke darunter/daneben je nachdem.
Wo und wieviel wußten nur zwei Leute.
Einmal im Erdreich wird die Kohle zum Schwamm und ist nicht mehr mechanisch belastbar konnte also nicht ausgegraben und umgebettet werden (naja fast was ist schon sicher), dies ist also durchaus ein Siegel gewesen.
Zudem lassen sich bei einem größerem Stück Meilerkohle genau die Jahresringe ablesen etc. und auch welches Holz verwendet wurde ist leicht zu bestimmen wenn man vergleiche hat.
Gibt es in deiner Region Chroniken aus der Zeit welche Herschaft etc. Köhlerei war immer verbrieftes Recht und ein Teil mußte den Lehnsherren abgegeben werden.
Das sollte sich in Stadt- Orts- Kirchchroniken finden lassen.
Gab es einen in der Literatur erwähnte Armeee, Schlachtfeld etc. Holzkohle war ein wichter Stoff in jeder alten Armee nicht nur für Bum Pulver. setz da mal regional an ich werd auch mal sehen was mein Archiv dazu hergibt.
Auch gut wäre eine Apotekekerbibel aus der Zeit, Holz-Kohle war ein gern genutztes Mittel gegen Magenbeschwerden etc. auch Vieh-Heiler haben das gerne benutzt.
Tschau Torsten
Ulrich Wolf
02.12.05, 08:10
Hallo - auch ich würde 10 Sack nehmen und abholen -
soll die Bestellung per email erfolgen oder wie hast Du es Dir vorgestellt
Gruß Uli
schlosswalker
02.12.05, 20:13
Hallo Thorsten
Na das sind mal infos!!! DANKE! Das mit den Pfostenlöchern kannte ich schon da ich mich auch mal mit Archeologie als grabungshelfer beschafftigt habe.
Bei den funden meinte ich eher so ein utopisches ideal wie: ca. im Jahre 1250 hat Köhler/schmied YX gerade geköhlert/geschmiedet. Ein Blitz, ein donner, eine Temporäre, örtlich begrenzte eiszeit von 755jahren hat in plötztlich so wie er war mit samt seiner ausrüstung eingefrohen, und wir haben jetzt nach dem wir alles aufgetaut haben einen 100% Komplettfund mit allem was dazu gehört. Textilfunde, Sachkulterfunde, regional kulturelle besonderheiten, werkzeug rohstoffe.........eben alles.
Ich weis utopisch. Aber das wär doch mal ne vorlage. Aber warscheinlcih würde ich dann mein hobby aufgeben weil ich dann erkenne das ich es nie schaffen werde mit meinen heutige mittel an die qaulität von damls zu kommen.
Aber lassen wir das!!!
Genau, wie soll das mit der bestellung ablaufen??
Grüße und allen ein schönes WE
Thomas
P.S.
Bereich wäre genau das lehen Berghausen der familie Hardenberger.(burg hardenstein) Das Lehen wurde vergeben von Kloster essen werden! Ist dann zwar schon ca1300. Aber das wäre mal eine genaue regionale eingrenzung.
Torsten Pohl
02.12.05, 23:33
Zur Bestellung:
sobald ich wieder Brenne (was Februar/März der Fall sein wird), wird ein Meiler speziell hierfür gemacht das reicht für alle (ca.8-10t) wenn nicht wird ein weiterer gebrannt.
Es wird definitiv keinen Engpaß geben dafür stehe ich gern gerade.
Material für diesen Meiler kaufe ich bereits an und ist auch schon ausreichend vorhanden.
Zudem wird im Moment Holz gemacht, für nächstes Jahr, also mit Unimog und Hänger ab in den Wall usw. da bleibt zum brennen wenig Zeit.
Ich wärme den Thread dann garantiert wieder auf, falls er bis dahin eingeschlafen sein sollte!) , so das keiner vergessen wird, hab ja schließlich auch was von.
Ich habe als ich diesen Thread gestartet habe überhaupt nicht mit einer derartigen Reaktion gerechnet, und die Saison ist eh abgeschlossen,also nix mehr da!
Aber das ändert sich wieder und in Zukunft weiß ich bescheid.
Eine Frage hätte ich aber schon nich an euch alle, welche Stückelung braucht ihr eher grob oder fein, von der Größe her vergleichbar wie zB. Fettnuß, handelsübliche Grillkohle wie wollt ihr es haben was vertragen eure Essen, wird dann entsprechend gebrochen und gesiebt!
Sollte wenn es geht aber schon eine größe für alle sein!!!
Tschau Torsten
Torsten Pohl
02.12.05, 23:54
@Thomas
na gut versetzen wir uns mal in die Zeit:
Was brauchte damals ein Köhler und wie war dieser berufszweig angesiedelt.
Er brauchte a. Holz is logisch oder, b Wasser zum löschen des aufgerissenen Meilers, einen möglichst ebenen Platz mit leichter Neigung (dies diente dazu das damals begehrte Nebenprodukt Holzteer aufzufangen, sozusagen das Bitumen des Mittelalters)
Halte mal bei einem Spaziergang in deine Region die Augen auf, du wirst mehr Köhlerplätze finden als du denkst, spätestens wenn noch eine Muldeangelgt ist um Regenwasser aufzufangenbist du fündig geworden.
Überprüfen kannst du das auch einfach mal ein kleines Loch ausheben vielleicht so 40-60cm (dann dürftest du in der richtigen Zeit sein) ist der Boden schwarz, Bingo!
Nutzwälder in heutiger, praktisch sortenreiner Form gab es nicht, verkauft wurde als Heizmaterial in die Städte, an Gießereien, Schmieden etc.
Aber auch an Werften usw.
Holzteer war sehr begeehrt, und das ist auch schon ein guter Ansatzpunkt, bei reinen Buchen oder Eichenholzmeiler fehlanzeige die liefern so gut wie nichts davon.
Nadelhölzer, Obstgehölze (Kirche zB.) jedoch hohe quantitäten.
Du kannst also schon mal davon ausgehen das damals alles was irgendwie dick genug und nach Holz aussaht verköhlert wurde und zwar so wie es kam.
Der nächste Punkt der eine große Rolle spielt ist die zunehmende Bevölkerungsdichte die sich auch damals schon ausgewirkt hat. Mal abgesehen von Katastrophen, Kriegen etc. gab es auch damals schon mehr Menschen wie der Boden ernähren konnte.
Also war es vielen Baueren erlaubt, neue Flächen zu roden und das Holz als Heizmaerial zu verwenden, oder einen Zugewinn zum kargen Ertrag zu erwirtschaften in dem sie Nebenbei Köhlerei betrieben (daher auch das verbriefte und kostenpflichtige Recht).
Tschau Torsten
Herzlichen Dank für die Überlassung dieser Fülle von Fachwissen.
@Torsten : Dir ist bis jetzt keine einschlägige Fachliteratur zu diesem Thema bekannt ... ich habe den Eindruck, Du könntest das ändern (zumal ein brennfreier Winter vor der Tür steht).
... munter bleiben ...
DACK
"A big blade separates men from boys"
Torsten Pohl
03.12.05, 16:19
Danke für die Blumen Dack :steirer:
ist schon so das mich das Interessiert seit ich Kind bin, und seit etwa 15Jahren Nebenberuflich mache.
Klar das sich in der zeit das ein oder ander Wissen anhäuft, insbesondere wenn ältere menschen vorbeikommen und sich auf ein Gespräch einlassen höhre ich gerne zu.
Einzige Fundquelle für Literatur ist das Antiquariat, und evtl. diverse Uni´s, aber halt sehr dünn gesät.
Man kann aber auch nicht sagen beim Brennen muß das so oder so laufen dann klappt es.
Im Prinzip ist der Prozess zwar immer gleich, aber eben nur im im Prinzip Eine Ablaufanleitung gar noch mit einem zeiltlichem Ablauf ist und wäre schlicht zum scheitern verurteilt.
Ich hänge halt auch persönlich sehr, an diesem fast ausgestorbenem Beruf.
Tschau Torsten
Ulrich Wolf
05.05.06, 07:54
Hallo Torsten
wie sieht es mit der Holzkohle aus - kannst Du schon etwas sagen , bis wann sie fertig ist ?
Möchte nicht ungeduldig erscheinen - ist nur eine höfliche anfrage :hmpf:
Gruß Uli
Oh, ein interessanter thread, den ich damals gar nicht gesehen habe.
Eines hätte ich noch hinzuzufügen. Meine Freunde von der HISPAMÉBRO in Frankreich, die sehr, sehr viel mit Holzkohle im Rennofen verhütten und schmieden (alleine bei der letzten Fête du Fer waren es 7 Säcke a 500 Kilo, neben vielen Zentnern normaler Schmiedekohle und etwa 300 Kilo Propan), sagten mir, dass Eichen-Holzkohle dafür nicht gut geeignet ist, weil sie zu viel Phosphor enthält, was das Ergebnis erheblich verschlechtert. Eine gleichlautende Aussage kam auch von Pavel Rihacek aus Tschechien, der vollständig traditionell japanische Klingen herstellt und Eichenholzkohle selbst beim Schmieden meidet.
Natürlich kann man diesen Effekt auch bewusst benutzen, um phosphorhaltige, spröde Stähle nach historischen Vorbildern zu fertigen.
Achim
Arno Eckhardt
05.05.06, 20:07
Hallo Achim
Nach meinen Infos ist zum Rennfeuerverhütten gerade die leichte, eigentlich minderwertige Nadelholzkohle gut, weil sie schnell genug runterbrennt und guten Luftdurchsatz gewährleistet. Das mit dem Phosphor in der Eiche ist sehr interessant und auch logisch.
Ja, Arno, man sieht's bei den Japanern. Was dort im Tatara Verwendung findet, ist Pinienholzkohle.
Hallo Torsten,
direkte Mail ist ja nicht möglich. Da ich von Fettnuß über Gas nun auch zu Holzkohle wechsel interesiert mich die Möglichkeit über dich Holzkohle zu beziehen.. nur wie...?
meine Adresse ist Hoffmann.Schnura@t-online.de
Hallo Torsten,
falls Du noch Kohle zum schmieden über hast, würde ich zwei bis drei Sack a 15kg kaufen. Melde Dich bitte hier
Gruß Boris
Halo Torsten,
es wäre schön, wenn Du eine Email für die Bestellungen angeben könntest, damit nicht alles über das Forum laufen muss.
Stefan Kühne
Hi Torsten,
Ich habe im Januar,ca 4 kubikmeter, Kiefernholz geschlagen, auf meter
gelängt, und zu 5-7cm Prügel gespalten, seit Anfang Mai liegen die nun zum trocknen gestapelt.
Ausserdem habe ich ca.einen weiteren Kubikmeter, in meinem Eisenmeiler, welcher aus einem hochkant gestellten 1000l Heizöltank besteht.
Er hat im Boden Löcher, mit etwas Abstand Wellengitter, mittig ein Quandelschacht, aus 180er geschlitztem Rohr, einem Deckel dich verschliessbar, mit einem darauf geschweissten Kamin, fein Regulierbar.
Die Zuluft, wird untenherum mit Sand geregelt.
Hab bisher nur gelegendlich Buchenkohle gebrannt...in einem 200l fass;
ging einigermassen.
Aber nun zu der grossen Frage; Wie lange lasse ich die Kiefernprügel
brennen, bis der Deckel drauf kommt? um nicht zuviel des Guten zu verheizen. Und wieviel bleibt an Kohle übrig? so ungefähr?
Um das Forum nicht allzusehr mit Details zu langweilen, wäre es evtl.
besser zu mailen?
Danke im voraus für deine Geduld,
unsel
Nabend Leute und Kolegen.
Gestetrn hat mich ein Bauer (Forstwird) angerufen und nach den georderten Fichtenstämmen zum verkohlen gefragt!?
Ich habe Geantwortet das unser Köhler leider nicht kommt;-)
Hatt sonst noch jemand verwendung von Fichtenholz für kleines Geld?
Gruß Peter Broich.
http://www.peter-broich.de/
Alchemist IV
08.10.07, 20:35
Ich möcht hier mal ne Frage bezüglich Holzkohle posten:
Ich würde gratis zu einer grossen Menge Holzschnitzel kommen, keine Pellets oder so, sondern naturbelassene Holzschnitzel.
Würde das gehen, diese zu Holzkohle zuverarbeiten?
Würde mich über eure Antworten freuen
Gruss Alchemist
Das solltest du als Meister der Alchemie doch wissen.....:irre:
Im Prinzip geht das schon, ist nur die Fage was übrigbleibt. Schliesslich werden beim Köhlern Meterscheite unter Sauerstoffmangel verkohlt. Was da von deinem Schnitzelmaterial überbleibt ist die grosse Frage, wenn du Pech hast erhältst du aufgrund der grossen oberfläche nur nen Haufen Asche oder Holzkohlenstaub.
Also ich wüsste mit meiner Zeit wirklich besseres anzufangen
Alchemist IV
09.10.07, 08:12
@ Armin
Natürlich weiss ich das.
Da ich jedoch noch nie selber geköhlert habe, kann ich nicht beurteilen, wie gross der Verlust ist.
Dachte bloss, wenn ich schon zu solchem Material komme, kann es nicht schaden mal nachzufragen.
Der Vorteil wäre natürlich, dass man schon kleine Stücke hat und die Holkohle nicht noch zerkleinern muss, und dass man durch die Grösse eine grosse Oberfläche hat, was bedeuted, dass das Zeug wie der Teufel brennt, - Wenn das Holz qualitativ gut ist.
Torsten Pohl
09.10.07, 09:27
Hackschnipsel - verköhlert - Asche so einfch ist das du brauchst die unzerstörte Struktur gewachsenene Holzes.
Tschau Torsten
Alchemist IV
09.10.07, 12:22
Danke Torsten.
Nun haben sich die Schnitzel als Brennstoff erledigt.
Weiss denn jemand wie gross die Hölzer etwa sein sollen, damit keine Asche entsteht?
Oder verkleinert ihr die Kohle erst nach dem verkohlen?
Oder verkleinert ihr die Kohle erst nach dem verkohlen?
Also ich kauf meine Kohle sackweise, alles andere steht doch schon 2-3 Postings weiter oben....
klausevert
14.10.07, 16:32
Wer mal sehen und lernen will, wie in Schweden Holzkohle gemacht wird, die GRÄNSFORS - Schmiede bietet sowohl Schmiede- und Damastkurse sowie Köhlerkurse an.
Wieweit da schwedische Sprachkenntnisse erforderlich sind, kann ich nicht sagen.
Alchemist, wie ists ausgegangen mit der Holzkohle?
Ich brenne gerade wieder Kiefernkohle für den Rennofen die Tage.
Ich stelle fest dass" Halbarmdick" wie übrigens von Torsten Pohl hier schon beschrieben das Mass der Dinge zu sein scheint.
Russige Grüsse unsel
Alchemist IV
02.11.07, 20:05
@unsel
Hallo.
nun ich habs doch nicht ausprobiert, die anderen Forumiten haben mich überzeugt, das da nur Asche übrig bleiben würde
Gruss.
Hallo Thorsten,
ich schmiede zur Zeit mit Buchenkohle aus "Retortverfahren", sehr ordentliche Qualität, aber auch teuer (5€/3kg). Hab letztes Jahr mal Kiefernkohle im Ölfass gemacht (Loch auf unterseite, Feuer drumherum). Hatte den Riesen Vorteil:
- Verbrennt sehr schnell, dadurch keine "Kohlekrümel", die sich am Boden der Esse sammel und die Zuluft meiner Seitenwindesse verstopfen( ist bei Buche leider so)
- Macht wesentlich mehr "Druck" als Buchenkohle, sprich mehr Hitze bei weniger Luftzufuhr im Vergleich zu Buchenkohle, super zum Feuerschweissen, wenig Zunder.
Nun die Frage: Wie groß würdest du die Ausbeute im Retortverfahren einschätzen, also wieviel Kohle (in kg) aus 1 Raummeter Kiefer? Nur so übern Daumen?
Schon mal Danke
Martin
Hallo,
Ich hab mal eine andere Variante , des Köhlern per Eisenmeiler probiert.
Es hat den Vorteil, nicht mit derselben Aufmerksamkeit, wie beim eigendlichen Eisenmeiler dabei sein zu müssen .
Es reicht eigendlich kontinuierlich Brennholz von oben am Fass vorbei in den Tank zu werfen.
In diesem Falle sind es 2 Jahre alte Aste und kleinere Stämme aus dem Wald gewesen, die liegengeblieben sind vom letzten Holzschlag.
http://www.abload.de/img/0070yo.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0070yo.jpg)
Der oben aufgeschnittene 1000L Heizoeltank, mit dem darüberliegenden 200 Literfass, davor dessen Deckel mit Spannring.
http://www.abload.de/img/008siv.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=008siv.jpg)
Ertrag nach einem Tag Heizen. Ein halbes Fass Kiefernkohle
Gruss unsel
Torsten Pohl
20.02.08, 20:16
Na also, sieht doch schon mal recht gut aus, der Ertrag ist halt leider so gering, da haste also alles richtig gemacht!!!!
Tschau Torsten
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler0632l2.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler0632l2.jpg)
50kg , einjährig gelagerte Kiefernscheidte, ca. 4mal 5 cm gespalten
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler0644ti.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler0644ti.jpg)
ergeben 11 bis 12 kg feinste hellklingend Kiefernkohle, nach folgender Methode, und zwar ohne grossartig Aufzupassen.
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler065v75.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler065v75.jpg)
Die feinen Scheidte also in ein 200Liter Fass eng Stapeln, der Deckel mit Spannring hat ein loch ca 15mm, mit einem darübergeschweisstem zoll Rohr von 1m Länge
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler066fqv.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler066fqv.jpg)
Der Deckel mit Loch
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler067f5b.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler067f5b.jpg)
Das Fass kommt also in den einseitig augeschnittenen Ovalen Exheizöltank
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler068aox.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler068aox.jpg)
Deckel mit Rohr drauf....(Ein dichtes Fass mit lediglich einem kleinen Auslass in Form eines Rohres verhindert ein hineinschlagen der Flammen, sowie ein Verlust der innwändigen Hitze.)
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler069dkx.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler069dkx.jpg)
Abfallholz drumherum....und anzünden, etwas mit blech abdecken, um ein maximum an Hitze im Tank zu behalten.....
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler072984.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler072984.jpg)
Ist die Fackel erloschen, bleiben von dem Zentner Holz.....
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler070fpn.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler070fpn.jpg)
ca 11 Kg feinste hellklingende Holzkohle
http://www.abload.de/thumb/eisenmeiler071vb3.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=eisenmeiler071vb3.jpg)
Nachdem ich also alle Varianten versucht habe, finde ich diese die Einfachste, nicht so stilvoll, wie richtiges Köhlern, aber wesendlich weniger Problematisch.
Russigst unsel
Torsten Pohl
30.03.08, 20:30
Unsel:super::super::super:
das ist ne wirklich gute Lösung für kleine Mengen, wie sieht der verbleibene Bodensatz,Holzteer etc. aus??
Viel Rückstand??
Tschau Torsten der schwer begeistert ist...
am Rande bemerkt, wusstet Ihr eigendich dass es auf Erden kein Bakterium gibt welches Holzkohle ....hmmmm..ja, kleinkriegt?
Früher wurden Landmarken, heimlich unterirdisch mit Holzkohlestücken markiert um sicherzusein dass sie nicht umgestellt wurden, jedenfalls Notierte man sich diese Unsichtbaren Zeugen, um Landraub nachweisen zu können. ......Clever die Alten:super:
unsel
Hallo Torsten ....mein Ziehvater und Mentor:super:
Nein es bleibt nichts, ich nehme an die Fackel löst das Problem.
Grüss dich unsel
Torsten Pohl
30.03.08, 23:07
Hy Unsel
also das rumexperimentieren kannst du jetzt wirklich aufgeben, du hast jetzt ne echte Top Lösung!!!
Ein Gewichtsberhältnis von 5:1 ist absolut Top und spricht dafür das eine Ideale Umwandlung gelungen ist!!:super::super:
Ja ich denke auch die Fackel ist der absolute bringer, Holzgas etc. strömt aus verbrennt es wird jeglicher Sauerstoff dem Fass entzogen einfach perfekt die Geschichte.
Tschau Torsten
Toller Thread,
kann zum Thema Holzkohle leider nichts beitragen, denn ich schmiede (noch) nicht selber. Aber das mit der Föhrenkohle kann ich ein kleines bißchen weiter aufklären:
1. Kiefer = Föhre, das ist so richtig
2. Erklärung: Aus dem sehr harzhaltigen Holz der Föhren (dies ist der alte Name; botanisch: Pinus sylvestris) wurden Späne geschnitten, die zur Beleuchtung benutzt wurden, die brannten wie eine kleine Fackel. Diese Späne wurden meines Wissens "Kienspan" genannt. Und der Baum war dann die Kien-Föhre, dies wurde verkürzt zu Kieför/Kiefer. So habe ich das zumindest ´mal an der Uni gelernt.
Rainer
..... Aus dem sehr harzhaltigen Holz der Föhren (dies ist der alte Name; botanisch: Pinus sylvestris) wurden Späne geschnitten, die zur Beleuchtung benutzt wurden, die brannten wie eine kleine Fackel. Diese Späne wurden meines Wissens "Kienspan" genannt. Und der Baum war dann die Kien-Föhre, dies wurde verkürzt zu Kieför/Kiefer. So habe ich das zumindest ´mal an der Uni gelernt.....
Das stimmt so. Allerdings hat nicht jede Kiefer dieses harzreiche Holz, und die Bäume, bei denen der Kienspan gefunden wird, sind auch nicht durchgängig im Holz so.
Man muss sich das wie eine innere Blutung oder ein Hämatom (Bluterguss) vorstellen, bei der das austretende Harz vom Holz wieder aufgenommen wird. Nur erfahrene Forstfachleute konnten früher einem Baum ansehen, dass er möglicherweise diesen Kienspan enthielt; meist wurden solche wertvollen Holzteile beim normalen Baumfällen entdeckt.
Es ist übrigens kein Vergnügen, seine Wohnung mit Kienspänen zu beleuchten. Das Licht ist zwar sehr hell, aber die Flamme rußt höllisch! Da sind die Einrichtung und die Tapeten innerhalb weniger Tage schön gleichmäßig mattschwarz!
Die Kiefernzapfen heißen übrigens in Norddeutschland immer noch "Kienäppel".
Gruß
sanjuro
Danke Ihr beiden für eure Beiträg.:super: Eine Frage bewegt mich allerdings schon seit längerem, und nun ist evtl. der Moment.
Wo befindet sich bei der Kiefer das Harzreichste Holz, in den Ästen, oder im Stamm?
Desweiteren erzählte man mir ,die Kiefernholzkohle der Japaner würde nach Harz riechen. Derjenige von dem ich das weiss, halte ich für glaubhaft, allerdings habe ich es noch nicht geschafft , meiner Kohle irgendeinen Geruch abzuringen.
Oder mischen die Japaner ihrer Kohle nachträglich Harz in irgendeiner Form bei.....zu irgendeinem Zweck?
Gruss unsel
klausevert
31.03.08, 17:16
Kiefernholz mit dem höchsten Brennwert erhölts du aus Stammware / Kernholz.
Ich köhlere wohl mal bei einem Bekanten, dort nehmen wir aber überwiegend Äste. Der Unterschied ist nicht so groß.
Zu deiner Retorte: Wir führen die Abgase unter die liegende Tonne und nehmen sie als Zusatzheizung. Das spart Brennholz.
Irgendwo gabs auch mal ne Tabelle, Brennwerte der verschiedenen Holzkohlesorten im Vergleich.
Buche war 100, Kieferäste 105 und Kieferstammholz 107.Alles gerechnet in KG, bei Volumen sieht das natürlich anders aus
Leider find ich sie im Moment nicht
Kienspäne findest du in fast jedem halbverfaulten Baumstumpf von Kiefern, also im Wurzelholz. Diese Stücke sind harzgetränkt und riechen auch sehr stark nach Harz. Rußen tun diese Dinger in der tat kräftig, aber zum Feuermachen bei Regen sind sie im Wald ideal.
schlosswalker
31.03.08, 21:28
Die Welt ist klein!!
Die Retorte von Unsel ist im Prinzip das gleiche, wie die Methode wie ich mir meinen Zunder zum feuermachen selber herstelle.
Bonbondose mit Loch drin, halb mit Leinenresten füllen, ins Feuer legen, und wenn die Fackel ausgegangen ist bzw nicht mehr raucht, ist der Zunder fertig. Verkohltes Leinen halt
Grüße
Thomas
Ich hatte vor kurzen noch irgendwo gelesen das die Japaner Äste benutzen.
Vielleicht wird die Kohle etwas frühzeitiger abgelöscht, damit noch etwas richbares drinn bleibt.
Die Japaner die ich mal in Köln sah, hatten die "benutzten" Kohlen wieder eingesammelt und in drei Dosen verpackt. Offensichtlich in wie neu, etwas richend, nicht mehr richend (die haben die Stücke einzeln mit eisernen "Esstäbchen" hochgenommen und wenn sie anscheinend von Aussehen her nicht sicher waren, daran gerochen).
Ich hätte fragen sollen ob ich von jeder Sorte ein Probestück bekommen kann:(
Uli Hennicke
31.03.08, 22:08
Hi mein Post vom 23.11.05
war das eine Luftnummer oder um was geht es hier eigentlich.:glgl:
Hallo Thorsten,
ich möchte auch gerne 20Sack a 15 kg bestellen. 12 Euro für 15kg ist ein fairer Preis.
Wenn Du eine verbindliche Bestellung brauchst können wir das ja per mail erledigen.
Super Sache freue mich darauf.
Die Bestellung ist storniert, wie Du dir ja denken kannst.
Torsten Pohl
01.04.08, 20:24
Moin Ulli
tut mir leid das es so gelaufen ist, aber nachdem ich zweimal umziehen mußte (mit einigen 100m³ Holz von zugesagtem Platz zum nächsten)) und immer noch keine Erlaubniss zur kommerziellen Köhlerrei mehr im Rhein-Main-Gebiet bekommen habe (Stichwort Feinstaubhysterie), mußte ich das sozusagen von Amts wegen aufgeben.
Die Auflagen sind einfach nicht erfüllbar.
Zum Zeitpunkt der ersten Posts war das noch alles ganz anders wie du dir vorstellen kannst, und ich war durchaus auch auf der Suche nach neuen Kunden wie du dir denken kannst.
Ich hatte einige Bestellungen vorliegen, die ich nicht mehr bedienen konnte, dabei mußt zB. auch du irgendwie durchgerutscht sein als ich dies absagen mußte.
Für mich war das der Verlust langer Tradition (Familiengeschichte) Leidenschaft und Teil-Broterwerb, und auch der Rest meiner kleine Fa. brach dabei zusammen wie ein Kartenhaus. Da Forstarbeit alleine hier nicht seinen Mann ernährt.
Lass uns das nächte mal auf irgendner Börse nen Kaffee trinken (geb ich natürlich aus) und drüber reden, dann kann ich dir die Zusammenhänge diesbezüglich besser erklären wenn du möchtest.
Unsel ist ja mitlerweile soweit, und ich bin froh das ich ihm ein klein wenig helfen konnte!:hmpf: Etl. ensteht da ja ne neue Köhlerei, fände ich wirklich toll.
Tschau Torsten
PS. mal so am rand erwähnt, wer mir einen Platz (1000m² aufwärts umzäunt und die Amtliche Erlaubniss zum Köhlern im Rhein Main Gebiet besorgen kann, bitte melden ich würde jederzeit wieder klein anfangen!!)
Hallo Klausevert,
Nachdem ich mir deine Antwort, also nun schon einige Tage durch den Kopf habe gehen lassen, möchte ich nocheinmal darauf zurückkommen.
Sich die aufsteigende Hitze resp. das Abgas, welches enorm ist, nutzbar zu machen, ist eine Lösung die mir ebenfalls schon seit einiger Zeit durch den Kopf geistert.
Allerdings Schreibst du dass ihr die Abgase unter die Tonne führt um sie als Zusatsheizung zu nutzen.
Das allerdings leuchtet mir irgendwie nicht ein, (jedenfalls nicht ohne Wärmeaustauscher) denn ich denke mir dass bei Zuführung von Abgasen bald das Feuer in dem Tank resp. um das Fass aus ist.
Andererseits wäre die Frischluft durch einen primitiven Wärmeaustauscher, und einen einigermassen isolierten Tank (doppelwandiger Tank, Wärmeaustauscher/Isolation in einem), wie auch immer umgesetzt, eine Lösung welche reichlich Brennholz sparen würde.
Gruss unsel
Ich glaube, das ist so gemeint wie bei Daniel O'Conner (http://64.176.180.203/charcoalretort.htm) beschrieben.
Hätte ich ja auch gerne mal probiert, aber die Nachbarn...:glgl:
Ciao Sven
klausevert
02.04.08, 14:30
genau wie in dem beschriebenen link. Die Anlage sieht zwar etwas anders aus, aber das Prinzip istd as gleiche.
Man spart jede Menge Brennholz. Da das zu verkohlende Holz ganz unter Luftausschluß bleibt, ist m.E. auch das Ergebnis besser.
Wir haben auch schon verkohhlt mit Feuer im Faß und einem Schornstein, aber da ist halt das Problem der Brennluftregulierung.
Die (sichtbaren) Emissionen sind in etwa gleich einem Lagerfeuer, also wohl nachbarschaftstauglich.
Wenn ich mal wieder beim kohlen dabei bin, mache ich ein paar Fotos.
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